Ursula Kopp
Die schönsten Pflanzen,
die wenig Wasser brauchen
Für Garten, Balkon
und Terrasse
ISBN 978-3-641-25570-1
V001
2020 by Bassermann Verlag, einem Unternehmen der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Straße 28, 81673 München
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Projektleitung: Dr. Iris Hahner
Layout und Satz: Sabine Dunst, Guter Punkt, München, www.guter-punkt.de
Redaktion und Bildredaktion: Verlagsbüro Kopp, München
Fotos: Karl-Heinz Steinberger
Covergestaltung: Atelier Versen, Bad Aibling
Herstellung: Angelika Tröger
Die Ratschläge und Informationen in diesem Buch sind von Autorin und Verlag sorgfältig erwogen und geprüft, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Die Haftung der Autorin bzw. des Verlags und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögenschäden ist ausgeschlossen.
Vorwort
Warum ein trockentoleranter Garten?
Wasser – ein kostbares Gut
Trockenkünstler im Garten
So wappnen sich Pflanzen gegen Trockenheit
Einen Trockengarten anlegen und pflegen
Beschaffenheit des Bodens
Mulchen
Bewässerung
Richtig gießen
Automatische Gartenbewässerung
Kübelpflanzen bewässern
Gartenträume mit Trockenpflanzen
Staudenzauber im Garten
Der richtige Platz
Grundlagen der Gestaltung
Farben und Wuchshöhen kombinieren
Windspiel mit Gräsern
Ein Hauch von Prärie
Warum ein Garten mit Präriepflanzen?
Den Präriegarten gestalten
Winterbild
Der Kiesgarten – pflegeleichte Farbenpracht
Kiesgarten anlegen und gestalten
Trockenmauer bauen
Trockenmauer bepflanzen
Mediterrane Träume auf Terrasse und Balkon
Das Substrat
Eine kleine Orangerie
Palmen vermitteln Urlaubsstimmung
Trockenkünstler im Porträt
Arten- und Sachregister
In der Natur lässt sich Trockenheit nicht allgemein verbindlich definieren, da die Klima- und Bodenbedingungen sich von Region zu Region erheblich unterscheiden. In Gebieten mit hohen sommerlichen Temperaturen ist die Verdunstung stärker ausgeprägt als in kühlen Gegenden. Bleibt der Regen aus, entsteht ein Feuchtigkeitsdefizit, unter dem die gesamte Vegetation und auch die Gärten leiden.
Wetterextreme und steigende Temperaturen – der Klimawandel vollzieht sich nur schwer vorhersehbar und macht ein Umdenken in vielen Bereichen notwendig, angefangen beim Energieverbrauch bis hin zur Pflege des Gartens.
Milde Winter und sehr heiße Sommer liefern bereits einen Vorgeschmack, wie das Wetter in Zukunft ausfallen könnte. Bereits heute zeigen sich die ersten Folgen: Starkregenfälle führen zu erheblichen Überschwemmungen, gleichzeitig nimmt die Häufigkeit langer, heißer Trockenheits- und Dürreperioden zu – eine Tatsache, auf die sich auch Gartenbesitzer einstellen müssen.
Wasser ist ein Lebenselixier, nicht nur für uns Menschen, auch Pflanzen sind darauf angewiesen. Je nachdem, wo sie ursprünglich in der Natur wachsen, ist ihr Wasserbedarf stärker oder geringer ausgeprägt. Einige lieben es feucht, andere haben sich an trockene Lebensräume angepasst. Wasser ist vor allem aber auch ein kostbares Naturgut, das voraussichtlich immer weniger verfügbar sein wird und auch im Garten nicht verschwendet werden darf. Hobbygärtner, die etwas für die Umwelt tun und gleichzeitig Geld sparen wollen, sollten deshalb die Anpassungsfähigkeit attraktiver Trockenkünstler aus dem Pflanzenreich nutzen. Denn bereits eine planvolle Auswahl der Pflanzen trägt wesentlich dazu bei, den Wasserbedarf im eigenen Garten erheblich zu verringern. Bei Pflanzen, die trockene Standorte bevorzugen, kann darüber hinaus zu viel Feuchtigkeit dazu führen, dass die Wurzeln faulen. Entsprechend der jeweiligen klimatischen Verhältnisse sowie der Beschaffenheit des Bodens tragen vor allem heimische Pflanzen dazu bei, die Artenvielfalt zu erhalten.
Vollsonnige Plätze im Garten können im Sommer nicht nur sehr heiß werden, sondern meist auch extrem trocken sein. Wenn der Boden zudem sehr sandig oder kiesig ist und kaum Wasser speichern kann, scheinen sie sich auf den ersten Blick für eine Bepflanzung nicht zu eignen. Doch eine ganze Reihe von Pflanzen hat sich auf diese extremen Standorte spezialisiert. Viele von ihnen fühlen sich erst richtig wohl mit mindestens
6–7 Stunden Sonneneinstrahlung und kommen auch mit anhaltender Trockenheit gut zurecht.
Entsprechend ihren Eigenschaften, Bestandteilen und ihrer Bearbeitbarkeit unterscheidet man leichte, mittelschwere und schwere Böden. Welche Beschaffenheit die Erde im eigenen Garten hat, lässt sich ganz einfach mit einer Handprobe feststellen.
Mineralmulch eignet sich für den Trockengarten am besten.
Mulchen
Entscheidend für den gärtnerischen Erfolg ist eine sorgfältige Vorbereitung des Bodens, der unbedingt frei von Wurzelunkräutern sein muss. Mit dem Auftragen einer Mulchschicht lassen sich die Bodenverhältnisse und somit die Wachstumsbedingungen für die Pflanzen optimieren. Mulchen kann man mit organischem (Rindenmulch, Laub, Kompost, Stroh) und mineralischem (Lava, Kies, Splitt) Material. Letzteres eignet sich für den Trockengarten am besten.
Bei Staudenbeeten oder unter Sträuchern hält eine Schicht aus Rindenmulch die Feuchtigkeit im Boden.
Im Gegensatz zu organischem Mulch sind mineralische Mulchstoffe langfristig haltbar, da kein Abbau durch Bodenorganismen erfolgt. Das Material nimmt, mit Ausnahme von porösen Materialien wie Lava oder Ziegelsplitt, auch kein Wasser auf und ist besonders gut für Pflanzen, denen Winternässe nicht bekommt. Zudem speichert es Wärme, was wärmeliebenden Pflanzenarten entgegenkommt. Am besten hat sich Lava, Splitt oder Kies in einer Korngröße von 8–16 mm und einer Schichtstärke von 5–7 cm bewährt. Auf größeren Flächen ist es rationeller, mineralischen Mulch vor dem Pflanzen gleichmäßig auf die vorbereitete Vegetationsfläche aufzutragen. In diesem Falle muss besonders sorgfältig gepflanzt werden, die Pflanzen sollten tief genug gesetzt und die Mulchauflage möglichst wenig mit Erde verunreinigt werden. Geringe Verunreinigungen durch den Boden oder das Substrat verschwinden beim Wässern nach der Pflanzung. Bei kleineren Flächen wird der Mineralmulch direkt nach der Pflanzung vorsichtig zwischen den Pflanzen verteilt.
Mulchen erspart vor allem Arbeit, denn die Bodenbedeckung unterdrückt Wurzelunkräuter und ein gemulchter Boden lässt sich viel leichter bearbeiten. Außerdem wird er nicht durch Starkregen oder Bewässerung verschlämmt oder abgetragen und Nährstoffe werden nicht ausgewaschen. Darüber hinaus schützt Mulch den Boden vor Austrocknung. Wichtiger Nebeneffekt: Man spart ca. zwei Gießrunden pro Woche, der Wasserverbrauch wird dadurch erheblich gesenkt!
Ein trockener Standort im Garten oder auf der Terrasse kann mit Stauden, Gräsern, Gehölzen und Kräutern ganz unterschiedlich gestaltet werden. Je nach Gartengröße und persönlicher Vorliebe lässt sich auch ein ganzer Bereich in einem bestimmten Stil bepflanzen und beispielsweise ein Kies- oder Präriegarten anlegen. Mit einem Arrangement aus mediterranen Kübelpflanzen zieht ein Hauch von Mittelmeer auf der Terrasse ein.
Die Welt der Stauden ist reizvoll und vielseitig. Die Vielfalt der Wuchsformen und Blüten, ihre Anspruchslosigkeit, der geringe Pflegeaufwand und vor allem die lange Lebensdauer machen Stauden zu einer Pflanzengruppe, ohne die Gartengestaltung kaum denkbar ist. Um bei der Anlage eines Staudengartens unnötige Fehler zu vermeiden und sich ungetrübt an ihm erfreuen zu können, ist ein kurzen Einblick in das Wesen der Stauden nötig.
Stauden sind ausdauernde, krautige Pflanzen, deren oberirdische Teile im Herbst absterben und im Frühjahr aus Überwinterungsknospen wieder neu austreiben. Diese befinden sich über oder direkt am Boden wie auch unter der Erdoberfläche. Wurzelstöcke, Zwiebeln oder Knollen sichern die Nährstoff- und Wasseraufnahme und dienen gleichzeitig als Speicherorgane, in denen notwendige Reserven eingelagert werden. Je nach Art verlieren Stauden im Herbst ihr Laub oder bleiben wintergrün. Ihre Gestalten reichen von mannshohen Pflanzenriesen bis hin zu zwergigen, dicht dem Boden aufliegenden Polstern.
Der richtige Platz
Die meisten Stauden sind langlebig und erfreuen auf Dauer aber nur dann vollkommen, wenn ihr Standort, auch hinsichtlich der Pflanzgemeinschaft, richtig gewählt wird. Momentane Effekte, die sich bei der Zusammenstellung blühender Pflanzen oder auch rein zufällig ergeben, können täuschen. Bereits nach einem Jahr kann die scheinbare Harmonie durch Ausbreitung des einen oder Kränkeln des anderen Partners gestört sein. Die wahre Freude an den Stauden liegt darin, jedes Jahr im Frühjahr die jungen Triebe wieder neu zu entdecken und zu beobachten, wie sich die ganze Pflanzung gedeihlich entwickelt und zu einer Einheit wächst.
Das wichtigste Kriterium für die Anlage eines Staudengartens sind die Lichtverhältnisse an den in Frage kommenden Plätzen. Hier kommt dem Hobbygärtner die Anpassungsfähigkeit und Toleranz der Gattungen und Arten entgegen, die nicht nur fließende Übergänge, sondern auch ganz gegensätzliche Standortsituationen zulassen. Grundsätzlich unterscheidet man zwischen sonnenliebenden, schattenverträglichen und schattenliebenden Stauden. Für den trockentoleranten Staudengarten bietet sich eine breite, in Formen und Farben vielfältige Palette sonnenliebender Arten an.