NACHHALTIG LEBEN
FÜR EINSTEIGER
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Schritt für Schritt den Unterschied machen
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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
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Originalausgabe
4. Auflage 2021
© 2020 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Türkenstraße 89
80799 München
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Fax: 089 652096
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Redaktion: Kerstin Brömer
Umschlaggestaltung: Manuela Amode
Umschlagabbildung: shutterstock.com/Tasty_Cat, HappyPictures, bosotochka, Katy Flaty, cosmaa Illustrationen Innenteil: Götz Rohloff, Die Buchmacher – Atelier für Buchgestaltung, Köln
Layout: Ortrud Müller, Die Buchmacher – Atelier für Buchgestaltung, Köln
Satz: Ortrud Müller, Die Buchmacher – Atelier für Buchgestaltung, Köln
Druck: Florjancic Tisk d.o.o., Slowenien
eBook: ePubMATIC.com
ISBN Print 978-3-7474-0089-0
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-430-3
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-431-0
Weitere Informationen zum Verlag finden Sie unter
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Erst wenn der letzte Baum gerodet, der letzte Fluss vergiftet, der letzte Fisch gefangen ist, werdet ihr feststellen, dass man Geld nicht essen kann.
WEISHEIT DER CREE
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Vegan und Vegetarisch
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Anmerkungen
Mit geschlossenen Augen und zugehaltenen Ohren stelle ich mir für einen Moment vor, dass alle Menschen auf diesem großartigen Planeten genauso natürlich leben würden, wie es uns alle Tiere seit jeher vormachen. Ohne Abgase, ohne Plastikmüll, ohne Ölbohrungen und Schiffsunglücke. Ich male mir aus, wir hinterließen nichts als einen nackten Fußabdruck im feuchten Strandsand, ganz so, wie eine spazierende Möwe mit jedem Schritt ihre drei kleinen, schmalen Linien hineindrückt. Auch von einem wilden Pferd, das am Meer entlanggaloppiert, bleiben nur die Abdrücke der schwingenden Hufe zurück. Sogar eine kleine Schildkröte weiß schon direkt nach ihrem Ausbruch aus dem Ei, was sie zu tun hat – und kämpft ihren flachen Körper mit maximaler Kraft in Richtung der ersten Welle durch den Sand. Alles, was sie hinterlässt, sind eine biologische Eierschale und ein paar Schleifspuren.
Dann öffne ich meine Augen und lasse meine Hände sinken. Was ich dann ohne jede Anstrengung sehe, höre und auch rieche, ist der menschliche Fußabdruck auf dieser Erde. Rauchende Fabriktürme und lärmende Autos blasen stinkende Abgase hinaus. Im Wasser treiben Feuerzeuge, Flip-Flops und Plastikflaschen neben ein paar verendeten Fischen. Noch im selben schweren Atemzug steigt ein Airbus majestätisch in die Lüfte, während im Hintergrund ein riesiges Kreuzfahrtschiff auf seiner Jungfernfahrt vorbeischleicht.
Einige Fragen drängen sich mir auf: War dieser Augenblick nur ein Trugbild, das ich unter »Ach, das wird schon wieder!« abheften kann? Oder sind wir wirklich die einzigen Lebewesen, die diesen Planeten zerstören? Ist das tatsächlich das Werk des intelligentesten Lebewesens der Erde? Hatte ich einfach nur zu lange meine Augen verschlossen und mich an diese Zustände gewöhnt? Dass dieselben Eindrücke in exakt demselben Augenblick nicht nur Menschen in Mumbai, sondern auch in Denpasar, Peking, Kapstadt, Hamburg, New York oder Sydney erleben konnten, spricht dafür. Wie wilde Bestien nehmen wir uns alles, was wir wollen. Der Preis, den wir dafür zahlen, spielt keine Rolle. Wir töten, vergiften und rauben – und gieren nach mehr. Bis kein einziges Lebewesen – einschließlich uns selbst – mehr auf diesem Planeten überleben kann. Aber halt, noch ist es nicht zu spät. Noch können wir die Erde für zukünftige Generationen bewahren.
Doch wie genau können wir dafür sorgen, dass auch im Jahr 2090 noch Menschen einen Planeten vorfinden, den man gern bewohnt? Die Antwort auf diese Frage liegt im WIR. Denn nur, wenn wir gemeinsam lernen, nachhaltig zu leben, ist unser Planet zu retten. Gemeinsam können wir verhindern, dass mehr Plastikmüll als Fische im Meer schwimmt und es schaffen, dass die Luft in Großstädten eingeatmet werden kann, ohne schwerwiegende Erkrankungen nach sich zu ziehen. Gemeinsam können wir auch den von uns selbst verursachten Klimawandel stoppen und unsere eigenen Fehler korrigieren.
Vegan — klimafreundlich — plastikfrei — fair — regional — palmölfrei. Tierleid und Erderwärmung verhindern, Plastikmüll vermeiden, kleinere Biobauern vor Ort unterstützen und den Lebensraum des Orang-Utans retten. All das zusammen genommen ist ziemlich nachhaltig, aber puh … es erscheint auch fast unmöglich. Glücklicherweise erwartet niemand von uns, dass wir alles auf einmal umsetzen, richtig? Richtig. Das heißt, dass wir uns in unserem eigenen Tempo nach und nach in diese Richtung entwickeln können. Niemand muss alles perfekt machen — Veränderung funktioniert auch, wenn viele großartige Menschen viele kleine Dinge unperfekt tun. Ja, doch was, wenn findige Forscher in einem halben Jahrhundert feststellen, dass es eigentlich gar keinen Klimawandel gibt und Probleme wie die Erderwärmung überhaupt nicht menschengemacht sind? Dann hätten wir ja völlig umsonst dafür gesorgt, dass unsere Gewässer voll und klar, unsere Luft wohlriechend und sauber, unsere Böden fruchtbar und gesund und unsere Unternehmen umweltbewusst und sozial sind. Oh ja, da würden wir uns aber mächtig ärgern. Ironie aus.1
Es ist mehr als an der Zeit, unser eigenes Verhalten auf diesem Planeten zu hinterfragen und zukünftigen Generationen die Chance zu bewahren, das Leben hier genießen zu können. Da trifft es sich doch gut, dass es heute wieder cool ist, ein »Öko« zu sein. Mit diesem Buch möchte ich dir ein Bild der Probleme unserer Zeit malen, dir Lösungsmöglichkeiten an die Hand geben und dich dazu motivieren, diese in deinen Alltag zu integrieren. So kannst auch du jeden Tag ganz einfach einen wertvollen Teil zur Lösung beitragen.
»Sei du selbst die Veränderung, die du dir wünschst für diese Welt.«
MAHATMA GANDHI
Um das eigene Verhalten positiv zu verändern, braucht es neben einer Extraportion Mut auch immer einen greifbaren, motivierenden Sinn. Oder würde ein Raucher etwa aufhören zu qualmen, wenn er nicht wüsste, dass Zigaretten seine Lunge zerstören, sein Krebsrisiko erhöhen, täglich gemeinsam mit zehn Milliarden anderen Glimmstängeln2 als Schadstoffe und Plastikmüll in der Umwelt landen und zahlreichen Tieren das Leben kosten? Tendenziell nicht, denn kurzfristig verschafft die Zigarette ja anscheinend eine Art Wohlgefühl. Langfristig tötet sie Mensch und Tier. Leider ist das kurzfristige Wohlgefühl oft so greifbar und erstrebenswert, dass es uns blind für die langfristigen Folgen macht. Wer jedoch den Sinn hinter einer angestrebten Veränderung verinnerlicht, der ist motivierter, strengt sich daher mehr an und wird sein Ziel mit höherer Wahrscheinlichkeit erreichen. Und wer zu hundert Prozent von den Gründen für die Veränderung überzeugt ist, wer mit jeder Faser seines Körpers an das glaubt, was er tut, der lässt sich von niemandem von seinem Ziel abhalten. Diese Leidenschaft ist ansteckend, da sie heute nicht mehr selbstverständlich ist. Wer nachhaltig lebt, ist Vorbild — und Vorbilder entscheiden über die Zukunft. In der Psychologie nennt man es das »Prinzip der sozialen Bewährtheit«: Zunächst muss jemand vorangehen und zeigen, wie der Hase läuft. Dann werden neue Verhaltensweisen plötzlich gesellschaftlich anerkannt und adaptiert.
Da nachhaltiges Denken und Handeln uns sowohl weniger Tierleid als auch einen fairen und sozialen Umgang untereinander und darüber hinaus eine saubere Umwelt mit gesunder Luft zum Atmen, klaren Flüssen zum Bewässern und Trinken sowie leckeren Lebensmitteln gewähren, sind sie zum Wohle aller.
Was versteht man eigentlich grundsätzlich unter Nachhaltigkeit? Moderne Lexika beschreiben den Begriff der Nachhaltigkeit mit »längere Zeit anhaltende Wirkung«. So weit, so gut. Doch bezogen auf unsere Umwelt, unsere Gesundheit und unsere Gesellschaft bedeutet er, dass wir so leben sollten, dass zukünftige Generationen die gleichen Chancen auf diesem Planeten haben wie wir auch. Demnach darf ich mich als jemanden bezeichnen, der nachhaltig handelt, wenn ich dieses Ziel mit meinem alltäglichen Verhalten beim Frühstück, auf dem Weg zur Arbeit oder im Urlaub nicht gefährde.
Was die exakte Definition des Begriffs anbelangt, scheiden sich jedoch die Geister. Wir können froh sein, dass für uns entscheidender ist, was wir selbst darunter verstehen. Der eine meint schon, nachhaltig zu leben, wenn er auf einen Plastikstrohhalm im Cuba Libre verzichtet, der andere erst, wenn er zwei Jahre lang nicht mit dem Flugzeug fliegt und sich seitdem auch ohne Ausnahmen vegan ernährt. Wie weit man schlussendlich geht, ist jedem selbst überlassen. Wichtig ist in jedem Fall, den nachhaltigen Alltag nicht als Hauruckaktion zu sehen, die ein paar Tage später keine Rolle mehr spielt. Denn die Grundidee, nachhaltig zu leben, ist kein vorübergehender Trend. Nein, sie ist eine stetig wachsende Bewegung, da sie das Leben auf dieser Welt verbessert. Man kann sie nicht einfach wie eine heiße Kartoffel fallen lassen. Stattdessen ist es sinnvoll, sich zunächst die Gründe für ein möglichst nachhaltiges Leben zu verinnerlichen, die eigenen persönlichen Wünsche und Ziele mit dem neuen Lebensstil klar zu definieren und sich dann langsam, aber stetig weiterzuentwickeln.
Ich zum Beispiel lebe nachhaltig, weil ich ein Herz für unsere Natur habe. Ich kann es nicht ertragen, dass der Earth Overshoot Day jedes Jahr ein paar Tage näher an das Neujahrsfest heranrückt, weil wir die Erde ausquetschen wie eine saftige Zitrone.
Auch den Anblick von Schildkröten und Basstölpeln, die an billigen Sixpack-Ringen verenden, habe ich satt. Ich will die Luft in meiner Umgebung ohne zu husten einatmen und in einem kristallklaren Meer tauchen können. Ich will, dass es Menschen, Tieren und Pflanzen gut geht. Ich will, dass jedes Lebewesen fair behandelt wird. Ich will einfach ein guter Mensch sein und einen wertvollen Teil zur Lösung der Probleme unserer Zeit beitragen. Jeder meiner Tage ist darauf ausgerichtet, diese Welt als einen besseren Ort zu verlassen, als den ich sie vorgefunden habe. Das ist mein täglicher Motivator und auch der Grund dafür, dass ich jeden Menschen auf dieser Erde für einen nachhaltigen Lebensstil begeistern möchte. Man muss die Probleme nur erst einmal kennenlernen, um sie lösen zu können.
Auf der Suche nach guten Gründen für einen nachhaltigen Lebensstil werde ich schnell fündig, wenn ich meine Gedanken zu den größten gesellschaftlichen und ökologischen Problemen unserer Zeit schweifen lasse. Zur Ursache jedes dieser Probleme führen identische Fußabdrücke – menschliche. Und je länger man nachhaltig lebt und desto mehr Menschen damit inspiriert, desto geringer sind der eigene ökologische Fußabdruck und der Anteil an Klimawandel, Luftverschmutzung oder der Abholzung der Regenwälder. Je länger man mit Scheuklappen Palmöl konsumiert, durch die Welt jettet, literweise Wasser verschwendet und Tonnen von Lebensmitteln wegschmeißt, desto größer ist der eigene Fußabdruck. Die Rechnung ist eigentlich ganz einfach.
Der britische Polarforscher Robert Swan hat einmal den folgenden Satz gesagt: »Die größte Bedrohung für unseren Planeten ist der Glaube, dass jemand anders ihn retten wird.«
Dieses Zitat beschreibt die fundamentale Ursache für die Umweltprobleme, mit denen wir heute zu kämpfen haben, nämlich die Hoffnung, dass es jemand anders schon richten wird. Ich glaube, dass wir die Wirkung unseres Handelns oft unterschätzen und deshalb tendenziell lieber den Weg des geringsten Widerstandes suchen. Wir belassen dann einfach alles beim Alten und gehen davon aus, dass jemand anders sich schon darum kümmern wird. Hoffnung ist zwar grundsätzlich eine großartige und zielführende Charaktereigenschaft — allerdings meist nur dann, wenn man auch aktiv etwas dafür tut, dass sie sich in der Zukunft bewahrheitet. Für ein langfristig nachhaltiges Leben brauchen wir neben der dauerhaften Hoffnung auf Besserung also auch einen Schuss Eigenleistung.
Die Entstehung der heutigen gesellschaftlichen und ökologischen Probleme haben wir besonders im letzten Jahrhundert bei vollem Bewusstsein verschlafen. Nun wachen wir langsam auf. Ich bin der vollen Überzeugung, dass Profitgier, Gleichgültigkeit und schwindende Hoffnung die folgenschweren gesellschaftlichen und ökologischen Probleme auf unserem Planeten geschaffen haben. Das rasante Wachstum der Weltbevölkerung ist dabei nicht einmal die Wurzel unserer Probleme. Diese liegt vielmehr in unserem Verhalten. Glücklicherweise ist unser Verhalten etwas, das wir jeden Tag ändern können. Das ist mein persönlicher Hoffnungsschimmer und Mutmacher dafür, dass wir unseren Planeten retten werden —, doch Zeit verlieren dürfen wir nicht.
Der Klimawandel passiert — jetzt gerade. Auch wenn von Natur aus Treibhausgase wie Kohlendioxid oder Methan in unserer Atmosphäre vorhanden sind, hat unser Verhalten die Konzentration dieser Gase massiv erhöht. Durch die Abholzung von Wäldern entlädt sich zum Beispiel das von den Bäumen gespeicherte CO2. Um Strom zu erzeugen, wird Kohle verbrannt. Auch hierbei werden Kohlendioxide und Stickoxide in die Atmosphäre geblasen. Die Fleischerzeugung benötigt besonders viel Energie, beispielsweise zur Herstellung von Tierfutter. Bei der Verdauung stoßen Kühe, Schweine und Schafe allerdings jede Menge Methan aus, das ebenfalls zur Erderwärmung beiträgt. Ein Grund mehr dafür, dass sich unser Planet allmählich aufwärmt.
Seit 1880 sind wir Menschen in der Lage, Temperaturen regelmäßig und über längere Zeiträume zu messen. Während die Durchschnittstemperatur auf unserem Planeten zwischen dem Beginn der Aufzeichnung und 1980 nur mit leichten Ausschlägen zwischen -0,40 °C und +0,20 °C hin- und herpendelte, ist die weltweite Durchschnittstemperatur seit den 1980er-Jahren stetig gestiegen und betrug im Jahr 2016 bereits +0,94 °C mehr als das Mittel im 20. Jahrhundert.15 Dieser Temperaturunterschied wirkt zwar gering, er hat aber bereits zur Folge, dass die Polkappen schmelzen und Überschwemmungen, Stürme, Hitzewellen und Dürreperioden an der Tagesordnung sind. Die Erderwärmung zieht einen massiven Rattenschwanz an Problemen mit sich. Mit jedem Tag, der vergeht, wird das deutlicher. Hitzestress und Infektionskrankheiten mehren sich. Überschwemmungen spülen Häuser hinweg und Millionen von Menschen ringen plötzlich um jeden Tropfen trinkbaren Wassers. Zudem gibt es durch die Wasserknappheit immer mehr Menschen, die hungern.
Wir sind die erste Generation, die den Klimawandel wirklich zu spüren bekommt. Gleichzeitig aber auch die letzte, die ihn stoppen kann. Sollte das Thermometer auf unserem Planeten irgendwann durchschnittlich 4 °C mehr anzeigen als noch in den 1980er-Jahren, dann müssten Millionenstädte wie Hamburg oder Tokio aufgrund des steigenden Meeresspiegels geräumt werden. In vielen Ländern wäre es so heiß, dass ein Leben dort unmöglich wäre. Da das Eis an den Polen schmilzt, verlieren auch Eisbären ihren Lebensraum und drohen, zu verhungern. Ob Mensch oder Tier spielt keine Rolle — alle werden dann ums nackte Überleben kämpfen müssen. Spätestens dann wird uns der Klimawandel ein für alle Mal verdeutlichen, dass man Geld weder atmen noch essen oder trinken kann.
In unserem Alltag können wir dem Klimawandel ganz gezielt entgegenwirken, indem wir möglichst wenig Energie verbrauchen. Das kann zum Beispiel direkt durch den Schwung aufs Fahrrad geschehen, wenn dafür das CO2-ausstoßende Auto in der Garage bleibt. Und indirekt leisten wir unseren Beitrag für den Klimaschutz beispielsweise durch eine fleischarme oder fleischlose Ernährung. Denn ein Kilogramm Rindfleisch erzeugt durch die Beweidung, das Tierfutter und die energieaufwendige Verarbeitung in etwa so viel Treibgas wie eine Autofahrt vom Hamburger Hafen nach München zum Marienplatz und wieder zurück.
Wir befinden uns mitten im Zeitalter des Plastiks. Während der Kunststoff etwa ein halbes Jahrhundert lang wie ein Popstar umjubelt wurde, lernen wir heute auch die Schattenseiten unseres Plastikwahns kennen. Denn das Material ist nicht biologisch abbaubar und zersetzt sich nur ganz langsam in der Umwelt. Spätestens bei meiner Reise nach Sri Lanka wurde mir das bewusst, als mir am Strand eine gewöhnliche Plastikflasche mit einem eingravierten Mindesthaltbarkeitsdatum von 1986 entgegenschwappte. Plastik bleibt ewig, denn selbst wenn sich die Flasche nach etwa 450 Jahren22 durch Wind und Wetter zersetzt hat, lebt der Kunststoff in Form von Mikroplastik weiter. Jedes kleine Fitzelchen Plastik, das jemals produziert wurde, besteht noch irgendwo auf diesem Planeten. Und je mehr wir davon erschaffen, desto mehr landet in den Zellen von Fischen oder Austern und damit schlussendlich bei uns auf dem Mittagstisch. Plastikmüll im Meer ist also eine weitere massive Gefahr — in Form von Kunststoff in der Nahrungskette. Welche Folgen Plastik in unseren Mahlzeiten für unsere Gesundheit hat, ist noch weitgehend unerforscht.23 Klar ist nur, dass es bei Meerestieren bereits zu Entzündungen, physiologischen Störungen und höheren Sterberaten geführt hat.24
Da wir das einzige Lebewesen auf dem Planeten sind, das in der Lage ist, Kunststoff zu produzieren, ist die Frage zur Ursache dieses Umweltproblems schnell beantwortet. Wir Menschen sind die Verursacher. Wir sind schlau genug, um aus Erdöl Kunststoff herzustellen, aber noch zu dumm, um das Material sinnvoll einzusetzen. Während wir im Jahr 1950 lediglich 1,5 Millionen Tonnen des Plastiks produziert haben, erzeugen wir heute schon mehr als 200-mal so viel25, vor allem für Verpackungen jeglicher Art, denn das Material ist schön leicht und schützt Produkte. Doch wenn ich bei unseren Aufräumaktionen an den Stränden tonnenweise Plastikstrohhalme, Flip-Flops und Plastiktüten einsammle, bestätigt sich mir jedes Mal aufs Neue, dass wir noch nicht verstanden haben, wie wir sinnvoll mit dem Kunststoff umgehen können. Den Löwenanteil der acht Millionen Tonnen Plastikmüll, die jedes Jahr ins Meer gelangen, leisten mit etwa 82 Prozent südostasiatische Länder wie Indonesien, Thailand und Vietnam, aber auch Indien und China.26 Die Gründe dafür sind zum Beispiel mangelnde Entsorgungssysteme und die fehlende Bildung. Und ein Pfandsystem wie bei uns in Deutschland gibt es fast nirgendwo sonst auf der Welt. Dennoch produzieren wir Deutschen mit durchschnittlich 37 Kilogramm pro Person nicht weniger Plastikmüll pro Jahr als Menschen in Südostasien. Bei uns wird der Plastikmüll einfach nur besser entsorgt. Wenn möglich, wird er recycelt, und falls das nicht möglich ist, wird er verbrannt oder nach Asien verschifft. Richtig gehört: Wir verkaufen unseren Müll an Länder, die sowieso schon ein massives Problem mit dem Plastikmüll haben. Dort wird er dann mangels Alternativen oft illegal entsorgt. Dieses Umweltproblem geht also uns alle etwas an — egal, ob sich ein Berliner auf dem Sofa eine Tüte Chips hineinschaufelt oder ob ein Balinese eine Flasche sprudelnden Wassers trinkt.
Das Meer produziert mehr als die Hälfte des Sauerstoffs, den wir atmen. Warum also belasten wir es mit Industrieabfällen und mit Kunststoff — der Pest dieses Jahrhunderts?
Die weniger als fünf Millimeter großen Mikroplastik-Teilchen im Meerwasser sind für unser Auge oft nicht erkennbar. Viele Kosmetikprodukte enthalten den Kunststoff, sodass er durch den Abfluss seinen Weg in unsere Gewässer findet. Kläranlagen können die winzigen Teilchen nicht herausfiltern. Denselben Weg gehen kleine Kunststofffasern, die sich in der Wäschetrommel von unserer Kleidung lösen. Auf diese Weise wie auch durch Schiffsreinigungen gelangt Mikroplastik direkt ins Meer. Indirekt löst es sich im Laufe der Jahre von größeren Plastikteilen wie Flaschen, Kanistern, Flip-Flops oder Plastiktüten, die im Meer umhertreiben. Auf welchem Weg auch immer Plastik ins Meer gelangt – am Ende fressen es Lebewesen wie Fische und Krebse. Oh, einen Moment, natürlich nicht ganz am Ende. Denn sobald die Tiere gefangen werden, liegen sie schließlich zeitnah bei uns auf dem Teller.
Dass Plastikmüll grundsätzlich aber ein direkt sichtbares Umweltproblem ist, hilft uns bei der Suche nach sinnvollen Alternativen. Wir sehen die Plastikzahnbürste und können sie ganz gezielt durch eine Holzzahnbürste ersetzen. Wir merken es an unserem Portemonnaie, dass Plastiktüten jedes Mal 15 Cent kosten, wenn wir wieder einmal unseren Jutebeutel zu Hause vergessen haben. Spätestens nach der dritten Plastiktüte wird dieser dann aber unsere langfristige und eben plastikfreie Alternative dazu. Indem wir unser eigenes Konsumverhalten hinterfragen und beispielsweise den Joghurt im Pfandglas statt im Plastikbecher kaufen, reduzieren wir Schritt für Schritt unseren eigenen Plastikmüll. Viel lernt man bei Oma und Opa, denn die kennen die besten Lifehacks, da sie schon früher ohne Plastik gelebt haben.
Ob zerknitterte Zeitungen, kantige Kartons oder die fisseligen Filter deines Kaffees: Gewöhnliche Papierprodukte werden aus Holz hergestellt, wodurch der Holzverbrauch enorm hoch ist. Zudem haben Tropenhölzer wie Teak oder Mahagoni einen hohen Marktwert und treiben deshalb viele Menschen in die illegale Abholzung. Um Holz zu erhalten, müssen Bäume fallen. Mit jedem Baum, der Axt, Motorsäge oder Bagger zum Opfer fällt, wird Kohlendioxid freigesetzt. Auch im ehemaligen Wurzelwerk versteckt sich jede Menge CO2, und wenn die Böden gerodet und gepflügt werden, gelangt es ebenfalls in die Atmosphäre. Wir erinnern uns: Das Gas trägt maßgeblich zum Klimawandel bei. Kein Wunder also, dass der Weltklimarat IPCC davon spricht, dass die Entwaldung einen Anteil von 17,4 Prozent am Treibhauseffekt hat.32
Jedes Jahr vernichten wir auf der ganzen Welt etwa 30 Millionen Hektar Wald33 – eine Fläche von der Größe Italiens. Und jedes Jahr fallen die Bäume weiterer Länder der globalen Entwaldung zum Opfer, um daraus Nutzflächen für den Anbau von Soja und die spätere Fleischproduktion zu generieren, aber auch um Palmöl zu gewinnen – ein Öl, das mittlerweile in Tausenden von Produkten in herkömmlichen Supermärkten steckt, ohne dass wir sehen, was es andernorts anrichtet. In den Böden unter den Wäldern verstecken sich zudem mit Gold, Eisen und Aluminium wertvolle Bodenschätze, auf die besonders die Hersteller von Smartphones und Laptops scharf sind. Etwa die Hälfte der weltweiten Abholzung betrifft die tropischen Wälder. Allein in Brasilien werden jedes Jahr 4,52 Millionen Hektar Wald vernichtet.34 Das Land weicht Umweltgesetze auf, verkleinert geschützte Areale und streicht Fördermittel für den Naturschutz im eigenen Land. Da ist es nicht weiter überraschend, dass der weltweit größte Sojaproduzent — zugleich der dortige Landwirtschaftsminister ist.
Die Entwaldung in Brasilien trifft auch uns in Deutschland, denn sie führt zur Austrocknung der Böden, provoziert Waldbrände und natürlich einen gigantischen CO2-Ausstoß. Die Folge ist eine Beschleunigung des bekannten Umweltproblems der Erderwärmung, das in unkontrollierbaren Hochwassern und Stürmen auf uns niederschlägt. Und wie können wir in unserem alltäglichen Verhalten der Entwaldung der Erde entgegenwirken? Auf Sojamilch und Sojabohnen zu verzichten, bewirkt kaum etwas, denn nur etwa zwei Prozent der weltweiten Sojaernte werden zur Herstellung dieser Lebensmittel verwendet. Stattdessen hat ein Verzicht auf Fleisch einen immensen Effekt. Denn 61,8 Prozent der weltweit angebauten Sojapflanzen werden zu Tierfutter verarbeitet.35 Je weniger Tiere gefüttert werden müssen, desto weniger wird der Regenwald abgeholzt. Die Rechnung ist ganz simpel, wenn man diese Zusammenhänge kennt.
Doch nicht immer müssen wir so um die Ecke denken, um das Umweltproblem der Abholzung der Wälder zu reduzieren. Klebe zum Beispiel einfach einen Aufkleber mit der Aufschrift »Bitte keine Werbung einwerfen« auf deinen Briefkasten und schon wird jeden Tag ein Supermarkt-Prospekt aus Papier weniger für dich in Plastikfolie eingeschweißt. Bücher, Magazine und Zeitungen lassen sich heutzutage auch digital konsumieren — es gibt in unserem Alltag Tausende Möglichkeiten, Papier einzusparen. Eugen Roth hat einmal gesagt: »Zu fällen einen schönen Baum, braucht’s eine halbe Stunde kaum. Zu wachsen, bis man ihn bewundert, braucht er, bedenk es, ein Jahrhundert.« Ein wundervolles Zitat, das verdeutlicht, weshalb wir dem Rohstoff Holz eine noch größere Wertschätzung entgegenbringen sollten.
Die Weltnaturschutzunion veröffentlicht regelmäßig die sogenannte Rote Liste mit allen Tier- und Pflanzenarten. Die aktuelle Statistik führt mehr als 90.000 Arten auf, von denen 25.821 vom Aussterben bedroht sind.40 Etwa 30 Prozent aller existierenden Arten auf unserem Planeten laufen also Gefahr, in naher Zukunft nicht mehr zu existieren. Das eigentliche Problem liegt aber noch viel tiefer, denn das ökologische Gleichgewicht ist unglaublich sensibel. Die Biene beispielsweise benötigt viele verschiedene Pflanzenpollen aus Mischkulturen, um das Immunsystem des Nachwuchses zu stärken und die Anfälligkeit für Parasiten zu reduzieren. Doch wir versiegeln die Städte und betreiben monokulturelle Landwirtschaft mit Pestiziden. Mit dem Nahrungsangebot schwindet auch der Bestand der Bienen. Dabei sind auch wir von ihnen abhängig. Bienen bestäuben nämlich Pflanzen und sorgen so für deren Fortbestand und schlussendlich für unsere Lebensmittel. Bleibt die Bestäubung aus, ist auch unsere Lebensmittelsicherheit in Gefahr.
Ähnliches gilt auch für die Fischerei. Wir zerstören durch industrielle Fangmethoden nicht nur die Lebensgrundlage der Meerestiere, sondern lassen ungewünschten Beifang wie Delfine oder Haie in den Netzen verenden. Für ein Kilogramm Garnelen werden etwa neun Kilogramm anderer Meerestiere mitgefangen und tot oder schwer verletzt ins Meer zurückgeworfen.41
Ob Biene, Fisch, Tiger oder Feldmaus: Die verheerenden Folgen des Artensterbens werden über die gesamte Nahrungskette weitergereicht und bedrohen schlussendlich den Fortbestand aller Lebewesen — einschließlich uns Menschen. Die Ursachen werden durch die intensive Landwirtschaft, die Einschleppung fremder Tier- und Pflanzenarten, den Straßen- und Siedlungsbau, die Umweltverschmutzung, den Klimawandel, die Überfischung und die illegale Wilderei verschärft. Auch die Abholzung der Wälder nimmt Pflanzen und Tieren ihren Lebensraum, während wir Menschen uns immer weiter ausbreiten. Wir sind also die grundlegende Ursache des Artensterbens. Schlussendlich holt uns aber dieses Fehlverhalten wieder ein, da auch wir ein Teil des Ökosystems und auf lebensnotwendige, natürliche Ressourcen wie Nahrung, Wasser und Medizin angewiesen sind.
In unserem Alltag haben wir großartige Möglichkeiten, dem Artensterben entgegenzuwirken. So können wir Produkte im Supermarkt mit einem Blick auf die Zutatenliste auf Palmöl überprüfen und diese gezielt umgehen. Palmöl steckt zum Beispiel in der berühmten und leider beliebten Nuss-Nougat-Creme und ist maßgeblich dafür verantwortlich, dass der Orang-Utan seinen tropischen Lebensraum verliert. Auf Produkten, die der Artenvielfalt nicht oder deutlich weniger zur Last fallen, finden wir außerdem das FSC-Siegel für Holz und Papier sowie das MSC-Siegel für artenschonende Fischerei. Auch unseren Garten können wir ganz gezielt so gestalten, dass sich Bienen und andere Insekten dort wohlfühlen und vermehren können.
Es gibt kein Leben ohne Boden, er ernährt im Grunde alle Lebewesen. Um den höheren Bedarf an Nahrungsmitteln der steigenden Weltbevölkerung zu decken, werden aber nicht nur Wälder abgeholzt, um Platz für landwirtschaftliche Nutzflächen zu schaffen, ein weiteres Problem entsteht nämlich durch die Übernutzung der Felder. Das ist beispielsweise bei der sogenannten Überweidung der Fall: Wenn zu viele Tiere auf einer Weide stehen, kann das Gras nicht schnell genug nachwachsen, und die Bodenqualität sinkt. Damit sich beispielsweise der Boden eines Kartoffelfeldes erholen kann, sind gewisse Brachzeiten einzuhalten. Kartoffeln sind sogenannte Starkzehrer, das heißt, dass sie einen besonders hohen Stickstoffbedarf haben. Das ist auch der Grund dafür, dass sie nur alle vier Jahre auf demselben Acker angepflanzt werden dürfen.
Mit der Bodenerosion ist grundsätzlich der Verlust von fruchtbarem Boden gemeint, also von der obersten Schicht, auf der Pflanzen gedeihen können. Die Hauptursachen dieses schwer zu greifenden — weil auch schwer sichtbaren — Problems sind die intensivere und monotonere landwirtschaftliche Nutzung, gepaart mit zunehmend starken Regenfällen und heftigen Stürmen. Zudem werden immer mehr Pestizide eingesetzt, die unsere Gewässer vergiften und benachbarte Schutzgebiete angreifen. Dazu gehört zum Beispiel das viel diskutierte Unkrautbekämpfungsmittel Glyphosat, das bereits in unseren Lebensmitteln nachgewiesen wurde. Auch wenn sich mit solchen Mitteln kurzfristig der Ertrag erhöhen lassen mag, sinken die Erträge langfristig, da die Bodenqualität drastisch abnimmt. Besonders der monokulturelle Anbau laugt die Böden aus, beispielsweise indem eintönig eine Ölpalme neben die andere gesetzt wird, um auf Plantagen Palmöl zu produzieren. Jedes Jahr werden durch die Bodenerosion zwischen fünf und zwölf Millionen Hektar Ackerland zerstört und unbrauchbar gemacht.46
Bauern können die Bodenerosion durch Wind und Wasser vor allem durch Windschutzhecken oder den Lebensmittelanbau mit Kleinterrassen stoppen. Auch wenn du selbst keinen Ackerbau betreibst, kannst du der Bodenerosion im Alltag vor allem durch deinen Einkauf entgegenwirken. Hierzu lohnt sich besonders der Kauf von Erzeugnissen aus bodenschonender, ökologischer Landwirtschaft mit natürlichen Pflanzenresten als Düngemittel. Auch die gezielte Vermeidung von Palmöl-Produkten ist eine von vielen Maßnahmen, die du selbst im Alltag umsetzen kannst.
Die globale Hungersnot ist auf den ersten Blick kein Umweltproblem. Es handelt sich eher um ein globales Gesellschaftsproblem, das jedoch durch Umweltprobleme entsteht und diese wiederum verschärft. Jedes Jahr landen tatsächlich etwa 1,3 Milliarden Tonnen Lebensmittel in den Mülltonnen dieser Welt, obwohl es zugleich 815 Millionen hungernde Menschen auf dieser Erde gibt, die jeden Bissen davon gebrauchen könnten.51 Die fehlerhafte Verteilung der erzeugten Lebensmittel in unserer globalen Gesellschaft trägt also ganz entscheidend dazu bei, dass Menschen auf unserem Planeten hungern müssen.
Doch selbst bei idealer Verteilung der Nahrungsmittel bliebe die Ernährungssicherheit durch menschliches Verhalten und die daraus resultierenden Umweltprobleme gefährdet. So werden zum Beispiel für die Fleischproduktion sowohl große Mengen Wasser als auch Nahrung an das Nutzvieh verfüttert, letztere in Form von pflanzlichen Nahrungsmitteln, die wir eigentlich selbst verzehren könnten. Auch gesellschaftliche und politische Konflikte sowie die ungleiche Verteilung der Kaufkraft im Welthandel sind eine häufige Ursache für Hungersnöte, denn die reichen Industriestaaten bestimmen die Regeln des Handels. Gleichzeitig ist der Lebensstandard in privilegierten Ländern wie Deutschland sehr hoch. Alle Lebensmittel sind jederzeit verfügbar, sodass wir sie als selbstverständlich wahrnehmen und oft sogar noch genießbares Essen leichtfertig in die Mülltonne werfen. Durch den hohen Fleischkonsum tragen Industriestaaten zudem besonders zum Klimawandel bei, durch den Naturkatastrophen wie Stürme, Dürren oder Überflutungen stetig zunehmen und vermehrt Ernteausfälle provozieren.