Stanisław Lem wurde am 12. September 1921 im polnischen Lwów (Lemberg) geboren, lebte zuletzt in Krakau, wo er am 27. März 2006 starb. Nach dem Zweiten Weltkrieg arbeitete er als Übersetzer und freier Schriftsteller. Er wandte sich früh dem Genre Science-fiction zu, verfaßte aber auch gewichtige theoretische Abhandlungen und Essays zur Kybernetik, Literaturtheorie und Futurologie. Stanisław Lem zählt zu den bekanntesten und meistübersetzten Autoren Polens. Viele seiner Werke wurden verfilmt.
Im 21. Jahrhundert sind die Großmächte übereingekommen, auf Erden abzurüsten und die gesamten Waffenarsenale auf den Mond zu verlagern; in durch neutrale Zonen getrennte Sektoren. Analog dem Prinzip der natürlichen Evolution organischer Lebewesen vollzieht sich auf dem Mond eine Selbstoptimierung der Waffensysteme, völlig autonom. Niemand auf Erden weiß, was sich auf dem Mond wirklich abspielt, welche Seite inzwischen einen Vorsprung gewonnen haben mag, die »Doktrin der totalen Unkenntnis« wird strikt eingehalten. Automatische Aufklärungssonden gehen spurlos verloren. Zeit also für Ijon Tichy, Lems unermüdlichen Weltraumreisenden, der nie zögert, wenn es gilt, die Menschheit zu retten, als Agent der »Lunar Agency« auf dem Mond nach dem Rechten zu sehen. Leider zieht er sich dabei eine Kallotomie zu, sein Gehirn wird in zwei Teile aufgespalten, was zu für ihn grotesken Folgen führt, denn zwei Seelen oder zwei Gehirnhälften liegen alsbald in ihm in Widerstreit miteinander, treiben ihn bald dahin, bald dorthin. Es kommt aber noch dicker, denn vom Mond hat Tichy etwas auf die Erde mitgebracht, was den gesamten Verlauf der irdischen Zivilisation nachhaltig verändert.
Frieden auf Erden
Roman
Aus dem Polnischen
von Hubert Schumann
Phantastische Bibliothek
Band 220
Suhrkamp
Redaktion und Beratung: Franz Rottensteiner
Titel der Originalausgabe:
Pokój na ziemi. Wydawnictwo, Kraków 1986
Die Übersetzung wurde vom Autor autorisiert.
Umschlagfoto: Science Photo Library / Agentur Focus
eBook Suhrkamp Verlag Berlin 2013
Alle Rechte für die Bundesrepublik Deutschland, West-Berlin, Österreich und die Schweiz beim Insel Verlag Frankfurt am Main 1986
© der deutschsprachigen Ausgabe
Verlag Volk und Welt, Berlin/DDR 1986
Lizenzausgabe mit freundlicher Genehmigung des Insel Verlags, Frankfurt am Main
Alle Rechte vorbehalten, insbesondere das der Übersetzung, des öffentlichen Vortrags sowie der Übertragung durch Rundfunk und Fernsehen, auch einzelner Teile.
Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotografie, Mikrofilm oder andere Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.
Umschlag: Göllner, Michels, Zegarzewski
eISBN 978-3-518-74317-1
www.suhrkamp.de
I. Zweigeteilt
II. Eingeweiht
III. Untergetaucht
IV. Die LUNAR AGENCY
V. LUNAR EFFICIENT MISSIONARY
VI. Der zweite Gang
VII. Ein Massaker
VIII. Unsichtbar
IX. Besuche
X. Der Kontakt
XI. Da Capo
Ich weiß nicht, was ich machen soll. Es wäre nicht mal so schlimm, wenn ich sagen könnte: »Es steht schlecht um mich.« Ich kann aber auch nicht sagen: »Es steht schlecht um uns.« Ich kann nämlich nur teilweise für die eigene Person sprechen, obwohl ich nach wie vor Ijon Tichy bin. Seit jeher hatte ich die Angewohnheit, beim Rasieren laut mit mir selbst zu reden. Das habe ich jetzt aufgeben müssen – mein linkes Auge hat es mir durch boshaftes Zwinkern ausgetrieben. Solange ich im LEM steckte, bin ich mir überhaupt nicht im klaren gewesen, was vor dem Start passiert war. Dieser LEM glich übrigens in keiner Weise dem amerikanischen Dreifuß, mit dem die NASA Armstrong und Aldrin losgeschickt hatte, damit sie ein paar Steine vom Mond holten. Er nannte sich nur genauso – zur Tarnung meiner geheimen Mission. Der Teufel mußte sie ausgeheckt haben, diese Mission!
Nach meiner Rückkehr vom Sternbild des Kalbes hatte ich mir vorgenommen, für mindestens ein Jahr keinen Flug zu unternehmen. Ausschließlich das Wohl der Menschheit hatte mich umgestimmt. Ich wußte, daß es schiefgehen konnte, Doktor Lopez veranschlagte meine Chancen auf eins zu zwanzig Komma acht. Das konnte mich nicht abhalten, ich bin ein Hasardeur, und einmal fällt einem sowieso der Löffel aus der Hand. Ich kann nur wiederkommen oder nicht wiederkommen, sagte ich mir. Es kam mir gar nicht in den Sinn, daß ich wiederkommen könnte, ohne daß ich wiederkomme – weil wir wiederkommen würden. Um das zu erklären, muß ich ein paar Sachen höchster Geheimhaltungsstufe aus dem Sack lassen, aber das ist mir jetzt egal. Das heißt, es ist mir teilweise egal. Ich kann alles das nämlich auch nur teilweise schreiben, und das fällt mir sehr schwer: Ich haue mit der rechten Hand auf die Tasten. Die linke habe ich an der Sessellehne festbinden müssen, sie war dagegen. Sie riß mir das Papier aus der Maschine, ließ sich durch keinerlei Argument beschwichtigen und schlug mir, bevor ich sie fesseln konnte, ein Auge blau.
Das sind die Folgen einer Zweiteilung. Jedermann hat im Schädel zwei Gehirnhalbkugeln, verbunden durch eine Art Spachtelmasse, die sich lateinisch Corpus callosum und deutsch Balken nennt. Zweihundert Millionen weiße Nervenfasern schaffen den Kontakt, damit das Gehirn Gedanken fassen kann. Nur bei mir nicht mehr: Zack! Aus und vorbei! Dabei war das nicht mal ein brutaler Schnitt, es lag einfach an dem Testgelände, auf dem die Mondroboter eine neue Waffe erprobten. Hingeführt hatte mich der reine Zufall: Mein Auftrag war erfüllt, ich hatte diese kalten Geschöpfe überlistet und wollte wieder in den LEM steigen. Da mußte ich auf einmal pinkeln gehen.
Auf dem Mond gibt es keine Aborte. Sie würden dort auch nichts nützen. Deshalb trägt man im Raumanzug einen Behälter, wie ihn auch Armstrong und Aldrin hatten. Man kann also eigentlich allenorts und jederzeit, aber ich hatte dennoch Hemmungen, ich bin – oder war – zu kultiviert. Im vollen Sonnenschein mitten im Mare Serenitatis – das lag mir einfach nicht. Den einzigen Schatten weit und breit warf, einige Schritte entfernt, ein Felsblock. Ich begab mich dorthin, ohne zu ahnen, daß ich damit bereits in ein Ultraschallfeld geriet. Während ich mich erleichterte, spürte ich im Kopf einen Klick, als wäre mir etwas nicht auf die gebräuchliche Weise ins Genick, sondern ein bißchen höher appliziert worden: mitten in den Schädel. Das war die fernausgelöste integrale Kallotomie. Weh tat mir nichts, mir wurde etwas schwummerig, aber das verging sofort wieder, und ich bestieg meinen LEM. Irgendwie kam mir zwar alles ein bißchen anders vor, ich mir selber auch, aber das schrieb ich damals der Aufregung zu, die nach so vielen Abenteuern ja ganz verständlich war.
Die rechte Hand wird von der linken Gehirnhalbkugel gelenkt. Deswegen habe ich oben vermerkt, daß das alles hier nur teilweise ich schreibe. Die rechte Halbkugel hat etwas dagegen, sonst würde sie nicht stören. Es ist ein Wurstteig ohnegleichen. Ich kann mich selber nicht Ich nennen, weil das nur die linke Halbkugel ist. Gegen die andere muß ich kompromißbereit sein, sonst sitze ich bis in alle Ewigkeit mit einem festgebundenen Arm da. Ich habe auf verschiedenste Weise versucht, sie gnädig zu stimmen – vergebens. Sie ist einfach unmöglich: aggressiv, ordinär und arrogant. Ein Glück nur, daß sie nicht alles lesen kann und von den Satzteilen nur manche kennt, am besten die Dingwörter. Ich weiß, daß das immer so ist, denn ich habe die entsprechenden Bücher gelesen. Verben oder Attribute versteht sie nicht richtig, und da sie verfolgt, was ich hier in die Maschine tippe, muß ich meine Worte so wählen, daß sie keinen Anstoß nimmt. Ich weiß nicht, ob es mir gelingt. Weshalb die gesamte gute Erziehung in der linken Halbkugel untergebracht ist, weiß übrigens auch niemand.
Auf dem Mond hatte ich ebenfalls teilweise landen sollen, allerdings in einem ganz anderen Sinn. Das war ja noch vor dem Unfall, ich war noch nicht zweigeteilt. Ich sollte auf eine stationäre Umlaufbahn um den Mond gehen, die eigentliche Erkundung blieb meinem Sendling überlassen. Er war zwar aus Plastik und mit Sensoren ausgerüstet, mir sonst aber ganz ähnlich. Ich steckte also im LEM 1, während LEM 2 mit dem Sendling gelandet war. Militärische Roboter sind gegen Menschen schrecklich verbissen: in jedem wittern sie gleich einen Feind. So war mir jedenfalls gesagt worden. Nun versagte LEM 2 aber leider, und ich entschloß mich zu einer persönlichen Landung, um zu sehen, was mit ihm los war. Der Kontakt war nämlich nicht völlig unterbrochen. Ich steckte in LEM 1 und spürte zwar nicht mehr LEM 2, aber immerhin Schmerzen im Bauch, der mir eigentlich nicht direkt, sondern über Funk weh tat, denn wie sich nach meiner Landung erwies, hatte man dem LEM die Haube aufgebrochen und den Sendling herausgerissen, um diesem daraufhin an den Bauch zu gehen. Ich konnte das entsprechende Kabel auf meiner Umlaufbahn nicht abschalten, weil sonst zwar meine Bauchschmerzen, damit aber auch die letzten Kontakte mit meinem Sendling weggewesen wären und ich nicht gewußt hätte, wo ich ihn suchen sollte. Das Mare Serenitatis, wo er in die Falle getappt war, gleicht in etwa der Sahara. Außerdem verwechselte ich immer die Kabel, sie hatten zwar alle eine andere Farbe, aber es waren verdammt viele, die Betriebsanleitung für Notfälle war mir abhanden gekommen, und während ich sie suchte, gesellte sich zu den Schmerzen im Bauch noch die Wut, so daß ich mich, ohne lange die Erde zu fragen, zur Landung entschloß. Man warnte mich natürlich, ich dürfe dies unter keinen Umständen tun, weil ich nicht wieder heil herauskäme, aber es liegt nicht in meiner Natur, Rückzieher zu machen. Außerdem ging es mir um den LEM. Er war zwar nur eine mit Elektronik vollgestopfte Maschine, ein Raub der Roboter sollte er trotzdem nicht werden.
Ich sehe schon: Je mehr ich erhelle, desto finsterer wird es. Ich will doch lieber ganz von vorn anfangen. Es ist eine andere Sache, daß ich nicht weiß, wie das »ganz vorn« gewesen ist – die Erinnerung dürfte vorwiegend in der rechten Gehirnhälfte stecken, zu der ich keinen Zugang habe. Daher kann ich meine Gedanken nicht zusammennehmen. Ich schließe das daraus, daß ich mich an eine Menge Dinge nicht erinnern kann. Um wenigstens etwas darüber zu erfahren, muß ich der Linken mit der Rechten Zeichen machen, wie sie zur Sprache der Taubstummen gehören. Das verschafft mir durchaus nicht immer eine Antwort, manchmal bekomme ich auch einen Daumen gezeigt, der zwischen Zeige- und Mittelfinger steckt, und das ist noch der höflichste Ausdruck einer abweichenden Meinung.
Es ist unvermeidlich, daß ich die eine Hand nicht nur gebrauchen muß, um die andere durch Gesten ins Gebet zu nehmen, sondern auch um ihre Widerspenstigkeit zu zähmen. Ich will hier gar nichts verschleiern: Ich würde der eigenen Extremität endlich mal eins überbraten, aber das ist eben der Witz, daß nur der rechte Arm stärker als der linke ist, während die Beine in dieser Hinsicht ebenbürtig sind. Bei mir kommt schlimmerweise hinzu, daß mein rechter Fuß auf der kleinen Zehe ein hochbetagtes Hühnerauge trägt und der linke sehr wohl davon weiß. Als im Autobus jener Skandal passierte und ich die linke Hand mit Gewalt in die Tasche steckte, rächte sich ihr Fuß mit einem solchen Tritt auf die genannte Stelle, daß ich Sterne sah. Ich weiß nicht, ob meine Schreiberei Folge eines durch meine Halbierung hervorgerufenen Intelligenzschwundes ist, aber immerhin merke ich noch, wenn dabei Blödsinn herauskommt: Der Fuß der linken Hand ist eigentlich einfach der linke Fuß. Es gibt Momente, wo mein unglückseliger Leib in zwei feindliche Lager zerfällt.
Ich habe mich eben unterbrechen müssen, weil ich mir einen Tritt zu geben versuchte, das heißt, der linke Fuß wollte den rechten treten, also nicht ich mich und nicht mich ich, jedenfalls nicht komplett ich – die Grammatik ist auf solche Situationen überhaupt nicht eingerichtet. Ich wollte mir schon die Schuhe ausziehen, ließ es jedoch. Man darf sich selbst in solcher Not nicht zum Narren machen. Ich trete mir doch nicht selber die Hacken kaputt, bloß um zu erfahren, wie das mit der Instruktion und den Kabeln war! Zwar habe ich mich manchmal schon mit mir selber in der Wolle gehabt, aber da herrschten ganz andere Voraussetzungen: einmal, in der Zeitschleife, als Früherer mit dem Späteren, nachher durch die Vergiftung mit Benignatoren. Ja, ich hatte mich selber geschlagen, war aber dabei unteilbar ich geblieben, und jeder, der es nur wünscht, kann sich in diese Lage versetzen. Hatten sich die Menschen im Mittelalter nicht zur Buße selber gegeißelt? In meine jetzige Lage aber kann sich niemand versetzen, das ist unmöglich. Ich kann nicht einmal sagen, daß ich zwei bin, denn genau besehen stimmt auch das nicht. Ich bin zwei, das heißt, auch teilweise bin ich nur teilweise, nämlich nicht in jeder Situation. Wenn ihr wissen wollt, was mir passiert ist, müßt ihr alles, was ich schreibe, schön der Reihe nach lesen – ohne Protest und Dazwischengerede, auch wenn ihr nichts davon versteht. Mit der Zeit wird das eine oder andere schon klarwerden, sicher nicht restlos, denn das gelänge nur per Kallotomie (es läßt sich ja auch nicht erklären, was es heißt, eine Natter oder eine Schildkröte zu sein, und wer – wie auch immer – zur Natter oder Schildkröte geworden ist, wird darüber nichts mehr mitteilen, denn Tiere können weder lesen noch schreiben).
Die normalen Menschen, zu denen auch ich eine beträchtliche Zeit meines Lebens gehörte, können nicht verstehen, wie jemand mit gekappten Gehirnhälften scheinbar weiterhin er selber sein kann, denn danach sieht es doch aus, wenn er sich ICH und nicht WIR nennt, normal auf zwei Beinen geht, ganz vernünftig redet und beim Essen nicht erkennen läßt, daß die rechte Halbkugel nicht im Bilde ist über die Machenschaften der linken (der Ausnahmefall in meinem Fall: der Verzehr von Graupensuppe). Übrigens wird auch behauptet, die Kallotomie müsse bereits bei Entstehung der Heiligen Schrift bekannt gewesen sein. Schon dort stehe ja geschrieben, die Linke solle nicht wissen, was die Rechte tut. Ich halte das für eine religiöse Metapher.
Zwei Monate lang saß mir ein Typ auf den Hacken, der darauf wartete, daß ich die Wahrheit ausschwitzte. Er machte mir zu den ungelegensten Zeiten seine Aufwartung, um mich auszuquetschen, wieviel ich denn wirklich sei. Die wissenschaftlichen Werke, die ich ihm gab, damit er selber nachlesen und sich informieren könnte, gaben ihm nichts – ebensowenig übrigens wie mir. Ich lieh ihm die Bücher, um ihn abzuwimmeln.
Damals bin ich losgelaufen, um mir »Slippers« zu kaufen. So hießen doch wohl einmal die Schuhe, die oben auf dem Spann statt der Schnürsenkel Gummieinsätze haben. Mit Schnürsenkeln kam ich nämlich nicht mehr zurecht; ich konnte sie nicht zubinden, wenn meine linke Hälfte nicht spazierengehen wollte. Was die Rechte knüpfte, riß die Linke wieder auf. Daher der Entschluß, Slippers zu kaufen und bei der Gelegenheit gleich noch ein Paar Laufschuhe mitzunehmen, nicht etwa, weil ich meilenweit die Joggingmode mitmachen wollte, sondern um der rechten Gehirnhalbkugel eine Lehre zu erteilen. Ich fand damals einfach keine gemeinsame Sprache mit ihr, mich selbst aber in immer größerer Wut und einem Wust von blauen Flecken. Den Mann im Schuhgeschäft hielt ich für einen simplen Angestellten und das Knurren, mit dem ich mein etwas abwegiges Benehmen zu entschuldigen suchte, demzufolge für angemessen. Eigentlich war es ja nicht mein Benehmen. Kaum lag der Mann mit dem Schuhlöffel vor mir auf den Knien, packte ich ihn bei der Nase. Meine Linke hatte ihn gepackt, und ich suchte mich zu rechtfertigen, das heißt, die Schuld auf diese Linke abzuwälzen. Er mochte mich für verrückt halten (er war nur ein Verkäufer in einem Schuhgeschäft, was weiß so einer über Kallotomien ...), aber ich war ziemlich sicher, den Handel zu machen: Er würde mir diese Schuhe letztlich abtreten, weil auch ein Verrückter nicht unbedingt barfuß laufen soll.
Dummerweise war er jedoch ein jobbender Student der Philosophie, und er war total aus dem Häuschen.
»Beim Grips des Menschen und der Barmherzigkeit Gottes, Herr Tichy«, dröhnte er mir durch die Wohnung, »nach den Regeln der Logik sind Sie entweder einer oder mehr! Wenn Sie sich mit der rechten Hand die Hose hochziehen und die linke läßt das nicht zu, dann heißt das, daß hinter einer jeden eine bestimmte Gehirnhälfte steckt, die etwas vorhat oder sich zumindest vorzunehmen gedenkt, da sie sich nicht auf das einlassen will, worauf die andere gerade scharf ist. Wäre es anders, so müßten alle Gliedmaßen nach dem Abhauen hand- und beingemein werden, aber das tun sie bekanntlich nicht!«
Daraufhin gab ich ihm Gazzaniga. Von dem Professor dieses Namens stammt nämlich die beste Monographie über das gekappte Gehirn und die Folgen solcher Operation, der Titel lautet BISECTED BRAIN, erschienen war das alles schon 1970 bei den Appleton Century Crofts, herausgegeben von der Educational Division in Meredith Corporation, und ich wünschte, mir wäre der Bregen wieder so zusammengewachsen, wie ich unter heiligem Eid aussage, daß dieser Michael Gazzaniga ebensowenig eine Ausgeburt meines Hirns ist wie sein Papa, dem er seine Monographie gewidmet hat, der sich Dante Achilles Gazzaniga nannte und ebenfalls Doktor (M. D.) gewesen ist. Wer es nicht glauben will, soll im Laufschritt die nächstgelegene medizinische Buchhandlung aufsuchen und mir meine Ruhe lassen.
Der Kerl, der mir nachgelaufen war, um herauszukriegen, wie das ist, wenn man zweigeteilt ist, erfuhr von mir nichts, sondern versetzte meine beiden Gehirnhalbkugeln in eine so von Eintracht geprägte Wut, daß ich ihn beim Kragen nehmen und dem Treppenschacht überantworten konnte.
Zu solcher Harmonie fand meine dissoziierte Existenz sich vorübergehend zusammen, aber ich habe nach wie vor keine Ahnung, was eigentlich los war.
Jener Schnösel von Philosoph klingelte mich nachher mitten in der Nacht aus dem Schlaf, weil er glaubte, mir durch die Überraschung mein unaussprechliches Geheimnis entlocken zu können. Er wies mich an, den Hörer mal ans linke, mal ans rechte Ohr zu legen, und es machte ihm gar nichts aus, daß ich ihn mit den saftigsten Kraftwörtern belegte.
Hartnäckig hielt er an der Behauptung fest, nicht seine Fragerei sei blödsinnig, sondern mein Zustand; dieser stehe in Widerspruch zur gesamten anthropologischen, existentialistischen und zu wer weiß was noch für welcher Philosophie des Menschen als eines vernunftbegabten und der eigenen Vernunft bewußten Wesens. Dieser Student mußte gerade die Prüfungen hinter sich haben, denn er schüttelte die Hegels und Descartes (Ich denke, also bin ich, nicht aber: Wir denken, also sind wir) nur so aus dem Ärmel. Er fiel mit Husserl über mich her und setzte mit Heidegger nach, um zu beweisen, daß das, was mit mir war, nicht sein konnte, da es sämtlichen Interpretationen des geistigen Lebens widersprach, die wir schließlich nicht irgendwelchen Grünschnäbeln, sondern den genialsten Denkern der Geschichte verdanken. Seit einigen tausend Jahren hatten sie sich, angefangen bei den Griechen, mit der introspektiven Erforschung des Ichs beschäftigt, und plötzlich kommt einer daher, dessen Gehirnhemisphären voneinander getrennt sind! Er scheint gesund wie ein Fisch im Wasser, aber seine Rechte weiß nicht, was die Linke tut, mit den Beinen verhält es sich ebenso, manche Experten sagen, er habe nur ein Bewußtsein auf der linken Seite, weil die rechte ein seelenloser Automat sei, andere behaupten, er habe zwei, aber das rechte sei stumm, weil das Brocasche Zentrum sich im linken Schläfenlappen befinde, dritte wiederum meinen, er habe zwei teilweise getrennte Ichs, und das sei doch absolut der Gipfel!
»Wenn man nicht teilweise aus dem Zug springen und nicht teilweise sterben kann«, schrie er auf mich ein, »dann kann man auch nicht teilweise denken!« Ich verzichtete darauf, ihn hinauszuwerfen, weil er mir leid tat. Aus Verzweiflung suchte er mich zu bestechen. Er nannte es eine freundschaftliche Spende: 840 Dollar. Er schwor, dies seien seine Ersparnisse für die Ferien, er sei bereit, sie sausenzulassen, einschließlich des Mädchens, das er hatte mitnehmen wollen. Ich sollte ihm um Gottes willen nur bekennen, WER denn dachte, wenn meine rechte Halbkugel dachte, und ICH nicht wußte, WAS sie dachte. Als ich ihn an Professor Eccles verwies, der als Anhänger der Theorie des linksseitigen Bewußtseins die Ansicht vertritt, die rechte Hemisphäre denke überhaupt nicht, äußerte er sich sehr abfällig über den Mann. Er wußte ja bereits, daß ich der rechten Hälfte nach und nach die Taubstummensprache beibrachte, und so forderte er mich auf, zu Eccles zu gehen und ihm zu sagen, daß er im Irrtum sei. Statt die Vorlesungen zu besuchen, vertiefte sich der Student in medizinische Zeitschriften, er hatte schon herausgefunden, daß die Nervenbahnen sich kreuzen, und suchte nun in den dicksten Wälzern eine Antwort auf die Frage, warum zum Teufel diese Kreuzung erfolgt ist, warum das rechte Gehirn die linke Körperhälfte regiert und umgekehrt, aber davon stand natürlich nirgends auch nur ein Wort. »Entweder hilft uns das beim Menschsein, oder es schadet«, räsonierte er. Beim Studium der Psychoanalytiker fand er einen heraus, der der Ansicht war, in der linken Halbkugel stecke das Bewußtsein, in der rechten hingegen das Unterbewußtsein, aber es gelang mir, ihm das aus dem Kopf zu schlagen. Ich war aus begreiflichen Gründen belesener als er. Da ich mich weder mit mir noch mit einem Burschen schlagen wollte, der vor Wissensgier brannte, ging ich auf Reisen oder ergriff vielmehr die Flucht. Ich fuhr nach New York und kam vom Regen in die Traufe.
Ich nahm mir in Manhattan ein Appartement, von dem aus ich täglich eine öffentliche Bibliothek aufsuchte, um Yozawitz, Werner, Tucker, Woods, Shapiro, Riklan, Schwartz, Szwarc, Shwarts, Sai-Mai-Halassz, Rossi, Lishman, Kenyon, Harvey, Fischer, Cohen, Brumback und um die dreißig sonstiger verschiedener Rappaports zu lesen. Da ich jedesmal mit der U-Bahn oder dem Autobus fuhr, kam es unterwegs immer wieder zu drastischen Szenen, weil ich alle hübscheren Frauen, vornehmlich Blondinen, in den Hintern kniff. Das tat natürlich meine linke Hand, nicht einmal immer im Gedränge. Suchen Sie sowas mal mit wenigen Worten zu rechtfertigen! Daß ich das eine oder andere Mal eine Maulschelle einfing, war dabei weniger schlimm, als daß die meisten überhaupt nicht übelnahmen, daß sie auf diese Weise angemacht wurden. Sie hielten es für die Einleitung zu einem kleinen Flirt, und das war wirklich das letzte, was ich damals im Kopfe hatte. Ohrfeigen bezog ich, soweit ich es beurteilen konnte, von Vertreterinnen der Women’s Liberation, sehr selten übrigens, weil hübsche Frauen unter ihnen so gut wie gar nicht vorkommen.
Schließlich sah ich ein, daß ich der bedrückenden Lage allein nicht entkommen konnte, und nahm Kontakt zu führenden Autoritäten auf. Die Wissenschaftler nahmen sich meiner an, ich wurde untersucht, durchleuchtet, stachistoskopiert, mit Elektroschocks behandelt, mit vierhundert Elektroden umwickelt, an einen Spezialsessel gebunden und veranlaßt, mir durch einen Diopter stundenlang Äpfel, Hunde, Gabeln, Kämme, alte Männer, Tische, Mäuse, Pilze, Zigarren, Gläser, nackte Frauen, Säuglinge und einige tausend andere auf eine Leinwand projizierte Dinge anzusehen. Anschließend sagte man mir, was ich schon vorher gewußt hatte: Würde mir in diesem Apparat eine Billardkugel gezeigt, wie nur meine linke Hemisphäre sie sieht, so wäre meine rechte Hand nicht imstande, die Kugel aus einem Sack unter verschiedenen Gegenständen zu ertasten. Umgekehrt verhalte es sich ebenso, denn die Linke wisse nicht, was die Rechte tue. Man betrachtete mich daraufhin als einen banalen Fall, und das Interesse an mir ließ nach. Ich ließ aber auch kein Sterbenswörtchen verlauten, daß ich meiner stummen Hälfte die Taubstummensprache beibrachte. Schließlich ging es darum, über mich etwas in Erfahrung zu bringen, nicht aber zur Weiterbildung von Wissenschaftlern beizutragen.
Dann ging ich zu Professor S. Turteltaub, der mit all den anderen auf Kriegsfuß stand. Statt mich aber über meinen Zustand aufzuklären, enthüllte er, was das für eine Sippschaft und Saubande sei. Anfangs hörte ich auch gespannt zu, weil ich annahm, er mißachte sie aus Motiven der Theorie und der Erkenntnis, aber Turteltaub ging es allein darum, daß sie sein Projekt zu Fall gebracht hatten. Als ich das letzte Mal bei den Herren Globus und Savodnicek oder auch anderen Spezialisten (es waren so viele, daß ich sie ein bißchen durcheinanderbringe) gewesen war und gesagt hatte, ich werde zu Turteltaub gehen, waren sie erst beleidigt und erklärten dann, man habe ihn aus ethischen Gründen aus der Gemeinschaft der Wissenschaftler ausgeschlossen. Turteltaub wollte nämlich, daß zu lebenslanger Haft oder zum Tode verurteilten Mördern die Strafe erlassen wurde, wenn sie sich der Kallotomie unterzogen. Wenn dieser Eingriff auf ärztliche Anweisung ausschließlich an Epileptikern vorgenommen werde, so wisse man nicht, ob die Durchtrennung des Balkens bei normalen Menschen die gleichen Folgen hat, und jedermann, er eingeschlossen, falls er beispielsweise seine Schwiegermutter massakriert hätte, würde den Schnitt durch den Corpus callosum jedem Tod auf dem elektrischen Stuhl vorziehen. Der emeritierte Bundesrichter Klössenfänger gab dazu ein Gutachten ab, wonach man sich, von ethischen Rücksichten sogar einmal ganz abgesehen, auf so was lieber nicht einlassen sollte, denn es käme zu einem schrecklichen Präzedenzfall, wenn sich erwiese, daß bei dem Anschlag auf die Schwiegermutter nur Turteltaubs linke Halbkugel mit eiskaltem Vorsatz handelte, während die rechte nichts gewußt oder gar Einspruch erhoben habe, dann aber der dominierenden Hemisphäre erliegen mußte, worauf nach innerem Gehirn- und Geisteskampf der Mord begangen worden sei. Das Gericht müsse also die eine Halbkugel einbuchten, die andere aber von jeder Schuld freisprechen. Ein Mörder würde infolgedessen nur zu 50 Prozent zum Tode verurteilt.
Da Turteltaub seine Träume nicht verwirklichen konnte, operierte er notgedrungen Affen, die im Gegensatz zu Mördern viel kostspieliger sind. Die Subventionen wurden ihm ohnehin immer mehr gekürzt, er klagte, am Ende werde er noch auf Ratten und Meerschweinchen kommen, und das sei doch nicht dasselbe. Gleichzeitig schlugen ihm weibliche Mitglieder des Tierschutzvereins und des Verbandes zur Bekämpfung der Vivisektion regelmäßig die Fensterscheiben ein, und sogar sein Auto war in Brand gesteckt worden. Die Versicherung hatte nicht zahlen wollen, weil sie keinen Beweis sah, daß nicht er selber das Feuer gelegt haben konnte, um an zwei Braten auf einmal zu kommen: die gerichtliche Verfolgung der Tierschützerinnen und materiellen Gewinn (das Auto war schon alt). So ödete er mich an, und damit er endlich aufhörte, erwähnte ich die Gebärdensprache, in der ich mit meiner Rechten der Linken Lektionen erteilte. Ich hatte den Moment schlecht gewählt. Turteltaub griff sofort zum Telefon, um Globus oder Maxwell anzurufen und anzukündigen, er werde in der Neurologischen Gesellschaft einen Fall vorführen, mit dem er sie alle in Grund und Boden stampfen würde. Als ich sah, was sich da zusammenbraute, verließ ich Turteltaub im Laufschritt und ohne Abschied, um direkt in mein Hotel zu fahren. Dort warteten sie schon im Foyer, mit glühenden Gesichtern und glänzenden Augen, alles Ausdruck ungesunder Wissenssucht. Ich versprach, gleich mit ihnen zur Klinik zu fahren, ich müsse mich nur umziehen. Während sie unten warteten, floh ich aus dem elften Stockwerk über die Feuerleiter, schnappte mir das erste beste Taxi und fuhr zum Flughafen. Mir war ganz egal, wohin ich flog, Hauptsache weit weg von diesen Wissenschaftlern. Der nächste Linienflug ging nach San Diego, ich nahm ihn, stieg in einem widerlichen kleinen Hotel, einer echten Spelunke mit diversen finsteren Typen, ab und rief, ohne den Koffer auszupacken, Tarantoga an. Zum Glück war er zu Hause, und ich bat um Hilfe.
Wahre Freunde erkennt man in der Not. Noch in dieser Nacht traf Tarantoga mit dem Flugzeug in San Diego ein, und als ich ihm alles möglichst schlüssig und präzis erzählt hatte, beschloß er, sich meiner anzunehmen – nicht als Wissenschaftler, sondern als gute Seele. Auf seinen Rat wechselte ich das Hotel und ließ mir einen Bart stehen. Er wollte sich inzwischen nach einem Fachmann umsehen, der den Eid des Hippokrates höher achtete als die Publicity, die sich mit einem interessanten Fall gewinnen ließ.
Am dritten Tag kam es zu einer Hakelei. Tarantoga hatte konkrete Neuigkeiten gebracht, die für mich gut und tröstlich waren, ich aber erwies ihm meine Dankbarkeit nur teilweise. Er regte sich über mein linksseitiges Mienenspiel auf, denn ich kniff immer wieder anzüglich das Auge zu.
Ich setzte ihm auseinander, daß dies nicht an mir, sondern an meiner rechten Gehirnhalbkugel lag, über die ich keine Herrschaft hatte, er ließ sich auch ein wenig beschwichtigen, brach aber sogleich wieder in Vorwürfe aus. Es sei durchaus nicht alles in Ordnung, denn selbst wenn in meinem einen Körper meiner zwei steckten, so sei diesen sarkastischen, höhnischen Gesichtern, die ich halbseitig schneide, klar und deutlich abzulesen, daß ich gegen ihn schon vorher zum Teil eine Abneigung gehegt haben müsse, die sich nun als schwärzester Undank entlarve. Er sei der Ansicht, Freund sei man entweder ganz oder gar nicht. Eine fünfzigprozentige Freundschaft liege nicht in seinem Geschmack. Irgendwie konnte ich ihn letztlich doch noch beruhigen, und als er fort war, ging ich mir eine Augenbinde kaufen.
Einen Spezialisten hatte er für mich erst in Australien auftreiben können, also flogen wir gemeinsam nach Melbourne. Dort hatte Professor Joshua McIntyre einen Lehrstuhl für Neurophysiologie inne, und sein Vater war der beste Freund des Vaters Tarantogas oder gar ein entfernter Verwandter. McIntyre weckte Vertrauen allein durch sein Äußeres. Er war hochgewachsen und hatte das graue Haar zu einer Bürste geschnitten, er strahlte ungewöhnliche Ruhe aus, war sachlich und – wie Tarantoga mir versicherte – menschlich. Es konnte also keine Rede davon sein, daß er mich ausnutzen oder mit den Amerikanern gemeinsame Sache machen wollte, die sich schon die Därme aus dem Leib schwitzten, um mir wieder auf die Spur zu kommen. Die Untersuchung dauerte drei Stunden, dann stellte McIntyre eine Flasche Whisky auf den Tisch, schenkte uns beiden ein, und nachdem damit eine vertraulichere Stimmung hergestellt war, schlug er ein Bein übers andere, sammelte sich und sagte:
»Herr Tichy, ich werde Sie im Singular anreden, das ist bequemer. Ich habe zweifelsfrei festgestellt, daß Ihnen der große Balken von comissura anterior bis comissura posterior durchtrennt worden ist, obgleich Sie auf der Schädeldecke nicht die Spur einer Trepanationsnarbe tragen ...«
»Professor«, fiel ich ihm ins Wort, »ich habe Ihnen doch gesagt, daß hier keine Trepanation im Spiel war, sondern die Wirkung einer neuen Waffe. Das soll die Waffe der Zukunft sein, die niemanden mehr tötet, sondern einer ganzen angreifenden Armee die totale, fernausgelöste Zerebellotomie bereitet. Mit abgetrenntem Kleinhirn fällt jeder Soldat augenblicklich um, denn er wäre gelähmt. So hat man es mir in dem Zentrum erklärt, dessen Namen ich Ihnen nicht verraten darf. Ich habe zufällig irgendwie seitlich zu diesem Ultraschallfeld gestanden, sagittal, wie die Ärzte sagen. Übrigens ist auch das nicht ganz sicher, denn wissen Sie, diese Roboter arbeiten im geheimen, und die Wirkung dieses Ultraschalls ist ungeklärt ...«
»Das ist alles nicht so wichtig«, sprach der Professor und sah mich mit guten, klugen Augen durch seine goldene Brille an. »Die außermedizinischen Umstände beschäftigen uns im Moment nicht. Es gibt gegenwärtig achtzehn Theorien darüber, in wie viele Ichs ein Mensch durch Kallotomie zerfallen kann. Da eine jede durch bestimmte Experimente gestützt wird, ist begreiflich, daß keine von ihnen absolut falsch noch absolut richtig zu sein braucht. Sie, Herr Tichy, sind nicht einer, Sie sind nicht zwei, und von Bruchzahlen kann auch keine Rede sein.«
»Wie viele bin ich also eigentlich?« fragte ich verblüfft.
»Es gibt keine gute Antwort auf eine schlecht gestellte Frage. Stellen Sie sich Zwillinge vor, die von Geburt an nichts anderes machen, als mit einer Schrotsäge Holz zu sägen. Sie arbeiten in voller Eintracht, anders könnten sie nämlich gar nicht sägen. Nehmen Sie ihnen nun die Säge weg, so gleichen sie Ihnen in Ihrem jetzigen Zustand.«
»Aber jeder der beiden, ob sie nun sägen oder nicht, hat ein einziges Bewußtsein«, meinte ich enttäuscht. »Professor, Ihre Kollegen in Amerika haben mir bergeweise solche Gleichnisse vorgesetzt. Auch die sägenden Zwillinge waren mir nicht fremd.«
»Klarer Fall«, sagte McIntyre und zwinkerte mir mit dem linken Auge zu, daß ich dachte, bei ihm wäre auch etwas durchgetrennt. »Meine amerikanischen Kollegen sind trübe Tassen und derartige Vergleiche blankes Blech. Ich habe die Sache mit den Zwillingen, die sich ein Amerikaner ausgedacht hat, absichtlich angeführt, weil sie in die Irre führt. Wollte man die Arbeit des Gehirns graphisch darstellen, so sähe sie bei Ihnen wie ein großes Y aus: Hirnstamm und Mittelhirn sind einheitlich, bilden also sozusagen den Stumpf des Ypsilons, während die beiden Halbkugeln geteilt sind wie die Arme dieses Buchstabens. Verstehen Sie? Intuitiv läßt sich leicht ...«
Der Professor hielt inne und stöhnte auf. Ich hatte ihn vor die Kniescheibe getreten.
»Das war nicht ich, entschuldigen Sie bitte, das war mein linker Fuß«, rief ich hastig aus. »Es lag wirklich nicht in meiner Absicht ...«
McIntyre lächelte voller Nachsicht (aber auch ein bißchen gezwungen, etwa wie ein Psychiater, der so tut, als sei der Verrückte, der ihn eben gebissen hat, ein normaler, sympathischer Bursche) und stand auf, um sich mitsamt seinem Sessel auf eine sichere Entfernung zurückzuziehen.
»Die rechte Halbkugel ist in der Regel viel aggressiver als die linke, das ist eine Tatsache«, meinte er und strich sich behutsam über das Knie. »Dennoch sollten Sie die Füße verschränkt halten. Die Arme auch. Das wird uns die Unterhaltung leichter machen, wissen Sie ...«
»Ich habe das schon versucht, aber mir schlafen so schnell die Glieder ein. Und außerdem, mit Verlaub, wird mir durch dieses Ypsilon überhaupt nichts klar. Wo fängt denn bei ihm das Bewußtsein an – vor der Gabelung, mittendrin, weiter oben? Wo denn?«
»Das läßt sich nicht genau bestimmen«, sagte der Professor, das getretene Bein bewegend und eifrig massierend. »Das Gehirn, mein lieber Herr Tichy, besteht aus einer großen Zahl funktioneller Bauteile, die sich beim normalen Menschen vielfältig zusammenschalten können, um verschiedene Aufgaben zu erfüllen. Bei Ihnen sind die höchsten Bauteile auf Dauer getrennt und können daher nicht miteinander in Austausch treten.«
»Nehmen Sie es nicht übel, aber von diesen Baugruppen habe ich auch schon hundertmal gehört. Ich will nicht unhöflich sein, Professor, zumindest darf ich Ihnen versichern, daß meine linke Gehirnhälfte, die jetzt zu Ihnen spricht, es nicht sein will, aber weiter weiß ich nichts. Ich bewege mich ganz normal, esse, gehe, lese, schlafe und muß nur aufpassen, daß der linke Arm und das linke Bein sich nicht ohne jede Vorwarnung skandalös benehmen. Ich will herauskriegen, WER diesen Schabernack veranstaltet. Falls es mein Gehirn ist, wieso weiß ICH dann nichts davon?«
»Weil die Hemisphäre, die das bewirkt, stumm ist, Herr Tichy. Das Sprachzentrum befindet sich in der linken, im ...«
Auf dem Fußboden zwischen uns beiden lagen ganze Knäuel von Leitungen, die zu den Apparaten gehörten, mit denen McIntyre mich zuvor untersucht hatte. Mein linker Fuß hatte damit zu spielen begonnen und sich ein dickes, schwarzglänzendes Kabel um den Knöchel gewickelt. Ich hatte dem keine Bedeutung beigemessen, bis der Fuß jäh und kräftig zurückschnellte und an dem Kabel zerrte, das, wie sich nun erwies, auch um ein Bein des Stuhls geschlungen war, auf dem der Professor saß. Der Stuhl drehte eine Pirouette, und der Professor schlug auf das Linoleum. Er bewies aber sogleich das Format des Arztes und die Selbstzucht des Wissenschaftlers, denn während er sich vom Fußboden aufrappelte, setzte er mit beinahe gleichförmiger Stimme seine Rede fort:
»Das hat nichts zu sagen. Bitte machen Sie sich nichts draus. Die rechte Halbkugel steuert die Stereognose und ist bei Verrichtungen dieser Art die geschicktere. Dennoch richte ich erneut die Bitte an Sie, sich von meinem Schreibtisch, diesen Kabeln und überhaupt von allem fernzuhalten. Das erleichtert uns das Gespräch und die Wahl einer angemessenen Therapie.«
»Ich will nur wissen, wo mein Bewußtsein ist«, erwiderte ich und wickelte das Kabel vom Fuß, der es mir erschwerte, indem er sich fest auf das Linoleum stemmte. »Schließlich bin ja irgendwie ich es gewesen, der Ihnen den Stuhl weggerissen hat, zugleich hatte ich diese Absicht aber gar nicht. WER hat das also getan?«
»Ihre linke untere Extremität, die von der rechten Hemisphäre gesteuert wird.«
Der Professor rückte die verrutschte Brille zurecht, schob seinen Stuhl noch weiter zurück, ließ sich nach kurzem Besinnen aber nicht darauf nieder, sondern nahm, die Arme auf die Lehne gestützt, dahinter Aufstellung. Ich weiß nicht, mit welcher Halbkugel ich dachte, ihn habe vielleicht die Lust gepackt, zurückzuschlagen.
»So können wir weiterreden bis zum Jüngsten Tag«, sagte ich und spürte, wie meine ganze linke Körperhälfte sich spannte. Besorgt verschränkte ich Arme und Beine. McIntyre behielt mich scharf im Auge, aber seine Stimme verlor nichts von ihrer Liebenswürdigkeit.
»Die linke Hemisphäre dominiert dank des Sprachzentrums. Mit ihr rede ich also, wenn ich mich mit Ihnen unterhalte, und die rechte Hälfte kann nur zuhören. Ihre Sprachkenntnisse sind stark beschränkt.«
»Vielleicht bei anderen, aber nicht bei mir!« gab ich zurück und packte mit der Rechten sicherheitshalber die Linke beim Gelenk. »Faktisch ist sie stumm, aber wissen Sie, ich habe ihr die Taubstummensprache beigebracht. Es hat mich einiges an Gesundheit gekostet.«
»Nicht möglich!«
In die Augen des Professors schoß der Glanz, den ich schon bei seinen amerikanischen Amtsbrüdern gesehen hatte. Ich bereute schon meine Offenheit, aber dafür war es zu spät.
»Sie beherrscht doch gar nicht die Verbalstruktur! Das ist eindeutig bewiesen!«
»Das macht nichts. Die Verben sind unnötig.«
»Dann fragen Sie sie doch bitte gleich mal, das heißt, fragen Sie sich, also fragen Sie sie, ich meine, was hält sie von unserem Gespräch? Können Sie das?«
Ich streichelte die Linke erst ein paarmal, um sie sanft zu stimmen, das hatte sich bisher immer bewährt. Dann gab ich ihr durch Berührungen der Handfläche die eigentlichen Zeichen. Gleich darauf setzte sie ihre Finger in Bewegung, ich folgte ihnen, bis ich, meine Verärgerung nur mühsam unterdrückend, diese linke Hand auf mein Knie legte, sosehr sie sich auch sträubte. Sie kniff mich natürlich prompt in den Oberschenkel. Das war zu erwarten gewesen, aber ich wollte dem Professor kein Schauspiel bieten, indem ich mich mit mir selber anlegte.
»Na? Na, was hat sie gesagt?« fragte er und beugte sich waghalsig über die Lehne seines Stuhls.
»Nichts von Bedeutung.«
»Ich habe sie doch ganz deutliche Zeichen machen sehen! Waren sie nicht koordiniert?«
»Warum denn nicht? Sie waren sogar sehr gut koordiniert, aber das sind Dummheiten.«
»Dummheiten gibt es in der Wissenschaft nicht. Was hat sie gesagt?«
»Du Arschloch.«
»Wahrhaftig?« Der Professor war so platt, daß ihm nicht einmal ein Lächeln einfiel. »Bitte fragen Sie sie jetzt nach mir.«
»Wie Sie wünschen.«
Ich machte mich erneut an meiner Linken zu schaffen und wies auf den Professor. Sie wartete gar nicht erst ihre Streicheleinheiten ab, sondern reagierte sofort.
»Nun?«
»›Auch ein Arschloch.‹«
»Das hat sie gesagt?«
»Jawohl. Mit den Verben kommt sie tatsächlich nicht klar, aber verstehen kann man sie. Ich hingegen weiß immer noch nicht, WER da spricht. Er tut es nur durch Zeichen, aber das spielt keine Rolle. Zu Ihnen spreche ich mit dem Mund, zu ihr muß ich es mit den Fingern tun. Wie ist das nun eigentlich? Gibt es in meinem Kopf demnach ein ICH und einen ER? Warum, falls es einen ER gibt, weiß ich nichts von ihm, spüre ihn nicht und erlebe nicht seine Gefühle, seine Emotionen und rein gar nichts, obwohl er MIR im Kopfe steckt und Teil MEINES Gehirns ist? Das kommt doch nicht von außen! Ich könnte ja noch verstehen, wenn ich eine Bewußtseinsspaltung hätte, wo mir im Schädel alles durch die Lappen geht, aber das hier? Woher kommt er denn, dieser ER? Ist das auch ein Ijon Tichy? Und falls er einer ist – warum muß ich mich auf dem Umweg über die linke Hand mit ihm verständigen? Ich frage Sie das, Professor! ER – oder sie, falls es eine Hälfte meines Gehirns sein sollte – bringt noch ganz andere Sachen fertig. Wenn ER – oder sie – wenigstens nicht so sinnlich wäre! Ich bin dadurch in so manchen Skandal geraten.«
Da ich in vornehmer Zurückhaltung keinen Sinn mehr sah, erzählte ich die Geschichten aus den Autobussen und Untergrundbahnen. Er war fasziniert.
»Ausschließlich Blondinen?«
»Ja. Vielleicht sind sie auch gebleicht, das spielt keine Rolle.«
»Treiben Sie es noch weiter?«
»Im Autobus nicht.«
»Und anderswo?«
»Das habe ich noch nicht probiert. Ich habe IHM – oder ihr, wenn Sie so wollen – nicht die Gelegenheit geboten. Weil Sie schon alles so genau wissen wollen, füge ich hinzu, daß ich deswegen mehrfach geohrfeigt worden bin. Wenn es auf die linke Backe klatschte, war ich einfach wütend und verwirrt, weil ich keinerlei Schuldgefühl hatte, spürte zugleich aber Erheiterung. Dann kam ich mal an eine, die mußte Linkshänderin sein, denn sie schlug mich auf die rechte Backe. Da spürte ich von Spaß oder Heiterkeit nicht die Spur. Ich habe darüber nachgedacht und glaube den Unterschied zu verstehen.«
»Natürlich!« rief der Professor. »Der linke Tichy bekam die Maulschelle für den rechten, und das war es, was diesen erfreute. Kriegte es der rechte aber für den rechten, so war das alles andere als lustig. Er kriegte es sozusagen nicht nur für das Seine, sondern auch in seine Gesichtshälfte.«
»Na eben. Es muß in meinem unglücklichen Kopf also dennoch eine gewisse Kommunikation geben, die eher vom Gefühl als von der Vernunft geprägt ist. Andererseits müssen auch Emotionen erlebt werden, aber ich habe einfach keine Ahnung davon. Wenn sie nicht bewußt erlebbar wären, wäre es gut, aber wie könnten sie es nicht sein? Schließlich dieser Eccles mit seinen automatischen Reflexen: reines Gefasel. Nach einem Girl Ausschau halten, das sexy ist, sich heranarbeiten, ohne noch zu wissen, warum, sich im Gedränge hinter die Puppe quetschen und so weiter – was sind denn das für unbewußte Reflexe? Das ist doch die reine Stabsübung, eine völlig durchdachte Aktion, also bewußt! Aber WEM bewußt? WER hat das vorausbedacht, WER hat dieses Bewußtsein, da doch ICH es nicht habe?«
»Ach, wissen Sie«, sagte der immer noch hochgradig aufgereizte Professor, »dafür gibt es letztlich auch eine Erklärung. Das Licht einer Kerze strahlt in der Dunkelheit, aber nicht im Sonnenschein. Das rechte Gehirn mag ja ein gewisses Bewußtsein haben, aber es ist schwach wie das Kerzenlicht, es verbleicht im Bewußtsein der dominierenden linken Hälfte. Es kann durchaus ...«
Der Professor zog blitzschnell den Kopf ein, sonst wäre er von einem Schuh getroffen worden. Mein linker Fuß hatte ihn, den Absatz gegen ein Stuhlbein stemmend, abgestreift und dann mit solchem Schwung nach vorn geschleudert, daß er, das Professorenhaupt knapp verfehlend, wie ein Geschoß an die Wand prallte.
»Sie mögen ja recht haben«, sagte ich, »aber verdammt reizbar ist diese rechte Hälfte doch.«
»Vielleicht fühlt sie unter dem Einfluß unseres Gesprächs oder vielmehr dessen, was sie dabei falsch verstanden hat, für sich eine dunkle Gefahr«, meinte der Professor. »Mag sein, daß man am besten sie selber anzusprechen sucht.«
»So wie ich das mache? Das habe ich bisher nicht in Erwägung gezogen. Aber warum eigentlich? Was wollen Sie ihr mitteilen?«
»Das hängt von ihrer Reaktion ab. Herr Tichy, Ihr Fall ist einmalig. Es gab bisher noch keinen Menschen, der bei voller geistiger Gesundheit einen alles andere als durchschnittlichen, aber durchschnittenen Geist hatte.«
»Ich will die Sache klargestellt wissen«, sagte ich und streichelte beschwichtigend den Handrücken meiner Linken, die ihre Finger durch Krümmen und Strecken gleichsam geschmeidig zu machen suchte, eine Übung, die mir verdächtig vorkam. »Mein Interesse deckt sich nicht mit dem der Wissenschaft, um so weniger, je mehr ich – wie Sie sich ausgedrückt haben – als Fall einmalig bin. Sollten Sie oder ein anderer mit IHR – Sie wissen, was ich meine – eine gemeinsame Sprache finden, könnte das für mich ein unvorteilhaftes oder gar scheußliches Ende nehmen, falls sie sich immer mehr verselbständigen würde.«
»Ach, das ist doch unmöglich!« sagte der Professor energisch, zu energisch für meinen Geschmack. Er hatte die Brille abgenommen und putzte sie mit einem Lederläppchen. Seine Augen hatten nicht den etwas hilflosen Ausdruck, den man von Leuten gewöhnt ist, die ohne Brille fast nichts sehen. Er musterte mich so scharf, als brauchte er gar keine Sehhilfen, und wandte den Blick sofort ab.
»Nun passiert aber immer das, was unmöglich ist«, sagte ich, sorgfältig die Worte wägend. »Auch die Geschichte der Menschheit besteht aus puren Unmöglichkeiten, und der technische Fortschritt ebenfalls. Ein junger Philosoph hat mir klarmachen wollen, daß es den Zustand, in dem ich mich befinde, gar nicht geben kann, weil er allen Lehrsätzen der Philosophie widerspricht. Das Bewußtsein hat unteilbar zu sein. Die sogenannten Bewußtseinsspaltungen sind im Grunde aufeinanderfolgende Wandlungsphasen, verbunden durch Störungen des Gedächtnisses und des Identitätsempfindens. Schließlich ist das keine Torte!«
»Ich sehe, daß Sie sich in der Fachliteratur auskennen«, stellte der Professor fest und setzte sich die Brille auf die Nase. Er fügte sogar noch etwas hinzu, aber ich hörte nicht mehr hin, ich hatte sagen wollen, daß sich das Bewußtsein nach Ansicht der Philosophen nicht aufschneiden läßt wie eine Torte, unterließ es aber, weil meine Linke ihre Finger auf den Handteller der Rechten gelegt hatte und Zeichen gab. Das war bisher nicht vorgekommen. McIntyre bemerkte, daß ich meine Hände beobachtete, und begriff sofort.
»Sagt sie etwas?« fragte er mit gedämpfter Stimme, als sei jemand anwesend, der ihn nicht hören sollte.
»Ja.«
Ich war völlig perplex, gab die Botschaft der Hand aber weiter: »Sie will ein Stück Torte.«
Das Entzücken, das die Züge des Professors erstrahlen ließ, überzog mich mit einer Gänsehaut. Ich gab der linken Hand zu verstehen, daß sie ihre Torte kriegen würde, wenn sie nur ruhig abwarte, und kam auf meine Angelegenheiten zurück.
»Von Ihrem Standpunkt aus wäre es großartig, wenn sie sich immer mehr verselbständigen würde. Ich nehme Ihnen das nicht übel, es wäre ja auch ein unbeschreibliches Ding: zwei ausgewachsene Kerle in einem Körper! Was sich da an Entdeckungen dranhängen läßt! Bloß ich habe nichts davon, daß in meinem Schädel die Demokratie eingeführt wird, ich will nicht immer mehr, sondern immer weniger polarisiert sein.«
»Sie stellen also einen Mißtrauensantrag? Auch das ist mir sehr gut begreiflich.«
Der Professor lächelte freundlich.
»Zunächst will ich Ihnen versichern, daß alles, was ich von Ihnen erfahren habe, unter uns bleibt, unter dem Siegel der ärztlichen Schweigepflicht. Zweitens denke ich nicht daran, Ihnen eine konkrete Therapie vorzuschlagen. Tun Sie, was Sie für richtig halten. Bitte bedenken Sie sich genau, natürlich nicht jetzt und hier. Werden Sie länger in Melbourne bleiben?«
»Das weiß ich noch nicht. Jedenfalls werde ich mir erlauben, Sie anzurufen.«
Tarantoga, der im Wartesaal gesessen hatte, sprang auf, als er mich sah.
»Na, Professor, Ijon, was ist los?«
»Vorerst ist keinerlei Entscheidung gefallen«, gab McIntyre sein Statement ab. »Herr Tichy hat mancherlei zu bewältigen. Ich meinerseits stehe jederzeit zu seiner Verfügung.«