Vom Dreißigjährigen Krieg bis zum Ende des Alten Reichs
Franken unter der bayerischen Krone
Weimar und das Dritte Reich
1945 bis heute
Feste und Veranstaltungen
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Fränkische Mentalität
Kleine fränkische Literaturgeschichte
Literaturtipps
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Typisch fränkisch
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Über dieses Buch
Präambel
Impressum
In eigener Sache
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Übersichtskarten und Pläne
Zeichenerklärung
Franken Übersicht
Index
Alles im Kasten
Die Meistertrunk-Legende
Eine fränkische Geheimsprache: das Schillingsfürster Jenisch
Was ist Romantik?
Unterhose mit Blutfleck
Gustav Weißkopf – ein fast vergessener Luftfahrtpionier
Der Pleikershof – vom „Streicher-Hof“ zum Kibbuz
Ein früher Fall von Industriespionage
Der Rhein-Main-Donau-Kanal – das dümmste Bauwerk seit dem Turmbau zu Babel?
Franken – Land der Minnesänger
Spalt – die Hopfenstadt
Der Deutsche Orden
Amerikanischer Kultautor heiratete in Pappenheim
Stätte der Rohheit und Gewalt
Albrecht Dürer – der berühmteste Sohn der Stadt
Die Nürnberger Gesetze: „Legalisierung“ der Unmenschlichkeit
Die Nürnberger Prozesse
Geschichte der Fürther Juden
Fürther Unternehmergeist: Quelle, Grundig, Metz
Die Forchheimer Keller – fränkische Gemütlichkeit pur
Keine Nazis in Wohlmuthshüll!
Geologie der Fränkischen Schweiz
Osterbrunnen – farbenfrohes Brauchtum
Immer den Flinderbuschen nach
Die „Gruppe 47“ in der Pulvermühle
Das größte Stadion der Welt im Hirschbachtal?
Geschichte der Schnaittacher Juden
Die heilige Kunst der Zisterzienser
Bamberg – Bayerns Hauptstadt
Künstler in der Villa Concordia
Ein Genie aus Königsberg
Wilhelm Sattler und das „Schweinfurter Grün“ – Umweltprobleme im 19. Jahrhundert
Ein Sommerhäuser in Amerika
Vom Glockengießer zum Stararchitekten
Der Bildschnitzer von Würzburg
Wie die Pizza über die Alpen kam
Schneewittchen und die sieben Zwerge
Abstecher nach Tauberfranken
Der Spessart, ein großes Armenhaus
Elegant und stilvoll unter die Erde
Wie das Rhönrad erfunden wurde
Bionade – eine erfrischende Erfolgsgeschichte
Der Kreuzberg – der heilige Berg der Franken
Warum Johann Strauß Coburger wurde
Wie der Mohrenkopf aus dem Stadtwappen verschwand
Nachtwächter – kein Job für Frauen
Die Baumeisterfamilie Dientzenhofer
Ein Cranach aus Kronach
Musikalische Mythensuche: Wagner und Bayreuth
Das „weiße Gold“ des Fichtelgebirges
Mödlareuth – das geteilte Dorf
Barocke Pracht in Franken
„Woodstock“ in Franken
Frankens unbekannter Jamie Oliver
Lebkuchenrezepte über die Jahrhunderte
„Der Glubb“
Kartenverzeichnis
Romantisches Franken
Rothenburg ob der Tauber
Dinkelsbühl
Ansbach
Fränkisches Seenland und Almühltal
Roth
Gunzenhausen
Weißenburg
Nürnberg, Fürth und Erlangen
Nürnberger Reichsparteitagsgelände
Nürnberger Altstadt
Schwabach
Fürth
Erlangen
Fränkische Schweiz
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Hersbrucker Schweiz
Steigerwald
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Gerolzhofen
Bamberg
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Fränkisches Weinland
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Volkach
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Iphofen
Würzburg
Spessart
Lohr
Miltenberg
Aschaffenburg
Rhön
Coburger Land, Frankenwald, Oberes Maintal
Coburg
Kronach
Kulmbach
Fichtelgebrige
Bayreuth
Hof
Nürnberger Burg
Würzburger Residenz
Zeichenerklärung
Franken Übersicht
Unterwegs mit
Ralf Nestmeyer
Jahrgang 1964, ist Historiker und Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland. Er lebt in Nürnberg und ist Autor von zahlreichen Reiseführern; zudem hat er ein Buch über „Französische Dichter und ihre Häuser“, das Sachbuch „Alles Mythos! 16 Populäre Irrtümer über Frankreich“ und zwei Krimis, die in der Provence spielen, geschrieben („Roter Lavendel“, „Die Toten vom Mont Ventoux“). Im Michael Müller Verlag sind von ihm folgende Titel erschienen: London, Cornwall, Südengland, Paris, Marseille, Normandie, Languedoc-Roussillon, Provence, Haute-Provence, Côte d’Azur, Nürnberg sowie Franken.
Als Reisejournalist kommt man wahrlich viel in der Welt herum: Zur Apfelblüte geht es auf Wandertouren durch die Normandie, im Juni fasziniert die Farbenvielfalt in den südenglischen Gärten, bevor man sich im Herbst endlich am Hafen von Saint-Tropez von den Strapazen der letzten Monate erholen kann ... Aber wenn ich ganz ehrlich bin, dann ist es doch nirgendwo so schön wie in Franken. Als waschechter Nürnberger habe ich es trotz verlockender Angebote noch nicht über das Herz gebracht, meiner fränkischen Heimat dauerhaft den Rücken zuzukehren. Selbst zum Studium bin ich gerade einmal bis nach Erlangen gekommen. Fast möchte ich behaupten, dass jeder Tag, an dem ich nicht an meiner geliebten Nürnberger Burg vorbeiradle, ein verlorener Tag ist.
Ich liebe den weichen fränkischen Zungenschlag, der so viel Bodenständigkeit ausstrahlt und sich wohltuend von der Münchner Überheblichkeit unterscheidet. Und was schert einen echten Franken eine Weißwurst mit süßem Senf oder eine Gänsestopfleberpastete, wenn er die Vorzüge eines ofenfrischen Schäufeles oder von „Sechs auf Kraut“ zu schätzen weiß?
Viel Spaß in Franken!
Orientiert in Franken
Die Region im Profil
Franken ist ...
Die größten Städte Frankens sind Nürnberg, Würzburg, Fürth und Erlangen - die allesamt mehr als 100.000 Einwohner haben. Im Ballungsraum Nürnberg leben zusammen mehr als eine Million Menschen.
... nicht Bayern.
Dieser Tatsache sollte man sich stets bewusst sein, wenn man durch das Frankenland reist. Kein Franke fühlt sich geehrt, wenn man ihn als Bayern bezeichnet. Mancherorts sind sogar noch tiefe Ressentiments vorhanden, schließlich ist es doch erst 200 Jahre her, dass die fränkischen Kleinstaaten im Zuge der Napoleonischen Kriege ihre Eigenständigkeit verloren und an Bayern fielen. Statt Weiß-Blau werden die Fahnenmasten bei Festlichkeiten in den Regionalfarben Rot und Weiß beflaggt. Als Wappen Frankens gilt der fränkische Rechen; er zeigt drei in Rot getauchte silberne Spitzen.
... ein Land der Städte.
Nicht nur romantische Gemüter geraten angesichts der zahlreichen gut erhaltenen mittelalterlichen Stadtkerne ins Schwärmen: angefangen bei den markgräflichen Residenzen Ansbach und Bayreuth über die Bischofsstädte Würzburg und Bamberg bis hin zu den ehemaligen Reichsstädten, allen voran Nürnberg, Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl, die bis heute in der Gunst der Touristen ganz oben stehen. Im mittelfränkischen Wolframs-Eschenbach, im oberfränkischen Seßlach sowie im unterfränkischen Prichsenstadt könnte man denken, die Zeit sei stehen geblieben.
... viel Natur.
Trotz der vielen Städte und Dörfer ist Franken ein dünn besiedeltes Land, die rauen Kuppen der Rhön und die Höhen des Fichtelgebirges sind ebenso wie die dichten Wälder des Spessarts und des Steigerwaldes von menschlicher Besiedlung weitgehend verschont geblieben. Insgesamt zehn Naturparks und das Biosphärenreservat der Rhön sorgen dafür, dass auch Natur- und Wanderfreunde auf ihre Kosten kommen.
Fachwerk und Seen
Mit den ehemaligen Reichsstädten Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber besitzt Franken zwei der schönsten deutschen Fachwerkstädte, die genauso wie Feuchtwangen und Schillingsfürst an der Romantischen Straße liegen. Barock präsentiert sich die Stadt Ansbach mit ihrer Orangerie, in deren Garten Kaspar Hauser ermordet wurde. → Link
Das Fränkische Seenland ist zwar ein künstliches Ferienparadies, doch gehört es längst zu den beliebtesten Baderegionen Frankens. Zum Kanufahren ist allerdings die Altmühl vorzuziehen, die sich durch den Südwesten Frankens bis nach Pappenheim schlängelt. Zudem locken die Römer in Weißenburg und die Deutschordensstadt Ellingen mit ihrem Schloss. → Link
Region Nürnberg
Zusammen mit Fürth und Erlangen bildet Nürnberg nicht nur das größte Ballungsgebiet Frankens, auch in kultureller Hinsicht gehört die Region zum Pflichtprogramm. Das Spektrum reicht vom Germanischen Nationalmuseum über die Kaiserburg bis hin zum Dokumentationszentrum auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände, das sich mustergültig mit den dunklen Jahren der deutschen Vergangenheit auseinandersetzt. → Link
Felsen, Berge und Wälder
Mit ihren lieblichen Tälern, bizarren Jurafelsen und Höhlen sowie pittoresken Burgruinen gehört die Fränkische Schweiz mitsamt der sich im Osten anschließenden Hersbrucker Schweiz zu den beliebtesten Wanderregionen Frankens. Eine ursprüngliche Landschaft, in der es noch idyllisch gelegene Dörfer und Brauereien mit süffigen Bieren zu entdecken gilt. → Link
Der Steigerwald mit seinen ausgedehnten Laubwäldern und die im Norden angrenzenden Haßberge gelten als ein unverfälschtes Stück Franken. Highlight der Region ist die Weltkulturerbestadt Bamberg. Das „fränkische Rom“ steht auf sieben Hügeln und lebt vom Gegensatz romanisch-gotischer Kirchenpracht und barocker Bürgerlichkeit. → Link
Der Nordosten Frankens ist nicht nur durch ein raues Klima und die Höhenzüge des Fichtelgebirgesund Frankenwaldesgeprägt, sondern auch durch die zahlreichen Residenzstädte. Egal, ob Coburg, Kulmbach, Kronach oder Bayreuth - alle Städte besitzen noch mächtige Festungen und prunkvolle Residenzen, die an die fränkische Kleinstaaterei erinnern.
Am Main
Mit seinen Weinbergen gehört der Main zu den lieblichsten Regionen Frankens. Kunst und Kultur gehen hier eine einzigartige Symbiose ein. Entlang des Flusses durchstreift man Dutzende von herrlichen Kleinstädten sowie die Mainmetropole Würzburg. Einsamkeit findet man in den ausgedehnten Wäldern des Spessartsund auf den Höhenzügen der Rhön.
Sightseeing und mehr
Erlebnis Kultur
Franken hat kulturell viel zu bieten: Zum UNESCO-Welterbe gehören Bamberg, die Würzburger Residenz, das Markgräfliche Theater in Bayreuth und als Teil des Limes auch die Thermen in Weißenburg. Eindrucksvoll ist aber auch das ehemalige Reichsparteitagsgelände in Nürnberg.
„Franken ist wie ein Zauberschrank, immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und das hat kein Ende.“ (Karl Immermann)
Prunkvolle Schlösser
Ein Fürst braucht bekanntlich mindestens ein repräsentatives Schloss, und da es in Franken viele Fürsten gab, wurden auch viele Schlösser gebaut. An erster Stelle steht die zum UNESCO-Welterbe geadelte Würzburger Residenz (→ Link) mit Balthasar Neumanns grandiosem Treppenhaus, die kein Geringerer als Napoleon Bonaparte als „das schönste Pfarrhaus Europas“ bezeichnet hatte.
Doch auch die Neue Residenz in Bamberg (→ Link) sowie die markgräflichen Schlösser in Ansbach und Bayreuth sind eindrucksvolle Beispiele barocker Prunkbauten. Die Aschaffenburger Johannisburg (→ Link) diente sogar als Vorbild für den repräsentativen Schlossbau in Deutschland. Nicht zu vergessen: das Schönbornschloss Weißenstein in Pommersfelden (→ Link) und Mespelbrunn (→ Link), das fränkische Märchenschloss schlechthin. Weniger die Schlösschen als vielmehr die zugehörigen Gartenanlagen faszinieren in Veitshöchheim (→ Link) und im Aschaffenburger Park Schönbusch (→ Link). Zu gefallen wissen selbstverständlich auch die Bayreuther Eremitage (→ Link) und Schloss Seehof (→ Link) in Memmelsdorf bei Bamberg.
Mächtige Burgen
Liebhaber alter Burgen haben die Qual der Wahl: Es sind nämlich so viele, dass man den Eindruck bekommen kann, es gäbe in Franken keinen markanten Bergkegel, den keine Burganlage ziert. Zu nennen sind die pittoresk auf einem Felssporn thronenden Burgen und Ruinen in der Fränkischen Schweiz wie beispielsweise Burg Pottenstein (→ Link) oder gewaltige mittelalterliche Anlagen wie die Veste Coburg (→ Link), die Nürnberger Kaiserburg (→ Link), die Kulmbacher
Plassenburg (→ Link) und die Cadolzburg (→ Link).
Klöster und Kirchen
Franken ist reich an sakralen Bauten. Angefangen beim Kiliansdom in Würzburg (→ Link), dem Bamberger Dom (→ Link) bis hin zur Nürnberger Sebaldus- oder Lorenzkirche mit ihren gotischen Chören. Vor allem im Barockzeitalter entstanden zahlreiche imposante Bauwerke, so Vierzehnheiligen, Kloster Banz (→ Link) oder das Würzburger Käppele (→ Link). Nicht zu vergessen: Gut erhaltene Kirchenburgen gilt es in Ostheim vor der Rhön (→ Link) oder in Mönchsondheim (→ Link) zu bestaunen.
Museen und Kunst
Vielfältig ist auch das Spektrum der Museen: Das Germanische Nationalmuseum in Nürnberg (→ Link) beherbergt die weltgrößte Sammlung deutscher Kunst und Kultur. Zu den bekanntesten Exponaten zählen neben Gemälden von Dürer und Cranach auch der original erhaltene Behaim-Globus sowie der „Goldkegel von Etzelsdorf“. Interessant ist auch das Museum für Franken in Würzburg (→ Link) oder das Reichsstadtmuseum in Rothenburg (→ Link).
Moderne Kunst findet sich im Neuen Museum in Nürnberg (→ Link), das als Museumsbau ähnlich attraktiv ist wie das Museum Georg Schäfer in Schweinfurt (→ Link) mit der großen Spitzweg-Sammlung. Es gibt natürlich auch eine Reihe von themenorientierten Museen, so das Jüdische Museum in Fürth (→ Link), das Nürnberger Spielzeugmuseum (→ Link), Industriekultur- und DB-Museum sowie das faszinierende Fränkische Freilandmuseum in Bad Windsheim (→ Link).
Steinerne Zeugen des Größenwahns
Im südlichen Teil Frankens haben sich noch die Reste der „Teufelsmauer“ - so nannten die Einheimischen einst den Limes - und mehrerer römischer Kastelle erhalten. Am eindrucksvollsten wird die römische Vergangenheit in Weißenburg (→ Link) lebendig, dort hat man ein Thermalbad ausgegraben und gleich nebenan einen überaus bedeutenden Römerschatz entdeckt.
Die Reste eines weiteren glücklicherweise unvollendeten Mammutprojektes erheben sich auf dem ehemaligen Reichsparteitagsgelände in Nürnberg (→ Link). In ihrem Größenwahn errichteten die Nationalsozialisten im Südosten der Stadt ihre schon seit langem bröckelnden „Kulissen der Gewalt“. Das in der einstigen Kongresshalle untergebrachte Dokumentationszentrum trägt in geradezu vorbildlicher Weise zum Verständnis und zur Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit bei.
Wälder, Seen, Berge, Flüsse
Erlebnis Natur
Die fränkische Landschaft ist vielfältig und reicht von teils kargen Felsformationen der Fränkischen Schweiz, die einen spannungsreichen Gegensatz zur lieblichen Mainlandschaft bilden, bis zu den Höhen von Rhön und Fichtelgebirge.
Fränkische Schweiz: Kletter- und Wanderparadies
Naturräumliche Gliederung
In geographischer Hinsicht wird Franken von mehreren Mittelgebirgen geprägt: Im Osten erstrecken sich das Fichtelgebirge und die Fränkische Alb, im Norden der Frankenwald und die Rhön, im Westen dominiert der Spessart. Im Herzen der Region liegt der Steigerwald. Hinzu kommen größere Ebenen wie das Mittelfränkische Becken. Landschaftsbildend ist auch der Main mit seinen Weinbergen, der sich durch den gesamten Norden Frankens schlängelt. Fast alle Flüsse wie die Regnitz und die Fränkische Saale münden irgendwann in den Main.
Naturparks in Franken
Franken besitzt keinen Nationalpark, dafür zehn Naturparks, die sich dem Schutz von Natur und Landschaft verschrieben haben. Der Naturpark Steigerwald gehört zu den ersten Anwärtern für den Status eines Nationalparks. Auf dem westlich von Ebrach gelegenen Baumwipfelpfad (→ Link) lässt sich leicht ein Eindruck von diesem einzigartigen Landschaftsraum gewinnen.
Mehr als die Hälfte des Biosphärenreservats Rhön liegt in Franken, die anderen Teile des UNESCO-Schutzgebietes liegen in Thüringen und Hessen. Den Besucher erwartet eine weitgehend faszinierende Kulturlandschaft, die sich über sanfte Hügel und Hochplateaus erstreckt. Die Kernzone dominieren Buchen- und Edellaubholzwälder sowie einzigartige Hochmoore.
Dolomitfels, Höhlen, Dolinen
Die augenfälligsten geologischen Erscheinungen der Fränkischen Schweiz sind selbstverständlich die steil aufragenden Dolomitfelsen, die die Täler allenthalben säumen. Wegen ihres harten mit Magnesium verfestigten Kalksteins konnten sie der Erosion bis heute trotzen. Die Flusstäler selbst waren viel zu schmal, um Landwirtschaft im größeren Stil zu betreiben und auf den verkarsteten, wasserdurchlässigen Juraböden konnte man weder den Hochflächen noch den Trockentälern große Reichtümer abgewinnen. Dafür verdanken die zahllosen Höhlen der Fränkischen Schweiz ihre Entstehung gerade dieser Bodenbeschaffenheit: Das Regenwasser konnte problemlos in den verwitterten Kalkstein eindringen. Manche Höhlen sind trichter- oder wannenförmig eingebrochen, was zur Bildung sogenannter Dolinen führte, solch einen deutlichen Einbruch bildet beispielsweise die bei Gößweinstein gelegene Fellner-Doline.
Moore und andere Naturwunder
Ein besonderer Leckerbissen ist das Schwarze Moor in der Hohen Rhön, denn es handelt sich hierbei um eines der seltenen, noch intakten Hochmoore in Europa. Das Felsenlabyrinth der Luisenburg mit seinen skurrilen Gesteinsformationen versetzt einen leicht in eine märchenhafte Stimmung. Etwas mysteriöser ist der mitten im Wald gelegene Druidenhain bei Wohlmannsgesees, der in Esoterikerkreisen als Kultplatz gehandelt wird.
Fränkisches Seenland
Der Kleine und der GroßeBrombachsee bilden zusammen mit dem Igelsbachsee das Herzstück des Fränkischen Seenlandes. Eingerahmt von Wäldern und Wiesen bieten die drei Seen ein ungestörtes Naturerlebnis, das Wassersportler und Radler zu schätzen wissen. Im Seezentrum tummeln sich Segler und Surfer und an den Stränden liegen die Sonnenanbeter.
Weiter westlich schließt sich der Altmühlsee an. Mit einer Fläche von 450 Hektar entspricht er von der Ausdehnung in etwa dem Königssee, doch besitzt der Altmühlsee wegen seiner geringen Tiefe von nur 2,5 Metern eine weitaus geringere Wasserkapazität. Den nördlichen Teil des Sees nimmt die Vogelinsel ein, ein 120 Hektar großes Biotop und wichtiges Refugium für seltene Vogelarten und bedrohte Pflanzen. Die mosaikartig angelegten Tümpel und Flachwasserzonen mit ihrem Schilf- und Gebüschgürtel bieten Brut- und Rastplätze für über 220 Vogelarten.
Parks und Gärten
Es gibt in Franken mehrere beeindruckende Parkanlagen. So beispielsweise die berühmte Eremitage, deren sentimentaler Landschaftsgarten durchwandert werden kann. Ein besonderes Kleinod ist der Felsengarten Sanspareil. Mit faszinierenden Barockskulpturen glänzt der Garten von Schloss Veitshöchheim ebenso wie der Hofgarten der Würzburger Residenz. Ebenfalls auf die bischöfliche Gartenlust gehen der Park Schönbusch in Aschaffenburg und das Schloss Seehof bei Memmelsdorf zurück. Und ganz im Südwesten Frankens lockt das Schloss Dennenlohe mit seinem Wassergarten und dem größten Rhododendronpark Süddeutschlands.
Outdoorvergnügen
Aktiv in Franken
Franken ist geradezu ideal für einen Aktivurlaub. Das Spektrum ist groß und reicht vom klassischen Wandern über ausgedehnte Fahrradtouren bis hin zu Klettern in der Fränkischen Schweiz und Kanufahren auf der Altmühl.
Der Tourismusverband Franken informiert auch über regionale Angebote zum Thema „Wandern ohne Gepäck“, außerdem über Radfahren von Mountainbiking bis Genussradeln, Klettern, Kanufahren, Nordic Walking und viele andere Aktivitäten (www.frankentourismus.de).
Auf Schusters Rappen
Es gibt in Franken rund 40.000 Kilometer markierte Wanderwege - zu viel für einen Jahresurlaub. Nicht nur die sportlichen Wanderer finden ihren Pfad, auch diejenigen, die es lieber gemütlich angehen möchten, kommen auf ihre Kosten. Klassische Wanderregionen sind Spessart, Rhön, Fränkische Schweiz, Steigerwald, die Haßberge und das Fichtelgebirge.
Auf dem 520 Kilometer langen Frankenweg(www.frankenweg.de), dem jüngsten Fernwanderweg, kann man Franken vom Rennsteig bis zur Schwäbischen Alb durchqueren. Mit dem Fränkischen Gebirgsweg (www.fraenkischer-gebirgsweg.de) besitzt Franken einen weiteren attraktiven Fernwanderweg, der sich über 420 Kilometer von Untereichenstein im Frankenwald bis nach Hersbruck erstreckt.
Ein großes Lob verdient der Fränkische-Schweiz-Verein für den Ausbau zweier Wanderwege, die es auch Schwerbehinderten ermöglichen, die Natur intensiv zu erleben. Der eine Weg führt zwischen Waischenfeld und Burg Rabeneck durchs Wiesenttal, der andere durch den Rabensteiner Forst bei Egloffstein.
Wer nicht gerne alleine wandert, kann sich an den Fränkischen Albverein wenden, der geführte Wanderungen anbietet und sich auch um die Markierung der Wanderwege kümmert.
Radfahren
Die Höhenzüge des Fichtelgebirges und der Rhön mit dem Fahrrad zu erklimmen ist zwar nicht jedermanns Sache, aber wer die sportliche Herausforderung liebt, findet hier mit Sicherheit zahlreiche Steigungen. Geruhsamer radelt es sich am Main (www.mainradweg.com) oder am Rhein-Main-Donau-Kanal. Der Main-Radweg wurde als erster deutscher Fernradweg vom Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) mit dem höchsten Gütesiegel - also mit fünf Sternen - bewertet. Lohnend ist auch eine Tour auf dem Tauber-Altmühl-Radweg, der auf mehr als 300 Kilometern von Wertheim über Rothenburg ob der Tauber bis nach Kelheim führt (www.tauber-altmuehl-radweg.de). Abwechslungsreich ist auch der Aischtalradweg (www.aischtalradweg.eu).
Neben zahlreichen ausgebauten Radwegen eignen sich die teilweise recht wenig befahrenen Landstraßen gut für Tourenfahrer. An fast allen Ferienorten ist ein Fahrradverleih bereits eine selbstverständliche Einrichtung. Zudem gibt der Tourismusverband Franken die Broschüre „Radeln in Franken“ heraus, die zahlreiche Tipps und Tourenvorschläge beinhaltet. Einen ausgezeichneten Überblick über alle ausgeschilderten Fernradwege bietet www.radroutenplaner-bayern.de.
Klettern jeglicher Art
Sportkletterern hüpft beim Stichwort Fränkische Schweiz das Herz. Die Kalkfelsen bieten eine große Bandbreite an Routen. Klassiker wie Action Directe und Sautanz warten auf die Profis, aber auch Anfänger finden ihre Wand. Südlich schließt das Klettergebiet Nürnberger Land an. Und im Norden erstreckt sich das Gebiet Obermain-Jura u. a. mit dem Kleinziegenfelder Tal. Kletterschulen bieten auch Kurse an.
Eine andere Art des Kletterns bieten Klettersteige, wie der Höhenglücksteig und der Norissteig bei Hersbruck.
Wassersport
Wer will, kann auf der Pegnitz und auf der Wiesent Kanutouren unternehmen. Im Fränkischen Seenland kann man auch Segeln und Surfen oder den neuen Trendsport Stand-up-Paddling ausüben. Zum Baden eignen sich die zahlreichen über Franken verteilten Seen, so der Ellertshäuser See oder der Weißenstädter See.
Wintersport
Zwar ist Franken keine ausgesprochene Wintersportregion, doch werden - entsprechende Wetterbedingungen vorausgesetzt - die Loipen gespurt und die Skilifte geöffnet. Zudem kann man Schneeschuhwanderungen unternehmen.
Die alpinen Skiläufer werden von mehr als zwei Dutzend Liftanlagen die jeweiligen Hänge hoch befördert, mancherorts auch nachts bei Flutlicht. Das größte „Skigebiet“ findet man im Fichtelgebirge rund um den 1023 Meter hohen Ochsenkopf. Zwei moderne Haubensesselbahnen befördern die Skifahrer nach oben. Die skibegeisterten Unterfranken pilgern zum Kreuzberg in der Rhön, während Mittelfrankens längste Piste am Schlossberg unweit von Schnaittach zu finden ist. In der Fränkischen Schweiz gibt es weitere Skilifte in Spies, Hohenstein, Leinburg und Tauchersreuth. P.S. In Franken gibt es weder Föhn noch Lawinengefahr ...
Familienurlaub
Franken mit Kindern
Kinder sind kritische Urlauber: Ein langweiliges Urlaubsprogramm wird schnell mit Protesten kommentiert; Alternativen sind also gefragt. Glücklicherweise bietet Franken ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche, wobei das Spektrum vom Tiergarten über die Ritterburg bis zum Freizeitpark reicht.
Urlaub auf dem Bauernhof
Nach wie vor hoch im Kurs, und natürlich gibt es in Franken mit seinen zahllosen Bauernhöfen eine Vielzahl von Anbietern dieser preiswerten und zugleich abwechslungsreichen Urlaubsform. Infos unter www.bauernhof-urlaub.com.
Aktiv im Wald und in Höhlen
Wie ist eigentlich ein Moor aufgebaut? Und warum ist der Wald für uns Menschen so wichtig? In Franken kann man sich vielfältig mit der Natur beschäftigen, sei es bei einer Wanderung durch das Schwarze Moor in der Rhön (→ Link) oder bei einem Besuch im Walderlebniszentrum Tennenlohe (→ Link). Besonders spektakulär ist auch eine Erkundung des 1150 m langen Baumwipfelpfades im Steigerwald, der sich mit dem Ökosystem Wald beschäftigt und als Highlight mit einem 42 m hohen, barrierefreien Aussichtsturm punktet (→ Link).
Abtauchen in den Untergrund kann man in den Tropfsteinhöhlen der Fränkischen Schweiz, z. B. in der Teufelshöhle bei Pottenstein (→ Link) oder der Sophienhöhle im Ailsbachtal (→ Link).
Mehr Action und Adrenalin bieten die Hochseilgärten bei Kloster Banz (→ Link), bei Betzenstein (→ Link) oder bei Veilbronn in der Fränkischen Schweiz (→ Link). Und Jugendliche können sich am Höhenglücksteig bei Hersbruck (→ Link) ausprobieren.
Landleben mal anders
Wie lebten eigentlich die Menschen der Groß- und Urgroßelterngeneration auf dem Land? Das kann man anschaulich in den Freilandmuseen in Fladungen in der Rhön (→ Link) oder in Bad Windsheim (→ Link) erfahren. Letzteres versammelt auf einem 50 Hektar großen Gelände zahlreiche historische Gebäude, von der Dorfschmiede bis zur Mühle. Alle können besichtigt werden - inklusive der Ställe mit typischen Nutztieren. Mehrmals in der Woche gibt es ein Mitmachprogramm für Kinder, beispielsweise vom „Schaf zum Schal“. Das Fladunger Freilandmuseum ist kleiner, aber man kann von Mellrichstadt mit dem Rhön-Zügle hinfahren (auch mit Dampflok!).
Erdmännchen, Luchse und Co.
Exotische Tiere kann man im TiergartenNürnberg (→ Link) bestaunen, einer der schönsten und größten Anlagen Europas. Die Freigehege wurden zum Teil geschickt in ehemalige Sandsteinbrüche integriert - besonders toll sieht das bei den Löwen sowie den Eisbären aus. Immer wieder ein Spaß sind der Aqua Park und die Delphinlagune, das Gorillafreigehege sowie das Tropenhaus. Außerdem im Angebot: spezielle Führungen und thematische Geburtstagsprogramme, besonders beliebt ist der „Besuch beim Lieblingstier“.
Auch in Hof gibt es im Stadtpark Theresienstein (→ Link) einen zoologischen Garten, unter anderem mit Luchsen und Kängurus. Heimische Tierarten wie Rot- und Damhirsche, aber auch Steinböcke und Muffelwild können im Wildgehege Hundshaupten (→ Link) in großzügiger natürlicher Umgebung beobachtet werden. Und im Wildpark Klaushof (→ Link) bei Bad Kissingen gibt es Rhönschafe, Ziegen und einen Streichelzoo.
Ritter, Burgfräuleins und wilde Vögel
Franken ist ein Land der Burgen, Schlösser und Ruinen, die eine lebendige Vorstellung von der Welt des Mittelalters vermitteln. Die mächtigsten Burganlagen sind sicherlich die Nürnberger Kaiserburg (→ Link), die Veste Coburg (→ Link) und die Kulmbacher Plassenburg (→ Link). Zu einer interaktiven Zeitreise ins Spätmittelalter lädt das Burgmuseum in der Cadolzburg (→ Link) ein. Bekannt für ihre vielen Burgruinen ist die Fränkische Schweiz, dort kann man, wie in der Burgruine Neideck (→ Link), auch schön herumtollen.
Geier, Adler, Eulen und Falken werden in den Falknereien neben Burg Rabenstein (→ Link) und Schloss Schillingsfürst (→ Link) bei spektakulären Flugvorführungen präsentiert.
Schaurig-interessante Einblicke in das mittelalterliche und frühneuzeitliche Rechtswesen gewährt das Mittelalterliche Kriminalmuseum in Rothenburg (→ Link), aber auch die Nürnberger Lochgefängnisse (→ Link) zeigen die Schattenseiten des Mittelalters.
Museen und Freizeitparks
Es ist nicht immer leicht, Kinder und Jugendliche für einen Museumsbesuch zu begeistern, aber in Franken gibt es ein paar interessante Museen, die auch Kinderaugen zum Leuchten bringen. Beispielsweise das Spielzeugmuseum (→ Link) und das DB-Museum (→ Link) in Nürnberg oder das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale (→ Link), das für alle Micky-Maus-Fans sicherlich ein Highlight ist.
Abwechslungsreiche Freizeitparks finden sich in Geiselwind (→ Link) oder in Schloss Thurn (→ Link), während der Playmobil Fun Park (→ Link) in Zirndorf bei Fürth geradezu zum Pflichtprogramm gehört.
Genuss pur!
Bier und Wein
Franken ist in Bier- und Weinfranken zweigeteilt. In Mittel- und Oberfranken wird dem Gerstensaft gehuldigt, zwischen Kulmbach und Nürnberg gibt es die größte Brauereidichte Deutschlands, während am unterfränkischen Main einzigartige Weinlagen wie der Würzburger Stein zu finden sind.
„Das Bier ist bitter, das saufen die Ritter, den Wein, den sauern, den trinken die Bauern“, besagt ein altes fränkisches Sprichwort.
Fränkische Brautraditionen
Nirgendwo in Deutschland existieren so viele Brauereien wie im Fränkischen, zudem ist Mittelfranken das viertgrößte Hopfenanbaugebiet der Bundesrepublik. Allein in Bamberg sind elf Brauereien ansässig. Und in der Fränkischen Schweiz hat (fast) jedes Dorf seine eigene Brauerei samt Gasthof.
Das Angebot ist vielfältig: Weißbiere, Helles oder Dunkles, Pils, Lager-, Fest-, Bock- und Kellerbier, Export oder Märzen und das Bayreuther Braunbier. Das Lieblingsbier des Franken ist das dunkle Vollbier, manchmal auch Märzen genannt, rotgolden im Ton und stark gehopft sollte es sein.
Doch egal, welches Gebräu man bevorzugt, die Bestandteile sind stets die gleichen: Hopfen, Malz und Wasser. Nur in der richtigen Mischung und Qualität der Zutaten sowie der Lagerung und Herstellung unterscheiden sich die Biere.
Wer sich kulturhistorisch mit den fränkischen Brauereitraditionen auseinandersetzen will, hat dazu im Fränkischen Brauereimuseum (Bamberg) sowie im Bayerischen Brauereimuseum Kulmbach und im Brauereimuseum der Gebrüder Maisel in Bayreuth reichlich Gelegenheit.
Rauchbier
Bekannt ist das Bamberger Rauchbier, so wie es im „Schlenkerla“ ausgeschenkt wird - der spätere Nobelpreisträger Samuel Beckett kehrte 1937 dort ein und befand: „excellent“. Das an frisch Geräuchertes erinnernde Aroma wird dadurch erzielt, dass der würzige Rauch brennender Buchenscheite bereits auf der Darre mit dem Malz vermählt wird, bevor sich das Gebräu mit dem edlen Hopfen im Sud vermischt. Genauso vielfältig ist der Geschmack: süffig und stark, hopfig und süßlich, ober- oder untergärig.
Und kulinarisch?
Auch in der fränkischen Küche hat das Bier seine Spuren hinterlassen: Auf den Speisekarten finden sich Karpfen im Bierteig, Zwiebelrostbraten in Schwarzbiersoße oder ein Saibling mit Sabayon vom Kristall-Weißbier. Und wer zum Nachtisch eine geeiste Weißbiercreme mit Karamellbananen bestellt, bewegt sich sicherlich auf höchstem kulinarischem Niveau.
Weinland Franken
Das Markenzeichen des Frankenweins ist der Bocksbeutel, nur noch in der badischen Ortenau und im Ausland (portugiesischer Rosé) sind diese Flaschen in Form des Hodensackes eines Ziegenbocks zugelassen. Traditionell wird der offene Wein als Schoppen (0,25 l) ausgeschenkt.
Mit den Franken, das will heißen, mit der Christianisierung Frankens, wurde erstmals auch Wein angebaut. Zuerst waren es nur die Mönche, die an den Ufern von Main und Saale mit ihren Füßen die Trauben zu Saft zerstampften: 777 ist Weinbau für Hammelburg, zwei Jahre später für Würzburg urkundlich überliefert.
Die fränkischen Weine sind handverlesen, denn die steilen Hänge eignen sich nicht für Maschinen. Das bürgt für Qualität: Schon am Rebstock erfolgt eine gründliche Selektion.
Silvaner & Co.
Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ist die Silvanerrebe in Franken heimisch. Angeblich soll sie ein weit gereister Ebracher Zisterzienserabt aus Transsilvanien eingeführt haben. Als Hauptrebe ist die Silvanerrebe vom Müller-Thurgau verdrängt worden. Relativ selten sind Bacchus, Domina, Kerner, Riesling und Scheurebe, eine Kreuzung aus Silvaner und Riesling. Nur an wenigen Hängen, so z. B. in Klingenberg und Großheubach, werden auf den dortigen Buntsandsteinböden Rotweine (Früh- und Spätburgunder sowie Portugieser) angebaut; sie machen ein Fünftel der Rebflächen aus.
Fränkische Weingebiete
Die Anbaufläche beträgt gut 6000 Hektar und erstreckt sich fast ausschließlich auf das Maintal von Bamberg bis Aschaffenburg sowie auf die Täler der Nebenflüsse Wern, Fränkische Saale, Tauber und die Gegend um Bad Windsheim. Zunehmend wird in den letzten Jahren Weinbau unter ökologischen Gesichtspunkten betrieben. Etwa 90 % der Winzer (Häcker) besitzen weniger als einen Hektar Rebfläche; sie haben sich daher zu Winzergenossenschaften zusammengeschlossen. Am Untermain (Bürgstadt, Klingenberg etc.) und im Würzburger Raum schenken diese kleinen Winzer seit alters her ihren Wein in sog. Heckenwirtschaften aus, um entweder rasch an Bargeld zu kommen oder aus Mangel an Lagerfläche.
Unterwegs in Franken
Romantisches Franken
Unter diesem Namen werden der fränkische Teil der Romantischen Straße sowie der Landkreis Ansbach bis nach Fürth vermarktet. Ein spärlich besiedelter, aber sehr reizvoller Landstrich mit traumhaften Kleinstädten wie Dinkelsbühl und Rothenburg ob der Tauber.
Die Romantische Straße, die älteste und berühmteste Touristikroute Deutschlands, verbindet zwischen Würzburg und Füssen Städte mit klangvollen Namen wie Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Nördlingen und Augsburg, aber auch kleinere, unbekanntere Orte wie Tauberbischofsheim, Feuchtwangen und Harburg. Zu Franken gehört neben Würzburg aber nur der Bereich zwischen Rothenburg und Dinkelsbühl. Es ist nicht verwunderlich, dass diese Straße 1950 als die „Romantische“ bezeichnet wurde. Die Städte Donauwörth, Nördlingen, Dinkelsbühl und vor allem Rothenburg ob der Tauber wurden in der Romantik von den Poeten und Malern als Sinnbild des deutschen Mittelalters „entdeckt“. Alle vier Städte haben den Höhepunkt ihrer kulturellen und politischen Bedeutung im Spätmittelalter erlebt, also in jener Epoche, die die Romantiker so sehr verherrlichten.
Naturpark und Wein
Durch das „Romantische Franken“ verläuft mit der Burgenstraße eine weitere berühmte Touristikroute, an der unter anderem die Burg Colmberg und die Veste Lichtenau liegen. Ihr landschaftlicher Mittelpunkt ist der „Naturpark Frankenhöhe“. In diesem rund 1100 Quadratkilometer großen Gebiet scheint die Sonne besonders häufig, und mit nur 60 Einwohnern pro Quadratkilometer ist es die am dünnsten besiedelte Region Bayerns. Nach Osten, zum Mittelfränkischen Becken hin, flachen die meist bewaldeten Höhenrücken ab. Der Naturpark fällt durch die Vielfalt der Baumarten und Strauchflora sowie seinen Vogelreichtum auf: Mäusebussard, Turm- sowie Baumfalke, Hühnerhabicht und Sperber sind nicht selten. An den Südflanken der Frankenhöhe reift dank des günstigen Klimas ein ausgezeichneter Wein. Vom Riesling und Müller-Thurgau einmal abgesehen, hat der Silvaner in Franken seine beste Pflegestätte.
Karpfen und Co.
Der nordöstliche Teil des „Romantischen Frankens“, der bis 1994 noch unter dem Begriff Rangau eine eigene Tourismusregion darstellte, gilt mit seinen vielen Fischweihern rund um Höchstadt und Neustadt an der Aisch als Deutschlands Karpfengegend Nr. 1.
Auch an Sehenswürdigkeiten herrscht kein Mangel. Die bekannten touristischen Zentren Rothenburg ob der Tauber und Dinkelsbühl sowie die Höhenburgen Cadolzburg und Colmberg wecken Erinnerungen an das Mittelalter; nicht zu vergessen Ansbach, die Stadt des fränkischen Rokokos.
Was anschauen?
Mittelalterliches Kriminalmuseum in Rothenburg: Schaurig-interessante Einblicke in das mittelalterliche und frühneuzeitliche Rechtswesen. → Link
Riemenschneider-Altar inDetwang: Der Chor des romanischen Kirchleins St. Peter und Paul beherbergt einen herrlichen Hochaltar aus der Werkstatt von Tilman Riemenschneider. → Link
St. Georg: Die dreischiffige Stadtpfarrkirche von Dinkelsbühl ist ein beeindruckender spätmittelalterlicher Bau mit einer faszinierenden Raumwirkung. → Link
Schlosspark Dennenlohe: Eine der schönsten Gartenanlagen Frankens umfasst den größten Rhododendronpark Süddeutschlands. Besonders schön ist auch der Wassergarten, der sich entlang mehrerer Inseln am Dennenloher See erstreckt. → Link
Die Cadolzburg: Die mächtige Hohenzollernburg wurde nach ihrem Wiederaufbau als Erlebnismuseum konzipiert und lädt auf vier Etagen zu einer interaktiven Zeitreise ins Spätmittelalter ein. → Link
Was unternehmen?
Auf der Stadtmauer laufen: Auf einem ausgeschilderten Turmweg kann man Rothenburg ob der Tauber entlang der Stadtmauern umrunden. → Link
Wörnitz-Strandbad: Direkt vor den Toren von Dinkelsbühl kann man sich in dem historischen Strandbad abkühlen. → Link
Jagdfalkenhof: Spannend ist es, auf Schloss Schillingsfürst eine Flugvorführung mit Falken, Geiern und Adlern zu besuchen. → Link
Was sonst noch?
Taubertal-Festival: Am zweiten Augustwochenende pilgern mehr als 20.000 Musikfans ins Taubertal - eine einmalige Location unterhalb der Stadtmauer von Rothenburg ob der Tauber. → Link
Kreuzgangspiele: Stimmungsvolle Freilichtbühne im Kreuzgang des ehemaligen Klosterhofes in Feuchtwangen. → Link