Inhaltsverzeichnis
Alles im Kasten
Kartenverzeichnis
Unterwegs mit
Ralf Nestmeyer
Jahrgang 1964, ist Historiker und Mitglied im PEN-Zentrum Deutsch­land. Er lebt in Nürn­berg und ist Autor von zahl­rei­chen Reise­führern; zudem hat er ein Buch über „Franzö­sische Dichter und ihre Häuser“, das Sachbuch „Alles Mythos! 16 Po­pu­läre Irr­tümer über Frank­reich“ und zwei Krimis, die in der Provence spielen, ge­schrieben („Roter Lavendel“, „Die Toten vom Mont Ventoux“). Im Michael Müller Verlag sind von ihm fol­gen­de Titel erschienen: Lon­don, Corn­wall, Süd­eng­land, Paris, Mar­seil­le, Normandie, Langue­doc-Roussillon, Provence, Hau­te-Proven­ce, Côte d’Azur, Nürnberg sowie Franken.
Als Reisejournalist kommt man wahr­lich viel in der Welt herum: Zur Apfel­blüte geht es auf Wandertouren durch die Normandie, im Juni fasziniert die Far­ben­viel­falt in den südenglischen Gärten, bevor man sich im Herbst end­lich am Hafen von Saint-Tropez von den Stra­pa­zen der letz­ten Monate er­holen kann ... Aber wenn ich ganz ehr­lich bin, dann ist es doch nir­gendwo so schön wie in Franken. Als wasch­echter Nürnberger habe ich es trotz ver­lo­cken­der An­ge­bote noch nicht über das Herz gebracht, meiner frän­ki­schen Heimat dauerhaft den Rücken zu­zu­kehren. Selbst zum Studium bin ich ge­rade einmal bis nach Erlangen ge­kom­men. Fast möchte ich behaupten, dass jeder Tag, an dem ich nicht an meiner gelieb­ten Nürnberger Burg vor­beiradle, ein verlorener Tag ist.
Ich liebe den weichen fränkischen Zun­gen­schlag, der so viel Boden­stän­dig­keit ausstrahlt und sich wohltuend von der Münchner Überheblichkeit un­ter­schei­det. Und was schert einen ech­ten Fran­ken eine Weißwurst mit sü­ßem Senf oder eine Gänse­stopf­le­ber­pas­tete, wenn er die Vorzüge eines ofen­frischen Schäufeles oder von „Sechs auf Kraut“ zu schät­zen weiß?
Viel Spaß in Franken!
Orientiert in Franken
Die Region im Profil
Franken ist ...
Die größten Städte Frankens sind Nürnberg, Würzburg, Fürth und Erlangen - die allesamt mehr als 100.000 Einwohner haben. Im Ballungsraum Nürnberg leben zusammen mehr als eine Million Menschen.
... nicht Bayern.
Dieser Tatsache sollte man sich stets be­wusst sein, wenn man durch das Frankenland reist. Kein Franke fühlt sich geehrt, wenn man ihn als Bayern bezeichnet. Mancherorts sind sogar noch tiefe Ressentiments vorhanden, schließ­lich ist es doch erst 200 Jahre her, dass die fränkischen Kleinstaaten im Zuge der Napoleonischen Kriege ih­re Eigenständigkeit verloren und an Bayern fielen. Statt Weiß-Blau werden die Fahnenmasten bei Festlichkeiten in den Regionalfarben Rot und Weiß be­flaggt. Als Wappen Frankens gilt der frän­kische Rechen; er zeigt drei in Rot ge­tauchte silberne Spitzen.
... ein Land­ der Städte.
Nicht nur romantische Ge­müter gera­ten angesichts der zahlreichen gut er­hal­tenen mit­tel­al­terlichen Stadtkerne ins Schwärmen: angefangen bei den mark­gräfli­chen Re­sidenzen Ans­bach und Bay­reuth über die Bischofs­städte Würz­burg und Bam­berg bis hin zu den ehe­ma­ligen Reichsstädten, al­len voran Nürn­berg, Ro­then­burg ob der Tauber und Din­kels­bühl, die bis heute in der Gunst der Touristen ganz oben stehen. Im mittel­frän­kischen Wolf­rams-Eschen­bach, im ober­frän­ki­schen Seß­lach so­wie im un­ter­frän­ki­schen Prich­sen­stadt könnte man den­ken, die Zeit sei stehen ge­blie­ben.
... viel Natur.
Trotz der vielen Städte und Dörfer ist Fran­ken ein dünn besiedeltes Land, die rau­en Kuppen der Rhön und die Hö­hen des Fichtelgebirges sind eben­so wie die dich­ten Wälder des Spes­sarts und des Stei­gerwaldes von mensch­licher Be­sied­lung weit­ge­hend verschont ge­blie­ben. Insgesamt zehn Naturparks und das Bio­sphärenre­ser­vat der Rhön sor­gen dafür, dass auch Natur- und Wan­der­freun­de auf ihre Kosten kom­men.
Fachwerk und Seen
Mit den ehemaligen Reichs­städten Dinkels­bühl und Rothenburg ob der Tauber besitzt Franken zwei der schönsten deut­schen Fach­werkstädte, die genauso wie Feuchtwangen und Schil­lingsfürst an der Ro­man­tischen Straße liegen. Barock prä­sen­tiert sich die Stadt Ansbach mit ihrer Orangerie, in deren Garten Kaspar Hauser er­mor­det wurde. Link
Das Fränkische Seenland ist zwar ein künst­liches Ferienparadies, doch ge­hört es längst zu den beliebtesten Ba­de­re­gionen Frankens. Zum Kanufahren ist allerdings die Altmühl vorzuziehen, die sich durch den Südwesten Frankens bis nach Pappenheim schlängelt. Zu­dem locken die Römer in Weißenburg und die Deutschordensstadt Ellingen mit ihrem Schloss. Link
Region Nürnberg
Zusammen mit Fürth und Erlangen bil­det Nürnberg nicht nur das größte Bal­lungs­gebiet Frankens, auch in kul­tu­rel­ler Hinsicht gehört die Region zum Pflicht­programm. Das Spektrum reicht vom Germanischen National­museum über die Kaiserburg bis hin zum Do­ku­men­tationszentrum auf dem ehe­ma­li­gen Reichsparteitagsgelände, das sich mus­tergültig mit den dunklen Jahren der deutschen Vergangenheit aus­ei­nan­der­setzt. Link
Felsen, Berge und Wälder
Mit ihren lieblichen Tälern, bizarren Jurafelsen und Höhlen sowie pittores­ken Burgruinen gehört die Fränkische Schweiz mitsamt der sich im Osten anschließenden Hersbrucker Schweiz zu den beliebtesten Wanderregionen Fran­kens. Eine ursprüngliche Land­schaft, in der es noch idyllisch gelegene Dörfer und Brauereien mit süffigen Bie­ren zu entdecken gilt. Link
Der Steigerwald mit seinen aus­ge­dehn­ten Laubwäldern und die im Nor­den angrenzenden Haßberge gelten als ein unverfälschtes Stück Fran­ken. High­light der Re­gion ist die Weltkul­tur­er­be­stadt Bam­berg. Das „frän­kische Rom“ steht auf sieben Hügeln und lebt vom Ge­gen­satz romanisch-gotischer Kir­chen­pracht und barocker Bürger­lich­keit. Link
Der Nordosten Frankens ist nicht nur durch ein raues Klima und die Höhen­züge des Fichtelgebirges und Franken­waldes geprägt, sondern auch durch die zahl­reichen Residenzstädte. Egal, ob Co­burg, Kulmbach, Kronach oder Bay­reuth - alle Städte besitzen noch mäch­ti­ge Festungen und prunkvolle Resi­den­zen, die an die fränkische Klein­staa­terei erinnern.
Am Main
Mit seinen Weinbergen gehört der Main zu den lieblichsten Regionen Fran­kens. Kunst und Kultur gehen hier eine einzig­artige Sym­bio­se ein. Entlang des Flusses durch­streift man Dutzende von herr­li­chen Klein­städten sowie die Main­me­tro­po­le Würz­burg. Einsamkeit fin­det man in den aus­gedehnten Wäl­dern des Spes­sarts und auf den Hö­hen­zü­gen der Rhön.
Sightseeing und mehr
Erlebnis Kultur
Franken hat kulturell viel zu bieten: Zum UNESCO-Welterbe gehören Bamberg, die Würz­burger Residenz, das Mark­gräf­liche Theater in Bayreuth und als Teil des Limes auch die Thermen in Weißen­burg. Eindrucksvoll ist aber auch das ehemalige Reichspartei­tagsgelände in Nürnberg.
„Franken ist wie ein Zauberschrank, immer neue Schubfächer tun sich auf und zeigen bunte, glänzende Kleinodien, und das hat kein Ende.“ (Karl Immermann)
Prunkvolle Schlösser
Ein Fürst braucht bekanntlich mindes­tens ein repräsentatives Schloss, und da es in Franken viele Fürsten gab, wur­den auch viele Schlösser gebaut. An erster Stel­le steht die zum UNESCO-Welterbe geadelte Würz­bur­ger Residenz (→ Link) mit Balthasar Neu­manns gran­diosem Trep­penhaus, die kein Ge­rin­gerer als Napoleon Bo­na­par­te als „das schönste Pfarrhaus Eu­ro­pas“ be­zeichnet hatte.
Doch auch die Neue Resi­denz in Bam­berg (→ Link) sowie die mark­gräf­lichen Schlös­ser in Ansbach und Bay­reuth sind eindrucksvolle Beispiele ba­rocker Prunkbauten. Die Aschaffen­bur­ger Jo­han­nis­burg (→ Link) diente sogar als Vor­bild für den repräsenta­ti­ven Schloss­bau in Deutsch­land. Nicht zu ver­ges­sen: das Schön­bornschloss Wei­ßen­stein in Pom­mersfelden (→ Link) und Mes­pel­brunn (→ Link), das fränki­sche Mär­chen­schloss schlech­t­hin. Weniger die Schlöss­chen als viel­mehr die zu­ge­hö­ri­gen Garten­an­la­gen fas­zi­nieren in Veits­höch­heim (→ Link) und im Aschaffenburger Park Schön­busch (→ Link). Zu ge­fal­len wis­sen selbst­verständlich auch die Bay­reuther Eremi­tage (→ Link) und Schloss See­hof (→ Link) in Mem­melsdorf bei Bam­berg.
Mächtige Burgen
Liebhaber al­ter Bur­gen ha­ben die Qual der Wahl: Es sind nämlich so viele, dass man den Eindruck be­kom­men kann, es gäbe in Franken kei­nen mar­kan­ten Bergkegel, den keine Burg­an­la­ge ziert. Zu nennen sind die pit­to­resk auf einem Felssporn thro­nen­den Bur­gen und Ru­i­nen in der Frän­ki­schen Schweiz wie beispielsweise Burg Pot­ten­stein (→ Link) oder ge­waltige mit­tel­alter­li­che Anlagen wie die Veste Coburg (→ Link), die Nürnberger Kai­serburg (→ Link), die Kulm­bacher
Plassen­burg (→ Link) und die Cadolz­burg (→ Link).
Klöster und Kirchen
Franken ist reich an sa­kra­len Bauten. Angefan­gen beim Kiliansdom in Würz­burg (→ Link), dem Bam­ber­ger Dom (→ Link) bis hin zur Nürn­berger Sebal­dus- oder Lo­renz­kirche mit ihren go­ti­schen Chö­ren. Vor allem im Ba­rockzeitalter ent­stan­den zahl­rei­che im­po­sante Bau­wer­ke, so Vier­zehn­hei­li­gen, Klos­ter Banz (→ Link) oder das Würz­burger Käppele (→ Link). Nicht zu vergessen: Gut er­hal­tene Kir­chen­bur­gen gilt es in Ost­heim vor der Rhön (→ Link) oder in Mönch­sond­heim (→ Link) zu be­stau­nen.
Museen und Kunst
Vielfältig ist auch das Spektrum der Mu­seen: Das Germanische National­museum in Nürnberg (→ Link) be­her­bergt die weltgrößte Sammlung deut­scher Kunst und Kultur. Zu den be­kann­testen Exponaten zählen neben Ge­mälden von Dürer und Cranach auch der original erhaltene Behaim-Globus so­wie der „Goldkegel von Etzelsdorf“. In­teressant ist auch das Museum für Franken in Würzburg (→ Link) oder das Reichsstadtmuseum in Ro­then­burg (→ Link).
Moderne Kunst findet sich im Neuen Mu­seum in Nürnberg (→ Link), das als Museumsbau ähnlich attraktiv ist wie das Museum Georg Schäfer in Schwein­furt (→ Link) mit der großen Spitz­weg-Sammlung. Es gibt natürlich auch eine Reihe von the­men­orien­tier­ten Museen, so das Jüdische Museum in Fürth (→ Link), das Nürnberger Spiel­zeugmuseum (→ Link), In­dus­trie­kultur- und DB-Museum sowie das fas­zinie­rende Frän­kische Freilandmuseum in Bad Winds­heim (→ Link).
Steinerne Zeugen des Größenwahns
Im südlichen Teil Frankens haben sich noch die Reste der „Teufelsmauer“ - so nann­ten die Einheimischen einst den Limes - und mehrerer römischer Ka­s­tel­le er­hal­ten. Am eindrucksvollsten wird die römische Vergangenheit in Wei­ßen­burg (→ Link) le­ben­dig, dort hat man ein Thermalbad ausgegraben und gleich ne­benan einen über­aus be­deu­tenden Römerschatz entdeckt.
Die Reste ei­nes weiteren glücklicher­weise unvollendeten Mam­mut­projek­tes er­heben sich auf dem ehe­ma­li­gen Reichs­parteitagsgelände in Nürn­berg (→ Link). In ihrem Größenwahn er­rich­te­ten die Na­tionalsozialisten im Süd­osten der Stadt ihre schon seit lan­gem brö­ckeln­den „Kulissen der Ge­walt“. Das in der einstigen Kon­gress­halle unterge­brach­te Doku­men­ta­tions­zen­trum trägt in ge­ra­dezu vorbildlicher Weise zum Ver­ständ­nis und zur Auf­arbei­tung der na­tio­nalsozialistischen Ver­gan­genheit bei.
Wälder, Seen, Berge, Flüsse
Erlebnis Natur
Die fränkische Landschaft ist vielfältig und reicht von teils kar­gen Felsformationen der Frän­ki­schen Schweiz, die einen span­nungs­rei­chen Ge­gen­satz zur lieblichen Main­l­and­schaft bilden, bis zu den Höhen von Rhön und Fichtelgebirge.
Fränkische Schweiz: Kletter- und Wanderparadies
Naturräumliche Gliederung
In geographischer Hinsicht wird Fran­ken von mehreren Mittelgebirgen ge­prägt: Im Osten erstrecken sich das Fich­telgebirge und die Fränkische Alb, im Norden der Frankenwald und die Rhön, im Westen dominiert der Spes­sart. Im Herzen der Region liegt der Stei­gerwald. Hinzu kommen grö­ße­re Ebe­nen wie das Mittelfränkische Be­cken. Landschaftsbildend ist auch der Main mit seinen Weinbergen, der sich durch den gesamten Norden Fran­kens schlän­gelt. Fast alle Flüsse wie die Reg­nitz und die Fränkische Saale münden ir­gendwann in den Main.
Naturparks in Franken
Franken besitzt keinen National­park, da­für zehn Naturparks, die sich dem Schutz von Natur und Landschaft ver­schrie­ben haben. Der Naturpark Stei­ger­wald gehört zu den ersten An­wär­tern für den Status eines Natio­nal­parks. Auf dem westlich von Ebrach ge­le­ge­nen Baumwipfelpfad (→ Link) lässt sich leicht ein Eindruck von die­sem ein­zig­artigen Landschaftsraum gewinnen.
Mehr als die Hälfte des Biosphä­ren­re­servats Rhön liegt in Franken, die an­de­ren Teile des UNESCO-Schutz­ge­bie­tes liegen in Thü­ringen und Hessen. Den Besucher erwartet eine weitgehend fas­zinierende Kulturlandschaft, die sich über sanfte Hügel und Hoch­pla­teaus erstreckt. Die Kernzone do­mi­nie­ren Buchen- und Edel­laubholzwälder so­wie einzigartige Hochmoore.
Dolomitfels, Höhlen, Dolinen
Die augenfälligsten geologischen Er­schei­nungen der Fränkischen Schweiz sind selbstverständlich die steil aufra­gen­den Dolomitfelsen, die die Täler allenthalben säumen. Wegen ihres har­ten mit Magnesium ver­fes­tigten Kalk­steins konnten sie der Erosion bis heute trotzen. Die Flusstäler selbst wa­ren viel zu schmal, um Land­wirt­schaft im grö­ße­ren Stil zu betreiben und auf den verkarsteten, was­ser­durch­läs­si­gen Jura­bö­den konnte man weder den Hochflächen noch den Tro­ckentälern große Reich­tü­m­er abgewinnen. Dafür ver­dan­ken die zahl­losen Höhlen der Frän­ki­schen Schweiz ihre Entstehung ge­rade dieser Bo­den­be­schaffenheit: Das Regen­wasser konnte problemlos in den ver­wit­terten Kalk­stein eindringen. Man­che Höhlen sind trichter- oder wan­nen­förmig ein­ge­brochen, was zur Bil­dung so­ge­nann­ter Dolinen führte, solch ei­nen deut­li­chen Einbruch bildet bei­spielsweise die bei Gößweinstein ge­le­ge­ne Fellner-Doline.
Moore und andere Naturwunder
Ein besonderer Le­cker­bissen ist das Schwar­ze Moor in der Ho­hen Rhön, denn es handelt sich hier­bei um eines der sel­te­nen, noch in­tak­ten Hoch­moore in Eu­ropa. Das Felsenlabyrinth der Lui­sen­burg mit seinen skurrilen Ge­steins­for­mationen versetzt einen leicht in eine märchenhafte Stimmung. Etwas mys­teriöser ist der mitten im Wald ge­le­gene Druidenhain bei Wohl­manns­ge­sees, der in Esoterikerkreisen als Kult­platz gehandelt wird.
Fränkisches Seenland
Der Kleine und der Große Brombachsee bil­den zusammen mit dem Igels­bach­see das Herzstück des Frän­ki­schen Seen­landes. Eingerahmt von Wäldern und Wiesen bieten die drei Seen ein un­gestörtes Naturerlebnis, das Was­ser­sport­ler und Radler zu schätzen wissen. Im Seezentrum tummeln sich Segler und Surfer und an den Stränden liegen die Sonnenanbeter.
Weiter westlich schließt sich der Alt­mühl­see an. Mit einer Fläche von 450 Hek­tar entspricht er von der Aus­deh­nung in etwa dem Königssee, doch be­sitzt der Altmühlsee wegen seiner ge­rin­gen Tiefe von nur 2,5 Metern eine weit­aus geringere Wasserkapazität. Den nördlichen Teil des Sees nimmt die Vo­gelinsel ein, ein 120 Hektar großes Bio­top und wichtiges Refugium für sel­tene Vogelarten und bedrohte Pflan­zen. Die mosaikartig angelegten Tüm­pel und Flachwasserzonen mit ihrem Schilf- und Gebüschgürtel bieten Brut- und Rastplätze für über 220 Vogelarten.
Parks und Gärten
Es gibt in Franken mehrere beein­dru­cken­de Parkanlagen. So beispielsweise die berühmte Eremitage, deren sen­ti­men­taler Landschaftsgarten durch­wan­dert werden kann. Ein besonderes Klein­od ist der Felsengarten Sanspareil. Mit faszinierenden Barockskulpturen glänzt der Garten von Schloss Veits­höch­heim ebenso wie der Hofgarten der Würz­burger Residenz. Ebenfalls auf die bi­schöfliche Gartenlust gehen der Park Schön­busch in Aschaffenburg und das Schloss Seehof bei Memmelsdorf zu­rück. Und ganz im Südwesten Fran­kens lockt das Schloss Dennenlohe mit sei­nem Wassergarten und dem größten Rho­dodendronpark Süddeutschlands.
Outdoorvergnügen
Aktiv in Franken
Franken ist geradezu ideal für einen Aktivurlaub. Das Spek­trum ist groß und reicht vom klassischen Wandern über aus­gedehnte Fahrradtouren bis hin zu Klettern in der Fränki­schen Schweiz und Kanufahren auf der Altmühl.
Der Tou­ris­mus­verband Franken in­for­miert auch über regionale An­ge­bo­te zum Thema „Wan­dern ohne Gepäck“, außerdem über Radfahren von Mountainbiking bis Genuss­radeln, Klettern, Kanufahren, Nordic Walking und viele andere Aktivitäten (www.frankentourismus.de).
Auf Schusters Rappen
Es gibt in Franken rund 40.000 Ki­lo­meter markierte Wanderwege - zu viel für ei­nen Jahresurlaub. Nicht nur die sport­li­chen Wan­derer finden ih­ren Pfad, auch die­jeni­gen, die es lieber ge­müt­lich an­ge­hen möchten, kommen auf ihre Kos­ten. Klassische Wan­der­re­gio­nen sind Spessart, Rhön, Fränkische Schweiz, Steigerwald, die Haßberge und das Fichtelgebirge.
Auf dem 520 Kilometer langen Fran­ken­weg (www.frankenweg.de), dem jüngs­ten Fernwanderweg, kann man Fran­ken vom Renn­steig bis zur Schwä­bi­schen Alb durchqueren. Mit dem Frän­kischen Ge­birgs­weg (www.fraenkischer-gebirgsweg.de) besitzt Fran­ken einen wei­te­ren attraktiven Fern­wan­derweg, der sich über 420 Ki­lo­meter von Unter­eichen­stein im Fran­ken­wald bis nach Hersbruck er­streckt.
Ein großes Lob verdient der Frän­ki­sche-Schweiz-Verein für den Ausbau zwei­er Wan­derwege, die es auch Schwer­be­hin­der­ten ermöglichen, die Na­tur intensiv zu er­leben. Der eine Weg führt zwi­schen Waischenfeld und Burg Rabeneck durchs Wie­senttal, der an­de­re durch den Rabensteiner Forst bei Egloffstein.
Wer nicht gerne alleine wandert, kann sich an den Fränki­schen Alb­ver­ein wenden, der ge­führ­te Wan­de­run­gen anbietet und sich auch um die Mar­kierung der Wanderwege küm­mert.
Radfahren
Die Höhenzüge des Fichtelgebirges und der Rhön mit dem Fahrrad zu erklim­men ist zwar nicht jedermanns Sache, aber wer die sportliche Herausforde­rung liebt, fin­det hier mit Sicherheit zahl­reiche Steigungen. Geruhsamer ra­delt es sich am Main (www.mainradweg.com) oder am Rhein-Main-Donau-Kanal. Der Main-Rad­weg wurde als ers­ter deutscher Fernradweg vom All­ge­mei­nen Deut­schen Fahr­rad­club (ADFC) mit dem höchsten Gü­te­sie­gel - also mit fünf Ster­nen - be­wer­tet. Loh­nend ist auch eine Tour auf dem Tau­ber-Altmühl-Radweg, der auf mehr als 300 Kilo­me­tern von Wertheim über Ro­then­burg ob der Tauber bis nach Kel­heim führt (www.tauber-altmuehl-radweg.de). Abwechslungsreich ist auch der Aisch­talradweg (www.aischtalradweg.eu).
Ne­ben zahlreichen ausgebauten Rad­wegen eignen sich die teilweise recht wenig befahrenen Landstraßen gut für Touren­fahrer. An fast al­len Fe­rien­orten ist ein Fahr­radverleih bereits ei­ne selbst­ver­ständ­li­che Ein­rich­tung. Zu­dem gibt der Tou­ris­mus­ver­band Fran­ken die Bro­schüre „Ra­deln in Fran­ken“ her­aus, die zahl­rei­che Tipps und Tou­renvorschläge be­in­hal­tet. Ei­nen aus­ge­zeich­neten Über­blick über al­le aus­geschilderten Fern­rad­wege bietet www.radroutenplaner-bayern.de.
Klettern jeglicher Art
Sportkletterern hüpft beim Stichwort Frän­kische Schweiz das Herz. Die Kalk­fel­sen bieten eine große Bandbreite an Rou­ten. Klassiker wie Action Directe und Sautanz warten auf die Profis, aber auch Anfänger finden ihre Wand. Süd­lich schließt das Klettergebiet Nürn­ber­ger Land an. Und im Norden erstreckt sich das Gebiet Obermain-Jura u. a. mit dem Kleinziegenfelder Tal. Klet­ter­schu­len bieten auch Kurse an.
Eine andere Art des Kletterns bieten Klet­tersteige, wie der Höhenglücksteig und der Norissteig bei Hersbruck.
Wassersport
Wer will, kann auf der Pegnitz und auf der Wiesent Kanutouren unternehmen. Im Fränkischen Seenland kann man auch Segeln und Surfen oder den neu­en Trendsport Stand-up-Paddling aus­üben. Zum Baden eignen sich die zahl­rei­chen über Franken verteilten Seen, so der Ellertshäuser See oder der Wei­ßen­städter See.
Wintersport
Zwar ist Franken keine ausgesprochene Win­tersportregion, doch werden - ent­spre­chende Wetterbedingungen vo­raus­ge­setzt - die Loipen gespurt und die Ski­lifte ge­öff­net. Zudem kann man Schnee­schuhwanderungen un­ter­neh­men.
Die alpinen Skiläufer werden von mehr als zwei Dutzend Liftanlagen die je­wei­ligen Hänge hoch befördert, man­cher­orts auch nachts bei Flutlicht. Das größ­te „Ski­gebiet“ findet man im Fich­tel­gebirge rund um den 1023 Meter hohen Och­sen­kopf. Zwei moderne Hau­ben­sesselbahnen beför­dern die Ski­fah­rer nach oben. Die skibegeisterten Un­ter­fran­ken pilgern zum Kreuzberg in der Rhön, wäh­rend Mittelfrankens läng­s­te Piste am Schlossberg unweit von Schnaittach zu fin­den ist. In der Frän­kischen Schweiz gibt es weitere Ski­lifte in Spies, Hohenstein, Lein­burg und Tauchersreuth. P.S. In Franken gibt es weder Föhn noch La­wi­nen­ge­fahr ...
Familienurlaub
Franken mit Kindern
Kinder sind kritische Urlauber: Ein langweiliges Urlaubs­programm wird schnell mit Protesten kommentiert; Alternativen sind also gefragt. Glücklicherweise bietet Franken ein vielfältiges Angebot für Kinder und Jugendliche, wobei das Spektrum vom Tiergarten über die Ritterburg bis zum Freizeitpark reicht.
Urlaub auf dem Bauernhof
Nach wie vor hoch im Kurs, und natürlich gibt es in Franken mit seinen zahllosen Bauernhöfen eine Vielzahl von Anbietern dieser preiswerten und zugleich abwechslungsreichen Urlaubsform. Infos unter www.bauernhof-urlaub.com.
Aktiv im Wald und in Höhlen
Wie ist eigentlich ein Moor aufgebaut? Und warum ist der Wald für uns Men­schen so wichtig? In Franken kann man sich vielfältig mit der Natur be­schäf­tigen, sei es bei einer Wanderung durch das Schwarze Moor in der Rhön (→ Link) oder bei einem Besuch im Wald­erlebniszentrum Tennenlohe (→ Link). Besonders spektakulär ist auch eine Erkundung des 1150 m lan­gen Baumwipfelpfades im Stei­ger­wald, der sich mit dem Ökosystem Wald be­schäf­tigt und als Highlight mit einem 42 m hohen, barrierefreien Aus­sichts­turm punktet (→ Link).
Abtauchen in den Untergrund kann man in den Tropfsteinhöhlen der Frän­ki­schen Schweiz, z. B. in der Teu­fels­höhle bei Pottenstein (→ Link) oder der Sophienhöhle im Ailsbachtal (→ Link).
Mehr Action und Adrenalin bieten die Hochseilgärten bei Kloster Banz (→ Link), bei Betzenstein (→ Link) oder bei Veilbronn in der Fränkischen Schweiz (→ Link). Und Jugendliche kön­nen sich am Höhenglücksteig bei Hers­bruck (→ Link) ausprobieren.
Landleben mal anders
Wie lebten eigentlich die Menschen der Groß- und Urgroßelterngeneration auf dem Land? Das kann man an­schau­lich in den Freilandmuseen in Fladungen in der Rhön (→ Link) oder in Bad Winds­heim (→ Link) er­fah­ren. Letz­teres ver­sammelt auf ei­nem 50 Hektar gro­ßen Gelände zahl­rei­che historische Ge­bäu­de, von der Dorf­schmiede bis zur Müh­le. Alle kön­nen besichtigt wer­den - inklusive der Stäl­le mit ty­pi­schen Nutz­tieren. Mehr­mals in der Woche gibt es ein Mit­machprogramm für Kin­der, bei­spiels­wei­se vom „Schaf zum Schal“. Das Fla­dunger Frei­land­museum ist klei­ner, aber man kann von Mell­rich­stadt mit dem Rhön-Zügle hin­fah­ren (auch mit Dampf­lok!).
Erdmännchen, Luchse und Co.
Exotische Tiere kann man im Tiergarten Nürnberg (→ Link) bestaunen, einer der schöns­ten und größten Anlagen Eu­ropas. Die Freigehege wurden zum Teil geschickt in ehemalige Sand­stein­brü­che integriert - besonders toll sieht das bei den Löwen sowie den Eisbären aus. Immer wieder ein Spaß sind der Aqua Park und die Delphin­lagune, das Gorilla­frei­gehege sowie das Tro­pen­haus. Außerdem im Angebot: spezielle Füh­rungen und thematische Geburts­tags­programme, besonders beliebt ist der „Besuch beim Lieblingstier“.
Auch in Hof gibt es im Stadtpark The­resienstein (→ Link) einen zoo­lo­gi­schen Garten, unter anderem mit Luch­sen und Kängurus. Heimische Tier­arten wie Rot- und Damhirsche, aber auch Steinböcke und Muffelwild kön­nen im Wildgehege Hundshaupten (→ Link) in groß­zügi­ger natürlicher Um­gebung beobachtet werden. Und im Wild­park Klaushof (→ Link) bei Bad Kis­singen gibt es Rhönschafe, Ziegen und einen Streichelzoo.
Ritter, Burgfräuleins und wilde Vögel
Franken ist ein Land der Burgen, Schlös­ser und Ruinen, die eine leben­dige Vorstellung von der Welt des Mit­tel­alters vermitteln. Die mäch­tigs­ten Burg­anlagen sind sicherlich die Nürn­ber­ger Kaiserburg (→ Link), die Ves­te Coburg (→ Link) und die Kulm­ba­cher Plassenburg (→ Link). Zu einer in­teraktiven Zeitreise ins Spät­mit­tel­al­ter lädt das Burgmuseum in der Cadolz­burg (→ Link) ein. Bekannt für ihre vie­len Burgruinen ist die Fränkische Schweiz, dort kann man, wie in der Burgruine Neideck (→ Link), auch schön herumtollen.
Geier, Adler, Eulen und Falken wer­den in den Falknereien neben Burg Ra­ben­stein (→ Link) und Schloss Schil­lings­fürst (→ Link) bei spek­ta­ku­lä­ren Flugvorführungen präsentiert.
Schaurig-interessante Einblicke in das mittelalterliche und früh­neu­zeit­li­che Rechts­wesen gewährt das Mit­tel­al­ter­liche Kriminalmuseum in Ro­then­burg (→ Link), aber auch die Nürn­ber­ger Lochgefängnisse (→ Link) zei­gen die Schattenseiten des Mit­tel­al­ters.
Museen und Freizeitparks
Es ist nicht immer leicht, Kinder und Ju­gendliche für einen Museumsbesuch zu begeistern, aber in Franken gibt es ein paar interessante Museen, die auch Kin­deraugen zum Leuchten bringen. Bei­spielsweise das Spielzeugmuseum (→ Link) und das DB-Museum (→ Link) in Nürnberg oder das Erika-Fuchs-Haus in Schwarzenbach an der Saale (→ Link), das für alle Micky-Maus-Fans sicherlich ein Highlight ist.
Abwechslungsreiche Freizeitparks fin­den sich in Geiselwind (→ Link) oder in Schloss Thurn (→ Link), wäh­rend der Playmobil Fun Park (→ Link) in Zirndorf bei Fürth geradezu zum Pflichtprogramm gehört.
Genuss pur!
Bier und Wein
Franken ist in Bier- und Wein­franken zweigeteilt. In Mittel- und Oberfranken wird dem Gerstensaft gehuldigt, zwischen Kulmbach und Nürnberg gibt es die größte Brauereidichte Deutschlands, während am unter­fränkischen Main ein­zig­ar­ti­ge Weinlagen wie der Würz­burger Stein zu finden sind.
„Das Bier ist bitter, das saufen die Ritter, den Wein, den sauern, den trinken die Bauern“, besagt ein altes fränkisches Sprichwort.
Fränkische Brautraditionen
Nirgendwo in Deutschland existieren so viele Braue­reien wie im Frän­ki­schen, zudem ist Mittelfranken das viert­größte Hop­fen­an­baugebiet der Bun­desrepublik. Allein in Bamberg sind elf Brauereien an­sässig. Und in der Frän­kischen Schweiz hat (fast) jedes Dorf seine eigene Brauerei samt Gast­hof.
Das Angebot ist vielfältig: Weiß­bie­re, Helles oder Dunkles, Pils, Lager-, Fest-, Bock- und Kellerbier, Export oder Märzen und das Bay­reuther Braun­bier. Das Lieblingsbier des Fran­ken ist das dunk­le Vollbier, man­chmal auch Mär­zen genannt, rotgolden im Ton und stark ge­hopft sollte es sein.
Doch egal, wel­ches Gebräu man be­vor­zugt, die Bestandteile sind stets die glei­chen: Hop­fen, Malz und Wasser. Nur in der rich­ti­gen Mischung und Qua­li­tät der Zutaten so­wie der La­ge­rung und Her­stellung un­ter­schei­den sich die Biere.
Wer sich kulturhisto­risch mit den frän­kischen Brauerei­tra­di­tio­nen aus­ei­nan­derset­zen will, hat dazu im Frän­ki­schen Brauereimuseum (Bam­berg) so­wie im Bayeri­schen Braue­rei­mu­seum Kulm­bach und im Brau­er­ei­museum der Ge­brüder Maisel in Bay­reuth reichlich Ge­legenheit.
Rauchbier
Bekannt ist das Bamberger Rauch­bier, so wie es im „Schlenkerla“ aus­ge­schenkt wird - der spätere Nobel­preis­trä­ger Samuel Beckett kehrte 1937 dort ein und befand: „excellent“. Das an frisch Ge­räuchertes erinnernde Aroma wird da­durch erzielt, dass der würzige Rauch brennen­der Bu­chen­schei­te be­reits auf der Darre mit dem Malz ver­mählt wird, be­vor sich das Ge­bräu mit dem edlen Hop­fen im Sud ve­rmischt. Ge­nauso vielfältig ist der Geschmack: süf­fig und stark, hop­fig und süß­lich, ober- oder unter­gärig.
Und kulinarisch?
Auch in der fränkischen Kü­che hat das Bier seine Spu­ren hinterlassen: Auf den Spei­sekarten finden sich Karpfen im Bierteig, Zwie­bel­rost­braten in Schwarz­bier­soße oder ein Saibling mit Sabayon vom Kristall-Weiß­bier. Und wer zum Nachtisch eine geeis­te Weiß­bier­creme mit Karamell­ba­na­nen be­stellt, bewegt sich si­cher­lich auf höchs­tem ku­li­na­ri­schem Niveau.
Weinland Franken
Das Markenzeichen des Frankenweins ist der Bocksbeutel, nur noch in der ba­di­schen Ortenau und im Ausland (por­tu­giesischer Rosé) sind diese Fla­schen in Form des Hodensackes eines Zie­gen­bocks zugelassen. Traditionell wird der of­fene Wein als Schoppen (0,25 l) aus­ge­schenkt.
Mit den Franken, das will heißen, mit der Christianisierung Frankens, wur­de erst­mals auch Wein angebaut. Zu­erst waren es nur die Mönche, die an den Ufern von Main und Saale mit ih­ren Füßen die Trauben zu Saft zer­stampf­ten: 777 ist Wein­bau für Ham­mel­burg, zwei Jahre später für Würz­burg urkundlich überliefert.
Die frän­kischen Weine sind hand­ver­lesen, denn die steilen Hänge eig­nen sich nicht für Ma­schinen. Das bürgt für Qualität: Schon am Rebstock erfolgt eine gründliche Selek­tion.
Silvaner & Co.
Seit der Mitte des 17. Jahrhunderts ist die Silvanerrebe in Franken heimisch. An­geb­lich soll sie ein weit gereister Eb­ra­cher Zisterzienserabt aus Trans­sil­va­nien ein­ge­führt haben. Als Hauptrebe ist die Silvanerrebe vom Müller-Thur­gau verdrängt worden. Relativ selten sind Bacchus, Domina, Kerner, Riesling und Scheurebe, eine Kreuzung aus Sil­va­ner und Riesling. Nur an wenigen Hän­gen, so z. B. in Klingenberg und Groß­heubach, werden auf den dor­tigen Bunt­sandsteinböden Rotweine (Früh- und Spätburgunder sowie Portu­gie­ser) angebaut; sie machen ein Fünftel der Rebflächen aus.
Fränkische Weingebiete
Die An­bau­fläche beträgt gut 6000 Hek­tar und er­streckt sich fast aus­schließ­lich auf das Maintal von Bam­berg bis Aschaffenburg so­wie auf die Täler der Ne­benflüsse Wern, Fränkische Saale, Tau­ber und die Ge­gend um Bad Winds­heim. Zunehmend wird in den letzten Jah­ren Weinbau un­ter öko­logischen Ge­sichts­punkten betrieben. Etwa 90 % der Winzer (Häcker) be­sit­zen weniger als ei­nen Hektar Rebfläche; sie haben sich daher zu Win­zer­ge­nos­sen­schaften zu­sammen­ge­schlossen. Am Untermain (Bürg­stadt, Klingenberg etc.) und im Würz­burger Raum schenken diese klei­nen Winzer seit alters her ihren Wein in sog. He­ckenwirtschaften aus, um ent­we­der rasch an Bargeld zu kommen oder aus Mangel an Lagerfläche.
Unterwegs in Franken
Romantisches Franken
Unter diesem Namen werden der fränkische Teil der Ro­man­tischen Straße sowie der Landkreis Ansbach bis nach Fürth vermark­tet. Ein spärlich besiedelter, aber sehr reizvoller Landstrich mit traumhaften Klein­städten wie Din­kelsbühl und Rothenburg ob der Tauber.
Tourismusverband „Romantisches Franken“, 91598 Colmberg, Am Kirchberg 4, Tel. 09803/94141. www.romantisches-franken.de.
Die Romantische Straße, die älteste und berühmteste Touristikroute Deutsch­lands, verbindet zwischen Würz­burg und Füssen Städte mit klang­vollen Na­men wie Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Nördlingen und Augs­burg, aber auch klei­nere, un­be­kann­tere Orte wie Tauber­bischofs­heim, Feucht­wan­gen und Har­burg. Zu Fran­ken ge­hört neben Würzburg aber nur der Bereich zwi­schen Rothen­burg und Din­kelsbühl. Es ist nicht ver­wun­der­lich, dass diese Straße 1950 als die „Ro­mantische“ be­zeichnet wurde. Die Städ­te Donau­wörth, Nördlingen, Din­kels­bühl und vor allem Rothen­burg ob der Tauber wur­den in der Romantik von den Poeten und Malern als Sinn­bild des deutschen Mittelalters „ent­deckt“. Alle vier Städte haben den Höhe­punkt ihrer kulturellen und politi­schen Bedeutung im Spätmit­telalter erlebt, also in jener Epo­che, die die Ro­man­tiker so sehr verherrlichten.
Naturpark und Wein
Durch das „Romantische Franken“ ver­läuft mit der Burgenstraße eine wei­tere be­rühmte Touristikroute, an der unter an­derem die Burg Colmberg und die Veste Lichtenau liegen. Ihr land­schaftlicher Mittelpunkt ist der „Natur­park Fran­ken­höhe“. In diesem rund 1100 Qua­dratkilometer großen Gebiet scheint die Sonne besonders häufig, und mit nur 60 Einwohnern pro Quad­ratkilometer ist es die am dünnsten be­siedelte Region Bayerns. Nach Osten, zum Mittelfränkischen Be­cken hin, fla­chen die meist bewaldeten Höhenrü­cken ab. Der Naturpark fällt durch die Viel­falt der Baumarten und Strauch­flora sowie seinen Vogelreichtum auf: Mäuse­bus­sard, Turm- sowie Baum­falke, Hüh­nerhabicht und Sperber sind nicht sel­ten. An den Süd­flanken der Franken­höhe reift dank des günstigen Kli­mas ein ausge­zeich­ne­ter Wein. Vom Riesling und Müller-Thurgau ein­mal ab­ge­sehen, hat der Sil­vaner in Fran­ken seine beste Pfle­gestätte.
Karpfen und Co.
Der nordöstliche Teil des „Romanti­schen Fran­kens“, der bis 1994 noch unter dem Begriff Rangau eine ei­gene Tou­rismusregion dar­stellte, gilt mit seinen vielen Fischweihern rund um Höchstadt und Neustadt an der Aisch als Deutsch­lands Karpfengegend Nr. 1.
Auch an Sehenswürdigkeiten herrscht kein Mangel. Die bekannten tou­risti­schen Zentren Rothenburg ob der Tau­ber und Dinkels­bühl so­wie die Höhen­burgen Cadolzburg und Colm­berg we­cken Erinnerungen an das Mit­tel­alter; nicht zu vergessen Ansbach, die Stadt des frän­kischen Rokokos.
Was anschauen?
Mittelalterliches Kriminalmuseum in Rothenburg: Schaurig-interessante Ein­blicke in das mittelalterliche und früh­neu­zeit­liche Rechts­wesen. Link
Riemenschneider-Altar in Detwang: Der Chor des roma­nischen Kirchleins St. Peter und Paul beherbergt einen herr­lichen Hoch­altar aus der Werk­statt von Til­man Rie­menschneider. Link
St. Georg: Die dreischiffige Stadt­pfarr­kir­che von Dinkelsbühl ist ein be­ein­dru­ckender spätmittelalterlicher Bau mit einer faszinierenden Raum­wir­kung. Link
Schlosspark Dennenlohe: Eine der schön­s­ten Gartenanlagen Frankens um­fasst den größten Rho­do­den­dron­park Süd­deutsch­lands. Besonders schön ist auch der Wassergarten, der sich ent­lang mehrerer In­seln am Den­nen­loher See erstreckt. Link
Die Cadolzburg: Die mächtige Hohen­zol­lernburg wurde nach ihrem Wie­der­aufbau als Erlebnismuseum konzipiert und lädt auf vier Eta­gen zu einer in­ter­ak­tiven Zeit­reise ins Spätmittel­alter ein. Link
Was unternehmen?
Auf der Stadtmauer laufen: Auf einem ausgeschilderten Turmweg kann man Rothen­burg ob der Tauber entlang der Stadtmauern umrunden. Link
Wörnitz-Strandbad: Direkt vor den Toren von Dinkelsbühl kann man sich in dem historischen Strandbad abküh­len. Link
Jagdfalkenhof: Spannend ist es, auf Schloss Schil­lingsfürst eine Flug­vor­füh­run­g mit Fal­ken, Geiern und Adlern zu besuchen. Link
Was sonst noch?
Taubertal-Festival: Am zweiten Au­gust­wochenende pilgern mehr als 20.000 Mu­sikfans ins Taubertal - eine ein­ma­li­ge Location unterhalb der Stadt­mauer von Rothenburg ob der Tauber. Link
Kreuzgangspiele: Stimmungsvolle Frei­licht­bühne im Kreuzgang des ehe­maligen Klosterhofes in Feuchtwangen. Link