Inhaltsverzeichnis
Titel - Untertitel (/Genre)
Impressum
Vorwort
Die reichste Ente aller Zeiten
Ägypten: der pharaonische Sozialismus
Die Griechen: von Krösus zum Kultur-Keynesianismus
Rom: die Maden im Speck
Cäsar: der Dagobert der Antike
Arabien: Ali Baba und die untreuen Wesire
China: der Beamtenstaat
Die Hanse: Wenn Kaufleute Krieg führen
Von Klaus Störtebeker bis Pablo Escobar: die Räuberbarone
Conquista: die Lizenz zum Töten
Von Cesare Borgia bis Leo Kirch: die Scheinreichen
Jakob Fugger: der Dagobert der Renaissance
Indien: Großmoguln und Pfeffersäcke
Der Übergang des Abendlandes
Von John Law bis Thomas Haffa: die Magier der Spekulationsblasen
Die Industrialisierung: ohne Rücksicht auf Verluste
Die Rothschilds: die Dagoberts des 19. Jahrhunderts
Die Eisenbahn-Ära: zäh wie Krupp und hart wie Vanderbilt
Siemens und Edison: die Düsentriebs als Dagoberts
John D. Rockefeller: der Dagobert des 20. Jahrhunderts
Öl: der Rohstoff, aus dem die Träume sind
Schöne neue Warenwelt: Die Marke macht’s
Am laufenden Band: der Triumph des Fordismus
Von Wallenstein bis Stinnes: die Kriegs- und Krisengewinnler
Die Preiskrieger: Der Handel wird zur Weltmacht
Der Börsenboom: Wall Street makes the Superstar
Bill Gates: der Dagobert des 21. Jahrhunderts
Ein Blick in die Kristallkugel
Und die Moral von der Geschicht’?
Anmerkungen
Literatur
Personenregister
Anmerkungen
1
Quinsai, das heutige Hangtschou, war im 13. Jahrhundert eine der größten Städte der Welt, Marco Polo selbst spricht von 1,6 Millionen Einwohnern.
2
Die Schilderung folgt Ogger, Kauf dir einen Kaiser, S. 237f.
3
In den vergangenen Jahrzehnten haben sich zwar die ökonomischen Schwerpunkte aus den winterkalten in die von der Sonne begünstigten Regionen verlagert (z. B. von der US-Ostküste nach Kalifornien oder Florida), aber hierbei handelt es sich gewissermaßen um eine postindustrielle Entwicklung, bei der Kreativität und Lebensfreude der Beschäftigten wichtiger und die fordistische Arbeitsdisziplin unwichtiger werden — so entstehen weniger Fabriken als vielmehr Traumfabriken.
4
Bei einer Aktie, die wie EM.TV bei einem Kurs von knapp über Null anfängt und wieder bei einem Kurs von knapp über Null endet, kann der Verlust der Kleinaktionäre berechnet werden als Summe aus den Gewinnen, die die übrigen Beteiligten aus EM.TV gezogen haben – da es sich faktisch um ein Nullsummenspiel handelt, müssen den Gewinnen der einen die Verluste der anderen entsprechen. In dem Buch Der Minus-Milliardär (S. 221-226) habe ich auf diese Weise den Betrag errechnet, um den die Haffa-Aktionäre erleichtert wurden.
5
Die Schilderung folgt Morton, Die Rothschilds, S. 59f.
6
Als erste moderne Aktiengesellschaft gilt die »Vereinigte Ostindische Handels-Kompanie« der Niederlande, gegründet am 20. März 1602. Ihr britisches Pendant kann zwar noch zwei Jahre mehr vorweisen, wurde aber erst 1613 in eine AG umgewandelt.
7
Der Adelstitel und damit das »von« wurde ihm erst 1888 verliehen.
8
Wie es ein paar Russen zu einem Milliardenvermögen brachten, indem sie ihrem Staat die Hoheit über das Öl wieder wegnahmen, steht im Kapitel über die Kriegs- und Krisengewinnler.
9
So zumindest lautet die Zusammensetzung gemäß der Patentschrift Nr. 144289 des Kaiserlichen Patentamts vom 21. September 1903.
10
Vielen Dank an Johano Strasser, der diese Prophezeiung kürzlich wieder ausgegraben hat.
11
Die Enteignungen durch die sowjetische beziehungsweise die DDR-Regierung in Ostdeutschland nach 1945 werden hier nicht berücksichtigt, da sie keine neuen Vermögen schufen, sondern »nur« alte Vermögen vernichteten.
12
Zur großen Schwankungsbreite bei der Umrechnung in heutige Währung vgl. die Ausführungen im Rockefeller-Kapitel.
13
Sinn und Unsinn dieser beiden unterschiedlichen Vorgehensweisen stehen hier nicht zur Debatte. Ich habe sie in meinem Buch Vorbild Deutschland (Eichborn 2003) ausgiebig diskutiert (S. 47-57).
14
Dieser Abschnitt beruht weitgehend auf Ausführungen in meinem Buch Die humane Revolution. Warum Sie in Zukunft an Ihrem Arbeitsplatz tun können, was Sie wollen, DVA, München 2001, S. 177 – 180.
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Die reichste Ente aller Zeiten
»Ach, lieber Freund! Sie ahnen ja nicht, was man als Krösus leidet! Ich bin der reichste Mann der Welt! Meine Geldspeicher quellen nur so über! Kurz, ich müsste überströmen vor Glück! Aber all mein Reichtum macht mir keine Freude mehr!« Sagte Dagobert Duck zum genialsten Erfinder aller Zeiten, zu Daniel Düsentrieb. Das mit dem »reichsten Mann der Welt« stimmt natürlich nicht, schließlich ist Dagobert auch im feinsten Business-Outfit jederzeit als Ente zu erkennen. Aber den Titel »reichste Ente aller Zeiten« wird ihm niemals jemand streitig machen. »Auf den Kreuzer genau 37 Fantastillionen 119 Trilliarden Taler« zählte er 1983, und selbst wenn der Umrechnungskurs des Entenhausener Talers zum Euro nicht tagesaktuell berechnet wird und auch die Fantastillion in den uns Menschen geläufigen Zahlensystemen nicht vorkommt: Allein schon die 119 Trilliarden Taler sorgen dafür. Selbst wenn man dieses Vermögen gleichmäßig auf alle 6 Milliarden Menschen verteilen würde, blieben für jeden Einzelnen noch 20 Billionen Taler übrig. Geht man entsprechend den aus den Comics bekannten Entenhausener Kaufkraftparitäten davon aus, dass ein Taler etwa einem Dollar entspricht, wäre Dagobert Duck also so reich, dass er allein mit seinem Kleingeld (denn die Fantastillionen rechnen wir nicht mit) jeden Menschen auf der Erde 500-mal reicher als Bill Gates machen könnte! Dass wir es überhaupt wagen können, in einem Buch über die reichsten Lebewesen der Welt noch andere Personen außer Dagobert Duck aufzunehmen, verdanken wir einzig dem Umstand, dass es sich bei Dagobert um eine erfundene Figur, ja, um eine Karikatur handelt.
Es kommt immer wieder vor, dass wir uns anhand von Karikaturen eine historische Figur oder auch eine Situation erschließen. Cäsar kennen wir so, wie er bei Asterix dargestellt ist, Nero so, wie Peter Ustinov ihn in Quo Vadis verkörperte. Ein geschminkter Bretone, der durch kroatische Karstlandschaften reitet und dabei das humanistische Ideal des Kleinkriminellen Karl May aus Sachsen darstellt, prägt unser Bild des Wilden Westens im 19. Jahrhundert: Pierre Brice als Winnetou. Und unser Bild vom turbokapitalistischen Vollblutunternehmer sieht ziemlich genau so aus, wie jener Zylinder- und Bürzelträger unbestimmbaren, aber hohen Alters aus Entenhausen.
Dabei ist diese Ente von der kapitalistischen Realität etwa so weit entfernt wie Pierre Brice von einem Häuptling der Apachen. Schon Dagoberts Ziehvater Carl Barks hat das eingestanden: »Dagobert ist ein absoluter Feind des kapitalistischen Systems: Er würde es innerhalb eines Jahres zerstören. Er würde alle Vorgänge, die den Kapitalismus ausmachen, einfrieren. Er würde niemals etwas ausgeben, und so würden alle ärmer werden, denn er häuft ihr Geld an, und nach einer gewissen Zeit hätte keiner außer ihm noch Geld. Das wäre das Ende des Kapitalismus.« «
So wie Dagobert wird man niemals Milliardär
Wobei dies bestenfalls die halbe Wahrheit ist. Denn Barks hält seiner Kreatur zugute, sie habe tatsächlich das Zeug, der reichste Mensch der Welt zu werden (wenn sie nicht zufällig eine Ente wäre). Das lässt sich jedoch mit Sicherheit ausschließen: Jemand, der sich verhielte wie Dagobert Duck, könnte niemals zum reichsten Menschen der Welt werden. Er würde irgendwo im Mittelfeld der Multimillionäre hängen bleiben, oder wahrscheinlich sogar schlicht Pleite gehen. Denn:
Dagobert Duck verzettelt sich. Es gibt kein Geschäftsfeld, das er verschmähen würde, wenn es nur genug Geld einbringt. Ob Schatzsuche, Töpferware oder Pfefferminzeis, Hauptsache der Profit stimmt. Das kann in Pionierzeiten eine Zeit lang gut gehen, wenn unzählige Marktnischen geradezu darauf warten, entdeckt zu werden. Es funktioniert nicht mehr in Konsolidierungsphasen, in denen in jedem Markt nur die besten, billigsten, schnellsten, jedenfalls die an die Marktbedingungen am besten angepassten Anbieter überleben. Spätestens da trägt es einen breit aufgestellten Generalisten wie Dagobert aus der Kurve, wenn er sich nicht strikt darauf beschränkt, eine Art finanzielles Controlling zu betreiben und den Rest seinem Management anzuvertrauen. Aber Dagobert muss ja unbedingt alle operativen Entscheidungen selbst treffen.
Praktisch alle Superreichen, denen wir auf unserem Rundgang durch die Weltgeschichte begegnen werden, haben sich beschränkt. Auf ein Produkt, eine Branche, eine Wertschöpfungskette, eine Methode. Wenn sie mit irgendetwas großes Geld verdient haben, sei es nun Software oder das Plündern von Städten, sind sie dabei geblieben. Die permanente Hinwendung zu neuen Herausforderungen, ob besonders spannend, anspruchsvoll oder profitabel, ist eher in Branchen wie Literatur oder Bildende Kunst anzutreffen – in der Ökonomie dagegen nur bei jener Sorte Unternehmer, die noch kein ausreichend profitables Geschäftsfeld gefunden haben und deshalb darauf angewiesen sind, zu experimentieren. Die erfolgreichen hingegen folgen der Maxime Henry Fords: »Es ist besser, alle Kraft einzusetzen, eine Idee zu vervollkommnen, statt anderen, neuen Ideen nachzujagen. Eine gute Idee bietet gerade so viel, als man auf einmal bewältigen kann.«
Dagobert Duck lässt sein Geld nicht arbeiten. Allein die Vorstellung, er müsse aus seinem Geldspeicher Geld wieder herausnehmen, ist ihm ein Gräuel. In sehr begrenztem Umfang fließen Investitionen in Entdeckungsreisen und sonstige Innovationen, aber auch das nur bei kurzfristig zu erwartendem Profit. Der Goldanteil seines Geldspeichervermögens ist dabei immerhin vor Inflation geschützt, bringt darüber hinaus jedoch keine Zinsen ein. Noch schlimmer steht es um das gehortete Bargeld. Es bringt keine Einnahmen, verursacht Sicherungs- und Pflegekosten und unterliegt obendrein noch der Geldentwertung: Bei einem Geldspeicherpegelstand von 20 Metern geht bei einer Inflationsrate von 2 Prozent allein hierdurch jeden Tag 1 Millimeter Kaufkraft verloren!
Dagobert Duck verachtet seine Kunden. Besonders verhängnisvoll ist seine immer wieder durchbrechende Neigung, um eines kurzfristigen finanziellen Vorteils willen Kundenbeziehungen aufs Spiel zu setzen – sprich: seine Kunden so zu täuschen, dass sie das nächste Mal ihr Geld bei der Konkurrenz lassen. Ein Strip von Carl Barks persönlich schildert ein besonders abschreckendes Beispiel: Dagobert richtet einen kostenlosen Skilift ein, während die Konkurrenz mindestens einen Taler verlangt. An der Bergstation angekommen, müssen die Skiläufer feststellen, dass der Steilhang dort eine Abfahrt unmöglich macht. Und für die Rückfahrt mit dem Lift kassiert Dagobert drei Taler. »Na, einmal und nicht wieder«, sagt völlig zu Recht im letzten Bild einer der um die Abfahrt betrogenen Skifahrer. Wer wie Dagobert seiner Schuhfabrik befiehlt, auf alle Paare eine falsche Schuhgröße zu drucken, nur um mehr Hühneraugensalbe verkaufen zu können, mag damit kurzfristig seinen Profit steigern können. Aber als Schuhunternehmer hat er spätestens übernächste Saison ausgedient – und wenn ihm auch nur ein amerikanischer Verbraucheranwalt auf die Schliche käme, würde vor Gericht ein so verheerendes Strafgeld verhängt, dass sogar ein Fantastillionär daran schwer zu tragen hätte.
Dagobert Duck ist ein Unmensch. Nun gut, Enten sind eben keine Menschen. Und die Regeln für den Umgang mit der eigenen Familie lassen sich auch nur begrenzt verallgemeinern. Aber so, wie Duck mit seinen sonstigen Beschäftigten, vor allem mit seinen Führungskräften, umgeht, kann er schlichtweg nicht zum Herrn über Hunderttausende von Mitarbeitern aufsteigen. Denn dafür bräuchte er Manager, denen er vertrauen kann, die loyal sind und auch in Krisenzeiten zu ihm halten. Doch wenn ein Manager in den Comicstrips auftaucht, dann meist am anderen Ende der Telefonleitung, wenn der Patriarch Duck einen Befehl quakt, der gefälligst ausgeführt werden muss. »Ich möchte, dass alle Gelder, die ich für die nördliche Hemisphäre vorgesehen hatte, auf der südlichen Halbkugel angelegt werden!« – »Aber ...« – »Kein Aber. Wer an meinen Anweisungen etwas auszusetzen hat, fliegt raus!« Bei keinem seiner Mitarbeiter hat man jemals den Eindruck, dass er gerne für Dagobert arbeiten würde: Ein Leuteschinder und Geizkragen, der seinen Mitarbeitern keine Möglichkeit zur Entfaltung ihrer Qualitäten lässt, der alles besser weiß und den ganzen Ruhm und natürlich den ganzen Profit selbst einstreichen möchte, wird üblicherweise weit vor der Milliardärsschwelle von den internen Reibungsverlusten in seiner Organisation gestoppt.
Wenn all diese Eigenschaften Dagobert Duck als real existierenden Superreichen disqualifizieren: Warum verkörpert er seit Jahrzehnten für alle Welt genau diese Personengruppe? Zum einen, weil wir es nicht besser wissen – es ist nun mal schwer zu begreifen, weil der Anschauung widersprechend, dass ein prall gefüllter Geldspeicher eben ein Symbol für Megareichtum ist, sondern eines für Megadummheit. Zum anderen, weil wir es nicht besser wissen wollen – wir argwöhnen gerne und konsequent, dass jeder, der besonders viel Geld hat, dazu gekommen ist, indem er anderen (uns nämlich) etwas weggenommen oder vorenthalten hat.
Zwischen Dienen und Ausbeuten
Dieser Argwohn ist völlig gerechtfertigt, wenn es sich um ein Nullsummenspiel handelt, es also nur darum geht, wie sich eine feststehende Menge an Geld beziehungsweise Gütern unter einer ebenso feststehenden Menge an Menschen aufteilt. Für einen dynamischen Kapitalismus wie den heute fast überall auf der Welt herrschenden gilt dieser Argwohn nicht – zumindest nicht in der Theorie. Der schwedische Radikalliberale Johan Norberg formulierte das jüngst besonders kategorisch: »Die einzige Möglichkeit, auf einem freien Markt reich zu werden, besteht darin, den Menschen etwas zu geben, das sie haben wollen und für das sie freiwillig Geld bezahlen. Etwas vereinfacht könnte man sagen: Je größer die Einkommen der Menschen sind, desto mehr haben sie getan, um anderen das anzubieten, was sie haben wollen. Man kann nur verdienen, indem man dient.«
In der Praxis pendeln gerade die Superreichen der Weltgeschichte irgendwo zwischen den Extremen des Dieners und des Ausbeuters. Denn es können zwar viele Unternehmer gut davon leben, dass sie auf freien Märkten etwas anbieten, wofür die Menschen freiwillig Geld zahlen, aber davon alleine wird niemand Multimilliardär. Dafür muss man schon die Freiheit des Marktes ein wenig einschränken und die Menschen dazu nötigen, etwas mehr als das zu bezahlen, was sie freiwillig zahlen würden. Insofern lässt sich zwar der Ausbeutervorwurf, der in der Figur Dagobert Ducks so manifest ist, dem Kapitalismus als solchem gegenüber nicht aufrechterhalten; aber bei den Reichsten der Reichen schwebt er zumindest als Anfangsverdacht immer im Raum.
Die Faszination, die Dagobert Duck ausübt, leidet jedoch nur wenig unter den Punktabzügen bei den oben aufgeführten Sekundärtugenden eines Multimilliardärs. Denn dafür lebt er umso konsequenter die Primärtugend, die Conditio sine qua non eines Superreichen: den Riecher für Geld. »Mein einziges Interesse ist Geldverdienen«, sagt Dagobert von sich selbst. Seine Verwandten bemerken es lediglich am Glitzern in seinen Augen und an den registrierkassenähnlichen Geräuschen in seinem Kopf, wenn ihr Onkel respektive Großonkel gerade wieder einmal auf eine Profitader gestoßen ist. Denn während Tick, Trick und Track nur genüsslich ein Pfefferminzeis schlecken, rechnet Dagobert sich aus, dass Pfefferminzeis eine Umsatzrendite von exakt 80 Prozent einfährt. »Müller!«, ruft er ins Telefon, »Kaufen Sie unverzüglich sämtliche Eisfabriken im ganzen Land auf. Ich gebe Ihnen drei Minuten Zeit!« Und dann, zu seinen Großneffen: »Heißa, Kinder! Das wird das beste Geschäft meines Lebens! Sobald alle Eisfabriken in meiner Hand sind, sichere ich mir das Monopol für Pfefferminzeis, und die Milliarden träufeln nur so in meine Taschen.«
Der Gedanke an das Pfefferminzeismonopol mag ein wenig abwegig klingen, aber das ist kein wirkliches Problem. Es gab schon ähnlich absonderliche Monopole, zum Beispiel das noch im letzten Viertel des 20. Jahrhunderts bestehende Zündholzmonopol. Und die meisten Ideen, aus denen sich später ein Multimilliardenvermögen entwickelte, erschienen den Zeitgenossen ähnlich unwahrscheinlich wie uns der Gedanke an ein Monopol für Pfefferminzeis. Alle diese erfolgreichen Unternehmer brauchten, um ihre Ideen in die Tat umzusetzen, eine Eigenschaft, die Dagobert Duck in überreichlichem Maße besitzt: Starrsinn. Und sie brauchten den Willen, die Welt, zumindest einen Teil davon, nach ihren Vorstellungen zu formen. Da sie weder als Politiker noch als Bildhauer reüssierten, sondern als Unternehmer, gehören sie wie Dagobert Duck zu der vom Feuilleton verachteten Spezies, deren Vertreter all ihre Energien für etwas einsetzen, das zu schnöde ist, um ebendieser Ehre wert zu sein.
Männer wollen immer nur das eine: Sex. Männer vom Schlag eines Dagobert Duck wollen immer nur das andere: Geld. Diese nicht nur bei (dem als Disney-Figur zwangsläufig asexuellen) Dagobert beobachtete Verdrängung des Geschlechts- durch den Bereicherungstrieb hat schon diverse vulgär- und regulärpsychologische Interpreten auf die Bühne getrieben. Wir werden uns in diesem Buch wenig bis gar nicht mit solcherart Meinungsbildung unterhalb der Gürtellinie beschäftigen. Da wir der Bedeutung nachspüren wollen, die einzelne Menschen für den Verlauf der Geschichte, in unserem Fall: der Wirtschaftsgeschichte, haben, werden wir ihnen bei der Arbeit über die Schulter schauen und nicht im Schlafzimmer.
Wir könnten sonst am Ende ebenso ins Esoterische abdriften, wie es Dagobert Mitte der Neunzigerjahre passierte. Da ließen ihn die Zeichner mit der ihm sonst völlig zu Recht unerträglichen Gitta Gans im Fernen Osten nach der Formel des Reichtums suchen, die, so das Gerücht, ein alter weiser Mann entdeckt habe. Doch als Dagobert die Formel endlich findet, ist die Enttäuschung groß. Sie heißt nämlich: »Sieh dich um und lerne das, was du siehst, zu lieben. Dann wirst du dich als reichster Mann aller Zeiten fühlen.« Wutentbrannt reist Dagobert ab. Doch der weise Alte sinniert ihm hoffnungsvoll hinterher: »Vielleicht wird auch er eines Tages die Formel des Reichtums verstehen und begreifen, dass der größte Reichtum unserer Welt die Liebe ist.«
Aber dann wäre er nicht Dagobert. Und wir wären im falschen Buch.
Ägypten: der pharaonische Sozialismus
Für Herodot war Ägypten ein Paradies. Ein Bauernparadies. Fasziniert berichtete der berühmteste Historiker der Antike über seine Eindrücke von der Arbeit der ägyptischen Bauern – besser gesagt, von deren Nicht-Arbeit: »Diese Leute bringen die Frucht vom Feld ein mit weit geringerer Mühe als alle anderen Menschen. Sie, die sich nicht zu mühen brauchen, mit dem Pflug Furchen aufzubrechen, nicht zu hacken brauchen. Wenn bei ihnen der Fluss von alleine kommt und die Fluren tränkt und nach dem Tränken wieder zurückweicht, dann besät ein jeder sein Feld und treibt bloß Schweine darauf, ist aber die Saat von diesen Schweinen eingetreten, braucht er nur die Ernte abzuwarten und drischt mit diesen Schweinen sein Korn aus und bringt’s so ein.« Das klingt grandios.
Wir dürfen allerdings vermuten, dass Herodot den Bauern nicht so genau zugeschaut hat. Die meiste Zeit des Jahres mussten sie ihre Felder in mühsamer Schöpfarbeit bewässern; wenn die Arbeit auf den Feldern ruhte, leisteten sie den Frondienst für den Pharao, und alle zwei Jahre kam der Steuerbeamte, um die Abgaben neu festzusetzen. Ein altägyptisches Schulbuch beschrieb das Dasein der Bauern denn auch ganz anders als Herodot: »Der Bauer klagt mehr als ein Perlhuhn, seine Stimme ist lauter als die eines Raben, denn seine Finger sind Geschwüre geworden mit einem Übermaß an Gestank. Wenn man ihn für das Delta zur Fronde registriert und wegtreibt, ist er in Fetzen.«
Auf Schlamm gebaute Hochkultur
Für den Rest der damaligen Welt mussten solche Klagen jedoch nach Jammern auf hohem Niveau klingen. Die Kombination aus Nilüberschwemmung und Bewässerung erlaubte in Ägypten mehrere Ernten pro Jahr, der Pharao ließ seine Untertanen zwar hart arbeiten, aber nicht verhungern, und es kamen auch nicht ständig Soldatentrupps vorbei, um die Dörfer auszuplündern. Genauer gesagt: Es kamen eigentlich nie irgendwelche Truppen vorbei. Gemessen an den regelmäßigen Kriegszuständen im Zweistromland Mesopotamien war das schon ein bisschen paradiesisch.
4500 Jahre nach dem Bau der Pyramiden, 2000 Jahre nach dem Untergang des Ägyptischen Reiches wurde noch einmal versucht, ein Bauernparadies zu schaffen – nur dass diesmal die Arbeiter in den Genuss der gleichen Segnungen kommen sollten. Wären Karl Marx und seine Erben nicht davon überzeugt gewesen, dass die Geschichte sich von Fortschritt zu Fortschritt immer weiter entwickelt (»Vorwärts immer, rückwärts nimmer«, meinte Erich Honecker dazu), hätten sie offen zugeben können, dass sie ihre Ökonomien nach dem Vorbild der pharaonischen Wirtschaftsform konstruierten. Das Experiment ist bekanntlich gescheitert, denn zu seinem Gelingen fehlten ihm die zentralen Voraussetzungen: Für die Existenz eines paradiesischen Zustands auf Erden müssen drei Bedingungen gleichzeitig erfüllt sein – die Sicherung der Nahrungsmittelversorgung, ein natürlicher Schutz gegen äußere Feinde und ein natürlicher Schutz vor ungezügelter Expansion.
Alle drei Bedingungen waren in Ägypten erfüllt. Die Nahrungsmittelversorgung sicherte der Nil mit seinem jährlich wiederkehrenden Hochwasser. Er ermöglichte zudem eine Überschussproduktion, die einen sehr anspruchsvollen Herrscher und große Scharen von Priestern und Beamten mitversorgen konnte. Und für alle Bedürfnisse, die über das physische Überleben hinausgingen, war Ägypten mit auskömmlichen Rohstoffdepots gesegnet, vor allem von Gold, Türkisen und Kupfer. Insbesondere das Kupfer, das im Sinai abgebaut wurde, war eine begehrte Handelsware, benötigten es doch alle Völker zur Herstellung von Bronze.
Den Schutz vor äußeren Feinden übernahm in Ägypten die Wüste, die sich in alle Richtungen rund um die Flussoase des Nils erstreckt. Es gab lediglich eine Achillesferse: den Zugang über das Mittelmeer, via Nilmündung oder Sinai, was alle paar Jahrhunderte den Einfall wilder Barbaren zur Folge hatte, die sich aber sehr schnell assimilierten oder wieder vertrieben wurden. Einer dieser Stämme, die Hyksos, deren Führer sich im 17. Jahrhundert vor Christus zu ägyptischen Königen aufschwangen, holte sich auch noch Fremdarbeiter ins Land – die Israeliten. Als die Ägypter die Besatzer wieder vertrieben hatten, wurde es auch für die zugewanderten Arbeitskräfte ungemütlich. Wie es mit den Israeliten weiterging, steht in der Bibel. Für die Ägypter ging es nach dem Abzug der Fremdlinge weiter wie zuvor.
Auch für den Schutz vor ungezügelter Expansion war der Nil zuständig, der den Ägyptern eine kaum auszudehnende landwirtschaftliche Nutzfläche zugestand. In den Anfangsjahren des Alten Reiches wurden die Nilfluten so weit kanalisiert, dass die bebaubare Fläche bis an die Felswände heranreichte, die das Niltal einfassen. Mehr ging nicht. Die Bewässerungskanäle ermöglichten es, statt einer nun zwei bis drei Ernten im Jahr einzufahren. Und damit waren bereits vor 4600 Jahren die Grenzen des Wachstums erreicht.
In die gleiche stabilisierende Richtung wirkte das damalige Pendant zu unserer heutigen Erbschaftsteuer: ein Totenkult, bei dem ein großer Teil der zu Lebzeiten angesammelten Reichtümer dem Vestorbenen mit ins Grab gelegt beziehungsweise darauf verwendet wurde, dieses Grab zu bauen. Auf diese Weise hielt sich die Anhäufung von Vermögen über die Generationen hinweg stark in Grenzen. Und über die Institution der Grabräuber kamen die Besitztümer, die so dem Zugriff der Erben entzogen worden waren, in etwa genauso effizient wieder in den Wirtschaftskreislauf zurück wie heute die Steuergelder über den Staat.
Ein Gott als Monopolist
Das Ergebnis waren in der Tat nahezu »paradiesische Zustände«: eine über Jahrtausende stabile, träge, auf sich fixierte Gesellschaft, in der nichts passiert, sich nichts bewegt, die Zeit stillzustehen scheint.
Dynamische Elemente, wie sie etwa ein freies Unternehmertum hervorbringen hätte können, gab es nicht. Bei den Ägyptern gehörte praktisch die gesamte Wirtschaft dem Pharao, also Gott. Wie alle Lebensbereiche war auch sie prinzipiell auf das Ziel gerichtet, dem Pharao zu dienen und auf diese Weise die Verbindung zwischen der Sphäre der Götter und der Welt der Menschen zu ermöglichen. Dem Staat unterstanden der Außenhandel, die Bergwerke, große Teile der Produktion und des Bauwesens. Auch die Lohngestaltung entsprach durchaus dem, was im realen Sozialismus des vergangenen Jahrhunderts üblich war: eine Rundumversorgung mit Nahrungsmitteln, Kleidung und Werkzeugen, und dazu eine Art Einheitslohn, um sonstige private Gelüste zu befriedigen. Um 1000 vor Christus bekam ein ägyptischer Arbeiter 1,5 Sack Gerste und vier Sack der Weizenart Emmer pro Monat – ein Schreiber oder ein Vorarbeiter brachten es auf zwei Sack Gerste und 5,5 Sack Emmer.
Es gab zwar Kaufleute, aber sie waren keine Unternehmer, sondern Angestellte des Staates oder eines Tempels. »Reiche Leute zogen Nutzen aus dem Handel, betrachteten ihn aber nicht als Beruf«, schreibt der britische Ägyptologe Barry Kemp. »Die Vorstellung, dass solche Aktivitäten Reichtum und gesellschaftliches Ansehen begründen könnten, war buchstäblich undenkbar für alle, die davon betroffen waren.«
»Mache deine Beamten reich«
Und wer waren dann die reichen Leute im alten Ägypten? Entsprechend den Mitgliedern der Nomenklatura im Sozialismus des 20. Jahrhunderts – die hohen Würdenträger der staatlich-religiösen Bürokratie. Als offizielle Begründung dafür diente das Vorbeugen gegen Korruption, wie sich den Ratschlägen eines Pharaos an seinen Nachfolger entnehmen lässt: »Mache deine Beamten reich, damit sie deine Gesetze ausführen. Denn einer, der in seinem Haushalt reich ist, braucht nicht parteiisch zu sein, denn ein Besitzender ist einer, der keine Not leidet. Einer, der ›Ach, hätte ich doch‹ sagt, ist nicht rechtschaffen. Er ist parteiisch gegenüber demjenigen, den er vorzieht, und er neigt sich dem Herrn seiner Bestechung zu.«
Im Großen funktionierte dieses System: Keiner der ägyptischen Beamten kam jemals auch nur annähernd an den Pharao heran, was seine Reichtümer betraf. Aber ganz ohne Übergriffe auf das Gottes- beziehungsweise Volkseigentum ging es auch in Ägypten nicht ab, wie die Wirtschaftspublizistin Judith Mathes berichtet. Sie zitiert aus der Aussage des Tempelgärtners Kar, der um 1100 vor Christus zugab, die vergoldeten Türpfosten eines Tempels um ein paar Gramm Gold erleichtert zu haben – und damit die Begehrlichkeiten seiner Vorgesetzten weckte: »Einige Tage später zankte Paminu, unser Chef, mit uns, indem er sagte: ›Ihr habt mir nichts gegeben.‹ Also gingen wir noch einmal zu den Türpfosten und entfernten 5 Kite Gold von ihnen. Wir tauschten es gegen einen Ochsen und gaben ihn Paminu. Nun hörte aber der Schreiber der Königlichen Archive Sethmose ein Gerücht davon und drohte uns, indem er sagte: ›Ich werde es dem Hohenpriester des Gottes Amun berichten.‹ Also nahmen wir 3 kite Gold und gaben es dem Schreiber der Königlichen Archive Sethmose. «
Aber das sind nun wirklich Kleinigkeiten. Breiten wir deshalb für diesmal den Mantel des Schweigens über die alten Ägypter. Ihre Lebens- und Umweltbedingungen waren gleichzeitig so außerordentlich und so langweilig, dass der Wunsch, reich, reicher, am reichsten zu werden, dort keine Chance hatte.
Dafür begegnet uns die ägyptische Situation wieder und wieder in der Literatur: als ideale Voraussetzung für ideale Staaten wie Thomas Morus’ Utopia. »Habsucht und Raubgier stammt bei allen Lebewesen aus der Angst vor der Entbehrung«, doziert Morus, also muss man ein Gemeinwesen nur so konstruieren, dass niemand mehr Angst vor Entbehrung zu haben braucht, und die Habsucht verschwindet – natürlich unter der Voraussetzung, dass die benachbarten und die weiter entfernten Gemeinwesen diese Konstruktion auch garantiert respektieren. In Utopia lässt es sich nämlich nur deshalb so sorglos und friedfertig leben, weil kein Cäsar den Weg dorthin findet. Den Weg nach Ägypten fand er, und aus dem ältesten Reich der Welt wurde eine römische Provinz.
Das hervorstechende Merkmal eines solchen staatlichen Paradieses ist also das Fehlen eines äußeren Feindes. Das ist, wie wir noch sehen werden, auch ein auffallendes Merkmal der meisten Unternehmen, die den Dagoberts aller Zeiten den Weg zum fabelhaften Reichtum bahnten. Ins Betriebswirtschaftliche übersetzt heißt »keine äußeren Feinde« nämlich »keine Konkurrenz« oder schlicht »Monopol«. So gesehen fließt der Nil noch heute durch so manche Vorstandsetage in aller Welt.