Ein florierender Gewerbezweig mit hoher Gewinnspanne
Surrealistische Ferien
Die Warmwasserheizung Europas
Wandern auf dem Cornwall Coast Path
Britische Geschwindigkeitsrekorde
Cornisch – eine vergessene Sprache?
Wanderung von Land’s End nach Lamorna
Künstler in St Ives
An den Felsen der Isles of Scilly zerschellt
Auf der Suche nach dem Längengrad
Wie Padstow zu Padstein wurde
Mystischer Artus
Der englische Landschaftsgarten
Luke Howard, der „Erfinder der Wolken“
Der Ärmelkanal als atomare Müllkippe
Ein Prinz als Trendsetter
Ein Brite ist blau und hat einen Schnurrbart
Kathedralen – Ausdruck des normannischen Herrschaftsanspruchs
1588 – die gescheiterte Invasion
Aus einem Reisebericht von 1710
Spektakuläre Wege über den Kanal
Englisches Duschvergnügen
Man nennt dies einen Toast
Ein Klassiker: Der South West Coast Path
Brexit – ein Drama ohne Ende?
Kartenverzeichnis
Devons Nordküste und Exmoor
Ilfracombe
Exeter und Süd-Devon
Exeter
Torquay
Plymouth und Dartmoor
Plymouth
Dartmoor National Park
Südiches Cornwall
Truro
Falmouth
Penwith Peninsula
Penzance
St Ives
Isles of Scilly
Nördliches Cornwall
Newquay
Wanderung 1: Hangmans
Wanderung 2: Sidmouth
Wanderung 3: BoltHead
Wanderung 4: Plymouth Sound
Wanderung 5: Polperro_Looe
Wanderung 6: Polruan
Wanderung 7: Maenporth Beach - Falmouth
Wanderung 8: St Anthonys Head
Wanderung 9: Lizard Point
Wanderung 10: Helford
Wanderung 11: Porthcurno
Wanderung 12: St Ives
Wanderung 13: Trevone - Padstow
Wanderung 14: Tintagel - Boscastle
Wanderung 15: Bodmin Moor
Legende
Unterwegs mit Ralf Nestmeyer
Ralf Nestmeyer ist Historiker und lebt als freier Autor in Nürnberg. Er ist Mitglied im PEN-Zentrum Deutschland und hat nicht nur zahlreiche Reiseführer für den Michael Müller Verlag geschrieben, sondern auch Kriminalromane (»Roter Lavendel«, »Die Toten vom Mont Ventoux«) sowie mehrere Sachbücher (bei Reclam, Klett-Cotta, Artemis & Winkler und im Theiss Verlag). Für den Insel Verlag hat er literarische Anthologien über die Provence und über Sizilien herausgegeben. Seine Essays, Reportagen und Rezensionen wurden u. a. in der „Zeit“, im „Spiegel“ und in der „taz“ veröffentlicht.
Noch mehr über den Autor auf www.nestmeyer.de.
Schlechte Schulnoten können das weitere Leben beeinflussen - dies kann ich aus eigener Erfahrung durchaus bestätigen. Denn ich gehörte zu jenen Jugendlichen, die von ihren Eltern wegen mangelnder Englischkenntnisse zu einer Sprachreise „verpflichtet“ wurden. Vier Wochen Südengland waren der Lohn dafür, dass mir nicht nur die erfüllbaren und nicht erfüllbaren Bedingungen von if-Sätzen ein Mysterium geblieben waren. Auch wenn ich rückblickend befürchte, dass sich mir die Feinheiten der englischen Grammatik in jenem August 1978 immer noch nicht erschlossen haben, so hat diese Englandreise, die mich nach Weymouth führte, doch meine Begeisterung für die englische Lebensart geweckt. Eine Leidenschaft, die ihren Niederschlag nicht nur in zahlreichen Reisen nach England fand, sondern die mich schließlich auch diesen Cornwall-Reiseführer schreiben ließ.
Seither habe ich das Vergnügen, auf der Suche nach netten Hotels sowie hippen Restaurants und Shops regelmäßig durch Südengland zu streifen. Und jedes Mal begeistert mich die englische Lebensart samt Pub-Kultur und Cream Tea wieder aufs Neue. Als ich zuletzt in St Ives am Strand saß, habe ich mich gefragt, was wohl aus mir geworden wäre, wenn ich im Englisch-Unterricht besser aufgepasst hätte ...
Orientiert in Cornwall & Devon
Cornwall im Profil
Cornwall ist ...
Cornwall verdankt dem Golfstrom nicht nur einen zeitigen Frühling und einen lang anhaltenden Sommer, sondern ein Mikroklima, das für Pflanzen geradezu ideal ist. Die einzigartige Landschaft lockt mit ihren steilen Klippen, Fjorden, kleinen Flüssen, vielen Sandstränden und verträumten Dörfern.
♦ Hauptstadt: Truro
♦ Einwohner: 540.000
♦www.visitcornwall.com
... Englands Schmuckkästchen
Allein das milde Klima macht Cornwall zu etwas Besonderem - so werden in Falmouth an der Südküste noch im Winter Durchschnittstemperaturen von 6,3 Grad Celsius gemessen. Dank dem direkt an der Südküste vorbeifließenden Golfstrom wachsen überall subtropische Pflanzen. An der Nordküste sind die Winde und Stürme heftiger, die Gezeiten gefährlicher und ist das Licht intensiver - ein Grund, weshalb die Künstler sich so sehr für das malerisch gelegene St Ives auf der Penwith Peninsula begeisterten.
... der südwestlichste Teil von England
In Cornwall liegen gleichzeitig der westlichste und der südlichste Punkt Englands. Von Land’s End hat wahrscheinlich jeder schon gehört, doch wer kennt den Lizard Point auf der gleichnamigen Halbinsel im äußersten Süden des Landes? Diese abgeschiedene Lage hat sicherlich die eigenständige Entwicklung der Region begünstigt. Schon die Römer zeigten kein Interesse an dem von Kelten besiedelten Landzipfel. Erfolgreich wehrten sich die Kelten auch gegen das Vordringen der Angelsachsen. Erst den Normannen gelang es dann, Cornwall zu erobern.
... an drei Seiten von Wasser umgeben
Cornwalls Nordküste unterscheidet sich grundsätzlich von der Küste im Süden. Findet man im Norden richtig wilde Steilküsten mit kleinen Buchten und schwer zugänglichen Sandstränden, gibt es im Süden eine Fjordküste mit tiefen, ins Landesinnere führenden Meeresarmen. Noch heute müssen hier Fähren die Verbindungen aufrechterhalten. Oder es reichen uralte Brücken von der einen auf die andere Seite wie etwa in Looe. Eine ganz moderne Brücke über den Tamar River verbindet Cornwall mit Devon. Überzeugte cornische Nationalisten behaupten daher, dass ihr Land fast eine Insel sei und nur im äußersten Nordosten eine gemeinsame Landesgrenze mit Devon habe.
... ein Gartenparadies
Die klimatisch verwöhnte Südküste Cornwalls ist ein Paradies für Gartenliebhaber: Rhododendren, Kamelien und Magnolien wachsen in den Himmel, sogar Palmen gedeihen hier. Viele Engländer widmen jede freie Minute ihrem Garten, hegen und pflegen bunte Stauden und Rabatten. In den berühmten Lost Gardens of Heligan oder in den riesigen subtropischen Gewächshäusern des Eden Project lassen sich problemlos mehrere Stunden verbringen. In den Lost Gardens of Heligan kann man sogar durch ein „Dschungeltal“ spazieren. Doch es gibt noch ein ganzes Dutzend weiterer Gartenanlagen, die besichtigt werden können: den Glendurgan Garden am idyllischen Helford River, die Lanhydrock Gardens mit ihren bunten Blumenbeeten und ihren herrlichen Magnolienbäumen, den direkt ans Meer grenzenden Trebah Garden oder den an einen Landschaftspark erinnernden Trelissick Garden, in dem auch zahlreiche fernöstliche Gewächse blühen.
... ein gastronomischer Trendsetter
Die englische Küche ist ungenießbar. Oder? Nicht nur wegen der nimmermüden Bemühungen von Fernsehkoch Jamie Oliver gilt dieses Vorurteil längst als widerlegt. Dass sich die Zeiten geändert haben, erkennt man auch daran, dass inzwischen nicht etwa Fish & Chips, sondern Chicken Tikka Massala als Lieblingsgericht der Engländer gilt. Auch die traditionelle Küche hat erhebliche Fortschritte gemacht. Jenseits von Steak and Kidney Pie gibt es auch innovative Kochkunst, die unter dem Namen „Modern British“ so manchen Gaumenkitzel bietet. In puristischem Ambiente werden traditionelle Gerichte mit mediterraner Leichtigkeit und internationaler Nouvelle Cuisine kombiniert. Gerne greifen ambitionierte Köche auf fernöstliche Gewürze zurück und servieren beispielsweise ein „Täubchen in rotem Curry auf Koriander-Bohnensalat“.
Cornwall hat sich auf dem kulinarischen Sektor in den letzten beiden Jahrzehnten vom Entwicklungsland zum gastronomischen Trendsetter gemausert. Ein Feinschmecker-Zentrum ist Padstow, dessen Restaurants auch Gourmets mit hohen Ansprüchen begeistern. Und ein paar Kilometer weiter westlich betreibt Jamie Oliver an der Watergate Bay sein hippes Restaurant „Fifteen Cornwall“, das nicht nur auf regionale Zutaten zurückgreift, sondern auch soziales Engagement zeigt: Jedes Jahr bildet der Fernsehkoch dort mehrere arbeitslose Jugendliche aus.
Devon im Profil
Devon ist ...
Zwei Küsten, zwei Moore - Devon ist eine äußerst kontrastreiche Region. Mit den kleinen, sich über Hügel und satte Wiesen schlängelnden Landstraßen belebt Devon die Träume von einem authentischen, noch unberührten England.
♦ Hauptstadt: Exeter
♦ Einwohner: 1.150.000
♦www.visitdevon.co.uk; www.visitsouthdevon.co.uk
... die größte Grafschaft Südenglands
Gleichzeitig gehört Devon zu den am dünnsten besiedelten Grafschaften. Die meisten Menschen leben in Plymouth und Exeter sowie an der Riviera rund um Torquay. Im hügeligen Hinterland finden sich ebenso wie an der Nordküste kaum größere Städte, dafür viele kleinere Dörfer. Aufgrund der zahlreichen tief eingeschnittenen Buchten kann Devon mit einer Küstenlinie von über 500 Kilometern aufwarten, dazu zählen auch tolle Strände wie Blackpool Sands und Slapton Sands. Übrigens ist Devon die einzige Grafschaft, die zwei voneinander getrennte Küstenlinien besitzt.
... von Moorlandschaften geprägt
Mit dem Dartmoor und dem Exmoor, dessen östlicher Teil in Somerset liegt, gehören zwei Moorlandschaften zu Devon. Beide Moore wurden zu Nationalparks erklärt, um die sensible Flora und Fauna zu schützten. Das Exmoor grenzt im Norden an den Bristol Channel und verfügt so über einen reizvollen Küstenabschnitt, an dem der Somerset and North Devon Coast Path entlangführt. In den beiden weitgehend menschenleeren Gegenden sind hauptsächlich Schafe und die halbwilden Exmoor- bzw. Dartmoor-Ponys heimisch. Wer die Moore erkundet, erlebt eine sehr ursprüngliche Landschaft. Spärlich mit Heidekraut bewachsene Hügel wechseln sich mit schroffen Bergspitzen ab, deren nackter Fels sich in den wolkenverhangenen Himmel bohrt.
... ein Kontrast zwischen Städten und Dörfern
Exeter mit seiner altehrwürdigen Kathedrale bildet den kulturellen Gegensatz zu verschlafenen Fischerdörfern wie Hope Cove. Ein spannender Kontrast: Hier studentisches Leben, dort die Einsamkeit angesichts des Meeres. Hier das von gesichtslosen Nachkriegsbauten geprägte Plymouth, dort die Häuser von Salcombe, die sich an der Küste festzuklammern scheinen. Dazwischen lebendige Kleinstädte wie das für seine Alternativkultur bekannte Totnes oder Ilfracombe, ein an der Nordküste gelegenes Küstenstädtchen, das in den letzten Jahren wieder aus seinem Dornröschenschlaf erwacht ist. Und bunt über die Landschaft gestreut finden sich zahlreiche schmucke Herrenhäuser wie Arlington Court, Buckland Abbey oder Saltram House, die von herrlichen Gärten und Parkanlagen umgeben sind.
... ein Spielball des Wetters
Wenn an der Südküste von Devon strahlender Sonnenschein herrscht, kann es im Dartmoor oder im Exmoor völlig anders aussehen. Hier ist das Wetter launisch, schnell braut sich eine dicke Wolkendecke zusammen, und alles verschwindet im Nebel. Die Badeorte an der sogenannten English Riviera zwischen Torquay und Brixham hingegen sind wegen ihres für englische Verhältnisse überdurchschnittlich milden Klimas gerade bei älteren Leuten beliebte Orte zum Überwintern. Im Gegensatz zur Küste am British Channel ist die am Bristol Channel nicht ganz so sonnenverwöhnt. Man sollte sich jedoch dadurch den Norden nicht verleiden lassen, scheint doch gerade das wechselhafte Wetter viel besser zu der rauen Landschaft der Steilküste und der Moore zu passen. Mit dem beschaulichen Clovelly befindet sich eines der schönsten Fischerdörfer Englands an diesem Küstenabschnitt.
... eine Region für Aktivurlauber
Mit alljährlich mehr als neun Millionen Touristen gehört Devon zu den beliebtesten englischen Urlaubsregionen. Kein Wunder, eignet sich die Grafschaft doch hervorragend für einen Aktivurlaub, egal ob nun Wandern, Fahrradfahren, Reiten oder Schwimmen auf dem Programm steht. Gut ausgebaute Wanderwege führen sowohl an der Nord- wie auch an der Südküste entlang. In den weitläufigen Gebieten des Dartmoor und des Exmoor kann man ungehindert von Hecken und Zäunen einfach querfeldein wandern. Auch eine Fahrradtour über die schmalen Landstraßen von Dorf zu Dorf kann viel Spaß machen, denn nur wenige Autos sind hier unterwegs. Radfahrer sollten bei der Planung ihrer Route das ständige Auf und Ab der Straßen und Wege berücksichtigen. Weil viele Nebenstraßen kaum breiter als ein Lastwagen sind, muss man entsprechend vorsichtig sein. Reiter haben vor allem in den Dörfern rings um das Dartmoor die Möglichkeit, Pferde für Ausritte zu mieten, und Ungeübte können dort auch Reitstunden nehmen.
Sightseeing und mehr
Erlebnis Kultur
Cornwall und Devon besitzen zahlreiche bedeutende kulturelle Sehenswürdigkeiten, allen voran die Kathedrale von Exeter. Über den Südwesten Englands verteilt finden sich zahlreiche Burgen, faszinierende Herrenhäuser und herrliche Landsitze. Das kulturelle Erbe der Region präsentieren interessante Museen wie die Tate Gallery in St Ives.
Die Burg von St Mawes mit ihren halbkreisförmigen Bastionen ist die besterhaltene Verteidigungsanlage an der Küste, die unter Heinrich VIII. entstand.
Museen und Ausstellungen
HM Prison Dartmoor Museum: Die Haftanstalt von Dartmoor ist eines der bekanntesten Gefängnisse Englands. Ein kleines Museum informiert über den Alltag und die Haftbedingungen.
Tate Gallery St Ives: Der Fixpunkt für moderne Kunst in Cornwall, zudem ein architektonisches Glanzstück im Küstenstädtchen St Yves. Die Ausstellungsräume sind Künstlerateliers nachempfunden.
Barbara Hepworth Museum and Sculpture Garden: Das ehemalige Wohnhaus der Bildhauerin Barbara Hepworth in St Ives beherbergt heute ein Museum und einen Skulpturengarten, der noch immer den Geist der Künstlerin atmet.
Royal Albert Memorial Museum: Das Museum von Exeter widmet sich der römischen Vergangenheit und besitzt eine große naturhistorische Abteilung.
Old Guildhall Museum: Interessant ist auch ein Besuch des städtischen Museums von Looe, das sich den Themen Geschichte, Bergbau, Fischerei und Schmuggel widmet.
Royal Cornwall Museum: Das Grafschaftsmuseum in Truro bietet einen profunden Einblick in die Geschichte Cornwalls.
Unter(wasser)welten
National Maritime Museum Cornwall: Das in Falmouth gelegene Museum bietet einen interessanten Zugang zur Meereswelt. Man kann sogar die Unterwasserwelt von Cornwall live beobachten!
National Marine Aquarium: Das Aquarium von Plymouth lädt zu einem Spaziergang durch die Unterwasserwelt ein, wobei man Haie ebenso wie Seepferdchen bewundern kann.
Geevor Tin Mine: Eine Führung durch das Besucherbergwerk beleuchtet die Geschichte der Zinnverarbeitung in Cornwall.
Burgen, Herrenhäuser und Landsitze
Buckland Abbey: Eine ehemalige Zisterzienserabtei, die von Sir Francis Drake bis zu seinem Tod bewohnt wurde.
Tintagel Castle: Eine Burgruine in spektakulärer Lage. Doch der große Reiz und die Anziehungskraft des Ortes beruht auf der Vorstellung, dass es sich um den Geburtsort von König Artus handeln soll.
Arlington Court: Ein eindrucksvoller Herrensitz samt großzügigem Park, der für seine üppigen Rhododendren und seine Sammlung historischer Kutschen bekannt ist.
Saltram House: Einer der prachtvollsten Landsitze im Südwesten Englands mit herrlichen Gartenanlagen.
Antony House: Der Herrensitz aus dem 18. Jahrhundert ist von einem ausgedehnten Landschaftsgarten umgeben.
Mount Edgcumbe: Das Herrenhaus aus der Tudorzeit liegt inmitten einer weitläufigen Gartenanlage, die immer wieder herrliche Blicke über den Plymouth Sound bietet.
Castle Drogo: Keine Ritterburg, sondern die pseudomittelalterliche Traumburg eines Kolonialwarenhändlers.
Lanhydrock House: Ein schmucker Landsitz mit einer 35 Meter langen Long Gallery, umgeben von einer prachtvollen Gartenanlage.
Powderham Castle: Spätmittelalterlicher Landsitz mit einem weitgehend aus georgianischer Zeit stammenden Interieur.
Totnes Castle: Die normannische Burg wurde auf einem aufgeschütteten Hügel, einer sogenannten Motte, errichtet. Die Ruinen sind zwar nicht sonderlich beeindruckend, doch bietet sich ein schöner Panoramablick über Totnes.
Dartmouth Castle: Die wuchtige Burg mit ihren zinnenbekrönten Türmen wurde im 15. Jahrhundert errichtet, um den Hafen von Dartmouth sichern zu können.
Kirchen und Klöster
St Peter’s Cathedral: Die Kathedrale von Exeter ist der bedeutendste Kirchenbau der Grafschaft Devon. Nur die Türme stammen noch aus normannischer Zeit, ansonsten ist sie im Stil der englischen Hochgotik gehalten, mit herrlicher Ornamentik und kunstvollen Skulpturen.
Truro Cathedral: Die neugotische Kathedrale ist die jüngste Kathedrale Englands und wurde im Stil des Historismus errichtet.
St Michael’s Mount: Das ehemalige Kloster besitzt einen traumhaften Felsengarten und ist das englische Pendant zum Mont St Michel in der Normandie.
Ziele im Grünen und am Meer
Erlebnis Natur
Cornwall und Devon bilden einen faszinierenden Landschaftsraum mit spektakulären Hochmooren und einem mehr als abwechslungsreichen Küstenprofil, das mit steilen Klippen und herrlichen Stränden lockt. Eingebettet zwischen Hügeln und dem Meer finden sich außerdem üppige Park- und Gartenanlagen.
♦ Wassertemperatur: bis zu 17 Grad im Hochsommer
♦ Lufttemperatur: bis zu 25 Grad im Hochsommer
Nationalparks und Moore
Trotz der trubeligen Küstenstädte ist Südwestengland insgesamt ein dünn besiedeltes Land, die unwirtlichen Hochmoore sind von menschlicher Besiedelung weitgehend verschont geblieben. Dürres Heidekraut und mächtige Granitfelsen, dazwischen ein paar Ponys und Schafe - viel mehr Attraktionen wird man neben einigen Pflanzen in den zwei südenglischen Nationalparks nicht ausmachen können.
Dartmoor National Park: Mit rund 950 Quadratkilometern ist dies der größte Nationalpark im englischen Südwesten. Mit seinen schroffen Granitfelsen und Granitbuckeln (Tors) ist das Dartmoor eine so kontrastreiche wie faszinierende Landschaft. Bäume finden sich meist nur entlang der Flüsse, auf den Hügeln wachsen Torfmoos, Wollgras und Ginster.
Exmoor National Park: Auf einer Fläche von annähernd 700 Quadratkilometern umfasst der kleinste Nationalpark Englands das Gebiet von Combe Martin bis Minehead, im Süden reicht er bis Dulverton. Hier leben die halbwilden Exmoor-Ponys sowie rund 30.000 Schafe und mehr als 200 Vogelarten, darunter Bussarde, Wanderfalken und Eisvögel. Besonders lohnend ist es, an einer geführten Wanderung oder an einem geführten Ausritt durch das Hochmoor teilzunehmen.
Bodmin Moor: Das dritte Hochmoor im Südwesten Englands ist kleiner, zudem herrscht ein milderes Klima als in den beiden anderen. Faszinierend sind die Hügelgräber und mystischen Steinkreise, die hier zu finden sind. Drei Steinkreise mit dem Namen „The Hurlers“ sind ein Relikt aus der Bronzezeit, über dessen Bedeutung bis heute gerätselt wird.
Gärten und Parks
Eden Project: Die an riesige Waben erinnernden Gewächshäuser der tropischen Gartenanlage sind längst eines der Wahrzeichen Cornwalls geworden.
Lost Gardens of Heligan: Einer der schönsten Gärten Cornwalls! An machen Stellen entsteht ein Märchenwald mit verwunschenen Baum- und anderen Skulpturen.
Overbeck’s Garden: Ein herrlicher Garten mit zahlreichen mediterranen Pflanzen und traumhaften Meerblicken.
Greenway: Agatha Christies Anwesen samt Herrenhaus und Garten sind ein Muss für die Fans der berühmten Schriftstellerin.
Abbey Garden: Rund um die Ruinen einer ehemaligen Benediktinerabtei blühen auf der Insel Tresco mehr als 5000 subtropische und exotische Pflanzen.
Tregrehan Garden: Ein Kleinod unter Cornwalls Gärten. Ein Besuch lohnt vor allem wegen der vielen Bäume aus tropischen Regionen, die hier seit dem 19. Jahrhundert gepflanzt wurden.
Trewithen Gardens: Der Garten ist bekannt für seine üppige Vegetation mit mehr als 100 verschiedenen Kamelien-, Rhododendren- und Magnolienarten.
Glendurgan Garden: Neben exotischen Pflanzen, Rhododendren, Kamelien und Magnolien begeistert Glendurgan vor allem durch einen historischen Irrgarten.
Trebah Garden: Das Markenzeichen der subtropischen Gartenanlage sind urzeitliche Baumfarne, Wasserfälle und Wassergärten.
Die schönsten Strände
Tunnels Beaches and Rock Pools: Das viktorianische Felsenschwimmbad von Ilfracombe verspricht ein besonderes Strandvergnügen.
North Sands & South Sands: Die beiden Buchten südlich von Salcombe gehören zu den schönsten Stränden der Region.
Whitsand Bay: Der langgestreckte und von Klippen geschützte Strand bietet sich vor allem bei Ebbe für längere Spaziergänge an.
Porthcurno: Karibikfeeling pur! Schöner kann man in Cornwall nicht baden.
Bedruthan Steps: Dies ist der wohl schönste Küstenabschnitt im Norden Cornwalls. Der Strand mit seinen spektakulären Klippen und freistehenden Felsen kann über eine schmale Treppe erreicht werden.
Fistral Beach: Englands in Surferkreisen bekanntester Strand bei Newquay bietet hervorragende Bedingungen zum Wellenreiten und Windsurfen. Es lohnt sich auch, einfach nur Zuzuschauen.
Blackpool Sands: Der Strand ist zwar in den Sommermonaten alles andere als einsam, bietet aber mit seinem hellen Sand und den dahinter stehenden Pinien einen sehr idyllischen Anblick.
Kynance Cove: Eine wunderschöne Bucht an der Westküste der Lizard-Halbinsel.
Tipps für den Familienurlaub
Cornwall und Devon mit Kindern
Kinder sind kritische Urlauber: Ein langweiliges Programm wird schnell mit Protesten kommentiert; Alternativen sind also gefragt. Reiseziel Nummer eins für Familien mit Kindern ist in Cornwall und Devon natürlich die Küste.
Auch wenn kein Badewetter herrscht: Wattwanderungen, Muschelsuchen oder Sandburgenbauen hält den Nachwuchs bei der Stange. Wellenreiter und solche, die es werden wollen, sind hier ebenfalls genau richtig.
Baden und Strände
Die große Attraktion von Cornwall und Devon ist die einzigartige Küstenlandschaft. Für einen reinen Badeurlaub ist Südwestengland angesichts der Wassertemperaturen allerdings nur bedingt geeignet. Man sollte daher durchaus ernsthaft über den Kauf eines Neoprenanzugs nachdenken, vor allem wenn man mit Kindern reist. Zu den schönsten Stränden Südwestenglands gehören die von Felsen eingerahmten Bedruthan Steps sowie die Bucht Kynance Cove und der Porthcurno Beach. Mit einem herrlichen goldgelben Sandstrand begeistert außerdem die St Ives Bay.
Surfen und Schnorcheln
Keine Frage, auch am schönsten Sandstrand kann es irgendwann eintönig werden. Bootspartien entlang der Küste bieten Abwechslung, und für die Größeren gibt es in vielen Küstenorten Segel- und Surfschulen. Als Surf-Paradies gilt Newquay. An der felsigen Küste kann man auch herrlich schnorcheln, doch noch aufregender ist sicherlich ein Ausflug zu den Riesenhaien vor der Südküste Cornwalls: Bei Porthleven werden Schnorcheltouren mit den eindrucksvollen und doch überaus sanften Tieren angeboten.
Aquarien und Zoos
Noch mehr Meeresbewohner bekommt man in einem der attraktiv gestalteten Aquarien zu Gesicht. Empfehlenswert sind beispielsweise die Aquarien in Newquay und Plymouth, wo die Vielfalt der Unterwasserwelt mit ihren Korallen und Riffen, mit Seepferdchen und Haien dem Besucher nähergebracht wird. Interessiert sich der Nachwuchs mehr für exotische Tiere an Land, bietet sich ein Abstecher zum Paignton Zoo an. Dort leben neben Elefanten, Nashörnern, Löwen und Tigern auch zahlreiche Menschenaffen in verschiedenen Klimazonen zugeordneten Einheiten.
Seehunde, Esel und Ponys
Beeindruckend ist auch ein Besuch des National Seal Sanctuary. In der Pflegestation werden in mehreren Pools verletzte oder kranke Seehunde aufgepäppelt, um sie später wieder auszuwildern. Ein Highlight sind die mehrmals täglich stattfindenden Fütterungen. Um alte und kranke Esel kümmert sich das Donkey Sanctuary unweit von Sidmouth. Die gemeinnützige Stiftung betreut dort mehrere Hundert Tiere, die sich über Streicheleinheiten freuen. Und bei Touren durch das Exmoor und das Dartmoor macht man unweigerlich Bekanntschaft mit den freilebenden Ponys, die keine Scheu vor Menschen haben. Toll ist es auch, das Dartmoor auf dem Rücken eines Pferdes zu erkunden. In den Riding Stables des Dartmoor sind auch Anfänger willkommen.
Freizeitparks mit und ohne Tiere
Wie wäre es mit einem Abstecher zum Wildlife and Dinosaur Park bei Combe Martin? Vor allem Kinder und Jugendliche fühlen sich von dem Tierpark mit Wölfen, Pinguinen, Seelöwen, Ottern, Reptilien und vielen weiteren Attraktionen angesprochen. An der Nordküste Devons gibt es mit dem Watermouth Castle Park einen weiteren Freizeitpark, der mit einer Riesenrutsche und einem geheimnisvollen unterirdischen Labyrinth lockt.
Höhlen, Schluchten, Wasserfälle
Die unweit von Torquay gelegene Kent’s Cavern ist nicht nur für Kinder ein lohnendes Ziel. Die Höhle war bereits in vorgeschichtlichen Zeiten bewohnt, geführte Touren geben Einblick in die unterirdische Welt mit ihren bizarren Tropfsteinen und Relikten aus der Steinzeit. Lauffreudige Kinder finden sicher eine Wanderung durch die Lydford Gorge spannend, bei der es über kleine Brücken und auf schmalen Pfaden immer am Wasser entlanggeht. Die Hauptattraktion der tief eingeschnittenen Schlucht ist ein 28 Meter hoher Wasserfall.
Unterwegs mit der Dampfeisenbahn
Attraktiv für die ganze Familie ist eine Fahrt mit der West Somerset Railway. Sie ist die älteste privat betriebene Dampfeisenbahn in Großbritannien. Auf einer Strecke von dreißig Kilometern verläuft die Bahnlinie längs der Quantock Hills von Bishops Lydeard bis nach Minehead in Devon.
Unterwegs in Devon
Devons Nordküste und Exmoor
Die Nordküste Devons und das Exmoor liegen in der Touristengunst hinter der bekannten englischen Riviera, doch gibt es auch hier viel zu entdecken: steile Klippen, einsame Moore, traditionsreiche Seebäder und nicht zuletzt ein pittoreskes Museumsdorf.
Der Exmoor National Park wurde 1954 gegründet und hat eine Fläche von 692,8 km².
Die Nordküste Devons ist ein Muss für alle Naturliebhaber, vor allem die Küste zwischen Minehead und Lynton bietet eine faszinierende Landschaftsszenerie mit steil abfallenden Klippen. Besonders schöne Ausblicke auf das Meer gewährt eine gebührenpflichtige Straße, die von Porlock Weir in westlicher Richtung auf den steil abfallenden Klippen entlang der Küste verläuft.
Der ausgedehnte Exmoor National Park begeistert mit seinem fast menschenleeren Hochmoor, das für seine Ponys und Clapper Bridges bekannt ist, von denen die 55 Meter langen Tarr Steps am eindrucksvollsten sind.
Für Naturliebhaber lohnt auch eine Erkundung der Dünenlandschaft der Braunton Burrows, handelt es sich doch um die größte Englands. Ein Klassiker ist der South West Coast Path, der direkt an der Promenade von Minehead beginnt.
Von ihrer wilden Seite zeigt sich die Küste am Hartland Point, wo sich die Surfer in den Wellen tummeln. Ganz heimelig geht es hingegen im eintrittspflichtigen und autofreien Museumsdorf Clovelly zu. Weitere verträumte Küstendörfer sind Porlock oder Morwenstow mit seinem Seemannsfriedhof sowie das reetgedeckte Bossington. Witzig ist auch der Ort Combe Martin, der sich über mehrere Kilometer durch das schmale Umber-Flusstal fast bis zum kleinen, aber schönen Strand hinunter erstreckt.
Minehead, Lynmouth und Ilfracombe sind als traditionsreiche Seebäder die beliebtesten Standorte für eine Erkundung. Ilfracombe beispielsweise besitzt neben seiner viktorianischen Bausubstanz ausgezeichnete Restaurants sowie eine über 20 Meter große Bronzestatue einer schwangeren Frau, die von dem Künstler Damien Hirst geschaffen und direkt am Hafen aufgestellt wurde.
Barnstaple und Bideford wiederum sind lebendige Kleinstädte, die weniger mit großen Sehenswürdigkeiten als vielmehr mit guten Einkaufsmöglichkeiten punkten.
Was anschauen?
Exmoor National Park: Eine Fahrt durch den Nationalpark gehört zum Pflichtprogramm. Hier sind die halbwilden Exmoor-Ponys heimisch, außerdem rund 30.000 Schafe und mehr als 200 Vogelarten, darunter Bussarde, Wanderfalken und Eisvögel. Besonders lohnend ist es, an einer geführten Wanderung oder an einem geführten Ausritt durch das Hochmoor teilzunehmen.
Arlington Court: Ein eindrucksvoller Herrensitz samt großzügigem Park, der für seine üppigen Rhododendren und seine Sammlung historischer Kutschen bekannt ist.
Clovelly: Ein unter Denkmalschutz stehendes Museumsdorf mit Kopfsteinpflastergassen, die von dicht gedrängten Häusern gesäumt sind und sich bis zum Miniaturhafen hinunterziehen.
Hartland Point: Eine wilde Küstenlandschaft, an deren Felsen die Brandung tobt. Ein Stück im Hinterland liegt die Hartland Abbey, ein ehemaliges Kloster mit einem wunderschönen Garten. Wer will, kann eine Wildblumenwanderung durch die Wälder bis zur Küste unternehmen.
Was unternehmen?
Wanderung zu den Hangmans: Schöne Küstenwanderung bei Combe Martin, die in einem Bogen durch das Landesinnere zurückführt.
West Somerset Railway: Eine private Dampfeisenbahnlinie, die längs der Quantock Hills von Bishops Lydeard bis zum Küstenort Minehead in Devon verläuft.
Cliff Railway: Mit der Seilbahn von Lynmouth nach Lynton hinauffahren und spektakuläre Ausblicke genießen.
Tarka Trail: Dieser gut ausgeschilderte Rundwanderweg erschließt große Teile Nord-Devons. Auf einer ehemaligen Bahntrasse kann man von Braunton über Barnstaple bis nach Meeth auch eine herrliche Fahrradtour unternehmen.
Was sonst noch?
Insel Lundy: Eine Schifffahrt zu der im Bristol Channel gelegenen Insel ist für alle Vogelliebhaber ein Muss. 400 verschiedene Vogelarten, darunter die namensgebenden Papageitaucher, aber auch Kormorane und Sturmtaucher ziehen nicht nur die englischen Birdwatcher magisch an.
Tunnels Beaches and Rock Pools: Das viktorianische Felsenschwimmbad von Ilfracombe verspricht ein besonderes Strandvergnügen.