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Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.dnb.de abrufbar.
© 2015 Thomas Stan Hemken
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN: 978-3-7392-9236-6
Jede Reise beginnt bei Dir.
Sie endet bei Dir.
Und findet ohne Dich nicht statt.
Thomas Stan Hemken 1998
Einschlafen.
Lichter so hell wie die Nacht.
Schwarzer Tau rinnt mir den Rücken entlang.
Nebel schluckt den Schall – mechanischer Atem.
Gedanken rasen aus mir hervor – ziehen mich mit, mit ihrem Sog.
Grenzen werden unsichtbar, festes verliert den Bestand.
Atome lösen sich, fliegen frei durch die Unendlichkeit.
Gefühle nehmen mich an ihre Hand. Der Wille bricht, der Verstand verstummt im Nichts.
Reisender, Beobachter – nichts ist unmöglich.
Unendliche Vielfalt – unendliches Leben – und ich!
Farben entstehen, die es eigentlich nicht gibt.
Formen verwandeln sich in Formen
Alles fließt – alles ist...
Alles fließt – alles ist...
Zeit verschwindet
Worte – sind Energie
Alles ist alles – frei, wie noch nie
Thomas Stan Hemken 1997
Es war ein Nacht, wie jede andere. Er schlief und er träumt so dies und das. Doch dann kam der Moment, der diese Nacht anders machte, als alle Nächte zuvor.
Einen Albtraum hatte er oft schon erlebt. Beunruhigend, vereinnahmend, doch gewöhnlich. Diesmal war es anders. Er wusste nicht, ob er den Traum träumte oder erlebte! Er war so seltsam wach, wie er es selbst oft dann nicht war, als er sich wach nannte!. Ist es nicht so, dass von Gedanken getrieben, wir oft schon schlafend durch das Wache wandelten? Wir nicht wissen, was wir tun und uns fragen, ob wir uns nun am Abend vom Schlaf ausruhen müssen? Wenn das so ist, dann war er dieses mal wacher, als an vielen Tagen. Wach im Albtraum.
Da war diese Stimme! Fest und tief! Die eines unglaublich großen Wesens, wie es schien.
„Wach auf!“ sagte sie. Er wurde wach. Setzte sich auf, die weiße Decke rutschte vom Oberkörper hinab. Doch er war nicht in dem Raum, in dem er eingeschlafen war! Er war – in gar keinem Raum!
Doch wurde er geweckt! Staunte und wusste nicht, wie er darüber denken sollte. Hilflos, wartend der Dinge, die da kommen mochten.
Alles um ihn herum war auf eine unbeschreibliche Art leer! Nicht einmal die Dunkelheit war dort! Er konnte klar und deutlich sein Bett erkennen, welches aber nun eher aussah, wie ein OP-Tisch oder war es ein Altar aus Metall? Er sah den Boden unter sich, der den Eindruck machte, wie eine unendliche große Glasscheibe im Nichts. Er traute sich nicht aufzustehen.
Er sah nach allen Seiten. Die Luft war so klar wie nie zuvor. Der Blick konnte sich in einer nie da gewesenen Klarheit ausbreiten – und endete im Nichts – egal, wohin er blickte.
Bevor Panik sich in ihm ausbreiten konnte, sagte die Stimme sanft: „Schau dich an!“
Er sah an sich hinunter. Er war nackt, was ihn seltsamerweise nicht beschämte. Er nahm die Decke weg, um zu schauen, ob er wirklich nackt war. Er war es. Aber dort, wo eigentlich seine Genitalien waren, war – nichts! Er nahm es hin, ohne sich zu erschrecken. Noch immer war er viel zu überrascht, um erschrocken zu sein. Er versuchte einfach nur zu verstehen, was hier vor sich ging.
Er dachte, er schliefe. Und nun war er wach. Er befand sich an einem Ort, an dem er nicht sein konnte und doch war er dort. Fast schon, als wäre er bewusstlos gewesen und jemand hatte ihn verschleppt.
Nun fiel ihm auf, dass er weder Wärme noch Kälte fühlte. Kein Wind. Selbst die Decke, die an ihm herab geglitten war, hatte er nicht gespürt.
Plötzlich überkam ihm ein seltsames Gefühl im Rücken. Er drehte den Kopf und sah Flügel!
Große, weiße Flügel!
Was hatte das zu bedeuten? War er gestorben? War er ein Engel? War das ein Traum? War er bewusstlos?
Bevor er weiter denken konnte fand er sich auf der Straße wieder.
Er stand dort und sah die Menschen an sich vorbei ziehen. Ihre Blicke leer. Niemand sah ihn an. Die Augen starrten in eine hoffnungslose Zukunft.
Sie wussten nicht wohin. Sie gingen, sie wendeten. Dann gingen sie wieder, um wieder zu wenden.
Alle diese Menschen schienen so seltsam verwirrt und abwesend zu sein. Und alle hatten sie einen grau, schimmernden Punkt auf ihrer Stirn, der so flimmerte, wie ein Bildschirm, der nur Rauschen zeigt. Die Menschen, denen er näher kam, hoben ihren Zeigefinger an, auf dem sich ebenfalls solch ein schimmernder Punkt befand. Er spürte, dass er sich vor einer Berührung zu hüten hatte und wich ihnen geschickt aus, was auf Grund ihrer Trägheit allerdings auch nicht allzu schwer war.
Er wusste, dass es in der Schule eine Quelle gab. Dorthin ging der Flügelmann. Als er die Schule betrat, kam er in eine Aula. Dort waren viele Menschen. Alle, die ihm begegneten trachteten immer noch danach, ihn zu berühren. Doch er konnte ausweichen.
Die Menschen kamen aus der Richtung einer Treppe, welche nach unten führte. Er ging zu dieser Treppe. Auf der Treppe begegnete er vielen Menschen, die alle von diesem geheimnisvollem Fluch heimgesucht waren. Er wusste, dass er die Quelle ausfindig machen musste! Er wusste, dass er diese Quelle zu eliminieren hatte! Schließlich hatte er Flügel bekommen! Wenngleich er sie auch noch nicht nutzen konnte, um zu fliegen, denn das ließ die bisherige Situation nicht zu.
Es wurde immer schwieriger, den Gestalten auszuweichen. Es war sein Glück, dass sie ihm nicht nachliefen, sondern es immer bei einem trägen Versuch beließen.
Schließlich schaffte er es nun aber doch, das Kellergewölbe zu erreichen.
Was er dort sah, schockierte ihn!
Ställe! Boxen! Sie waren leer. Aber was hatten diese Zuchtboxen, wie man sie in der Schweinemast findet, in einem Keller einer Schule zu suchen?
Dort hinten! Dort sah er eine Frau. Sie war wunderschön - in einem weißen Gewand. Nun erst bemerkte er, dass Menschen, die noch keinen schimmernden Punkt auf der Stirn hatten, ihm gefolgt waren. Doch sie hatten keine Notiz von ihm genommen! Sie