Insider-Tipp | |
Highlight | |
Best of ... | |
Schöne Aussicht | |
Grün & fair: für ökologische oder faire Aspekte | |
(*) | kostenpflichtige Telefonnummer |
€ € € | über 130 Euro |
€ € | 100–130 Euro |
€ | bis 100 Euro |
Die Preise gelten für zwei Personen im Doppelzimmer mit Frühstück
€ € € | über 20 Euro |
€ € | 10–20 Euro |
€ | bis 10 Euro |
Die Preise gelten für ein durchschnittliches Hauptgericht für eine Person
zu den Erlebnistouren zeigt, wo’s langgeht: inklusive Tourenverlauf und Offline-Karte
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Extravagante Kunst im ebensolchen Glaswürfel: Schon allein durch seine Architektur begeistert das Vorzeigemuseum am Schlossplatz (Foto) zur Karte » (siehe auch ») (siehe auch »1)
Lecker! Kulinarisches aus aller Welt zur Karte » (siehe auch »)
Treffpunkt der Stuttgarter, Liegewiese mit fürstlichem Ausblick und Zentrum der großen Stadtfeste zur Karte » (siehe auch ») (siehe auch »1)
Blank geputzte Legenden auf vier Rädern in spannender Architektur zur Karte »
Die Sammlung der Musterhäuser „Neuen Bauens“ ist ein architektonisches Aushängeschild mit Weltruhm zur Karte »
Löwen, Affen, Amazonienhaus: Starten Sie zu einer entspannten Weltreise am Neckarufer zur Karte »
Interaktiv und dazu mit viel Witz geht es hinein in die Stuttgarter Geschichte zur Karte » (siehe auch »)
Meisterwerke der Kunst in schickem Äußeren zur Karte » (siehe auch ») (siehe auch »1)
Toller Rundblick von der 152,4 m hoch gelegenen Panoramaterrasse des allerersten Beton-Fernsehturms der Welt zur Karte »
Das Ausflugsziel vor den Toren der Stadt – zum Joggen, Spazierengehen, vom Meer und vom Leben als Prinzessin träumen zur Karte »
Große Kochkunst mit Leidenschaft. Der Koch-Autor-Musiker Vincent Klink lädt in sein Restaurant mit einem Blick über Stuttgart zum Niederknien (Foto) zur Karte »
Das Kaufhaus ist in Stuttgart eine Institution. Hier gibt es nicht nur Mode aller Marken zur Karte » (siehe auch »)
Der charakteristische Betonquader im Europaviertel ist ein Traumhaus für Bücher & Co. zur Karte »
Mal klassisch, mal innovativ – die Stuttgarter Oper singt und spielt auf höchstem Niveau zur Karte » (siehe auch »)
In der wunderschönen ehemaligen Industriehalle sorgt das Programm für kulturelles Kribbeln zur Karte »
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Von allen Insider-Tipps finden Sie hier die 15 besten
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Immer sonntags sind alte Straßenbahnen und Busse auf ausgewählten Strecken unterwegs. Die schönste ist die der Linie 23: Der Oldtimerbus schnauft aussichtsreich hinauf bis zum Fernsehturm
Morgens köstlicher Kaffee, nachmittags Kuchen, abends chillen bei Drinks und Cocktails: Das Consafos versüßt alle Lebenslagen
Theater mal ganz anders, überraschend und außergewöhnlich für Kinder und Erwachsene: Das Figurentheater Fitz ist eines der führenden seiner Art in Europa
Unbekannter Osten: Kunterbunte Ausstellungen zur Geschichte von Gablenberg & Co. im Muse-O
In hölzernen Wagen geht es in der Seilbahn seit 1929 auf die Höhe im Süden der Stadt (Foto)
Fast Food, echt slow und regional: Die Currywurst bei Martha's stammt vom Schwäbisch-Hällischen Landschwein, die Rindswurst vom Boeuf de Hohenlohe. Das gute Gewissen schlemmt mit!
Der Name ist reine Provokation: Schlechtmensch verkauft öko-faire Mode, die auch noch prima aussieht
In der Kinothek Obertürkheim macht Filme gucken besonders viel Spaß, dank herzlicher Atmosphäre, Bar im Vorführraum und Service direkt am Platz
Der Leibfriedsche Garten ist der urigkunstvolle Teil des „Grünen U“, der weitläufigen Stuttgarter Parklandschaft
Von den Plattformen des Killesbergturms geht der Blick weit über Stuttgart hinaus. Und nur keine Sorge, das Schwanken des filigranen Bauwerks gehört zum Aussichtserlebnis dazu (Foto)
Der Blick von der Terrasse des Flora & Fauna schweift über Seen und Parklandschaft. Toll: Die Stadtbahn hält genau vor der Tür
Wenn die Sommersonne überm Neuen Schloss untergeht, gibt es kaum ein besseres Plätzchen als hier: mit einem Drink aus dem drinnen & draußen auf den Stufen vorm Stadtmuseum
Die Stuttgart Greeters freuen sich auf Gäste, die ihre Heimatstadt besuchen. Sie zeigen ihnen gratis und auf individuellen Wegen ihre ganz persönlichen Lieblingsplätze zwischen Schlossplatz, Killesberg und Fernsehturm
Echtes Handwerk und gesunde Zutaten: Die kleine Konditorei KönigX im Bohnenviertel versüßt einem die Pause vom hektischen Stadtleben mit viel Selbstgemachtem und Backwaren, die tatsächlich ein Königskrönchen verdienen
Beim allsommerlichen Klinke-Festival des grundguten Kulturzentrums Merlin erleben Sie jede Menge Bands aus der City und der Region. Eintritt frei, der Hut geht rum!
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Neues entdecken und den Geldbeutel schonen
Diese Punkte zeichnen in den folgenden Kapiteln die Best-of-Hinweise aus
Von Jerg Ratgeb bis Picasso und weiter ins 21. Jh.: Die reichen Schätze aus 700 Jahren in der Sammlung der Staatsgalerie bewundern Sie mittwochs völlig kostenlos
Vom obersten Stockwerk des Kunstmuseum-Glaswürfels liegt Ihnen das Schlossplatzensemble zu Füßen. Diese besondere Vogelperspektive erreichen Sie gratis: einfach die Treppen rechts vom Museumseingang hochgehen oder in den gläsernen Fahrstuhl steigen
Die Bar macht nicht nur ihrem Namen alle Ehre, sie bietet auch noch sonntags mitreißende Livekonzerte zwischen Folk, Alternative, Pop oder Jazz. Wem’s gefällt, der gibt freiwillig einen Beitrag
Sie sind noch nie Paternoster gefahren? Dann nichts wie hin ins Stuttgarter Rathaus und mit dem nostalgischen „Personen-Umlaufumzug“ ein paar Runden drehen
In der Musikhochschule wird jede Menge Talent gefördert. Wie gut der Nachwuchs Klassik oder Jazz wirklich spielt, erleben Sie bei vielen Gratiskonzerten
Die Weißenhofsiedlung ist ein Aushängeschild moderner Architektur. Der Spaziergang durch die Straßen mit den Bauhaushäusern ist ebenso kostenlos wie der Besuch der Architekturgalerie
Was macht der Fuchs in der Stadt? Wieso werden Bäume gefällt? Wie sieht ein Tropendschungel aus? Die Ausstellung im Haus des Waldes entführt in eine bekannt-unbekannte Welt
Das erleben Sie nur hier
Diese Punkte zeichnen in den folgenden Kapiteln die Best-of-Hinweise aus
Er war der erste und Vorbild für schlanke Betonnadeln in aller Welt: Der frisch sanierte Fernsehturm ist beliebt wie nie und als hoch aufragendes Wahrzeichen am südlichen Kesselrand nicht wegzudenken
So schlemmen Schwaben – und zwar seit fast 200 Jahren in der urigen Weinstube Zur Kiste, der ältesten ihrer Art in der Stadt. Über drei enge Etagen zieht der köstliche Duft von Rostbraten, Maultaschen und Spätzle
Die einen lieben die Wilhelma wegen ihrer wunderschönen Gebäude im maurischen Stil und den prächtigen Pflanzungen, die anderen verbringen völlig fasziniert Stunden im Menschenaffenhaus. Und dann ist da ja auch noch der Maurische Garten mit seinem Flair aus 1001 Nacht
„Zacke“ nennen die Stuttgarter liebevoll ihre Zahnradbahn. Die Fahrt bietet schöne Blicke auf die Stadt – und die Gewissheit, in der einzigen Bahn dieser Art in einer deutschen Großstadt zu fahren
Ihr Form ist rund und weich, die Lauge gibt ihr den unverwechselbaren Geschmack: Probieren Sie an einem der Brezelkörble auf der Königstraße das namensgebende Traditionsgebäck
Zu einer Zeit, als Arbeiter noch keinen Jahresurlaub hatten, entstanden Stuttgarts Waldheime. Nur wenige Minuten von der Innenstadt entfernt wartet hier, im kühlen Schatten der Bäume, auch auf Sie die perfekte Auszeit bei einem kühlen Radler oder einem Viertele
Auch wenn er tief im Osten der Stadt liegt: Der Neckar gehört zu Stuttgart wie die Weinberge und Hügel, wie Brezeln und Spätzle. Ein Ausflug auf der „MS Wilhelma“ führt flussauf- und flussabwärts, durch Schleusen – und sogar in Stuttgarts Hafen!
Aktivitäten, die Laune machen
Diese Punkte zeichnen in den folgenden Kapiteln die Best-of-Hinweise aus
Entfliehen Sie tief hängenden Wolken bei einer kulinarischen Weltreise: Im Jugendstilbau der Markthalle duftet’s exotisch nach globalen Küchenstilen. Das Treiben lässt sich von der Galerie aus bei einem Espresso entspannt genießen
Wer sich im Milaneo durch drei riesige Häuser shoppt, schlägt dem Wetter ein ausdauerndes Schnippchen. Alles da, von Mode über Elektronik bis hin zu allem möglichen Schnickschnack
Die Stadtbibliothek am Mailänder Platz bietet jede Menge Plätzchen zum Schmökern, Schreiben, Surfen im Internet. Oder Musik hören. Oder eine Literaturverfilmung auf DVD anschauen. Oder ...
Zwei architektonisch beeindruckende Museen stellen klar, warum Stuttgart eine Autostadt ist. Im Porsche Museum geht’s um Ästhetik und Geschwindigkeit, im Mercedes-Benz Museum um die Geschichte des Autos seit seiner Erfindung durch Carl Benz
Erst im Puls-Fitnessstudio die Muskeln spielen lassen, dann im Vinum bei leckerer italienischer Küche die Batterien aufladen, später im Cinemaxx einen Kino-Blockbuster genießen und im Club Lehmann durch die Nacht raven – im Bosch-Areal kein Problem!
Sie heißen zwar Schwabenquellen, geben sich aber ganz international – mit Amazonassauna, indischem Relaxarium oder karibischer Badelagune. Weite Wasserwelten für Regenflüchtlinge!
Durchatmen, genießen und verwöhnen lassen
Diese Punkte zeichnen in den folgenden Kapiteln die Best-of-Hinweise aus
Im Mineralbad Leuze können Sie sich in feinstem natürlichem Mineralwasser treiben lassen. Auf einer Fläche von fast 2000 m2 und in Becken mit kühlen 20 bis rauf zu schnuckligen 34 Grad Wassertemperatur
Nicht nur in der blauen Stunde, wenn sich die City fein macht für die Nacht, ist der Ausblick vom Biergarten Tschechen & Söhne auf die Stadt atemberaubend. Zurücklehnen, zuprosten, staunen
Im Merkel'schen Bad in der Nachbarstadt Esslingen sorgen nicht nur Lomi-Lomi- und viele andere Massagen für Tiefenentspannung. Vor allem das Jugendstil-Ambiente ist ein Fest für alle Sinne
Begeben Sie sich auf eine Reise an Orte, an denen nie zuvor ein Mensch gewesen ist. Das Planetarium macht’s möglich auf einem faszinierenden Trip ins Universum
Die Zeit scheint stillzustehen im Städtischen Lapidarium. Holen Sie tief Luft zwischen bemoosten Skulpturen und Ruinen
Der Name ist Programm: Im Waldhotel in Degerloch werden Sie morgens von Vogelgezwitscher geweckt, nachdem Sie abends Fuchs und Hase beim Gute-Nacht-Sagen beobachten konnten. Erholung versprechen auch Sauna und Dampfbad
Die Stiftskirche ist ein Ruhepol in der betriebsamen Innenstadt. Während der Stunde der Kirchenmusik wird sie zum perfekten Ort, um verbrauchte Energie aufzutanken
Entdecken Sie Stuttgart!
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Blick auf den Schlossplatz und das Neue Schloss
Stuttgart hat’s, das gewisse Etwas. Und damit ist nicht nur das lebendige Kulturleben gemeint, sondern auch die vielen Shoppingadressen, das (Mode-)Design made in Stuttgart oder die berühmten Autos, die hier produziert werden. Es ist das Lebensgefühl, das zwischen Höhen und Talkessel herrscht, zwischen rotem Dächermeer und grünen Hügeln. Es spiegelt sich im bunten, multikulturellen Leben in den Stadtvierteln, in den vielfältigen Küchen aller Standards, in den gut besuchten Bars, Clubs und Lounges. Eine Fähigkeit zum Genießen, die – trotz aller schwäbischen Erdverbundenheit – fast schon so etwas wie Leichtigkeit hervorruft.
Mit Betonung auf fast: Denn im Streit um „Stuttgart 21“ zeigten sie sich dann doch, die unlockeren Seiten der Bürgerseelen, und zwar auf beiden Seiten, bei Befürwortern und Gegnern des milliardenschweren Bauprojekts im Herzen der Stadt, bei dem der Bahnhof unter die Erde verlegt werden soll. Die Medienerfindung vom „Wutbürger“ allerdings verwandelte sich, wurde zu etwas Neuem, zur Keimzelle einer bürgerlichen Protestkultur: Konstruktives Einmischen gibt es nun bei vielen Themen – unterstützt von einem Trend, der nicht nur in der Schwabenmetropole festzustellen ist. Denn gerade die jungen Leute haben die Heimatliebe wieder für sich entdeckt. Die Frage „Wem gehört Stuttgart?“ mündet in vielfältige, bunte und kreative Ideen, die das Kehrwochen-Image der Stadt zwar nicht tilgen, aber doch deutlich verändern.
Beim Schlendern durch die City oder einem Bummel von Kneipe zu Kneipe werden Sie schnell erkennen: Stuttgart passt in keinen Rahmen. Auf den ersten Blick ein typisches, klar umrissenes Gesicht zu finden, ist nicht einfach. Lassen Sie sich Zeit, die Vielfalt – und auch die Gegensätze – zu entdecken: Streifen Sie allein durchs verträumte Lapidarium mit seinen steinernen Zeitzeugen oder ziehen Sie mit Zehntausenden während der „Langen Nacht der Museen“ durch die Stadt; begegnen Sie Franziska Walser und Edgar Selge auf der Bühne des Schauspiels Stuttgart oder bestaunen Sie die Primaballerinen des Balletts; reisen Sie im Württembergischen Landesmuseum durch die Vergangenheit oder lassen Sie sich in der Neuen Staatsgalerie von Joseph Beuys provozieren; spazieren Sie durch die Weinberge rund um die Stadt oder reihen Sie sich ein in den Strom der Shopper im Zentrum.
Stuttgart mit seinen rund 615 000 Einwohnern hat stetig an Selbstbewusstsein gewonnen. Die Statistiker registrieren einen ständigen Aufwärtstrend bei den Übernachtungen: 2017 waren es rund 3,8 Mio. Die durchaus schwierigen Themen „Stuttgart 21“, Feinstaub und Dieselfahrverbot haben der Stadt dabei nicht geschadet, sondern sie nur bekannter gemacht. Ebenso wie die Tatsache, dass Winfried Kretschmann nicht nur als erster grüner Ministerpräsident in der Geschichte der Bundesrepublik in die Villa Reitzenstein, den Regierungssitz des Landes, einzog, sondern 2016 für eine zweite Legislaturperiode wiedergewählt wurde. Auch Stuttgarts Oberbürgermeister ist ein Grüner: Fritz Kuhn regiert noch mindestens bis 2020, wenn die nächste Wahl ansteht.
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Wissen in Weiß: Allein wegen der Architektur lohnt ein Besuch der neuen Stadtbibliothek
Dass die Schwabenmetropole, was Attraktivität und Lebensqualität angeht, auf der Städte-Beliebtheitsskala ganz vorn rangiert, ist auch der vielfältigen Kulturszene zu verdanken. „Was brauchen wir Kunst, wir brauchen Kartoffeln“, lautete früher eine schwäbische Redensart. Doch heute wie damals setzen und setzten sich Kunstliebhaber und Kulturmanager, Stifter und Bühnentalente durch – fast ohne Promis und Protz, aber mit Ideenreichtum, Engagement und internationaler Teamarbeit. Das Stuttgarter Ballett brachte es zu Weltruhm, die Staatsoper wurde mehrfach zum besten Opernhaus im deutschsprachigen Raum gekürt, die Stadt verfügt über eine der vielfältigsten Kleintheaterszenen in Deutschland. Die Bürger belohnen dieses Engagement: Nirgendwo sonst in einer deutschen Stadt gehen so viele Menschen ins Theater, in die Oper oder die Bibliotheken wie in Stuttgart. Nicht zu vergessen: die Museenlandschaft, die von der Neuen Staatsgalerie in den 1980ern bis hin zu Mercedes-Benz Museum, Porsche Museum und Kunstmuseum immer auch mit ihren Bauten für Furore sorgte. Zwischen der Internationalen Bachakademie und den Ludwigsburger Schlossfestspielen schlug außerdem mit den ersten Auftritten der „Fantastischen Vier“ die Geburtsstunde des deutschen Hip-Hop – Das Image der „Mutterstadt“, wie die „Massiven Töne“ rappten, gilt auch heute noch, nicht zuletzt dank einer zweiten Hip-Hop-Generation wie den „Orsons“ oder „Cro“. Bands wie „Die Nerven" oder „Human Abfall" dagegen haben Stuttgart wieder erfolgreich deutschlandweit auf die Rock-Landkarte gebracht. Trotz all dieser Erfolge darf man aber auch eines nicht verschweigen: Junge Bands, Subkultur und Underground haben es nach wie vor nicht leicht im saturierten Städtle.
Stuttgart ist nun mal der Tradition immer treu geblieben, vielleicht macht aber gerade diese Verbindung den – selbst in Krisenzeiten relativ beständigen – wirtschaftlichen Erfolg der Landeshauptstadt aus. Kaum eine andere Region hat es geschafft, ein so solides Fundament zu legen. Sicherlich ist es kein Zufall, dass weltweit erfolgreiche Unternehmen wie Daimler, Porsche oder Bosch hier ihren Ursprung haben. Erfolgreich auch die Taktik, dass Wirtschaft und Wissenschaft stark aufeinander zugegangen sind. Stuttgart kann zwei Universitäten, sechs Akademien und Fachhochschulen sowie eine Reihe außeruniversitärer Forschungseinrichtungen vorweisen. Und auch für die Verlagslandschaft ist Stuttgart ein wichtiger Standort. Hunderte große und kleine Verlage haben ihren Sitz im Zentrum und in der Region; Holtzbrinck, Klett, Thieme, Motorpresse und Mairdumont sind nur die größten und bekanntesten. Und: Von den Thienemann-Verlagsräumen aus eroberten der Räuber Hotzenplotz, Jim Knopf und Lukas, der Lokomotivführer, die Kinderzimmer.
Nicht überall stößt der Erfolgscocktail aus klassischen Industrien, neuen Wachstumsbranchen wie Informations- und Kommunikationstechnologien, neuen Medien und Umwelttechnik auf Gegenliebe. Immer wieder wird den Stadtvätern vorgeworfen, viel zu schnell die Bagger anrücken zu lassen, um Altes, Wertvolles unwiederbringlich zu zerstören. Wie das Stuttgart der Zukunft aussieht, ist nicht abzusehen. Das riesige Loch im Herzen der Stadt namens „Stuttgart 21“ schließt sich – voraussichtlich – erst 2025, eine ganze Reihe weiterer Großbaustellen wurden bereits eröffnet oder stehen an. Kein Wunder, dass die „Stuttgarter Nachrichten" von der „Stadt zwischen Bauzaun und Baugrube“ sprachen.
Ein großer Teil der Industrie hat sich rund um Stuttgart angesiedelt. Ihre Fließbänder zogen seit den 1960er-Jahren viele Ausländer an: Menschen aus rund 180 Nationen leben hier. 40 Prozent der Stuttgarter haben einen Migrationshintergrund, es werden 100 verschiedene Sprachen gesprochen, teils hat das gelernte Deutsch einen schwäbischen Akzent angenommen. Die „Reig’schmeckten“ haben das Bild der Stadt und der Schwaben nachhaltig – zum Besseren – verändert. „Das Zweiflerische, Querköpfige, Kritische und Praktische im Wesen des Stuttgarters vermischte sich mit der Großzügigkeit, dem Wagemut, der Urbanität und der Musenfreundlichkeit vieler Neubürger“, erklärte der heimische Schriftsteller Thaddäus Troll. Und so schaffte es Stuttgart auf dem Höhepunkt der Flüchtlingskrise 2015 sogar in die New York Times – als Beispiel für eine Stadt mit hohem Migrantenanteil, in der die Integration vorbildlich funktioniere. Hier sei man, so der US-Autor, stolz auf die Vielfalt in der Bevölkerung: „Die Botschaft in Stuttgart lautet, dass Migranten gebraucht werden, ja sogar willkommen sind.“ Mit Erstaunen registrierte auch die restliche Weltpresse: Diese Stadt ist weder bieder, noch werden hier die Bürgersteige ständig wahlweise gefegt oder hochgeklappt.
Eher weniger verändert hat sich die Metropole selbst, in vielen Stadtteilen ist und bleibt sie ein Meer aus roten Dachziegeln – und eine Großstadt im Grünen mit dem Schlossgarten, den Bärenseen oder dem Wald rund um den Bopser, auf dessen Höhe der Fernsehturm thront. Von umgebenden Hügeln aus fallen nicht nur die Schönheiten wie Neues Schloss oder Königsbau auf, der die klassizistische Fassade für die modernen Königsbau-Passagen abgibt. Auch die Betonwunden, die nach dem Krieg im zerstörten Stuttgart, aber auch in den 1960er- und 1970er-Jahren geschlagen wurden, sind deutlich zu sehen.
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Wenn Sie noch höher hinauswollen, müssen Sie fliegen: Blick vom Fernsehturm
Die idyllische Lage hat es der Stadt auf ihrem Weg in die Zukunft nicht einfach gemacht. Eingeengt zwischen Buckeln und Bergen, nur in Richtung Osten offen, konnte sich Stuttgart nur schlecht ausbreiten. Historisches Zentrum ist das Gebiet um das Alte Schloss, dort, wo im sumpfigen Gelände um die Mitte des 10. Jhs. ein „Stutengarten“, ein Gestüt, stand. Die Siedlung erhielt im 13. Jh. das Stadtrecht, sie wurde Sitz der Grafen von Württemberg, und der Aufschwung zur offiziellen Haupt- und Residenzstadt begann. Er setzte sich fort, als Stuttgart in der ersten Hälfte des 19. Jhs. zur Industriestadt aufstieg. An das vergleichsweise kleine Zentrum grenzen die Nobelterrassen rund um den Killesberg im Norden, die eher von Arbeiterwohnungen geprägten Straßen im Osten und die beliebten Wohnviertel im Westen und Süden. Vor allem ehemals unabhängige Gemeinden wie Bad Cannstatt, Wangen, Vaihingen und Weilimdorf haben ihr Selbstbewusstsein behalten. Der Neckar, der östlich der Innenstadt vorbeifließt, ist in seinem unattraktiven Betonbett ein Stiefkind Stuttgarts. Erst flussabwärts, in Bad Cannstatt oder Münster, kann man nette Stellen am Fluss finden.
Das Gewässer, an dem Stuttgart in Wahrheit liegt, ist der Nesenbach – der längst in den Untergrund verbannt wurde und praktisch nicht mehr sichtbar ist. Eigentlich ein gutes Bild für die Schwabenmetropole: Sie mag manchmal eine herbe Schönheit sein, wer aber versucht, hinter ihre Kulissen zu schauen, und ihr neugierig und ohne Vorbehalte begegnet, dem zeigt sie ihr wahres Gesicht. Und das ist offen, freundlich, charmant und, manchmal, von fast mediterraner Leichtigkeit.
In Stuttgart gibt es viel Neues zu entdecken. Das Spannendste auf diesen Seiten
Der Stuttgarter „Ginstr“ (www.stuttgartdrygin.com) mit dem Fernsehturm im Logo und veredelt mit Cannstatter Mineralwasser wurde 2018 als einer der besten Gins der Welt ausgezeichnet. Mit „Applaus“ (www.applausgin.com), „Mosaik“ (mosaik-gin.com) und „Rubus“ (auf Facebook)Botanical Affairs (Mo–Sa ab 17.30 Uhr | Weberstr. 10 | www.botanicalaffairs.de)Kaufhaus Mitte