Das erfahren Sie:
Draußen und drinnen: Hunde, Pferde, Stubentiger
Die richtige Ausstattung für die Tierfotografie
Momente der Ruhe und Heiterkeit einfangen
Bibliografische Information der Deutschen Bibliothek
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© 2018 Franzis Verlag GmbH, 85540 Haar bei München
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Autor: Wiebke Haas
Herausgeber: Ulrich Dorn
Programmleitung, Idee & Konzeption: Jörg Schulz
Satz & Layout: Nelli Ferderer, nelli@ferderer.de
Covergestaltung: Manuel Blex
eISBN 978-3-645-22455-0
1.AUSRÜSTUNG FÜR TIERFOTOGRAFIE
Anforderungen an die Kamera
Spiegellos oder Spiegelreflex?
Was die Kamera können muss
Schnelle Reihenaufnahmen
Intelligente AF-Messfeldmethoden
Wenig Rauschen bei hoher ISO
Genug Fleisch für Bildausschnitte
Objektive und nützliches Zubehör
Teleobjektive in der Tierfotografie
Normalbrennweite und Weitwinkel
Einbeinstative für schwere Objektive
Schnelle SD-Speicherkarten
Reflektoren zum Aufhellen
2.MIT PLAN UND IMPROVISATIONSTALENT
Leitlinien für die Bildgestaltung
Ein geeignetes Bildformat wählen
Teilungsregeln für den Bildaufbau
Fotos anderer Fotografen analysieren
Farben erzeugen Eindrücke und Wirkungen
Licht zu unterschiedlichen Zeiten
Licht und Schatten bringen Spannung
Blickwinkel und Perspektive sind das A und O
Haustiere vor der Kamera
Zweck und Inhalt des Shootings
Locations für klassiche Standfotos
Rassetypische Merkmale betonen
Hibbelig oder desinteressiert
Bevor das Shooting losgeht
Hauptdarsteller und Location vorbereiten
Das Equipment startklar machen
Zu Verschlusszeit, Blende und ISO
Empfehlungen für das Spiel mit der Blende
Empfehlung für die ISO-Empfindlichkeit
Varianten halb automatischer Belichtung
Die Belichtungsmessmethode festlegen
Den passenden Autofokusmodus wählen
Spiegel- und Verschlussmechanik
Serienbilder für tobende und laufende Tiere
Packliste für alle wichtigen Utensilien
3.HUNDE VOR DER KAMERA
Hundeporträts und Standbilder
Homogener Hintergrund mit Fokus auf den Hund
Die Hundebesitzer in das Shooting einbeziehen
Wichtig bei Porträts mit seitlicher Kopfhaltung
Beim Scharfstellen den Fokus auf ein Auge legen
Detailaufnahmen und Ganzkörperbilder machen
Rassespezifische Merkmale des Hundes betonen
Hunde mit oder ohne Halsband fotografieren?
Laufen, spielen und toben
Geeignete Umgebungen für Lauffotos
Mit seitlichen Laufaufnahmen beginnen
Beobachten Sie das Verhalten des Hundes
Messfeld zum Anfokussieren festlegen
Frontale Bewegungsaufnahmen punktgenau treffen
Fotografieren in der Welpenstube
Gefragt sind viel Geduld, Glück und Geschick
Was tun bei völlig unerzogenen Hunden?
Fazit
4.PFERDE VOR DER KAMERA
Symbol für Reichtum und Macht
Pferdeporträts und Standbilder
Kopfform, Trense, Halfter und Zügel
Aufnahmen ganz ohne Trense und Halfter
Die Aufmerksamkeit des Tieres erregen
Geeignete Hintergründe für Pferdeporträts
Unterschiedliche Set-ups für Standbilder
Schönheit und Anmut der Bewegung
Pferde wissen um ihre Schönheit
Auf Laufrichtung und Laufweg Einfluss nehmen
Zu starke Unterbelichtung bei Gegenlicht
Edle Pferde unter dem Sattel
Geeignete Umgebungen für Reitbilder
Die jungen Wilden in der Koppel
Klare Körpersprache und Impulse
Fazit
5.KATZEN VOR DER KAMERA
Samtpfoten und Stubentiger
Verhalten und Körpersprache studieren
Die Dauer des Shootings bestimmt die Katze
Aufnahmen im Innenbereich der Wohnung
Katzen in freier Natur fotografieren
6.HERDENTIERE AUF DER WEIDE
Ein kleines bisschen Wildlife
Schafe lassen sich gut porträtieren
Der Frühling ist die Zeit der Lämmer
Grasende Rinder auf der Koppel
Fazit
7.DIE SEELE DES TIERES FINDEN
Lassen Sie die Bilder sprechen
Momente der Ruhe und Heiterkeit
Porträts, ausdrucksstark und emotional
Schwarz-Weiß öffnet das Tor zur Seele
Stimmungsvolle Morgen- und Abendstunden
Silhouetten vor untergehender Sonne
Einmalige Momente der Heiterkeit
Ton in Ton und Farbkontraste
Bilder vor schwarzem Hintergrund
Ausreichend freistellen mit Offenblende
Einfach mehr Farbe ins Bild bringen
Aus Freude an der Bewegung
Kraft, Dynamik und Ehrgeiz festhalten
Muskelspiel im Seiten- oder Streiflicht
Mitzieher mit längerer Verschlusszeit
Spaßbilder mit dem Weitwinkel
Einfach mal alle Regeln brechen
Bildkomposition mit dem Weitwinkel
Dokumentarische Fotos mit Weitwinkel
8.EINIGE WORTE ZUM AUSKLANG
Sicherheit beim Tiershooting
Mit Respekt und Liebe zum Tier
Wie weit darf man gehen?
Qualität der fotografischen Arbeit
Das Recht am eigenen Bild
Index
Bildnachweis
Welche Kamera soll es sein? Welches Objektiv deckt die Bedürfnisse eines Tierfotografen am besten ab? Und was davon ist wichtiger? Im Internet findet man viele Weisheiten zur Wahl der richtigen Technik und wird aus dem Überangebot doch nicht schlau. Zwanzig Leute präsentieren zwanzig verschiedene Meinungen und Erfahrungen. Ich möchte meine Vorgehensweise vorstellen.
Verfolgt man die rasante Entwicklung der Fototechnik, weiß man gar nicht mehr, ob die technische Weltneuheit von heute schon am nächsten Tag als prähistorisches Urzeitwerkzeug eingestuft wird. Der Kameramarkt pulsiert und wird in den nächsten Jahren noch einige neue Stufen erklimmen, wenn man allein schon an die Entwicklung der 3-D-Fotografie denkt. Davon sollten Sie sich jedoch nicht abschrecken lassen. Für jeden Bereich gibt es bestimmte Richtwerte bzw. technische Faktoren, die wichtiger sind als für andere Sparten der Fotografie. Vermutlich werden Sie zunächst mit der Frage konfrontiert sein, ob eine einfache Digitalkamera ausreichend ist, ob Sie in eine hochwertige digitale Spiegelreflexkamera investieren sollten oder ob der Mittelweg mit dem Kauf einer Bridgekamera nicht auch eine gute Lösung wäre.
Aber um ganz ehrlich zu sein: Ambitionierte Tierfotografie auf hohem Niveau ist mit einer normalen Kompaktkamera nur schwer umzusetzen. Lassen Sie sich nicht von extrem hohen Megapixelzahlen oder einem Zoombereich von hier bis zum Mars irritieren und ins Bockshorn jagen. Sicher braucht ein gutes Auge keine Hightechkamera, denn schließlich macht der Fotograf das Bild und nicht die Technik.
Ich verspreche Ihnen aber, dass Sie ganz schnell an die Grenzen der Kompakten stoßen werden, unzufrieden sind und mehr wollen. Eine Kompaktkamera wird Ihnen keine schönen Bokehs zaubern können, in schwierigen Lichtverhältnissen hoffnungslos überfordert sein und bei dem Anspruch an scharfe Bewegungsbilder versagen.
Ich möchte an dieser Stelle kein Gerät schlechtreden. Sicherlich hat eine Kompaktkamera ihre Daseinsberechtigung und deckt das Bedürfnis derer ab, die eine Möglichkeit haben möchten, schnell und einfach Urlaubsimpressionen oder Erinnerungsfotos von Feierlichkeiten anzufertigen, ohne dafür ein halbes Vermögen in teure Kameratechnik investiert und 20 Fotobücher studiert haben zu müssen. Sie wollen aber mehr. Sonst hätten Sie dieses Buch wahrscheinlich nicht gekauft.
Die Gattung der spiegellosen Systemkameras, kurz DSLM (Digital Single Lens Mirrorless) hat sich neben den Spiegelreflexkameras als ernst zu nehmende Alternative für Fotoenthusiasten und Profis etabliert. Durch das Weglassen des Spiegels ist das Kameragehäuse wesentlich kleiner und leichter als das einer Spiegelreflexkamera. Statt eines Spiegels nutzen sie zur Fokussierung und Belichtung das Signal des Bildsensors.
200 mm :: f/4,0 :: 1/1000 s :: ISO 500
BOKEH
Der Begriff »Boke« kommt aus dem Japanischen und bedeutet »unscharf«, »verschwommen«. Er bezeichnet die Darstellung von Bildelementen, die nicht in der Schärfeebene liegen und damit unscharf wiedergegeben werden. Fotografieren Sie dazu mit offener Blende und fokussieren Sie auf ein Motiv im Vordergrund. Im Hintergrund sollten im Idealfall Lichtreflexe oder Spitzlichter zu sehen sein, die unscharfe Flecken auf dem Bild produzieren. Je nach Objektivkonstruktion und Blendenöffnung ist das Bokeh mal eckiger, mal runder, mal härter, mal weicher. Mal sind unscharfe Kreisflächen fast farblos, manchmal schimmern sie farbig. Wie auch immer unscharfe Bereiche außerhalb des Fokus aussehen, das Bokeh ist keine feste, messbare Größe, sondern wird subjektiv wahrgenommen.
DSLM-Geräteklasse: Die beliebte und vielfach ausgezeichnete Sony a6500 mit APS-C-Sensor.
In Sachen Bildqualität stehen die meisten Spiegellosen der Konkurrenz aus dem Spiegelreflexlager in nichts nach, und das Angebot an Objektiven ist genauso groß wie im DSLR-Kamerasegment. Mehr und mehr Profifotografen entdecken die Spiegellosen für sich und setzen sie parallel zu ihren Spiegelreflexboliden ein. Fujifilm und Sony im APS-C-Segment sowie Olympus und Panasonic im Micro-Four-Thirds-Segment bilden die Speerspitze und nutzen konsequent aus, was das Grundprinzip dieser Geräteklasse zu bieten hat.
Die »Digital Single Lence Reflex Camera«, kurz DSLR oder zu Deutsch digitale Spiegelreflexkamera, ist meiner Meinung nach die geeignetste Kamera für die Haustierfotografie im Outdoorbereich. Hier gibt es Einsteigerklassen, die sogar Vollautomatikprogramme bereithalten, aber eben auch Kameras für Fortgeschrittene und Profis sowie zusätzlich ein weites Feld an Wechselobjektiven, die fast alle Wünsche abdecken.
DSLM-Geräteklasse: Die neue Panasonic LUMIX GX9 mit MFT-Sensor.
DSLR-Geräteklasse: Die Canon EOS 80D, ein Spiegelreflex-Kandidat für schnelle Action-Fotos..
Hauptvorteil einer DSLR ist das hohe Maß an Flexibilität, da Sie die Kamera manuell an fast jede Situation anpassen können. Sie werden zwar auch hier an technische Grenzen stoßen, diese sind aber im Allgemeinen nicht so schnell erreicht wie mit anderen Kameratypen. Zudem sind die Objektive austauschbar und können an verschiedenen Bodys der gleichen Marke verwendet werden.
Schnelle Bewegungen, Fluchtreaktionen, zu wenig oder zu viel Licht, ein unpassender Hintergrund, dazu technische Probleme mit dem Autofokus – es gibt viel zu beachten.
Tiere in Action können verdammt schnell sein. Manchmal schlagen sie unvorhergesehene Haken oder springen über die Wiese. Ihre Kamera muss also vor allem beim Tempo mithalten können. Mit Schnelligkeit meine ich in diesem Fall nicht die Verschlusszeit. Meine erste Einsteiger-DSLR-Kamera bot als kürzeste Verschlusszeit 1/4000 Sekunde, und das war völlig ausreichend. Mit Schnelligkeit beziehe ich mich auf die Serienbildgeschwindigkeit bzw. die Anzahl der Bilder, die in einer Reihe gemacht werden können.
Meine alte Kamera hat vier Bilder pro Sekunde geschafft bei etwa 50 JPEGDateien bzw. sechs RAW-Dateien in Folge. Nach den sechs RAWs musste die Kamera erst einmal speichern. Das hat gedauert, während das munter tobende Pferd auf der Weide bei seiner Inszenierung nicht auf die Kamera wartete und einfach mit der Show weitermachte, ohne dass ich das Spektakel aufnehmen konnte.
Man lernt mit einer langsameren Kamera natürlich recht schnell, die Bewegung und das Vorhaben eines Tieres zu erahnen, und drückt gezielter ab, aber hier und da gehen einem doch bestimmte Momente verloren, wenn die Kamera langsam arbeitet. Daher mein Tipp: Achten Sie auf den Wert der Reihenaufnahmen und vergleichen Sie diesen mit den anderen DSLR-Kameras auf Ihrer Auswahlliste.