Andreas Nass

Krisheena - Tor zum Abyss

Dunkelheit

 

 

 

Inhaltsverzeichnis

Titel

Krisheena — Tor zum Abyss — Dunkelheit

Gelistet im Verzeichnis der verbotenen Schriften des Ordens der Weisen Männer zu Uben Aluk

Aus dem Buch »Von dunklen Mächten«, Geheimarchiv des Sonnentempels zu Ustan

1. Kapitel

2. Kapitel

3. Kapitel

4. Kapitel

5. Kapitel

6. Kapitel

7. Kapitel

8. Kapitel

9. Kapitel

10. Kapitel

11. Kapitel

12. Kapitel

13. Kapitel

14. Kapitel

15. Kapitel

16. Kapitel

17. Kapitel

Danksagung

Impressum neobooks

Krisheena — Tor zum Abyss — Dunkelheit


Dark Erotic Fantasy


Nur für erwachsene Leser und Leserinnen!



»Die Hoffnung stirbt zuletzt,

aber wahre Liebe stirbt nie!«


Gelistet im Verzeichnis der verbotenen Schriften des Ordens der Weisen Männer zu Uben Aluk


Krisheena – Tor zum Abyss: Dunkelheit

Krisheena – Tor zum Abyss: Sündige Herrschaft

Krisheena – Tor zum Abyss: Vergnügen

Krisheena – Tor zum Abyss: Leidenschaft

Krisheena – Tor zum Abyss: Erwachen


Kurzgeschichten vom Treiben des Sukkubus Krisheena: Wollust

Kurzgeschichten vom Treiben des Sukkubus Krisheena: Verbotene Triebe

Kurzgeschichte vom Treiben des Sukkubus Krisheena: Haus der Sinne


Arkane Netzverknüpfung: http://www.torzumabyss.de


Aus dem Buch »Von dunklen Mächten«, Geheimarchiv des Sonnentempels zu Ustan


Abyss, der: auch Abgrund genannt. Chaos und Bosheit herrscht in dieser Welt, die aus unzähligen, übereinander liegenden Ebenen besteht. Er ist die Heimat der Dämonen.


Blutkrieg, der: Noch bevor Zeit einen Namen hatte, tobte zwischen den Dämonen des Abyss und den Teufeln der Hölle ein Krieg um die alleinige Herrschaft. Lange beschränkten sich die Schlachten auf die Felder ihrer Heimat, doch ihr Einfluss wuchs und so trugen sie den Kampf hinaus, unter die Sterblichen, und sie buhlten um deren Seelen, damit sie ihnen im Leben wie im Tode dienten.


Sukkubus, der: weiblicher Dämon mit der Fähigkeit, das Aussehen zu verändern, und dann in Gestalt einer attraktiven Frau gleichermaßen Männer wie Frauen verführt. Ihren Opfern entzieht sie während des Beischlafs deren Lebenskraft, was auch zum Tode führen kann. Sie ist nur durch Zauberkraft ernsthaft zu verletzen. Ihre Heimat ist der Abyss, zu dem sie zurückkehrt, wenn sie auf einer anderen Welt getötet oder verbannt wurde.

1. Kapitel

Blitze zuckten unablässig über den fernen Horizont und tauchten die karge Landschaft in ein blauweißes Licht. Von sauren Dämpfen gewürzt war die Luft, begierig sog ich sie ein. Etwas Unbekanntes, Bedrohliches lag darin, aber ich war noch zu unerfahren, mir jetzt schon einen Reim darauf zu machen.

Erst vor wenigen Monaten war ich in die Schule der Para-K’hor aufgenommen worden. Meine geistigen Kräfte schienen ausreichend genug, um sie dort weiter zu schärfen und auf eine Weise formen zu können, die mir Macht über andere gab. Zudem lernte ich das Kriegshandwerk, wohl um meinem aggressiven Herzen ein Ventil zu schaffen.

Dabei wirkte ich eher verletzlich, mit meinen langen, schlanken Beinen, der dunkel gebräunten Haut und den so unschuldig blicken könnenden, violetten Augen. Ich betrachtete meine Hände, die langen, grazilen Finger. Meine manikürten Nägel hatten sehr gelitten. All diese plumpen Waffen, irgendwann, so befürchtete ich, würde mir ein Nagel einreißen. Mein Ansinnen war es, andere zu betören, sie in meinen Bann zu ziehen, denn ich war ein Sukkubus, noch jung, aber schon so hübsch, dass mein Lehrmeister mich noch am ersten Ausbildungstag in sein Bett holte.

Ein Lächeln grub sich in meine Wangen. Amüsiert pustete ich eine lange, rabenschwarze Haarsträhne aus meinem Gesicht. Sein Schweiß roch ebenso würzig wie meine Heimat, auf der ich nun schritt. Der Abyss.

Um genau zu sein, ich befand mich in einem winzig kleinen Teil des Abyss. Kaum ein Dämon kannte alle Ebenen und Gerüchte besagten, es gab an die Tausend davon. Vielleicht waren es mehr, vielleicht viel weniger, es kümmerte mich nicht. Jetzt befand ich mich auf dem Weg zum Ebenenlord, dem Herren über alles, was ich sehen konnte, zumindest, solange kein anderer ihn von seiner Herrschaft ablöste. Gedient wurde nur so lange, wie es sinnig erschien, also zum eigenen Vorteil war. Vielleicht konnte ich etwas über das nähere Umfeld des Lords erfahren. Er war sehr geheimnisvoll, und einige Gerüchte hier und da konnten meine Position zweifellos verbessern.

Säuselnde Stimmen lenkten meine Gedanken ab. In der Luft erklang ein Auf und Ab von Lauten, die ich nicht deuten konnte. Mein Blick verzerrte sich. Wurde der Himmel dunkler, von intensiverem Rot, oder war das nur eine Täuschung? Welcher Streich wurde mir hier gespielt? Ich verfluchte alle unsichtbaren Beobachter und meine Unaufmerksamkeit. Irgendein Detail musste ich übersehen haben. Genervt und von sanfter Furcht erfüllt drehte ich mich langsam um meine Achse und durchdrang mit geschärftem Blick die aufgezogene Dunkelheit.

»Krisheena«

Mein Kopf flog herum, versuchte die Herkunft des Sprechers zu erahnen. Mein Herz erstarrte. Ein leichtes Vibrieren blieb im Nichts hängen, ergriff mich. Ich spürte eine Berührung am Arm, doch niemand war dort. Wie Ungeziefer versuchte ich, das Gefühl wegzuwischen, aber es wurde nur stärker, beständiger.

»Krisheena«

Lauter, näher, fordernder klang mein Name. In meinem Magen drehte sich alles. Ein Wirbel bildete sich über mir, rote und schwarze Schlieren mischten sich, drehten sich. Mein Kopf schmerzte. Immer wieder hörte ich meinen Namen und einen Gesang, der mein Trommelfell betäubte. Mit beiden Händen versuchte ich, die Stimmen abzuhalten. Erfolglos. Sie hatten ihren Weg in meine Gedanken gefunden, ein An- und Abschwellen, dem Rauschen eines gigantischen Ozeans gleich.

Dann erkannte ich einige Worte, beschwörend, fordernd, voller Bestimmung.

Und ich war das Ziel der Beschwörung.

Wer hatte meinen Namen verraten? Hass kam in mir auf, verdrängte den Schmerz, verhinderte aber nicht, dass mich der Strudel einhüllte. Nun konnte ich nur noch die Schlieren sehen. Sie waren überall. Boden und Himmel verschwammen, ich kämpfte gegen eine Ohnmacht, die drohte, von mir Besitz zu ergreifen.

Die Stimmen waren nun zum Greifen nahe. Es wurde kühler. Geruch von Rauch und Wachs, getrocknetem Blut und lieblichem Wein.

Unter meinen Füßen bildeten sich langsam rote Steine heraus, sauber angeordnet und geschliffen. Ich schwankte, benommen von den Wirbeln. Nur langsam klärte sich mein Blick und das Rauschen in den Ohren ebbte ab. Eine Handvoll junger Frauen kniete kreisförmig um mich herum. Sie trugen rötliche, leicht durchscheinende Gewänder. Eine reifere Frau dominierte diesen Kreis, senkte langsam die Arme und lächelte.

»Wo bin ich hier?«, wollte ich wissen, obwohl die Antwort mir schon bekannt war. Ich war wütend und funkelte die Priesterin an.

»Ich habe Euch gerufen«, offenbarte sie mir, »um dem Tempel der Scharlachroten Königin eine Gunst zu erweisen.«

Soweit mir bekannt war, befand sich der Tempel im Osten der Verlorenen Reiche, auf der Welt der Sterblichen, der materiellen Welt. Es hatte mich demnach ins Reich Bregantier verschlagen, wo die Anhänger des Gottes Odimorr, dem Schlächter, herrschten, ein Umstand, der interessant werden könnte.

Hier residierte also die Scharlachrote Königin. Ein Tempel der Lust und Vergnügungen, aber vor mir stand nur eine Hohepriesterin, wo war die Königin selbst? Oder hatte sie es nicht für nötig befunden, die Beschwörung selbst durchzuführen?

»Wer seid Ihr und was ist Euer Wunsch?« Meine Stimme war eisig. »Wem soll ich dienen? Macht schnell, damit wir es hinter uns bringen. Ist es ein reicher Kaufmann, der einige angenehme Stunden der Lust verleben will?«

»Hebt das ungestüme Wesen in Eurem Herzen für die Mission auf, die ich Euch auferlege. Die Herrscher der östlichen Reiche haben sich zu einer dunklen Allianz zusammengeschlossen, um unsere Feinde im Westen auszulöschen. Und der Scharlachrote Tempel wird die Allianz unterstützen.« Sie hob befehligend ihre Stimme. »Ihr werdet den Anweisungen Landrus Folge leisten und ihn auf seine Reise begleiten.« Während sie sprach, machte sie eine Bewegung zur Seite und hob deutend ihren rechten Arm.

Aus der Dunkelheit verborgener Schatten schälte sich eine dunkle Robe, deren Saum über den Boden zu schweben schien. Es war keine besonders sorgfältige Kleidung, sie wirkte alt und verschlissen. Noch bevor ich Einzelheiten erkennen konnte, roch ich Moder und Fäulnis. Tod näherte sich mir. Nicht nur die Robe musste von einem Alter sein, das weit über normal sterbliche Maße hinaus ging, auch ihr Besitzer war kein Lebender mehr. Übelkeit kam in mir hoch. Wütend kniff ich die Augen zusammen. Mich einem untoten, knochigen und übel riechenden Wesen anzuvertrauen, das seit wer weiß wann oder sogar noch nie die Freuden des Lebens genossen hat, war die größte Beleidigung, die ich mir vorstellen konnte.

»Das ist ein Scherz, oder?«

Sowohl meine helle Stimme wie auch die raue, knorrige Stimme des Todes vor mir vermischten sich in diesem Satz. Mein zukünftiger Gebieter hatte wohl ebenso mit etwas anderem gerechnet.

Aus dem rechten Ärmel ragte nun eine Skeletthand, deren schlanker Zeigefingerknochen leicht gekrümmt auf mich deutete. War das ein rotes Glimmen unter der Kapuze, direkt auf die Hohepriesterin gerichtet? Jetzt wurde es wieder amüsanter. Meine Abscheu blieb.

»Als ich hierher kam«, und der Salmagur brachte es sogar fertig, eine all umfassende Geste zu vollbringen, »und um Unterstützung bat in einer wichtigen Angelegenheit, bin ich davon ausgegangen, dass ich mehr geboten bekomme, als einen tändelnden Sukkubus.« Abfällig betonte er meine dämonische Natur.

»Meister Landru«, besänftigte die Hohepriesterin, »sicherlich werdet Ihr verstehen, dass wir entsprechend unseren Möglichkeiten handeln.«

Sie bauschte geschickt ihr weit geschnittenes Gewand auf und machte es sich auf einen gemütlich wirkenden, sehr breiten Stuhl bequem. Ihre schlanken Finger unterstrichen galant ihre Worte, deuteten mal auf mich, nur um danach kaum nachzuvollziehende Muster in die Luft zu ziehen.

»So lange die Scharlachrote Königin nicht im Tempel verweilt, müsst Ihr mit meinen Entscheidungen Vorlieb nehmen. Euer geschulter Blick sollte schon längst das Potential erkannt haben, dass ich Euch an die Hand gebe. Sie wird unserer Sache dienlich sein, darin bin ich mir sicher.«

Irgendetwas an ihren letzten Worten erzeugte ein Klingeln in meinen Gedanken. Ihr Blick verblieb einige Sekunden zu lange auf mich gerichtet. Mir blieb sowieso keine Wahl, ich musste ihr gehorchen, das war der Haken an einer Beschwörung, zumindest, wenn man der Beschworene war.

Mehrere Male ausschnaufend wendete ich mich Landru zu. Feine Silberfäden in dem faserigen Gewand deuteten auf magische Fähigkeiten hin. Die Präsenz, die er ausstrahlte, führte bei mir zu dem Schluss, dass er ein Hexer war. Verbunden mit der Zeitspanne, die er offensichtlich hinter sich hatte, mussten seine Fähigkeiten immens sein. Es war besser, den Anschein zu erwecken, eine gefolgsame Beschworene zu sein. Was natürlich nicht bedeutete, mit bissigen Bemerkungen zurückzuhalten.

Mit gespielter Liebenswürdigkeit fragte ich: »Womit kann ich Euch dienlich sein, Meister Landru?«

»Haltet den Mund und folgt mir!«

Er schickte noch einen verächtlich schnaufenden Laut hinterher und marschierte zum Torbogen hinaus. Mühelos holte ich auf, mied es aber, ihm zu nahe zu sein, um den Würgereiz leichter unterdrücken zu können, den sein süßlicher Fäulnisgeruch bei mir erzeugte. Ich war angewidert.

Mitten im Gang blieb er stehen und richtete seinen Finger erneut auf mich. Sein raues Krächzen fügte mir eine Gänsehaut zu. Ich fröstelte.

»Hör mir gut zu, nutzloses Ding, ich weiß auch nicht, was in die Hohepriesterin gefahren ist, aber ich habe keine Zeit für noch unnützere Worte.«

Da mein Blick nun auf die verfaulten Fleischreste in seinem Gesicht fiel, musste mein Gesichtsausdruck sämtliche auf mich einströmende Gefühle der Abscheu, des Ekels und des Schreckens widerspiegeln. Sein Mund war ein Loch, in dem einige schwarzbraune Zahnreste hingen. Wenn ich es nicht besser wüsste, hätte ich behauptet, er lächelte vor Freude, mir solche Angst einjagen zu können.

»Nimm meine Hand. Na los!«

Galle stieg in mir auf, ich würgte und streckte zittrig meine weichen, geschmeidigen Finger der losen Ansammlung von Knochen und Streifen madigen Fleisches entgegen. Ein widerliches Gefühl, Kälte schüttelte mich durch. Landrus faulig gelbe Fingernägel lagen nun neben meinen rosigen, perfekt geformten langen Nägeln.

Er hatte es nicht nötig, zu erklären. Einige kurze, unverständliche Worte, ein Schnippen mit den Fingern und alles drehte sich erneut. Ich hatte das Gefühl, nach vorne zu kippen. Sein Griff war eisern und schmerzte verstärkt durch den Gedanken, was mich da festhielt. Vor meinen Augen verschwand der Gang des Scharlachroten Tempels. Trockener Staub kitzelte meine Nase, fahles Sonnenlicht warf langgezogene Schatten. Wir standen in einer gewinkelten Gasse. Unzählige Gebäude erstreckten sich vor mir, einzelne Mauern, an die drei Schritt hoch und sehr breit, versperrten den Blick. Gänge verzweigten ohne erkennbaren Sinn. Übler Schweißgeruch füllte die Luft, die Ausdünstungen einer sterblichen Gesellschaft. Hoffnung keimte in mir auf.

Ein Passant rempelte mich an, murmelte ein »wesch« und hinterließ herben Alkoholgeruch. Mühelos erkannte ich die Sprache der Goblinartigen. So wie ich die verschiedenen Rassen um mich herum beobachtete, stierten aus unterschiedlichen Richtungen und Höhen Augenpaare zu mir und den plötzlich aufgetauchten Begleiter herüber. Einige Gesichter senkten sich wieder, um ihrem alltäglichen Treiben nachzugehen. Andere hefteten sich auf meine Brüste und ich spürte die Blicke kleiner, runzeliger Goblins geradewegs auf meinen Po gerichtet.

Etwa fünfzig Schritte weiter baumelte ein Schild mit einer bluttriefenden Axt neben einem Eingang.

»Nimm dir dort ein Zimmer und warte, bis die anderen eintreffen«, wies er mich wie ein kleines Gör an und zauberte aus seinen Lumpen einen kleinen Beutel hervor, der klimpernd vor meinen Füßen zu Boden fiel.

Noch bevor ich meine zahlreichen Fragen äußern konnte, war Landru verschwunden. Nur der Fäulnisgeruch blieb. Ich nahm den Geldbeutel auf und entfernte mich schnellen Schrittes. Zielstrebig hielt ich auf dieses offensichtliche Gasthaus zu. Je näher ich kam, umso deutlicher waren Unterhaltungen zu vernehmen. Es musste noch sehr früh sein, denn der Schankraum war nur gering besucht.

An einem Tisch saßen zwei Minotauren und stemmten schwere Krüge, deren Inhalt gelblichen Schaum auf dem braunen Fell hinterließ. Ihre kräftigen Männerkörper wirkten durch den Schädel eines Stiers noch imposanter. Selbst im Sitzen war ihr hoher Wuchs unverkennbar.

Hinter dem Tresen stand ein bärtiger, gedrungener Mann und putzte akribisch einen Tonkrug. Eine junge, etwas füllige Bedienstete sprach in einer Ecke mit vier Gästen, von denen einer sicherlich Orkblut in sich trug. Seine platte Nase und die vorstehenden Eckzähne erinnerten mich stark an ein Schwein.

Leichtfüßigen Schrittes näherte ich mich dem Tresen.

»Gruß und gute Geschäfte, Herr Wirt. Wenn Euer Met frisch ist, soll es meine Kehle erfreuen.«

»Frisch? Ob mein Met frisch ist?« Aus tiefer Kehle kam sein Brummen, das einen Grizzlybären in die Flucht geschlagen hätte. »Es ist das Beste, was Ihr hier finden könnt, an diesem staubigen Ort! Nehmt einen guten Schluck, um Eurer Zunge den nötigen Respekt zu lehren, junge Frau. Ihr seid neu hier, Gesichter merke ich mir immer gut. Und das Eure werde ich genau beobachten!«

Während er sprach, putze er einen Krug sauber, auch wenn ich meine Zweifel hatte, ob das Tuch nicht ebenso viel Dreck erzeugte wie es mit sich nahm. Dann füllte er ihn randvoll und setzte das schäumende Getränk laut polternd auf den Tresen ab.

»Macht drei Kupfer«, forderte er geschäftig.

»Fünf, wenn Ihr mir noch sagt, ob sich in den letzten Tagen weitere vereinzelte Reisende eingefunden haben.«

Er nahm die Münzen wortlos und blickte aus seinen trüben Augen direkt in mein Gesicht.

»Es gibt viele, die hier durchkommen, und manche sind allein. Seht Euch um, dann werdet Ihr sehen, wer keine Gesellschaft mit sich brachte.«

»Vielen Dank«, endete ich unseren kurzen Wortwechsel, nahm den Krug und drehte mich langsam herum.

Über einen kurzen Zug von dem Met hinweg lugte ich in den Schankraum. An den Tischen fanden sich zahlreiche kleine Gruppen ein. Vielleicht war ich auch eine der ersten.

»Verzeiht die Unterbrechung«, hörte ich eine ruhige, wenngleich auch unterschwellig dominante, weibliche Stimme hinter mir und beendete meine Suche, »aber ich denke, wir sollten uns einander vorstellen.« Ich drehte mich zur Sprecherin um.

Am Tresen hatte sich ebenfalls eine leicht gebräunte Frau eingefunden, die durchaus einen zweiten Blick wert war. Ihr kahl rasierter Schädel und die wenigen Kleidungsstücke, allesamt aus Ketten gefertigt, zeugten von Schlichtheit und dem Verzicht auf Luxus. Ihr schlanker Körper war drahtig, ein Zeugnis für den häufigen Gebrauch ihrer Muskeln bei geringer Nahrungsaufnahme, und maß etwa fünfeinhalb Fuß. Dunkle, rotbraune Augen musterten mich. Neben ihr stand ein kleiner Krug, aus dem sie etwas Met in einen Becher gab und mir zuprostete.

»Ich bin Moi’ra und ebenso schnell an diesem Ort abgesetzt worden wie Ihr, zumindest soweit ich es aus der kurzen Unterhaltung mit dem Wirt entnehmen konnte.«

»Sei gegrüßt, Moi’ra, ich bin Crish und froh, auf jemanden zu treffen, den das gleiche Schicksal traf. Aber lassen wir doch die Förmlichkeiten – wir Frauen müssen an einem solchen Ort zusammenhalten.« Wir stießen an und nahmen einen guten Schluck.

»Es sollen weitere eintreffen?«, erkundigte ich mich neugierig.

»Mir wurde sicher nicht mehr erzählt als dir. Auf jeden Fall sollten wir hier ein Zimmer nehmen, um der weiteren Dinge zu harren. Und die Gelegenheit nutzen, näher Bekanntschaft zu machen.«

Ich lächelte und prasselte mit den Fingernägeln auf das Holz.

»Wirt?«, rief ich fordernd.

Mit leicht schwingendem Oberkörper überwand der Bärtige die wenigen Schritt zu uns und schenkte mir Gehör.

»Ihr habt doch sicherlich noch ein Zimmer frei für zwei müde Gäste«, unterstellte ich.

»Zwei Betten stehen in den Quartieren bereit. Wollt Ihr ein Frühstück am nächsten Morgen?«

»Ja, das wäre angemessen. Und auch noch ein Abendbrot, mit viel Met.«

Wir regelten die Bezahlung und ich drückte ihm noch Trinkgeld in die Hand, damit die Getränke nicht so lange auf sich warten ließen.

»Sucht einen Tisch aus«, sagte er gefälliger, »Merjal wird die Speisen bringen.«

Mit einer einfachen Handbewegung gab ich Moi’ra den Vortritt. Wir nahmen den freien Tisch zur Mitte des Schankraumes. Von dort konnte ich meine Ohren für die umgebenden Gespräche spitzen. Auf einem großen Tablett kamen unsere Speisen und ein Krug frischen Mets. Emsig machte ich mich über das deftige Essen her.

Gestärkt suchte ich, das Gespräch wieder aufzunehmen.

»Wie bist du zu der Ehre gekommen, in diese entlegene Gegend geschickt zu werden?«, fragte ich und spülte einen Bissen mit Met herunter.

»Mein Vater hat mich ausgesandt.« Ihre Stimme veränderte sich, als zitierte sie jemand anderen. »Es ist an der Zeit, Erfahrungen zu sammeln.« Ein langer Atemzug folgte, bevor sie mich fragte: »Woher kommst du?«

»Von einem Tempel in Bregantier, dem Reich des Odimorr, auf Geheiß der Hohepriesterin. Einen Grund nannte man mir nicht, ich sollte nur diesem nach Verwesung stinkenden Kerl folgen.« An ihrer Reaktion erkannte ich, dass sie wusste, von wem ich sprach und nicht minder schlecht von ihm dachte. »Ungewöhnliche Kleidung trägst du, insbesondere für eine Frau. Und das Fehlen der Haare kenne ich nur von Menschen, die Entbehrungen auf sich nehmen, um höhere Weihen zu empfangen.«

»Ich bin ein Mönch, und die Weihen, von denen du sprichst, sind Erkenntnisse über die Kontrolle des Körpers durch seinen Willen.«

Sie sprach voller Überzeugung und Stolz. Meine gespitzten Lippen und langsames Nicken zeugten den Respekt, den ich ihrem Ehrgeiz entgegenbrachte. Gleichzeitig wurde mir klar, dass sie nicht auf der Seite des Chaos stand, von dem eine solche Disziplin nicht zu erwarten war. Ich wollte sichergehen.

»In welchem Herrschaftsbereich liegt denn das Kloster?«, vergewisserte ich mich. »Ich gehe davon aus, so wird ein Ort genannt, an dem Mönche ihren Körper konditionieren.«

»Unsere Gemeinschaft lebt tatsächlich in einem Kloster. Ich gehöre dem Orden des dunklen Mondes an. Der Ort liegt auf einem Hügel in Asuria, dem Reich Ghorrns.«

Das bestätigte meine Annahmen, denn Ghorrn verfolgt ein sehr hierarchisches System. Unterordnung, nur weil ein Tunichtgut eine höhere Stellung innehatte. Ein leichter Schauer lief meinen Rücken hinunter. Meiner Ansicht nach hatte der das Sagen, der mehr Macht in sich vereinte, doch das behielt ich für mich.

»Dann sind wir beide ein gutes Stück von der Heimat entfernt.« Unter einem Lächeln verbarg ich die Doppeldeutigkeit in meiner Aussage.

»Ich bin gespannt«, fügte ich mehr an mich selbst gewandt hinzu, »welche Überraschungen noch auf uns warten.«

Ein Schluck Met spülte meine Kehle, gab mir eine Pause und die Möglichkeit, meinen Blick schweifen zu lassen.

»Auch was wollen trinken!« Krächzend zupften dreckig grüne Finger an den Schnüren meiner Lederhose. Über der spitz zu laufenden Schnauze samt seiner Reihe gelblich angelaufener Zähne gruben sich zwei schwarze Punkte in den von Warzen übersäten Schädel. Auch im Sitzen sah ich auf den jämmerlichen Goblin hinab.

»Verschwinde!«, knurrte ich. Er zuckte kurz zusammen und wirkte noch erbärmlicher. Vor Schreck hatte er von mir abgelassen, sank nun auf seine Knie und rutschte unterwürfig mit erhobenen Händen über den schmierigen Boden.

»Durst«, weinerlich schrill heulte er seine Bitte. »Nur Schluck.«

Ohne großen Schwung knallte ich ihm meine Rückhand gegen sein freches Maul. Das Vieh rollte über den Boden, direkt vor Moi’ra. Über ihre Füße gebeugt hustete das Wesen Blut und Galle.

»Weg!«, schnaufte der Mönch und schleuderte mit einem Tritt die weinerliche Kreatur von sich.

Langsam füllte sich die Taverne mit Gesindel. Ein ganzer Schwarm von Goblins strömte hinein, es wurde sehr laut.

»Lass uns aufs Zimmer gehen, da haben wir mehr Ruhe«, schlug ich vor und erntete ein bestätigendes Nicken. Moi’ra hatte noch weniger dabei als ich. Ausgesprochen geschickt schritt sie die knarrende Treppe hinauf. Unser Zimmer war wie erwartet muffig und sehr spartanisch eingerichtet. Ich vermisste duftende Kissen und einen flauschigen Teppich.

»Ziemlich armselig hier, nicht wahr, Crish?«, fragte Moi’ra, während sie zu den Strohmatten ging. Ich nickte bestätigend und bekam große Augen, als sie die Felldecke vom flachen Bett riss und nach kurzer Prüfung der Unterlage ihre Decke auf dem Fußboden ausbreitete.

»Ich werde auf dem Boden schlafen. So ein Luxus! Weiche Betten.« Sie schüttelte dabei mitleidig den Kopf. »Ein Zeichen dafür, wie verkommen und verwöhnt die Einwohner hier sind.«

»Äh, brauchst du die Felldecke noch?«, deutete ich mit einem Fingerzeig fragend an.

»Nein, nein, bediene dich.«

Sie kommentierte meine Entscheidung, das Bett zusätzlich zu polstern, nicht. Stattdessen widmete sie sich einer etwa anderthalb Schritt langen Kette und prüfte sie anscheinend wie andere ihre Waffen auf Fehler untersuchten.

»Kämpfst du damit?«, wollte ich auf das Metall deutend wissen.

»Wir lernen eine Kampfkunst, die für viele Augen ungewöhnliche Waffen einbezieht. Von Kindesbeinen an habe ich gelernt, mich mit dieser Kette zur Wehr zu setzten. Bislang hat das auch immer gut funktioniert.«

Ihr Grinsen verwischte jeden Zweifel an der Wahrheit. Fast war mir, als würde sie mit den Ketten reden, auf eine ihr eigene Art. Vom Zusehen wurde ich langsam müde. Das Stroh und die Decken reichten bei weitem nicht, um mir als angenehme Unterlage zu dienen. Innerlich rief ich mich zur Besonnenheit, nicht so verwöhnt zu sein, und eiferte in Gedanken den Momenten hinterher, wo weiche Daunen meinen strapazierten Körper einlullten.

»Nanu?« Ihr überraschter Ausruf weckte mich aus den Träumen. Meine Mitbewohnerin hielt ein Ende der Kette in der Hand. Nichts rührte sich. Das andere Ende lag ausgebreitet auf dem Boden. Ich runzelte die Stirn.

»Stimmt was nicht? Ist etwas mit der Kette?«, erkundigte ich mich und unterdrückte ein Lachen.

Mir fielen noch einige witzige, aber unpassende Bemerkungen ein, worauf eine Kette denn gehorchen sollte, und schreckte zurück, als Bewegung in die Kette kam. So überrascht kippte ich beinahe mit dem Kopf gegen die Steinwand, stützte mich aber gerade noch mit einer Hand ab.

»Die lebt! Die Kette hat sich bewegt!«, rief ich erschrocken.

Von dem weiblichen Mönch kam keine Erklärung. Sie wirkte sehr konzentriert. Eine Schweißperle bildete sich auf ihrer Stirn.

»Warum …?«

Ihre Frage stand im Raum, dann wurde sie förmlich von der Kette nach vorne gezogen und musste loslassen, um nicht mit dem Gesicht voran auf dem Boden zu landen. Eine zweite Kette schlängelte der ersten hinterher, riss einige Splitter aus der hölzernen Zimmertüre und verschwand darunter. Mit großen Augen glotzte ich ihnen nach.

Moi’ra drückte sich vom Boden ab und drehte sich mit ihrem Schwung in eine aufrechte Position. Wäre ich nicht so bestürzt, hätte ich bei der artistischen Darbietung geklatscht. Mit zwei Schritten war sie bei der Türe und riss sie auf. Ich kramte mich aus den Decken heraus und ging ihr nach. Vom Flur hörte ich Kettenrasseln und sah gerade noch, wie die beiden Ketten auf ein Geländer zu krochen und dann Anstalten machten, in den darunter liegenden Schankraum zu fallen. Kurz vor dem Rand verknoteten sich beide: eine wickelte sich um einen Pfosten, der Rest verschwand aus meiner Sicht. Hatte ich mich getäuscht, oder waren die Ketten länger, als noch in unserer Unterkunft?

Unter dem Stimmengewirr waren die ärgerlichen, hell krächzenden Laute einer nicht besonders großen Person zu hören, die durch ein Gurgeln abgeschnitten wurden. Kaum einer schien sich darum zu kümmern, als zunächst der Oberkörper und dann die ganze Gestalt eines Goblins von den Ketten über das Geländer gezogen wurde. Er zappelte, zerrte und biss, aber das Eisen war unnachgiebig. Das belebte Metall brachte seine Beute in unser Zimmer.

Interessiert ging ich hinterher und sah zu, wie die Ketten den Gefangenen vor einem Stuhl festhielten und ihre Enden Widerhaken ausbildeten, um sich in der Decke und am Boden zu befestigten. Entlang der Gliedmaße ringelte sich das Eisen und zog den Körper langsam auseinander. Haut spannte sich, Knochen knackten, Sehnen rissen.

Das schrille Kreischen des Goblins übertönte das dumpfe Klatschen seiner zu Boden fallenden Organe und Gedärme, als die Ketten seinen Körper zerteilten, und endete jäh. Gespenstische Stille nahm von dem Raum Besitz. Ich wagte nicht zu atmen und sah gebannt auf die straff gespannte Haut zwischen den eingehakten Ketten.

Langsam, gegen den Widerstand ankämpfend, wuchsen Gesichtszüge aus der grünlich fleckigen Haut – Stirn, Nase, Mund, geschlossene Augen und kantige Wangen. Lippen bewegten sich und muteten der nun hauchdünnen Gewebeschicht den letzten Rest ihrer Zähigkeit zu. Sie rissen ein schmales Loch und bildeten so einen Rachen, der in die Dunkelheit des Zimmers führte.

All meine Haare knisterten, als der Mund zu sprechen begann. Wer auch immer dieser Unbekannte war, seine Stimme vibrierte in meinem Körper, mein Magen verkrampfte. Mir wurde flau. Geschockt von der auf mich einströmenden Macht konnte mein Verstand die ersten Worte nicht verarbeiten. Ich war auch nicht die angesprochene.

»… Tochter. Der Bote darf die Stadt nicht wieder verlassen. Was er bei sich führt, müsst ihr in eure Gewalt bringen. Er wird nicht auf direktem Wege reisen, aber aus Talor starten. Findet ihn!« Dröhnend wallte der Befehl durch das kleine Zimmer.

Meine Blase drohte, sich zu entleeren. Ich drückte meine Beine zusammen, lächelte verkniffen und biss mir dabei auf die Unterlippe.

Langsam zog sich das Gesicht zurück, die Haut erschlaffte. Von ihrer Mitte aus verbreitete sich eine Vibration, dann schleuderten die Ketten in alle Richtungen davon und zerrissen dabei das strapazierte Gewebe.

»Das war mein Vater«, konstatierte Moi’ra und rief auf eine mir unbekannte Weise die Ketten wieder zu sich heran. Wie rasselnde Schlangen schmiegten sie sich über den Boden und um ihre Arme.

Noch ergriffen von der Begegnung nickte ich kurz.

»Wer könnte uns eine Auskunft geben über Boten, die diese Stadt betreten?«, rätselte der Mönch laut vor sich hin.

Ich schluckte mehrmals und versuchte so, den Klumpen im Hals zu verdrängen. Jetzt hatte ich Bauchschmerzen, aber mein Kehlkopf war frei.

»Wirt«, testete ich meine Stimme und schluckte erneut, bevor ich sicherer wieder fortfuhr. »Ein Wirt weiß immer, wer in der Gegend neu ist.«

Voller Tatendrang marschierte meine neue Verbündete zur Türe. Ich raffte mich auf und stiefelte hinter ihr her die Treppe hinab in den belebten Schankraum.

Emsig bewegten sich die breiten Schultern des bärtigen Wirts hinter dem Tresen hin und her.

»Ah, da seid ihr ja«, ein dicker Finger zeigte knapp oberhalb der Holzplatte auf uns. »So geht das nicht, einfach meine Gäste aus einem Gespräch zerren!« Sein Aufruhr diente mehr dazu, seinem Unmut Luft zu machen, als tatsächlich Rechenschaft zu verlangen.

»Wir hatten zu reden«, sagte Moi’ra kühl.

Dem starren Blick der kühlen Kämpferin konnte der aufgebrachte Wirt nicht standhalten. Er widmete sich wieder mit einem benutzten Putzlappen den großen Krügen.

»Aber er war nicht gesprächig. Vielleicht könnt Ihr uns weiterhelfen.« Sie sprach feststellend, nicht fragend.

»Die Blutige Axt ist ein Treffpunkt für viele Reisende.« Ich hatte seine Aufmerksamkeit. »Und wenn einer weiß, ob ein Fremder in die Stadt gekommen ist, dann doch ein Wirt Euren Formats.«

Stolz des Lobes wuchs er ein wenig in die Höhe.

»Kann sein, dass ich etwas weiß«, deutete er grummelnd an.

Mehrere Münzen glänzten, als ich meine Hand wieder vom Tresen zog. Wortlos nahm er sie an sich und biss testend in sie hinein.

»Gut.« Die Münzen verschwanden unter seine Schürze. »Ihr sucht jemanden, aber das ist in so einer großen Stadt nicht einfach. Bei dem ganzen Gesindel hier verliert auch jemand wie ich leicht den Überblick. Aber ich wäre nicht Gombor, wenn ich nicht von dem wachsamen Auge der Stadtwache wüsste. Sie bewachen alle Tore, niemand betritt oder verlässt die Stadt ohne ihr Wissen. Es sind alles Minotauren, groß gewachsene Krieger.«

Hinter uns klirrte ein Krug. Grunzende Laute verrieten den Zank – ich erkannte die Schimpfworte eines Hygulls an seinen kläffenden Lauten.

»Hey! He, das bezahlst du, du Kröte!«, bellte der aufgebrachte Gast einen hutzligen Gnom an. Die Hyänenschnauze beugte sich geifernd über die hoffnungslos unterlegene, kleine, menschenähnliche Gestalt.

Um Schlimmeres zu verhindern, polterte der Wirt den Tresen entlang. Er verschwand aus meiner Sicht und tauchte an der Seite wieder auf. Meine erste Vermutung bestätigte sich. Die gedrungene Gestalt hatte kurze Beine. Ein stämmiger Zwerg. Ich lugte über die Theke. Dort verlief eine erhöhte Fußleiste.

Wutschnaubend hielt der Ladenbesitzer auf die Streitenden zu, doch es war zu spät. Mit beiden Händen hatte der Hygull bereits ein Tablett mit dampfenden Schüsseln von einem anderen Tisch genommen und zum Schlag gegen den Gnom ausgeholt. Das dicke Holz zersplitterte, Suppe, Blut und Gehirn verteilte sich auf Gäste und Möbel.

»Und wer kann jetzt wieder den Dreck beseitigen? Na?«, wollte der Zwerg mit geballter Faust drohend wissen. Um ihn herum warteten mehrere Augenpaare auf einen günstigen Moment, den Erschlagenen zu rächen.

Auch wenn ich gerne der sich entwickelnden Kneipenschlägerei gefrönt hätte, war der Augenblick günstig, ohne Aufsehen die Kaschemme zu verlassen. Im Gehen sandte ich geistige Energien den Streithähnen zu, um ihre aggressive Stimmung weiter anzustacheln.

Noch bevor wir die Straße betraten, vermischten sich die Anschuldigungen mit handgreiflichen Schlägen. Die Stadt fing an, mir zu gefallen.


Es war nicht weiter schwierig, sich zum Hauptquartier der Minotauren durchzufragen. Jeder kannte diesen Ort, und ich nutzte die Gelegenheit, zwei vorbeikommende Wächter anzusprechen. Ihre Augen glitzerten, als sie meine Annäherung bemerkten.

»Entschuldigt, wenn ich so direkt meine Worte an euch richte, aber ich bin völlig verwirrt von diesen ganzen Gassen und verschlungenen Wegen.« Ärgerlich wischte ich mir eine Haarsträhne aus dem Gesicht. »Mir wurde gesagt, wenn ich etwas brauche, sollte ich mich an die Stadtwache richten.«

Um ihren Geist etwas abzulenken und meine folgende Bitte leichter zu befolgen, löste ich mit geneigtem Kopf mein Haarband, schüttelte kräftig meine Haare durch und sammelte die verteilten Strähnen mit beiden Händen ein. Dazu reckte ich die Arme über den Kopf, was meine weiblichen Kurven deutlich zur Geltung brachte. Als wäre es das Natürlichste der Welt, nahm ich mir viel Zeit, den langen Zopf zu bändigen.

Beide Minotauren lehnten sich auf ihre großen Äxte und warteten geduldig. Ihre Augen wanderten von meinem Scheitel bis zu den Sohlen meiner hohen Stiefel.

»Bringt ihr mich zu eurem Quartier?« Ein, zwei Augenblicke verstrichen, damit ihnen die Doppeldeutigkeit zu denken gab. »Es gibt doch ein Hauptquartier, oder?«

»Ja, ja«, räusperte sich der links von mir Stehende.

»Oh, das ist so lieb von euch! Ich bin Crish, das ist Moi’ra. Es ist ja so schön, auf so hilfsbereite …« Mein Wortschwall zog sich bis zum Eingang der Minotaurenhöhlen hin und gab ihnen keine Chance, einen vernünftigen Gedanken zu fassen. Sie kamen nicht einmal auf die Idee, uns zwei hübsche Mädels in eine Ecke zu zerren und zu vergewaltigen. »… und wer führt euch an?«

Gezielte Fragen entlockten ihnen wertvolle Informationen.

»Unser Leutnant, Torvac«, kam die raue Antwort.

»Ist er auch ein Minotaurus, dieser Torvac?«, gab ich mich naiv.

»Er ist der Stärkste von uns allen. Nur ein Minotaurus führt einen Minotaurus an!« Er sprach mit dem stolzen Brustton der Unabhängigkeit.

»Ihn will ich sprechen! Geht das? Ja?« Sie konnten meinen bettelnden Augen nicht widerstehen.

Wir bogen um ein längliches Gebäude und gingen geradewegs auf einen hohen Höhleneingang zu. Beide Minotauren grüßten respektvoll mit geschlossener Faust vor der Brust zwei Wachen am Eingang. Es gab also eine Hackordnung. Ich spürte ihre schmachtenden Blicke in meinem Rücken, was sicherlich noch durch meine schwingenden Hüften verstärkt wurde.

Innen war es deutlich kühler als in den staubigen Gassen. Abzweigungen führten in zahlreiche von Fackeln beleuchtete Gänge. Schnell war mir klar, dass ich mich ohne weitere Hilfe hier völlig verlaufen würde. Ich sah keine Hinweise, auch nicht, als ich mich aufmerksam umsah. Keine Systematik hatte dieses Labyrinth geformt, dennoch wanderten wir, so hatte ich das Gefühl, sehr zielstrebig immer tiefer in den Komplex. Kleinere und größere Gruppen von Minotauren passierten uns. Viele gingen in einen sehr weitläufigen Raum, an dem wir kurz vorbeikamen. Zahlreiche Tische und Bänke füllten den Saal, offenbar der Speisenraum, und dort befand sich, an der gegorenen Würze erkennbar, auch ein Schankraum.

Wände und Boden bestanden aus gestampftem Lehm. An einigen Stellen ragten Felsen heraus. In einem Gang sah ich Reihen von Vorhängen aus Stoff oder Leder, die allem Anschein nach als Sichtschutz für die dahinter befindlichen Räume dienten.

Noch während ich mich interessiert umschaute, hielten wir an. Fast wäre ich in einen unserer Begleiter hinein gelaufen. Wir standen vor einem breiten, mit dickem Leder verdeckten Durchgang.

»Wartet hier!«, gebot der Gesprächigere und schob sich in den Raum.

Gelangweilt spielte ich mit einer Haarsträhne und lugte aus unschuldigen Augen zum verbliebenen Minotaurus hinüber. Ob er schüchtern war? Sein Fell hatte einen rötlichen Stich. Ich legte meinen Kopf schräg und sah ihn unverhohlen mit aufreizenden Augen an. Sein Blick wich meinem aus und wanderte an mir hinab. Seine verstärkte Rottönung schrieb ich einer Einbildung zu.

Leder knarrte und eine große Hand winkte uns heran.

»Ihr sollt eintreten!«

Ich gewährte Moi’ra den Vortritt und schlüpfte hinter ihr her in die geräumige Höhle. Ein hoher, breiter Tisch stand in der Mitte, dahinter ein Stuhl mit mächtiger Rückenlehne. Kleine Verzierungen darin hatten die Form von Äxten und Hörnern. An einer Wandseite war ein Ritterschild mit dem Wappen einer flammenden Faust angebracht, dahinter zwei doppelschneidige Barbarenäxte. Es ging noch ein Raum ab, der jedoch ebenso wie alle anderen von einem Vorhang geschlossen war. Eine große Laterne warf ihr Licht in alle Richtungen und tauchte den Raum in ein Spiel aus zuckenden Schatten.

Aus den dunkelbraunen Wänden schälte sich die riesige Gestalt des Anführers wie ein Hochgebirge aus einer Ebene. Fast neun Fuß ragte er auf seinen stämmigen Hufen vor uns auf und übertraf damit alle anderen Minotauren um mehr als eine Kopflänge. Sein Fell war dicht und von einer Licht verschluckenden Schwärze. Aus rot glimmenden Augen blickte er zu uns herab. Jeder Atemzug spannte seine breiten Brustmuskeln. Dicke Adern zogen sich zu den klauenbewehrten Pranken, die mit Leichtigkeit mein ganzes Gesäß fassen konnten. Seine Hörner schwangen sich im leichten Bogen sanft zu den Seiten hinauf und gaben ihm eine würdevolle Erscheinung. Intensiv männlicher Geruch ging von ihm aus, gewürzt mit einer Schärfe, die ich schnell erkannte. Allein sein Anblick verriet das dämonische Blut in seinen Adern. Sein tiefer Bass erzeugte bei mir ein Kribbeln im Magen. Während er sprach, blitzten große Eckzähne in seinem Maul auf.

»Ihr wolltet mich sprechen, also sprecht! Aber fasst euch kurz, meine Zeit ist kostbar!« Befehlsgewohnt dröhnte seine Stimme durch den ganzen Raum.

Ich blieb einige Schritte von ihm entfernt stehen, um nicht meinen Kopf in den Nacken legen zu müssen. Mit großer Mühe rappelte ich meinen Verstand zusammen und sprach mit klarer Stimme, wenngleich meine Augen sich nach seiner stattlichen Männlichkeit verschlangen und ich innerlich vibrierte. Leider trug er an seiner interessantesten und sicherlich beeindruckendsten Stelle einen Lendenschurz.

»Ich grüße Euch, Torvac, Leutnant der Wache. Ich bin Crish. An meiner Seite ist Moi’ra. Wir haben um ein Gespräch gebeten, weil wir sicher sind, nur hier die richtigen und vertrauenswürdigen Informationen zu bekommen, nach denen wir suchen.« Allmählich wurde ich sicherer. Kleine Gesten unterstützten meine Worte, mit den Augen versprühte ich so viel Charme, wie ich aufbringen konnte. »Wir sind erst seit einigen Stunden in der Stadt und schon nach wenigen Gesprächen war uns klar, dass wir uns an die Stadtwache wenden müssten. Und da hörte ich, welch beeindruckenden Anführer diese Wache haben soll, und fürwahr, man sollte den Sprecher auspeitschen, so untertrieben hat er seine Worte.«

Torvac richtete sich geschmeichelt weiter auf. Zum Glück musste ich nicht lügen, was meine schwärmerischen Worte leicht ins Lächerliche gezogen hätte. Ich atmete durch.

»Wir suchen jemanden, doch sein Name ist uns unbekannt. Wir wissen nur, dass er in den nächsten Tagen erscheinen wird und wo er seine Reise begann. Könnt Ihr uns helfen?«

»Ihr habt recht daran getan, zu mir zu kommen. Niemand betritt die Stadt ohne mein Wissen, daher bin ich sicher, dass meine Minotaurenwachen denjenigen finden, den ihr sucht. Aber das hat seinen Preis …« Er ließ den Satz im Raum stehen und schaute uns abwechselnd an. Mit deutlich entblößten Fangzähnen, was bei ihm einem sehr breiten Lächeln entsprach, und mit zwei hochgehaltenen Krallen unterstützte er seine Forderung: »Zwei Nächte mit mir!«

Zuerst wollte ich ›vier Nächte‹ brüllen, besann mich aber, wer hier um was handelte und stibitzte zu Moi’ra hinüber. Die Kämpferin wog den Preis ab und nickte leicht. Ich sah nun offen zu ihr hin, denn mit ihrem Einverständnis hatte ich nicht so leicht gerechnet, und nickte unterstützend, meine Zustimmung offenbarend.

»Abgemacht«, besiegelte sie das Angebot, »aber zunächst möchte ich den Staub loswerden und mich reinigen. Gibt es hier ein Badehaus, das Ihr empfehlen könnt?«

»Warum so förmlich, kleine Frau? Ich bringe euch gerne zu dem besten Badehaus der Stadt. Geht voran, ich weise euch den Weg.«

Mit beiden Pranken deutete er auf den Durchgang. Im Gang waren viele Augenpaare auf uns gerichtet, aber alle sahen auch, zu wem wir offensichtlich gehörten. Langsamer gehend spürte ich bald die große Hand an meinem Rücken.

»Dort geht es weiter«, brummte Torvac. Ich sah zu ihm auf, spürte das Funkeln in meinen Augen und das verzehrende Brennen in meinem Unterleib. Leicht gegen ihn drückend rieb ich meine Haut, nur durch die Bänder meines Brusthalters unterbrochen, gegen seine Handfläche.

»Danke«, hauchte ich und nahm dann wieder Schritt auf. Er unterstützte meinen Gang und lenkte mich mit sanftem Druck gegen meinen Po. Verführerisch lächelte ich zwei Minotauren zu, die jedoch schnell ihre Mäuler schlossen, als ihr Anführer knurrte.

Auf dem Weg durch die Höhle erzählten wir alles, was wir von dem Boten wussten – was nicht sehr viel war. Dann stach Sonnenlicht in meine Augen und der Staub hatte uns wieder.

Wir nahmen einen sehr ungewöhnlichen Weg zum Badehaus. Torvac stellte sich neben eine der drei Schritt hohen, breiten Mauern und zog uns in eine Umarmung.

»Haltet euch fest!«, gebot er und ging in die Hocke. So fest ich konnte drückte ich meinen Körper an den seinen und krallte mich in die dichten Locken seines Fells.

Dann sprang Torvac.

Ich glaubte, mein Magen rutsche hinab und wurde kräftig durchgeschüttelt, als wir auf der Mauer landeten. Nachdem ich meine Hose gestrafft und meine Brusthalterung wieder in die richtige Position gebracht hatte, sah ich über die Dächer der Stadt. Einzelne Türme ragten noch weiter hinauf, ansonsten war das durch die Mauerwerke gebildete Labyrinth von hier oben deutlich erkennbar. Auf den Wällen patrouillierten Minotauren.

»Wir müssen hier lang«, erklärte unser hünenhafter Führer und drängte uns voran. Anscheinend konnte er es nicht abwarten, uns ohne Kleidung zu sehen, und brachte uns auf schnellem Wege zum Badehaus.

Um dort wieder in die Gasse hinunter zu kommen, packte er uns erneut und sprang hinab. Bevor ich recht wusste, was geschah, erfolgte bereits die harte Landung auf dem Boden. Wir standen im Staub vor einem hellen Gebäude, das eine Kuppel zierte und mehr breit als hoch war.

Kein Eintritt wurde gefordert, als der Leutnant mit uns den Eingang passierte. Zielstrebig suchte er eine Bedienstete und fragte nach einem großen Badezuber für uns drei.

»Wartet einen Augenblick, bis das Wasser die richtige Temperatur hat«, bat uns die junge Frau und deutete auf eine Sitzgelegenheit mit einem niedrigen Tisch, auf dem Gläser und Karaffen mit einladend frisch wirkenden Getränken standen. Augenblicke und einen Schluck später erschien sie wieder.

»Folgt mir bitte.« Sie wandte sich um und wir schritten hinter ihr einen mit Holz vertäfelten Gang entlang. Mit seinen großen Händen schob Torvac uns sanft voran. Ich lächelte ihm zu, er neckte mich und kitzelte mit einer Klaue in meinem Bauchnabel. Verspielt schlug ich sie weg.

»An den Seiten findet Ihr Badezusätze und einen Stoß Handtücher. Läutet nach mir, wenn noch etwas gewünscht wird«, erläuterte die Bedienstete auf die Gegenstände zeigend. »Ich wünsche einen angenehmen Aufenthalt.«

Unser Begleiter verzichtete auf irgendwelche Zusätze, legte mit wenigen Handgriffen seine spärliche Kleidung ab und stieg in den großen Holztrog. Beim Anblick des zwischen seinen Schenkeln baumelnden Fleisches und der großen Hoden leckte ich mir über die Lippen.

Noch während ich langsam das Haarband löste und mit beiden Händen meine rabenschwarze Mähne durchschüttelte, landeten Moi’ras Ketten auf dem Holzboden. Geschmeidig kletterte sie in den Trog. Ich streifte meine Stiefel und die Hose ab. Drei Stufen erleichterten das Einsteigen. Noch während ich sie betrat, löste ich den Knoten meines Brusthalters am Rücken. Grazil streckte ich meinen rechten Fuß aus und testete das Wasser. Es war angenehm warm. Auf der Wasseroberfläche spiegelte sich mein Antlitz, das ich selbstverliebt betrachtete.

Vom Scheitel bis zur Sohle verteilten sich auf fast sechs Fuß betont weibliche, grazile Kurven. Der sanfte Schwung eines Künstlers hätte meinen Körper nicht besser einfassen können. Lange, schlanke Beine führten zu dem ausgeprägten Becken, gingen in eine enge Taille über und fanden in den großen, festen Brüsten ihre Vollendung. Auch im schwachen Licht des Raumes wirkte meine goldbraune Haut makellos, samtweich und frisch. Kein Haar ärgerte den Betrachter. In mir vereinte sich Jugend und Reife. Mädchenhaft verträumt sah mein eigenes Spiegelbild mich an. Weiche, harmonische Gesichtszüge mit etwas stärkeren Wangenknochen sorgten für eine exotische, aufregende Note. Sanft geschwungene Brauen, wie ein feiner Pinselstrich gezogen, betonten gemeinsam mit den langen, gebogenen und tiefschwarzen Wimpern meine großen, mandelförmigen Augen, deren Iris in einem kräftigen Violett leuchteten. Über dem runden Kinn thronte mein zart geschwungener Mund. Zwischen seinen vollen roten Lippen blitzten strahlend weiße Zähne und eine lange, spitz zulaufende, rosa Zunge hervor. Beherrscht wurde mein Gesicht von einer schmalen und weich gerundeten Nase, die leicht angehoben verlief, was mir ein neckisches, spitzbübisches oder mädchenhaft weiches Wesen gab. Umrahmt wurde der Kopf von seidig glänzendem, rabenschwarzem langem Haar, welches glatt mit dem Ansatz von Wellen auf meine zierlichen Schultern fiel und bis zu den beiden kleinen Buchten in Höhe der straffen Pobacken reichte. Ich trug es oft zu einer ausgefallenen Frisur hochgesteckt oder als wilde Mähne, mein aggressiv animalisches Wesen ausdrückend. Nun hob ich es leicht an, bauschte es mit meinen feingliedrigen Händen auf. Es war weich und duftete wie meine Haut nach junger Weiblichkeit mit der Würze des Frühlings, leidenschaftlich und intensiv.

Durch die Ablenkung spürte ich erst den behaarten Arm, als er mich von den Beinen holte und mich platschend ins Wasser beförderte. Prustend tauchte ich wieder auf, wischte Wasser und Haare aus den Augen und lachte mit den beiden anderen. Wir näherten uns einander.

Moi’ra kam sofort zur Sache, als wollte sie es schnell hinter sich bringen. Ich hatte nichts dagegen, ihrem Treiben zuzusehen und meine prickelnde Vorfreude zu genießen. Torvacs Männlichkeit hatte sich schon erhoben, als wir nackt zu ihm ins Wasser stiegen. Jetzt pulsierte sein Blut zwischen unseren Händen, die sein Fleisch härteten, bis es steil aufgerichtet bereit war. Selbst wenn wir beide Handpaare übereinander setzten, hätte es einer dritten Frau bedurft, sein mächtiges Geschlecht ganz zu greifen. Mit dem Zeigefinger kam ich bei weitem nicht an meinen Daumen heran, so groß war sein Umfang. Ich blieb knapp oberhalb der Wasseroberfläche und half meiner Begleiterin, auf den Minotaurus zu steigen. Er hielt sie an den Pobacken fest, sie setzte ihre Füße breit gespreizt auf den Rand ab und hielt sich mit beiden Armen an seinen Schultern fest. Mit einer Hand konnte ich gerade eben den pulsierenden Schwanz festhalten, schleuderte mit der andern etwas Wasser gegen die von dunklen Haaren umrahmten Schamlippen und rieb sie dann mit den Fingerkuppen, bis sie sich erwartungsvoll teilten. Ich spürte Moi’ras Konzentration, ihre Beherrschung. Zunächst drückte die pralle Eichel gegen das rot schimmernde Fleisch, drohte, zur Seite zu rutschen. Eisern hielt ich sie in Position und sah fasziniert zu, wie die dunkle, nahezu schwarze Haut zwischen die feuchten schwarzen Locken und die hervorgetretenen Schamlippen glitt, sie ein Stück weit mitnahm, um dann innezuhalten und langsam wieder hervor zu kommen. Als ich die Unterseite der Eichel wieder sah, endete die Bewegung wieder und kehrte sich um, drängte wieder in sie. Meine Hände brauchten nicht weiter zu unterstützen und wanderten hinauf zum straffen Gesäß. Nach drei weiteren, sanften Stößen, die immer tiefer in den Frauenkörper drangen, löste Torvac seine haltenden Hände, glitt hinauf zu ihren Schulterblättern und vor zu den Brüsten. Moi’ra rutschte entlang meiner Finger ganz auf seinen Schoß. Ihre Konzentration brach, sie stöhnte auf, hatte ihn soweit es ihr möglich war in sich aufgenommen.