Das Buch
10 Geschichten für die schönsten Träume
Zum
Gemeinsamen Vorlesen ab 3 Jahren
Mit Extra-Seite: Wünsch dir eine
Geschichte!
Das hätte Kalle Körnchen sich nicht träumen lassen! Als Urlaubsvertretung des Sandmanns hat der kleine Traumwichtel alle Hände voll zu tun. Übermütige Schäfchen zähmen, einem Sternschnuppen-Mädchen das Fliegen beibringen und verschwundene Traumblasen wiederfinden. Wie gut, dass Frechdachs Flick seine Nase nicht nur in Marmeladenbrote steckt und Kalle tatkräftig zur Seite steht. Mit jeder Menge funkelndem Schlafsand im Gepäck nehmen es die Freunde selbst mit der größten Schnarchnase auf …
Die Autorin
© Philipp Astner
Lucy Astner wurde 1982 in Hamburg geboren. Sie mag es, Schokolade zu essen, Trampolin zu springen und zu lachen, bis der Bauch wehtut. Und eben weil sie selbst so gerne lacht, hat sie ihr Hobby zum Beruf gemacht und schreibt Kinderbücher und Drehbücher für Kinofilme, mit denen sie viele andere Menschen zum Lachen bringt. Mit ihren vier Kindern und ihrem Mann lebt sie heute mitten in Hamburg.
Mehr über Lucy Astner: http://lucyastner.de/
Lucy Astner auf Instagram: https://www.instagram.com/lucyastner/
Der Illustrator
© Privat
Julian Meyer wurde 1983 in der Lüneburger Heide geboren und versuchte sich in verschiedenen Berufen, ehe er in Münster Illustration studierte. Seitdem arbeitet er als freier Illustrator für verschiedene Kinderbuchverlage und malt all die Bilder, die er sich als Kind gewünscht hätte. Er lebt mit seiner Familie in Hamburg.
Mehr über Julian Meyer: www.julianmeyer.net
Der Verlag
Du liebst Geschichten? Wir bei Esslinger in der Thienemann-Esslinger Verlag GmbH auch!
Wir wählen unsere Geschichten sorgfältig aus, überarbeiten sie gründlich mit Autoren und Übersetzern, gestalten sie gemeinsam mit Illustratoren und produzieren sie als Bücher in bester Qualität für euch.
Deshalb sind alle Inhalte dieses E-Books urheberrechtlich geschützt. Du als Käufer erwirbst eine Lizenz für den persönlichen Gebrauch auf deinen Lesegeräten. Unsere E-Books haben eine nicht direkt sichtbare technische Markierung, die die Bestellnummer enthält (digitales Wasserzeichen). Im Falle einer illegalen Verwendung kann diese zurückverfolgt werden.
Mehr über unsere Bücher, Autoren und Illustratoren: www.thienemann-esslinger.de
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Viel Spaß beim Lesen!
Psst! Kannst du ein Geheimnis bewahren? Wirklich? Na, dann mach es dir gemütlich und lehn dich zurück, denn ich will dir eine Geschichte erzählen.
Sicher weißt du schon längst, dass der Sandmann den Schlaf und die Träume bringt. Aber wusstest du auch, dass der Sandmann diese Träume gar nicht selbst macht? Dazu ist er viel zu beschäftigt! Sehr beschäftigt ist er, oh ja, mächtig beschäftigt! Immerhin reist er jeden Abend zu den Kindern auf die Erde und verteilt seinen Schlafsand. Da wäre es auch wirklich ein bisschen viel verlangt, wenn er auch noch die Träume machen müsste, findest du nicht? Eben! Und genau deshalb hat der Sandmann in seinem Schlummerland, weit hinter den höchsten Bergen und den allertiefsten Tälern, eine ganze Menge Helfer. Kleine Helfer und große Helfer.
Die Hirtenwichtel mit den grünen Mützen hüten die Schäfchen, die nach Sonnenuntergang über den Zaun der Traumweide springen. So können die Kinder sie zum Einschlafen zählen: eins, zwei, zweieinhalb …
Die Stollenwichtel mit den braunen Mützen arbeiten im Bergwerk und bauen den Schlafsand ab, den der Sandmann abends in die müden Äuglein streut. Tag und Nacht hört man ihren Gesang aus der Tiefe heraufgrollen: »Noch ein Spaten, noch ein Sack, Schlafsand schleppen huckepack!«
Natürlich gibt es unzählige Abenteuergeschichten über die stattlichen Stollengräber und die flinken Schafshüter, aber diese Geschichte hier handelt von einem anderen Helden. Sein Name ist Kalle Körnchen, und er gehört zu den Traumwichteln. Von allen Helfern des Sandmanns haben die Tagträumer mit ihren roten Mützen die wichtigste Aufgabe, denn sie machen die Träume, die der Sandmann in der Nacht an die Kinder verteilt. Und mal ehrlich: Was wäre der tiefste Schlaf ohne einen schönen Traum?
Kalle Körnchen ist also einer von diesen Tagträumern, und du solltest ihn jetzt unbedingt kennenlernen!
Siehst du den großen Wichtel mit den starken Armen dort auf der linken Seite? Ja, genau den! Das ist leider nicht Kalle Körnchen. Aber der Wichtel mit dem Abenteurerblick und dem Falken auf der Schulter? Das ist er auch nicht …
Nein, Kalle Körnchen ist weder besonders stark noch besonders mutig. Und wirklich groß ist er auch nicht. Dafür hat er einen dicken Knoten in seiner roten Wichtelmütze, der ihn an etwas Wichtiges erinnern soll. An was, das hat Kalle leider vergessen …
Das macht aber nichts, denn am liebsten verbringt er ohnehin den ganzen Tag schlummernd in der gemütlichen Hängematte vor seiner Baumhöhle. Dort denkt er sich die schönsten Träume aus und verwandelt sie in schimmernde Traumblasen, die dann an die Kinder verteilt werden. An was sollte man sich dabei schon erinnern müssen …?
»Ki-Ka-Kalle!« Wie ein Blitz schießt ein kleines wildes Etwas auf Kalle Körnchen zu und wirbelt übermütig um die Hängematte herum. Kalle wird nicht nur aus seinem süßen Tagtraum gerissen, sondern auch aus dem schaukelnden Bett. Mit einem Klatsch landet er unter der Hängematte im Gras. Autsch!
Als er den Kopf hebt, erkennt er, wer hier mal wieder Chaos stiftet.
»Flick …«, seufzt er und blickt den kleinen Dachs mit dem roten Glücksbringer-Flicken an der Seite vorwurfsvoll an. »Wie oft habe ich dir schon gesagt, dass du mich nicht bei der Arbeit stören sollst!«
»Arbeit nennst du das?«, kichert Flick und hüpft vor Kalle auf und ab. »Eine Schnarchnase bist du, jawohl! Der Ki-Ka-König der Schnarchnasen!«
Kalle Körnchen weiß, dass Widerspruch zwecklos ist. Flick ist nämlich kein gewöhnlicher Dachs. Er ist ein Frechdachs – und wer selbst schon einmal einem Frechdachs begegnet ist, weiß, dass man hier mit Vernunft kein bisschen weiterkommt …
Gähnend deutet Kalle auf einen großen Weidenkorb, in dem eine Handvoll kleiner Traumblasen schimmert. »Mein Traumkörbchen ist noch lange nicht voll. Also lass mich bitte weiterschlummern!« Doch bevor er sich zurück in die Hängematte schwingen kann, pflückt Flick ihm glucksend die Wichtelmütze vom Kopf.
»Weiterschlummern? Nichts da!« Aufgeregt wedelt er mit der roten Mütze vor Kalles Gesicht herum. »Hast du nicht etwas vergessen?«
Kalle Körnchen kratzt sich verlegen an der Stirn. »Na ja, ich sollte bestimmt … die Baumhöhle ausfegen!«
Flick schüttelt eifrig den Kopf. »Falsch! Ganz und gar fi-fafalsch, mein Freund!«