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Buch

Friesland 1351: Schiffe zu bauen – das war schon immer der Traum des jungen Zimmermanns Jann Wilken. Mit seinen genialen Ideen will er die Seefahrt revolutionieren und sich in den Häfen der Hanse einen Namen machen. Aber Jann hat es nicht leicht. Er ist der uneheliche Sohn des mächtigen Wilke Tammen, der den Bastard verabscheut und täglich erniedrigt. Der jähzornige Wilke führt eine Blutfehde gegen seinen Erzfeind Enne Rycken und zieht seine Söhne in den Konflikt hinein. Jann ist seit Langem heimlich in seine Jugendfreundin Jorien verliebt. Doch als er ihr endlich seine Gefühle gestehen will, wird sein Dorf von Enne angegriffen, und es kommt zur Katastrophe …

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und den lieferbaren Titeln des Autors
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Daniel Wolf

Im Zeichen
des Löwen

Historischer Roman

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Originalausgabe März 2020

Copyright © 2020 by Wilhelm Goldmann Verlag, München, in der Verlagsgruppe Random House GmbH, Neumarkter Str. 28, 81673 München

Dieses Werk wurde vermittelt durch die Literarische Agentur Thomas Schlück GmbH, 30827 Garbsen.

Gestaltung des Umschlags: UNO Werbeagentur München

Umschlagfoto: Loading Goods on to a Ship, from the manuscript »Justiniano Institutiones Feodorum et Alia«, c.1300 (vellum), Bolognese School, (14th century) / Biblioteca Nazionale, Turin, Italy / Index Fototeca / Bridgeman Images

FinePic®, München

Redaktion: Eva Wagner

BH · Herstellung: kw

Satz: Uhl + Massopust, Aalen

ISBN: 978-3-641-22476-9
V001

www.goldmann-verlag.de

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Dramatis Personae

WARFSTEDE

Wilke Tammen, das Oberhaupt der Familie Osinga, der Redjeve zu Warfstede

Unicke Wilken, sein Erstgeborener

Here Wilken, sein Zweitgeborener

Abbe Wilken, sein Drittgeborener

Jann Wilken, sein Bastard

Ippe Tammen, Wilkes Bruder, der Vikar von Warfstede

Gela Reinken, Janns Mutter, eine Magd

Folkmar Peters, ein Schiffsbaumeister

Jorien Folkmars, seine Tochter

Tede Johannsen, ein Lotse

Bebbe Tygen, ein Krieger

Hedde Sassen, ein Krieger

Harke Clausen, ein Schiffszimmermann

DUVELSLOND

Enne Rycken, das Oberhaupt der Familie Hylkena, der Redjeve zu Duvelslond

Alke Rycken, seine Schwester, eine Alchemistin

HARLINGERLAND

Onneke Fossen, der Zunftmeister der Schiffsbauer

Ihmel Campen, ein Bauer

Herderic Campen, sein Bruder

Folef Iken, ein Bauer

Ocke Gerts, ein Bauer

Uke Nannen, ein Schiffsbaumeister

Eggerik Beven, ein Schiffsbaumeister

Uptet Cyben Platinga, ein Redjeve

Kene Martins Reentzen, der Enunciator der Landsgemeinde

Hayke Kenen Reentzen, sein Sohn

Rikeld Aden, ein Redjeve

BREMEN

Theda Peters, die Meisterin der Beginen zu Sankt Katharinen, Folkmars Schwester

Alburg, eine Begine

Mechthildis, eine Begine

Clementia, eine Begine

Dina, eine Magd

Marquard, ein Kaufmann und Ratsherr, der Tutor der Beginen

Nikolaus, ein Domherr, der Beichtvater der Beginen

Johann, ein Pächter der Beginen

Gregorius, der Abt der Dominikaner

Margarethe Hemeling, eine betagte Patrizierin

LÜBECK

Hartmann, ein Handelsherr

Geseke, seine Gemahlin

Ricarda, seine Tochter

Wilbrand, ein Schiffsgeistlicher

Elver, ein Schiffer

Vito, ein Kaufmann

Luther, ein Schiffer

HISTORISCHE PERSONEN

Johann Wittenborg, ein Kaufmann und Ratsherr, Bürgermeister von Lübeck ab 1359

Brun Warendorp, ein Kaufmann und Ratsherr, Bürgermeister von Lübeck ab 1367

Albert II., Erzbischof von Bremen ab 1361

Waldemar IV. »Atterdag«, der König von Dänemark

Walter Kerlinger, ein Inquisitor

Hare Edzardsna, das Oberhaupt der Familie Cirksena, ein Redjeve und Häuptling

Matthias Overstolz, ein Schöffe und Bürgermeister von Köln

Bertram Wulflam und Johannes Rughe , die Ratssendeboten von Stralsund, Greifswald, Anklam und Stettin

Thomas Morkerke, ein Kaufmann, Mitglied der Zirkelgesellschaft zu Lübeck

SONSTIGE

Hylmer Lutets, ein westfriesischer Lotse

Pietro und Bernabò, Brüder, Kaufleute aus Genua

Gerold Eyken, ein Schiffer aus Rungholt

Humphrey Fitzhamon, ein englischer Soldritter

Doctor Albrondus, ein Medicus

Christian von Visby, ein hansischer Söldner

Ulrich, sein Diener

Im Anhang befindet sich ein Glossar der friesischen und maritimen Begriffe.

»Der Stamm der Friesen ist nach außen frei, keinem Herrn unterworfen. Lieber wählen sie den Tod, als dass sie sich mit dem Joch der Knechtschaft belasten ließen.«

Bartholomaeus Anglicus
1240 nach Christus

Prolog

1350

Warfstede

Das Schiff im Watt brachte den Hass nach Warfstede.

Jann stand auf dem Deich und beobachtete die Kogge, die draußen im Priel ankerte. Es war die Magnus, der ganze Stolz der Familie Osinga. Das Schiff war weit entfernt, doch Jann hätte es unter tausend anderen wiedererkannt. Erst vor zwei Wochen war es ausgelaufen. Niemand hatte schon so bald mit seiner Rückkehr gerechnet.

Es war ein friedlicher Sommermorgen. Wie jeden Tag war Jann zum Siel gegangen und hatte mit dem Stecken die Muscheln vom Schleusentor gekratzt. Die Sonne stand tief über dem Marschland, das Watt gleißte wie poliertes Silbergeschirr oder wie die Reliquienschreine in den Kirchen zu Köln und Lübeck, von denen er gehört hatte. Jann Wilken war siebzehn Jahre alt. Er hatte noch nicht viel gesehen von der Welt.

Frischer Wind kam vom Meer. Das Schiffsvolk hatte die Rah gefiert und nahm soeben das Segel ab. Drei Seeleute kletterten über die Reling, ließen sich in den Priel fallen und schwammen zum flachen Rand der wassergefüllten Rinne. Der Wind verstümmelte ihre Rufe, als sie mit vereinten Kräften einen Ballen aus Segeltuch auf das Watt zogen. Das Bündel war länglich und schwer, zwei Männer mussten es tragen. Janns Hand krampfte sich um den Stecken.

Er stieg den Deich an der Tidenseite hinab, die Schafe machten ihm blökend Platz. Neben ihm strömte der Fluss durch die Salzwiesen und vereinigte sich mit dem Priel, der sich in glitzernden Schleifen durch das Watt schlängelte. Janns Herz pochte wild. Er wollte rennen, aber der weiche Wattboden hielt ihn auf. Seine nackten Füße sanken darin ein. Schritt für Schritt kämpfte er sich voran.

Seine Halbbrüder Unicke und Here waren nach Rungholt gefahren, um Schlachtvieh und Schafswolle gegen lübisches Bier und schwedisches Eisenerz zu tauschen. Doch als Jann den Männern der Magnus entgegeneilte, erblickte er nur Here Wilken, der dem kleinen Trupp vorausschritt.

»Hol Vater!«, rief sein Halbbruder.

Jann blieb stehen, presste die Lippen aufeinander. Betrachtete das Bündel, das die Seeleute trugen.

»Geh!«, brüllte Here.

Jann hastete zu den Salzwiesen zurück, erklomm den Deich und rannte über das Marschland, vorbei an den Gerstenfeldern und blühenden Viehweiden. Folkmar Peters, der Schiffsbaumeister, trat gerade ins Freie und hob die Hand zum Gruß. Jann bemerkte ihn kaum. Er rannte weiter zum Dorf und zum Steinhaus der Familie, das erhöht auf der alten Warf stand und wie ein strenger Herr über Warfstede wachte. Hastig erklomm er die Leiter zum Eingang.

Sein Vater Wilke Tammen und sein dritter Halbbruder Abbe Wilken saßen beim Morgenbrot am kalten Kamin. Jann durchquerte die Halle, in der die Magd gerade gehackte Binsen ausstreute. Sein Vater schaute ihn nicht an. Er schaute ihn nie an, wenn er es vermeiden konnte.

»Here ist zurück«, sagte Jann atemlos. »Du sollst kommen.«

Wilkes Blick war nicht freundlich. »Wieso sind sie schon da? Waren sie nicht in Rungholt?«

»Ich weiß nicht.«

Wilke gab ein unwilliges Knurren von sich, ehe er sich schwerfällig wie ein sattgefressener Bär erhob. Der bucklige Abbe ging ihnen nach, doch er kam nur mit Mühe die Leiter hinunter und konnte nicht mit ihnen Schritt halten.

Sie sprachen kein Wort, während sie zum Siel schritten. Here und die beiden Seeleute standen auf dem Deich, der Wind zerrte an ihren Röcken. Folkmar und einige Bauern von den Feldern waren zu ihnen gegangen und betrachteten schweigend das Bündel im Gras.

»Wo ist Unicke?«, verlangte Wilke harsch zu wissen.

Jann konnte sich nicht erinnern, Here je so verzagt gesehen zu haben. Steif stand sein Halbbruder da, das Gesicht bleich, die Augen stumpf. »Er …« Seine Stimme versickerte. Here schluckte und begann von Neuem: »Er ist tot.«

Worte wie Eissplitter, die Jann scharf und kalt ins Herz stachen. Wilke starrte Here lange an. Der Wind peitschte sein langes Haar mal hierhin, mal dorthin, einzelne Strähnen verfingen sich im Vollbart. Die Seeleute hatten angefangen, das Bündel zu öffnen. Wilke bewegte sich so plötzlich, dass Jann zusammenzuckte und Here erschrocken einen Schritt zurückwich. Ihr Vater stieß die Matrosen zur Seite, zog das Messer und schnitt das Segeltuch auf.

Ein Schwall Verwesungsgestank quoll hervor, ein schwerer Brodem, der die Männer erbleichen ließ. Wilke zerriss das Tuch mit seinen Prankenhänden. Bald hatte er den Körper freigelegt. Unickes Gesicht, der Hals, die Arme waren grau wie das Watt. Zwischen Brustkorb und Bauch klaffte eine Stichwunde. Das Wollwams war schwarz von getrocknetem Blut.

Wilke kniete im Gras, über den Leichnam gebeugt. Seine breiten Schultern zitterten. Aus seiner Kehle drang ein tiefes, keuchendes Schluchzen, ein tierhafter Laut der Trauer. Auch Jann weinte. Er hatte Unicke geliebt. Unicke war sein Vorbild gewesen, sein Held.

Derweil erreichte auch Abbe den Deich. Jann half ihm die Böschung hinauf. Tränen schossen Abbe in die Augen, als er den Toten erblickte. Unicke war Wilkes Erstgeborener. Er hatte Jann und Abbe stets vor dessen Jähzorn beschützt, hatte Heres gefährliche Launen eingehegt und das düstere Steinhaus mit Lachen gefüllt. Der mutige, gerechte, fröhliche Unicke.

Wilke hob den Kopf. »Wer hat das getan?«

»Enne Rycken Hylkena.« Here spie den Namen aus wie einen Fluch. »Wir trafen ihn in Rungholt. Er war betrunken und suchte Streit. Plötzlich ging er auf Unicke los. Sie zogen die Schwerter und kämpften. Bevor ich eingreifen konnte, hatte Enne ihn erschlagen.«

Wilke stand langsam auf. Er ballte die Linke zur Faust. Harte Muskeln schwollen am Arm. »Hast du deinen Bruder gerächt?«

Here konnte den Vater nicht anschauen. »Enne ist geflohen.«

»Du verdammter Tölpel! Wieso hast du ihn nicht an Ort und Stelle niedergestreckt?«

»Es ging alles so schnell«, rechtfertigte sich Here. »Da lag Unicke, und ich dachte, ich könnte ihn retten. Als ich begriff, dass es zu spät war, war Enne längst fort.«

»Du hättest ihn jagen sollen!«

»Wir haben die ganze Stadt abgesucht. Er war spurlos verschwunden.«

Jann dachte, der Vater würde Here schlagen. Stattdessen wandte sich Wilke ab und stieg den Deich an der Landseite hinunter. Seine drei Söhne, der schweigsame Folkmar und die Bauern folgten ihm. Die Seeleute trugen Unicke.

»Holt eure Waffen!«, donnerte Wilke, nachdem sie die Leiche ins Steinhaus gebracht hatten.

Jann öffnete die Kiste mit seinen Habseligkeiten. Mit zitternden Händen gürtete er sich das Schwert um. Die Tränen flossen noch immer, wütend wischte er sie weg. Er würde später trauern. Jetzt galt es, Unicke zu rächen.

Währenddessen hatte man den Toten auf den großen Tisch am Kamin gelegt. Knechte, Mägde und Leute aus dem Dorf drängten sich um Unicke. Manche weinten, andere schüttelten die Fäuste und zischten gotteslästerliche Flüche, die dem Mörder galten. Janns Onkel Ippe Tammen, der Vikar von Warfstede, steckte in der Menschenmenge fest und verlangte schrill, man möge ihn zu dem Leichnam vorlassen.

Wilke hatte die Kriegsleute um sich geschart. Als er zu Unicke auf den Tisch stieg, in der Hand das blanke Schwert, verstummte das Geschrei. »Enne Rycken hat mir meinen Sohn genommen. Meinen Erstgeborenen.« Seine Stimme drang in jeden Winkel der Halle. »Dafür wird er büßen!«

Wer eine Waffe trug, reckte sie in die Höhe und brüllte. Auch Jann schrie aus vollem Hals.

»Wir werden ihn aus seiner Burg holen, ihn und seine verkommene Schwester!«, rief Wilke. »Sie werden vor mir im Staub liegen und mich um Gnade anflehen. Aber ich werde ihnen keine Gnade gewähren. Ihr Blut für Unickes Blut!«

»Ihr Blut für Unickes Blut!« Die Menge brüllte noch lauter als zuvor. Jann fühlte sich, als wäre er mit all den Menschen in der Halle zu einem einzigen Wesen verschmolzen. Es tat gut, gemeinsam den Schmerz hinauszuschreien.

Wilke sprang vom Tisch. Die Bewaffneten stiegen hinter ihm die Leiter hinab. Draußen bellte Here Befehle, man holte die Pferde aus den Ställen.

Kurz darauf saß Jann im Sattel und ritt an Wilkes und Heres Seite, als die bewaffnete Schar zum Dorfplatz marschierte, wo sich ihr weitere Männer anschlossen.

»Gerechtigkeit für Unicke!«

Die Familie Osinga zog in den Krieg.

ERSTES BUCH

DIE FEHDE

April bis Oktober 1351

Kapitel eins

Esens

Enne träumte von Geistern. Es war derselbe Albtraum, der ihn beinahe jede Nacht heimsuchte. Kaum war er eingeschlafen, erschienen ihre bleichen Gesichter in der Dunkelheit, vernahm er ihr Wehklagen, ihre gewisperten Gebete, die niemand erhörte.

Er erwachte mit rasendem Herzen. Still lag er da und wartete darauf, dass die Geister verschwanden. Als der Traum endlich verblasste, setzte er sich auf und rieb sich das stopplige Kinn. Das durchgeschwitzte Untergewand klebte ihm an der Brust. Sein Rachen war ganz ausgedörrt. Er tastete nach der Kanne und trank etwas Wasser.

Irgendwo schmatzte jemand, ein Strohsack raschelte. Enne und seine Leute hatten die Herberge für sich. Die Krieger, das Bauernpaar und der Vikar schliefen noch. Leise zog er sich an und suchte sich einen Weg zwischen den liegenden Körpern hindurch. Der Hof lag still. Das Tageslicht war noch derart schwach, dass er kaum den Ziehbrunnen und die Wagen vor dem Stall erkennen konnte. Enne atmete tief ein und aus. Die kalte Luft vertrieb die letzten Traumfetzen. Die Wut aber blieb. Er war mit ihr schlafen gegangen und mit ihr aufgewacht. Immerzu hockte sie in seiner Brust, umklammerte seine Rippen und bleckte die Zähne. Knurrend sprang sie jeden an, der sie reizte. Ungeschickte Diener. Faule Knechte. Gierige Zöllner. Ganz Duvelslond fürchtete Ennes Wut. Manchmal betäubte er sie mit Wein.

Esens verstand sich besonders darauf, seinen Zorn zu wecken. Hier gab es allerhand Diebsgesindel und unverschämtes Volk. Aber es war der größte Markt weit und breit. Nirgendwo sonst in Harlingerland fand er so leicht Abnehmer für seine Waren. In nur zwei Tagen hatte er eine Wagenladung Wolle, Torfsalz und Pökelfleisch sowie ein halbes Dutzend Kälber verkauft. Die Fehde hatte seine Schatullen geleert. Er brauchte dringend frisches Geld.

Er hörte leises Klappern und ging hinein. Der Wirt hatte Feuer gemacht, und während er gähnend im Kessel rührte, kam Leben in die Gaststube. Die Krieger kratzten sich schlaftrunken, verfluchten das Ungeziefer in den Strohsäcken und schlurften zum Wasserfass, wo sich der Vikar gerade wusch. Der Geistliche war ein zappliges Männlein, dessen viel zu großer Kopf auf dem dünnen Hals wackelte. Er wuselte den ganzen Tag umher und hielt einen nur auf mit seinem Geplapper. Enne bereute es, dass er dem Kerl erlaubt hatte, ihn nach Esens zu begleiten.

Er setzte sich ans Feuer und wärmte seine klammen Hände. Der Wirt reichte ihm einen Napf mit gesalzener Grütze. Enne stocherte eine Weile darin herum und stellte die halb volle Schale schließlich weg. Er war kein großer Esser – meist genügten ihm ein paar Bissen, um satt zu werden. Manchmal aß er fast den ganzen Tag nichts, weil er schlicht nicht daran dachte. Das sah man ihm an. »Du bist dürr wie der Schnitter«, pflegte seine Schwester zu spotten. Sie musste es wissen: Alke Rycken war mit unheimlichen Mächten im Bunde, womöglich gar mit dem Tod selbst.

Der Vikar setzte sich zu ihm und berichtete fröhlich von seinem Besuch im Kloster Esingfelde. »Wisst Ihr, wen ich gestern dort getroffen habe?«

»Wenn es nicht der heilige Magnus war, will ich es nicht hören.«

Eingeschüchtert klappte der Geistliche den Mund zu … nur um einen Augenblick später den Wirt in ein Gespräch zu verwickeln.

Enne rief die Fuhrknechte zu sich. »Wenn ihr gegessen habt, macht ihr den Wagen fertig.«

»Gewiss, Herr.«

Die Männer schlangen den warmen Brei hinunter. Enne gürtete sich einstweilen das Schwert um. Ohne die Waffe ging er nirgendwohin. Er war das Oberhaupt der Familie Hylkena und der Herr von Duvelslond: Das Schwert war das Symbol seiner Macht – und sein kostbarster Besitz.

Wenig später verließen sie die Herberge. Der Fuhrknecht lenkte den Wagen die Gasse entlang. Enne und die Krieger folgten ihm zu Fuß und gingen auf den Bohlen, die auf dem schlammigen Boden lagen. Das Bauernpaar begleitete sie. Die beiden hatten sich Enne angeschlossen, um Feldfrüchte in Esens zu verkaufen – der Markt in Duvelslond darbte wegen der Fehde und war für viele Marschbewohner nicht mehr rentabel. Ein stämmiges Pferd, das der Bauer am Zügel führte, zog den Ackerschlitten mit den Säcken und Körben.

Es war nicht weit bis zum Marktplatz. Enne schlug innerlich drei Kreuze, als der geschwätzige Vikar in der Kirche verschwand. Er suchte sich einen freien Platz und wies seine Leute an, die Fässer mit dem restlichen Torfsalz vom Wagen zu laden und die Pferde auszuspannen.

Trotz der Kälte war der Markt gut besucht. Enne verkaufte das Salz an die hiesige Gerberzunft und an mehrere reiche Bauern, die ihm gutes Geld für seine Ware zahlten. Gegen Mittag nahm er zwei Gulden aus der Kiste unter dem Wagenbock.

»Ich bin eine Weile fort«, sagte er zu seinen Leuten. »Passt gut auf das Geld auf.«

Er bahnte sich einen Weg durch das Gedränge und gelangte zum Stand eines Waffenschmieds, der sich an einem qualmenden Torffeuer wärmte. Enne nahm eines der ausliegenden Schwerter in die Hand und prüfte die Schneide. Gute Qualität. Er musste seine Krieger dringend neu ausrüsten – nach fast zehn Monaten Kampf waren ihre Waffen in einem lausigen Zustand. Er verhandelte eine Weile mit dem Schmied und bekam für sein Gold jeweils ein Dutzend Schwerter, Speere und Schilde sowie vier Armbrüste mit vollen Bolzentaschen.

Sie besiegelten das Geschäft per Handschlag. »Mein Stand ist da drüben. Kannst du mir nachher alles liefern?«

»Wird gemacht.« Der Schmied deutete auf die Waffe an Ennes Gürtel. »Ein schönes Schwert. Darf ich es sehen?«

Enne zog es, gab es jedoch nicht aus der Hand. Er hielt das Schwert so, dass der Schmied es betrachten konnte.

»Eine friesische Arbeit ist das nicht.«

»Kastilisch.«

»Aus Toledo?«

Enne nickte, und der Schmied pfiff anerkennend.

»Wie kommst du an ein Schwert aus Toledostahl?«

»Ein Erbstück.« Ennes Großvater war ein gefürchteter Krieger gewesen, seine Raubzüge hatten ihn reich gemacht. Von dem erbeuteten Gold hatte er das Schwert gekauft, die Wasserburg in Duvelslond gebaut und seiner Sippe Macht und Ansehen verschafft.

»Was willst du dafür?«, fragte der Schmied mit leuchtenden Augen.

»Es ist nicht zu verkaufen.« Enne schob das Schwert in die mit Goldfäden und Perlen besetzte Scheide.

»Komm zu mir, wenn du deine Meinung änderst. Ich zahle gut!«, rief der Schmied ihm nach, als er sich abwandte.

In der Schenke neben der Zunftstube der Schiffsbauer trank er einen heißen Würzwein am Feuer. Obwohl er kaum Hunger hatte, zwang er sich, etwas Brot und Käse zu essen. Als eine Schar Händler hereinkam und mit fröhlichem Getöse die Bänke bevölkerte, verging ihm augenblicklich der Appetit. Lärm und Gedränge konnte er nicht ertragen. Er stürzte den Wein hinunter, knallte einen Pfennig auf den Tisch und wollte gehen. Just in diesem Moment sprang vor ihm ein junger Bursche auf und erzählte zur Erheiterung der anderen mit wilden Gesten eine Geschichte. Dabei schlug er Enne fast ins Gesicht.

»Pass auf, Mann!«

Der Kerl wandte sich zu ihm um, er war angetrunken und grinste frech. »Was willst du?«

»Geh zur Seite.«

»Ich erzähle gerade was. Hock dich hin, bis ich fertig bin.« Der Bursche schwenkte den Humpen, Bier schwappte heraus und spritzte Enne auf das Gewand.

Die Wut in seiner Brust hatte den ganzen Morgen friedlich gedöst. Jetzt fuhr sie fauchend die Krallen aus. Enne biss die Zähne zusammen, seine Hand schnellte vor und packte den Kerl am Kragen.

Am Tisch herrschte Stille.

»Beim heiligen Magnus! Das ist Enne Rycken Hylkena«, murmelte jemand.

»Tut mir leid«, stammelte der Bursche. »Ich wollte nicht … es war keine …«

Enne hatte große Lust, ihn nach draußen zu schleifen und sein pausbäckiges Gesicht in den Straßenschlamm zu drücken. Doch der Kerl trug feine Kleidung, vermutlich war er der Sohn eines reichen Marschbauern. Enne konnte es sich nicht leisten, eine weitere einflussreiche Familie gegen sich aufzubringen. Er ließ den Bauernsohn los und schob sich an den Händlern vorbei. Ihre Blicke verfolgten ihn bis zur Tür.

Draußen spuckte er aus. Wahrlich, es wurde Zeit, dass er heimkehrte. Das enge, wimmelnde, großspurige Esens machte über kurz oder lang selbst Heilige zu Mördern.

Auch nachmittags ließ sich die Sonne nicht blicken, und es blieb so kalt wie am Morgen. Enne verkaufte die restliche Ware und kehrte bei Einbruch der Dunkelheit zur Herberge zurück. Die Waffen ließen sie auf dem Wagen und deckten sie mit Segeltuch ab. Enne stellte einen Krieger als Wache ab, ehe er die Kiste hineintrug und sich daranmachte, die Gulden und Silberpfennige zu zählen. Er war zufrieden mit seinen Einnahmen. Selbst nach dem Kauf der Waffen war genug übrig geblieben, um seine Söldner zu bezahlen.

Der Bauer und sein Weib setzten sich zu ihm. »Geht es morgen zurück nach Duvelslond?«

»Wollt ihr mich begleiten?«

»Wenn Ihr erlaubt«, sagte der bärtige Mann. »Unsere Geschäfte hier sind erledigt.«

»Ich breche beim ersten Licht des Tages auf. Seid rechtzeitig fertig. Ich warte nicht auf euch.«

»Aber wir können noch nicht heimkehren.« Der Vikar stellte eine dampfende Schüssel auf den Tisch, wedelte mit den Händen und pustete auf seine heißen Finger. »Zuerst muss ich an der Reliquie des heiligen Magnus meine Gebete sprechen.«

»Du warst doch heute in der Kirche«, sagte Enne gereizt. »Was hast du denn die ganze Zeit dort getrieben?«

»Ich traf zufällig den Gesandten des Erzbischofs, der gerade in Esens weilt. Es gab viel zu besprechen. Beispielsweise soll es neue Regeln für die Sendkirchen …«

»Wir brechen morgen in aller Früh auf«, schnitt Enne ihm das Wort ab. »Wenn dir das nicht passt, bleibst du eben hier.«

»Aber dann muss ich ganz allein nach Hause gehen!«, stellte der Geistliche entsetzt fest.

»Du hast ja dann den Beistand des heiligen Magnus.«

»Ja, natürlich … Aber trotzdem! Was, wenn die Osinga mich erwischen …?«

Wenn Enne dem Vikar noch länger zuhörte, würde er ihn schlagen. Er verschloss die Kiste und stellte sie neben sein Schlaflager. Morgen würde er die Münzen in seine Geldkatze füllen. Es erschien ihm sicherer, sie am Leib zu tragen, während sie durch die einsame Heide ritten. Die Fuhrknechte hatten keine Kampferfahrung. Bei Gefahr wollte er sich nicht auf sie verlassen müssen.

»Geht schlafen«, sagte er in die Runde. »Morgen wird ein langer Tag.«

Die Männer leerten ihre Krüge und machten es sich auf den Strohsäcken bequem. Nur der Vikar gab keine Ruhe. Er hatte das Bauernpaar in Beschlag genommen und hörte erst auf zu plappern, als einer der Krieger durch die Gaststube brüllte. Der Vikar nannte ihn einen Rohling und murrte leise, während er seinen Umhang auf dem Boden ausbreitete und sich hinlegte. Endlich war es still.

Enne hatte sich mit dem Mantel zugedeckt. Mit halb geschlossenen Augen betrachtete er das Herdfeuer. Der letzte Torfbrocken zerfiel gerade zu weißer Asche. Als die Flammen erstarben, übermannte ihn der Schlaf.

Wenig später kamen die Geister.

Küste der Westsee

Der Bach, wenngleich kaum zu sehen im hohen Gras, bildete die Grenze zwischen den Kirchspielen zu Warfstede und Duvelslond. Westlich des schmalen Wasserlaufs lagen weite Äcker und Viehweiden, durchzogen von wuchernden Brombeerhecken und windschiefen Holzzäunen: Feindesland.

Wilke hob die Hand, und die Männer zügelten die Pferde. »Jemand muss sich da drüben umsehen.«

»Ich mach das.« Here, natürlich. Sein Übereifer ging Jann auf die Nerven. Seit Unickes Tod wurde es immer schlimmer.

Here nahm den Rundschild vom Rücken, trieb sein Pferd durch den Bach und gab ihm die Sporen. Wenig später verschwand er zwischen den Wallhecken.

Jann zog sich den Umhang enger um die Schultern, während sie warteten. Obwohl bereits Mitte April, war es kalt wie an Lichtmess und windig wie an Allerheiligen. Steife Böen fegten über den Deich und zerzausten sein hellblondes Haar, Wolken hingen tief über dem Marschland wie dicht gewebtes Wolltuch. Zwei Krieger stiegen ab und füllten am Bach ihre Trinkflaschen. Niemand sprach. Wenn Jann sich umblickte, sah er nichts als Erschöpfung in den Gesichtern. Nach fast zehn Monaten Fehde waren die Männer kriegsmüde.

Seit dem letzten Sommer jagten sie Enne Rycken Hylkena, doch er war ihnen bisher jedes Mal entwischt. Er war stärker als gedacht, gerissen obendrein. Also hatten sie sich darauf verlegt, sein Land zu plündern und seine Felder zu brandschatzen. Damit fügten sie ihm zweifellos schweren Schaden zu, aber Enne ließ sich das natürlich nicht bieten. Auf jeden Angriff folgte ein Gegenschlag, bei dem ein Hof, eine Scheune, ein Kornspeicher der Familie Osinga in Flammen aufging. Die endlosen Kämpfe und Raubzüge laugten beide Kirchspiele aus. Die Bauern von Marsch und Geest flehten Wilke Tammen an, endlich Frieden mit den Hylkena zu schließen. Wilke aber dachte nicht daran. Sein Hass war unversöhnlich.

Heute unternahmen sie einen neuen Versuch, Unicke zu rächen. Was genau sein Vater vorhatte, wusste Jann nicht. Weder Wilke noch Here hatten ihn in die Planung einbezogen. Jann war ein Bastard. Ein Bastard wurde nicht gefragt.

Für den Angriff hatten sie zwanzig Krieger aufgeboten, ein jeder bewaffnet mit Schwert oder Lanze, manche mit Armbrüsten. Niemand trug einen Helm oder gar einen Harnisch wie die Ritter des Erzbischofs, die Jann in Bremen gesehen hatte. Die Friesen misstrauten Rüstungen und zogen stets mit leichter Bewaffnung in den Kampf. Zehn waren Söldlinge, die anderen zehn Bauern, Fischer und Torfstecher, die der Familie Osinga zur Heerfolge verpflichtet waren, allesamt zähe Männer mit breiten Schultern und kräftigen Händen. Janns Vater überragte selbst den größten von ihnen um einen halben Kopf, seine Beine wirkten wie Baumstämme, die Armmuskeln wie Schiffstaue. Wilke galt den Harlingern als mächtiger Krieger, der mehr Schmerz und Entbehrung aushalten konnte als die meisten anderen Menschen.

Über dem Deich kreischten die Möwen. Jann wünschte, er wäre genauso frei wie sie. Einfach fortfliegen und all das hinter sich lassen. Keine sinnlosen Kämpfe mehr. Keinen Vater, der ihn fortwährend ignorierte.

Here preschte durch den Bach, dass das Wasser aufspritzte, und brachte das Pferd zum Stehen, indem er hart am Zügel riss. »Keine Krieger weit und breit«, meldete er. »Auch der Hof ist unbewacht.«

Falls er sich Anerkennung für seinen Mut erhofft hatte, so wurde er enttäuscht. Ihr Vater war kein Mann, der verschwenderisch mit Lob umging. Wilke befahl den Männern aufzusitzen. Sie ritten durch den Bach und drangen einmal mehr ins Land der Hylkena ein.

Der Hof, von dem Here gesprochen hatte, kam wenig später in Sicht. Er stand am Deich und war umgeben von Gerstenfeldern und Gemüsegärten, in denen mehrere Menschen arbeiteten. Als sie die bewaffneten Reiter erblickten, rannten sie zum Haus. Eine Frau rief die spielenden Kinder zu sich und scheuchte sie hinein.

»Ergebt euch, und euch wird nichts geschehen!«, brüllte Wilke.

Die Tür fiel zu.

»Hol die Leute raus.«

Here wählte zehn Krieger aus. Sie stiegen ab und marschierten mit Schwertern, Lanzen und Schilden zu dem reetgedeckten Haus. Janns Halbbruder rüttelte an der Tür und trat sie schließlich ein. Die Männer verschwanden im Innern.

Jann ballte die Faust um den Zügel und kniff die Lippen zusammen. Er hörte kein Geschrei, keine Kampfgeräusche. Wenig später trieb Here die Bauern ins Freie, sie sagten kein Wort und hielten die Köpfe gesenkt. Es war eine große Familie: drei erwachsene Männer, ebenso viele Frauen, eine Greisin, ein halbes Dutzend Kinder, die verängstigt dreinblickten.

»Rüber zur Wiese mit euch«, befahl Here.

Keiner von ihnen leistete Widerstand. Jann atmete erleichtert aus. Hätte auch nur einer der Bauern zur Waffe gegriffen, um den Hof zu verteidigen, hätte sein Vater die Männer töten lassen.

»Pass auf die Pferde auf«, wies Wilke ihn an und befahl den Kriegern, die Scheune leer zu räumen und alles nach Schätzen abzusuchen.

Die Männer schwärmten aus. Jann stieg ab und spähte verstohlen zu den Bauern, die die Vernichtung ihrer Existenz klaglos hinnahmen. Sein Magen krampfte sich zusammen. Gewiss, auch er wollte Rache für Unicke. Doch diese Leute hatten ihnen nicht das Geringste getan. Ihr einziges Verbrechen war es, dass sie ein Stück Marschland bewirtschafteten, das den Hylkena gehörte.

Sein Vater war entschlossen, ihnen alles zu nehmen. Die Krieger schoben einen Karren aus der Scheune, spannten den Ackergaul vor und warfen Rüben, Getreidesäcke und Werkzeug darauf. Im Haus fand Here etwas Silber, nagelneues Kochgeschirr und einen schönen Wollmantel, den er großspurig für sich beanspruchte. Auf einem brachliegenden Acker trieben zwei Männer die Rinder und Schafe zusammen. Wilkes Augen glitzerten zufrieden. Sie hatten reiche Beute gemacht.

»Vater!«, warnte Here.

Von Süden näherte sich ein Reiter in vollem Galopp. Wilke brüllte einen Befehl, und zwei Krieger spannten rasch die Armbrüste.

»Nicht schießen!« Der Reiter schwenkte den Arm. Jann sah, dass es einer ihrer Kundschafter war, die unablässig die Gegend durchstreiften, um sie vor Feinden zu warnen. Die Schützen ließen die Armbrüste sinken.

Vor Wilke zügelte der Späher das Pferd und glitt behände aus dem Sattel. Jann versuchte zu verstehen, was er sagte. Das war es, was ein Bastard tat: beobachten, wachsam sein, sich innerlich wappnen. Er konnte jedoch nur einzelne Wortfetzen aufschnappen – der Wind war zu laut. Irgendetwas mit einem Handelszug und dem Marktort Esens.

Wilke klopfte dem Kundschafter auf den Rücken. Dabei lachte er – zum ersten Mal seit ewigen Zeiten. »Die Söldner kommen mit mir«, wandte er sich an die Krieger. »Ihr anderen bringt die Beute nach Warfstede.«

»Was ist mit mir?«, wandte sich Jann an Here, der zu seinem Pferd schritt.

Sein Halbbruder grinste wölfisch. »Du kommst natürlich mit, Bruderherz. Was wären wir ohne einen tapferen Recken wie dich?«

Jann verzog den Mund und stieg auf. Bevor er dem Pferd die Sporen gab, blickte er sich noch einmal zu den Bauern um. Die Frauen weinten, die Männer hatten versteinerte Gesichter, als die Krieger Lampenöl ins Haus schütteten und Fackeln hineinwarfen.