Impressum

1. Auflage 2021

Alle Rechte, insbesondere das Recht der Vervielfältigung und Verbreitung sowie der Übersetzung, vorbehalten. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form (durch Fotokopie, Mikrofilm oder ein anderes Verfahren) ohne schriftliche Genehmigung des Autors reproduziert werden oder unter Verwendung elektronischer Systeme gespeichert, verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden.

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Umschlaggestaltung: Mario Porten

Bildrechte aller Eichhörnchenbilder: Mario Porten

Seite 212: Bild von OpenClipart-Vectors auf Pixabay

Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.

© 2021 Mario Porten

Korrektorat: Verena Porten

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-75438-153-3

Inhaltsverzeichnis

  1. Drei Möglichkeiten bietet Ihnen mein Buch
  2. Die Eichhörnchen und wie Sie diese zur Selbstreflexion nutzen können
  3. Was Sie noch über Eichhörnchen wissen sollten

Vorwort – wie es zu diesem Buch kam

Liebe Leserinnen und Leser,

dieses Buch hätte es ohne die Corona-Krise der Jahre 2020/21 vielleicht nie gegeben, denn wie bei so vielen meiner Kolleginnen und Kollegen würfelte Corona auch meinen Kalender ziemlich durcheinander. Im Jahr 2020 fielen alle meine Projekte, an denen viele Menschen gleichzeitig beteiligt gewesen wären, aus und ich gewann eine Menge Zeit. Am allgemeinen Online-Boom wollte ich mich bewusst nicht beteiligen, also verbrachte ich meine Zeit in der Natur, speziell in meinem Garten.

Dort begegneten mir die Eichhörnchen. Zunächst entdeckte ich sie auf den Bildern meiner Wildkameras, die nachts und am frühen Morgen unser Grundstück „im Blick“ haben. Je öfter ich draußen war, desto häufiger sah ich sie auch tagsüber durch die Bäume flitzen. Der Walnussbaum unserer Nachbarn hatte daran sicher seinen Anteil, denn er wurde mehr und mehr zum Hauptanlaufpunkt der Nager. Da alles Erleben eine Frage der Aufmerksamkeitsfokussierung ist, hatte ich bald ein gutes Gespür für alle Geräusche, die auf Eichhörnchen hindeuten.

Im nächsten Schritt begann ich die Tiere zu fotografieren und gewann schnell Übung mit der Kamera. Meine Fotos fingen immer mehr Szenen ein und ich teilte diese fast täglich in meinen sozialen Netzwerken – die Natur ist schließlich für uns alle da. Es dauerte nicht lange und immer mehr meiner Freunde und Bekannten animierten mich, mit meinen Bildern „unbedingt etwas zu machen“: einen Bildband oder einen Kalender, um nur die zwei häufigsten Vorschläge zu nennen. Die Idee des Bildbandes habe ich zumindest im Anhang teilweise aufgegriffen.

Als Coach entschloss ich mich, einen Schritt weiterzugehen und die Eichhörnchen auch als Impulsgeber für Selbstreflexionsansätze zu nutzen, und so war die Idee zu diesem Buch geboren. Die Natur nutzen wir im Coaching in vielfältiger Weise und „Naturcoach“ ist sogar eine spezielle Ausbildung, die für Coaches angeboten wird. Dabei ist diese Idee keinesfalls neu. Bereits Milton Erickson (1901-1980)1 hat die Natur sehr stark in seine Arbeit eingebunden. Er arbeitete auch mit klassischen Hypnosen (Trancen), häufiger aber schickte er seine Klienten in die Natur und arbeitete mit Ihnen an den Erkenntnissen, die sie dort gewannen.

Die Natur ist in vielfältigster Hinsicht ein wunderbarer Coachingraum. In diesem Buch wird Sie also das Eichhörnchen mit seiner speziellen Lebensweise, mit vielen kleinen Geschichten, mit seinen Besonderheiten und natürlich den 197 Bildern dieses Buches als Impulsgeber begleiten.

Wenn wir die Natur für Coaching und Selbstreflexion nutzen, können wir nicht alles 1:1 auf uns Menschen übertragen. Die Natur hat auch beim Eichhörnchen vieles so ausgerichtet, wie es für sein Leben optimal und funktionell ist, z.B. seine drehbaren Hinterfüße2. So etwas finden wir bei uns Menschen nicht, aber wir laufen auch nur sehr selten senkrecht an Bäumen hinab. Wenn wir jedoch etwas querdenken, können wir aus vielen Aspekten des Eichhörnchens lernen. Querdenken ist bereits der erste Schritt zur erfolgreichen Selbstreflexion und diese wiederum ist Voraussetzung für ein erfolgreiches Selbstcoaching.

Dieses Buch stellt keinen wissenschaftlichen Bezug zwischen dem Leben der Eichhörnchen und Coaching für Menschen her, das ist nicht möglich. Die Selbstcoachingimpulse sind vielmehr aus meinen persönlichen Assoziationen, die ich beim Beobachten der Tiere hatte, entstanden. Sie spiegeln die gedanklichen Querverbindungen wider, die mir durch den Kopf gingen und von denen ich glaube, dass sie auch für Sie hilfreich sind. Die Selbstcoachingimpulse könnten auch für sich stehen, die Verbindung mit dem Eichhörnchen ist für eine erfolgreiche Bearbeitung der Impulse nicht erforderlich. Für mich sind sie jedoch erst mit der Beobachtung der Tiere in dieser Form entstanden und viele der Selbstcoachingformate habe ich extra für dieses Buch – also für Sie (!) – gestaltet.

Viele Aspekte in diesem Buch habe ich auch schon mit Klienten in Coachingsitzungen bearbeitet. Für dieses Buch habe ich meine Coachingtechniken so abgewandelt, dass Sie für sich allein damit arbeiten können – eben im Selbstcoaching. Die Coachingimpulse sind teilweise umfangreich und ihre Bearbeitung erfordert Zeit. Ohne etwas Tiefgang gibt es jedoch keinen Erfolg, so dass Ihre Zeit gut investiert ist – Sie investieren in sich selbst!

Wie schon bei meinen anderen Büchern, etwa „Das knallrote Cabrio – 52 Impulse zur Selbstreflexion“, gilt auch für dieses Buch, dass Sie wahrscheinlich nicht jeder Coachingimpuls begeistern wird, weil er nicht zu Ihnen und Ihrer aktuellen Situation passt. Das kann auch gar nicht sein und ist auch nicht beabsichtigt.

Mein Buch ist vielmehr eine Einladung an Sie, die Chance zum Selbstcoaching zu nutzen und sich zu überlegen, was Sie anspricht und Ihnen eine Weiterentwicklung ermöglicht. Es gilt: Alles kann, nichts muss. Doch dazu noch etwas mehr im nächsten, kurzen Einführungskapitel.

Ich sage DANKE, dass Sie mein Buch in den Händen halten, und wünsche Ihnen nun viel Freude mit „meinen“ Eichhörnchen!

Herzlichst

Ihr

Mario Porten

Sommer 2021


1 Der bekannte amerikanische Psychologe Milton Erickson gilt als Begründer der modernen Hypnose und Hypnotherapie, deren Ideen auch im Coaching Anwendung finden.

2 Vgl. 2.4 Kopfüber hinab

1 Drei Möglichkeiten bietet Ihnen mein Buch

Bevor es in die Inhalte geht, möchte ich Ihnen noch drei Möglichkeiten anbieten, wie Sie dieses Buch nutzen können.

Wenn Sie das „volle Programm“ ausschöpfen möchten, dann können Sie das gerne tun und ich würde mich darüber freuen. Dafür habe ich die vielen Fakten und kleinen Erlebnisse rund um das Eichhörnchen mit Reflexionsimpulsen für Ihr Selbstcoaching versehen und Sie können diese, Schritt für Schritt, bearbeiten. Sie können wählen, ob Sie in der von mir gewählten Reihenfolge „dem Eichhörnchen folgen“ oder Sie können beliebig die Impulse auswählen, die Sie besonders ansprechen und auch einzelne Impulse weglassen, da diese nicht aufeinander aufbauen.

Vielleicht haben Sie auch das Gefühl, dass aktuell bei Ihnen eigentlich alles im Lot ist und gar kein Bedarf für Selbstcoaching besteht. Da Sie die Natur reizt, möchten Sie aber gerne mehr über das Eichhörnchen erfahren, immerhin ein Nager, mit dem viele von uns den Lebensraum teilen und der uns häufig begegnet. Auch dafür können Sie dieses Buch gerne nutzen, indem Sie nur die Passagen über das Eichhörnchen lesen. Ich habe mich bemüht, viele wissenswerte Fakten zusammenzutragen und mit unseren eigenen Beobachtungen anzureichern.

Eine dritte Variante ist, sich ganz dem Genuss der Bilder hinzugeben. Vielleicht hat Sie das Titelbild gefesselt oder Sie haben schon einige meiner Bilder in den sozialen Medien gesehen und Lust bekommen auf mehr. Ich kenne kaum jemanden, der Eichhörnchen nicht mag. Diese freundlichen und nett anzuschauenden Tiere faszinieren viele Menschen und der Impuls zu diesem Buch ist ja auch aus dem Wunsch heraus entstanden, meine Bilder mit vielen Menschen zu teilen.

Vielleicht sagt jetzt Ihre innere Stimme: „Aber ich kann doch nicht einfach nur die Bilder ansehen, in diesem Buch steckt doch so viel Arbeit drin…“. Doch, natürlich können Sie auch nur die Bilder anschauen und genießen – auch das ist völlig ok. Auch die Bilder werden etwas bei Ihnen auslösen und Sie inspirieren – genießen Sie einfach unsere vierbeinigen Freunde!

Sie haben also die Wahl – das volle Programm inkl. Selbstcoaching und Selbstreflexion, etwas Eichhörnchenkunde oder ein Bilderbuch – entscheiden Sie selbst.

Auf geht’s!

2 Die Eichhörnchen und wie Sie diese zur Selbstreflexion nutzen können

2.1 Lebensraum und Streifgebiete

Eichhörnchen sind typische Waldbewohner. Ihre Existenz hängt im Wesentlichen von der Verfügbarkeit von Waldflächen sowie dem daraus resultierenden Nahrungsangebot ab. Der Lebensraum sollte Futter, Schutz, Wärme und die Möglichkeit der Fortpflanzung bieten. Das Vorhandensein anderer Hörnchen ist also ebenfalls wichtig.

Insgesamt sind Eichhörnchen in Bezug auf ihren Lebensraum sehr anpassungsfähig, flexibel und opportunistisch. Zunehmend finden wir sie auch in Städten, in denen Menschen ihnen oft ein mehr als ausreichendes Nahrungsangebot zur Verfügung stellen.

Die Tiere bevorzugen grundsätzlich Mischwälder oder reine Nadelwälder, weil in ihnen eher ein dauerhaftes Angebot an Baumfrüchten besteht als in Wäldern, in denen nur zu bestimmten Zeiten Baumfrüchte vorhanden sind.

Insgesamt lassen sich für den Lebensraum der Eichhörnchen zwei Hauptkriterien ausmachen: Die Verfügbarkeit der Baumfrüchte und deren Berechenbarkeit bzw. Vorhersagewahrscheinlichkeit im Jahresverlauf.

Der Lebensraum der Eichhörnchen ist weitläufig. Männliche Tiere haben Streifgebiete von ca. 10 ha, in denen sie regelmäßig umherziehen und Futter suchen. Zur Paarungszeit kann es vorkommen, dass männliche Tiere auf der Suche nach Weibchen noch weitere Strecken auf sich nehmen. Weibchen haben kleinere Streifgebiete, die etwa auf die Hälfte taxiert werden. In diesen Streifgebieten unterhalten Eichhörnchen mehrere Kobel, die sie entweder als „Hauptwohnung“, z.B. zur Aufzucht der Jungen, oder als „Nebenwohnung“, z.B. für kurze Rastpausen, nutzen. Die Größe der Streifgebiete ist letztlich abhängig vom Nahrungsangebot, von der Anzahl potenzieller Nistbäume und dem Vorhandensein attraktiver Artgenossen zwecks Vermehrung.

Innerhalb der Streifgebiete bestehen Kerngebiete (Reviere), die intensiver genutzt werden und meist um den Hauptkobel herum liegen. Diese werden auch intensiver gegen andere Hörnchen verteidigt, um die eigene Futterversorgung sicherzustellen. Insbesondere die Muttertiere verteidigen das Gebiet um ihre Kobel, in denen sie die Jungtiere aufziehen.

Kobel in der Baumkrone

Die größeren Streifgebiete werden mit anderen Eichhörnchen geteilt und nur schwach verteidigt. Es kommt auch vor, dass Streifgebiete gewechselt werden, etwa wenn anderswo ein besseres Futterangebot gegeben ist oder in einem Streifegebiet bereits zu viele Hörnchen leben.

In ihren Streifgebieten gehen die Eichhörnchen oft feste Wege zu ähnlichen Zeiten, so dass sie für Beobachter gut „planbar“ sind. Wir konnten z.B. immer recht gut abschätzen, wann und wo „unsere“ Eichhörnchen wohl auftauchen würden. Das war nicht immer, aber sehr oft der Fall, denn die Größe der Streifgebiete ist sicher auch ein Grund, warum man „seine“ Eichhörnchen - und seien sie noch so treue Gartenbesucher – nicht jeden Tag zu Gesicht bekommt. Sie sind dann wohl gerade in einem anderen Teil ihres Streifgebietes unterwegs.

Mein 1. Impuls für Sie:

STANDORTWAHL

Die Standortwahl ist auch für Menschen von großer Bedeutung. Dies gilt sowohl privat als auch für Unternehmen. Je nach Lebenssituation steht die Standortwahl unterschiedlich oft im Leben zur Disposition. Die Extreme reichen von einer einzigen Entscheidung bis zu manchmal mehr als 20 Standortentscheidungen beispielsweise im Leben von Berufssoldaten. Dieser Impuls gibt Ihnen die Gelegenheit, entweder Ihre aktuelle oder eine vielleicht in Kürze bevorstehende Standortwahl zu reflektieren bzw. zu überdenken.

Falls Sie Unternehmer sind, können Sie die Standortüberprüfung ebenso gut für Ihr Unternehmen durchführen.

START

Wenn Sie die aktuelle Zufriedenheit mit Ihrem Standort (Wohnort) auf einer Skala von 1 (nur ein ganz klein wenig zufrieden) bis 10 (vollkommen zufrieden) bewerten würden, wo würden Sie sich einordnen?

Setzen Sie das entsprechende Kreuz:

1. Sammeln Sie jetzt alle die Faktoren (bitte ganz konkret!), die den Wert, den Sie auf der obigen Skala eingetragen haben, ausmachen. Was hat dazu geführt, dass Sie diesen Wert vergeben haben?

2. Welche Aspekte (bitte ebenso konkret wie bei Punkt 1) haben eine noch bessere Bewertung verhindert? Was fehlt also Ihrem Standort, damit Sie noch zufriedener mit ihm wären?

3. Hören Sie einmal tief in sich hinein: Wie fühlt sich (im Hinblick auf die von Ihnen aufgelisteten Aspekte) diese Bewertung an – eher gut oder nicht so gut?

(An diesem Punkt folgen Sie bitte vor allem Ihrem Bauchgefühl und das im wahrsten Sinne des Wortes, rumort Ihr Bauch?)

4. Wenn Sie Ihren besten Freund/Ihre beste Freundin zu Ihrem Standort befragen würden, was würde er/sie zu Ihrem aktuellen Standort sagen?

5. Welche der vier Aussagen trifft nun nach diesen Überlegungen für Sie am ehesten zu? Kreuzen Sie die entsprechende Antwort an.

6. Wenn sie unter Pkt.5 die erste Alternative angekreuzt haben:

HERZLICHEN GLÜCKWUNSCH! Sie können an dieser Stelle aufhören, alle anderen fahren bitte mit 7. fort.

7. Bitte markieren Sie unter Pkt.1 die drei Elemente, die auch an einem veränderten Standort unbedingt vorhanden sein müssen.

8. Bitte markieren Sie unter Pkt.2 die drei Elemente, die an einem anderen Standort unbedingt verbessert sein müssen.

9. Notieren Sie diese 6 Aspekte (Pkte.7 und 8) in der untenstehenden Liste und betrachten Sie diese Liste, nachdem Sie bewusst zwei Schritte Abstand eingenommen haben. Nehmen Sie sich Zeit, bevor Sie fortfahren.

Was fehlt jetzt noch unbedingt auf dieser Liste, ergänzen Sie max. 2 weitere Aspekte.

a)

b)

c)

d)

e)

f)

g)

h)

10. Nehmen Sie an, diese max. 8 Aspekte wären am neuen Standort optimal erfüllt. Wo würden Sie dann Ihr Kreuz auf der Skala am Beginn dieses Impulses setzen?

Tragen Sie es mit einer anderen Farbe ein.

11. Falls Sie jetzt eine 10 angekreuzt haben, lehnen Sie sich bitte zurück und fragen Sie sich selbst nochmals kritisch: Ist ein perfekter Standort wirklich realistisch bzw. erreichbar? Vielleicht laufen Sie einem Ideal nach, das gar nicht erreichbar ist?

12. Ihre Standortoptimierung ist abgeschlossen und Sie wissen jetzt, worauf es für Sie ankommt. Die Suche nach einem neuen Standort kann beginnen.

13. Eine weitere Option:

Oft können Standortverbesserungen auch schon erreicht werden, ohne sofort den Standort zu wechseln. Der aktuelle Standort kann aufgewertet werden. Schauen Sie also nochmal auf Ihr erstes Kreuz in der obigen Skala.

Was - ganz konkret - müssten Sie tun, um diese Bewertung um genau eine Ziffer (also z.B. von angekreuzt 5 auf 6) zu verbessern?

2.2 Körperbau

Die Natur hat Eichhörnchen mit einem Körperbau ausgestattet, der für Ihren Lebensraum, welcher sich hauptsächlich hoch oben in den Bäumen befindet, optimiert ist.

Ein ausgewachsenes Eichhörnchen wiegt zwischen 200 und 480 Gramm. Die Tiere haben einen länglichen, schlanken Körper und einen nahezu gleichlangen Schwanz, der sowohl zum Balancieren, zum Wärmen als auch als Warninstrument für Artgenossen genutzt wird. Schwanzlängen von ca. 20cm sind keine Seltenheit und die Tiere sind damit sehr schön anzusehen.

Sie haben außerdem lange Hinterbeine, die zum Klettern benötigt werden. Ihre Füße inkl. der langen Krallen sind im Verhältnis zu ihrem Körper sehr groß.

Da Eichhörnchen sehr schnell und wendig sein müssen, tragen sie kaum unnötigen Ballast mit sich herum. Sie haben ein leichtes Skelett und Übergewicht ist bei unseren einheimischen Eichhörnchen nicht bekannt. Dafür sind sie viel zu agil und ständig in Bewegung. Außerdem erfolgt kein übermäßiger Nahrungskonsum, denn ihr Instinkt sorgt dafür, dass überschüssige Nahrung versteckt und für nahrungsarme Zeiten aufbewahrt wird.

Insbesondere im Frühjahr sieht man Eichhörnchen, die abgemagert wirken. Dies liegt am mangelnden Nahrungsangebot dieser Jahreszeit, in der über die versteckten Nüsse hinaus noch keine Baumfrüchte zur Verfügung stehen.

Mein 2. Impuls für Sie:

SITZENDE TÄTIGKEITEN

Die Natur hat auch uns Menschen einen optimierten Körperbau mitgegeben. Diese Optimierung wird häufig mit den Worten

„born to run – zum Laufen geboren“

beschrieben. So weit, so schlecht muss man heute wohl leider sagen, denn Laufen im Sinne dieser Beschreibung tun wir Menschen größtenteils schon lange nicht mehr (genug).

Die Natur hat den menschlichen Körper für ein Leben in Bewegung konzipiert und früher traf das auch zu. Unsere Vorfahren mussten sich zum eigenen Überleben in Bewegung halten: um Feinden zu entkommen, um zu jagen und um sich zu ernähren.

Heute jedoch üben viele Menschen in unserer westlichen Welt überwiegend sitzende Tätigkeiten aus, die mit Bewegung nicht mehr viel zu tun haben. Wir sitzen im Auto oder anderen Verkehrsmitteln, am Schreibtisch, im Konferenzsaal und - aktuell besonders häufig und oftmals auch ergonomisch besonders schlecht - im Home-Office.

Wir bewegen uns heute um zwei Drittel (!) weniger als vor 100 Jahren, wobei ich noch längere Vergleiche erst gar nicht bemühen möchte.

„Born to sit“ ist unser Körper aber gerade nicht und so müssen wir aktiv etwas tun, um Schäden zu vermeiden.

In einer Studie3 haben Forscher der spanischen Universidad Rey Juan herausgefunden, dass 57,2% der Männer und 50,2% der Frauen in Deutschland mehr als 4,5 Stunden am Tag sitzen. Diese 4,5 Stunden sind die Grenze, ab der Forscher davon ausgehen, dass längeres Sitzen zu Gesundheitsschäden führt. Vielleicht neigen Sie nun zum inneren Protest, weil Sie ja abends Sport treiben, was natürlich positiv ist. Sportmediziner Klaus Völker, Forscher an der Uniklinik in Münster, betont ausdrücklich, dass die negativen Folgen durch zu langes Sitzen nicht vollständig durch Sport am Abend kompensiert werden können. Sport ist also gut, aber für „Dauersitzer“ auch kein Allheilmittel.