Dieses Buch ist all denen gewidmet, die eine gerechtere, fürsorglichere Welt wollen und bereit sind, etwas zu tun, um es zu erreichen.

Ich schreibe dieses Buch, um Fakten über die Entstehung der East Side Gallery zu veröffentlichen, da über die letzten 29 Jahre eine falsche Geschichte darüber verbreitet wurde.

Umschlag Gestaltung: Patricia Smart

Titelbild: Foto von George-Lutz Rauschebart an der East Side Gallery. Das Foto wurde der Autorin geschenkt. Der Fotograf ist nicht bekannt.

Der Inhalt dieses Buches unterliegt dem Copyright von Christine MacLean und darf ohne die ausdrückliche schriftliche Genehmigung von Christine MacLean nicht kopiert oder anderweitig reproduziert, in keiner Weise an Dritte weitergegeben oder in einem Datenverarbeitungssystem gespeichert werden.

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© 2019 MacLean, Christine

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 9783750454163

Inhalt

BERLIN, BERLIN

Wo warst Du?

Wo warst du am 9. November 1989 als sich die Berliner Mauer öffnete? Wenn du alt genug bist, um dich daran zu erinnern, dann wirst du mit ziemlicher Sicherheit deinen Aufenthaltsort kennen. Es war eines dieser erstaunlichen historischen Ereignisse, das leicht aus deinem Gedächtnis abgerufen werden kann und dich dorthin zurückbringt, wo du damals warst. Was in Berlin geschah, schickte Wellen des Wandels in die ganze Welt und erinnerte uns weiter daran, wie wir alle miteinander verbunden sind.

Bilder von fröhlichen Menschen gingen um die Welt, die sehnsüchtig wünschten in die parallele Realität des Westens, zu gelangen. Ihre unterschiedlichen Emotionen, Angst, Neugier, Jubel und Unglauben über die Geschehnisse, die gerade stattfanden, waren spürbar.

Die Menschenmengen schienen durch Öffnungen in der Mauer zu fließen, die zu klein waren, um sie aufzunehmen. Es gab eine Art Rhythmus in der Bewegung von so vielen vorwärtsgetriebenen individuellen Körpern, die in die gleiche Richtung wie ein sanfter Fluß geflossen sind. Dieser Fluß brachte Welle um Welle von Menschen in das unbekannte Gewässer des Westens. Was würden sie dort finden?

Wo war ich? Ich war dort, etwa 15 Minuten zu Fuß vom Checkpoint Charlie entfernt. Ich lebte seit 1979 in West-Berlin und weil ich mich unwohl fühlte, ging ich am 9. November 1989 früh ins Bett. Zwei englische Freunde, Adrian und Peter, waren zu Besuch und als ich am 10. aufstand, murmelten sie etwas über das Fernsehen und dass Leute auf der Mauer saßen. Sie hatten das Gefühl, dass etwas Wichtiges passiert war. Da sie kein Deutsch verstanden, nahm ich an, dass sie einen Film gesehen hatten, bis ich eines der Fenster meiner Wohnung im dritten Stock in der Yorckstraße öffnete. Zuerst griff das Geräusch vieler Autohupen meine Ohren an und dann bemerkte ich den Geruch bzw. Gestank von Trabis. Der Geruch der ostdeutschen Trabant-Autos mit ihren 2-Takt-Motoren ist unverkennbar und es schien, dass Hunderte von ihnen auf der Yorckstraße unterwegs waren. Ich wusste damals, dass etwas Wichtiges passiert war, also schaltete ich den Fernseher ein, um herauszufinden, dass zu aller Überraschung die Grenzen offen waren.

Tagebuch Eintragung vom 10.11.89

Auf TV und Radio gab es nur noch eine Neuigkeit. Menschen strömen von Ost nach Westberlin. Der Verkehr auf dem Kudamm stand still und der Geruch – kein angenehmer – war wie der in Ostberlin. Verursacht durch all die Trabis. Uberall waren die Strassen voller, besonders der Kudamm. (Hinweis: Kudamm ist die Abkürzung für den Kurfürstendamm, die wohl prestigeträchtigste Straße Westberlins).

Wir mussten natürlich hinausgehen und an der Begeisterung für ein so bedeutsames Ereignis teilnehmen. Wir fuhren zum Checkpoint Charlie und wanderten entlang der Mauer, um die Atmosphäre und die lebhafte Stimmung zu genießen; wie alle anderen auch, wollten wir ein Teil davon sein.

Es gab viele Menschen, die an der Mauer standen oder auf ihr saßen, einige feierten mit Sekt oder Bier. Viele hatten einen benommenen Gesichtsausdruck, als ob sie nicht glauben konnten, dass sie auf der Berliner Mauer saßen, ohne dass jemand versuchte sie zu erschießen oder zu verhaften. Die Atmosphäre war elektrisierend. Ich bin sicher, dass in diesen frühen Tagen eine riesige Wolke voller Hoffnung und Freude über Berlin geschwebt haben muss. Völlig Fremde packten dich manchmal im Vorbeigehen an und zogen dich in eine warme Umarmung, weil sie wollten, dass du ihre reine Freude teilst.

Einige hatten bereits begonnen, mit Meißeln, Schraubendrehern, Messern, Nagelfeilen oder anderen geeigneten Werkzeugen Stücke aus der Mauer zu schlagen, um ein historisches Souvenir zu ergattern. Es dauerte nicht lange, bis die kapitalistische Mentalität Stände aufbaute, die Werkzeuge oder sogar frisch abgehackte Teile der Mauer verkauften. Viele Teile der Westseite der Mauer waren sehr farbenfroh, da sie jahrelang bemalt oder mit Graffiti bedeckt waren. Im Laufe der Tage war die Farbe auf einigen Teilen der verkauften "Berliner Mauer" verdächtig frisch!

Tagebuch Eintragung von 10.11.89

Die Atmosphäre am Checkpoint Charlie und am Brandenburg Tor war voll Freude und Triumph, Menschen sassen auf der Mauer und manche hämmerten Stückchen von der Mauer.

Die Friedliche Revolution

Es ist schon merkwürdig, wie wir über den Fall der Berliner Mauer sprechen, weil sie nicht gefallen ist. Zu sagen, dass sie gefallen ist, erweckt Bilder von ihr beim plötzlichen umkippen, als ob sie ihre Funktion nicht mehr erfüllen könnte; dafür war sie zu robust. Was fiel und auch scheiterte, war die Diktatur, die die Mauer ins Leben gerufen hatte.

Die Mitglieder der DDR-Regierung sind nicht etwa eines Morgens aufgewacht und haben beschlossen, "ihren" Bürgern die Reisefreiheit zu gewähren und vielleicht über die Öffnung der Grenzen oder gar die Abschaffung der Mauer nachzudenken. Es war die Friedliche Revolution, wie sie genannt wird, die den Wandel erzwang.

Am Montag, den 9. Oktober 1989 nach den Friedensgebeten, die seit 1982 in der Nikolaikirche in Leipzig stattgefunden hatten, gingen siebzigtausend Demonstranten auf die Straße und dies gilt als das entscheidende Datum der Friedlichen Revolution. Jeden Montag fanden in allen Großstädten Ostdeutschlands Demonstrationen statt, und die Teilnehmerzahl nahm weiter zu.

Sie forderten Reisefreiheit und die Absetzung der Stasi. Sie haben ihre Angst vor der Stasi und welche Auswirkungen ihr Handeln haben könnte, nicht plötzlich verloren, sie haben ihre Ängste einfach gemeistert. Sie wussten nie, wie die Stasi reagieren würde; ob sie geschlagen, gefoltert, inhaftiert oder einfach verschwinden würden, so dass die Angst immer in der Luft lag.

Den Ereignissen in der DDR gingen unerwartete Entwicklungen in Ungarn voraus. Mehrere hundert DDR Bürger nutzten am 19 August 1989 ein Picknick der österreichischen Pan-Europa-Union und ungarischen Oppositionsgruppen zur Flucht.

Die Ungarn schufen am 11. September 1989 eine Öffnung an der Grenze zwischen Ungarn und Österreich, die es DDR-Bürgern ermöglichte, in den Westen zu gehen. Die Ungarn haben sich nicht die Mühe gemacht, die DDR-Regierung zu diesem Schritt zu konsultieren, und bis Ende September hatten Tausende von DDR-Bürgern diesen Ausgang aus dem Osten und den Eingang in den Westen genutzt.Damit war die Ostblockgrenze durchbrochen worden. Die Berliner Mauer wurde errichtet, um die Massen von Menschen aufzuhalten, die eine bessere Zukunft im Westen anstrebten und man könnte sagen, sie ist aus dem gleichen Grund gefallen.

Die DDR-Führung ließ sich von diesen Ereignissen nicht beirren und regierte wie gewohnt weiter, als ob alles in Ostdeutschland wunderbar wäre. Diktatoren geben nicht freiwillig ihre Macht auf, sie müssen gestürzt werden. So wurde der 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober 1989 mit der üblichen zur Zurschaustellung ihrer Tötungsmaschinerie anlässlich der jährlichen Militärparade gefeiert. Während Erich Honecker und seine Kumpane nach der Parade im Palast der Republik feierten, demonstrierten Tausende von unzufriedenen DDR-Bürgern vor den Türen.

Am 4. November 1989 fand die wohl größte Nachkriegsdemonstration in Deutschland statt, als sich 1 Million Menschen auf dem Alexanderplatz versammelten.Am 9. November 1989 wurde abends im DDR-Fernsehen in einer Pressemitteilung verkündet, dass jeder Bürger ohne Anlass in den Westen reisen dürfte. Damit wurde das Ende der Herrschaft (des Terrors) eingeläutet. Die Stasi gab jedoch nicht so leicht auf und versuchte im Januar 1990 noch immer "business as usual" weiterzumachen.

Lass uns in Berlin treffen

Mein Berlin-Abenteuer begann 10 Jahre vor der Maueröffnung, nachdem ich im März 1979 aus Schottland nach Berlin gezogen war. Wenn du aus der Perspektive eines Erwachsenen auf dein Leben zurückblickst (sobald du genug Jahre hinter dir hast, um das zu tun), siehst du, wie oft das Schicksal eine Hand in deinem Leben nahm. Der Grund, warum ich überhaupt in Berlin gelandet bin, war ein zufälliges Gespräch mit jemandem auf einer Fähre. Das Schicksal hatte mich definitiv im Auge.

Ich hatte drei Monate lang als Au Pair in Frankreich gearbeitet und während ich auf der Fähre auf dem Heimweg nach Schottland war, traf ich Steve, einen Engländer auf dem Rückweg nach England. Steve erwähnte während der Überfahrt, dass er plant, nach Deutschland zu ziehen. Wir wollten in Kontakt bleiben und ich bat ihn, mich zu informieren, wenn er den Plan tatsächlich umsetzten wollte. Mein Aufenthalt in Frankreich hatte mein Interesse am Reisen geweckt und ich hatte Lust, woanders hinzugehen. Ein paar Monate nach meiner Rückkehr nach Schottland schrieb mir Steve und sagte, er lebe in Berlin und wenn ich kommen wolle, könnten wir uns eine Wohnung teilen, bis seine Freundin ein paar Monate später zu ihm zöge. Da es mir schwer fiel, in Schottland wieder Fuß zu fassen, reiste ich kurz danach ab nach Berlin.

Die lange Reise

Billigflüge gab es damals noch nicht und die meisten Flüge waren Rückflüge. Wenn man nur einen einfachen Flug wollte, musste man ein Ticket für Hin und Zurück kaufen und nur die eine Strecke benutzen. Heute kann man sich so etwas kaum vorstellen, weil das Fliegen so billig ist und Tickets für eine einfache Strecke normal sind. Fliegen war für mich aus Kostengründen keine Option. Um nach Berlin zu kommen, nahm ich zuerst den Zug von Glasgow nach London und verbrachte einige Tage in Essex bei meinen Kusinen Joyce und Bobby. Meine Reise führte mich weiter mit der Fähre von Harwich nach Hook of Holland, von wo aus ich mit dem Zug weiter nach Berlin fuhr.

Ich kaufte meine Fahrkarte für die ganze Reise am Schalter im Zugbahnhof in Glasgow. Die Frau am Schalter fragte mich, ob ich nach Ost oder West Berlin möchte. "West Berlin" antwortete ich fast panisch, "ich will nicht in den Osten gehen." "Sie müssen aber durch den Osten reisen um nach West Berlin zu kommen", erzählte sie mir. Das war der Moment, wo ich meine geographische Ignoranz erkannte. Wie viele Leute, wie ich mit der Zeit erfuhr, stellte ich mir vor, dass West-Berlin am Rande von West-Deutschland liegt. Dabei war West-Berlin komplett vom Osten umringt und von der Mauer völlig umschlossen. West-Berlin war wie eine Insel aber anstatt von Wasser umgeben zu sein, war es von Ost Deutschland, dem kommunistischen Staat umzingelt.

Ich habe die Zugreise durch Ostdeutschland auf dem Weg nach West-Berlin sehr stark in Erinnerung. British Rail Züge hatten Schaffner, die die Fahrkarten überprüften, in Ostdeutschland waren es Grenzschutzbeamte, die Waffen trugen. Ich hatte noch nie eine Waffe so hautnah gesehen, und es war ziemlich Beängstigend, was natürlich Absicht war. Es kann sowieso nervenaufreibend sein, allein in einem fremden Land zu sein, in dem man keine gemeinsame Sprache spricht. Die Kommunikation reduziert sich auf Gesten und das Lesen der Körpersprache, insbesondere des Gesichtsausdrucks. Da keiner der anderen fünf Mitreisenden in meinem Zugabteil Englisch sprach, wurde die meiste Zeit der Reise mit Schweigen verbracht. Glücklicherweise waren wir durch die Nacht gereist und mehr daran interessiert, zwischen den Unterbrechungen um die Dokumente zu überprüfen, etwas Schlaf zu bekommen, als ein Gespräch zu führen.

Der Kontrolleur schien verwirrt zu sein, als ich ihm meinen Pass aushändigte. Dann gab er mir einen dieser einschüchternden Blicke, oft das Verhalten derjenigen, die eine Uniform trugen. Viele Beamte oder uniformiertes Personal, denen ich in Deutschland begegnete, schienen mir für ihre Ähnlichkeit mit Wachhunden selektiert zu sein, da sie oft eine kämpferische Erscheinung und eine bellende Art haben. Ich lernte ziemlich schnell, dass sie oft rückwärts sprangen, wenn man zurückbellte, da sie sowas nicht gewöhnt waren.

Der Zug fuhr für zwei oder drei Stunden durch Ost-Deutschland um nach West-Berlin zu gelangen. Mit dem Auto von West-Deutschland nach West-Berlin dauerte es auch einige Stunden, abhängig von der Route und ob man von den Ost Grenzern aufgehalten wurde. Wenn die Grenzer schwierig sein wollten, konnte es passieren, dass man am Anfang der Transitstrecke angehalten wurde, weil sie das Auto dursuchen wollten.

Eine Autokontrolle war nicht nur ein Durchsuchen von Taschen und Koffern. Es konnte sein, dass der Rücksitz oder andere Autoteile entfernt wurden. Sie suchten nach Menschen, die versuchten zu fliehen. Die Unterseite des Fahrzeugs wurde auch überprüft, um zu sehen, ob jemand bereit war, sein Leben für die Flucht zu riskieren, indem er sich im Fahrwerk versteckte. Dazu benutzten sie einen Spiegel, der horizontal auf kleinen Rädern montiert war und den sie unter das Auto schoben. Andererseits gab es ab und zu "Stau" auf der Strecke, wo man für längere Zeit zum Stillstand kam, obwohl keine offensichtliche Ursache zu sehen war. In so einem Fall musste man im Auto bleiben.

Es war strengstens verboten, auf der Transitroute anzuhalten und aus dem Auto auszusteigen. Man war den ostdeutschen Grenzschutzbeamten ausgeliefert und sie wussten es. Für die Durchquerung des "Korridors", wie auch die Strecke zwischen West-Berlin und Westdeutschland passend genannt wurde, waren natürlich entsprechende Unterlagen erforderlich.

Die Zeit, wann man von der Grenze losfuhr, wurde notiert genauso wie die Zeit, wann man am anderen Ende ankam. Ein Rendezvous mit einem Ostdeutschen, oder der Versuch vielleicht jemanden rauszuschmuggeln, war ausgeschlossen wenn man auf der offiziellen Route blieb. Wenn die Zeit die man gebraucht hatte um die Route zu fahren den Grenzern übermässig lang schien, hatte man mit viel Ärger zu rechnen.

Alle Zu- und Abfahrten von der Transitstrecke waren streng überwacht. Die Grenzer und ihre Autos waren an diesen Stellen so gut versteckt, dass man sie nicht wahrgenommen hat. Ihre Anwesenheit wurde nur denjenigen bewusst, die es gewagt hatten von der Fahrtstrecke runter zu fahren, weil sie vielleicht dringend pinkeln mussten. Jeder, der regelmäßig die Transitstrecke fuhr, wußte, dass eine Pinkelpause nicht möglich war. Man musste entweder die Beine für einige Stunden fest kreuzen oder in eine Flasche im fahrenden Auto pinkeln (nicht so schwierig für Männer aber eine Strapaze für Frauen).

Wenn man Pech hatte, konnte man stundenlang ohne Grund an der Transitgrenze festgehalten werden. Es war nur reine Einschüchterung. Es konnte vorkommen, dass ein Grenzschutzbeamter zwanzig Minuten damit verbrachte, einem abwechselnd ins Gesicht zu starren und sich dann die Unterlagen anzusehen um zu entscheiden, ob einer wirklich die Person war, für die er sich ausgab. Je wütender diese Behandlung machte und vor allem, wenn man den Zorn zeigte, oder noch schlimmer, es wagte, etwas zu sagen, desto länger ließen sie einen warten. Schließlich warst du für die Grenzsoldaten aus dem bösen, verdorbenen, kapitalistischen Westen und sie genossen wahrscheinlich die Gelegenheit, die Macht über dich zu haben, wenn auch nur kurz.

Andrew's Grenzqual

Ich war Mitte 20 und hatte einen Posten beim Bildungsdienst der britischen Streitkräfte in Westdeutschland erhalten. Dies geschah etwa 30 Jahre nach der Niederlage Deutschlands im Zweiten Weltkrieg, als die vier wichtigsten Verbündeten in Europa - die Vereinigten Staaten, Großbritannien, die Sowjetunion und Frankreich - an der gemeinsamen Besetzung des deutschen Staates beteiligt waren, mit dem ursprünglichen Verständnis, dass das geteilte Land, schließlich wieder vereint werden sollte.

Ich verliebte mich sofort Hals über Kopf in Deutschland - seine Küche, seine hart arbeitenden Menschen, seine Kultur, die abwechslungsreiche Landschaft vom smogigen Industriegebiet Ruhr bis hin zu den schneebedeckten Bergen, auf denen im Frühjahr unzählige Alpenblumen erblühten. Schon im Kindesalter, als ich die deutsche Sprache als Fachrichtung in der Schule wählte, war ich von allem Deutschen angetan, unterstützt durch viele Geschichten von meinem Vater, der während des Zweiten Weltkriegs Soldat in Köln war und durch Zeitungsberichte über Ereignisse im Kalten Krieg. Bei der frühestmöglichen Gelegenheit nach meiner Ankunft in Deutschland beschloss ich, nicht viel Zeit mit Menschen in der britischen Gemeinschaft zu verbringen, sondern Freundschaften mit Deutschen zu schließen. Ich wollte die Ost-West-Teilung nicht leben, indem ich mich nur meiner eigenen Nationalität anschließe; wir können die Mauer nie stürzen, wenn wir nicht Brücken bauen würden.

Von meinen vielfältigen Arbeitsprojekten führte mich eines regelmäßig nach Berlin. Ich lebte im damaligen Westen und hatte auch die Aufregung, durch den West-Ost-Korridor und alles was das bedeutete zu fahren; es gab starke Einschränkungen für die Bewegungsfreiheit ostdeutscher Bürger von Ost nach West. Für uns Westler, insbesondere für diejenigen, die mit dem britischen Militär und den Regierungen in Verbindung standen, konnte die Grenze legal nur über eine begrenzte Anzahl von Luft-, Straßen-, Schienen- und Flussstrecken überschritten werden. Ich habe mich immer dafür entschieden, über den Grenzübergang Helmstedt und den Grenzübergang Marienborn, Checkpoint Alpha genannt, zu fahren, dann Magdeburg in Ostdeutschland zu umgehen, nach Ost-Berlin unter russischer Kontrolle über den Grenzübergang Potsdam, bekannt als Checkpoint Bravo, einzureisen. Egal welche Route und welches Mittel man genommen hatte, jeder hatte seine eigenen Komplikationen. In Marienborn hat man sich angemeldet, indem man den Reisepass durch einen kleinen Schlitz in einem winzigen schrankartigen Raum am russischen Check-in-Punkt vorlegte; man hatte keine Möglichkeit zu sehen, wer dahinter stand oder saß, obwohl ich immer davon überzeugt war, dass die Russen mich leicht sehen konnten. Schon eine Komma-Fehlanpassung auf Dokumenten reichte aus, um dir die Einreise zu verweigern.

Nach der Präsentation der Papiere musste man sofort zum Auto zurückkehren, die Papiere wurden erneut einem Russen oder Ostdeutschen vorgelegt zur Endkontrolle und einem letzten Salut. Der Blick des Elends auf einigen der Gesichter dieser jungen Soldaten löste in mir ein tiefes Gefühl der Traurigkeit aus. An nebligen Morgen war es wie aus einem Spionagefilm, aber das hat das Mysterium und die Aufregung noch verstärkt.

Auf der Rückreise musste ich an der amerikanischen Grenzstation Bravo einchecken, ein ganz anderes paar Schuhe. Großer, geräumiger Raum mit großen Postern, die Ratschläge und Warnungen gaben. Dann kam ein amerikanischer Beamter und informierte uns in einer eiligen und kurzen Art und Weise darüber, wie wir durch den Korridor fahren sollten. Uns wurde eine bestimmte Zeit für die Reise eingeräumt und eine ETA (Schätzung der Ankunftszeit) gegeben. Wäre diese verstrichen und wir nicht an unserem Ziel angekommen, dann würden alle möglichen Suchaktionen durchgeführt, bis wir gefunden wurden.

Wir wurden gewarnt, dass, wenn wir unser Auto aus irgendeinem Grund anhalten würden, z.B. um zu pinkeln, von ostdeutschen oder russischen Soldaten verhaftet würden, wobei die Russen die Kontrolle über Ostdeutschland hatten, dann sollten wir nicht sprechen, wir sollten nur nach dem ranghöchsten russischen Offizier fragen und warten, bis der nächste britische, französische oder amerikanische Suchkonvoi vorbeikam und uns mitnahm. Ansonsten waren die Straßenübergänge ziemlich einfach, aber aufgrund dieser umfangreichen Grenzformalitäten und Kontrollen langsam.

Aber es war klar, dass die Fahrer auf den ausgewiesenen Transitstrecken durch Ostdeutschland bleiben mussten. Bei einer solchen Gelegenheit, auf der Rückkehr aus Berlin, war mir bewusst, dass das Briefing des amerikanischen Soldaten unglaublich detailliert und wie immer, nach meiner Erfahrung, überstürzt war. Hätte ich vorher nicht gewusst, worum es bei dem Briefing ging, hätte ich es schwer gehabt, mich daran zu erinnern. Bei dieser bemerkenswerten Gelegenheit war mir bewusst, dass die einzigen anderen, die mit mir unterrichtet wurden, ein junger amerikanischer Soldat und seine Frau waren. Es war offensichtlich, dass es beiden schwer fiel, die Briefinginformationen zu verstehen, und sie sahen eingeschüchtert und schockiert aus. Mit der Zeit machten wir uns in unseren jeweiligen Autos auf den Weg.

Ich erinnere mich, als ich das Auto verließ, um den Russen meine Papiere zu präsentieren, dass ich die Blicke des Terrors in den Gesichtern meiner amerikanischen Mitreisenden festgehalten und mir notiert hatte, dass ich so weit wie möglich die Autobahn etwas langsamer und innerhalb der zulässigen Tempolimit befahren würde, bis sie mich einholten; schließlich waren wir angewiesen worden, aufeinander aufzupassen so dass wir, wenn wir den anderen in Schwierigkeiten sehen, es am nächsten Grenzübergang melden können. Wir wurden angewiesen, während der Fahrt von Ost nach West oder umgekehrt, entlang des Korridors, nie aus unserem Auto auszusteigen.

Nach etwa einer Stunde Fahrt hatte ich ein nagendes Gefühl von Angst in meinem Bauch; meine amerikanischen Reiseleute hatten mich nicht überholt und waren nirgendwo zu sehen. Ich konnte nicht langsamer fahren, zumindest nicht legal. Hatten sie bei der ersten Hürde mit dem Einchecken bei den Russen versagt? Nach etwa zwanzig Minuten intensiven Nachdenkens über das, was ich tun sollte, tat ich, was uns gesagt worden war, niemals zu tun - ich hielt am nächsten Rastplatz an, was mir den vollen Blick auf die Autobahn erlaubte, damit ich auf meine "Freunde" aufpassen konnte. Ich bin nicht aus dem Auto gestiegen!

Innerhalb von Sekunden war mein Auto von russischen Soldaten umgeben und ich weiß bis heute nicht, woher sie "auftauchten" - vermutlich aus dem Graben. Ich tat, was mir gesagt wurde, und öffnete mein Fenster einen Bruchteil, um zu sagen: "Ich möchte bitte mit einem hohen russischen Offizier sprechen." Unabhängig von der Antwort der Russen war ich angewiesen, nur diesen einen Satz zu sagen. Was ich viele Male sagen musste, denn es schien, als hätten sie entweder keinen hohen russischen Offizier anwesend oder hätten keine Absicht, ihn zu finden. Diese Scharade dauerte mehrere Stunden, bis ich weit über die Zeit hinaus war, in der ich am nächsten Grenzübergang hätte ankommen sollen. Ich war so abgelenkt, dass es unmöglich gewesen wäre zu bemerken, wenn meine "Freunde" mich eingeholt hätten.

Mit der Zeit erschien ein hochrangiger russischer Offizier; ich wurde plötzlich gehen gelassen und fuhr erleichtert fort, Aber ich hatte in meiner Mission, ein unterstützender Verbündeter zu sein, versagt. Ich erreichte die Marienborner Kreuzung und war überwältigend froh, wieder auf westlichem Boden angekommen zu sein; aber das eigentliche Drama stand erst am Anfang.

Das britische Militär wusste, dass ich Stunden zu spät ankam und so wurde ich ohne jeglichen Gesprächsversuch in einen kleinen, schmutzigen Raum mit Schreibtisch und Stuhl und einer Glühbirne über Kopf geführt. "Ich bin sicher, dass die Glühbirne schwingen wird", dachte ich mir, während ich mich fragte, was als nächstes passieren würde. Mein Wundern war kurzlebig, als ein grober Offizier, Typ Oberstleutnant mir einen Schlag ins Gesicht gab und die Frage herausknurrte: "Hast du kein Briefing bekommen und wurdest du nicht gefragt, was du tun sollst, falls du eine Panne hast? Meine Bemühungen zu erklären, dass ich keine Panne hatte und, dass ich nur einem Verbündeten helfen wollte, fielen auf taube Ohren "Ich führe nur meine Befehle aus". Ich wurde zunehmend besorgt, als aufeinanderfolgende Schläge auf meinen Körper prasselten, an Stellen, an denen keine Spuren hinterlassen wurden. Ich fragte mich, wie lange das noch dauern würde und wer hatte diese Befehle gegeben? Wurden alle, die in Verzug waren, so behandelt? Warum konnten sie nicht auf einen vernünftigen Ton und eine ruhige, rationale Erklärung reagieren?

Die Frage, warum ich nicht mit Briten und stattdessen hauptsächlich mit Deutschen verkehrte, wurde von 'der Stimme' gestellt (ich dachte mir: "Nun, wenn du so viel darüber weißt, mit wem ich Kontakte knüpfe, dann solltest du wissen, dass diese Kontakte kein Risiko für die Verbindungen zwischen Ost und West darstellen.") Aber je vernünftiger ich wurde, desto schlimmer wurde der Alptraum. Und nach Stunden, als ich hörte, wie die Stimme mich gehen ließ und sagte, dass ich "es nie wieder tun sollte", bemerkte ich, dass die Glühbirne schwang, aber nur aus der Energie, dem Zug der fliegenden Fäuste.

Ich dachte, das sei das Ende, aber in späteren Jahren, sowohl in Deutschland als auch in London, wurde ich mehrmals untersucht; es schien, dass einmal ein Verdächtiger, immer ein Verdächtiger. Es hat mich misstrauisch gegenüber unserem Geheimdienst gemacht, und obwohl ich die Notwendigkeit der Ausführung von Befehlen verstehe, ist die geringe Intelligenz hinter der Argumentation und den Fragen der Befehle und die Einstellung "Du bist schuldig, bis wir etwas anderes herausfinden" etwas, das ich nie verstehen werde. Ich habe vergeben, aber ich werde es nicht vergessen.Ich hätte mich sicher fühlen sollen, als ich auf einem britischen Militärgelände an der Ost-Westgrenze ankam, sicher, dass ich einen herzlichen Empfang bekommen würde, stattdessen wurde ich wie ein Verbrecher behandelt, der angeschrien und gequält wurde.

Andrew

Die Preussische Kälte

Am 21. März 1979 kam ich nach meiner langen Reise von meinem Ausgangspunkt in Glasgow endlich in Berlin am Bahnhof Zoo (Zoologischer Garten) an. Es war frühmorgens um 6:00 Uhr und zu dieser Jahreszeit war es noch ziemlich dunkel. Meine erste Erinnerung nach der Ankunft ist, durch einen düsteren unterirdischen Tunnel zu gehen, der vom Bahnhof zu einer Treppe am anderen Ende führte, diese hinaufzusteigen, um in die Hardenbergstraße in eine für mich sehr fremde Welt zu gelangen.

Die Schneehaufen am Strassenrand waren Zeugen eines langen, weissen Winters und es war bitterkalt. Noch nie hatte ich so eine Kälte in Schottland erlebt. Komischerweise denkt man, dass es in Schottland im Winter richtig kalt ist und wir viel Schnee haben, aber das stimmt nicht. Ich habe in Schottland noch nie eine derartige Kälte erlebt, wie ich es jetzt bei meiner Ankunft in Berlin erfuhr. Aber für Berliner Winter damals waren Temperaturen bis zu -30°C nicht außergewöhnlich. Im Gegensatz zu Schottland ist die Kälte in Berlin jedoch eine trockene Kälte, die weitaus besser ist als die feuchte Kälte in Schottland, die selbst die Knochen zum Zittern zu bringen scheint.

Ich hatte das Glück von Steve am Bahnhof abgeholt zu werden. Obwohl ich ihn nur flüchtig getroffen hatte, fiel mir der Start in Berlin leichter, als wenn ich keine Seele gekannt hätte. Steve hatte einen Teil einer Wohnung in der Schlüterstrasse im Stadtteil Charlottenburg angemietet. Die Vermieterin teilte ihre Wohnung und Steve mietete, was wir zwei Zimmer, eine provisorische Küche und Bad innerhalb der Wohnung nennen würden. In dieser Wohnung verbrachte ich die ersten drei Monate meines neuen Lebens in Berlin-West wo ich Steve's Hälfte einer Wohnungshälfte mitbenutzte.

Liebe auf dem ersten Licht

Ich verliebte mich in Berlin vom ersten Moment an als ich es bei Tageslicht erblickte. Ich kann es nicht erklären, aber ich fühlte mich einfach wie zu Hause.

Ich liebte die weiten Straßen und breiten Bürgersteige, die das Gefühl gaben, dass du Raum zum Ausbreiten hattest, deine Flügel ausbreiten konntest, dich öffnen und alles sein konntest, was du wolltest.

Obwohl es sich um eine Großstadt handelte, gab es viel Grün, da viele Straßen von schönen Bäumen gesäumt waren und es in ganz Berlin viele Parks gab. Die alten Wohnhäuser waren wunderschön und obwohl einige hässliche moderne Gebäude zwischen Reihen schöner Häuser errichtet worden waren, weil das ursprüngliche Gebäude vielleicht im Krieg zerstört worden war, hat dies den großen Gesamteffekt nicht beeinträchtigt. Offensichtlich gab es einige Stadtteile, die attraktiver waren als andere, aber die Stadt in ihrer Gesamtheit beeindruckte immer noch. West-Berlin war in Bezirke unterteilt, die jeweils gut mit Geschäften versorgt waren, so dass es nicht notwendig war, ins Zentrum zu gehen. Das bedeutete, dass man seine Nachbarn schneller kennenlernte, da es unvermeidlich war, dass man sich beim Einkaufen von Lebensmitteln traf. Das konnte man alles zu Fuß erledigen.

Ich habe mich schnell mit dem Deutschen und der Lebensweise in Berlin angefreundet. Als ich die Anzahl der Kneipen und Apotheken bemerkte, fragte ich mich zunächst, ob es sich um eine Nation von betrunkenen Hypochondern handelte. Ich hatte noch nie so viele Apotheken irgendwo anders gesehen. Einige verkauften homöopathische Mittel zusammen mit Arzneimitteln und es gab Naturkostläden, die Gesundheitsergänzungsmittel, Bio-Kosmetik und Produkte für die Körperpflege verkauften, lange bevor sie anderswo in Mode kamen.

Die meisten Deutschen, die ich traf, stellten oft die Frage: "Wie viele Menschen leben in deiner Heimatstadt?" Es scheint, dass ein Deutscher die Größe deiner Stadt nach der Einwohnerzahl beurteilt. Damit könnten sie dich auch als Stadtmensch oder Landei herausfinden. Wie bizarr dachte ich! Man hört einfach nie auf zu lernen und die Dinge aus einer anderen Perspektive zu betrachten.

Beim Betreten kleinerer Geschäfte wie Bäckereien war es üblich, dass alle guten Morgen oder guten Tag sagten. Ich bin mir nicht sicher, ob es nur an die Verkäufer oder auch an die wartenden Kunden gerichtet war, aber es war eine nette Geste. Dies stand im Gegensatz zu der oft schroffen Art der wahren Berliner. Sie haben sogar einen Namen dafür: "Berliner Schnauze"! Es dauerte ein wenig, bis man sich daran gewöhnt hatte, aber wenn man so gut zurück gab, wie man es bekam, dann wurde das normalerweise respektiert.

Da meine Unterkunft für ein paar Monate organisiert war, war die nächste Priorität die Suche nach einem Job. Mit geringen Deutschkenntnissen fand ich meinen ersten Job als Büroangestellte in der britischen Armee in Spandau. Einer der Vorteile in den späten 70er und 80er Jahren in Berlin war, dass man als englische Muttersprachlerin leicht einen Job fand, wenn Englisch eine Voraussetzung war. Die Deutschen sprachen damals nicht sehr gut Englisch (seither fördert der Einsatz von Computern das universelle Erlernen der englischen Sprache). Es war ein ziemlich langweiliger Tippjob, aber es war ein Anfang. Der einzige Nachteil für mich war die tägliche Fahrt von Charlottenburg nach Spandau, eine Fahrt, die über eine Stunde dauerte. Es macht nicht viel Spaß, das Haus um 5.30 Uhr an kalten, dunklen Morgen zu verlassen um pünktlich um 7 Uhr morgens mit der Arbeit zu beginnen. Die meiste Zeit des Weges zur Arbeit mit der U-Bahn zu fahren, bedeutete, dass ich Monate brauchte, um herauszufinden, wo ich war als ich wieder oberhalb der Erde war, bis ich mit dem Bus oder zu Fuß unterwegs war. Es war ein bisschen wie das Zusammenfügen der Punkte, aber in diesem Fall waren die Punkte die U-Bahn-Stationen und die Welt über ihnen.

Nach einem Jahr hatte ich genug von diesem langweiligen Job, also kündigte ich und flog nach Griechenland für ein Abenteuer auf hoher See und kehrte einige Monate später nach Berlin zurück.

West-Berlin, wahrscheinlich gemeinsam mit den meisten Großstädten, war eine transiente Stadt, in der Menschen kamen und gingen. Einige blieben ein paar Monate, andere mehrere Jahre, bevor sie entweder zu ihren Wurzeln zurückkehrten oder an einen anderen Ort zogen. Da es West-Berlin nach dem Zweiten Weltkrieg verboten war, eine eigene Armee zu haben, machte es die Stadt für diejenigen Westdeutschen sehr attraktiv, die mit der Wehrpflicht nicht einverstanden waren. Einige von ihnen zogen nach West-Berlin, um nicht in der westdeutschen Armee dienen zu müssen und nutzten den Sonderstatus West-Berlins unter alliierter Kontrolle. Trotz dieses Sonderstatus wurden jedoch einige der Gegner des Wehrdienstes von der Berliner Polizei noch immer verhaftet und inhaftiert.

In einem neuen Land gibt es natürlich viele neue Bräuche zu lernen; wenn man zum Beispiel religiös ist, dann hat man eine Kirchensteuer zu zahlen, die jeden Monat automatisch von dem Gehalt abgezogen wird; wenn es dein Geburtstag ist der gefeiert wird bist du derjenige, der den Kuchen gekauft hat; der 6. Dezember wurde Nikolaus nach dem Heiligen Sankt Nikolaus genannt, ein wichtiges Datum für die Kinder, an dem sie ein kleines Geschenk oder Süßigkeiten erhalten; Weihnachten wird am 24. Dezember gefeiert, wenn sich die Familie abends zum Weihnachtsessen trifft und der Weihnachtsbaum wird auch erst am 24. Dezember aufgestellt