Campreneur

Existenzgründerwissen für
zukünftige
Campingplatz-Betreiber*innen

Hinweise der Autorin

Geschlechtergerechte Formulierungen vs. Lesbarkeit

Aufgrund der besseren Lesbarkeit verzichte ich bei der Nennung von unbekannten dritten Personen darauf, sowohl die männliche als auch die weibliche Form zu verwenden. Lediglich die Personen, die in den Ausführungen persönlich angesprochen werden oder mir persönlich bekannt sind, werden unter Berücksichtigung der Geschlechtergerechtigkeit angesprochen, benannt und beschrieben.

Wird in einem Sachverhalt die Funktion einer unbekannten Person beschrieben, verwende ich aus Gründen der besseren Lesbarkeit und der Schreibökonomie die männliche Form. Bezeichnungen wie Gründer, Berater, Mentor, Sachverständiger, Entscheidungsträger, Manager, Prüfer, Touristiker usw. beziehen sich in meinen Darstellungen in erster Linie auf die Tätigkeiten der damit verbundenen (unbekannten) Person. Deshalb, und aus den zuvor genannten Gründen, führe ich für diese Personen nicht die Nennung beider Geschlechter auf.

Quellen der Inhalte

Entgegen eines klassischen Sachbuches beruhen die Inhalte dieses Buches zum überwiegenden Teil nicht auf recherchierbaren und zitierfähigen Quelle wie Büchern, Publikationen oder Studien. Die hier zusammengetragenen Inhalte und Lektionen sind das Ergebnis meiner persönlichen Ausbildung und Erfahrungen, die ich entweder selbst gemacht habe oder die mir von anderen zugetragen wurden.

Richtigkeit, Aktualität und Vollständigkeit der Inhalte

Die Gründung eines Campingbetriebs ist eine individuelle Angelegenheit, die sehr vom Einzelfall abhängt. Dieses Buch kann und soll keine fundierte und umfassende Beratung ersetzen. Es soll lediglich ein Grundwissen über die verschiedenen Themenbereiche vermitteln sowie Anregungen und Ideen liefern. Die Inhalte wurden von mir nach bestem Wissen und Gewissen zusammen getragen und recherchiert. Sie resultieren aus meinen Ausbildungen und meinen Erfahrungen. Es sind demnach keine wissenschaftlichen Erhebungen, die sich entsprechend belegen und zitieren lassen. Des Weiteren weise ich darauf hin, dass ich weder befugt noch berechtigt bin, Rechtsberatung oder Steuerberatung durchzuführen. Wenn ich in diesem Buch zu etwas rate oder den Leser*innen Empfehlungen ausspreche, handelt es sich dabei lediglich um meine persönliche Meinung.

Antje Vollmer

Inhaltsverzeichnis

Prolog: Warum schreibe ich dieses Buch?

1. Schritt: Du und Dein Projekt – Das Epizentrum Deines Business

1.1. Motivation

1.2. Vision und Mission

1.3. Positionierung

1.4. Elevator Pitch

1.5. Fazit :

2.Schritt: Deine Gäste und Zielgruppen

2.1. Der touristische Markt und seine Besonderheiten

2.2. Dauercamping, Saisoncamping und Touristikcamping

2.3. Feldstudie Touristikcamper

2.4. Unkonventionelle Touristikcamper – Deine individuelle Marktlücke

2.5. Visualisierung Deiner Zielgruppen durch Visionboard und Kundenavatar

2.6. Fazit

3.Schritt: Der Standort – das Urlaubsziel der Gäste

3.1. Abstimmung zwischen Standort und Angebot

3.2. Tourismusstrategi e

3.3. Fazit:

3.4.Interview mit Christina Bauer

4.Schritt: Mit den 7 P zu Deinem Konzept für den Marktauftritt 1

4.1. # 1 Product (Produktpolitik) : Dein Angebot an den Markt

4.2. # 2 Price (Preispolitik): Dein Preis – mehr als nur ein Wert

4.3. # 3 Placement (Vertriebspolitik): Verfügbarkeit Deines Angebots

4.4. # 4 Promotion (Vermarktung): Deine Werbestrategie

4.5. # 5 Personell (Personalpolitik): Gutes Personal finden und binden

4.6. # 6 Process (Prozesspolitik): Die Glieder Deiner Dienstleistungskette

4.7. # 7 Physical facilities (Ausstattungspolitik): Botschaften für die Sinne

4.8. Abschluss des ersten Teils: Dein druckreifes Konzept!

4.9.Interview mit Hannes Müller

5.Schritt: Basiswissen Existenzgründung

5.1. Rechtsformen

5.2.Steuern

5.3.Sonstige Abgaben

5.4. Versicherungen

5.5. Persönliche Absicherung

6.Schritt: Finanzierung

6.1. Wertermittlung

6.2. Beleihungswert

6.3.Sicherheiten

6.4. Marktfolge, Rating und Bewertung Deiner Kreditwürdigkeit

6.5. Eigenkapitalanteil und Kaufnebenkosten

6.6. Laufzeiten und Lebensalter

6.7. Fördermittel

6.8. Weitere Finanzierungshilfen

6.9. Fazit:

7.Schritt: Rechnungswesen und betriebswirtschaftliche Kalkulation

7.1. Kalkulation der Einnahmen

7.2. Kalkulation der Ausgaben

7.3. Kalkulation der Wirtschaftlichkeit

7.4. Deckungsbeitragsrechnung und Preiskalkulation

7.5. Liquiditätsplanung

7.6. Fazit :

8.Schritt: Recht und Gesetz für für Campingbetriebe – ein Potpourri der Fallstricke

8.1. Konzession

8.2. Natur- und Landschaftsschutz

8.3. Wasser- und Hochwasserschutz

8.4. Brandschutz

8.5. Bau und Planungsrecht

8.6.Interview mit Imke Trebert

8.7. Weitere Stolperfallen ;

8.8. Fazit:

9.Schritt: Investitions- und Kapitalbedarfsplan

9.1.Investitionsplan

9.2. Betriebsmittel- und Liquiditätsplanung

9.3. Bürgschaften (Avale)

10.Schritt: Businessplan – Vorbereitung, Inhalte und Anlagen

10.1.Statistiken und andere Erhebungen

10.2. Finanzierungskonzept

10.3. Erfolgsrechnung

10.4. Lichtbildmappe

10.5. Weitere Unterlagen

10.6.Sicherheiten

10.7. Maßnahmen für Controlling und Liquiditätsplanung

11.Schritt: Businessplan schreiben – Vorschlag für Inhalt und Strukturierung

11.1. Einleitung, Zusammenfassung (Executive Summary)

11.2. Geschäftsmodell

11.3.Standortanalyse

11.4. Konkurrenz und Wettbewerb

11.5. Marketing und Vertrieb

11.6. Personaleinsatz

11.7. Ziele und Investitionen

11.8. Exkurs SWOT-Analyse

11.9. Finanzplanung

Schlusswort und Dank

Über die Autorin

Prolog: Warum schreibe ich dieses Buch?

Die Antwort darauf, warum ich dieses Buch schreibe, ist so einfach wie banal:

Ich habe bis jetzt kein Medium gefunden, um sich schnell, effizient und kostengünstig das Basiswissen für die Existenzgründung eines Campingplatzes in Eigenregie anzueignen. Es wurde also höchste Zeit, dass jemand solch ein Medium erstellt. Und da mir bis jetzt noch kein anderer bekannt ist, der das gemacht hat, habe ich mich daran gesetzt und es getan.

Kurzes Blitzlicht auf die Branche und die Akteure

Die Campingbranche ist aus ihrem Dornröschenschlaf erwacht und seit mehreren Jahren bereits in einem sehr dynamischen Umbruch. Mittlerweile gibt es immer mehr professionelle Unternehmensberater, die sich auf Campingplätze und Ferienparks spezialisiert haben und darüber hinaus bei der Existenzgründung behilflich sind. Jeder Gründer sollte die Grundlagen dieser Branche kennen. Doch die scheinen mir irgendwo im Unergründlichen verborgen. Ich erlebe immer wieder engagierte Gründer, die das Gleiche erleben, was ich damals erlebt habe: Sie sehen den Wald vor lauter Bäumen nicht, wissen nicht, wo sie anfangen sollen und fallen immer wieder über die gleichen branchenspezifischen Fallstricke.

Was macht eine Gründung in dieser Branche so besonders?

Die Gründung eines Campingbetriebs ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Dies beginnt schon mit der Betriebsstätte Campingplatz als Sonderimmobilie. Nur wenige Immobilienmakler und Unternehmensberater kennen sich mit den Eigenschaften und den damit verbundenen Rechten und Pflichten zum Betrieb einer solchen Sonderimmobilie aus. Zudem ergeben sich viele der Rechte und Pflichten aus Gesetzen der einzelnen Bundesländer und kommunalen Rechtsnormen, so dass es nahezu unmöglich ist, einheitliche Planungs- und Handlungsempfehlungen zu schaffen.

Auch wenn die eigentliche Gründung immer ein Zusammenspiel aus verschiedenen individuellen Komponenten ist, gibt es dennoch viele Dinge und Überlegungen, die bereits im Voraus getätigt werden können. Mit diesem Buch möchte ich allgemeines Existenzgründerwissen und Betriebswirtschaftslehre für das Campingbusiness zielgerecht aufbereiten sowie mein aufwendig erlangtes Wissen teilen und weiter geben.

Meine Odyssee durch den Gründungsdschungel

Ich habe mich seinerzeit 2015 entschlossen, als Quereinsteigerin mein eigenes Campingunternehmen zu gründen. Dazu habe ich viel gelesen, zahlreiche Seminare und Veranstaltungen für Existenzgründer besucht, ein Fernstudium zur Tourismusbetriebswirtin erfolgreich abgeschlossen, sowie eine Ausbildung zum Camping- und Ferienparkmanager gemacht, Unternehmensberatung in Anspruch genommen und mir ein Netzwerk in der Campingbranche aufgebaut. Ich habe aber auch viele Umwege gemacht und bin in Sackgassen gelandet. Ich habe Lehrgeld gezahlt und bin über viele der berühmt berüchtigten Fallstricke gefallen.

Vier ernsthafte Anläufe, das passende Objekt zu erwerben habe ich bis jetzt hinter mir. Bis zu den letzten Planungsschritten, bei denen das finale Bankgespräch und der Kauf des jeweiligen Objektes in Sichtweite war, war es ein sehr langer, harter und steiniger Weg. Wurde es konkret, musste alles immer ganz schnell gehen und am besten noch gestern unter Dach und Fach gebracht werden: Konzept, Businessplan, Investitionsplan, Finanzierung, die Aussicht auf Genehmigungen und Konzessionen seitens der Behörden und vieles mehr. Es war immer wieder enorm herausfordernd, das alles in der kurzen Zeit bereit zu stellen und aussagekräftig den jeweiligen Institutionen zu präsentieren.

Meine Projekte scheiterten an mindestens einer der typischen Hürden, die wohl jeder Campingplatzbetreiber zu genüge kennt:

1. Zu geringer Eigenkapitalanteil

2. Behördliche Einschränkungen zu Lasten der Ertrags- und Innovationskraft

3. Langwierigkeit von Genehmigungsverfahren

Eine etwas andere Geschichte von Vision und Mission

Das Positive an meinen vier Anläufen war, dass sich bei mir der Trainingseffekt einstellte. Die von einem Projekt gewonnen Erkenntnisse konnte ich wieder beim Nächsten anwenden. Ich wurde immer professioneller im Auftreten und Vorstellen meines Anliegens. Ich wusste, was wichtig war, wen ich fragen musste, konnte viele Schritte abkürzen oder manche Objekte schon im Voraus für mich ausschließen. Brauchte ich für meinen ersten Businessplan und die Ausformulierung meines Konzeptes noch Monate, so brauchte ich für einen stark vereinfachten, verkürzten, aber aussagekräftigen Businessplan für das vierte Projekt nur wenige Tage.

Mein Weg durch den Gründungsdschungel hat mich sehr viel Zeit, Geld und Nerven gekostet. Ich habe viele Enttäuschungen erlebt, die ich mir hätte ersparen können, wenn ich damals das Wissen von heute gehabt hätte. Da dieses Wissen nicht für jeden so ohne Weiteres zugänglich ist, wüsste ich auch heute zum jetzigen Zeitpunkt nicht, wie man es als Quereinsteiger*in anders machen könnte. Nur durch Gespräche mit Experten, Insidern und Entscheidungsträgern kam ich an die wichtigen Informationen. Diese Personen brauchten natürlich einen Anlass, um sich mit mir und meinem Anliegen zu beschäftigen. Diese Anlässe waren bei den vier konkreten Projekten meine ernsthaften Kaufabsichten.

In Gesprächen mit Campingplatzbetreibern und anderen interessierten Gründern stellte ich fest, dass es immer die gleichen Themen und Herausforderungen sind, die das Business so speziell und an manchen Stellen so schwierig machen. Ich stellte mir immer wieder die Frage, warum es noch kein Massenmedium, wie z.B. ein Buch oder Onlinekurs, zur Vermittlung der Grundlagen für die Gründung eines Campingbetriebes gibt. Die Antwort auf meine Frage, warum diese Marktlücke noch keiner erschlossen hat, habe ich bis heute nicht bekommen. Wahrscheinlich liegt die Antwort irgendwo zwischen Komplexität, Föderalismus und Corona-Pandemie.

Statt dessen mache ich es jetzt und sehe es als meine Mission, anderen durch mein Wissen und meine Erfahrungen dabei zu helfen, ihren vorbereitenden Gründungsprozess abzukürzen oder überhaupt einen Anfang zu finden. Ähnlich wie Columbus, der einen Weg nach Indien gesucht hat und dabei Amerika entdeckt hat, betreibe ich heute keinen eigenen Campingplatz, sondern schreibe dieses Buch.

Was steckt in diesem Buch?

Aktuell stecken zum Jahreswechsel 2020/ 2021 in diesem Buch

➢ Fünfeinhalb Jahre Selbststudium zum Thema Existenzgründung und Business

➢ Impressionen und Lektionen aus zahlreichen Seminaren und Veranstaltungen aus Gründerszene und Campingbranche

➢ Inhalte (m)eines abgeschlossenen Studiums Tourismusbetriebswirt

➢ Extrahiertes Fachwissen des Zertifikatslehrgangs Camping- & Ferien parkmanager

➢ Ansätze aus dem Zertifikatslehrgangs Nachhaltiger Tourismus

➢ über 20 Jahre Erfahrung als Camper/ Endkunde

➢ Didaktik und Methodik aus über 20 Jahren Erfahrung in den Bereichen Fortbildung und Training

➢ € für Aus-, Fort- und Weiterbildung, sowie professionelle Beratung investiert habe

Dieses Buch hätte meiner Meinung nach am besten schon gestern geschrieben sein müssen. Die Coronakrise hat den Campingmarkt noch einmal richtig befeuert und die Arbeitswelt kräftig durchgeschüttelt. Ich hoffe, dass es mir durch mein Buch gelingt, einigen Leser*innen viele Umwege und Sackgassen im Gründungsprozess ersparen.

Zum Buch und seinen Inhalten

Dieses Buch besteht aus drei Teilen. Im ersten und interaktiven Teil geht es um die Konzeption. Hier geht es um die Arbeit, die den künftigen Gründer*innen keiner abnehmen kann, die Konzepterstellung. Der zweite Teil ist theoretischer und beinhaltet das unternehmerische Know How, einhergehend mit betriebswirtschaftlichen Kalkulationen, Informationen zu Rechtsformen, Steuern, Finanzierung sowie einigen rechtlichen Abhandlungen einhergehend mit der Thematisierung von branchenspezifischen Fallstricken im Gründungsprozess. Der dritte Teil ist kurzweilig und beinhaltet, unter Bezug auf die vorangegangenen Abhandlungen, Anleitungen, Tipps und Tricks für den Businessplan.

Wort an die Leser*innen

Liebe Leserin, lieber Leser,

unter Campern, und oft auch unter Touristikern, in ein herzliches DU die bevorzugte Anredeform. Deshalb, und weil dieses Buch für mich ein Herzensprojekt ist, verwende ich das DU als Anrede.

Ich kenne weder Dich persönlich, noch Deinen Ausbildungsstand. Es kann sein, dass Du einige Inhalte schon oft gehört hast und Dir dafür bei anderen mehr Tiefe wünschst. Ebenso ist es möglich, dass für Dich einige Inhalte zu oberflächlich behandelt werden und andere zu sehr in die Tiefe gehen. Deshalb empfehle ich Dir, das Buch erst einmal „quer zu lesen“ und Dich dann auf die Inhalte zu konzentrieren, die für Dich und Dein Projekt wichtig sind und selbst zu entscheiden, wie weit Du zu welchem Thema in die Tiefe gehen möchtest.

Herzlichst

Antje Vollmer

Erster Teil

Konzeption