Cover

Sophienlust Extra
– 16 –

Der Millionenerbe

Gibt es doch noch Hoffnung für Christoph?

Gert Rothberg

Impressum:

Epub-Version © 2020 KELTER MEDIA GmbH & Co. KG, Sonninstraße 24 - 28, 20097 Hamburg. Geschäftsführer: Patrick Melchert

Originalausgabe: © KELTER MEDIA GmbH & Co.KG, Hamburg.

Internet: https://ebooks.kelter.de/

E-mail: info@keltermedia.de

Dargestellte Personen auf den Titelbildern stehen mit dem Roman in keinem Zusammenhang.

ISBN: 978-3-74096-751-2

Weitere Titel im Angebot:

Weitere Titel im Angebot
Weitere Titel im Angebot

»Hier, Hans-Joachim, schau mal, deine Hausschuhe sind hin. Wir werden dir wohl ein Paar neue kaufen müssen«, sagte Andrea von Lehn zu ihrem Mann und hielt ihm die Überreste zweier Lederpantoffeln hin, die nur noch aus den Sohlen bestanden. Und selbst diese wiesen an allen Seiten verdächtige Bissspuren auf. »Ganz zu schweigen von der Jacke, die ich dir zu Weihnachten im Schweiße meines Angesichts gestrickt habe«, setzte Andrea ihr Klagelied fort. »Der linke Ellenbogen besteht nur noch aus einem Riesenloch. Ich glaube kaum, dass ich das stopfen kann.«

»Dann setz’ auf den linken Ellenbogen ein Lederherzchen«, schlug Hans-Joachim lächelnd vor, »und auf den rechten gleich auch eins. Aus Gründen der Symmetrie.«

»Hans-Joachim, du nimmst meinen Kummer überhaupt nicht ernst«, beschwerte sich Andrea theatralisch. »Dabei werden wir beide bald nichts mehr anzuziehen haben, wenn Cora so weitermacht wie bisher. Ich kann sie keine Sekunde aus den Augen lassen.«

Unvermittelt wurde der junge Tierarzt ernst. Er nahm seine Frau in die Arme, zog sie an sich und küsste sie zärtlich auf Wangen und Schläfe. »Ich weiß, mein Liebling, dass du in den letzten Tagen eine Menge Ärger mit dem Hund gehabt hast«, gab er zu. »Ich weiß auch, dass du Cora ganz entsetzlich hasst dafür! So sehr, dass du sie, wenn du dich völlig unbeobachtet glaubst, auf deinen Schoß ziehst und zärtlich ihr verletztes Bein streichelst. Dabei redest du tröstend auf sie ein und versprichst ihr herrliche Zeiten, wenn sie erst wieder ganz gesund ist. Um ihr die lange Wartezeit bis dahin etwas zu verkürzen, steckst du ihr alle möglichen Leckerbissen zu. O ja, Andrea, ich weiß recht gut, wie wenig tierlieb du bist …«

»Hans-Joachim, du hast mich heimlich belauscht!«, rief Andrea empört, konnte sich aber nur noch mit Mühe ein lausbubenhaftes Grinsen verbeißen.

»Ich verspreche dir, mein Liebling, dass wir einen neuen Besitzer für Cora suchen, sobald ihr Bein verheilt ist«, sagte Hans-Joachim und streichelte die Schulter seiner Frau.

»So schnell?«, rief Andrea nun entsetzt und trat einen Schritt zurück. »So sehr eilt das nun auch wieder nicht. Ich meine, ganz gesund muss Cora selbstverständlich sein!«

Der junge Tierarzt lachte hellauf. »Andrea, du bist einfach unverbesserlich. Du schimpfst zwar über die viele Arbeit mit den Tieren, aber sollst du eines von ihnen wieder hergeben, dann blutet dir das Herz.«

»Cora ist aber auch wirklich ein sehr treues Tier«, verteidigte sich die junge Frau, »und wunderschön ist sie auch. Ich verstehe einfach nicht, dass sich ihr Besitzer nicht gemeldet hat. Wir hatten doch sogar in der Zeitung annonciert.«

»Auch mir ist dies absolut unverständlich«, murmelte der junge Tierarzt in Gedanken. »Eigentlich bleibt dafür nur die eine Erklärung: Der Tierhalter wollte den Schäferhund loswerden und stieß ihn auf der Landstraße aus dem Wagen. Dabei muss Cora sich die Verletzung an der Hinterhand zugezogen haben.«

»Ja, als wir sie fanden, humpelte sie am Rand der Landstraße dahin und winselte jämmerlich«, meinte Andrea.

»Ich kann Menschen, die so etwas fertigbringen, einfach nicht verstehen. Ich bin richtig stolz, wie gut sie schon auf ihren neuen Namen hört.« Dann hielt sie mitten im Satz inne und hob lauschend den Kopf. »Was war das eben, Hans-Joachim?«, rief sie. »Es hörte sich an wie … Natürlich, es sind zwei Ponys! Ich sehe Nick und Henrik!«

»Meine beiden Schwager«, antwortete Hans-Joachim schmunzelnd und ging hinter seiner Frau hinaus ins Freie, um die beiden Jungen zu begrüßen, die von Sophienlust herübergeritten waren.

Nachdem man sich einen »guten Tag« gewünscht hatte, erklärte Nick: »Mutti schickt uns. Wir sollen euch noch einmal daran erinnern, dass heute Abend in Schoeneich allgemeines Familientreffen ist.«

»Sascha kommt heute aus Heidelberg zurück«, ergänzte Henrik mit seiner hellen Stimme. »Die Semesterferien haben eben angefangen. Sascha wird den Sommer über bei uns bleiben und…«

»… und Michael Langenbach kommt auch«, unterbrach Nick den jüngeren Bruder. »Angelika und Vicky werden heute Abend ebenfalls in Schoeneich sein, um ihren Bruder zu begrüßen. Ihr seht also, es gibt ein ganz großes Familientreffen. Oder könnt ihr etwa nicht kommen?«

Schließlich erwiderte Andrea: »Natürlich kommen wir gerne – vorausgesetzt, euer Schwager wird nicht wieder im letzten Augenblick zu einer Kuh geholt, die sich gerade den unpassendsten Moment ausgesucht hat, um einem Kälbchen das Leben zu schenken. Und ich … Ich werde hoffentlich auch jemanden finden, der den Abend über auf Cora aufpasst, damit sie nicht den Rest unserer Kleidung in einzelne Bestandteile zerlegt. Dieser Hund …«

Die beiden Jungen, die sich sehr für Tiere interessierten, riefen wie aus einem Mund: »Was, ihr habt einen neuen Insassen im Tierheim Waldi & Co? Und davon hat uns noch keiner etwas erzählt? Das ist aber nicht nett von euch. Was ist es denn diesmal?«

»Ein junger Schäferhund«, antwortete Andrea. Dann erzählte sie ihren Brüdern die traurige Geschichte des herrenlosen Tieres.

Nachdem sie ihren Bericht beendet hatte, verlangten die beiden Jungen: »Du musst uns Cora unbedingt zeigen, Andrea. Und anschließend … Könnte Betti uns nicht inzwischen Kakao kochen? Draußen ist es so heiß, und wir hatten schon auf dem Herweg schrecklichen Durst.«

»Steht bereits im Kühlschrank, fix und fertig und eisgekühlt«, antwortete die große Schwester lachend. »Für den Fall, dass wieder einmal Besuch aus Sophienlust herüberkommt. Ich kenn’ doch meine Leckermäuler. So, und nun müsst ihr mir erzählen, was es bei euch drüben in Sophienlust Neues gibt.«

Während die beiden Jungen Cora streichelten und sie mit Hundekuchen fütterten, den ihnen Hans-Joachim gebracht hatte, berichtete Nick mit ungewohntem Ernst: »Etwas Neues gibt es bei uns tatsächlich. Eine recht ungewöhnliche Sache.«

»Du machst mich neugierig, Nick!«

»Heute nachmittag soll ein Junge ankommen, von dem uns Mutti erzählt hat, dass er nicht mehr lange leben wird.«

Nun wurde selbst Andreas stets fröhliches Gesicht ernst.

Alle Farbe war aus ihren Wangen gewichen, als sie betroffen fragte: »Aber wieso denn das?«

»Er soll schwer krank sein«, gab Nick Auskunft. »Mutti hat uns alle zusammengerufen und es uns erklärt: Christoph Messmann – so heißt der Junge – leidet an Leukämie. Das ist Blutkrebs, nicht wahr?«

Andrea und Hans-Joachim nickten.

Nick fuhr fort: »Christophs Großvater ist ein sehr reicher Mann, müsst ihr wissen. Als er erfuhr, dass sein Enkel schwer krank war, hat er ihn zu allen berühmten Ärzten in Europa geschleppt. Sogar in Amerika sollen sie gewesen sein. Aber keiner konnte Christoph helfen. Man sagte dem Großvater schließlich, da könne nur noch ein Wunder helfen. Ärztliche Kunst sei in diesem Falle machtlos.«

»Aber weshalb kommt das Kind denn nun nach Sophienlust?«, erkundigte sich Andrea verständnislos. »Das ist doch ein Kinderheim und kein Krankenhaus …«

»Das ist es ja gerade, was Mutti uns erklärt hat«, unterbrach Nick seine große Schwester, wobei er sie mit einem ungeduldigen Blick bedachte. Dass Frauen aber auch nie abwarten konnten, bis man zum Kern des Problems vorgedrungen war, dachte er. Dann erklärte er: »Christoph hat noch etwa ein Jahr zu leben. Vielleicht auch etwas länger. Aber sein Großvater möchte nicht, dass er dieses Jahr in Krankenhäusern und Sanatorien zubringt, unter lauter kranken Menschen. Er möchte vielmehr, dass Christoph unter Kindern seines Alters ist. Unter fröhlichen Kindern.«

»Das ist verständlich«, murmelte Hans-Joachim. »Der Kleine soll noch ein paar glückliche Monate verleben. Und welcher Ort wäre dafür geeigneter als Sophienlust?«

»Genau das sagt auch Christophs Großvater«, rief Nick eifrig. »Er hätte von dem ›Haus der glücklichen Kinder‹ gehört und möchte nun, dass Christoph zu uns kommt.«

»Aber wenn der Junge so schwer krank ist«, warf Andrea ein, »braucht er doch ärztliche Pflege.«

»Darüber hat sich Mutti zuerst auch große Sorgen gemacht«, bestätigte Nick. »Aber der Großvater sagte, Christoph brauche zur Zeit nur täglich eine Spritze und jeden Monat zwei Infusionen. Frau Dr. Frey hat sich sofort bereiterklärt, den Jungen zu behandeln, solange sie es vermag. Zum Schluss wird er allerdings doch in ein Krankenhaus müssen, wenn er … bevor er …« Nick begann zu stottern.

»Eine schwere Last, die sich Mutti da aufgeladen hat«, meinte Andrea nachdenklich. »Sich und euch allen.«

»Darüber hat sie sich ja auch große Sorgen gemacht«, erläuterte Nick weiter. »Sie weiß, welchen Kummer es für uns bedeutet, wenn dieser Christoph Messmann eines Tages weggebracht werden muss, um … nun ja, um zu sterben. Aber dann meinte sie, dies müssten wir auf uns nehmen. Denn Christoph soll noch eine recht schöne Zeit bei uns verleben, bevor seine Krankheit ganz schlimm wird und er nicht mehr mit anderen Kindern spielen kann.«

»Eure Mutter ist eine großartige Frau!«, sagte Hans-Joachim spontan. »Ich kenne niemanden, den man mit ihr vergleichen könnte. Ihr könnt stolz auf sie sein.«

»Sind wir ja auch!«, erklärte Nick in schöner Bescheidenheit.

»Na klar sind wir das!«, verkündete auch Henrik, der Cora eben noch einen letzten Hundekuchen verabreichen wollte, den diese jedoch beharrlich ablehnte. Sie war einfach schon zu satt dazu.

»So, und nun kommt herein und holt euch den Kakao«, meinte Andrea. Sie gab sich alle Mühe, ihre Stimme heiter und unbefangen wie immer klingen zu lassen. Es gelang ihr jedoch nicht ganz. Ständig musste sie an den armen kranken Jungen denken, der in Sophienlust erwartet wurde und der so bald schon sterben sollte. Wie grausam das Schicksal doch oft war. Wofür wurde dieser Christoph Messmann so schwer bestraft?

Nick und Henrik tranken ihren Kakao gleich in der Küche. »Wir dürfen uns nicht so lange aufhalten«, erklärten sie ihrer Schwester. »Wir wollen beide in Sophienlust sein, wenn Christoph ankommt. Es ist wichtig, dass sich gleich jemand um ihn kümmert. Mutti hat uns überhaupt nur hergeschickt, damit wir euch noch einmal an heute Abend erinnern.«

»Das geht in Ordnung«, versprach Hans-Joachim. »Wenn nicht im letzten Moment noch etwas ganz Wichtiges dazwischenkommt, erscheinen wir bestimmt in Schoeneich.«

Auf Cora kann ja inzwischen Helmut Koster aufpassen.«

Nick wusste immer einen Ausweg, doch seine Schwester meinte: »Der arme Helmut Koster wird auch nicht gerade erbaut sein von der Aussicht, seine Kleidungsstücke als Spielzeug in Coras Rachen verschwinden zu sehen. Aber diesen einen Abend wird es zur Not mal gehen.«

Die beiden Jungen stiegen wieder auf ihre Ponys. Ihre große Schwester rief ihnen nach: »Grüßt Mutti und Vati von uns. Und bringt diesen kranken Jungen recht oft ins Tierheim Waldi & Co. Da gibt’s immer Abwechslung. Wenn er Tiere mag, wird er hier seinen Spaß haben.«

»Tun wir«, versprachen die beiden und ritten nun eilig davon.

Im gleichen Moment fühlte sich Andrea von hinten umschlungen. Die Stimme ihres Mannes sagte sehr nahe an ihrem Ohr: »Weißt du, warum ich dich so schrecklich liebhabe?«

»Nein. Aber ich hoffe, du klärst mich rasch auf.«

»Weil du so herrlich widerspruchsvoll bist, geliebtes Weib! Vorhin hast du entsetzlich über die viele Arbeit mit Cora geschimpft. Aber kaum hörst du von diesem bedauernswerten kranken Jungen – schon lädst du ihn hierher ein, um ihn ein bisschen fröhlicher zu stimmen. In diesem Punkt gleichst du aufs Haar deiner bewunderungswürdigen Mutter.«

»Ich hoffe, nur in diesem einen Punkt!«, rief Andrea entrüstet. »Sonst weißt du eines Tages nämlich nicht mehr, wen du lieben sollst: Mutti oder mich!«

»Immer nur dich, mein Liebling.«

*

Nick und Henrik hatten ihre Ponys kaum auf die Weide zurückgebracht, als eine große Limousine in Sophienlust vorfuhr. Alle Kinder wussten Bescheid, wer an diesem Nachmittag erwartet wurde. Und alle hatten sich vorgenommen, zu diesem kranken Jungen besonders nett zu sein. Aber keines der Kinder hielt sich zu dieser Stunde auf dem weiten Platz vor dem Herrenhaus auf. Es sollte nicht so ausschauen, als ob sie neugierig herumlungern würden.

So war Denise von Schoenecker die einzige, die Friedrich Messmann und dessen Enkel am Fuße der Freitreppe willkommen hieß, kaum dass die beiden den Wagen verlassen hatten. Mit einem raschen Blick streifte sie den zehnjährigen Jungen. Ein hübsches Kind!, dachte sie, als sie das kastanienbraune Haar und die großen graublauen Augen sah. die viel zu ernst für ihr Alter blickten.

Der Junge war blass, doch seine schwere Krankheit sah man ihm nicht an. Nun reichte er Denise die Hand, verbeugte sich wie ein kleiner Kavalier und sagte wohlerzogen: »Ich bin Christoph Messmann, Frau von Schoenecker.«

Lächelnd entgegnete Denise: »Ich freue mich, dich kennenzulernen, Christoph. Ich möchte dich allerdings gleich zu Anfang bitten, mich Tante Isi zu nennen. Das tun alle Kinder hier, weißt du.«

»Gern, Tante Isi«, antwortete Christoph.

Nun ergriff Friedrich Messmann, der Großvater des Jungen, Denises Hände und drückte sie warm. »Ich kann Ihnen gar nicht sagen, Frau von Schoenecker, wie dankbar ich Ihnen bin«, erklärte er bewegt. »Ich bin überzeugt, dass Christoph hier bei Ihnen froh und glücklich sein wird.«

»Wir werden uns alle Mühe geben, ihm den Aufenthalt hier so angenehm wie möglich zu machen«, versprach Denise herzlich. Armer Mann!, dachte sie dabei. Man sah ihm an, wie sehr er unter diesem Schicksalsschlag litt.

»Bitte, kommen Sie doch ins Haus«, lud Denise die Besucher ein. »Dich, Christoph, werden allerdings meine beiden Söhne gleich entführen. Dort kommen sie gerade über den Hof. Bestimmt werden sie dir die Ponys zeigen wollen. Oder interessierst du dich nicht für Tiere?«

»Ich mag Tiere schrecklich gern!«, rief der Junge sofort begeistert. »Er mag sie sogar so gern, dass er sich auf keinen Fall von seinem Hund trennen wollte, Frau von Schoenecker«, mischte sich Christophs Großvater wieder ins Gespräch ein. »Am Telefon sagte ich Ihnen nichts davon, weil ich dachte, ich könnte ihn noch umstimmen. Aber er bestand einfach darauf, seinen Audax mitzubringen.«

Zwei Augenpaare blickten Denise bittend an. »Ist das sehr schlimm, Tante Isi?«, fragte Christoph schüchtern.

Denise unterdrückte ein Lächeln. »Wenn Audax keine Riesenschlange ist oder ein anderes Tier, das wir in Sophienlust nur schwer unterbringen können, darf er selbstverständlich bleiben«, bestimmte sie. »Für Giraffen und ähnliches ist allerdings das Tierheim meiner Tochter zuständig.«

»Tierheim?«, erkundigte sich Christoph mit leuchtenden Augen. »Darf ich dort einmal hin?«

»Selbstverständlich darfst du das«, antwortete Denise.

»Audax ist im übrigen ein Hund undefinierbarer Rasse«, erläuterte Friedrich Messmann nun. »Aber außerordentlich treu und gutmütig, wie es Bastarde ja häufig sind.«

»Das ist auch viel wichtiger als äußere Schönheit«, stimmte Denise ihm bei. Doch im gleichen Moment fühlte sie, wie eine eisige Hand nach ihrem Herzen griff. Während der Begrüßung hatten sie am Fuße der Freitreppe gestanden. Der Chauffeur Friedrich Messmanns hatte in dieser Zeit den Kofferraum der Limousine leer geräumt. Eine ganze Anzahl von Koffern stand schon auf der Auffahrt. Aber nun hatte er einen zusammenklappbaren Rollstuhl herausgeholt.

Christoph und seinem Großvater schien dieser Anblick durchaus vertraut zu sein. Aber Denise erschrak, als sie das Gefährt erblickte. Erst jetzt kam ihr wieder zu Bewusstsein, dass dieser hübsche Junge da, der Tiere so liebte und sich um keinen Preis von einem Bastard trennen wollte, ein Todeskandidat war.

Inzwischen waren auch Nick und Henrik herangekommen. Da sie an das dachten, was ihre Mutter ihnen aufgetragen hatte, forderten sie Christoph nach der Begrüßung auf: »Kommst du mit uns zu den Ponys? Wenn du noch nicht reiten kannst, wirst du es bei uns lernen. Du wirst sehen, es ist gar nicht so schwer.«