Den Freundschaftsbund - bestehend aus Lew Romanow, Präsident der USOP, dem Androiden Golem und dem verbündeten, atlantischen Androiden Poseidon - erwartet als Erbe der Technologien der ehemaligen Schöpfer weitere Herausforderungen.
Eine neue Galaxie wird besiedelt, kritische Erstkontakte mit fremden, biologischen Spezies halten die Welt in Atem und nicht zuletzt sehen Menschen wie Androiden nach einem keine Grenzen kennenden Kampf um die Macht mit der anstehenden Präsidentenwahl einer zukunftsweisenden Veränderung entgegen.
Band 7 der Zukunftsreihe "Golem – Die künstliche Intelligenz"
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Alle in diesem Buch geschilderten Handlungen und Personen sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind zufällig und nicht beabsichtigt.
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Planet Mond, 28. Oktober 10.007
In der zentralen Mondüberwachungsstation genoss der wachhabende Offizier, Commander Rebecca Seidenstern, die Ruhe an diesem frühen Samstagmorgen.
In der Regel gab es kaum besondere Vorkommnisse – bisher bestanden Alarmmeldungen einzig darin, dass jemand etwas mitteilte, was sich anschließend als Banalität erwies.
Seidenstern legte ihren portablen Terminal beiseite und dachte daran, dass sie schon als Kind davon geträumt hatte, ein Raumschiff zu kommandieren und fremde Welten zu erkunden. Doch es hatte lange gedauert, bis sie sich als junge Frau auf den Weg begab und schließlich über die entsprechenden Anstellungen den Commander erwarb. Vor vier Jahren hatte sie mit dem Studium der Raumschifftechnik begonnen und zurzeit ging es um das komplexe Thema der Steuerung an Bord. Nächstes Jahr erwartete sie die theoretische Prüfung und danach der praktische Einsatz, auf den sie sich schon freute.
Als 300.000 Menschen und Androiden im Januar 10.006 ihre Reise zur Kaulquappen-Galaxie begannen war in dieser Station auch die Kommunikation mit den Long Distance-Spaceships KAULQUAPPE 1 und KAULQUAPPE 2 untergebracht worden. Die Bord-KI Caecilia der Dimensionsraumschiffe, die man 10.005 entdeckt hatte, war in der Lage, alle Nachrichten der beiden Raumschiffverbände zu empfangen und hierher zu übermitteln. Immerhin mussten die schon gute 14 Millionen Lichtjahre weit weg sein, überlegte Seidenstern, was deutlich machte, mit welcher überlegenen, atlantischen Technik die USOP es hier zu tun hatte.
In der Regel traf auf diese Weise ein ganzes Paket an Wünschen ein, was beim nächsten, monatlichen Besuch mitgebracht werden sollte oder es waren die Terminvorschläge für das kommende Rendez-vous mit der VISION TWO. Die Androidin Athena und ihr Lebensgefährte Finn Schwarz, Ingenieur für Androidentechnologie, waren die Kuriere, die monatlich mit einem oder zwei dieser spektakulären Dimensionsraumschiffe dann alles überbrachten. Die entsprechenden Positionen auf den Spaceships waren damals schnell an die Offiziere vergeben worden, die eine gut fundierte Ausbildung hatten und dazu die entsprechende Erfahrung vorweisen konnten.
So blieb Seidenstern nur, sich ausmalen, wie es an Bord dieser Spaceships hätte sein können. In ihren Träumen stand sie in der Zentrale und steuerte mit ihrer Crew die riesigen Kolosse souverän ihrem Ziel entgegen, um zusammen mit den Auswanderern neuen Lebensraum zu entdecken.
In diesem Moment schreckte sie ein akustisches Signal aus ihren Gedanken. Schnell die verschiedenen Holo-Bildschirme überblickend registrierte sie, dass es sich um eine Meldung von den Spaceships handelte.
Vor dem Bildschirm stehend rief sie die Nachricht ab. Es wurde gemeldet, dass die KAULQUAPPE 1 und 2 wegen massiver, technischer Probleme den Warp-Raum verlassen mussten. Danach folgte die entsprechende Positionsangabe. Die KI Caecilia hatte die Meldung als Notfall 2. Grades eingestuft – daher übermittelte Seidenstern die Nachricht an Golem und an die Zentrale der Erdregierung. Golem schickte umgehend eine Nachricht an Commander Michael Röttger, Oberbefehlshaber der Dimensionsraumschiffe, der sich zurzeit auf dem Flaggschiff der USOP, der EARTH ONE, in der Nähe vom Mars aufhielt mit der Anweisung, sich für eine mögliche Mission bereitzuhalten.
Unmittelbar darauf schalteten sich Verteidigungsministerin Stella Armstrong und Präsident Lew Romanow mit Golem kurz.
"Mir gefällt das nicht, dass Admiral Moretti keine weitere Meldung mehr geschickt hat", meinte Armstrong gerade. "Das spricht dafür, dass sie den Warp-Flug nicht mehr fortsetzen können."
"Die Wahrscheinlichkeit ist hoch", bestätigte Golem. "Ich schlage vor, sofort mit der VISION ONE aufzubrechen, um zu erfahren, ob und welche Hilfe benötigt wird."
"Ich stimme dem zu", meinte Romanow. "Commander Röttger soll sich mit Admiral Carli auf den Weg machen." "Finn Schwarz und Athena befinden sich auf dem Mond und kennen die Crew gut. Ich werde mit den beiden reisen", sagte Golem.
"Die Spaceships sind jetzt ein Jahr und neun Monate unterwegs, Golem. Das sind gute 14 Millionen Lichtjahre und in diesem Fall werdet ihr mit D10 fliegen müssen", fügte Romanow an.
"Das sehe ich genauso."
Die Flugzeit konnte durch die Zukunftstechnologie der ehemaligen Schöpfer erheblich verkürzt werden. Aber ab D6, dem Flug in der 6. Dimension, mussten besondere Schutzbehälter benutzt werden, in denen die Körper in den Tiefschlaf versetzt wurden.
"Gut", entschied Armstrong. "Ich gebe Admiral Schneider auf der EARTH ONE Bescheid, dass Sie mit den beiden in Kürze eintreffen werden. Guten Flug, Golem."
Golem informierte Athena und Finn Schwarz, die sich auf dem Mond aufhielten. Während er darauf wartete, dass die beiden eintrafen, sann er über seine Existenz nach. Die Verwirklichung der uralten Vision, sich auf der Basis seiner Machtposition, die er sich hier in der Milchstraße und im Andromeda-Nebel aufgebaut hatte, immer mehr auszudehnen, neue Galaxien und sogar neues Leben in diesem Universum zu entdecken, war mit den Dimensionsraumschiffen realisierbar geworden. Heute war es ihm möglich, in andere Galaxien zu reisen und gleichzeitig sein irdisches Imperium aufrecht zu erhalten. Dazu war mit Lew Romanow und Poseidon ein mächtiger und beständiger Bund entstanden, der ihn mit Befriedigung erfüllte. Sein Leben war über tausende von Jahren hinweg einsam gewesen und seit einigen Jahren gab es Kontakte und Freundschaften, die er sehr genoss. Nicht zu Letzt begannen die ewigen Vorbehalte gegenüber hochentwickelten Golden-Future Androiden in der USOP unmerklich zu schwinden und er rechnete damit, dass sich früher oder später entscheidende Veränderungen durchsetzen würden.
Commander Röttger erhielt von Admiral Schneider die Meldung, dass er mit seiner Frau nach Golems Eintreffen in zwei Stunden abreisen sollte. Es war ihr erster, gemeinsamer Einsatz, seit sie vor 10 Monaten geheiratet hatten, freute er sich. Mittlerweile wohnte er mit Antonia Carli auf der EARTH ONE oder in der Town of Planets, wenn das Flaggschiff im Hangar auf der Erde lag. Und so stand er mit seiner Frau zu gegebener Zeit im Hangar, als der Gleiter eintraf.
Nach einer kurzen, herzlichen Begrüßung begaben sich alle in die Zentrale der VISION ONE.
Röttger saß zusammen mit Golem und Carli auf den drei Plätzen für die Führungsriege, während Athena und Finn Schwarz hinter ihnen Platz genommen hatten. Die Zentrale dieser besonderen Schiffe wies eine dezente, blaue Hintergrundbeleuchtung auf und auf den riesigen Bildschirmen der Zentrale erschien die Außenwelt.
"Admiral Schneider, wir sind bereit und erbitten die Startfreigabe."
"Genehmigt", lautete die Antwort der Leitzentrale und kurz darauf ertönte die Stimme von Leon Schneider.
"Guten Flug! Und bring mir alle heil wieder zurück, Michael."
"Caecilia, leite den Start an die vorgesehenen Koordinaten mit D10 ein", wies Röttger die Bord-KI wortlos über seine Implantate an. Dank dieser Besonderheit, mit der die ehemaligen Schöpfer ihn bei seiner Erschaffung als Klon des einstigen Admiral Röttger versehen hatten, konnte er sich jederzeit mit der KI vernetzen, über die er die Flotte koordinierte.
Während die VISION ONE nun den Hangar verließ sagte Caecilia: "Begebt euch unverzüglich in die Sänften. Wir werden direkt nach dem Verlassen des Hangars in die 10. Dimension aufsteigen."
"Gut, dann wollen wir mal", sagte Röttger, während in der Zentrale bereits die drei großen Behälter für ihn, Carli und Golem aus den Seitenwänden herausfuhren. Schwarz und Athena gingen zu den Habitaten 1 und 2.
Kaum hatten sich die Behälter geschlossen wurde für die Menschen der Tiefschlaf eingeleitet sowie bei den Androiden der Ruhemodus. Danach begann die Bord-KI mit der Startsequenz und nach sechs Stunden Aufstieg in die 10. Dimension erfolgte der Flug in D10 in Nullzeit. Der Abstieg an den angegebenen Koordinaten in die dritte Dimension dauerte noch einmal sechs Stunden und dann wurden die Passagiere auch schon geweckt. Golem und Athena waren sofort präsent, während Carli und Röttger noch etwas benommen den Behältern entstiegen.
"Ich bin jetzt zum zweiten Mal damit unterwegs. Aber so schnell gewöhnt sich der Körper nicht daran", stellte Carli fest.
"Wir reisen jetzt einmal im Monat damit", meinte Finn Schwarz. "Es wird im Laufe der Zeit tatsächlich besser."
Mittlerweile zeigten kleinere Hologramme vor den Bildschirmen erste Daten der Sensoren an, die die Umgebung scannten.
"KAULQUAPPE 1 und 2 sind nicht zu orten."
Während das Raumschiff noch einige Lichtjahre weiterflog, um der Zeitspanne der abgesendeten Meldung und dem Auftauchen im Normalraum Rechnung zu tragen, zeigten die Bildschirme der VISION ONE ununterbrochen eine gähnende Leere und schließlich sahen sich alle verblüfft an.
"Wo sind die denn hin? Bei massiven Schwierigkeiten mit den Warp-Antrieben hätten sie nicht weit kommen können", merkte Finn Schwarz an.
"Das ist wirklich ungewöhnlich", meinte Admiral Carli. "Entweder sie sind gestrandet, dann müssen sie sich in diesem Gebiet aufhalten. Oder Admiral Moretti hätte eine weitere Meldung abgeschickt. Wir sollten dieses Areal weiträumiger absuchen."
Die VISION ONE verbrachte ganze drei Erdentage damit, bis sich das Team entschied, unverrichteter Dinge zurückzukehren.
"Wir haben, von den übermittelten Koordinaten ausgehend, in einem übergroßen Radius alles abgesucht. Sie sind definitiv nicht hier", stellte Röttger klar.
"Demnach müssen sie weitergeflogen sein und Trümmer ließen sich zum Glück auch nicht finden. Also haben sie folgerichtig die Schwierigkeiten mit dem Warp-Antrieb wieder in den Griff gekriegt. Das könnte für ein weiteres Problem in der Nachrichtenübermittlung sprechen", schlug Finn Schwarz vor.
"Das ist zwar merkwürdig, da sich ganze acht Geräte auf den Raumschiffen befinden, die senden könnten ... aber es wäre eine Erklärung", gab Carli zu. "Wir werden abwarten müssen, bis wir wieder etwas von ihnen hören."
Nach einem halben Tag waren alle wieder zur Erde zurückgekehrt und verkündeten die Ergebnisse.
Der Nationale Sicherheitsrat entschied, vorerst noch nichts an die Presse zu geben, um nicht die Menschen, deren Angehörige sich auf den Schiffen befanden, unnötig zu beunruhigen. Der TV-Kaulquappenchannel wurde wegen angeblicher Sendeschwierigkeiten ausgesetzt und so warteten alle täglich darauf, etwas von den Siedlern zu hören.
Doch es verging eine Woche nach den anderen bis endlich eine weitere Meldung auf dem Mond eintraf.
Armstrong, Golem und Romanow schalteten sich sofort zusammen und diskutierten die Situation.
"Die Spaceships sind nur noch 120 Millionen Lichtjahre von der Kaulquappen-Galaxie entfernt?!", staunte Armstrong. "Wenn das stimmt, dann ist klar, warum wir sie nicht gefunden haben. Allerdings stellt sich die Frage, wie 285 Millionen Lichtjahre überbrückt werden konnten – das kommt mir etwas fantastisch vor."
"Nicht zu vergessen diese Warnungen vor einem mysteriösen Energiefeld und der Manipulation der Bord-KI", ergänzte Romanow ernst. "Mit anderen Worten: Da ist etwas, was einen Flug im Warp-Raum massiv mit unvorhersehbaren Folgen beeinträchtigt. Die Zerstörung aller sechs Antriebe ist keine Kleinigkeit."
Die 15.000 Toten und die 60.000 Verletzten waren entsetzlich und sie berieten, dass sie vorerst nichts davon öffentlich bekannt geben wollten, bis sie selbst vor Ort gewesen waren.
"Laut Caecilia handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um ein Energiefeld, das auf einen Flug im Warp-Raum reagiert", äußerte sich Golem. "Sie vergleicht eine solche Technologie mit der der Ersten und schlägt vor, dass wir mit mindestens 20 Raumschiffen dort auftauchen, bis wir wissen, mit wem wir es zu tun haben. Ich stimme dem zu. Wir sollten außerdem nur mit D10 zu den angegebenen Koordinaten reisen."
Der Nationale Sicherheitsrat traf sich am darauffolgenden Tag und es wurde entschieden, eine Genehmigung für den Flug von 50 Dimensionsraumschiffen zu erteilen. Das war man der Notlage der Auswanderer als Ermutigung und zum Schutz schuldig.
Zusätzlich wurden der Chefwissenschaftler Justin Schwarz und die medizinischen Abteilungen beauftragt, alles zusammenzustellen, was für den erneuten Aufbau der Antriebe und der Raumschiffe erforderlich war. Außerdem musste die Versorgung der vielen Verletzten berücksichtigt werden, abgesehen von frischen Lebensmitteln und Sonstigem. Justin Schwarz sollte mit einigen Spezialisten seinen Kollegen Einstein vor Ort unterstützen.
Dann kündigte Poseidon, der Oberbefehlshaber des Androiden-Imperiums Atlas und Verbündeter der USOP, an, dass er mit seinen fünf Dimensionsschiffen mitfliegen würde. Er wollte sich diese beeindruckende Technologie dahingehend näher anschauen, ob sich dadurch eine zukünftige Bedrohung von Atlas und der USOP ergeben könnte.
Der Rat entschloss sich dann doch dazu, die Öffentlichkeit zu informieren. Es sollte allerdings vorerst nur von technischen Schwierigkeiten gesprochen werden und erst nach der Rückkehr sollte alles publik gemacht werden.
Abschließend hielt Präsident Romanow eine Ansprache. Er wollte sich zusammen mit seiner Frau bei einer solchen Katastrophe ebenfalls vor Ort zeigen und so wurde auch das genehmigt.
Nach der Sitzung informierte Golem Commander Röttger in seiner Kontrollzentrale über die zu erwartende Mission. "Sofort mit einer Armada aufzutauchen ist nicht gerade vertrauenserweckend", kritisierte Röttger zunächst.
"Damit ist schnell eine kriegerische Kampfhandlung provoziert."
"Man kann nicht die Erfahrungen von Jahrtausenden ignorieren, Michael", hielt Golem dagegen. "Ein Auftauchen ohne die entsprechende Kampfkraft kann leicht als Schwäche ausgelegt werden."
"Auch Atlas war anfangs unser Feind", gab Röttger zu bedenken. "Es kam gerade beim Erstkontakt zu enormen Verlusten, ehe die Atlanter im Laufe der Zeit zu Verbündeten wurden."
"Ich verstehe, was du sagen willst", erwiderte Golem. "Dennoch sollten wir auf alles vorbereitet sein, denn wir müssen unter Umständen knapp 285.000 Menschen beschützen."
Commander Röttger schickte einen Torpedo der Shadow-Reihe in den Warp-Raum, der allein dem Zweck der Synchronisation der KI Caecilia mit den Raumschiffen in der Anlage in der 5. Dimension diente. Dadurch konnte er den Start von 40 Raumschiffen ordern, die daraufhin mit der geplanten Minimalbesetzung von jeweils drei atlantischen Androiden zur Erde flogen.
Dort angekommen wurden sie mit dem Leitstrahlsystem in die entsprechenden Hangare eingeschleust und für eine Beladung freigegeben. Diese Raumschiffe würden von ihm in direkter Vernetzung mit der KI Caecilia über das interaktive, atlantische Hologramm, das in der VISION ONE installiert war, gesteuert werden.
Golem und Fynn Shan sollten die beiden Schiffe auf dem Mond übernehmen und die restlichen drei Schiffe waren an Bord der EARTH ONE. Außer Röttger würden hier Romanow mit seiner Frau Isis und Athena mit Schwarz an Bord sein.
In den nächsten Tagen erschien Poseidon mit seinen fünf Raumschiffen im Orbit des Mondes.
Als vorsorgliche Schutzmaßnahme hatte der Nationale Sicherheitsrat entschieden, dass weitere 50 Dimensionsschiffe im Sonnensystem stationiert wurden. So waren zum ersten Mal zwei Drittel der Dimensionsflotte im Einsatz. Normalerweise war eine Synchronisation in der 3. Dimension immer möglich, was aber nicht auf weite Entfernungen und andere Dimensionen zutraf. Aber in der 4. Dimension bzw. beim Warp-Flug konnte sich die KI Caecilia immer mit sämtlichen 150 Raumschiffen regelmäßig synchronisieren.
Das bedeutete allerdings, dass Röttger während der Reise zwar Meldung erhalten würde - aber wenn er sich im Normalraum befand, war er nicht mehr verfügbar. Daher sollte General Minho Zhu als Oberbefehlshaber der USOP Streitkräfte im Ernstfall alle Kampfhandlungen und Manöver anweisen, die die KI Caecilia im Notfall selbstständig mit den 50 Dimensionsraumschiffen vornehmen sollte. Der Nationale Sicherheitsrat hatte entschieden, dass die Anzahl der Piloten, die eine Autorisierung erhalten würden aufgrund des enormen Vernichtungspotentials dieser Raumschiffe beschränkt bleiben musste und daher sollte an der Minimalbesetzung von drei atlantischen Androiden pro Schiff vorerst nichts geändert werden.
Am 4. Januar 10.008 war es soweit: Nachdem die kleine Flotte sich in ausreichendem Abstand von der Erde befand, begaben sich Menschen wie Androiden in die Ruhebehälter und Caecilia veranlasste den Aufstieg und den Flug in die 10. Dimension. Und einen halben Tag später erschienen zur Freude der Crew der KAULQUAPPE 1 und 2 fünfzig Dimensionsraumschiffe im Normalraum.
Nach der ersten, begeisterten Begrüßung versammelten
sich die Regierungsmitglieder und die Neuankömmlinge im Konferenzraum der KAULQUAPPE 1.
Als Erstes hielt Präsident Romanow eine kurze Ansprache, in der er im Namen der USOP sein Beileid für die vielen Toten und Verletzten bekundete. Danach berichtete Isis Romanow, was die USOP alles mitgeschickt hatte, woraufhin spontan applaudiert wurde.
Admiral Moretti, der mittlerweile zum Gouverneur der neuen Regierung gewählt worden war und sein Stellvertreter, der atlantische Androide und Konsul Mahal, begannen im Anschluss von den ganzen Schäden zu berichten und was davon mittlerweile schon behoben worden war. Der Chefwissenschaftler der Spaceships, Philip Einstein, stellte die bisherigen Erkenntnisse dar und dann begann die Diskussion über das weitere Vorgehen.
"Abgesehen von den Reparaturarbeiten stehen wir vor dem Problem, dass wir absehbar nicht mit Warp-Geschwindigkeit weiterreisen können", stellte Admiral Moretti klar. "Unser Beiboot wurde uns postwendend als Wrack zurückgeschickt. Da nutzen uns auch die ganzen gesparten Lichtjahre nichts, wenn wir im Normalraum fliegen müssen."
"Mit anderen Worten: Wir müssen nach einer Lösung vor Ort suchen", meinte Commander Jules, ein irdischer Golden Future-Androide und mit Mahal, Ares und Moretti ein Mitglied des Führungsquartetts der Spaceships.
"Haben Sie schon eine These dazu, wie es zu dem Sprung von über 285 Millionen Lichtjahren gekommen ist?", fragte Golem.
"Das ist uns noch unklar. Es muss in irgendeiner Weise mit dem Energiefeld im Warp-Raum zu tun haben und den gewaltigen Energiemengen, die unseren Antrieben entzogen wurden", entgegnete Einstein.
"Es ist anzunehmen, dass eine Teleportation stattgefunden hat", stellte Ares, atlantischer Androide und Oberbefehlshaber der Streitkräfte der neuen Regierung, in den Raum. "Dafür spricht auch die Zeitlosigkeit dieses Sprungs."
"Eine solche Technologie ist allerdings beeindruckend. Bisher konnten wir, und auch Atlas, nur kleinere Objekte teleportieren", meinte Justin Schwarz nachdenklich.
"Jetzt sollten Sie sich auch noch folgendes ansehen."
Mit diesen Worten leitete Admiral Moretti die Übertragung der Aufzeichnung des Beiboots KQ2 ein. Auf dem Bildschirm zeigten sich verschiedene Schiffswracks, die regungslos im All trieben. Außerdem war in einiger Entfernung eine helle Öffnung im All sichtbar, in der gerade der letzte Rest eines Wracks verschwand.
"Da waren wohl die Schöpfer nicht die einzigen, die für Leben in den Galaxien gesorgt haben", merkte Fynn Shan an, während er fasziniert die unbekannten Schiffsformen betrachtete.
"Wurde das Alter der Wracks schon bestimmt?", fragte Isis Romanow.
"Die Versuche waren bisher nicht sehr erfolgreich, da die verwendeten Legierungen unbekannt sind."
"Was ist mit der Sonde, die Sie erwähnt haben? Diese Öffnung sollte untersucht werden", schlug Admiral Carli vor.
"Es ist alles vorbereitet. Die Sonde wird morgen auf den Weg gebracht", antwortete Ares.
Poseidon nickte zustimmend: "Das sollte uns weitere Ergebnisse bringen. Irgendwo muss eine Steuerungszentrale für die ganzen Phänomene existieren."
Es wurde entschieden, die Ergebnisse der Sonde abzuwarten und sich dann wieder zusammenzusetzen.
Athena, Finn Schwarz und Justin Schwarz mit seinem Team begaben sich zu Philip Einstein, um die nötigen Reparaturen zu besprechen und wobei sie behilflich sein konnten.
Ares hatte bereits Androiden geordert, die die mitgebrachte Fracht ausladen würden, sobald die einzelnen Dimensionsschiffe mit einem Leitstrahl in den entsprechenden Hangar gezogen worden waren. Der Avatar der Bord-KI Caecilia war als Androide in der Zentrale der KAULQUAPPE 1 anwesend, um diesen Prozess zu überwachen.
Romanow hielt in der Zentrale eine Ansprache, die in den sechs Raumschiffen an vielen, zentralen Stellen in den Raumschiffen holographisch übertragen wurde. Danach gingen er und Isis mit Admiral Moretti und Commander Jules durch verschiedene Areale, um auch persönlich in Erscheinung zu treten und seine Anteilnahme auszudrücken. Viele Menschen schüttelten dem Präsidentenehepaar ergriffen die Hand. Es war sichtbar allen ein Trost und eine Ermutigung, dass er sich sogar persönlich ihrer Situation annahm. Aber es gab auch ein paar kritische Stimmen.
"Ich bin Antoine Roux vom "Ciel Ètoilé". Mr. President, warum sind wir hier gestrandet? Es ist unvorstellbar, dass alle Warp-Antriebe gleichzeitig vernichtet wurden. Handelt es sich nicht vielmehr um einen Akt der Sabotage, die uns verheimlicht werden soll?"
Es war klar, dass die Siedler informiert werden mussten, andererseits wurde nicht alles preisgegeben, um keine Beunruhigung aufkommen zu lassen. Die Situation war für alle belastend genug gewesen. Daher sagte Romanow ruhig: "Von einer Sabotage gehen wir definitiv nicht aus. Haben Sie noch ein wenig Geduld – die Untersuchungen laufen noch. Wenn wir eine endgültige Klarheit darüber haben, mit was wir es hier zu tun haben, werden Sie sicher informiert."
Es war dem Reporter anzusehen, dass er damit nicht zufrieden war, aber mehr konnte er ihm nicht erzählen.
Nach dem Rundgang, der mehrere Stunden währte, fanden sich schließlich alle in der Offiziersmesse zum Essen ein. Philip Einstein fachsimpelte bereits mit Justin und Finn Schwarz. Athena, Golem und Poseidon hatten sich gemeinsam mit Ares und Mahal an einen Tisch gesetzt. Sie hatten keine Nahrung nötig, aber es hatte sich mittlerweile so eingespielt, dass sich die Androiden der Führungsriege ebenfalls in der Messe blicken ließen. Dadurch sollte eine Abgrenzung verhindert werden und sie waren für die Mannschaft ansprechbar. In der Messe fanden nach dem Essen so manche inoffiziellen Gespräche statt, an denen sie sich auch beteiligten.
Francesco Moretti, der mit Commander Jules, Romanow und Isis zusammensaß, erhob sich, als Carli und Röttger eintraten. Mit einem strahlenden Lächeln marschierte er auf Antonia Carli zu: "Antonella, come stai? Dein reizender Anblick lässt mein Herz höher schlagen!"
Verblüfft beobachtete Röttger wie der Admiral seine Frau mit zwei Wangenküssen umarmte.
"Ich habe schon gehört, dass du befördert wurdest. Meinen Glückwunsch, bellezza. Hast du heute Abend schon etwas vor?"
Carli lachte: "Wir haben uns sehr lange nicht mehr gesehen, Francesco. Darf ich dir meinen Mann Michael vorstellen?"
Erstaunt blickte der Admiral zu Röttger: "Mi scusi, ich wusste nicht…"
"Ti prego, non scusarti! Ich habe meinen Nachnamen behalten und woher solltest du es auch wissen - wir haben erst nach deiner Abreise geheiratet."
Nach einem Moment, in dem er Röttger regungslos ansah meinte er dann lächelnd: "Sie sind ein glücklicher Mann, Commander."
"Michael, wenn Sie wollen", bot Röttger schmunzelnd an. "Molto piacere, Francesco. Kommt, wir setzen uns."
Nach dem Essen besuchten Fynn und Maya Shan mit Mahal und Ben Smith eine der vielen Bars an Bord, die ihnen Admiral Moretti empfohlen hatte.
Im Halbdunkel befanden sich neben der Theke an die zehn Tische, die mehr oder weniger voll besetzt waren. Eine angenehme Hintergrundmusik und Stimmengewirr erfüllten den Raum, was manchmal von einem Lachen unterbrochen wurde.
"Es erinnert mich an einen englischen Pub", stellte Maya Shan fest, als sie einen Tisch für sich gefunden hatten. "Recht anheimelnd und fast familiär."
Nachdem sie alle bestellt hatten fragte sie: "Das letzte Mal haben wir uns vor einem Jahr gesprochen, Ben. Wie ich gehört habe, bist du als Gleichstellungsbeauftragter für Androiden Teil der neuen Regierung – das ist fantastisch!"
"Ich hatte das nicht angestrebt, aber es hat sich so ergeben", lächelte Smith. "Wir hatten damals darüber gesprochen, dass eine neue Welt zwar zu neuen Ordnungen einlädt – doch das alte Gepäck tragen wir unsichtbar weiter mit uns herum. Nun, wir haben jetzt eine Regierung, in der Menschen wie auch Androiden vertreten sind. Das ist eine gute Ausgangsbasis für eine Gesellschaft, in der organische und künstliche Bürger gleichberechtigt miteinander leben und arbeiten. Ich bin sehr zufrieden."
Smith sah jetzt von Maya zu Fynn Shan.
"Wie sieht es bei euch aus? Wie macht sich mein Nachfolger Kronos?"
"Poseidon hat gut gewählt", meinte Fynn Shan. "Botschafter Kronos hat sich viel Wissen über die irdische Geschichte angeeignet und ist an Menschen grundsätzlich interessiert. Wie du dir vorstellen kannst, kommt er bei der USOP gut an. Der neue Konsul Aiolos auf Eden ist da zurückhaltender."
"Guten Abend Mahal, schön, Sie hier anzutreffen. Guten Abend Mr. Smith", sagte plötzlich jemand. Aufblickend sahen alle einen Mann vor sich stehen. "Ich bin Feodor Smirnow. Entschuldigen Sie, wenn ich Sie einfach so anspreche – aber darf ich Sie etwas fragen?"
"Nur zu", antwortete Mahal freundlich.
"Sehen Sie, wir machen uns natürlich alle Sorgen. Erst diese Katastrophe, bei der so viele starben und verletzt wurden – der Schock sitzt einigen immer noch in den Knochen. Es ist ja schön, dass die USOP nun Verstärkung geschickt hat, aber … wir fragen uns dennoch, ob wir überhaupt jemals in der Kaulquappen-Galaxie ankommen."
"Wollen Sie sich einen Augenblick setzen?"
"Sehr gerne."
Das Gespräch mit Smirnow machte deutlich, dass bei den Siedlern immer noch eine starke Verunsicherung vorherrschend war.
"Man kann es ihm nicht verdenken", sagte Smith im Anschluss, als der Mann gegangen war. "Schließlich wissen wir auch nicht, was eigentlich genau geschehen ist."
Später am Abend machten sich Maya und Fynn Shan auf den Weg zu ihrer Gästesuite auf der KAULQUAPPE 1.
"Mir hat gefallen, dass dieser Smirnow uns angesprochen hat und auch, dass Mahal dem Mann gegenüber so offen war. Er ging sichtbar zufrieden weg", stellte Maya Shan fest. "Überhaupt gehen Menschen und Androiden hier viel selbstverständlicher miteinander um. Vielleicht hätten wir doch mitfliegen sollen…"
"Das können wir früher oder später immer noch."
In der Suite angekommen ging Maya Shan zur Luke und sah gedankenverloren ins Weltall hinaus. "Wir haben inzwischen gute Kontakte aufgebaut, sicher; ich bin als Reporterin gefragt und meine Artikel und meine Kolumne kommen nach wie vor gut an. Die Atlanter haben über die Jahre hinweg dazu beigetragen, dass Androiden gesellschaftsfähiger geworden sind, auch wenn es am Anfang erst anders aussah. Aber unsere Vision einer endgültigen Gleichberechtigung hat sich in der USOP noch lange nicht erfüllt, Fynn."
Ihre Stimme klang etwas wehmütig und so ging er zu ihr und legte liebevoll die Arme um sie, in die sich hineinschmiegte. Schließlich sagte sie mit einem Seufzer leise:
"Dieser Wandel benötigt so unendlich viel Zeit."
Am nächsten Tag wurde die Sonde gestartet und das Führungsquartett, die anderen fünf Regierungsmitglieder und die Gäste saßen gespannt im Konferenzraum. Das Ereignis wurde vorerst nur hierher übertragen – später würde man entscheiden, was davon den Siedlern zugängig gemacht werden sollte. Letztendlich hatten die Auswanderer das Recht zu erfahren, was sie erwartete – dennoch durfte keine verfrühte Panik verbreitet werden, falls es sich um unangenehme Nachrichten handelte.
Die ersten Minuten und auch Stunden vergingen ereignislos, obwohl die zahlreichen Wracks jetzt aus der Nähe zu sehen waren sowie die, in Raumanzügen leblos im All treibenden, Gestalten. Fasziniert starrten die Anwesenden auf die verschiedenen, fremdartigen Formen der Raumschiffe, die allerdings starke Beschädigungen und Verformungen aufwiesen.
Man hatte der Sonde bewusst nur einen kleinen Anschub gegeben und ließ sie nun langsam auf die geheimnisvolle, helle Öffnung zusteuern, in der ein Wrack im Laufe der letzten Wochen immer mehr hineingezogen war und jetzt vollends am Verschwinden war. Nur hin und wieder erfolgte ein weiterer, kaum merklicher Schub, um das Ganze etwas zu beschleunigen.
Würde eine Reaktion darauf erfolgen?
In allen Raumschiffen war für sämtliche, militärische Einheiten, die sich aus Menschen sowie irdischen und atlantischen Androiden zusammensetzten, eine Alarmbereitschaft angeordnet worden. Unter Umständen mussten in Bruchteilen von Sekunden die Schutzschirme und Waffensysteme aktiviert werden.
Commander Röttger hielt gleichzeitig zusammen mit dem Androiden Caecilia die Dimensionsschiffe in Bereitschaft, sodass auch hier sekundenschnell reagiert werden konnte. Doch vorerst ereignete sich nichts.
Es ergab sich eine kurze Diskussion darüber, warum sie nicht zur Kenntnis genommen wurden.
"Wir haben niemanden gesichtet", erläuterte Admiral Moretti dabei. "Es gab keine Annäherung fremder Objekte und keine weiteren Manipulationsversuche unserer Bord-KI – nichts."
Es herrschte eine Stille, in der sich einige erstaunte Blicke zuwarfen.
"Wenn niemand an uns Interesse hat, dann stellt sich doch die Frage: Wozu das Ganze?", meinte Justin Schwarz etwas ratlos.
"Wurden Signale aufgefangen, die man als einen Kontaktversuch einer fremden Rasse werten könnte?", fragte Golem.
"Das ist nicht der Fall", erwiderte Philip Einstein.
"Es gibt auch noch eine andere Möglichkeit", warf Fynn Shan ein. "Entweder wir werden als nicht wichtig genug erachtet oder es gibt hier einfach niemanden mehr."
"Ein interessanter Ansatz", gab Moretti zu. "In dem Fall wäre die ganze Anlage ein altes Relikt, das zwar noch irgendwie funktioniert, wenn auch nicht mehr vollständig."
Mittlerweile war die Sonde der Öffnung immer näher gekommen, als sich plötzlich ein Lichtstrahl bildete, der die Sonde erfasste. Ein manövrieren war jetzt nicht mehr möglich, wie Einstein kurz anmerkte und so wurde sie allmählich hineingezogen. Im Konferenzraum stieg die Spannung und die Menschen schienen die Luft anzuhalten. Was würde sich ihnen jetzt offenbaren?
Und dann war es soweit: Die Sonde verschwand visuell von einem Augenblick auf den anderen vom Überwachungsbildschirm. Auch das Signal ertönte noch kurz, bis nichts mehr zu hören war.
Nach einer gefühlten Ewigkeit, in der alle auf den Bildschirm gestarrt hatten in der Hoffnung, dass sich doch noch etwas zeigte, sagte Mahal: "Es hat den Anschein, dass die Sonde teleportiert wurde. Ich gehe von einem Ort aus, der sich so weit weg befindet, dass uns das Signal nicht so schnell erreicht."
"Da die Spaceships bisher mit einem Sprung 285 Millionen Lichtjahre hinter sich gebracht haben, wissen wir nicht, um wie viele Millionen von Lichtjahren es sich hier handelt", stimmte Romanow nachdenklich zu.
"Tja, das war es dann wohl", stellte Moretti betrübt fest. "So kommen wir nicht weiter."
"Wenn ich einen Vorschlag machen darf?", meldete sich der Androide Caecilia zu Wort.
Überrascht wandten sich ihm alle zu.
"Es gibt die Möglichkeit, in die Sonde einen besonderen Verstärker einzubauen, den die ehemaligen Schöpfer für weite Entfernungen für eine Kommunikation vorgesehen hatten. Allerdings ist eine visuelle Übertragung damit nicht möglich."
"Das klingt vielversprechend", sagte Verteidigungsministerin General Giulia Romano erfreut.
"Liegen dir die Baupläne vor?", fragte Justin Schwarz.
"Ja. Allerdings können die Signale nur in der Dimensionssänfte empfangen werden. Je nach Entfernung kann es Tage bis Wochen dauern, bis eine Nachricht ankommt."
Es wurde schnell entschieden, diese Sonde nach der Vorgabe der KI zu bauen und bereits nach einem Tag startete die nächste Sonde. Wie zuvor war deutlich zu erkennen, dass eine Art Traktorstrahl entstand, sobald sich das Objekt dem Einzugsbereich der Öffnung näherte und schließlich war es ebenfalls verschwunden.
Golem schlug vor, dass Caecilia Röttger sofort Bescheid gab, sobald etwas empfangen wurde und dann würde die Nachricht in den Konferenzraum der KAULQUAPPE 1 übermittelt werden.
Am ersten Tag schien jeder darauf zu warten, dass es hieß: "Wir haben etwas!". Aber ein Tag nach dem anderen verging, ohne dass etwas geschah.
Währenddessen machten die Reparaturen der Antriebe Fortschritte, die medizinischen Abteilungen waren froh über den Nachschub an Medikamenten und Material und die Siedler freuten sich über die mitgeschickten, natürlichen Nahrungsmittel.
Nach einer guten Woche erhielt Commander Röttger endlich die ersehnte Meldung von Caecilia und bald darauf fanden sich alle im Konferenzraum ein.
"Die Sonde befindet sich an einem Ort in der Kaulquappen-Galaxie", begann Caecilia, als sich alle gesetzt hatten. "Genauer gesagt befindet sie sich im anvisierten Sonnensystem zwischen dem Planeten 5 und dem Planeten 3, 120 Millionen Lichtjahre entfernt."
"Was für eine Überraschung!", rief Chen Mailin, die Wirtschaftsministerin, unwillkürlich aus. "Dann handelt es sich hier um den Planet 4?"
"Das ist möglich", erwiderte Golem. "Planet 4 zeigte sich bei unserem letzten Besuch stark verschleiert. Unser Ziel war jedoch Planet 3 zu besuchen, um die Berechtigung zu erlangen und danach den bewohnbaren Planet 5 zu erkunden. Daher hatten wir ihm wenig Beachtung geschenkt."
"Ausgerechnet dort!", staunte Maya Shan. "Was für ein Zufall!"
"Das ist die Frage", stellte Fynn Shan in den Raum und fügte nach den, auf ihn gerichteten, fragenden Blicken an, "ob es ein Zufall ist."
Gleich darauf erklangen Laute in einer hohen Tonlage.
"Ist das eine fremde Sprache?", fragte Einstein.
"Der Translator ist bereits aktiv", antwortete Caecilia. "Allerdings benötigt er eine gewisse Zeit, in der eine Sprache angehört werden muss, bis genug Material vorhanden ist, um eine Übersetzung einzuleiten."
Die Sprache, wenn es denn eine war, hörte sich fast melodisch an, dachte Maya Shan interessiert und lächelte unwillkürlich. Hin und wieder gab es Zischlaute aber insgesamt klang sie weich und angenehm. Doch der Inhalt blieb vorerst unverständlich.
Und schließlich setzte der Translator mit neutraler Stimme ein:
"Schau – das ist nun schon das zweite Objekt, das vollkommen durch das Sonnentor der Erleuchtung transferiert wurde. Die Störung des Transferfeldes könnte beseitigt sein - was meinst du, Quest?"
"Jöres, das ist nicht anzunehmen. Das Transfersystem im vierdimensionalen Raum beim Sonnentor wurde dauerhaft beschädigt. Denn danach kamen keine Sternenschiffe mehr nach Sores, so, wie es einst üblich war. Was uns seitdem erreicht hat ist bis zur Unkenntlichkeit defekt und zerstört."
Pause
"Wir werden jetzt seit mehr als zwei Millionen Jahren hier festgehalten. Das Zeit-Feld, das uns hier in dieser Blase fixiert, war bisher unauflösbar. Es hat sich nichts geändert, Jöres. Abilael hat uns schon lange verlassen. Unsere Vorfahren hätten nicht Dinge benutzen sollen, die sie nicht verstanden."
Pause
"Und doch sind diese Objekte zu uns gekommen. Schau genau hin – sie sind vollkommen. Das ist ein erster Lichtblick, Quest. Sie stammen von einer fremden Rasse."
"Jöres, das wird uns auch nicht helfen. Wir sind hier eingekastelt. Die Station, in der alles kontrolliert und gesteuert wird befindet sich 120 Millionen Lichtjahre am Sonnentor in der Leere. Sie ist durch eine Zeitschleuse versiegelt, die die Anlage ständig in die Zukunft versetzt, wie uns erzählt wurde. Und selbst wenn jemand diese Anlage erreicht – wer sagt, dass er sie versteht oder bedienen kann? Unsere Vorfahren hatten 20 Dekaden dafür benötigt. Wie soll uns also eine fremde Rasse jemals helfen? Und wer sagt dir, dass sie friedlich ist? Denke an die Überlieferungen, dass es eine Rasse gab, die unser Volk vor langer Zeit in die Flucht trieb. Nur durch die Hilfe von Abilael und die, die sich die Ersten nannten, sind wir in diese Galaxie des Ursprungs gelangt. Ansonsten wären wir damals restlos vernichtet worden."
Pause
"Ich gebe dir recht. Wir haben überlebt und uns damals in dieser Galaxie einen großen Wohlstand durch den Handel mit vielen Völkern des Universums aufgebaut. Doch wir hätten damit zufrieden sein sollen. Warum musste ein weiterer Stützpunkt in der Milchwolke und in Andros aufgebaut werden? Dabei war es noch nicht einmal sicher, ob in diesen Galaxien überhaupt Völker lebten, die in der Lage waren, die Raumfahrt zu beherrschen. Also wurde an der Steuerung des Sonnentors herummanipuliert - bis die Katastrophe unabwendbar war."
Ein Laut, der ein Seufzer sein könnte, war zu vernehmen. "Wir können es nicht ändern. Ich werde jetzt dieses Objekt untersuchen."
"Hier endet die Übertragung", erklang Caecilias Stimme. "Die Sonde wurde mit hoher Wahrscheinlichkeit deaktiviert."
Danach herrschte eine gedankenvolle Stille im Raum, in der jeder seinen Gedanken oder Analysen nachhing.
Schließlich startete Romanow die Diskussion.
"Das war sehr erhellend, würde ich sagen. Wir haben eine Erklärung erhalten und viele Informationen."
"Allerdings bringt uns das nicht weiter", begann Arjun Sharma, der Wirtschaftsminister der neuen Regierung. "Wir kommen zwar mit einem weiteren Sprung in die Kaulquappen-Galaxie, sind dort aber ebenfalls gefangen. Und hier sitzen wir fest, denn 120 Millionen Lichtjahre im Normalraum zu bewältigen – das würde vermutlich Jahrhunderte dauern. Denn diese Station wird als unerreichbar beschrieben."
"Die Station befindet sich in unserer Nähe", ließ Poseidon vernehmen.
"Ich stimme dir zu", sagte Golem. "Sie muss sich hier befinden – sichtbar geschützt durch eine Zeitversetzung in die Zukunft. Das ist eine Technologie, die du damals oft verwendet hast, bevor wir Kontakt hatten, Poseidon."
"Eine Sache ist die, die Steuerungseinheit zu finden, was uns noch gelingen mag", warf Admiral Carli ein. "Eine andere Sache stellt die Bedienung dar. Diese Rasse spricht von 20 Dekaden, bis sie sie verstanden hatte."
"Das ist wohl wahr", meinte Justin Schwarz. "Aber wir haben einen anderen Background. Ich denke da an Caecilia, die vielleicht noch so manches aus dem Nähkästchen zaubern kann."
"Dazu haben wir die Schöpfer kennengelernt, besitzen deren Technologien, einige von uns kennen auch Abilael. Man könnte sagen, wir stehen in direkter Erblinie zu diesen Ersten. Das alles legt nahe, dass wir in der Lage sind, eine Lösung zu finden", schloss Fynn Shan.
"Die Möglichkeit besteht", stimmte Golem zu. "Doch wir wissen über die Erschaffer dieser Technik nichts. Die Station scheint von dieser Rasse nur übernommen und genutzt worden zu sein – nicht mehr und nicht weniger. Ich schlage dennoch vor, dass wir damit beginnen."
"Aber was, wenn wir es nicht schaffen?", fragte Chen Mailin besorgt.
"Wir werden uns einen Plan B überlegen müssen", begann Romanow nach einem Augenblick. "Eine Reise im Normalraum ist nicht akzeptabel. Also ist die Reise zur Kaulquappen-Galaxie in diesem großen Stil vorerst zum Stillstand gekommen."
Alle starrten ihn wortlos an und Romanow fuhr nach einem tiefen Atemzug ernst fort: "Selbstverständlich werden wir alles dafür tun, diese Station zu erreichen und die Handhabung erforschen. Sollte uns beides nicht gelingen, sehe ich nur eine Möglichkeit: Wir werden die KAULQUAPPE 1 und 2 aufgeben und die Auswanderer mit den Dimensionsraumschiffen nach und nach zum Planet 5 transportieren. Darüber hinaus müssen alle nötigen Materialien für den Aufbau der neuen Heimat hinübergeflogen werden."
"Ist das denn überhaupt realisierbar?", hakte General Romano sofort nach.
"Mittlerweile haben wir mehr Erfahrung mit den Dimensionsschiffen sammeln können als zu Beginn Ihrer Reise. Das Ganze dürfte ein gutes, halbes Jahr in Anspruch nehmen."
"Andererseits lassen wir unsere Raumschiffe mit dem ganzen Equipment hier zurück, was ein schlimmer Verlust wäre", gab Admiral Moretti zu bedenken.
"Die Dimensionsschiffe haben einen Durchmesser von 200 Metern. Das bedeutet auch, dass nur kleinere Gleiter damit transportiert werden können", ergänzte Finn Schwarz.
"Mit anderen Worten: Wir wären für unbestimmte Zeit auf den Planet 5 festgelegt", stellte Commander Jules klar.
"Eine weitere Erkundung der Galaxie und eine Expansion ist damit kaum möglich."
"Abgesehen davon darf unsere Technologie nicht in fremde Hände fallen, falls wir entscheiden, die Raumschiffverbände aufzugeben", tat Ares kund.
Eine Weile wurde hin- und her diskutiert, bis Admiral Moretti vorschlug: "Ich bin der Meinung, wir lassen die Siedler abstimmen, ob sie sich vorzugsweise mit den Dimensionsschiffen in die neue Heimat transportieren lassen wollen. Es sollte sich eine Mehrheit von wenigstens 75% finden, ansonsten muss eine andere Lösung gefunden werden."
Damit waren alle einverstanden und so wurde die Bord-Ki Wisdom beauftragt, die Befragung vorzubereiten. Auf mehreren Versammlungen wurde den Menschen die Situation dargelegt und in Diskussionen Fragen beantwortet. Danach konnten die Siedler ihre Stimme über die Terminals in ihren Habitaten abgeben.
Zwei Tage später lag das Ergebnis vor: Alle hatten sich mit einer 82%igen Mehrheit dafür entschieden, dass sie mit den Long Distance-Spaceships weiterreisen wollten. Wenn sich gar keine Lösung finden ließ - nur dann sollte die Alternative in Betracht kommen.
Die VISION TWO kehrte mit Commander Jules und Mahal am nächsten Tag zur Erde zurück, um über das bisher Geschehene zu informieren. Der Nationale Sicherheitsrat begrüßte erfreut das Führungsduo, wunderte sich allerdings, warum Präsident Romanow nicht mit zurückgekommen war.
Nachdem beide von den umfangreichen Schäden, aber auch von der fremden Rasse und der Steuerungsstation berichtet hatten sowie von der Entscheidung der Siedler, begann wie erwartet eine angeregte Diskussion. So schnell auf fremdes Leben zu stoßen – damit hatte niemand gerechnet und Commander Jules spielte schließlich die Aufzeichnung der Nachricht ab, die sie von Soros empfangen hatten.
"Das ist äußerst interessant – aber auch mit einer großen Herausforderung verbunden", äußerte sich Mrs. Young.
"Es scheint sich meiner Meinung nach um eine sehr unberechenbare Technologie zu handeln, mit der wir es dort zu tun haben. Es ist zwar löblich, dass sich alle für eine Lösung des Problems vor Ort einsetzen wollen, aber wir müssen auch mit einem Misserfolg rechnen."
"Dazu haben wir jetzt die Situation, die nicht hätte eintreten dürfen: Die drei Erben der Schöpfer befinden sich vor Ort. Es liegt auf der Hand, dass alle mit Feuereifer diese Station finden wollen. Und nicht nur das: Diese Spezies hat deutlich vor Manipulationen gewarnt, wovon sich vermutlich auch niemand abhalten lassen wird", schloss Claire Thomas, Gouverneurin Eden, sichtlich besorgt.
Commander Jules und Mahal kehrten zurück und übermittelten den Wunsch des Nationalen Sicherheitsrates: Es wurde erwartet, dass sowohl der Präsident zurückkehrte als auch Golem oder Fynn. Die Abgeordneten und Gouverneure waren nicht erfreut darüber, dass die gesamte Führungsspitze abwesend war! Im Falle eines Unfalls sollte immer Golem oder sein ehemaliger Doppelgänger der USOP zur Verfügung stehen sowie einer der Erben der Schöpfer.
Als Commander Jules endete sahen alle unwillkürlich zu Romanow. Doch der nahm die Aufforderung scheinbar ungerührt zur Kenntnis: "Der Wunsch der USOP ist nachvollziehbar. Aber ich werde hierbleiben und mich persönlich darum kümmern, dass unser Siedler-Projekt zu einem guten Ende gebracht wird. Ich meine, das ist die USOP seinen Mitgliedern schuldig. Der Aufnahmeantrag wurde schließlich angenommen."
Die neuen Regierungsmitglieder applaudierten erfreut.
Romanow warf seiner Frau zufrieden einen Blick zu und bemerkte, dass sie ihn undurchdringlich betrachtete. Ihm war sofort klar, dass er ihr nichts vormachen konnte: Natürlich reizte ihn die ganze Situation! In zwei Jahren würde seine Präsidentschaft enden und das letzte, große Abenteuer lag schon ein paar Jahre zurück. So schenkte er ihr ein Lächeln und wandte sich Moretti zu, der gerade sagte:
"Das freut uns außerordentlich, President Romanow. Ich denke, die Menschen an Bord werden das sehr zu schätzen wissen."
"Ich schließe mich dem Gesagten an", äußerte sich Fynn Shan und sah zu Golem.
"Ich sehe keinen Anlass zur Rückkehr, da wir hier keiner Gefahr ausgesetzt sind", ergänzte Golem ruhig und damit war die Angelegenheit geklärt.
Es wurden noch Experten-Teams gebildet, die Vorschläge erarbeiten sollten und nach knapp zwei Wochen präsentierte Philip Einstein die Ergebnisse.
"Ich möchte folgende Empfehlungen vorstellen:
Punkt 1
Ein Beiboot der KAULQUAPPE fliegt durch das Sonnentor und wird Kontakt mit den Einheimischen auf Soros aufnehmen. Die Androiden übermitteln uns während einer Kommunikation automatisch alle Gespräche. Ziel ist, die Bewohner zur Mitarbeit zu gewinnen und Informationen zu erhalten, wo sich die Station befindet. Außerdem werden wir dabei weitere Erkenntnisse darüber gewinnen, mit wem wir es zu tun haben. Bis jetzt macht diese Rasse einen friedfertigen Eindruck. Es ist allerdings mit einer Reise ohne Wiederkehr zu rechnen, daher schlagen wir vier atlantische Androiden vor, das Einverständnis von Poseidon vorausgesetzt.
Punkt 2
Ein Dimensionsschiff wird mit President Romanow, Commander Röttger und Golem an Bord zur Kaulquappen-Galaxie fliegen und mit der KI oder dem Avatar von Abilael Kontakt aufnehmen, um mit ihm zu verhandeln. Aber das wird nicht die einzige Mission sein: Einige Regierungsmitglieder werden mitfliegen. Versorgt mit einem Gleiter, einem Trupp Androiden, Geologen und was sonst noch nötig ist werden sie auf dem Planeten 5 abgesetzt, um nach einem geeigneten Ort für den Beginn der Besiedlung zu suchen. Im Anschluss kehren alle mit President Romanow wieder zurück.
Punkt 3
Ein zweites Dimensionsraumschiff wird hier vor Ort mit Poseidon und Mrs. Romanow sowie dem Chefwissenschaftler der USOP, Justin Schwarz, in den Dimensionen aufsteigen und nach Spuren dieser Station zu suchen.
Das wäre alles."
Es wurde noch eine Weile darüber diskutiert und dann alle drei Vorhaben verabschiedet.
Danach fanden mehrere, große Versammlungen gleichzeitig in verschiedenen Raumschiffen statt, um die Siedler zu informieren. Die Nachricht, die von Soros übermittelt worden war, wurde als Einleitung abgespielt und danach die geplanten Aktionen vorgestellt. Wie erwartet ergaben sich daraus lange Diskussionen über das fremde Leben in der neuen Heimat und daraus folgend auch über die gegenwärtige Lage bis in die Nacht hinein. Alle zeigten sich durch die Bank weg erleichtert bis begeistert, dass sich Präsident Romanow persönlich einsetzen wollte und die geplanten Aktionen fanden schnell Zustimmung. Dennoch tauchten auch Stimmen auf, die sich nach der Katastrophe eine Rückreise wünschten und Romanow bot spontan an, dass sie gewährt werden sollte.
In den nächsten Tagen melden sich alle, die zur Erde zurückkehren wollten über ihren Terminal. Nach der Auswertung verkündete die KI Wisdom, dass es sich um knapp 5% der Menschen handelte, genauer gesagt an die 13.800 Personen.
Es wurde entschieden, dass Finn Schwarz und Athena die Siedler mit 10 Dimensionsschiffen zur Erde zurückbringen sollten.
Während die beiden nach einigen Tagen damit starteten machte sich Präsident Romanow mit Golem und Commander Röttger mit der VISION TWO auf den Weg zur Kaulquappen-Galaxie. Mit an Bord waren die Regierungsmitglieder Admiral Moretti, Ares, Arjun Sharma, Chen Mailin und Oliver Cooper zusammen mit Geologen und Androiden.
Poseidon, Isis Romanow und Justin Schwarz begannen ihren Aufstieg mit der VISION THREE, um hier vor Ort in den unterschiedlichen Dimensionen nach der Steuerungsstation zu suchen.
Fynn Shan und Admiral Carli hatten zusammen mit dem Androiden Caecilia die reibungslose Beladung der zehn Dimensionsraumschiffe mit den Siedlern und ihrer Habe überwacht und schließlich den Abflug angeordnet. Es war vereinbart worden, dass sie beide auf der Vision ONE blieben, die in Bereitschaft gehalten wurde, um von dort aus im Notfall direkt eingreifen zu können. Bis alle zurückkehrten würden sie mit den restlichen Raumschiffen die Sicherheit der Siedler gewährleisten. Außerdem wurden hier die Nachrichten vom Beiboot KQ3 empfangen.