DIE KUNST, SICH NICHT ZU BLAMIEREN
DIE KUNST, SICH NICHT ZU BLAMIEREN
Knigge-Basics für jeden Tag
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Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie.
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Originalausgabe
1. Auflage 2020
© 2020 by mvg Verlag, ein Imprint der Münchner Verlagsgruppe GmbH
Nymphenburger Straße 86
D-80636 München
Tel.: 089 651285-0
Fax: 089 652096
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Umschlaggestaltung und -abbildung: Laura Osswald
Abbildungen Innenteil: Laura Osswald, shutterstock.com
Layout und Satz: Ortrud Müller, Die Buchmacher, Köln
Druck: Graspo CZ, Tschechische Republik
eBook: ePubMATIC.com
ISBN Print 978-3-7474-0061-6
ISBN E-Book (PDF) 978-3-96121-385-6
ISBN E-Book (EPUB, Mobi) 978-3-96121-386-3
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Über Höflichkeit
Der erste Eindruck
Beginnen wir einfach …
Körpergeflüster
Die Hände
Die korrekte Begrüßung
Die Distanz macht’s
Die Anrede
Du und Sie
Sicher durch die Tür
Kleines Sakko-Einmaleins
Die hohe Kunst der Kommunikation
Smalltalk
Das tiefergehende Gespräch
Fehler ansprechen
Der korrekte Brief
Höflich per Mail
Anrufen …
… und angerufen werden
Das Handy einfach nur dabei …
WhatsApp und Co.
Unfallfrei durch die Untiefen der Sozialen Medien
Alltagshöflichkeiten
Am Steuer
Oper, Theater, Kino und Co.
Das liebe Geld
Das stille Örtchen
Trinkgelder im Alltag
Pünktlichkeit …
Gesundheit!
Im Supermarkt
Behinderte Menschen
Zu Gast
Richtig einladen
Richtig ab- und zusagen
Aus der Kleiderkiste
Es wird geheiratet!
Im Trauerfall
Gastgeschenke
Ein kleiner Exkurs zum Thema Blumen
Zu Tisch
Die Sitzordnung
Sitzen am Tisch
Der perfekt gedeckte Tisch
Eine kleine Gläserkunde
Bezahlen
Zuletzt
»In einer Sekunde kann sich der Mensch blamieren für ewige Zeiten.«
So schrieb ein unbekannter Autor in der um die Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert erschienenen humoristischen Wochenschrift die Fliegenden Blätter.
Für »ewige Zeiten«?
Nun ja, wir wollen es mal nicht übertreiben. Schließlich kann ein schlechter Eindruck – glaubt man dem bekannten Sprichwort »Der erste Eindruck zählt. Und der letzte bleibt für immer« – durchaus wieder wettgemacht und durch ein positiveres Bild unserer selbst ersetzt werden.
Und dennoch: Wir alle hassen jenen Moment der Peinlichkeit, jenen Augenblick der Blamage, wenn sich alle Blicke uns zuwenden, weil wir schon mit dem Essen begonnen haben, bevor die Hausherrin überhaupt in die Nähe ihres Platzes gekommen ist. Und das auch noch mit dem falschen Löffel!
Wenn die Augenbrauen der anderen hochgehen, weil wir der Assistentin vor dem Chef die Hand geschüttelt haben, obwohl »Ladys first« in diesem Kontext gar nicht gilt.
Wenn wir den Dresscode einmal mehr missverstanden haben und aus der schwarzbefrackten Masse mit unseren beigen Chinos, die daheim doch noch relativ elegant aussahen, herausstechen wie ein Pfau.
Über so eine Situation hilft nur ein dickes Fell hinweg und der Entschluss, sich endlich – nun aber ernsthaft! – mit den wichtigsten Anstandsregeln auseinanderzusetzen.
Doch was ist heute noch wirklich relevant?
Was ist heute noch richtig oder falsch?
Viele der Regeln aus der Höflichkeitsbibel Über den Umgang mit Menschen von Adolph Franz Friedrich Ludwig Freiherr von Knigge sind hoffnungslos veraltet. Und auch sonst gibt es viele vermeintlich goldene Regeln, über die sich heute streiten lässt – und auch fleißig gestritten wird. Sollte zum Beispiel tatsächlich nur mit Wein, Sekt oder Champagner – und auf keinen Fall mit antialkoholischen Getränken – angestoßen werden?
Stößt man nicht vielmehr mit der Person statt mit dem Getränk an? Sollte eine Schwangere, die nur mit Sprudel anstoßen kann, tatsächlich derart ausgeschlossen werden?
Und dennoch sind all diese Regeln der Höflichkeit, die durchaus nicht durch die Bank von Herrn Knigge erfunden wurden, sondern sich über die Jahre hinweg aus unserem – höflichen – gesellschaftlichen Miteinander herausdestilliert haben, wichtige Stützen in unserem alltäglichen Leben. Sie geben Orientierung, die unverzichtbar ist in dieser immer komplexer werdenden Welt, und nehmen den Druck von uns, ständig unser Verhalten zu hinterfragen. Denn wer seine Benimmregeln kennt, der muss sich nicht den Kopf zerbrechen, ob und wie er eine andere Person zu begrüßen hat. Die klaren Vorschriften nehmen ihm die Last der Entscheidung ab.
Vor allem aber vermittelt die Einhaltung dieser kleinen Höflichkeitsregeln dem Gegenüber:
Du bist mir wichtig. Das bist du mir wert.
Sie sind damit, wie Arthur Schopenhauer so schön sagte, für den Menschen wie die Wärme für das Wachs.
Und ist das nicht der allerbeste Grund, höflich zu seinen Mitmenschen zu sein?
Gehen Sie also hinaus – und bringen Sie Ihre Mitmenschen zum Dahinschmelzen!
»Der erste Eindruck ist der beste.«
DEUTSCHES SPRICHWORT
Bevor Sie überhaupt den Mund aufmachen, hier ein paar Basics, die Ihnen dabei behilflich sein werden, den Weg für eine erfolgreiche erste Begegnung zu bereiten.
Lächeln Sie! Natürlich wird gerade den Damen gern vorgeworfen, zu viel zu lächeln und sich auf diese Art in eine Position der Unterlegenheit zu begeben. Nicht zu Lächeln im Augenblick des Kennenlernens ist jedoch schlichtweg unhöflich.
Halten Sie Blickkontakt! Lassen Sie im Gespräch Ihre Augen nicht durch die Gegend wandern. Das suggeriert Ihrem Gesprächspartner: Ich bin sowieso auf der Suche nach einer interessanteren Unterhaltung.
Dennoch wird Ihr Blick immer leicht wandern – der Herr achtet dabei darauf, dass er der Dame nicht in den Ausschnitt schaut …
… und alle anderen tragen Sorge, nicht etwaige Unzulänglichkeiten ihres Gegenübers – Warzen, Narben, abstehende Ohren – allzu sehr ins Visier zu nehmen.
Tragen Sie Ihre Hände gut sichtbar! Sie möchten doch nicht den Eindruck vermitteln, etwas zu verbergen zu haben.
Tatsächlich gibt es in puncto Körpersprache so einiges zu beachten …
Hierbei geht es nicht um Geschlechterklischees à la »Wenn sich eine Frau durchs Haar streicht, findet sie ihr Gegenüber attraktiv«.