Allison Leigh, Annette Broadrick, Maureen Child
BIANCA GOLD BAND 43
IMPRESSUM
BIANCA GOLD erscheint in der HarperCollins Germany GmbH
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Redaktion und Verlag: Postfach 301161, 20304 Hamburg Telefon: +49(0) 40/6 36 64 20-0 Fax: +49(0) 711/72 52-399 E-Mail: kundenservice@cora.de |
Geschäftsführung: | Thomas Beckmann |
Redaktionsleitung: | Claudia Wuttke (v. i. S. d. P.) |
Produktion: | Jennifer Galka |
Grafik: | Deborah Kuschel (Art Director), Birgit Tonn, Marina Grothues (Foto) |
© Neuauflage in der Reihe BIANCA GOLD
Band 43 - 2018 by HarperCollins Germany GmbH, Hamburg
© 2005 by Allison Lee Davidson
Originaltitel: „The Tycoon’s Marriage Bid“
erschienen bei: Silhouette Books, Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Tatjána Lénárt-Seidnitzer
Deutsche Erstausgabe 2007 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg,
in der Reihe BIANCA, Band 1561
© 2002 by Annette Broadrick
Originaltitel: “But not for Me“
erschienen bei: Silhouette Books, Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Louisa Christian
Deutsche Erstausgabe 2003 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg,
in der Reihe BIANCA, Band 1364
© 2004 by Harlequin Books S.A.
Originaltitel: „Forever…Again“
erschienen bei: Silhouette Books, Toronto
in der Reihe: SPECIAL EDITION
Published by arrangement with HARLEQUIN ENTERPRISES II B.V./S.àr.l.
Übersetzung: Patrick Hansen
Deutsche Erstausgabe 2005 by CORA Verlag GmbH & Co. KG, Hamburg,
in der Reihe BIANCA, Band 1484
Abbildungen: Harlequin Books, S. A., alle Rechte vorbehalten
Veröffentlicht im ePub Format in 1/2018 – die elektronische Ausgabe stimmt mit der Printversion überein.
E-Book-Produktion: GGP Media GmbH, Pößneck
ISBN 9783733734275
Alle Rechte, einschließlich das des vollständigen oder auszugsweisen Nachdrucks in jeglicher Form, sind vorbehalten.
CORA-Romane dürfen nicht verliehen oder zum gewerbsmäßigen Umtausch verwendet werden. Sämtliche Personen dieser Ausgabe sind frei erfunden. Ähnlichkeiten mit lebenden oder verstorbenen Personen sind rein zufällig.
Weitere Roman-Reihen im CORA Verlag:
BACCARA, JULIA, ROMANA, HISTORICAL, MYSTERY, TIFFANY
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Nikki Day wollte die Augen nicht öffnen. Ein kurzer Blick würde ihr bestätigen, dass sie in einem Krankenhaus lag und offensichtlich den Verstand verloren hatte. Denn es war einfach unmöglich, dass er wirklich an ihrem Bett saß, noch dazu mit einer Selbstverständlichkeit, als gehöre er genau dorthin.
Demnach litt sie an Halluzinationen. Als ob sie nicht schon genug andere Sorgen hätte!
Beschützend schlang sie einen Arm um ihren Bauch, als sie einen Tritt spürte. Das bewies ihr zumindest, dass ihr Baby sich immer noch anstrengte, Fußballer des Jahres zu werden – was auch immer geschehen sein mochte und aus welchem Grund auch immer sie im Krankenhaus lag.
Nikki war jetzt im sechsten Monat, und sie nahm an, dass ihr Baby bis zum neunten bleibende Fußabdrücke hinterlassen haben würde.
Vorsichtig drehte sie sich auf die Seite, legte sich ein Kissen unter den Bauch und versuchte, eine bequemere Position zu finden. Als sie die Augen doch kurz öffnete, bereute sie es sofort.
Er war immer noch da.
Bestürzt schloss sie die Augen wieder. Ganz fest.
„Ich freue mich auch, dich zu sehen“, sagte die Erscheinung leise.
Offensichtlich konnte sie ebenso akkurat und präzise halluzinieren, wie sie die meisten Dinge in ihrem Leben bewältigte. Diese Erkenntnis weckte den unbändigen Wunsch in ihr, laut zu lachen. Wurde sie nun auch noch hysterisch?
Sie veränderte erneut ihre Lage und verfluchte den Schmerz im Rücken.
„Vorsicht. Sonst reißt du dir die Infusionsnadel heraus.“
Sie zuckte zusammen, als sich seine langen, warmen Finger um ihre Hand schlossen.
Eindeutig keine Halluzination.
Sie wich zurück und setzte sich so abrupt auf, dass ihr die hellblaue Decke bis zur Taille runterrutschte und ein blaues Krankenhaushemd enthüllte. Das Kissen fiel zu Boden.
Er hielt immer noch ihre Hand. Anscheinend machte er sich Gedanken wegen des dünnen Schlauchs, der sich unter einem Pflaster auf ihrem Handrücken hervorschlängelte, denn es gab keinen anderen Grund, ihre Hand zu halten.
Er. Alex. Alexander Reed. Der Mann, der – unbeabsichtigt und völlig unwissend – für das Baby verantwortlich war, das wie wild strampelte.
Er war drei Jahre lang ihr Boss gewesen, bis sie im vergangenen Sommer gekündigt hatte.
Nikkis Herz pochte so schnell, dass ihr schwindelig wurde.
„Ganz ruhig“, murmelte er und drückte auf die Klingel, die an einer Schnur nahe ihrer Schulter hing. „Reg dich nicht auf. Es geht dir gut. Dem Baby geht es gut.“
Seine Worte milderten die Panik. Sanft entzog sie ihm die Hand. „Wie bin ich zurück nach Cheyenne gekommen?“
Er schüttelte den Kopf. „Du bist immer noch in Montana. Im Lucius Community Hospital.“
„Allerdings“, bestätigte die Krankenschwester, die gerade den Raum betrat. „Und wir sind sehr froh, dass Sie aufgewacht sind.“ Sie lächelte aufmunternd, während sie die Geräte prüfte und Notizen machte. „Der Doktor wird gleich da sein“, teilte sie Alex mit, während sie Nikki die Manschette eines Blutdruckmessgeräts anlegte. „Wir sind heute ziemlich beschäftigt. Zwei Babys sind unterwegs. Wie fühlen Sie sich, Liebes?“
Nikki konnte keine schlüssige Antwort geben.
Die Schwester wirkte verständnisvoll. „Bleiben Sie ganz ruhig. Der Doktor kommt gleich.“
Als sie wieder gegangen war, wandte Nikki sich an Alex. „Und was tust du hier?“
Seine dunkelbraunen Augen waren so undeutbar wie immer. „Sie haben mich gerufen, als du eingeliefert wurdest.“
„Sie?“
Er bewegte die Schultern, als wäre er ungehalten über die Frage. Es wunderte sie nicht. Als sie für ihn gearbeitet hatte, war sie für die Handhabung jeglicher Details zuständig gewesen. Er hätte sich nicht einmal an seinen eigenen Geburtstag erinnert.
„Die Frau, der das Gasthaus gehört, in dem du abgestiegen warst. Sie hatte nur die Telefonnummern von dir zu Hause und von deinem Arbeitsplatz. Und das Krankenhaus hat mich auch angerufen.“
Von meinem ehemaligen Arbeitsplatz, korrigierte sie in Gedanken. „Hadley Golightly? Das ‚Tiff’s‘ ist eine Pension, kein Gasthaus.“
„Dann eben eine Pension.“ Alex blickte zum Fenster. Eine Jalousie hing davor. Die Lamellen waren so geneigt, dass keine direkte Sonne in das Zimmer fiel. Nicht, dass die Sonne geschienen hätte. Der Himmel war grau, mit Schneewolken verhangen – typisches Januarwetter, ob nun zu Hause in Wyoming oder auf Urlaub in Montana.
Ihre Schläfen pochten. „Bist du sicher, was das Baby angeht?“, flüsterte sie.
„Ganz sicher.“ Er schaute sie wieder an, und sein fester Blick beruhigte sie ebenso wie seine Worte.
„Ich verstehe aber immer noch nicht, was du hier tust.“ Warum hatte Alex nicht ihre Familie angerufen? Schließlich kannte er sie. Ihre Zwillingsschwester Belle hatte auch mal für ihn in der Sportklinik Huffington gearbeitet, wenn auch nur für kurze Zeit.
Vor ihrem geistigen Auge tauchten unvermittelt die verschwommenen Umrisse eines märchenhaften blauen Pferdeschlittens auf und verflüchtigten sich sogleich wieder wie Rauchkringel.
Cody hat mir eine Schlittenfahrt in den Flitterwochen versprochen.
Aber das lag Jahre zurück.
Nikki hatte diese Schlittenfahrt allein angetreten. Es war das Letzte, an das sie sich erinnerte. Sie hatte auf der dick gepolsterten Bank gesessen, mit der frischen, kalten Morgenluft im Gesicht.
Oder war das nur ein Traum?
Sie konnte sich nicht auf mehrere Dinge gleichzeitig konzentrieren. War es einfacher, sich mit Alex zu befassen als mit ihrer nebulösen Erinnerung? Wahrscheinlich nicht. „Wie läuft es im Geschäft?“
„Ich musste letzte Woche wieder eine Assistentin entlassen.“
Natürlich hatte sie die Gerüchte über seine Schwierigkeiten gehört, einen dauerhaften Ersatz für sie zu finden. „Die wievielte war es?“
„Die sechste.“
Er richtete den Blick vom Fenster auf Nikki. Obwohl er sie nie wirklich zu bemerken schien, wühlte es sie stets auf, wenn er sie ansah. Deshalb hätte sie damals die Stelle als seine Verwaltungsassistentin beinahe abgelehnt. Sie wollte von niemandem aufgewühlt werden, denn ihr Herz gehörte immer noch Cody.
Über dreieinhalb Jahre war es her, dass sie den Job angenommen hatte, und ihre Reaktion auf Alex war so schlimm wie eh und je – oder sogar schlimmer.
„Wie läuft es denn sonst so in der Klinik?“ Ihre Stimme klang ein wenig atemlos. Sie hoffte, dass er es auf den Grund ihres Krankenhausaufenthalts schob, über den er vermutlich mehr wusste als sie.
„Du glaubst doch wohl nicht, dass ich gekommen bin, um übers Geschäft zu reden?“
„Du hast mich am Anfang fünfmal in der Woche angerufen, um darüber zu reden.“
„Das hätte ich nicht tun müssen, wenn die Personalabteilung eine kompetente Kraft eingestellt hätte.“
„Es ist deine eigene Personalabteilung“, entgegnete sie milde. „Du bist also gekommen, um … Warum eigentlich? Um mich zu bitten, in meinen Job zurückzukehren?“
„Du hältst es also immer noch für deinen Job, mir zu assistieren?“
„Nein.“
„Dann bist du jetzt woanders angestellt?“
„Ich trete sehr bald eine Stelle an.“ Sie hoffte es zumindest. Seit Monaten lebte sie nun schon von ihren Ersparnissen, und ihr Stolz ließ es einfach nicht zu, Unterstützung von ihrer Familie anzunehmen.
Sie hatte schon immer auf eigenen Füßen gestanden. Das hatte sie über die Runden gebracht, als sie und Belle mit fünfzehn den Vater verloren und als Cody unerwartet starb.
„Aha, du hast also einen Job.“
„Ja.“
„Wo?“
„Das geht dich nichts an, Alex.“ Sie wäre stolz auf diese Antwort gewesen, hätte ihre Stimme nicht so geschwankt.
Er sah sie ungläubig an, ließ es aber dabei bewenden. Dann blickte er zur Uhr – kaum merklich, aber sie kannte ihn sehr gut, nachdem sie drei Jahre lang fünfzig oder sechzig Stunden in der Woche für ihn gearbeitet hatte.
In ihrem zweiten Jahr bei Huffington hatte sie sich eine Woche Urlaub genommen und war mit Belle nach Florida gefahren. Hätte sie nicht den Fehler gemacht, ihr Handy mitzunehmen, hätte sie sich vielleicht wirklich erholen können. Doch so war ihre Schwester mit einer ansehnlichen Sonnenbräune und einem Album voller Fotos vom Tauchen und Gleitsegeln nach Hause gekommen, während Nikki so selten das Hotel verlassen konnte, dass sie die Speisekarte des Zimmerservices auswendig kannte.
Daraufhin hatte sie keinen Urlaub mehr genommen.
„Lass dich von mir nicht aufhalten“, sagte sie jetzt.
Er zog eine Augenbraue hoch. „Womit habe ich dich verärgert?“
„Mit nichts.“
„Aha.“ Er blickte zu ihrem Bauch. „Hast du wegen deiner Schwangerschaft gekündigt?“
„Natürlich nicht“, wehrte sie schnell – und wahrheitsgemäß – ab. Zu dem Zeitpunkt hatte sie nichts davon geahnt.
„Du hättest mir sagen sollen, dass du schwanger bist. Ich hätte entsprechende Änderungen vornehmen können.“ Er hob das Kissen vom Fußboden auf und legte es auf das Bett. „Zum Beispiel eine Assistentin einstellen.“
„Das hast du doch getan. Ich habe gekündigt, du hast eine andere Assistentin eingestellt. Ganz einfach.“
„Ich meine eine Assistentin für dich. Dann hättest du weniger Stunden arbeiten müssen.“
Alex hatte sich nie darum geschert, wie viele Stunden sie für ihn arbeitete. Anscheinend halluzinierte sie wieder. Sie rieb sich die Schläfen. Oder vielleicht war das letzte halbe Jahr nur ein unglaublich lebhafter Albtraum, aus dem sie jeden Moment am Computer in seinem Vorzimmer aufwachen würde.
„Du hättest nicht kündigen müssen.“
Genau das hatte sie tun müssen, doch das konnte sie ihm nicht erklären. Matt lehnte sie sich zurück in die Kissen und zog die Decke bis zum Hals hoch. Ihr war nicht kalt, aber sie brauchte einen größeren Abstand zwischen sich und ihm. Sie hatte gute Arbeit für ihn geleistet, doch niemand war unersetzlich. „Ich verstehe immer noch nicht, wieso du hier bist.“
„Deine Schwester ist auf Hochzeitsreise.“
Sie runzelte die Stirn und fragte sich, woher er das wusste. „Ja. Und?“
„Deine Mom und ihr Mann sind auf einer Kreuzfahrt.“
Monatelang hatte ihre Mutter die Reise geplant und Squire nur mit viel Mühe überreden können, seine Cowboystiefel auf ein Schiffsdeck zu setzen. „Ja, aber was hat das mit dir zu tun?“
„Also bin ich nach Montana gekommen.“ Er stand auf und trat an das Fußende des Bettes. „Jemand musste es tun.“
Das erklärte seine Anwesenheit immer noch nicht wirklich. Denn sie hatte eine sehr große Stief-Familie, wie er wusste. Jeder der Clays hätte ihr auf jede erdenkliche Weise geholfen – auch wenn sie es verabscheute, jemanden um Hilfe zu bitten.
Aber das wusste Alex nicht, und er tat nie etwas, ohne dabei eigene Ziele im Auge zu haben. Nicht, dass er nicht nett sein konnte, wenn er es wollte. Sie wusste nur zu gut, an wie vielen Wohltätigkeitsveranstaltungen er sich aktiv beteiligte und wie häufig er Schirmherrschaften übernahm – in allen neun Städten von Florida bis Arizona, in denen die Kliniken seines Unternehmens lagen. Aber vor allem lebte er für sein Geschäft. Wäre sie nicht seine Angestellte gewesen, hätte er sie nie wahrgenommen.
„Nun, ich weiß deine Sorge zu schätzen, aber wie du siehst, geht es mir gut.“
In trockenem Ton entgegnete er: „Ist das deine höfliche Art, mir zu sagen, dass ich jetzt verschwinden soll?“
„Alex, es ist einfach … peinlich für mich.“
„Warum?“
„Wie würdest du dich fühlen, wenn ich dich im Krankenhaus aufsuchen würde?“
Er steckte die Hände in die Hosentaschen. „Vielleicht wäre ich froh, ein vertrautes Gesicht zu sehen.“
Ihre Wangen röteten sich. „Jetzt stellst du mich als undankbar hin.“
„Wem der Schuh passt …“
„Bitte, versuch nicht, mich durch Schuldgefühle zur Rückkehr zu bewegen.“
„Das habe ich bereits versucht, und es hat nicht geklappt.“ Er trat ans Fenster, nahm eine Hand aus der Tasche und richtete die Lamellen.
Mehr graues Licht drang in den Raum, und Nikki beobachtete das Spiel seiner Muskeln unter dem hellen Pullover, der zweifellos aus Kaschmir war und seine breiten Schultern umschmiegte.
Seine Haare waren schwarz und an den Schläfen von Silberfäden durchzogen – im Nacken ebenfalls, wenn sie zu lang wurden. Nun waren sie jedoch kurz geschnitten.
Sie schluckte verlegen, als er sich zu ihr umdrehte und merkte, dass sie ihn anstarrte.
„Ich bin gekommen, weil ich besorgt war“, sagte er milde. „Gibt es jemanden, den du lieber hier hättest?“ Sein Blick glitt zu ihrem Bauch. „Vielleicht den Mann, der das zu verantworten hat?“
Sie senkte den Blick auf ihre Hände. Sie waren geschwollen. Vor einem Monat hatte sie sämtliche Ringe abgenommen, sogar den Verlobungsring, den Cody ihr geschenkt hatte. „Er ist weg“, sagte sie. „Ich weiß es zu schätzen, dass du extra aus Cheyenne hergekommen bist. Ich weiß, wie beschäftigt du bist. Aber es geht mir echt gut.“
Er musterte sie stumm.
Nun, sie lag in einem Krankenhaus, und demnach war doch nicht alles eitel Sonnenschein. „Es wird mir bald wieder gut gehen“, berichtigte sie sich.
„Du weißt ja nicht mal, was passiert ist.“
Solange sie das Baby in sich strampeln fühlte, konnte sie alles verkraften, was auch passiert sein mochte. Nicht verkraften konnte sie dagegen, sich Alex längere Zeit auszusetzen. „Weißt du es denn?“
Er war kein Familienmitglied. Er war nicht einmal mehr ihr Vorgesetzter. Das Krankenhaus hätte ihm keine persönlichen Auskünfte erteilen dürfen. Aber sie wusste, dass er zu bekommen pflegte, was er wollte.
„Ich weiß genug.“
„Und was soll das bitte heißen?“, hakte sie ungnädig nach.
„Du warst wesentlich gefälliger, als du noch für mich gearbeitet hast.“
„Du hast mich dafür bezahlt, gefällig zu sein.“
„Stimmt. Nun, niemand weiß besser als ich, wie fähig du bist, Nikki.“ Er nahm einen schwarzen Mantel von einem Metallhocker in der Ecke. „Zweifellos wirst du die Effektivität hier um etwa dreißig Prozent steigern, bevor du entlassen wirst. Das Personal wird total auf Zack gebracht sein.“ Sein Ton war überhaupt nicht mehr freundlich, sondern vielmehr angespannt. Verärgert.
Und das verblüffte sie über alle Maßen. Welchen Grund hatte er, verärgert zu sein? „Alex. Warte bitte.“ Die Worte sprudelten über ihre Lippen, obwohl ihr Verstand protestierte. Sie wollte, dass er ging. Oder etwa nicht?
So erpicht sie auch darauf war, ihre Haltung wiederzugewinnen, konnte sie den Gedanken nicht ertragen, ihn verärgert zu haben. Aus welchem Grund auch immer, er war gekommen. Sie hatte nie erlebt, dass er sich vom Geschäft frei machte. Für niemanden. Warum also tat er es für sie?
Bevor er auf ihre Bitte reagieren konnte, kam ein schlaksiger Arzt ins Zimmer. Er stellte sich als Dr. Carmichael vor und sagte: „Gut. Sie sind endlich wach. Da Sie gerade beide hier sind, sollten wir über Ihre Alternativen reden, nachdem ich Sie untersucht habe.“
Und somit erfuhr sie nicht, ob Alex auf ihre Bitte hin geblieben wäre oder nicht.
Dr. Carmichael legte eine dicke Akte auf den Rollwagen am Fußende des Bettes, trat an das Kopfende und holte mit einer Hand sein Stethoskop hervor, während er mit der anderen seine runde Brille hochschob.
Bevor Nikki protestieren konnte, öffnete er das Band, das ihr Krankenhaushemd im Nacken zusammenhielt, und beugte ihren Oberkörper nach vorn. Das Metall war kalt auf ihrem Rücken, und sie hielt hastig das Vorderteil des Hemdes fest, bevor es ganz von ihren Schultern rutschen konnte.
Dann drückte er sie wieder zurück in die Kissen und schob das Stethoskop unter den Ausschnitt, um ihrem Herzschlag zu lauschen.
Ihr Gesicht glühte, und das hatte nichts mit dem Arzt zu tun, der das kalte Gerät bereits wieder weggenommen hatte und nun ihren Hals abtastete, wonach auch immer.
Schließlich trat er an das Fußende ihres Bettes, schlug die Akte auf und nahm einige Eintragungen vor. Die Schwester kam erneut ins Zimmer und schickte Alex hinaus, weil Nikkis Unterleib untersucht werden sollte.
Als Dr. Carmichael fertig war, verkündete er: „Es sieht gut aus. Die Blutungen haben aufgehört.“
Die Schwester band das Nachthemd wieder zu, während Nikki den Arzt anstarrte. „Ich hatte Blutungen? Wie lange bin ich schon hier?“
„Vier Tage“, sagte die Schwester. „Sie sind am Sonntag eingeliefert worden. Jetzt ist Donnerstag. Mr. Reed ist seit Dienstag nicht von Ihrem Bett gewichen. Die Hälfte der Schwestern ist grün vor Neid.“
Vier Tage?
Sie hatte eher mit vier Stunden gerechnet.
Dr. Carmichael winkte Alex wieder herein, als die Schwester die Tür öffnete. „Wie ich Nikki gerade gesagt habe, hat die Blutung aufgehört. Es gibt keine Anzeichen für weitere Wehen.“
„Weitere?“, hakte Nikki bestürzt nach. Was war während ihrer Bewusstlosigkeit nur geschehen?
Die Schwester tätschelte ihr den Arm. „Regen Sie sich nicht auf. Ihr Blutdruck war sehr hoch, als Sie eingeliefert wurden. Er hat sich erst in den letzten zwölf Stunden stabilisiert.“
Diese Mitteilung trug nicht gerade zu Nikkis Beruhigung bei. „Das Baby bewegt sich. Was ist also nicht in Ordnung?“
„Nichts, was durch Bettruhe nicht behoben werden kann“, versicherte Dr. Carmichael gelassen. Erneut rückte er sich die Brille zurecht, sodass die Gläser im Licht der Deckenbeleuchtung funkelten. „Offen gesagt, geht es dem Baby momentan besser als Ihnen.“
„Dann kann ich nach Hause gehen?“
„Ich würde Sie lieber hierbehalten. Sie müssen die nächsten drei Wochen liegen.“ Er blickte in ihre Akte. „Dann werden Sie im letzten Drittel der Schwangerschaft sein.“
Nikkis Herz sank. Ihr neuer Job war mit einer Krankenversicherung verbunden, die sie zum Geburtstermin dringend brauchte, die aber erst nach sechzig Arbeitstagen in Kraft trat. Das Schlüsselwort dabei war Arbeit.
Wenn sie wochenlang in diesem Krankenhaus in Montana lag, konnte sie sich wohl kaum am kommenden Montag bei Belvedere Salvage & Wrecking zur Stelle melden. „Aber das geht nicht“, protestierte sie matt.
„Ich fürchte, es muss gehen.“ Dr. Carmichael tätschelte ihren Fuß durch die Bettdecke. „Keine Sorge. Sie werden sich schon an das Essen hier gewöhnen.“
Ein dicker Kloß trat ihr in die Kehle, und ihre Augen wurden feucht.
Beschwichtigend sagte er: „Es wird schon nicht so schlimm. Nach einer Woche sehen wir weiter. Und Daddy kann hierbleiben, solange er will, wie bisher.“
Nikki warf einen Blick zu Alex. Zwischen ihnen war nicht einmal im Entferntesten etwas Persönliches vorgefallen, und somit war er nicht der werdende Vater. Aber er widersprach der irrigen Ansicht des Arztes nicht.
„Ich kann es mir nicht leisten, drei Wochen im Krankenhaus zu bleiben“, erklärte sie vehement. „Ich muss nach Hause. Ich muss arbeiten.“
„Ich kann Sie natürlich nicht zwingen zu bleiben. Aber ich versichere Ihnen, dass Sie die Schwangerschaft gefährden, wenn Sie keine strikte Bettruhe einhalten.“
Gefährden.
Das Wort tanzte ihr im Kopf herum wie die Kugel in einem Flipperautomaten, die bei jedem Anstoß eine kleine Explosion in Gang setzt.
„Aber sie könnte die Bettruhe auch woanders einhalten“, warf Alex ein. „Richtig?“
Dr. Carmichael nickte, auch wenn er dabei nicht besonders glücklich aussah. „Wenn sie mir verspricht, dass sie im Bett bleibt, und zwar liegend. Mit angezogenen Knien. Sie darf sich hin und wieder ein paar Minuten lang aufsetzen, aber nicht mehr.“
„Ich gehe zu meiner Mutter“, entschied Nikki resigniert. Ihre Familie würde sie mit offenen Armen aufnehmen, aber sie hatte das Gefühl zu versagen, weil sie nicht wie sonst auf eigenen Füßen stehen konnte.
„Ihre Mutter lebt hier in Lucius?“
„Nein. In Wyoming.“
Dr. Carmichael schüttelte entschieden den Kopf. „Sie sind nicht transportfähig. Nicht mal für eine Stunde.“
„Aber …“
„Widersprich nicht, Nikki“, sagte Alex sanft. „Wir tun, was immer nötig ist, um das Baby zu schützen.“
„Wir?“ Sie umklammerte die Bettdecke mit beiden Händen. Der Monitor neben ihr begann zu blöken wie ein Schaf und spuckte einen schmalen Streifen Papier aus.
„Miss Day.“ Die Schwester drückte sie sanft zurück in die Kissen. „Bitte, regen Sie sich nicht auf.“
„Sie haben mich gerade zu fast einem Monat Bettruhe verdammt, und ich soll mich nicht aufregen?“ Ein stechender Schmerz zuckte durch ihren Unterleib. Sie rang nach Atem, krümmte sich und zog die Knie an.
Sofort waren die Schwester und Dr. Carmichael zur Stelle, maßen den Blutdruck, verabreichten Injektionen.
Nikki spürte kaum, was mit ihr getan wurde, denn zu den starken Schmerzen gesellte sich Panik. Das Baby war ein „Unfall“, aber das bedeutete nicht, dass sie es nicht bekommen wollte.
Alex nahm ihre Hand und murmelte sanft ihren Namen.
Sie blinzelte, richtete den Blick auf ihn. Die Panik ebbte ein klein wenig ab. Sie spürte nicht, wie fest sie seine Finger umklammerte. „Es tut so weh.“
Sein Blick war stetig, ruhig und vertraut. „Ich weiß. Entspann dich.“ Seine Stimme wirkte beinahe hypnotisierend. „Es wird alles gut.“
Sie war siebenundzwanzig Jahre alt, eine moderne, fähige, selbstständige Frau. Sie brauchte niemanden, der sie ermutigte. Für gewöhnlich sorgte sie dafür, dass alles gut war. Aber all das zählte momentan keinen Deut.
Sie war froh, dass er da war. Unendlich froh. Tränen rannen über ihre Wange. Nie zuvor hatte sie vor ihrem Boss geweint. Aber er war ja nicht mehr ihr Boss. Er war nur Alex – ein Mann, der ihr nicht aus dem Kopf ging.
„Atme“, ordnete er an.
Vage wurde ihr bewusst, dass die Schwester dasselbe gesagt hatte. Langsam holte sie Luft.
„So ist es gut“, sagte Alex ermutigend. „Ruhig und tief.“
Allmählich, kaum merklich, linderte sich der Schmerz. „Ich will das Baby nicht verlieren“, sagte sie mit belegter Stimme.
Er drückte ihre Hand. „Das werde ich auch nicht zulassen“, versprach er.
Es ergab keinen Sinn. Aber sie glaubte ihm.
„Versuchen Sie, sich zurückzulegen, Miss Day.“
Sie fühlte sich benommen und unfähig, sich auszustrecken. Es fiel ihr schwer, den Blick auf Alex zu fokussieren. Aber als er sich über sie beugte und sie sanft zurück in die Kissen drückte, sah sie trotzdem die verschiedenen Schattierungen seiner braunen Augen.
Wie dunkler, klarer Kaffee mit einem schmalen Rand aus geschmolzener Schokolade, dachte sie. „Geschmolzen.“ Geschmolzene Schokolade, köstlich und süchtig machend.
„Was ist geschmolzen?“
Sie runzelte die Stirn. Hatte sie laut gesprochen? „Mein Kopf fühlt sich komisch an.“
„Das liegt am Beruhigungsmittel“, erklärte die Schwester. Sie entfernte die Manschette des Blutdruckmessgeräts von Nikkis Arm. „Keine Sorge, es schadet dem Baby nicht. Sie werden nur beide ein bisschen schlafen.“
„Ich will nicht schlafen. Ich muss zurück nach Cheyenne.“
„Nicht heute. Du warst vier Tage bewusstlos, vergiss das nicht.“ Alex ließ sie los und entfernte sich vom Bett.
Sie wollte ihn zurückrufen.
Lieber später, dachte sie. Später musste sie auch die Personalabteilung von Belvedere anrufen und versuchen, ihren Arbeitsplatz zu retten.
Sie hatte so viel zu erledigen, aber momentan konnte sie sich nicht erinnern, was es war.
Alex beobachtete, wie Nikki die Augen zufielen. Die Sorgenfalten auf ihrer Stirn glätteten sich. Ihre Lippen entspannten sich.
„Sie wird ein paar Stunden schlafen“, teilte ihm die Schwester leise mit.
Er nickte und folgte Dr. Carmichael aus dem Zimmer. „Sie haben mehrere Tests durchgeführt. Ich will Details.“ Er selbst war kein Arzt, aber er stammte aus einer Arztfamilie und beschäftigte zahlreiche Mediziner. Wenn ihm die Auskünfte des Doktors nicht genügten, konnte er Nikki im Handumdrehen in die Obhut eines anderen Spezialisten geben.
„Wir können in meinem Büro reden. Ich würde gern auch Ihre medizinische Vorgeschichte erfahren.“
Alex lächelte unverbindlich. Es war ihm recht, dass er für den Vater des Babys gehalten wurde, denn dadurch bekam er eher die gewünschten Informationen. Er hätte sie sich auch anderweitig beschaffen können, aber auf diese Weise ging es schneller und unkomplizierter. Eigentlich hätte er sich gleich bei seiner Ankunft im Krankenhaus darum bemühen sollen. Stattdessen hatte er nur an Nikkis Bett gesessen. Es war ihm selbst unbegreiflich.
Zwei Stunden später wusste Alex alles über den Gesundheitszustand von Nikki und dem Baby. Er hatte sogar seinen Onkel angerufen, der die Entbindungsstation des RHS Memorial in Philadelphia leitete und Dr. Carmichaels Behandlungsmethode zustimmte.
Nun saß Alex wieder auf dem Stuhl in Nikkis Zimmer und wachte über ihren Schlaf. Ihr Gesicht hatte inzwischen eine etwas gesündere Farbe als bei seinem Eintreffen im Krankenhaus.
Ihr Anblick hatte ihn auf eine Weise betroffen gemacht, die er noch zu ergründen suchte. Früher, als sie bei ihm beschäftigt gewesen war, hatte er sie nie die Fassung verlieren sehen. Sie war verdammt tüchtig gewesen – die beste Assistentin, die er sich wünschen konnte. Sie hatte sein hektisches Leben in Ordnung gehalten, und nach all den Monaten seit ihrer Kündigung hatte er immer noch nicht gelernt, ohne sie auszukommen.
Das gestand er sich nur ungern ein. Es gefiel ihm nicht, von anderen abhängig zu sein. Aber er hatte sich stets auf Nikki verlassen.
Nun schien sie nichts mehr mit der unglaublich kompetenten jungen Frau gemeinsam zu haben, die meistens früher gekommen und später gegangen war als er. Abgesehen von dem fußballgroßen Bauch wirkte sie zu dünn und unglaublich jung. Und verletzlich.
Ihre Haare – eher rot als braun – lockten sich auf dem weißen Kissen. Ihr heller Teint wirkte auch ohne eine Spur von Make-up makellos und samtig. Ihr Mund war leicht geöffnet und ihr ovales Kinn entspannt.
Sie ist verdammt hübsch.
Das war eigentlich keine neue Erkenntnis für ihn – im Gegensatz zu ihrer Verletzlichkeit, die für ihn ebenso unerwartet war wie ihre Schwangerschaft. Das erklärte jedoch immer noch nicht, was er bei ihr tat.
Sie hatte guten Grund, überrascht zu sein, ja sogar argwöhnisch. Er hatte unzählige Dinge zu erledigen, die Huffington betrafen. Er hatte nicht übertrieben, was die Kompetenz der Assistentinnen anging, die ihm von der Personalabteilung geschickt worden waren. Eine unfähige Assistentin wie die derzeitige war schlimmer als gar keine.
Nikki drehte sich auf die Seite und legte sich einen Arm um den Bauch. Ihre Beine bewegten sich unter der dünnen Decke, und ein Fuß kam zum Vorschein. Die Zehennägel waren pfirsichfarben lackiert.
Pfirsiche sind mein Lieblingsobst.
Verärgert über diesen Gedanken, blickte er ihr wieder ins Gesicht. Ihre tiefblauen Augen waren offen.
„Es ist nicht nur ein schlechter Traum?“, flüsterte sie.
Er schüttelte den Kopf und hoffte inständig, dass sie nicht wieder anfangen würde zu weinen. Sie weinen zu sehen, ging ihm an die Nieren. „Wie fühlst du dich?“
„Benommen.“
„Das Baby ist okay. Und Dr. Carmichael hat deinen Gynäkologen in Cheyenne kontaktiert.“
„Ich will vermutlich lieber nicht wissen, woher du das weißt oder woher Dr. Carmichael weiß, wer mein Arzt in Cheyenne ist, oder?“
Er schwieg.
Sie drehte sich auf den Rücken und starrte an die Decke. „Belle und Cage haben kurz vor Weihnachten geheiratet. Sie haben die Hochzeitsreise bis nach den Feiertagen verschoben. Wenn ich sie jetzt zurückrufe, können sie erst wieder im Sommer weg, und dann …“
„Wohin sind sie gefahren?“
„In die Karibik.“
Ihre Augen wurden tatsächlich feucht. „Belle hat sich so darauf gefreut. Nicht nur, weil es ihre Flitterwochen sind, sondern weil sie sich immer erträumt hat, an exotische Orte zu reisen.“ Ihre Stimme wurde ein wenig rau. „Meine Mutter und Squire schwimmen irgendwo auf dem Mittelmeer. Ich weiß, dass sie in einem Notfall erreichbar sind, aber …“
Er hob eine Hand. Er wollte wirklich keine Tränen in ihren Augen sehen. „Du musst niemanden erreichen.“
Sie schüttelte den Kopf. Die Tränen funkelten. „Ich kann mir nicht mal eine Woche im Krankenhaus leisten, geschweige denn drei.“
Alex spürte, wie schwer ihr das Eingeständnis fiel. Nicht, dass sie ihm damit etwas Neues sagte. Seinen Erkundigungen zufolge hatte sie seit der Kündigung nirgendwo gearbeitet. Er wusste, dass der Ehemann ihrer Mutter Geld hatte. Aber er ahnte auch, dass es nicht Nikkis Stärke war, um Hilfe zu bitten. Das hatten sie gemeinsam. „Ich habe dir eine Bleibe gemietet.“
Stille senkte sich über den Raum, während sie diese Mitteilung verdaute. Dann riss sie die Augen auf. Ihre Wangen wurden abwechselnd rot und blass. „Wie bitte?“
„Ich habe mich darum gekümmert, während du geschlafen hast. Der Sheriff hat mir ein paar Tipps gegeben. Jemand von der Pension hat deine Sachen gepackt und hingebracht.“
„Wie … tüchtig.“
„Dann ist es also geklärt.“
Ihre Benommenheit verflog. „Das ist es nicht! Wie soll ich mir diese … diese Bleibe leisten?“ Verzweiflung schwang in ihrer Stimme mit. „Und ich brauche trotzdem Hilfe, wenn ich die Bettruhe einhalten soll. Es führt also kein Weg daran vorbei, dass ich meine Familie anrufe.“
„Bleib ruhig.“ Er beugte sich vor und stützte die Arme auf die Knie. „Zuerst mal habe ich gesagt, dass ich dir eine Bleibe gemietet habe. Und was deine Familie angeht, kannst du sie natürlich anrufen, wenn du willst. Aber es ist nicht nötig.“
Sie runzelte die Stirn. „Willst du auch noch ein Kindermädchen für mich engagieren?“ Sie blickte überall hin, nur nicht zu ihm. „Eine so perfekte Assistentin war ich auch wieder nicht. Ich kann dir als Arbeitskraft unmöglich dermaßen wichtig sein, dass du so weit gehst. Ich will niemandem etwas schuldig sein.“
„Niemandem oder nur mir nicht?“
„Ist das nicht egal?“
Er ignorierte ihre Gegenfrage. „Ich stelle niemanden ein. Ich bleibe selbst bei dir.“
„Du bleibst also bei mir“, sagte Nikki bedächtig.
Alex nickte.
„Hier. In Lucius.“
Er nickte erneut.
„In dieser Bleibe, die du für mich gemietet hast.“
Wiederum ein Nicken.
Sie presste die Fingerspitzen auf den Nasenrücken, schloss die Augen und öffnete sie wieder. „Das Beruhigungsmittel, das ich gekriegt habe, steigt mir anscheinend zu Kopf.“
„Nein.“
Sie ließ die Hand sinken. „Ich will dein Mitleid nicht.“
Seine Miene verhärtete sich. „Du kriegst es auch nicht. Du bist eine intelligente Frau, Nik. Du musst doch einsehen, dass es die einfachste Lösung überhaupt ist.“
Oberflächlich betrachtet, vielleicht. Aber außerhalb der Arbeit Zeit mit Alex zu verbringen, war für sie alles andere als einfach. „Was ist mit Huffington?“
„Was soll damit sein?“
Sein Ton verriet ihr, dass er nicht über geschäftliche Dinge reden wollte. Doch sie hatten nie anders als geschäftlich miteinander verkehrt. „Nein“, sagte sie schroff und unterdrückte die Panik, die sie allein bei dem Gedanken beschlich, dass er bei ihr bleiben könnte. „Danke für das Angebot, aber ich kann es unmöglich annehmen.“
„Warum nicht?“
„Weil es … unschicklich ist.“
Es zuckte um seine Mundwinkel. „Unschicklich“, sinnierte er. „Das klingt ein bisschen jungfräulich, Nik.“
Ihr Gesicht wurde heiß, aber sie hielt das Kinn hoch. „Mir ist egal, wie es klingt. Es ist wahr.“
„Du warst eindeutig gefälliger, als du noch für mich gearbeitet hast“, hörte sie Alex murmeln. Er stand auf. Mit einem Meter fünfundneunzig war er der einzige Mann, den sie kannte, der von der Körpergröße an ihre Stiefbrüder heranreichte. „Ich habe ein Zimmer im ‚Lucius Inn‘. Ruf mich an, wenn du es dir anders überlegst.“
„Das werde ich nicht tun.“
Er neigte ein wenig den Kopf. Dann nahm er seinen Mantel und verließ den Raum. Er schloss die Tür und ließ sie allein mit einem Hauch seines Aftershaves und dem rhythmischen Ticken der nüchternen Uhr, die sehr hoch an der Wand hing – als fürchte die Krankenhausverwaltung, dass die Patienten das hässliche Ding entwenden könnten, wenn es in Augenhöhe hinge.
Bedächtig strich Nikki jedes Fältchen aus der dünnen Bettdecke. Das Baby bewegte sich. Noch vor ein paar Wochen hatte es sich angefühlt, als würden Schmetterlinge durch ihren Bauch flattern. Nun waren die Bewegungen deutlicher, realer.
Sie faltete die Hände über dem Bauch und blickte zu der geschlossenen Tür mit Tränen in den Augen, die sich nicht unterdrücken ließen, sosehr sie sich auch bemühte, sosehr sie auch an alles andere als an ihre Situation dachte.
Sie war fest entschlossen, Alex nicht anzurufen. Sie konnte die Zeit genauso durchstehen, wie sie jede andere schmerzliche Episode in ihrem Leben gemeistert hatte – allein.
Vierundzwanzig Stunden später rief Nikki bei Alex im „Lucius Inn“ an.
Sechsundzwanzig Stunden später ließ sie das Krankenhaus hinter sich – und fast ihre ganzen Ersparnisse.
Sie blickte aus dem Seitenfenster, während Alex mit dem gemieteten Geländewagen durch die Stadt fuhr. Lucius war eine kleine Gemeinde wie Dutzende andere. Es bestand aus einem Ortskern, in dem die meisten Geschäfte angesiedelt waren, einer älteren Villengegend und einem aufblühenden Neubauviertel mit modernen Apartmenthäusern, einem gut gehenden Kaufhaus, dem „Lucius Inn“ und einem Ärztezentrum.
Als Alex durch den gesamten Ort gefahren war, fragte sie: „Wo ist denn diese Bleibe, die du gemietet hast?“
Er warf ihr einen Seitenblick zu. „Es sind noch ein paar Meilen.“
Sie wandte sich ab und starrte wieder richtungslos aus dem Fenster.
Ein Anruf bei Belvedere hatte ihre Befürchtung bestätigt: Es war nicht möglich, die Stelle für sie freizuhalten. Enttäuscht, wenn auch nicht überrascht, hatte sie sich tatsächlich entschlossen, Belle und Cage in der Karibik anzurufen. Doch dann hatte sie es nicht übers Herz gebracht. Was war schlimmer? Ihrer Zwillingsschwester die Flitterwochen zu verderben oder Alex’ Angebot anzunehmen?
Sie hasste es, ihre Angehörigen zu beunruhigen. Es war schlimm genug, dass alle sich um sie sorgten, seit sie von der Schwangerschaft wussten und sie drängten, nach Weaver zurückzukehren, damit man sich um sie kümmern konnte.
Aber Nikki sorgte selbst für sich.
Anstatt Belle anzurufen, hatte sie ihrer Schwägerin Emily eine Nachricht auf dem Anrufbeantworter hinterlassen, dass sie ein paar Wochen länger in Montana zu bleiben gedachte.
Dann hatte sie Alex angerufen. Sie war sich immer noch nicht sicher, ob sie damit die richtige Entscheidung getroffen hatte.
Das Singen der Reifen auf dem Asphalt wurde ruhiger, als Alex vom Highway auf eine schmale Straße abbog, die gerade geräumt worden war, den frischen Schneebergen auf beiden Seiten nach zu urteilen. Nicht einmal eine hauchdünne weiße Schicht lag auf der einzigen Fahrspur, die zu schmal für den Geländewagen zu sein schien.
Nach etwa zehn Minuten mündete die Asphaltstraße in einen Kiesweg, der zu einem lang gestreckten Blockhaus führte.
Riesige Baumstämme, ein gemauertes Fundament und ein einsames Fenster, das höchstens dreißig Quadratzentimeter Licht hereinließ, verliehen dem Gebäude den Eindruck, es sei vor zigtausend Jahren als Miniaturfestung errichtet worden. Einen Moment lang sehnte Nikki sich unwillkürlich nach ihrem beengten Krankenhauszimmer zurück.
Alex legte beide Handgelenke auf das Lenkrad, während er durch die Windschutzscheibe auf das Bauwerk starrte. Mit seinen langen Fingern trommelte er gedankenverloren auf das Armaturenbrett.
„Der Sheriff hat dir diese Bleibe empfohlen?“, fragte sie schließlich.
„Er hat mir drei Objekte genannt. Das hier ist das einzige, das momentan frei ist. Der Besitzer verbringt die Winter in Arizona.“
„Vielleicht sollte ich einfach in die Pension zurückkehren.“ Auch wenn ich nicht weiß, wovon ich das Zimmer bezahlen soll.
„Das geht nicht.“ Er schaute immer noch zu dem Gebäude. Er schien ebenso wenig wie sie erpicht darauf zu sein, es von innen anzusehen.
Schließlich bewohnte er auch das oberste Stockwerk im „Echelon“, dem nobelsten Hotel in Cheyenne, wenn nicht in ganz Wyoming.
„Hat sie mein Zimmer schon wieder vermietet?“
Er hob die Schultern. „Ich habe heute Morgen angerufen, und irgendein Mädchen hat abgehoben und gesagt, das ‚Tiff’s‘ sei für eine Weile mehr oder weniger geschlossen. Die Besitzerin hat irgendwelche Privatangelegenheiten zu regeln.“
Hadley war eine nette junge Frau, die eher daran interessiert zu sein schien, Streuner aufzunehmen, als ein lukratives Geschäft zu führen. Sie hatte Nikki sehr nett behandelt. „Hoffentlich ist bei ihr alles okay.“
„Lucius ist ein kleines Dorf. Wenn bei ihr etwas nicht okay wäre, hätte es sich längst herumgesprochen.“ Alex stellte das Trommeln ein. „Rühr dich nicht. Ich werfe mal einen Blick hinein.“
Sie stützte einen Ellbogen auf die gepolsterte Armlehne und legte das Kinn in die Handfläche. „Ich gehe nirgendwo hin“, versprach sie verdrossen, als er ausstieg. Was bleibt mir auch anderes übrig?
Sie war aus dem Krankenhausbett in einen Rollstuhl und aus dem Rollstuhl in den Geländewagen gehoben worden, der mit laufendem Motor und voll eingeschalteter Heizung vor dem Portal gewartet hatte.
Und das Heben hatte Alex übernommen.
Die ärztlichen Anweisungen waren strikt. Sie durfte sich lediglich alle paar Stunden für eine kurze Zeitspanne aufsetzen und mehr oder weniger aus eigener Kraft die Toilette benutzen und sich waschen. Für diese Gnade war sie besonders dankbar.
Sie beobachtete, wie Alex die wacklig aussehenden Stufen hinaufging. Das Sicherheitssystem beschränkte sich darauf, dass der Hausschlüssel in dem antiken Briefkasten neben der Tür versteckt war.
Alex blickte kurz zurück zum Geländewagen, und dann trat er ein.
Nikki fragte sich, was er denken mochte. Als sie noch bei ihm beschäftigt gewesen war, hatte sie geglaubt, seine Gedanken erraten zu können. Doch nun war das nicht mehr der Fall.
Er hatte die Tür offen gelassen, aber sie konnte kaum etwas erkennen, weil das steile, vorgezogene Dach Schatten warf. Sie redete sich ein, dass der Sheriff kein Haus empfohlen hätte, das morsche Dielen oder andere Gefahren barg, denen Alex dort drinnen ausgesetzt sein könnte, und lenkte ihre Aufmerksamkeit auf die Umgebung.
Dutzende von kahlen Bäumen standen um das Cottage herum. Nur vereinzelt ragten Nadelbäume hoch in den Himmel hinauf. Während der anderen Jahreszeiten übte die Landschaft vielleicht einen gewissen Reiz aus; nun wirkte der Ort furchtbar öde.
Und Nikkis Augen brannten schon wieder. Sie blinzelte hastig. Die Tränendrüsen hatten bereits genug gearbeitet. Sie redete sich ein, dass es nichts weiter war als eine neue, unerwartete Herausforderung, die es zu meistern galt. Schließlich war es nicht das erste Hindernis, das sich ihr im Leben stellte.
Solange sie die ärztlichen Anweisungen befolgte, würde es dem Baby gut gehen. Darauf musste sie sich konzentrieren. Und sobald sie für gesund erklärt wurde, konnte Alex wieder seiner Wege gehen.
Sie zuckte zusammen, als sich die Tür neben ihr öffnete.
Alex löste den Sicherheitsgurt. „Ich bringe dich rein.“
Sie war sich nicht sicher, ob sie den warmen Geländewagen verlassen wollte. Denn dort konnte sie sich ausmalen, sich hinter das Steuer zu setzen und einfach wegzufahren. „Ist es drinnen so uralt, wie es von draußen aussieht?“
„Nicht unbedingt.“ Er schob die Arme unter ihren Körper. Es war das dritte Mal, dass sie sich von ihm tragen ließ.
Sie versuchte zu ignorieren, dass sie durch das Baby fünfzehn Pfund schwerer war als gewöhnlich und er sie trotzdem mühelos durch den Schnee beförderte.
Er war ein großer, kräftiger Mann. Aber er war ein Magnat, kein Holzfäller. Sie zu schleppen – irgendetwas zu schleppen – war eigentlich nicht sein Stil. Und doch bewältigte er es mit ebenso viel Stil, wie er fast alles tat.
Sie unterdrückte ein Seufzen, als die Stufen unter ihrem Gewicht ominös knarrten. „Oh mein Gott“, murmelte sie ungläubig, sobald sie den Innenraum sah.
Alex sagte nichts dazu. Er überquerte nur den glänzenden Holzfußboden, der teilweise von einem Teppich mit Leopardenmuster verdeckt war, und legte sie auf ein riesiges, mit rotem Leder bezogenes Sofa. „Ich bringe die Lebensmittel herein und stelle den Wagen in den Schuppen hinter dem Haus. Dann mache ich dir was zu essen. Bist du bis dahin okay?“
Sie nickte vage und stopfte die Hände tiefer in die Taschen ihres Mantels. Alles, was ihn lange genug beschäftigte, bis sie sich wieder gefasst hatte, war ihr recht.
Er schloss die Tür hinter sich, als er ging, um das bisschen Wärme zu bewahren, das im Haus herrschte. Ihr Blick heftete sich auf den frei stehenden steinernen Kamin, der den Mittelpunkt des Raumes bildete und für behagliche Wärme sorgen würde, wenn ein Feuer darin brannte.
Das gewaltige runde Bett, das sie durch den offenen Schacht sehen konnte, hatte ein enormes Kopfteil aus schwarzem Leder und war mit Samtkissen übersät. Auch das Bett würde wohltuende Wärme spenden, ebenso der herzförmige Whirlpool neben der Couch und die Küche mit der angrenzenden Essecke.
Bei der Planung ihrer Flitterwochen mit Cody hatte sie in Zeitschriften Hochzeitssuiten gesehen, die fast so erotisch ausgestattet waren wie dieses Cottage. Aber für Cody war nur ein Ort in Frage gekommen: das „Tiff’s“. Denn dort hatten schon seine Eltern ihre Flitterwochen verbracht.
Sie zuckte ein wenig zusammen, als Alex mit den Einkaufstüten zurückkehrte, und löste den Blick von der leeren Badewanne mit dem Gefühl, bei etwas Unanständigem ertappt worden zu sein.
Es gab kaum etwas im Haus, das von der Couch aus nicht zu sehen war, und sie beobachtete, wie er die Tüten auf den Küchenschrank legte und wieder hinausging.
Natürlich hatte er die Einkäufe nicht persönlich erledigt. Er hatte lediglich vor dem Supermarkt angehalten, und wie durch Zauberhand war ein junger Verkäufer eifrig mit den Tüten aus dem Geschäft gekommen und hatte sie im Kofferraum verstaut.
Das war der Lauf der Welt für Alex Reed.
Das Cottage verfügte nur über eine einzige Tür, hatte dafür aber zahlreiche Fenster an der Rückseite, die im Gegensatz zu der winzigen Luke an der Vorderseite riesig waren und einen freien Blick auf Bäume und einen verschlungenen Bach boten.
Nikki hoffte, dass ihr der anfängliche Schock über die Inneneinrichtung nicht mehr anzumerken war, als Alex wieder hereinkam. Nicht, dass er es andernfalls bemerkt hätte, denn er ging schnurstracks in die Küche und räumte die Lebensmittel in die Schränke aus Walnussholz und die supermoderne Kühlkombi aus Edelstahl ein.
„Alex?“
Er hob den Kopf und blickte sie an. Sie sah es durch die Lücke zwischen dem Kamin und einem üppigen Gummibaum, der am Ende der Couch stand.
„Kannst du wirklich kochen?“
Seine Zähne blitzten auf, als er lächelte. „Ich kann den Knopf einer Mikrowelle genauso gut drücken wie jeder andere.“
„Das hast du über die Benutzung der Kaffeemaschine im Büro auch gesagt.“ Er hatte diverse Knöpfe an dem supermodernen Gastronomiegerät betätigt, und daraufhin hatte der Handwerker es nicht mehr reparieren können und eine neue Maschine anschließen müssen.
„Es wird uns nichts anderes übrig bleiben, als das Risiko einzugehen“, meinte er trocken. „Diese Mikrowelle ist fest eingebaut. Also kann ich sie nicht zu dir bringen, damit du den Knopf drücken kannst.“
Sie hörte das Schließen der Gerätetür und danach ein Piepsen. Alex hantierte weiter in der Küche. Dann brachte er Nikki ein Glas.
„Das ist ja Milch! Ich mag keine Milch.“
„Aber du bist schwanger. Du solltest literweise Milch trinken, oder nicht?“
Bisher hatte sie es umgangen und dafür täglich Vitaminpräparate und Kalziumtabletten eingenommen. Doch obwohl es keinen Grund gab, Alex einen Gefallen zu tun, obwohl seine Miene wie gewöhnlich völlig ruhig und ein wenig belustigt wirkte, nahm sie das Glas entgegen und trank.
Er schob den schmiedeeisernen Couchtisch mit der Spiegelglasplatte näher an die Couch, bevor er wieder in die Küche zurückkehrte.
Einige Minuten später kam er wieder. Das Spiegelglas reflektierte sein Gesicht, als er sich über den Tisch beugte und ein Tablett abstellte. „Interessantes Dekor“, murmelte er, während er Nikki eine große weiße Suppentasse reichte. „Ich hoffe, du magst Nudelsuppe mit Huhn. Sie ist ungesalzen. Carmichael hat gesagt, dass du die Salzzufuhr minimieren sollst.“
„Sie ist sehr gut“, sagte sie wahrheitsgemäß. Plötzlich hatte sie sogar großen Hunger, und sie musste sich zusammenreißen, um die Suppe nicht vor seinen Augen gierig zu verschlingen.
Er kehrte in die Küche zurück, und einen Moment später hörte sie ihn telefonieren.
Das zumindest war typisch für ihn. Sein Handy und er waren stets unzertrennlich gewesen. Er war ein hoffnungsloser Workaholic.
Irgendwie getröstet durch dieses kleine Indiz der Normalität, aß sie nicht nur die Suppe, sondern auch noch die Banane und die beiden Brötchen auf dem Tablett.
Immer wieder glitt ihr Blick zur Küche. Alex’ Stimme war zu leise, um seine Worte ausmachen zu können. Sie wusste, dass er bewusst flüsterte. War es ein privates Telefonat?
Er war zweiundvierzig, äußerst gut aussehend, dazu extrem wohlhabend und daher ständig von Frauen umschwärmt.