Unsere eBooks werden auf kindle paperwhite, iBooks (iPad) und tolino vision 3 HD optimiert. Auf anderen Lesegeräten bzw. in anderen Lese-Softwares und -Apps kann es zu Verschiebungen in der Darstellung von Textelementen und Tabellen kommen, die leider nicht zu vermeiden sind. Wir bitten um Ihr Verständnis.
© eBook: 2021 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
© Printausgabe: 2021 GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, Postfach 860366, 81630 München
Gräfe und Unzer ist eine eingetragene Marke der GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, www.gu.de
Alle Rechte vorbehalten. Nachdruck, auch auszugsweise, sowie Verbreitung durch Bild, Funk, Fernsehen und Internet, durch fotomechanische Wiedergabe, Tonträger und Datenverarbeitungssysteme jeder Art nur mit schriftlicher Genehmigung des Verlages.
Projektleitung: Angela Gsell
Lektorat: Alexandra Bauer (textwerk, München), Karin Leonhart für textwerk, München
Covergestaltung: FAVORITBUERO, München
eBook-Herstellung: Viktoriia Kaznovetska
ISBN 978-3-8338-8162-6
1. Auflage 2021
Bildnachweis
Coverabbildung: Renate Bornhak
Fotos: Renate Bornhak
Syndication: www.seasons.agency
GuU GuU 8-8162 09_2021_02
Unser E-Book enthält Links zu externen Webseiten Dritter, auf deren Inhalte wir keinen Einfluss haben. Deshalb können wir für diese fremden Inhalte auch keine Gewähr übernehmen. Für die Inhalte der verlinkten Seiten ist stets der jeweilige Anbieter oder Betreiber der Seiten verantwortlich. Im Laufe der Zeit können die Adressen vereinzelt ungültig werden und/oder deren Inhalte sich ändern.
Die GU-Homepage finden Sie im Internet unter www.gu.de
www.facebook.com/gu.verlag
LIEBE LESERINNEN UND LESER,
wir wollen Ihnen mit diesem E-Book Informationen und Anregungen geben, um Ihnen das Leben zu erleichtern oder Sie zu inspirieren, Neues auszuprobieren. Wir achten bei der Erstellung unserer E-Books auf Aktualität und stellen höchste Ansprüche an Inhalt und Gestaltung. Alle Anleitungen und Rezepte werden von unseren Autoren, jeweils Experten auf ihren Gebieten, gewissenhaft erstellt und von unseren Redakteur*innen mit größter Sorgfalt ausgewählt und geprüft.
Haben wir Ihre Erwartungen erfüllt? Sind Sie mit diesem E-Book und seinen Inhalten zufrieden? Wir freuen uns auf Ihre Rückmeldung. Und wir freuen uns, wenn Sie diesen Titel weiterempfehlen, in ihrem Freundeskreis oder bei Ihrem Online-Kauf.
KONTAKT ZUM LESERSERVICE
GRÄFE UND UNZER VERLAG
Grillparzerstraße 12
81675 München
Die Informationen in diesem Buch stellen die Erfahrungen und die Meinung der Autorinnen dar. Sie wurden von ihnen nach bestem Wissen erstellt und mit größtmöglicher Sorgfalt geprüft. Sie bieten jedoch keinen Ersatz für persönlichen kompetenten medizinischen Rat. Weder die Autorinnen noch der Verlag können für eventuelle Nachteile oder Schäden, die aus den im Buch gegebenen praktischen Hinweisen resultieren, eine Haftung übernehmen.
Eine ganz wichtige Erkenntnis der letzten Jahre ist die, dass ich ein gutes Stück weit selbst dafür verantwortlich bin, ob ich die Hilfe bekomme, die ich brauche. Es gibt eine große übergeordnete Infrastruktur für ein doch ziemlich breites Angebot an Hilfen, und natürlich kann es eine große Herausforderung sein, sich darin zurechtzufinden. Aber vor allem muss man sich in sich selbst zurechtfinden und sich selbst durchschauen und erkennen, an welchem Punkt man jetzt welche Unterstützung gebrauchen könnte. Jeder kennt sich selbst am besten, ich kann nicht von anderen erwarten, dass sie besser über meine Bedürfnisse Bescheid wissen als ich. Ich habe so viel über mich gelernt in den letzten Jahren – auch dank der Hilfe, die ich von außen bekommen habe. Und doch kann ich mich nicht ausruhen auf dem, was ich gelernt habe, denn ich entwickle mich ja ständig weiter. Und ich habe gute und schlechte Tage. Oder Wochen. Oder Monate. Ich muss mich ständig aufs Neue fragen, ob ich die Unterstützung, die ich letztes Mal hatte, auch dieses Mal wieder brauche.
Mein Eindruck ist, dass sich viele von uns sehr, sehr schwer damit tun, andere Menschen um Hilfe zu bitten. Dass wir immer weiter versuchen, allein zurechtzukommen – und uns damit in Wirklichkeit keinen Gefallen tun. Sind wir zu stolz? Haben wir Angst, uns eine Blöße zu geben? Schämen wir uns, nicht alles ganz allein zu schaffen? Oder wissen wir vielleicht gar nicht, wie man um Hilfe bittet? Haben wir es nie gelernt? Oder haben wir es seit »Mama, bindest du mir eine Schleife?« wieder verlernt?
Wenn ich in den letzten Jahren anderen Menschen von meinen Schwierigkeiten erzählte, reagierten diese häufig mit Kommentaren wie »Uff, ja, ich finde das auch superlästig, wenn im Supermarkt umgeräumt wurde.« Oder »Mich nervt das auch, wenn jemand zu spät kommt.«
Ja, genau, das kennt doch irgendwie jeder. Und wenn jemand so etwas zu mir sagt, dann ist das ganz bestimmt »gut gemeint«: Es geht darum, einen gemeinsamen Nenner mit mir zu schaffen. Eine Verbindung. Darum, Verständnis zu zeigen.
Aber ganz ehrlich: Bei solchen Kommentaren fühle ich mich immer total unverstanden. Es kommt mir so vor, als würden andere meine Probleme bagatellisieren oder sie nicht ernst nehmen. Als würde mein Gegenüber meinen, dass ich mir das alles nur einbilde oder einfach nur übertreibe. Die meisten verlieren dabei aus dem Blick, dass das, was sie »lästig« und »nervig« finden, für mich viel weitreichendere Konsequenzen hat als für sie. Denn für mich ist der umgeräumte Supermarkt nicht einfach nur superlästig, sondern ein kolossaler Stresstest, der mich derart unter Druck setzen und schlauchen kann, dass ich entweder den Einkauf abbreche oder hinterher stundenlang ermattet auf dem Sofa liege. Und mich nervt es nicht einfach nur, wenn jemand zu spät kommt, sondern es bringt mich vollkommen aus dem Konzept – mitunter auch so sehr, dass ich die Verabredung überhaupt nicht mehr wahrnehmen kann. Das sind nur zwei kleine Alltagsbeispiele aus einem ganzen Katalog …
Andererseits: Wenn es wirklich so viele Menschen gibt, die ähnliche Situationen wie ich als Herausforderung erleben – nur eben nicht so extrem wie ich –, dann ist das ja vielleicht doch unser gemeinsamer Nenner? Und womöglich wäre es diesen Menschen eine Hilfe, etwas über meinen Umgang mit diesen Herausforderungen zu erfahren? Vielleicht können sie etwas davon auf sich selbst übertragen, da, wo es für sie passt.
Das waren die Überlegungen, die diesem Buch vorausgingen. Deshalb werde ich hier von vielen kleinen und größeren tagtäglichen Stolpersteinen erzählen – und davon, wie ich sie (inzwischen) überwinde. Meistens jedenfalls. Denn die jahrzehntelange Anpassung hat natürlich auch bei mir Spuren hinterlassen, und es wird lang dauern, bis ich sie alle ausgelöscht habe. Aber ich bin schon richtig gut dabei, ich habe bereits große Fortschritte gemacht und bin weiterhin zuversichtlich!
Apropos Asperger: Mir ist bewusst, dass Hans Asperger, nach dem diese Form des Autismus in den 1940ern benannt wurde, in der Zeit des Nationalsozialismus eine umstrittene Rolle gespielt hat. Der Begriff ist aber derzeit in Literatur und Gesellschaft so eingeführt, dass ich mich dennoch dafür entschieden habe, ihn in meinem Buch zu verwenden. Ab 2022 gilt die neue, elfte Version der internationalen statistischen Klassifikation der Krankheiten und verwandter Gesundheitsprobleme (ICD-11) der WHO, in der nur noch allgemein von Autismus-Spektrum-Störungen (ASS) die Rede sein wird. Wann die ICD-11 in Deutschland eingeführt wird, steht noch nicht fest.