Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der
Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
© 2020 Thorsten Georg Verheyden
Dieses Werk ist urheberrechtlich geschützt. Alle Rechte vorbehalten.
Kein Teil dieses Buches darf ohne schriftliche Genehmigung des Autors in irgendeiner Form verwendet werden.
Satz, Umschlaggestaltung, Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN: 978-3-7519-0977-8
Ganz besonderen Dank möchte ich an dieser Stelle all denjenigen aussprechen, die mich auf all meinen Reisen über viele Jahre hinweg begleitet haben und denjenigen die mich von zu Hause so toll dabei unterstützt haben. Trotz der teilweise großen Entfernungen waren die Menschen, die mir besonders wichtig waren, immer für mich da und auch irgendwie immer bei mir.
Schon zu Kindheitstagen war es mein größter Wunsch die Welt zu sehen. Während einige meiner Mitschüler sich in den Sommerferien auf in die große weite Welt gemacht haben, sind wir mit der Familie meist in Deutschland geblieben. Und es war schön! Doch im tiefsten Innern blieb etwas neidvoll immer der Wunsch, es den Freunden nachmachen zu können.
Vielleicht auch deshalb, habe ich mich schon zu Schulzeiten mit verschiedenen Kulturen auseinandergesetzt. Ob es die neuen Mitschüler aus Afrika, die langjährigen Fußballkumpel aus Griechenland, Freunde aus Kroatien und Polen oder die italienischen Großfamilien aus der Nachbarschaft waren. Schon früh wurde mir bewusst, dass es nicht nur bei der Sprache und beim Essen Unterschiede gab. Schnell wird sogar einem Kind klar, dass die Familien der ausländischen Freunde und Bekannten teilweise völlig andere Hierarchie-Strukturen aufweisen.
Schnell lernte ich, auf die Feinheiten zu achten. Denn selbstverständlich war ich als Kind nicht unbedingt in der Lage, die verschiedenen Sprachen und Dialekte zu verstehen. So beschränkten sich meine Beobachtungen meist auf Gestik und Mimik der Freunde und deren Verwandter. Ein klarer Vorteil war es natürlich, dass bei den meisten Südländern oft mit deutlich mehr Gestikulation gesprochen wird, als es bei uns in Deutschland üblich ist. Wer früh lernt dies zu deuten und zu verstehen, dem wird es später viel leichter fallen auch mal zwischen den Zeilen zu lesen.
Über die Jahre hinweg hat mich dann meine berufliche Laufbahn immer wieder in neue Gebiete und Kulturen der Welt geführt. So hatte ich die Chance, die als jugendlicher gewonnenen Fähigkeiten weiter zu festigen und neue hinzu zu lernen. In diesem Buch werde ich Ihnen also so viel preisgeben, dass Sie zumindest ein grundlegendes Verständnis im Umgang mit ähnlichen oder total verschiedenen Kulturen beherrschen. Über vereinzelte Länder werde ich mal mehr, mal weniger eingehen. Da sich häufig einige Gepflogenheiten überschneiden, wurden die einschlägigsten Erlebnisse dem jeweiligen Land zugeordnet in dem sie geschehen sind oder in dem man am wahrscheinlichsten auf diese treffen wird.
Ob im Privaten und/oder Beruflichen, Einblicke dieser Art werden sich für Sie sehr schnell bezahlt machen. Denn wer die Spielregeln des internationalen Geschäfts und deren Beziehungen erst einmal kennt und verstanden hat, wird sowohl im Ausland als auch bei heimischen internationalen Unternehmen stets die Nase vorn haben. Ein simpel klingender, aber sehr entscheidender Vorteil.
Erlauben Sie mir noch eine abschließende Bemerkung. Obwohl alle Erfahrungen und Ereignisse tatsächlich so geschehen sind bzw. gut recherchiert wurden, darf ich den Hinweis natürlich nicht vernachlässigen, dass diese ggf. auch teilweise zu Unrecht einem Land oder einer Region zugeschrieben werden. Es sind eben nur Erfahrungen, die ich persönlich als Einzelner auf unzähligen Reisen erleben durfte. Falls es doch einmal den Anschein erwecken sollte, dass ein Land eher etwas unvorteilhafter dargestellt wurde, bitte ich Sie einfach darum, sich Ihr eigenes Bild zu verschaffen. Gern nehme ich dann auch Ihre Gegendarstellung entgegen. Denn auch nach Jahrzehntelanger Reiseerfahrung habe ich zumindest so viel gelernt: Kultur- und Länderübergreifend lernt man nie aus!
Vielen Dank!
In der Einleitung haben Sie schon das ein oder andere über mich und meinen persönlichen Antrieb erfahren. In diesem Kapitel möchte ich jedoch noch ein paar Kleinigkeiten aus meinem Werdegang ergänzen. Denn wie es auch bei der beruflichen Laufbahn war, setzen sich meine Erfahrungen aus unzähligen Kleinigkeiten, genau wie ein Puzzle zusammen.
Definitiv erwähnenswert sind dabei meine Erlebnisse aus der Bundeswehrzeit. Denn schon vor meiner eigentlichen beruflichen Laufbahn wurde ich auf die verschiedensten Zusammentreffen mit unterschiedlichsten Kulturen vorbereitet. So ergab es sich (für mich damals etwas willkürlich), dass ich meinen Wehrdienst im Wachbataillon des BMVg (Bundesministerium der Verteidigung) absolvierte. Die Aufgabe meiner Kameraden und mir bestand größtenteils darin, ausländische Staatsgäste mit militärischen Ehren zu empfangen.
Neben einer durchaus harten Ausbildung, bei der ca. 45 junge Männer darauf gedrillt wurden, bestimmte militärisch korrekte Abläufe in Bruchteilen einer Sekunde gleichzeitig auszuführen galt ein spezielles Augenmerk unserer Ausbilder darauf, dass unsere Mimik sich keinesfalls verändern durfte. Und zwar auch dann nicht, wenn uns während wir zur Begrüßung eines kulturell vollkommen fremden Staatsgastes (inkl. seiner teils mehr als überraschenden traditionellen Kleidung) im Spalier stehen. Schließlich repräsentierten wir in diesem Moment (zumindest ein wenig) unser Land. Und die Gäste waren ja auch nicht »irgendwer«, sondern in der Regel hochrangige Politiker und Staatsoberhäupter. Um uns auf solche Situationen bestmöglich vorzubereiten, waren unsere Vorgesetzten manchmal schon sehr einfallsreich. Neben dem harten Kurs und schier endloser Wiederholungen des Protokolls, munterten sie uns regelmäßig mit Testdurchläufen auf. Gelegentlich geschah dies so, dass sich ein höherrangiger Soldat ein wenig provokant kleidete und mit komischen Gesten wild hantierte. Ob eine Feder im Haar, lustige Kleidung oder einfach nur ein amüsanter Gang.
Letztendlich (und vielleicht auch ein wenig im Nachhinein) half es mir schon sehr, die ersten spontanen Reaktionen auf fremdartige Kulturen und Gepflogenheiten zu unterdrücken. Und bereits nach dem ersten »Schock« sieht die Welt meist schon etwas anders aus und wir sind offener und bereiter uns auf die Persönlichkeit einzulassen statt uns von reiner Äußerlichkeit ablenken zu lassen.
Im direkten Anschluss an meine Wehrdienstzeit knüpfte sich dann auch schon meine Ausbildung zum Industriekaufmann an. Damit war der erste berufliche Schritt gesetzt und die Weichen gestellt.
Schon kurz nach Beginn der Ausbildung wurde mir offenbart, dass ich den Ausbildungsabschnitt »Vertrieb« in einem anderen Unternehmen absolvieren müsse, da in meiner Ausbildungsstätte eben diese Abteilung nicht sehr ausgeprägt war. Zu meinem Glück war unser damaliger Geschäftsführer sehr gut in der internationalen Firmengruppe vernetzt und er gab meiner Bitte nach, dass ich diese Zeit doch im Rahmen eines der Firmengruppe angeschlossenen Unternehmen vollziehen durfte. Und genau hier legte ich fest, dass meine berufliche Karriere nicht allein auf meine Heimatstadt beschränkt sein darf.
So setzte es sich dann während meines ersten Studiums fort. Unser neuer Geschäftsführer und eine Art Mentor für mich, ermöglichte mir während der Semesterferien dann einen vierwöchigen Aufenthalt in unseren Tochtergesellschaften in Nanjing, Shanghai und Peking. Eine tolle Erfahrung, die mich aber auch durchaus an Grenzen gebracht hat. Doch auch heute noch, habe ich zu den damals noch fremden Menschen aus der chinesischen Tochtergesellschaft Kontakt. Hin und wieder gibt es sogar während Besuchen in China das ein oder andere Wiedersehen. Schön wie die ehemaligen Kollegen noch über den damals so jungen und etwas tollpatschigen Kollegen aus Deutschland lachen können.
Nachdem ich dann das Studium abgeschlossen hatte, konzentrierte ich mich zunächst auf meine Aufgabe, den deutschen Markt für meinen Arbeitgeber vertrieblich weiter aufzubauen. Eine tolle Aufgabe, die für mich lediglich daran scheiterte, dass es eben nur um Deutschland ging. Als sich dann wie aus heiterem Himmel die Chance ergab, die Seiten und in den internationalen Einkauf zu wechseln, fiel mir die Wahl nicht wirklich schwer. Jegliche Bedenken nahm mir mein neuer Chef in nur wenigen Gesprächen. Ich erkannte die Möglichkeit, in seinem Team zu wachsen und mich mit seiner Unterstützung selbst weiterzuentwickeln.
Getrieben von den Möglichkeiten, die mein Chef und mein neuer Job mit sich brachten, entschied ich mich nun zu einer weiteren Spezialisierung und begann mein Studium im Wirtschaftsrecht. So wappnete ich mich neben den verhandlungstechnischen Soft Skills ganz nebenbei mit den juristisch erforderlichen Grundlagen. Ein großer Vorteil in vielen Verhandlungssituationen.
Nach zahlreichen Jahren in einem sehr tollen beruflichen Umfeld habe ich viel gelernt und viel gesehen. Letztendlich kam dann jedoch der Wunsch auf, das erlernte Wissen auch mal anderswo zu nutzen und meinen persönlichen Horizont noch mehr zu erweitern. So ergab es sich für mich glücklicherweise, dass ich mich einer ähnlichen Aufgabe bei einem ganz anderen Unternehmen stellen durfte. Von der Größe zwar unterschiedlich, von der Mentalität jedoch absolut passend.
Mit Hilfe dieses kurzen Überblicks über meinen bisherigen beruflichen Weg, wird es Ihnen an der ein oder anderen Stelle sicher leicht fallen sich in die Situation ein zu denken und entsprechend mitzufühlen.
Wenn jemand eine Reise tut, so kann er was erzählen.« Frei nach diesem Motto von Matthias Claudius (1740 – 1815) gibt es aus jedem Land ganz eigene Geschichten zu erzählen. Und dies war nicht nur zu Lebzeiten des deutschen Dichters und Journalisten so. Die Welt hat sich verändert. Reisen ist nun nicht mehr nur etwas für Privilegierte, sondern zieht sich immer mehr durch sämtliche Schichten und Berufe. Teils sehr günstige Flüge und die absolute Vergleichbarkeit im Internet auf unzähligen Online-Portalen sorgen von ganz allein für eine stetig wachsende Erreichbarkeit naher und ferner Orte. Die Welt und sämtliche Kulturen öffnen uns die Tore, um sie hier bei uns und auch vor Ort selbst zu erleben.
In diesem Kapitel möchte ich von der einen oder anderen Erfahrung aus den verschiedensten Ländern und Kulturen berichten. Selbstverständlich sind dies lediglich meine Erlebnisse und Erfahrungen. Teils mögen diese vielleicht ein wenig einseitig sein, zeigen aber auch gleichzeitig wie individuell Erlebnisse während einer Dienstreise, einem Städtetrip oder einem Urlaub sein können. Wenn es um Geschäfte im Ausland geht, sind Sie auf ein gutes Netzwerk angewiesen. Dies aufzubauen dauert oft Jahre und erfordert ein hohes Maß an geeigneter Kommunikation. Und gerade dies lässt sich nicht ausschließlich auf Urlaubserfahrungen zurückführen. Einen ersten Eindruck möchte ich Ihnen (zumindest in der Theorie) im folgenden Kapitel vermitteln.
Beginnen möchte ich meine Reise mit Ihnen zu den verschiedensten Kulturen in Europa. Denn auch wenn wir in den letzten Jahrzehnten eine gewisse Nähe zu unseren direkten Nachbarn aufgebaut haben, sind die Verhältnisse immer noch teils sehr verschieden. Zumindest den innereuropäischen Handel hat die Gründung der Europäischen Union beflügelt und vereinfacht. Und dies nicht nur durch schnellere und unkomplizierte Zollabwicklungen und der teilweisen Vereinheitlichung der Währung. Auch menschlich fühlen sich viele Europäer nun mehr miteinander verbunden. Ob dies auch in der Zukunft weiter so sein wird oder sich sogar noch verstärkt ist unmittelbar mit dem gegenseitigen Verständnis verbunden. Aus diesem Grund folgt in diesem Kapitel eine jeweilige kurze Darstellung meiner persönlichen Erfahrungen mit bzw. aus Ländern innerhalb Europas.
Um Sie dabei nicht mit Alltagsgeschichten zu langweilen habe ich mich auf (zumindest für mich) besondere Ereignisse beschränkt. Aus diesem Grund sind einige Berichte ein wenig ausführlicher als andere. Was aber nicht bedeuten soll, dass jemand anderes nicht vielleicht die gleichen oder noch viel mehr Erfahrungen in einem ganz anderen Land erleben kann.
Am besten Sie begeben Sich selbst auf die Reise. Und vielleicht wird Ihnen die ein oder andere Geschichte von mir dann wieder einfallen.
Klassischerweise fing meine berufliche Laufbahn – auch auf dem Gebiet der Dienstreisen – hauptsächlich in Deutschland an. Dies bedeutete natürlich endlose Stunden im Auto auf vollen Autobahnen und unübersichtlichen Landstraßen. Doch hatte ich hier wirklich viel Glück. Viele meiner Dienstreisen trat ich gemeinsam mit einem Kollegen an. Das hatte den sehr großen Vorteil, dass wir uns Stunde um Stunde über sowohl private als auch fachliche Themen austauschen konnten. Diesem Kollegen bin ich immer noch sehr zu Dank verpflichtet, denn die meisten technischen Grundlagen habe ich auf diese Art und Weise häufig erst so richtig verstanden.
Aber auch ein toller Nebeneffekt entstand und wir haben eine gewisse freundschaftliche Basis gefunden und sahen die Dienstreisen immer auch ein wenig als Ausflug unter Freunden an.
Daraus entwickelte sich im Laufe der Zeit jedoch immer mehr eine Art Shopping Trip. Die Initiativ-Zündung dazu war ein Besuch bei einem Kunden im Süden Deutschlands. Mein Kollege hatte von einem Freund erfahren, dass es in diesem Ort in dem der Kunde seinen Sitz hatte, einen Fabrikverkauf eines Schokoladenherstellers gab. Zu Beginn witzelte ich noch über die Besucher, die einen ganzen Karton voll mit Süßigkeiten dort gekauft haben. Denn wer braucht schon so viel Schokolade? Ca. eine Stunde später stand ich dann vor meinem Auto und versuchte neben unseren Koffern und Produktmustern noch meine 3 Kartons voll mit dem Süßkram unterzubringen. An dieser Stelle war der Grundstein unserer »Outlet-Sucht« gelegt. Nicht lange dauerte es dann auch, bis wir uns aus dem Buchhandel einen entsprechenden »Outlet-Reiseführer« zugelegt hatten. Während der nächsten gemeinsamen Autofahrten fielen dann ununterbrochen Sätze wie: »Brauchst Du noch ein Fahrrad? Oder eine Tasche? Wie sieht es mit Chips aus? Oh, Schuhe...!«). Unsere Mittagspausen verbrachten wir dann also häufig mit Stöbern und Shoppen.
Die meisten von Ihnen werden bereits Ihre Erfahrungen mit Terminen bei Zulieferern oder anderen Geschäftspartnern gemacht haben. Es liegt ja schließlich auch auf der Hand zunächst Geschäftsbeziehungen »lokal« aufzubauen und diese zu festigen. Aus diesem Grund werde ich in diesem Kapitel auch nur auszugsweise hierauf eingehen.
In Gesprächen, bei denen es um meine Reisetätigkeit geht werde ich häufig gefragt, wie es denn sei, wenn man im Ausland auf verschiedenste Kulturen trifft. Meine Antwort ist dabei stets dieselbe: »Das kann man einfach nicht in ein paar Sätzen zusammenfassen, da müsste man vielmehr mal ein Buch drüber schreiben«. Meist ergänze ich diese Aussage aber noch um ein paar erklärende Worte. Denn um auf andere Kulturen zu treffen, muss man gar nicht weit reisen. Deutschland zählt immer noch zu einem klassischen Einwanderungsland – mit allen Vor- und Nachteilen. Und genau aus diesem Grund treffen Sie im täglichen Arbeitsleben auch immer wieder auf andere Kulturen. Nur hier meist mit dem Vorteil, dass sich Ihr Gesprächspartner mit Ihnen auf Deutsch unterhalten kann. Sitten und Gebräuche mögen zwar den unseren angepasst sein, aber ein wenig aus der »angeborenen oder anerzogenen« Kultur schimmert immer noch etwas hindurch.
Aber man muss nicht stets nur auf ausländische Kulturen schauen. Denn auch innerdeutsch gibt es regionale Unterschiede, die den internationaler Kulturen teils sehr ähnlich sind. Denken Sie dabei nur an die Wirkung der Sprache im Vergleich Norden zum Süden. Bereits die sprachlichen bzw. dialektischen Unterschiede führen hin und wieder zu größeren Missverständnissen. Auch wenn es immer auf die individuelle Wahrnehmung ankommt wirkt die schwäbische Art zu reden gelegentlich offizieller als gemeint und dem Nordischen sagt man viel zu schnell eine gewisse Überheblichkeit nach. Dem westlichen Ruhrgebiet spricht man hingegen im Gegensatz zum Sächsischen eine gewisse Sympathie zu. Schnell kann dies somit durch eine falsche Auffassung in einer ganz gewöhnlichen Unterhaltung zu ungewollten Wendungen kommen. Je mehr Sie jedoch in Kontakt mit Gebieten kommen, die einen ganz eigenen Dialekt haben, desto mehr gewöhnen Sie sich daran und erkennen relativ schnell gewollte und ungewollte Emotionen.
Zunächst lässt sich festhalten, dass wie erwartet die Unterschiede zwischen der deutschen und österreichischen Kultur eher gering ausfallen. Ich habe auf meinen Reisen in unser Nachbarland die Österreicher als eher konservative, aber offene und freundliche Menschen kennen gelernt. Zu unserem Vorteil: Es wird großer Wert auf Gastfreundschaft, Anstand, Stil und Traditionen gelegt.
Österreicher sind recht stolz auf ihre beruflichen Titel und legen deshalb auch sehr viel Wert auf die richtige Bezeichnung bzw. Formulierung. Dies spiegelt sich gleichzeitig aber auch im richtigen Auftreten wieder. Denn die Österreicher legen besonders viel Wert auf die dem Anlass angemessene Kleidung. So kann es durchaus vorkommen, dass bei einem förmlichen Besuch Ihr Gegenüber in einer österreichischen Tracht erscheint. Machen sie sich aber keine Gedanken, denn auch hier gilt es als angebracht, wenn Sie Ihren Standard Anzug tragen.
Gerade weil die Österreicher sehr offene Menschen sind und Kommunikation einen sehr hohen Stellenwert einnimmt, müssen Sie für ein Geschäftstreffen entsprechend viel Zeit einplanen. Bevor wichtige Entscheidungen getroffen werden (und alle Entscheidungsträger mit am Tisch sitzen), kann es durchaus zu Gesprächen – meist im sachlichen und eher gehobenen Stil – kommen. Untermauert wird dabei häufig, wie stolz die Österreicher auf Ihre Geschichte und die daraus entstandene Kultur sind. Wenn Sie hierfür ein wenig Interesse zeigen, steht den tollen Abschlüssen und einer fantastischen Zusammenarbeit nicht entgegen.
Als deutscher Geschäftsreisender werden Sie es mit einem österreichischen Gegenüber demnach nicht schwer haben. Fühlen Sie sich einfach wie zu Hause, denn die kulturellen Unterschiede sind zumindest in diesem Fall eher zu vernachlässigen.
Von besonderer Wichtigkeit im Geschäftsleben mit Spaniern ist es die spanischen Geschäftspartner und ggf. Kollegen gedanklich immer ein Stück weit mitzunehmen. Entwickeln Sie Strategien oder Vereinbarungen lieber gemeinsam. So bringen Sie die Spanier auf den gewünschten Weg. »Plumpe« Vorschriften führen unweigerlich in den meisten Fällen zu persönlichen Blockaden. Merken werden Sie dies besonders dann, wenn nach zähen Verhandlungen noch kurz vor dem Vertragsabschluss ganz plötzlich wieder Probleme auftauchen, von denen Sie bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht einmal etwas ahnen konnten. Merken Sie sich also: Gemeinsam ist besser als letztendlich getrennt oder gegeneinander! Ihre Nerven werden es Ihnen danken.
Eine absolute Besonderheit liegt wohl auch darin, dass die Spanier es lieben besonders spät zum Abendessen zu gehen. Während man hierzulande bei einer abendlichen Einladung zum gemeinsamen Essen um 22:00 Uhr zunächst recht skeptisch schauen würde, ist dies in Spanien eher Normalität.
Haben Sie jedoch einmal das »Herz« eines Spaniers erobert, werden Sie viel Freude an einer fantastischen Zusammenarbeit haben. Nicht immer einfach, aber irgendwie lebendig.
Bei einer meiner Dienstreisen nach Barcelona, habe ich erfahren, dass man neben guten Geschäften, imposanten weltbekannten Kunstwerken (z.B. von Gaudi) und architektonischer Meisterleistungen (z.B. die Kirche Sagrada Família) auch absolutes Chaos erleben kann. So geschah es mir tatsächlich, dass ich meine Dienstreise auf genau die zwei Tage legte, an der die lokalen Taxiunternehmen einen Generalstreik ausgerufen hatten. Die genauen Hintergründe habe ich natürlich nicht verstanden aber es schien eine Abschreckung in Bezug auf Uber gewesen zu sein. Leider wurde davon auch in der internationalen Presse nichts berichtet. Sonst hätte ich mich ja ein wenig auf das Chaos einstellen können. Jedoch hatte man in Katalonien wohl zu viel Angst, dass es Reisende abschrecken könnte und wegbleibende Touristen und Geschäftsleute entsprechende Umsatzeinbußen mit sich bringen würden!? So sagte zumindest mein spanischer Geschäftsfreund. Auch wenn die abendlichen gewalttätigen Auseinandersetzungen (die ich bei solchen Anlässen durchaus schon erlebt habe) zum größten Teil ausgeblieben sind, versank ganz Barcelona in einem verkehrstechnischen Chaos.
So wurde unsere für den nächsten Morgen geplante Fahrt zum Flughafen schon am Abend zuvor zu einem Erlebnis. Vorsorglich wie wir nach bisherigen Erlebnissen waren, haben wir uns beim örtlichen Busunternehmen erkundigt, ob es Möglichkeiten für den nächsten Morgen gäbe, mit öffentlichen Verkehrsmitteln zum Flughafen zu gelangen. Die junge Dame, die für mich sehr überraschend fließend Englisch sprach, wusste in der Tat nicht, ob sie lachen oder weinen sollte. Sie sagte nur, dass nach den Erlebnissen am ersten Streiktag sie sich morgens nicht in die Schlangen für den Airportbus stellen würde. Auch die Versuche mit der Metro zum Flughafen zu gelangen, sorgte für schiere Verzweiflung. Als hätten wir da eine Wahl gehabt!
Am nächsten Morgen sind wir dann zur Sicherheit gleich 2,5 Stunden früher aufgestanden und haben uns um kurz vor 7:00 Uhr bei bereits knapp 30 Grad auf den Weg zur Bushaltestelle gemacht. Wie angesagt: völliges Chaos! Die Schlange zum Flughafen (zumindest für den Terminal 1) war so lang, dass wir die Wartezeit auf deutlich über zwei Stunden einschätzen. Und dass dies bei den Temperaturen in Kombination mit einer aufgebracht wartenden und nervösen Menschenmenge nicht einen Freudentanz auslöst, ist wohl leicht vorstellbar. Zum Glück sah mein Kollege genau in diesem Moment der Verzweiflung nur ein paar Meter weiter die Busse zum Terminal 2 des gleichen Flughafens. Diese war offensichtlich nicht wirklich gut ausgelastet, da die meisten Flieger ja von Terminal 1 gehen. Schnell kombiniert ergriffen wir die Chance und setzten uns in diesen halbleeren Bus. Am Flughafen angekommen dann noch schnell den Terminal Shuttle ergattert und innerhalb von knapp 40 Minuten waren wir am Ziel: Terminal 1 des Flughafens in Barcelona – quasi »ganz« ohne Stress.
In der produzierenden Wirtschaft ist Portugal sicher durch den großen Anteil an Zulieferfirmen für die Automobilindustrie bekannt und beliebt geworden. Und genau dies hat in Portugal für sehr spezialisierte und hochentwickelte Fertigungsmöglichkeiten gesorgt. Nicht zuletzt seien an dieser Stelle die begehrten Werkzeuge für Kunststoffteile mit entsprechender Serienfertigung genannt.