Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek:
Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet dieser Publikation
in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte biliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar
© 2021 Fritz Manfred Geppert
Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt
ISBN: 978-3-7543-9216-4
Es sind 57 Damen und 54 Herren, die in der zurückliegenden Zeit von nunmehr fast 90 Jahren; von den Anfängen des alpinen Skirennsports bis heute die Spuren von Erfolgen im Schnee der Pisten für sich und Deutschland hinterlassen haben. Mit der Veröffentlichung dieser auch historisch zu betrachtenden Publikation werden Höhepunkte und Ergebnisse von Olympischen Spielen, Weltmeisterschaften, wie die von FIS-, nachfolgend Weltcuprennen unserer ehemaligen, wie der auch noch aktuellen Aktiven in chronologischer Reihung, textlich und grafisch informativ aufgearbeitet.
In dieser dem Leser vorliegenden aktuellen Ausgabe meines Buches habe ich Ergänzungen und Korrekturen vorgenommen, die dem gegenwärtigen Stand von Entwicklung und Information im Sport allgemein geschuldet sind.
Der Autor
Fritz Manfred Geppert ist 1937 in Wünsdorf bei Zossen, 40 km südlich von Berlin in der Mark Brandenburg geboren. Das Schreiben hat dem heute 82-jährigen von Schülerzeiten an Freude bereitet. Sei es als biografische Replik, als ein historisch spannend fantasievoller Exkurs, oder wie im vorliegendem Buch zu lesen und nachzuschlagen, die Aufarbeitung eines Themas aus dem Spektrum des Sports. Seit 1955 lebt er mit seiner Familie in der Wetterau zwischen den Höhenzügen von Taunus und Vogelsberg.
Als einem der vielen großen Anhänger des alpinen Skisports verfolge ich schon Jahrzehnte die Erfolge von deutschen Rennläufern bei den Damen und Herren. Die Faszination dieses Sports ist atemberaubend wie auch spannend. Die Technik, das rasante Tempo, und das alles bei hohem Risiko beim Abfahrtslauf und Su-G, die Geschmeidigkeit, Beweglichkeit der alpinen Rennläufer zwischen den roten und blauen Stangen beim Slalom und Riesenslalom deuten uns, den Zuschauern den immensen Aufwand für das Training der Aktiven im Kreis der Spitzenklasse an. Dazu gesellt sich der enorme Spannungsbogen beim Zieldurchlauf der Rennläufer, wenn nicht Zehntel, sondern Hundertstel Sekunden zwischen Sieg und Niederlage entscheiden. Die Anspannung, unbändige Freude beim Blick auf die Zeitmessung, die Erwartung auf einem Podestplatz oder doch eine sehr gute Platzierung zu erzielen, oder eine Enttäuschung wegzustecken zu müssen, ist jedem Läufer im Gesicht abzulesen.
Wie schon am Anfang meiner Ausführungen erwähnt, registriere ich seit vielen Jahrzehnten die Daten und Ergebnisse, die deutsche Rennläufer und Läuferinnen auf den Rängen von Eins bis Drei seit dem Beginn des alpinen Rennsports, den FIS-Rennen, später dem Weltcup, bei Weltmeisterschaften und Olympischen Spielen erzielten.
Mein Anliegen beim Verfassen und der Herausgabe dieser Dokumentation war es, eine umfassende transparente Ergebnisorientierung von deutschen Alpinen bei internationalen Wettbewerben ab Ende der Zwanzigerjahre des 19.Jahrhunderts in historisch, chronologischer Gesamtübersicht zu präsentieren. In dem ihnen hier vorliegenden Buch als Paperback verlegt, sind die Ergebnisse und Namen der Sportler verzeichnet, die einen der Ränge Eins bis Drei der Disziplinen im alpinen Skirennsport belegt haben, die jeweils von deutschen Alpinen errungen wurden. In tabellarischer Form werden hier die Podestplatzierungen aller Aktiven von den Anfängen bis zum zum dato im alpinen Leistungssport vor annähernd 90 Jahren aufgeführt. Zudem wird jedem Aktiven, Damen wie bei den Herren in dieser Dokumentation eine kurze Sportler-Biografie, so weit Daten zu ermitteln waren, vorangestellt.
Bis zum Zeitpunkt der Einführung des Alpinen Weltcups für den Damen- und Herrenbereich, als der höchsten Leistungs-Klassifizierung im Jahr 1967 durch den internationalen Verband der FIS, der „Federration Internationale de Ski“ wurde für die alpinen Rennen die Kennung „FIS-Rennen“ verwendet.
Die Bedeutung und Beachtung für den Skisport ging mit einem arrivierten und attraktiven Veranstaltungsort, und den später eingeführten FIS-Klassifizierungen von oben nach unten (FIS-A, FIS-B, Europacup Rennen) , unter der Aufsicht von FIS-Funktionäre einher. Wie schon vermerkt, werden seit dem Jahr 1967 die Rennen im internationalen Vergleich unter dem Synonym WC (Weltcup) als deren höchster Klassifizierung durchgeführt.
Die Wiege des Skirennsportgeschehens und die Entwicklung vom amateurhaften Elite- und Urlaubsvergnügen zum Leistungssport waren zweifelsohne Orte wie Mürren und Grindelwald in der Schweiz und St. Anton und Kitzbühel in Österreich. Zum Ende der 20er Jahre des vergangenen Jahrhunderts bildeten die Kandahar-Skirennen von Mürren und St. Anton den quasi Beginn des Leistungssports mit sich verstärkender Tendenz internationaler Beteiligung. Hinzu kam die Installation der SDS-Skirennen durch den Schweizerischen Damen Skiclub von Mürren und Grindelwald, der speziell den Damen die Bühne für ihre jedes Jahr anberaumten Rennen bot. Im Laufe der Jahre mehrten sich die Bewerber für die Austragung von Skirennen, wie Chamonix, Garmisch-Partenkirchen, Sestriere, Wengen, Kitzbühel, Megeve, Madonna di Campiglio, Cortina d`Ampezzo, Val d`Isere und Oberstaufen, anfangs nur aus Europa. Aber nach und nach zeigten auch die Überseestaaten USA und Kanada in den Wintersportmetropolen Interesse an der Ausrichtung für den FIS-, späteren Weltcup oder von Weltmeisterschaften.
Die ersten Alpinen Skiweltmeisterschaften fanden vom 19. bis 23. Februar 1931 in Mürren/Schweiz statt. Bis zum Jahre 1939 wurden sie jedes Jahr durchgeführt, nannten sich aber erst ab dem Jahr 1937 offiziell Weltmeisterschaften; und nannten sich bis dahin lapidar FIS- Meisterschaften. Olympisch wurden die alpinen Wettbewerbe erstmals 1936 in Garmisch-Partenkirchen, wobei nur die Alpine Kombination an sich, bestehend aus Abfahrt und Slalom und deren Akteure mit Olympischen Medaillen ausgezeichnet wurden. Von 1948 an, 3 ½ Jahre nach Beendigung des II. Weltkriegs bis zum Jahr 1980 wurden die Wettbewerbe der Olympischen Spiele parallel auch als Event einer Weltmeisterschaft gewertet.
So erhielten die Drei-Erstplatzierten einer jeden Einzeldisziplin jetzt Olympischewie auch die Weltmeisterschafts-Medaillen überreicht. Und seit dem Jahr 1985 finden Weltmeisterschaften alle zwei Jahre, separat und unabhängig von den Olympischen Winterspielen statt.
Im Jahr 1950 wurde das Wettkampfprogramm durch eine weitere Disziplin, einem Riesenslalom ergänzt, dem im Jahr 1982 eine Fünfte, der Su-G folgte. Bis zum heutigen Tag bilden in Weltcup, Weltmeisterschaft und Olympische Spiele diese fünf Kerndisziplinen das Hauptinteresse jedes Events.
Unsere gegenwärtige Zeit ist sehr schnelllebig geworden. Und die uns mit vielen Informationen versorgenden Medien lassen uns oft immer weniger Zeit diese zu verarbeiten. Mit dem Druck und der Herausgabe dieses „Schlag nach“-Buches, verbinde ich mein Anliegen, sollen den Erfolgen der alpinen Zunft in Deutschland aus zurückliegenden und gegenwartsnahen Zeiten Namen und deren Leistungen zugeordnet werden. Mein Wunsch ist es, das sie einer sportlich interessierten Leserschaft in Erinnerung bleiben mögen.
Noch eine abschließende Bemerkung: Bei meinen Recherchen über deutsche Rennläuferinnen und Rennläufer, die in den sehr frühen Jahren des Rennsports zu Erfolgen auf internationaler Ebene 1931, 1933 und 1950 beitrugen, gehörten bei den Damen Annemarie Kopp und Grete Matouschek, während es von den Herren Anton Bader betrifft, von denen ich nur wenig ergänzende oder keine Lebensdaten ermitteln konnte.
Der Autor
( Lebensdaten nicht bekannt )
Von Annemarie Kopp und Grete Matouschek, Skirennläuferinnen aus den frühen 30er- Jahren konnte ich leider keine persönlichen Lebensdaten ermitteln. - Nur insoweit konnte ich recherchieren, das beide Damen bei den Österreichischen Meisterschaften am 01. Februar 1931 in Schwaz/Tirol an den Start gingen, und dort Annemarie Kopp eine Abfahrt für sich entschied, während Grete Matouschek im gleichen Rennen Platz Drei belegte. Darüber hinaus konnte ich aus historischen Zeitungen von Österreich, wie der „Tagespresse“, der „Neuen Freien Presse“ und dem „ Neuen Wiener Tageblatt“ jeweils vom 02. Februar 1931 lesen, das Annemarie Kopp eine Berlinerin und in der Innsbrucker Skifahrer Vereinigung als Mitglied geführt wurde. Von Grete Matouschek stand nur in der Sportpresse, das sie aus München kam.
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event – Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/ÖSM | 02,1931 | Schwaz | Kopp |
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/ÖSM | 02.1931 | Schwaz | Matouschek |
FIS - Federration Internationale de Ski
FIS-R - FIS-Rennen
ÖSM - Österreichische Ski Meisterschaften
22. September 1906 in Innsbruck – 10. Dezember 2002 in ebenda
Hadwig „Hadi“ Lantschner stammt aus der bekannten erfolgreichen Innsbrucker Skifamilie, die eine traditionelle Affinität zum Skisport auszeichnete. Vor ihrer Verheiratung mit dem deutschen Sportlehrer Pfeifer war sie bereits für ihr Land Österreich recht erfolgreich gewesen. So gewann sie bei den Weltmeisterschaften von 1932 in Cortina d`Ampezzo zweimal Bronze in Abfahrt und der Kombination. Und zweimal sogar gelang ihr ein Tripel-Ergebnis, d. h. alle drei Disziplinen von Abfahrtslauf, Slalom und Kombination für sich zu entscheiden. (Arlberg-Kandahar-Rennen von St. Anton und Garmisch-Partenkirchen). Nach der Heirat startete sie ab 1935 für den Deutschen Ski Verband (DSV) im damaligen Deutschen Reich. Im gleichen Jahr 1935 gewann Pfeifer-Lantschner die Silbermedaille im Abfahrtslauf bei der Weltmeisterschaft in Mürren/Schweiz hinter Christel Cranz. Es sollte ihr letzter großer Erfolg sein. Nach den Olympischen Spielen von 1936 in Garmisch-Partenkirchen, die „Hadi“ Lantschner als Fünfte in der Kombination abschloss, beendete sie ihre Karriere im Skisport und zog sich ins Privatleben zurück.
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/WM | 02.1935 | Mürren | Lantschner | ||
FIS-R/WM - Die Weltmeisterschaft galt bis 1936 als inoffizielle WM
04. Oktober 1908 in Garmisch-Partenkirchen - 31. Januar 1949 ebenda
Die gebürtige Garmischerin Lisa Resch bildete zusammen mit Christel Cranz und Käthe Grasegger das starke deutsches Dreigestirn, das in den 1930er Jahren viele bedeutende Rennen auf den Pisten Europas souverän beherrschten. Bei den Weltmeisterschaften in den Jahren von 1934 bis 1939 gewann Lisa Resch acht Medaillen. Sie gehört damit bis heute zusammen mit der Legende Christel Cranz und der oben erwähnten Käthe Grasegger bis in heutige Zeit zu den bisher erfolgreichsten Skirennläuferinnen aller Zeiten. Die Weltmeisterschaft in der Abfahrt 1938 im Berner Oberland von Engelberg, wie auch ihr Sieg beim Hahnenkamm-Rennen von Kitzbühel 1937 im Slalom und in der Kombination als erster Deutschen überhaupt sind als Lisa Resch`s herausragende Glanzpunkte in ihrer Karriere zu sehen. Hinzu sind die Podiumsplatzierungen bei den SDS-Rennen 1938 und 1939 in Grindelwald im Salom und der Kombination zu nennen. Sehr stark präsentierte sie sich auch bei den Weltmeisterschaften 1939 im polnischen Zakopane, wo sie sich nochmals kurz vor ihrem Karriereende die Silbermedaille im Abfahrtslauf und eine Bronzemedaille in der Kombination sichern konnte. Für wahr ein würdiger erfolgreicher Karriereabschluss.
Um so erschütternder ihr viel zu früher Tod zehn Jahre später mit nur 40 Jahren, verursacht durch einen Herzinfarkt.
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/WM | 02.1934 | St. Moritz | Resch | ||
FIS-R/ÖSM | 02.1937 | Innsbruck | Resch | ||
WM | 03.1938 | Engelberg | Resch | ||
WM | 02.1939 | Zakopane | Resch | ||
Slalom | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/WM | 02.1934 | St. Moritz | Resch | ||
FIS-R/HAK | 01.1937 | Kitzbühel | |||
WM | 02.1937 | Chamonix | Resch | ||
FIS-R/ÖSM | 02.1937 | Innsbruck | Resch | ||
FIS-R/SDS | 01.1938 | Grindelwald | Resch | ||
FIS-R/SDS | 01.1939 | Grinelwald | Resch | ||
Kombination | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/WM | 02.1934 | St. Moritz | Resch | ||
FIS-R/HAK | 01.1937 | Kitzbühel | Resch | ||
FIS-R/ÖSM | 02.1937 | Innsbruck | Resch | ||
FIS-R/SDS | 01.1938 | Grindelwald | Resch | ||
WM | 03.1938 | Engelberg | Resch | ||
WM | 02.1939 | Zakopane | Resch |
FIS-R/WM - Weltmeisterschaft (galt 1934 noch als inoffizielle WM)
FIS-R/ÖSM - FIS-Rennen/Österreichische Ski Meisterschaft
FIS-R/HAK - FIS-Rennen/Hahnenkamm
FIS-R/SDS - FIS-Rennen/Schweizerischer Damen Skiclub
01. Juli 1914 in Brüssel/Belgien - 28. September 2004 in Oberstaufen
Christl Cranz war die alles überragende Skirennfahrerin der 30-siger Jahre im vergangenen Jahrhundert. Heute würde man sagen, sie ist der Superstar der Szene gewesen. Geboren in Brüssel, verließ die Familie bei Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 Belgien und fand eine neue Bleibe in der Nähe von Reutlingen. Das Skifahren lernte Christl Cranz als Sechsjährige auf den Hügeln der Schwäbischen Alp. Die Eltern, vor allem die praktische Mutter erkannte das riesige Talent der Tochter, und so wählte die Familie als nächsten Wohnsitz Grindelwald im Berner Oberland. Hier gab es naturgemäß die optimalen Möglichkeiten, das Talent der zehnjährigen Tochter weiter zu vervollkommnen. In der Schweiz gewann Christl sämtliche Schüler- und Jugendrennen. Nach einem zweijährigen Aufenthalt in Grindelwald ändert die Familie mit den Kindern Christl und Rudi 1928 erneut ihren Wohnsitz. Diesmal geht der Weg der Familie nach Freiburg in die Nähe des Schwarzwalds, zumal dort auch die Verwandtschaft ansässig ist. 1931 mit ihren 17 Jahren beginnt dann ihr sensationeller Aufstieg. Nationale und internationaler Konkurrenz lernt sie das Fürchten. Ab dem Jahr 1934 gewinnt Christl Cranz so gut wie alles. Bei fünf Weltmeisterschaften von 1934 bis 1939 und den Olympischen Spielen 1936 gewann Christl Cranz 13-mal Gold- und drei Silbermedaillen. Weitere Erfolge in den hochrangigen FIS-Rennen Europas komplettierten die übervolle Erfolgsliste. Fünfzehn Titel bei Deutschen Meisterschaften, dreimal in der Abfahrt 1938 bis 1940, viermal im Slalom 1938 bis 1941 und achtmal in der Kombination 1934 bis 1941 unterstreichen ihre Dominanz.
Abrupt beendete Christl Cranz die sportliche Karriere, als ihr jüngerer Bruder Rudolf „Rudi“, gleichfalls ein begnadeter Skirennfahrer und Mitglied in der Ski-Nationalmannschaft, im Russlandfeldzug 1941 fällt. Depressivität befällt sie. Mit gerade mal 27 Jahren hat sie keinen Spaß mehr am Sport. Die erfolgreichste Skirennfahrerin aller Zeiten gründet mit ihrem Mann, Adolf Borchert, den sie 1943 geheiratet hatte, nach Kriegsende die Christl-Cranz-Skischule in Steibis, einem Ortsteil von Oberstaufen.
Zu gleicher Zeit wirft man Christl Cranz eine zu groß gewesenen Nähe zum Nationalsozialismus und die NSDAP-Mitgliedschaft im Hitler-Reich vor. Dafür musste sie sich jetzt verantworten; mit der Konsequenz, das sie ihre Anstellung an der Universität von Freiburg aufgeben musste.
Aus der Öffentlichkeit zog sie sich nun weitgehend zurück. 1991 aber, 46 Jahre nach Kriegsende, wurde ihr die große Ehre zuteil, in die „Hall of Fame“ des internationalen Frauensports aufgenommen zu werden. Mit 90 Jahren verstarb Christl Cranz in Oberstaufen an den Folgen eines Treppensturzes.
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/WM | 02.1934 | St. Moritz | Cranz | ||
FIS-R/WM | 02.1935 | Mürren | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1937 | Grindelwald | Cranz | ||
FIS-R/AKH | 01.1937 | Mürren | Cranz | ||
WM | 02.1937 | Chamonix | Cranz | ||
FIS-R/ÖSM | 02.1937 | Innsbruck | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1938 | Grindelwald | Cranz | ||
WM | 03.1938 | Engelberg | Cranz | ||
WM | 02.1939 | Zakopane | Cranz | ||
Slalom | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/AKH | 01.1932 | St. Anton | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1934 | Grindelwald | Cranz | ||
FIS-R/WM | 02.1934 | St. Moritz | Cranz | ||
FIS-R/WM | 02.1935 | Mürren | Cranz | ||
OLS | 02.1936 | Garmisch-P. | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1937 | Grindelwald | Cranz | ||
FIS-R/AKH | 01.1937 | Mürren | Cranz | ||
WM | 02.1937 | Chamonix | Cranz | ||
FIS-R/ÖSM | 02.1937 | Innsbruck | Cranz | ||
FIS-R/SSM | 01.1938 | Grindelwald | Cranz | ||
WM | 03.1938 | Engelberg | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1939 | Grindelwald | Cranz | ||
WM | 02.1939 | Zakopane | Cranz |
FIS-R/AKH - FIS-Rennen/Arlberg Kandahar
FIS-R/SDS - FIS-Rennen/Schweizerischer Damen Skiclub
FIS-R/WM - Weltmeisterschaft ( galt 1934 und 1935 noch als infizielle Weltmeisterschaft)
FIS-R/ÖSM - FIS-Rennen/Österreichische Meistersch.
FIS-R/SSM - FIS-Rennen/Schweizer Meistersch.
Kombination | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/AKH | 01.1932 | St. Anton | Cranz | ||
FIS-R/WM | 02.1934 | St. Moritz | Cranz | ||
FIS-R/WM | 02.1935 | Mürren | Cranz | ||
OLS | 02.1936 | Garmisch-P. | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1937 | Grindelwald | Cranz | ||
FIS-R/AKH | 01.1937 | Mürren | Cranz | ||
FIS-R/ÖSM | 02.1937 | Innsbruck | Cranz | ||
WM | 02.1937 | Chamonix | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1938 | Grindelwald | Cranz | ||
FIS-R/SSM | 01.1938 | Grindelwald | Cranz | ||
WM | 02.1938 | Engelberg | Cranz | ||
FIS-R/FBG | 03.1938 | Feldberg | Cranz | ||
FIS-R/SDS | 01.1939 | Grindelwald | Cranz | ||
WM | 02.1939 | Zakopane | Cranz |
WM - Weltmeisterschaft
OLS - Olympische Spiele
FIS-R/FBG - FIS-Rennen/Feldberg-Rennen
21. Februar 1915 in Reichenberg/Böhmen-19. April 2013 in Guelph/Kanada
Als Hilde Walterova startete sie bis zum Jahr 1936 für die Tschechoslowakei, ihrem Heimatland als ein Multitalent des Skisports, als Tennisspielerin und sogar im Hockeysport. Auch im Reitsport, Tischtennis und in der Leichtathletik feierte sie nennenswerte Erfolge. 1936/37 gesetzte sie ihre sportliche Karriere unter dem Namen Hilde Walter für Österreich fort, wo Hilde schon seit 1922 in Wien lebte, und um schließlich dem politischen Umstand geschuldet, ab dem Jahr 1938/39 für den DSV im Deutschen Reich an den Start zu gehen. Für die anstehenden Weltmeisterschaften 1939 von Zakopane in Polen konnte sich Hilde Walter nicht qualifizieren, aber schon fünf Wochen später in Kitzbühel bei den „Großdeutschen Meisterschaften“ bewies sie bei dem starken deutschen Teilnehmerfeld mit Platz Drei im Slalom und in der Kombination, was in ihr steckt. Auch im März 1939 bestätigte sie ihre Leistungen mit drei dritten Rängen in Sankt Anton im Rahmen des Tschammerpokals. Im gleichen Jahr heiratet sie den Bäckermeister Fritz Doleschell, und wird als Hilde Doleschell bei der Wintersportwoche von Garmisch-Partenkirchen Zweite im Riesenslalom. Im zweiten Jahr des Krieges 1941 wird sie zeitgleich zusammen mit Rosemarie Proxauf Deutsche Meisterin im Abfahrtslauf. Schlagzeilen machte Hilde Doleschell auch, als sie sich im Jahr 1943 zur Deutschen Tennismeisterin in Braunschweig feiern lassen konnte. Und nach dem Kriege wieder für Österreich auf den Brettern, macht sie erneut Schlagzeilen mit einem Abfahrtssieg in Kitzbühel, als Österreichische Tennismeisterin von 1946 bis 1948 wie auch als Teilnehmerin der Tennismeisterschaften in Wimbledon und den French Open.
1950 wanderte Hilde Doleschell mit der Familie nach Kanada aus. Auch hier griff sie wieder zum Racket und wurde dreimal kanadischer Vize-Meisterin im Doppel. Nach Ende der langen sportlichen Karriere widmete sich die Familie der Zucht von Traber-Pferden. Hilde Doleschell starb im hohen Alter von 98 Jahren in einem Altenheim, von Medien und Öffentlichkeit kaum wahrgenommen.
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/TMP | 03.1939 | St. Anton | Doleschell | ||
Slalom | |||||
Event | Datum | Event-Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/GDM | 03.1939 | Kitzbühel | Doleschell | ||
FIS-R/TMP | 03.1939 | St. Anton | Doleschell | ||
FIS-R/GDM | 03.1940 | St. Anton | Doleschell | ||
Riesenslalom | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/WSW | 01.1940 | Garmisch-P. | Doleschell | ||
Kombination | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/GDM | 03.1939 | Kitzbühel | Doleschell | ||
FIS-/TMP | 03.1939 | St. Anton | Doleschell | ||
FIS-R/GDM | 03.1940 | St. Anton | Doleschell |
FIS-R/TMP - Tschammerpokal
FIS-R/GDM - Großdeutsche Meisterschaften
FIS-R/WSW - Wintersportwoche
18. März 1915 in Kitzbühel – 23. Juli 2015 in Innsbruck
Die Kitzbühelerin startet ab 1939 nach dem Anschluss Österreichs an das Deutsche Reich 1938 für den Deutschen Ski Verband. Bei den Ersatzrennen für die im Januar 1939 wegen Schneemangel ausgefallenen Hahnenkamm-Rennen in Kitzbühel gewann Helga Gögl im Februar die Abfahrt, wurde Dritte des Slaloms und die Zweite in der Kombination. Von den guten Leistungen Helga Gödl`s in Kitzbühel beeindruckt, nominierte sie der Deutsche Skiverband neben anderen deutschen Läuferinnen wie Christl Cranz und Lisa Resch, auch Helga Gödl für die WM in Zakopane. Als ihren persönlichen Höhepunkt empfand sie die Bronzemedaille im Abfahrtslauf hinter ihren neuen Teamkolleginnen Cranz und Resch. Bei der Wintersport-Woche in Garmisch-Partenkirchen im Januar 1940 erreichte Helga Gödl ihre letzten Platzierungen auf dem Podium. Das Karriereende folgte, da sie sich für das deutsche Starter-Team zur geplanten Weltmeisterschaft 1941 in Cortina d´Ampezzo nicht qualifizieren konnte.
Abfahrtslauf | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/HAK | 02.1939 | Kitzbühel | Gödl | ||
WM | 02.1939 | Zakopane | Gödl | ||
FIS-R/WSW | 01.1940 | Garmisch-P. | Gödl | ||
Slalom | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/HAK | 02.1939 | Kitzbühel | Gödl | ||
FIS-R/WSW | 01.1940 | Garmisch-P. | Gödl | ||
Kombination | |||||
Event | Datum | Event - Ort | Platz 1 | Platz 2 | Platz 3 |
FIS-R/HAK | 02.1939 | Kitzbühel | Gödl | ||
FIS-R/WSW | 01.1940 | Garmisch-P. | Gödl |
FIS-R/HAK - FIS-Rennen/Hahnenkamm
FIS-R/WSW - FIS-Rennen/Wintersportwoche
WM - Weltmeist
19. Juni 1917 in Garmisch-Partenkirchen – 28. August 2001 in ebenda
Käthe Grasegger ist die Dritte im Bunde der starken und erfolgreichen deutschen Ski-Amazonen in den Anfangsjahren des Skirennsports neben Christl Cranz und Lisa Resch. Die in Partenkirchen geborene Käthe Grasegger gewann von 1935 bis 1939 bei den vier Weltmeisterschaften sieben Medaillen. Sie gehört auch heute noch zu den hervor zu hebenden Top Sportlern, was die an Anzahl der Medaillen betrifft. Aufmerksamkeit erregte sie erstmals bei den Weltmeisterschaften 1935 im schweizerischen Mürren mit jeweils Bronze im Slalom und der Kombination, und das mit ihren gerade mal Achtzehn Jahren. Im folgenden Jahr bei den Olympischen Winterspielen 1936 von Garmisch-Partenkirchen, auf dem Gudiberg gewann sie Silber in der Kombination und wurde Zweite im Slalom, der 1936 aber nicht mit einer olympischen Einzelmedaille belohnt wurde. Weitere Medaillen folgten bei den Welttitelkämpfen 1937 und 1938 von Chamonix und Engelberg in allen drei Disziplinen Abfahrt, Slalom und Kombination. Und allein sechs Plätze auf dem Podium erstritt sie sich bei den SDS-Damen-Skirennen in Grindelwald bei allen ihren Starts in den Jahren von 1934 bis 1939.
Nur einen ersten Podiumsplatz oder einen Titel konnte Käthe Grasegger nie besetzen oder gewinnen, weder national noch international.
Käthe Grasegger starb 2001 im Alter von 84 Jahren in ihrem Geburts- und Heimatort Garmisch-Partenkirchen.