• Grieß- und Steinbildung der ableitenden Harnwege
als Differenzialdiagnose mit Leitfaden zur Selbsthilfe
beim Zwerg- und Mittelhamster •
Bibliografische Information der Deutschen Nationalbibliothek: Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über www.dnb.de abrufbar.
Herstellung und Verlag:
BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt
© 2018 Eva Kunze
ISBN: 9783748133964
Diabetes mellitus, also »die Zuckerkrankheit«, fällt nicht vom Himmel und entgegen einer nicht zu haltenden Ansicht steckt in den wenigsten Fällen eine direkte Vererbung oder unausweichliche Autoimmunerkrankung hinter dem Ausbruch, sondern schlichtweg eine falsche Ernährung.
Unter dem User-Nick »kipi« (wie mein erster Hamster hieß), war ich als Zwerghamstervernarrte in einem für Haltung und Pflege spezialisierten Hamsterforum organisiert und gemäß der dortigen Tendenz, immer hochwertigere Futtermischungen und beste Leckerchen zu verfüttern, bald selbst davon betroffen: Mein Weibchen wurde mit steigender Ambition, ihm über die Ernährung Gutes zukommen zu lassen enorm moppelig und zunehmend träge, bis passierte, was ich bereits seit längerem in der Hamster-Community mitverfolgte: Diabetes brach aus.
Schnell begriff ich, dass auch mein durchaus hamsterkundiger Tierarzt, wie schon bei anderen Betroffenen und ihren Tierärzten mitbekommen, nicht helfen konnte – die Ratschläge brachten rein gar nichts, waren im Nachhinein betrachtet sogar kontraproduktiv.
Die Bekanntschaft zu einer beruflich mit den Ernährungswissenschaften befassten Person (sogar eine speziell mit Diabetes in der Forschung beschäftigte) brachte es mit sich, das Problem unter ersten entscheidenden Anhaltspunkten selbst in die Hand nehmen zu können. Begeistert darüber, dass mit ein paar wenigen Veränderungen in der Futterauswahl bereits eine Entspannung der damals mittlerweile dramatisch zugespitzten Lage zu verzeichnen war, kniete ich mich in die Thematik hinein und studierte die nicht ganz unkomplizierten- wenn man sich einmal intensiv damit beschäftigt jedoch logischen Zusammenhänge. Die gewonnenen theoretischen Kenntnisse vermochte ich nun unter Einholung etlicher praktischer Hinweise seitens meiner diesbezüglichen Bekanntschaft für mein fünfzehn Monate altes Zwerglein in die Entwicklung einer Kostgabe umzusetzen, die die Trinkmenge zügig absinken ließ, bis sie dauerhaft wieder bei knapp einem Milliliter lag. Die einzelnen F(e)älle anderer Betroffener, die ich nun zu unterstützen versuchte und in ihrem Verlauf beobachtete, konnte ich bisweilen mit der Fachkraft in meinem Dunstkreis unter die Lupe nehmen und merkte bald, dass mein Zwerg keineswegs dem eines Härtefalles entsprochen hatte. Doch mein Ehrgeiz war geweckt und aus diabetesforschenden Kreisen bekam ich meine Vermutung bestätigt, dass bei Findung einer optimalen Kost auch bei schwerem Diabetes eine Linderung für Zwerghamster, die kein Insulin bekommen können, möglich sein müsse.
So baute ich mit den Jahren meinen Wissensstand darüber aus, wie Zwerghamstern aus ihrer diabetisch prekären Lage herauszuhelfen sei und entdeckte zudem einen wichtigen Zusammenhang, der bei steigender Trinkmenge, siehe auch Kapitel 6 auf Seite →, immer mit ins Auge gefasst werden muss: Die Bildung von Harnsteinen. Hiervon betroffen auch etliche Mittelhamster.
Trotz ausführlicher Weitergabe meines Wissens stiegen die (immer kostenlosen) Beratungsfälle in dem Maße wie ich, Tendenz steigend, weiterempfohlen wurde. Eine Genugtuung verschaffende Herausforderung, die mich zunehmend versierte, sich leider aber auch sehr zeitraubend gestaltet – weshalb ich ihr mit dieser zusammenfassenden Lektüre zu einem Abschluss verhelfen will und muss.
Mein ganz besonderer Dank gilt an diesem Punkt meiner für mich zur lieben Freundin avancierten, einst nur flüchtigen Bekannten. Danke, meine Liebe, auch wenn du namentlich nicht genannt sein möchtest, dass du dir die Mühe gemacht hast, mir dein geballtes Wissen sorgfältig auf die kleinen Tierchen zurückzutransferieren, die sonst umgekehrt leider immer noch dazu herhalten müssen, der auf den Menschen bezogenen Forschung zu dienen. Mit so einem Engagement deinerseits hatte ich anfangs gar nicht zu hoffen gewagt. Aber, und ich schreibe dies grinsend, weil ich ihnen natürlich selbst verfallen bin: Hin und wieder ein paar Bilder dieser überaus putzigen Gesellen meinen Mails angehängt oder Telefonaten hinterhergeschickt haben gereicht, dich fest um ihre Pfötchen zu wickeln, bis sie dir nicht mehr aus dem Kopf gingen. Man kann ihnen halt einfach nicht widerstehen.
Die Zahl der Fälle nimmt zu. Hilfreiche Einträge in den Foren versinken zu einer unübersichtlichen Flut an Informationen, durchsetzt von (Fremd-)Beiträgen, die wieder irreführen. Erstellte Leitfäden sind zu knapp, um so verstanden zu werden, dass die nötigen Schritte ohne Hilfe umgesetzt werden können. Und bedauerlicherweise verbreitet sich das neu erworbene Wissen auch nicht unverzerrt weiter – das Prinzip der Stillen Post tut sich unter Haltern und Futtershopbetreibern auf. Tierärzte sind unter dem Zeitdruck in ihren Praxen nur schlecht zu einer erweiterten Umstellung zu bewegen. Die Zeit zur Überprüfung des Sachverhaltes, von Laien an sie herangetragen, fehlt ihnen leider.
An einem Punkt, wo es um Kleinstsäuger geht, bei denen es schon an der Diagnostik hapert und auch die ansonsten übliche medikamentöse Therapie nicht durchzuführen ist, darf man sich aber weder wundern noch grollen: Hier ist die Eigeninitiative des Halters gefordert – und glücklicherweise ist die Umsetzung weder besonders kostspielige (kein Vergleich zu den Kosten eventuell gleich mehrerer Tierarztbesuche), noch schwierig umsetzbar.
Werdet auf diesen Seiten spielend zum sachkundigen Fütterungspraktiker und beglückt euer kleines Tier!
Mein Ansatz zu einem funktionierenden Konzept stammt in Übertragung auf Hamster aus der Brennpunktforschung Diabetes, die darauf abzielt, eine therapeutische Insulin- oder Medikamenteneinstellung betroffener Menschen über die Lebensmittelaufnahme zu optimieren – und somit gleichzeitig das Forschungsfeld Diabetesprophylaxe, die Vorbeugung, mit einbezieht. (Bald schon dämmerte mir übrigens auf diesem Wege, warum in unserer Gesellschaft auch unter Menschen Diabetesentwicklung und damit verbundene Nierenschädigungen ein immer größeres Ausmaß annehmen.)
So entstand das »kipi-Konzept« und hat seitdem vielen Zwerghamstern das Fell gerettet (und verzweifelten Körnergebern zu wiederaufkeimender Freude an ihrem Liebling verholfen): Als Leitfaden zur Selbsthilfe; als Grundlage zu einem Verständnis, das auch vorbeugend eingesetzt nützt; als eine Lektüre, die nicht überfordert, sondern Übersicht bringt.
Und genau deshalb versteht sich dieses Buch nicht als eine Abhandlung komplex ablaufender Botenstoffsteuerungen und biochemisch aufgelisteter Zusammenhänge, das jeden Schritt von der Erkenntnis bis zur Umsetzung fachlich dokumentiert, bis der Lesende das Unternehmen startet, in dem dicken Wälzer die paar Seiten zu finden, auf der er auf den Punkt gebracht nachlesen kann, was er denn nun bitte endlich möglichst schnell und machbar tun kann, sondern begnügt sich damit, aus den Resultaten dieses Wissens eine klipp und klare Anweisung zu erstellen.
Faktisch wichtige Einzelheiten (und auch den Menschen betreffende interessante Nebenaspekte), die der Entwicklung eines bedingten Sachverständnisses dienen, werden natürlich aufgezeigt (zum Teil mit Querverweisen in Unterkapitel ausgelagert, damit man an Ort und Stelle nicht den Faden verliert). Die Darstellungen erfolgen vereinfacht, um ein Grundverständnis zu vermitteln, das eine fundierte Selbsthilfe möglich macht. Sämtliche dieser Angaben entspringen keiner bestimmten Quelle, sondern allesamt der allgemeinmedizinischen Kenntnis.
Selbsthilfe auf fremdem Terrain erfordert Pragmatismus.
Was rein theoretisch funktionieren müsste und es tatsächlich auch tut, findet sich hier deshalb zum Wohle der Hamster präzise aufgeführt.
Was in Versuchen an den Hamstern nicht oder nur selten klappte, fällt glatt hinaus – egal wie logisch es einer fachlich perfekt hergeleiteten Hypothese nach auch funktionieren müsste.
Natürlich ist die Frage interessant (und wird in ihren Zusammenhängen in der Hoffnung auf weitere Resultate auch weiter verfolgt), warum konkret sich manches in der Praxis anders verhält, als es eigentlich müsste. Vorhandene Erklärungsansätze nützen aber nichts, solange sie den gewünschten Effekt nicht zu beeinflussen vermögen.
An dieser Stelle möchte ich all den Mitstreitern danken, die mich stets ermutigt haben, weiter zu überlegen, um meine entsprechend ausgearbeiteten Anleitungen gemeinsam mit den Betroffenen zu probieren. Ihr habt geholfen, dieses Wissen in den Foren weiterzutransportieren – und diesen Ratgeber deshalb natürlich mit ins Leben gerufen.
Ich weiß, einige rufen nach einem Blog – aber auch hier ist der einpflegende Zeitaufwand erheblich, eine bessere Übersicht als in den Foren entsteht nur bedingt.
Ihr Lieben – ich knuddle euch virtuell bei dem Gedanken daran, was eine starke (Interessen-)Gemeinschaft zu überwinden und in seiner Folge zu leisten vermag.
Auch wenn ihr betont, dass ich in puncto Diabetes beim Zwerghamster (und mittlerweile auch bei der Harnsteinproblematik) der Drahtzieher in Sachen heilende Verköstigung sei, so wäre ich ohne euer unterstützendes Vertrauen doch sicher bald wieder abgetaucht. Ihr seid klasse und es ist an der Zeit, euch für den enormen Einsatz und die viele Beratungsgeduld (auch in allen anderen Hamsterfragen) einmal ausdrücklich zu erwähnen. Der Erlös dieses Bandes wird dort ankommen, wo wir unsere wertvolle Tierschutzarbeit belohnt sehen möchten: In der Arbeit um die Aufnahme und adäquate Weiterversorgung lauter verworfener, nicht weiter beachteter Hamsterfellchen; und ganz sicher auch in weiteren Aufklärungsprojekten.
So ist mein Lesepublikum mit diesem Buch vorerst auf den neuesten Stand gebracht – und das diesbezüglich in den Foren verankerte Wissen hiermit generalüberholt gebündelt für alle zu finden, die unverzüglich zur Selbsthilfe greifen möchten.
In Abhängigkeit davon, ob du1 als Leser2 erst einmal ein wenig stöbern möchtest, gezielt nach einem Punkt suchst oder dringend Hilfe benötigst, leitet dich dieser Band entsprechend.
Um diesen Aufbau je nach Anspruch nutzen zu können, wird im Textfluss auf Referenztexte via Querverweis hingewiesen (beim E-Book anklickbar). Der Diabetesleitfaden bedient sich dieses Systems, um dich je nach Verlauf an genau die Textstelle zu bringen, an der es für dich, den Werten deines Hamsters entsprechend, weitergeht.
1Ich gebrauche das in den Foren solidarisch gepflegte »du«.
2Wenn ich euch allesamt als »Leser« dieses Buches anspreche, so bestimmt nicht aus Ignoranz oder, um mir ein friemeliges »liebe(r)Leser*innen« resp. ein »liebe Leserinnen und Leser« zu ersparen, sondern, weil ich diese Ausdrucksform nicht fortschrittlich finde und deshalb bis auf Weiteres zum generischen Maskulinum greife - für meine Begriffe das kleinere Übel.
Warum muss erst sperrig darauf hingewiesen werden, dass weibliche Mitmenschen tatsächlich (und oftmals inkonsequent) mit angesprochen sind, anstatt die entsprechenden Begriffe grundsätzlich zu neutralisieren.
Auch beim Tierarzt, wo die weibliche Form sich z.B. nicht als »beim Tierarzt*in« verlängern lässt und die wulstige Schreib(un)art deshalb an etlichen Stellen dieses Bandes als »bei der Tierärztin oder dem Tierarzt« ausfallen müsste, verdeutlicht nur, dass die als gleichberechtigt ausgegebene Schreibweise eine weiterhin dem androzentrischen Weltbild zugewandte ist, die unterstreicht, dass in der Regel alles Weibliche von der Norm (des Männlichen) abweichend (zudem auch noch als lästig empfunden), erwähnt werden muss.
Spätestens nämlich, wenn sich »Ärztinnen und Ärzte« im Kontext in der »Ärztekammer« wieder finden, fragt man sich doch, ob das nun einfach hinzunehmen oder auf ein korrektes »Ärztinnen- und Ärztekammer« zu bestehen ist. Der Schülerin, die sich in der Schülerschaft untergebracht findet, ergeht es da auch nicht anders und sie fragt sich vielleicht, wie es dabei um die Schülerinnenschaft steht. Aber wer möchte den Textfluss schon durch solche Wortmonumente untergraben sehen.
Nein, liebe Leserschaft (hier darf sich der weibliche Leser offiziell wieder neutral geparkt sehen, denn auch »Leser- und Leserinnenschaft« gilt als unüblich), dieser Versuch sprachlich gerechter Miteinbeziehung hat sich bis heute nicht konsequent durchgesetzt und ist meiner Meinung nach auch nicht durchsetzungswürdig, weil er nicht hergibt, was er bezwecken soll: Bevölkerung ganzheitlich meinen. Im Gegenteil spiegelt er weiterhin eine vom Androzentrismus geprägte Weltensicht, unter der sich Weiblichkeit als abweichende Sonderform des Menschen begreifen muss. Kein Pappenstiel, da Sprache kulturell prägt und alte Denkmuster auf diese Weise subtil erhalten bleiben.
Die Befreiung unserer Sprache von Artikeln wäre (und da steht der Feminismus nicht allein) eine Befreiung von sinnentleertem Ballast (der Stuhl – die Tür??) und gleichzeitig ein höchst sinnvoller Schritt, sprachlich geschlechtliche Fairness unterzubringen. Schriftlich wie verbal. – Das ewige Krähen dahingehend, dass dies unsere Sprache verschanduliere, geht mir ungeheuer auf die Nerven, weil Sprache von Veränderung lebt, um Zeitgeist widerspiegeln zu können. Warum sollte uns ihre fortschrittliche Ausgestaltung also untersagt sein?
Bedenkt man einmal, dass sich in anglophonen Ländern z.B. the Cop einfach als the Cop darstellt. Kein Versuch, nichtmännliche Personen in abweichender Form unterzubringen. The Cop IST primär geschlechtsneutral, möglicherweise männlich, weiblich oder auch eine Queere Person, völlig egal, Hauptsache, sie rettet einem Kraft ihres Amtes in der Not den Arsch. Grob in einen Sexus dichotomisiert, und damit letztendlich doch noch (unzulänglich) kategorisiert, wird dieser Personenkreis erst in der direkten Ansprache.
Ins Deutsche übersetzt erfährt the Cop allerdings umgehend eine maskuline Etikettierung. Aus dem neutralen the wird ein konkretes der, und somit ein Cop, emanzipatorisch dann ein der*die Cop oder ein( e) Cop*in??? (Lach!)
Wer hat bestimmt, dass ein Cop für uns Deutsche schriftlich rein maskulin daherzukommen hat?
Solange das weibliche Kind noch immer als »das Mädchen« versächlicht und diminuiert ins Leben geschubst wird, während der Junge sich als das bezeichnet findet, was Kinder sind: Junge Nachkommen der Gesellschaft, betrachte ich solch halbseidene Unternehmungen, uns das sporadisch weiblich angehängte als gerechte Sprachreform zu verkaufen, als reines Ausweichman(n)över, das auch manchem Mann missfällt..
Da eine umfassende Reform in diesem Hinblick wohl noch eine Weile ausbleiben wird, und unsere überwiegend wirklich lächerlich platzierten Artikel weiterhin feste verteidigt werden, ergibt es für mich mehr Sinn, »den Stuhl« als ebenso geschlechtsneutral anzusehen wie »den Tierarzt«, »den Leser«, »die Person« »das Mädchen« und »die Tür«.
Unter der Prämisse, dass wir alle längst an unsinnigen Artikeln vorbei zu denken gelernt haben, schließlich hält man den Teppich genauso wenig für männlich wie die Wand für weiblich, gehe ich davon aus, dass du, lieber Leser, Begriffe wie Tierarzt, Leser, User, etc. gleichermaßen Frauen wie Männern zuordnest, wie du es auch bei nicht zu feminisierenden Worten wie z.B. Mensch, Leute und Gast handhabst, wohl wissend, dass es in der Genderfrage ohnehin längst an der Zeit ist, von der klassischen Geschlechterdichotomie abzuweichen – zugunsten einer freiheitlichen, geschlechtspersönlichen Selbstbestimmung. Wir müssen die Berufsgruppe der Tierärzte gar nicht erst nach vermeintlichem Geschlecht einteilen, da uns als Klienten besonders ihre Kompetenz interessiert. Auch Leserschaft besteht in der Regel aus einer Vielfalt an Leuten, die in diesem Zusammenhang besonders eines sind: Lesende. Was kümmert es mich, ob meine Leser, denen ich in diesem Rahmen vor allem geistige Wertschätzung entgegenbringe und mit denen ich meine rein platonische Liebe zu Hamstern teilen möchte, nun weiblich, männlich oder gar unentschieden sind?
Es sei dir also versichert, mein lieb Leser, dass ich wirklich DICH in deiner ganzen Allumfassendheit meine, wenn ich dich geschlechtsneutral anspreche, so weit unsere Sprache das hergibt. Ich meine wirklich dich, als der Mensch und die Person, so wie du bist – da du mein Buch liest, selbstverständlich mit einem dicken Stein bei mir im Brett.
Sollte es dir unter den Nägeln brennen, weil dein Hamster aufgrund einer stark erhöhten Trinkmenge (siehe Seite →) ernstlich rasch Hilfe benötigt, begib dich bitte umgehend zu Kapitel 2 auf Seite → und folge dort dem Diabetesleitfaden, bevor du später hier weiter liest!
Für Zwerghamsterverköstigungs-Einsteiger empfiehlt es sich, egal ob dieses Buch nun präventiv, wegen eines Ausbruchs von Diabetes, ungünstiger Gewichtszunahme, Appetitmangel oder Problemen der ableitenden Harnwege durch Grieß- und Steinbildungen erworben wurde, sich einmal umfassend mit den hier erstellten Kapiteln zur artgerechten Ernährung zu befassen und eine geeignete Bezugsquelle für ein wirklich artgerechtes Zwerghamsterfutter im Netz ausfindig zu machen, falls dies nicht schon geschehen ist. Denn Diabetes und andere »Zivilisationskrankheiten« sind kein unabwendbarer Schicksalsschlag, sondern beruhen hauptsächlich auf einer Fehlernährung, entweder durch eine Kost, basierend auf minderwertigen Zutaten, nicht selten aber auch auf einer generellen Überfütterung mit an sich höchst wertvollen Zutaten, die den an karge Lebensbedingungen angepassten Organismus der Zwerghamster tagtäglich so lange überfordert, bis sich unter anderem ein Diabetes über verschiedene stoffwechselbedingte Mechanismen entwickelt.
An einigen wenigen, meiner Meinung nach empfehlenswerten Fertigmischungen vorbei plädiere ich für solche Futtershops, bei denen das Selbstmischen geeigneter Sämereien in Kleinstmengen möglich ist und zeige in der Folge auch geeignete Rezepturen zur Verwirklichung einer solchen Selbstmischung auf.
Diese Shops zur Selbstmischung verfügen über einen virtuellen Mixer, in den man in Zehn-Gramm-Schritten einfach das gewünschte Rezept Zutat für Zutat eintippt und dann frisch zusammengestellt zugeschickt bekommt.
Möchtest du eine entsprechende fertige Futtermischung kaufen, prüfe die genaue Inhaltsangabe und schaue, ob du die Zutaten so wünschst. Solche Deklarationen gehören zu den Pflichtangaben – zu finden, wenn man die entsprechende Shopseite am jeweils ausgesuchten Produkt scrollt, umblättert oder »Inhaltsstoffe« anklickt. Manche Mischungen sind schon an das neue Konzept angepasst – andere leider nicht. Selbst innerhalb eines Shops findet man oftmals verschieden basierte Mischungen – manche davon mit eingebautem Diabetesrisiko und der Gefahr der Verfettung, während eine einzige dann in diesem Hinblick ernährungsphysiologisch zufriedenstellend aufgebaut ist.
Um die deklarierten Zutaten besser einschätzen zu können, findest du in Kapitel 7 ab Seite → nützliche Informationen darüber.
Ist das Kind nun einmal in den Brunnen gefallen, ist das aber auch kein Grund zur Verzweiflung, obwohl die Diagnose Diabetes für einen Zwerghamster zunächst fatal scheint, denn schon bei der Diagnostik, siehe Kapitel 5 auf Seite →, zeigen sich erste Schwierigkeiten und die einzig wahre Therapie – unter Gabe von Insulin – ist für ihn nicht möglich. Auch der Einsatz oraler Antidiabetika ist nicht besonders ratsam, siehe Seite →.
Wer sich in dieser desaströsen Situation auf seinen Tierarzt verlässt, merkte bisher recht bald, dass er im Grunde einsam auf verlassener Flur steht.
Der Grund ist schnell benannt: Es gibt keine medizinisch fundierte Therapie für Hamster, sondern die einzige Chance auf Besserung besteht in der gezielten Fütterung und genau da liegt der Hund begraben: Mediziner sind keine Ernährungsexperten.
In geduldiger Kleinstarbeit führte ich unter fachlicher Anleitung an ernährungswissenschaftliche Erkenntnisse gekoppelte Fütterungsversuche durch, und stellte diese um, bis es mir gelang, eine Fütterung herauszuarbeiten, die die entgleiste Stoffwechsellage der Mini-Probanden wieder beruhigt.
Dabei kommt es auf ein konsequentes Eingreifen an, denn hat sich einmal eine Ketoazidose als Zeichen einer tödlich verlaufenden Dekompensation entwickelt, schwindet die Chance auf Besserung drastisch. Dennoch bewirkte auch in solchen Fällen 3 eine sofortige Umstellung oftmals noch eine signifikante Besserung. Der Versuch ist es also allemal wert.
Der Diabetesleitfaden in Kapitel 2 auf Seite → führt wichtige Differenzierungen auf, was die Maßnahmenfolge je nach Schweregrad, sprich Stadium der Erkrankung betrifft, denn eine allgemeine Beruhigung der Stoffwechsellage durch eine geeignete Kost wie hier in Kapitel 1 beschrieben, bietet immer auch die Chance, bestimmte Formen des Diabetes mellitus, nämlich die leichte Form der einfachen Insulinresistenz und auch die der erst beginnenden Dekompensation der Insulinzellen auszuheilen, ohne unnötig auf die Diabetesmischung zuzugreifen.
Doch auch wenn längerfristig eine spezielle Diabetesmischung nötig ist (auch diese für die Näschen garantiert lecker, abwechslungsreich und sättigend), kann später eventuell sogar wieder auf eine normal angepasste Zwerghamsterernährung zurückgegriffen werden. Über den Diabetesleitfaden wirst du die Notwendigkeit herausbekommen.
Bitte verwechsele also nicht die hier in diesem Kapitel gleich aufgeführte, obligatorisch empfohlene Zwerghamster-Hauptfuttermischung, die deinen Hamster artgerecht ernährt, sodass bestimmte Probleme vermieden werden können oder sich leichte Probleme wieder regulieren, mit der speziellen Diabetesmischung (auch Low-Carb- oder ketogene Kost genannt, weil weitgehend Kohlenhydrat reduziert), welche erst angewendet werden soll, wenn ernstliche Probleme mit deutlich erhöhter Trinkmenge über fünf Milliliter auftreten und die erst in Kapitel 2 im Diabetesleitfaden vorgestellt wird.
Übrigens: Wir sprechen hier immer vom »Diabetes mellitus«, also jenem Diabetes, der volkstümlich als »die Zuckerkrankheit« bezeichnet wird und der sich wiederum grob (und eigentlich veraltet) in einen Typ 1 und Typ 2 unterscheiden lässt – wobei sich beide Typen nochmals in verschiedene Schweregrade (Stadien) unterteilen lassen und der Typ 2 obendrein in verschiedene Formenkreise, hier für Zwerghamster besonders relevant die Insulinresistenz.
Hört sich kompliziert an? Nur Mut! Es gilt wie fast immer im Leben: Einfach hilft meist am besten. Und das hier vorgestellte Konzept anzuwenden ist vielfach bewiesen sehr einfach. Selbst Fastfoodler, die um Ernährungsfragen gern einen großen Bogen schlagen, haben ihre Hamster mit links aus der Bresche gehauen und waren im Nachhinein begeistert, wie leicht sich dies realisieren ließ.
Ich bin mir da ganz sicher: Wenn du diese sorgfältig ausgearbeiteten Seiten durchgelesen hast, werden sie dir zum Freund geworden sein. Denn ich habe sie im Hinblick darauf entwickelt, dass seine Leser das Fach nicht einmal ansatzweise studieren möchten und sicher wirst du feststellen: Mit ein bisschen neu erworbenem Basiswissen kannst du dich anhand des bereits erprobten Fadens ganz leicht orientieren, deinen Zwerg in der Folge gesund und garantiert lecker ernähren und ihm damit zu neuer Gesundheit verhelfen oder dazu, ihm diese zu bewahren.
Es lohnt sich also auch im Hinblick auf zu vermeidende Tierarztkosten mit nicht selten beklagenswert nichtigen Resultaten, der sinnvollen Ernährung von Anfang an einen gebührenden Stellenwert beizumessen.
Nebenbei heißt es tatsächlich »der Diabetes« (süßer Durchfluss, bezogen auf den gezuckerten Urin), weshalb der Volksmund es mit »die Zuckerkrankheit« übersetzt (was dem Verständnis der Entstehung nicht dienlich ist, denn der Verzehr von Zucker im Sinne unseres körnigen Haushaltszuckers, Sirup und Honig allein ist nicht verantwortlich).
Mal einen kritischen Blick auf die Bestandteile des handelsüblichen Futterangebots diverser Markenhersteller geworfen, taucht auch ohne besondere Kenntnis über die Bedürfnisse eines speziellen Tieres die grundsätzliche Frage auf: Kann das gesund sein? Will ich das wirklich füttern? Soll mein Tier das tagtäglich zu sich nehmen müssen? Zumal die flinken Gesellen viele Bestandteile aus den Futtertüten dieses industriell gefertigten Hauptfutters (zu Recht) verschmähen.
Bestandteile wie Melasse, Fischmehl, vollkommen ausgelaugte tierische Nebenerzeugnisse, künstliche Verarbeitung und Einfärbung ursprünglich natürlicher Substanzen, die in ihrer Folge vitaminentleert daher kommen, weshalb synthetisch gepanschte Vitamine zugesetzt werden, die nur schlecht resorbiert werden können, sorgen für ein billiges Futter mit breiter Gewinnspanne. Viele wirklich geeignete Saaten (Kleinsämereien und größere Körner), prall gefüllt mit vitalisierenden Nährstoffen, werden dem Hamster dadurch vorenthalten. Diese müssen aber sehr viel sorgfältiger, somit teurer beschafft und aufwendiger gelagert werden, als die geplätteten, unverderblichen Zutaten.
Man überlege einmal, warum die Aufmachung dieser Verpackungen immer einen natürlichen Inhalt suggeriert, während darin Inhaltsstoffe verarbeitet wurden, die mit einem natürlichen Nahrungsspektrum nichts zu tun haben.
Versierte Halter greifen da lieber zu den Möglichkeiten einer natürlichen Fütterung, die, angelehnt an die Erfahrungen bereits länger bestehender Mäuse- und Vogelverbände, aus einer Kombination verschiedener Saaten, Kräuter, Blüten und Insekten besteht.
Aber Vorsicht! Gerade die Übertragung von Wissen aus den Vogelforen kann manchmal gründlich schiefgehen. Denn Säuger funktionieren oftmals anders.
Ein simples Beispiel dazu zeigt das Missverständnis um die Avocadofütterung auf Seite →.
Auch aus den Mäuseforen übertragene Erfahrungen lassen sich nicht eins zu eins anwenden, da Mäuse aus Habitaten stammen, die durchaus reich an Nährstoffen sind. So sind sie im Gegensatz zu Zwerghamstern an die Verwertung von Getreide wie Roggen, Hafer, Weizen, Mais und andere, vermehrt einfach verwertbare Kohlenhydrate (Zuckerstoffe) wie zum Beispiel Obst es enthält gewöhnt.
Füttert man Zwerghamstern solche hochwertvollen, jedoch an ihren Organismus nicht angepassten Nährmittel, treten gehäuft entsprechende Probleme auf, siehe Seite →. Und genau daran kranken viele inzwischen im Netz zu findenden Futtermischungen für Hamster, die auf den ersten Blick geeignet scheinen, da sie rein natürliche Zutaten beinhalten, die auch bestens schmecken. Sie sind für unsere Zwerghamster zu gehaltvoll. Zu viel Gutes tut eben auch nicht gut.
Was beim Vergleichen von Futterdeklarationen auf den ersten Blick seriös erscheint, bei nähere Beleuchtung aber überhaupt nicht hilfreich ist, sind rein prozentuale Angaben von »Eiweiß, Fett, Kohlenhydrate«. Diese zwar übliche, aber grobe Einteilung der analytischen Bestandteile sagt nichts über vorhandene Vitalstoffe in der Zusammensetzung aus. Es können überwiegend so genannte leere Kohlenhydrate (isoliert von günstigen Nebenstoffen) oder solche mit zu einfachen Zuckerbausteinen, gesättigte (Trans-)Fette und ungeeignete Aminosäureketten, also Proteine (Eiweiß), statt essenziell hochwertige beinhaltet sein.
Vertraue deshalb nur detaillierten Deklarationen unter genauer Angabe der Zutaten und wähle solche Mischungen aus, die keine Nebenerzeugnisse, Mineral und Vitaminzusätze enthalten.
Setze auf natürliche Saatenmischungen, in denen die unverdorbenen Stoffe im Verbund mit den ihnen eigenen Vitaminen und Mineralstoffen (und mannigfachen Vital- und Sekundärstoffen) in ihrem Zusammenspiel unnachahmlich raffiniert aufeinander abgestimmt vorkommen, somit exzellent wirken und durch ihre schützende Hülle optimal bewahrt werden.
Solche trotz Trocknung frisch gehaltene Kost erzeugt großen Knabberspaß, schmeckt köstlich und gewährleistet durch ein ganzheitliches Komplettangebot der Natur unter Zuhilfenahme der beinhalteten sekundären (phytogenen) Pflanzenstoffe stoffwechseltechnisch beste Aufnahme und Verwertung. Siehe auch Seite →.
Zu bedenken gilt dabei wie gesagt, dass auch eine auf natürlichen Mitteln basierende Fertigmischung nicht selten Problem auslösende Stolpersteine für unsere Zwerghamster beinhaltet, indem wertvolle Zutaten zu einer allzu reichhaltigen Kost gebündelt wurden, die sich auf Dauer krankmachend auswirken kann.
Wie man zu einer Auswahl gelangt, die sich als ausgewogen bezeichnen lässt, wird in Kapitel 7 der Warenkunde genauer beschrieben.
Falls du an dieser Stelle angelangt, deinem niedlichen Augenstern Punktum eine geeignete Kost anbieten möchtest, ohne dir weiter den Kopf zu zerbrechen, eine Kost, an dem dein Liebling mit Freude futtern und sie bunkern wird, nimm folgendes Rezept, klappe das Buch wieder zu und schau einfach nach Lust und Laune wieder hinein, wenn es dich zu interessieren beginnt, was für Informationen dahinter stecken.
Es ist für alle Zwerghamsterarten geeignet, denn es macht überhaupt keinen Sinn, diese aus dem gleichen Lebensraum stammenden verschiedenen Arten fütterungsbedingt zu trennen. Auch diesem durch nichts zu begründenden Verfahren liegt einfach eine Verkaufsmasche zugrunde. Siehe Seite →.
Lediglich der winzig kleine Roborowski-Zwerghamster bildet eine Ausnahme mit leichter Abweichung. Seine an ihn angepasste Mischung, die einfach nur einen höheren Mehlsaatenanteil ausmacht, was ihm besser bekommt, findest du gleich hinter der für die Dsungaren, Campbells und Hybriden angegeben. Auch für den Chinesischen Zwerghamster, der zwischen beiden Mischungen schwebt, folgt eine spezielle Anmerkung.
Du findest geeignete Shops im Netz, in denen du nach dem unten aufgeführten Rezept deine gewünschte Menge zusammenmischen kannst. Nimm dir zur ersten Orientierung ein bisschen Zeit und stöbere unter der Stichworteingabe zum Beispiel »Nagerfutter mixen« im aktuellen Angebot. Einige Shops bieten neben ihrem Selbstmischprogramm(Mixer) auch Fertigmischungen an und umgekehrt. Der Shop meiner persönlichen Wahl, in dem ich alles Genannte in guter Qualität finde und in beliebiger Menge zu einer Hauptfuttermischung zusammenstellen (mixen) lasse, ist nicht schwer zu finden, soll aus wettbewerblichen Gründen aber – und weil sich der Markt auch ständig in Veränderung befindet – hier nicht namentlich genannt sein. Solltest du nicht fündig werden, frage in einem der Hamsterforen nach. Dort sind die aktuellen Shops immer bekannt. Eine Ausnahme bildet »Das Hamsterforum«, dort wurde ein Nennungsverbot über einen sehr geeigneten Shop verhängt. Soweit sich dieses Diktat hält, teilen dir die User diesen dort höchstens privat mit.
Man sollte sich wirklich nicht scheuen, selbst zu mischen. Eine Kopie der Liste, dazu, was man als Zusatzgaben wie unten erläutert mitbestellen möchte, schon hat man zur Bestellung alles schnell bei der Hand und das erprobte Optimum für seinen Liebling zur Verfügung, ohne verkaufstechnisch bedingte Kompromisse eingehen zu müssen!
Ein bekannter Onlineshop speichert bestellte Rezepte auch im privaten Account, sodass man sie jederzeit mit einem Klick neu ordern kann. Vielleicht ziehen ja andere Anbieter bald dahingehend nach.
1000 g Zwerghamster- Hauptfuttermischung (Mischungsverhältnis 70% Mehlsaat zu 30% Ölsaat) |
||
• | 700g mehlhaltige Saaten in Gramm | |
Silberhirse | 100 | |
Japanhirse | 50 | |
Mannahirse | 50 | |
Platahirse | 100 | |
Buchweizen | 250 | |
Gerste | 50 | |
Kanariensaat | 100 | |
• | 300g ölhaltige Saaten in Gramm | |
Anis | 10 | |
Blaumohn | 10 | |
Bockshornklee | 10 | |
Dotterlein | 10 | |
Fichtensamen (fein) | 20 | |
Gurkenkerne | 20 | |
Hanf | 70 | |
Kardi | 30 | |
Leinsamen | 20 | |
Luzerne | 10 | |
Mariendistel | 20 | |
Perillasaat | 20 | |
Radieschens. | 20 | |
Rübsen | 20 | |
Sesam | 10 |
Sind einzelne Ölzutaten nicht zu bekommen, kompensiere die Menge mit der entsprechenden Grammzahl an zusätzlichen Hanfkörnern. Grundsätzlich sollte die Mischung aber nicht verändert werden.
Die vier Hirsesorten (Platahirse wird manchmal auch als »Gelbe Hirse« geführt), können auch zu einer einzigen zusammengefasst werden. In dem Fall unbedingt in entsprechender Menge zur Silberhirse greifen.
Die restlichen Mehlsaaten sind exakt so einzuhalten. Die Gerste sollte allerdings bei extremem Übergewicht oder Trinkmengen, die noch keiner Diabetesmischung bedürfen, aber bei über zwei Milliliter liegen, wegfallen (siehe Seite →). Die entsprechende Grammzahl ist in solchen Fällen entsprechend durch Silberhirse zu ersetzten. Bei Trinkmengen ab fünf Milliliter ist umgehend dem Diabetesleitfaden in Kapitel 2 zu folgen.
Handelt es sich um ein diabetesfreies älteres Tier, das an Gewicht schon abgebaut hat, kann man statt der Kardisaat auch zu Sonnenblumenkernen greifen. Die beiden Saaten gleichen sich analytisch sehr, Sonnenblumenkerne haben jedoch ihrer Größe halber einen höheren Anteil an allem, päppeln also gut.
Auch der Anteil an Japanhirse könnte in dem Fall durch die Hirsesorten Dari und*oder Sorghum ersetzt werden, zwei Hirsesorten, die man ansonsten besser nur den großen Mittelhamstern zukommen lässt.
Zur Beigabe von tierischem Eiweiß in die Hauptfuttermischung rate ich ab. Die Gabe von tierischem Eiweiß sollte unbedingt angepasst erfolgen und somit separat verabreicht werden, siehe Seite →.
Kräuter und Blüten gehören ebenfalls nicht direkt zum Hauptfutterangebot, sollten aber als Beikost gesehen werden: Wähle eine Blüten- und Kräutermischung, die du besser separat ausstreust.
An den im Handel divers angebotenen, fertig zusammengestellten Kräuter- und Blütenmischungen ist für Hamster nichts auszusetzen, es sei denn, Getreide, getrocknetes Obst, getrocknetes Gemüse oder andere Zutaten, die mit reinen Kräutern und Blüten nichts zu tun haben, wurden zugesetzt. Da der Produktname nur selten auf alle Inhaltsstoffe hinweist, ist es wichtig, die Deklaration genau durchzulesen.
Ich persönlich wähle gern die auf Seite → aufgeführten Sorten.
Aktuell wird in Zusammenhang mit gehäuft auftretenden, bösartigen Tumorbildungen (also Krebs) bei Hamstern diskutiert, an Kräuter- und Blütenfütterung zu sparen, weil diese Ware recht schadstoffbelastet sein kann, außer, sie wurde fernab großer Straßen aufgezogen und dann auch ohne motorbetriebene Dieselmaschine gemäht.
Über sein Frischfutter bekommt der Hamster genug Rohfaser, sprich Ballaststoffe, also sicherheitshalber nicht übertreiben.
Eine gute Qualität sollte auch nicht übermäßig stauben. Ganze Tüten bereits förmlich vermahlener Ware enthusiastisch ausgestreut, haben bei Hamstern schon Asthmaanfälle ausgelöst und können auch empfindliche Halter beeinträchtigen.
Etliche Hauptkost-Fertigmischungen beinhalten bereits Kräuter und Blüten. In meinen Augen eine unsinnige Verkaufspraktik, da viel zu viel davon liegen bleibt und man keinen wirklichen Überblick darüber hat, wie viel Hauptkost man damit definitiv vergibt. Reine Körner-Hauptfuttermischungen, so genannte Basismischungen, wirken auf den ersten Blick teurer – sind aber sparsamer im Verbrauch, da die Zutat von Kräutern und Blüten eine Füllmenge ergibt, die nicht zu der benötigten Futtermenge an sich zählt. Zur täglichen Fütterungsmenge selbst siehe Seite →.
Grassamen werden ebenfalls besser separat angeboten.
Mische ein paar Sorten – beispielsweise je 20 g von Rotschwingel, Knaulgras und Wiesenrispe zu einer 60 g Mischung zusammen. Damit kommst du parallel zur 1000 g Mischung aus, wenn du ein bis zwei Teelöffel pro Woche davon ausstreust.
In der Regel wird der Hamster kaum etwas davon nehmen, trotzdem wenigstens gelegentlich etwas davon anbieten. Siehe auch Seite →.
Flockenfutter ist tabu, allein weil es, bereits aufgeschlüsselt, viel zu schnell verwertet wird. Eine nachhaltige Sättigung kann nicht eintreten, der Hamster lernt, zu viel auf einmal zu fressen, was ihm schadet, da sich völlig überhöhte Blutzuckerspitzen bilden, die auch ohne die Entwicklung von Diabetes ein ständiges Unwohlsein auslösen.
Außerdem gehen bei der industriellen Verwertung zu sogenannten Flocken auch etliche Vitalstoffe zu Grunde.
Getrocknetes Gemüse ist ebenfalls völlig ungeeignet. Dessen Kohlenhydratanteil (bei durch die Trocknung zerstörtem Vitamingehalt, da es nicht, wie das Korn, durch eine Hülle geschützt ist) stellt ernährungstechnisch eine unnütze Belastung hinsichtlich der empfindlichen Insulinzellen dar.