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© 2020 Andreas Achleitner

Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-7519-6324-4

Inhalt

Über den Autor

In der Antike kam erstmals das Drechseln in Mesopotamien, China und Ägypten auf. Man drehte das Holz mit einem Fiedelbohrer und bearbeitete das Holz mit einem Messer. Im Mittelalter entwickelte man bereits den Vorläufer der Drechselbank und es entstand die Wippdrehbank.

Im Laufe der Jahrhunderte haben sich Maschinen und Zubehör für das Drechseln stetig weiterentwickelt. Aber nicht nur Holz, sondern es können auch andere Materialien wie Horn, Kunstharz und noch vieles mehr gedrechselt werden. Heutzutage lassen die modernen Drechselbänke mit viel Hightech und Zubehör endlose kreative Gestaltungsmöglichkeiten der Drechselwaren zu.

Doch wie bin ich zum Drechseln gekommen? Von 1998 bis 2001 absolvierte ich die Tischlerlehre bei der Firma SKLOIB, einer designorientierten Tischlerei in Grein an der Donau.

Obwohl Drechselwaren wie runde Tischfüße, Handläufe oder kleine Rundsäulen in meinem Lehrbetrieb zugekauft wurden, war ich doch von den Formen angetan. Nach meinem Präsenzdienst habe ich einige Jahre als Tischlergeselle bei der Firma PABNEU gearbeitet, wo ich unter anderem Tischfüße verleimt habe, die im Anschluss der jeweiligen Modelle nachgedrechselt wurden.

Einige Jahre später war es dann so weit. Ich habe auf YouTube ein paar Drechselvideos angesehen und mir gedacht, das wäre doch auch für mich ein schönes Hobby.

Wichtig war mir, von Beginn an trockenes Holz zu verwenden, also habe ich online nach Drechselholz gesucht und mir dann Holz von einem Sägewerk bestellt. Die Zuschnitte waren leider standardmäßig eher klein gehalten und waren für das Üben gut geeignet.

Allerdings wollte ich nach einiger Zeit größere Schalen, Teller und Schüsseln machen und mich auch einmal an eine Vase herantrauen. Also dachte ich mir, ich verleime einfach einmal verschiedene Hölzer miteinander, um eine größere Dimension meiner Schalen zu erreichen.

Auf Pinterest habe ich dann erstmals eine Segmentvase gesehen, die mit einem schönen Muster, einem sogenannten „Feature Ring“, versehen war.

Das war für mich der springende Punkt, das Segmentdrechseln zu meiner Lieblingsbeschäftigung zu machen. Das Arbeiten mit Segmenten ist zwar aufwendig, aber ich bin immer wieder von den Gesichtern meiner Kunden beeindruckt, wie sie sich an den Holzmustern begeistern und erfreuen.

Doch was unterscheidet das Segmentdrechseln von der traditionellen Herstellung eines Drechselobjektes? Betrachtet man alleine die Ausstattung beider Drechselrichtungen, benötigt man bei der traditionellen Drechslerei eine Drechselbank und eine Kettensäge. Beim Segmentdrechseln werden viele Maschinen eingesetzt, um ans Ziel zu gelangen, wie eine Bandsäge, Kreissäge, Hobelmaschine, Tellerschleifer, Zylinderschleifer oder Ständerbohrmaschine. Der Zeitaufwand zwischen den beiden Arten des Drechselns ist natürlich auch unterschiedlich.

Während man beim Zurichten des Drechselrohlings mit der Kettensäge rasch fertig ist und sofort danach mit dem Drechseln beginnen kann, macht das Drechseln von Segmentvasen oder Schüsseln lediglich 10 % der gesamten Tätigkeit aus.

Beim traditionellen Drechseln hofft man immer, dass aus dem Holz eine schöne Maserung, eventuell gestockte Stellen oder schöne natürliche Verfärbungen hervorkommen, während man beim Segmentdrechseln interessante Farbkombinationen aus verschiedenen Hölzern sowie grenzenloses Design in Form und Gestaltung vorfindet.

Kreative Köpfe haben mit dem Segmentdrechseln, so bin ich überzeugt, eine nie endende Gestaltungsmöglichkeit, dem Holz ihren eigenen Stempel aufzudrücken.

Grundsätzlich lässt sich die Segmenttechnik auf jeder Drechselbank anwenden. Die Dimensionierung der Spitzenweite beziehungsweise der Spitzenhöhe der Drechselbank zeigt allerdings die Grenzen des Machbaren auf.

Ich drechsle auf einer Stratos XL von der Firma Drechselmeister und man kann mit der Drechselbank wirklich große Segmentschalen oder Waschbecken bis zu einem Durchmesser von einem Meter beziehungsweise große Segmentvasen drechseln.

Man sollte sich, bevor man eine Drechselbank kauft, gut überlegen, was man mit ihr in späterer Folge machen möchte.

Abbildung 1 - Drechselbank Stratos XL

Doch warum ein Buch schreiben? Durch meine Tätigkeit auf YouTube habe ich auf meinem Kanal bereits einige Segmentprojekte zum Nachschauen veröffentlicht sowie eine Tutorial-Serie über das Segmentdrechseln online gestellt.

Es reicht aber manchmal nicht aus, alle Tipps, Tricks, Holzmuster oder Techniken der Vollständigkeit halber zu erklären. Andererseits bekomme ich auch immer tolle Kommentare und Fragen über das Segmentdrechseln, die ich in diesem Buch behandeln möchte.

Es beginnt mit dem Holz, der Zeichnung und Planung eines Drechselobjektes, den Schnitttechniken, der Verleimung bis hin zur Oberflächenveredelung.

Ich habe versucht dieses Buch als Buch für die Werkstatt zu konzipieren und nicht mit Illustrationen von Objekten zu füllen.

Das Buch ist also eine Mischung aus meiner Fachpraxis als Tischler kombiniert mit meinen Erfahrungen über die Segmenttechnik.

Ein weiterer Grund für dieses Buch war, dass ich immer schon eines schreiben wollte und ich mein Werk dann mit weiterführenden Projekten auf meinem YouTube-Kanal beziehungsweise meiner Webseite stets ergänzen kann.

Es ist also ein Werk, das als Grundlage gedacht ist, und alle von mir in diesem Buch vorgestellten Materialien & Werkzeuge sind auf meiner Webseite www.handgemachtes.at noch zusätzlich mit weiterführenden Produktlinks zur Ansicht aufgelistet.

Bevor Sie sich allerdings ans Werk machen, erkundigen Sie sich über die korrekte Maschinenhandhabung. Beachten Sie immer die Sicherheitsvorschriften der Maschinenhersteller und befolgen Sie die Anwendungshinweise und Schutzvorschriften beim Umgang mit Lacken, Ölen oder anderen chemischen Substanzen.

In diesem Sinne wünsche ich viel Freude beim Segmentdrechseln.

Andreas

Das Holz

Holzfeuchtigkeit

Beim Segmentdrechseln kann man grundsätzlich jedes Stück Holz verwenden. Wichtig ist darauf zu achten, dass das Holz nicht mehr als 8 % Holzfeuchte aufweist. Um die Holzfeuchtigkeit zu überprüfen, gibt es spezielle Holzfeuchtigkeitsmessgeräte.

Günstige Messgeräte sind schon für wenige Euros erhältlich. Die Anschaffung ist jedenfalls keine verlorene Investition.

Beim Segmentdrechseln werden meist verschiedene Hölzer kombiniert, die auch verschiedene Feuchtigkeitsgrade aufweisen können, daher muss das Holz für ein Projekt einen annähernd gleichen Feuchtigkeitswert aufweisen.

Man muss bedenken, dass die fertigen Produkte sehr zeit- und arbeitsintensiv sind, und da wäre es ärgerlich, wenn die Segmentvase oder die Segmentschale nach der Fertigstellung in einem klimatisierten Raum oder einer Wohnung mit Zentralheizung zu reißen beginnt.

Man kann dies bei Segmentprojekten in erster Linie an den Leimfugen, also an den Stellen, wo die einzelnen Segmente miteinander verleimt worden sind, erkennen. Sie gehen auf.