»Frostbeulen« aufgepasst: Ausgerechnet Kälte kann zum besten Verbündeten Ihres Wohlbefindens werden! Kühle Luft und kaltes Wasser sind die Wundermittel der Natur gegen Müdigkeit, schlechte Laune, Übergewicht und viele Krankheiten. Schritt für Schritt erklärt Andrea Bianchi den Weg über gezielte Kältereize und wirksame Atemübungen bis zur dauerhaften Entwöhnung vom Kältegefühl. Seine Maxime: Raus aus dem wetterfesten, gegen alles imprägnierten Schneckenhaus und hinein in unser natürliches Gesundsein in der Natur!
ANDREA BIANCHI, in Trient im Norden Italiens geboren, leitet Barfuß Workshops in den verschiedensten Regionen Italiens, von den Dolomiten bis hin zur Via Francigena. 2017 gründete er »Il Silenzio dei Passi« (ilsilenziodeipassi.it), die erste »Barefoot Hiking« Schule Italiens, die das Barfußlaufen als eine Methode für geistiges und körperliches Wohlbefinden für alle betrachtet. 2018 realisierte er den weltweit längsten »Gänsemarsch« – eine lange Reihe von Personen auf bloßen Füßen in der Bergwelt der Dolomiten – um eine respektvolle und bewusste Beziehung zur Natur zu fördern. Profunder Kenner von Yoga, das Teil seines Alltags geworden ist; auf Schuhen ist er Ingenieur, Kommunikationsberater, Journalist, Gründer und Herausgeber des Online Magazine MountainBlog zur Welt der Berge und des Outdoor Sport.
Feeling
fresh
Wie Kälte unser
Immunsystem stärkt
und wir uns
rundum wohlfühlen
Übersetzung aus dem Italienischen
von Barbara Neeb
und Katharina Schmidt
Vollständige eBook-Ausgabe
des in der Bastei Lübbe AG erschienenen Werkes
Titel der italienischen Originalausgabe:
»La via del freddo alla felicità«
Für die Originalausgabe:
Copyright © 2020 by Antonio Vallardi Editori, Mailand
Für die deutschsprachige Ausgabe:
Copyright © 2021 by Bastei Lübbe AG, Köln
Umschlaggestaltung: ZERO Werbeagentur, München unter Verwendung einer Illustration von © wavebreakmedia / shutterstock.com
Illustrationen: Mira Schmidt
eBook-Erstellung: Jilzov Digital Publishing, Düsseldorf
ISBN 978-3-7517-0422-9
luebbe-life.de
lesejury.de
FÜR FRANCESCA,
damit wir noch oft zusammen
im See baden.
FÜR EMANUELE,
wegen eines Buches, das wir gemeinsam
gesucht und gefunden haben.
FÜR MEINE »FLUGGEFÄHRTEN«,
aus tiefem Herzen,
damit das Staunen und die Erinnerung
uns immer erhalten bleiben.
Obwohl in diesem Buch viel von Kälte die Rede ist, werdet ihr feststellen, dass das Hauptthema eigentlich die Wärme ist. Genauer gesagt: die innere Wärme, und damit meine ich die Quelle unseres Lebens. Wir alle können die innere Wärme als angeborene Fähigkeit in uns entdecken. Und wir sollten lernen, sie mithilfe bewusster Gedankenfokussierung zu steuern.
Aus diesem Grund ist das Buch nicht nur für die kühleren Jahreszeiten oder den Winter gedacht. Die Methode, die ich euch näherbringen möchte, lässt sich das ganze Jahr über anwenden. Wer kennt sie nicht, die verregneten Tage im Frühling? Und kaum geht die Sonne unter, ist unnötigerweise auch im Sommer die Strickjacke schnell zur Hand. Aber wieso eigentlich, warum nutzen wir nicht unsere inneren Ressourcen? Wie wir später noch genauer sehen werden, gibt es Jahreszeiten, die sich besonders gut eignen, um mit dem Praktizieren der HOT-mind-Methode zu beginnen: Frühling und Herbst weisen nämlich eine größere Bandbreite an Wetterbedingungen auf. Mehr dazu erfahrt ihr im Infokasten »Übergangsjahreszeiten« auf S. 144.
Im Sommer kann man paradoxerweise »extremere« Erfahrungen wagen wie Baden und Schwimmen in Seen und Bächen im Hochgebirge, da die hohen Temperaturen dieser Jahreszeit eine größere Sicherheit bieten. Da traut sich sogar eine »Frostbeule« mit den Füßen in einen Bergbach oder ins Meer, auch wenn die Wassertemperatur bei 18 Grad oder weniger liegt. Im Winter gibt es natürlich mehr Möglichkeiten, starke Kälte zu erfahren. Aber wenn man noch Anfänger ist, sollte man das sehr vorsichtig angehen.
Musik für innere Wärme
Egal zu welcher Jahreszeit du dieses Buch liest: Um in Stimmung zu kommen, kannst du dich von der gleichen Musik inspirieren lassen, die mich beim Schreiben begleitet hat.
Es ist Ostermontag, in Italien ist das der klassische Tag für einen Ausflug vor die Tore der Stadt. Meine Familie und ich leben im Trentino, einer von Wäldern durchzogenen Provinz in den italienischen Alpen, und wir haben uns den Weg vom Passo San Pellegrino zur Berghütte Rifugio Fuciade vorgenommen. Eine gemütliche Wanderung von einer guten Stunde auf einem leicht ansteigenden Schotterweg, der über die Baumgrenze hinaus auf eine Höhe von beinahe 2000 Metern führt. Wenn man das erste Waldstück hinter sich gelassen hat, kommt man in einen Talkessel mit Almwiesen, der von majestätischen Bergen aus Kalkgestein umgeben ist.
Am Morgenhimmel fliegen die Wolken nur so vorbei, weshalb wir zuversichtlich sind, dass sie in ein paar Stunden der wärmenden Sonne Platz machen. Ich bin diesen Forstweg schon einige Male gegangen und kenne ihn, daher schlüpfe ich nur in sehr leichte Sandalen. Die beißend kalte Luft erfordert, dass ich zumindest eine leichte Jacke trage. Trotzdem rechne ich damit, dass ich die Sandalen unterwegs ausziehen kann, um den Weg barfuß fortzusetzen, wie ich es mag und schon seit Jahren in den Bergen praktiziere.
Die Natur bewusst wahrnehmen:
Hier am Passo San Pellegrino der Weg
zur Berghütte Rifugio Fuciade.
Aber in diesem Jahr hat der Winter in den Dolomiten erst spät Einzug gehalten, und es gab sogar im April noch einige unerwartete Schneefälle, zum letzten Mal ausgerechnet am Vortag, am Ostersonntag. Deshalb sehen wir nach wenigen Metern dort, wo der Weg in den Wald eintritt und durch längere schattige Zonen führt, dass der Boden unter einer mehrere Zentimeter hohen Schneedecke liegt. Ich habe zwar feste Schuhe im Rucksack dabei, aber eigentlich gar keine Lust, sie jetzt anzuziehen. Ich sage mir, wenn ich schon nicht wie erhofft barfuß weitergehen kann, dann kann ich es wenigstens in den Sandalen probieren, schließlich praktiziere ich jeden Winter das Barfußlaufen im Schnee. Allerdings gehe ich dann nur kurze Strecken, hier dagegen handelt es sich um beinahe vier Kilometer!
Ich marschiere also weiter. Schon bald merke ich, dass es unter diesen Bedingungen kaum einen Unterschied macht, ob ich Sandalen anhabe oder barfuß laufe: Der Schnee drängt sich zwischen die Schuh- und die Fußsohle und überzieht die nackten Zehen und Knöchel mit seiner Kälte. Zumindest gegen den kalten Boden bieten mir die Sohlen bei jedem Auftreten einen gewissen Schutz. Ich überlege, ob sie mir über die vier Kilometer dabei helfen können, dass meine Füße nicht auskühlen. Aus Erfahrung weiß ich, dass das nicht genügen wird: Die Füße müssen selbst dazu beitragen, die Durchblutung aufrechtzuerhalten, indem sie ständig in Bewegung sind. Bei jedem Schritt, jedem Abrollen und Abdrücken muss sich das Fußgewölbe und müssen sich vor allem die Zehen kräftig bewegen. Denn die äußersten Gliedmaßen sind die ersten, die unter diesen Umständen Gefahr laufen, nicht mit Blut versorgt zu werden. Geschieht das, dann verliert man das Gefühl darin, und das wäre wirklich ein schlechtes Zeichen – wenn sich dieser Prozess fortsetzt, drohen Erfrierungen.
Meine minimalistischen ultraleichten Sandalen mit der vier Millimeter dünnen Sohle und den paar Riemchen geben mir nicht sehr viel Halt auf dem schneebedeckten Boden. Um nicht auszurutschen, besonders wenn der Weg ansteigt, muss ich darauf achten, dass ich den Vorderfuß fest aufsetze und das Gewicht nach vorn verlagere. Dadurch bekommt mein Laufstil etwas sehr Dynamisches. Bei jedem Schritt stoße ich mich gut ab, auch wenn ich langsam gehe, und die Bewegung bezieht nicht nur den ganzen Fuß mit ein, sondern überträgt sich auf den übrigen Körper. Und das führt wiederum dazu, dass mein Körper Wärme erzeugt: Schon bald muss ich meine Jacke ausziehen und laufe im kurzärmeligen T-Shirt weiter. Auch die Trekkinghose rolle ich mir fast bis zu den Knien hoch.
Mein Gang wird immer energischer, und ich werde schneller. Mein ganzer Körper hat eine neue thermische Balance gefunden, sodass er mit der morgendlichen Kälte und den im Schatten liegenden Passagen zurechtkommt. Sogar meine Füße sind jetzt – es ist kaum zu glauben – warm und rot bis in die Zehen, ein Anzeichen dafür, dass sie gut durchblutet sind.
Je mehr dieser Zustand sich aufbaut und verfestigt, desto bewusster nehme ich mein Gehen, meine Gegenwart wahr. Obwohl ich schneller laufe, wird mein Atem weiter und voller. Mein Geist ist entspannt, durchzogen vom Frieden einer Achtsamkeit, die spontan alles in sich aufnimmt, was ihn umgibt. Allmählich lasse ich meine Frau und meine Tochter hinter mir und genieße still die körperliche und geistige Harmonie mit den Naturelementen.
Unterwegs überhole ich andere Leute, die den gleichen Weg gehen. Sie tragen Mützen, Winterjacken, lange Hosen und feste Wanderschuhe. Wenn ich sie grüße, bemerke ich, wie erstaunt sie sind, dass ich fast barfuß und so leicht bekleidet hier herumlaufe. Normalerweise wechsle ich ein paar Worte mit meinen Mitmenschen, und wenn sie fragen, warum ich barfuß in den Bergen wandere, erkläre ich ihnen meinen Ansatz. Doch heute fühle ich mich so wohl und verankert in dem Moment, dass ich einfach weiterlaufe.
Dieses Gleichgewicht, das ich erreicht habe, verlangt von mir, dass ich im Lauffluss bleibe, um es zu erhalten. Das merke ich, als wir kurz bei einer Bank hinter einer alten Hütte rasten. Inzwischen hat die Sonne die Wolken vollständig verjagt, sie wärmt das Holz der Bank, auf der wir sitzen und an der wir uns anlehnen, und ebenso unsere Körper. Aber obwohl es sich hier gut aushalten lässt, kühlen meine Füße schnell aus, angefangen bei den Zehen. Mein Geist ist auf einmal weniger entspannt, und ich spüre, wie seine Anspannung sich in den Hals- und Nackenbereich und auf die Schultern ausbreitet. Also stehe ich auf und laufe weiter, in kurzer Zeit habe ich die innere Wärme wiedergefunden und damit auch das Gleichgewicht und das Wohlgefühl von vorhin.
Der Tag wird nun so richtig schön. Die Sonne strahlt in ihrer ganzen Frühlingskraft am wolkenlosen Himmel und wärmt die Luft. Bei mir und meiner Familie weckt dieses Wetter die Vorfreude auf die kommende warme Jahreszeit. Nach dem Mittagessen auf der Berghütte ist für mich der Rückweg ein Kinderspiel, ich fühle mich inzwischen in meinem kurzärmeligen T-Shirt pudelwohl.
Unterwegs treffe ich auf viele Ausflügler, die sich in ihre »Winterpanzer« eingehüllt haben. Jetzt bekomme ich doch Lust, mit diesen Leuten zu reden, die bei meinem Anblick immer ein paar Bemerkungen machen. Einige sagen: »Bravo, es muss toll sein, so auf dem Schnee zu laufen!«
Inzwischen schmilzt der Schnee auf dem Weg, man kann buchstäblich dabei zusehen. Auf dem letzten Stück fließen richtige kleine Schmelzwasserbäche und behindern all jene, die ihre Schuhe nicht nass machen wollen und nach Ausweichmöglichkeiten suchen. Ich hingegen laufe mitten hindurch, und das versetzt mir einen weiteren Energiekick: Das Wasser ist extrem kalt. So kalt, dass ich es sogar als echte Erleichterung empfände, wieder auf festem Schnee zu laufen.
Die Sonne steht jetzt hoch am Himmel. Es ist warm geworden, und mein Körper und mein Geist laufen auf Hochtouren. Was als ganz normaler Osterspaziergang angedacht war, hat sich für mich zu einer sportlichen Herausforderung entwickelt, bei der ich mich mit den Naturelementen messen kann. Indem ich mich der Kälte unter scheinbar unangenehmen Bedingungen ausgesetzt habe – also längere Zeit mit kaum die Füße schützenden Sandalen über den Schnee gelaufen bin –, habe ich »meine Komfortzone verlassen«, wie das die Psychologen nennen. Ich habe einen Flow erlebt, eine vollkommene Verbindung mit dem gegenwärtigen Moment.
Während ich laufe, bin ich eins mit dem Schnee und dem Wald, mit der wärmenden Kraft der Sonne auf der Haut und der Kälte des Wassers zwischen den Zehen. Ich bin froh, zu laufen, einfach nur zu laufen und dort zu sein, wo ich bin. Anders gesagt: Ich empfinde Glück und ein Wohlgefühl – nein, mehr noch, eine tiefe Verbindung mit dem Ort und der Natur.
Einfach mal kurz rausgehen und dann mit beiden Beinen auf der Erde stehen, offen sein für einen Austausch mit den Kräften der Natur: Das ist nicht nur möglich, sondern vor allem notwendig, wenn wir nicht unseren Lebensquell verlieren möchten.
Nach den Millionen Jahren, in denen sich die menschliche Spezies eingebunden in ihre natürliche Umgebung weiterentwickelt hat, entfernen wir uns jetzt, in den letzten »Sekundenbruchteilen« dieser Evolutionsphase, stetig weiter von ihr weg. Heutzutage leben wir kaum noch draußen, laufen wir immer seltener im Freien, geschweige denn in der wirklichen Natur. Die Gelegenheiten dazu werden weniger, weil wir unsere schützenden Panzer nicht mehr verlassen. Denn was sind unsere Wohnungen, unsere Büros, unsere Autos, sogar unsere Kleidung und unsere Schuhe, die immer wetterfester, windbeständiger, wärmeisolierender werden, anderes als Panzer?
Dabei ist die Natur doch unser Herkunftsort, wo wir unsere Wurzeln haben. Immer noch gehören wir zu ihr, weil wir selbst Natur sind. Wir fühlen uns einfach wohl, wenn wir mal die Schuhe ausziehen und barfuß einen Bergpfad gehen. Oder mit Sandalen über den Schnee laufen, in einem natürlichen See schwimmen, im eiskalten Wasser eines Baches baden, uns den Körper von der Sonne und dem Wind trocknen lassen. Oder wenn wir uns auf dem weichen Gras ausstrecken: Denn diese Dinge lösen in uns eine uralte Erinnerung aus, die wir alle in uns tragen, weil wir Teil der menschlichen Spezies sind – eine Erinnerung in den tiefsten Ebenen unserer Psyche.
Sie erzählt uns von der langen Reise, die unsere Vorfahren zurückgelegt haben, von der Zeit, als die Menschen noch eine lebendige, unmittelbare Beziehung zu ihrer Umwelt hatten. Es war eine lange Reise über Jahrmillionen, in denen wir feinste sensorische Fähigkeiten, Widerstandskraft, Achtsamkeit und Resilienz ausgebildet und in uns verankert haben – aber auch eine Vision von einer Welt, in der wir Teil der Natur sind.
Es ist gar nicht schwer, diese Fähigkeiten wieder in uns wachzurufen. Dazu gibt es nur einige unverzichtbare Bedingungen: Wir müssen vor allem unsere Panzer verlassen und wieder lernen, eine Beziehung zu dem herzustellen, was »da draußen« ist – dem Regen, der Sonne, dem Wind –, um zu verstehen, dass wir im Grunde aus denselben Elementen bestehen. In diesem Lernprozess kann die Kälte von einer gefürchteten Bedrohung zu unserem besten Freund und Lehrmeister werden. Durch die Kälte können wir unsere geistigen und körperlichen Ressourcen aktivieren und unser gesamtes Potenzial ausschöpfen, das wir als lebende Wesen haben, die offen für einen Energieaustausch mit dem Universum sind.
Woher kommt die HOT-mind-Methode?
Ich habe die belebende Kraft der Kälte zuerst durch das Barfußwandern entdeckt, das Laufen ohne Schuhe draußen in der Natur, eben durch Erfahrungen, wie ich sie auf dem Weg zur Hütte Rifugio Fuciade gemacht habe. Je mehr ich erlebte, wie gut und tiefgreifend sich das Barfußlaufen auf meine Gesundheit, meinen körperlichen Allgemeinzustand, mein Immunsystem, meine Laune und meine geistige Klarheit auswirkte, erweiterte ich mein Repertoire um neue Praktiken. Ich wollte mich der Kälte bewusst annähern. Daraus ist eine echte Methode zum Wohlempfinden entstanden – ein zunächst persönlicher und bald auch mit anderen geteilter Weg zum Glück, den ich »HOT-mind-Methode« genannt habe.
Und nun möchte ich dich an diese Methode heranführen.
Da ihr dieses Buch lest, sucht ihr wahrscheinlich nach einer Möglichkeit, eure Lebensqualität zu verbessern und einen ebenso dauerhaften wie bewussten Zustand des Wohlbefindens zu erreichen. Vielleicht sorgt ihr euch auch um die Zukunft unseres Planeten, weil ihr spürt, dass unsere Form des Zusammenlebens und des Wachstums nicht gesund ist und dass es ohne Lösungen für die ernsten Umweltprobleme und den Klimawandel kein Wohlbefinden und keine Zufriedenheit geben kann: Wir können nicht glücklich sein, wenn unsere Erde nicht ebenfalls »glücklich« ist.
Mit der HOT-mind-Methode möchte ich euch den »Weg der Kälte zum Glück« vorstellen. Wenn wir eine Beziehung zur Kälte finden, die jeder Frau und jedem Mann zu jeder Jahreszeit zugänglich ist, können wir unsere innere Wärme wiedererwecken und gleichzeitig auch unsere Liebe zur Natur und zu allen Lebensformen. Da wir nichts bewahren können, was wir nicht lieben, könnte dies ein Weg sein, mit dem wir unseren Planeten und damit uns selbst retten und unsere Reise fortsetzen können.
Die verborgenen und die sichtbaren Vögel der Welt versammelten sich. Sie alle sagten: »In dieser Zeit fehlt in keiner Stadt ein Herrscher. Was ist, wenn unser Land keinen König hat? Dann gibt es nur die Möglichkeit der Herrenlosigkeit. Vielleicht sollten wir zusammenkommen und einen König erbitten. Denn wenn ein Land keinen Herrscher hat, gibt es keine Ordnung im Heer.«
FARID UD-DIN ATTAR
In seinem Langgedicht »Die Konferenz der Vögel« (Mantiq ut-tair) erzählt der sufistische Mystiker Farid ud-Din Attar (ca. 1136–1220/21) von einer großen Versammlung, zu der eines Tages alle Vögel zusammenkamen, um ihren Herrscher zu wählen. Der weiseste unter ihnen, der Wiedehopf, gewinnt die Aufmerksamkeit der ganzen Versammlung. Er fordert die anderen Vögel auf, sich auf die Suche nach dem legendären Vogel Simorgh – wir kennen ihn als Phönix – zu machen, der im Lebensbaum sein Nest hat und als Zeichen für Gott steht.
Der weise Wiedehopf spricht auf der
»Konferenz der Vögel« zu allen anderen Vögeln.
Der Wiedehopf spricht leidenschaftlich und wie jemand, der diese Reise schon einmal gemacht und dabei Gutes und Böses gesehen hat: »Wir haben einen unbestrittenen König und hinter diesem Berg ist der märchenhafte Berg Qaf. Sein Name ist Simorgh (Dreißigvögel), König der Vögel; er ist uns nah, aber wir sind so fern von ihm.«