© Auflage 4, 3, 2, 1: 2019, 2014, 2011, 2005 by Horst Hanisch

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Die Ratschläge in diesem Buch sind sorgfältig erwogen, dennoch kann eine Garantie nicht übernommen werden. Eine Haftung des Autors und seiner Beauftragten für Personen-, Sach- und Vermögensschäden ist ausgeschlossen.

Aus Gründen der einfacheren Lesbarkeit wird auf das geschlechtsneutrale Differenzieren, zum Beispiel Mitarbeiter/Mitarbeiterin weitestgehend verzichtet. Entsprechende Begriffe gelten im Sinne der Gleichbehandlung für alle Geschlechter.

Idee und Entwurf: Horst Hanisch, Bonn

Lektorat: Alfred Hanisch, Bonn; Annelie Möskes, Bornheim (ab 3. Auflage)

Buchsatz: Guido Lokietek, Aachen; Horst Hanisch, Bonn

Umschlag: Christian Spatz, engine-productions, Köln; Horst Hanisch, Bonn

Fotos/Zeichnungen: Horst Hanisch, Bonn

Herstellung und Verlag: BOD – Books on Demand GmbH, Norderstedt

ISBN: 978-3-7481-4411-3

Inhaltsverzeichnis

Grußworte zur 2. und 1. Auflage

Es fiel noch kein Meister vom Himmel

Carsten Carstens – Selbstbildnis

Künstler, Bonn

Der Erfolg beginnt mit der Basis

Die Idee zu einem Kunstwerk ist geboren. Sie entwickelt sich im Kopf, und sie wird verworfen, ergänzt, geändert, verfeinert, bis irgendwann einmal das fertige Kunstwerk zu bewundern ist.

Als Künstler fällt es mir schwer, einen Schlussstrich zu ziehen, da meistens noch Änderungen oder Feinheiten ergänzt werden.

Im Laufe der Jahre habe ich immer wieder neue Techniken ausprobiert und verfeinert, um meinen werblich expressionistisch/impressionistischen Malstil zu einer Eigenart zu entwickeln.

Um zu einem für mich sehenswerten und befriedigenden Ergebnis zu kommen, brauche ich eine Basis an Wissen. Ohne diese Basis, ohne eine gewisse Genauigkeit, hätte ich nicht zu dem werden können, was und wer ich heute bin. Jedes Handwerk braucht seine Basis. Denn: Es ist noch kein Meister vom Himmel gefallen.

Deshalb finde ich es sehr gut, dass Horst Hanisch in seinem Basis-Werk das grundsätzliche Wissen zum zwischenmenschlichen Verhalten darstellt.

Sehr gut dabei gefällt mir, dass diese Darstellung menschlich geschieht, auf eine verständliche, manchmal spielerische Art. Als Künstler finde ich es ansprechend, dass die verschiedenen Themen in Rollen dargestellt werden, sei es in der Person der Event-Isabel oder des Tischsitten-Thomas.

Etwas künstlerische Freiheit sei gestattet.

Ich selbst kenne Horst Hanisch seit mehreren Jahren und hatte die Chance, an einigen seiner kurzweiligen Intensiv-Seminaren teilnehmen zu dürfen. Ich hoffe, dass ihm seine seriösen und kreativen Gedanken noch lange erhalten bleiben.

Allen Lesern wünsche ich viel Vergnügen beim Lesen der nächsten Seiten.

Ihr

Vom Esprit de Conduite,

Prof. Klaus Peter Emde

Professor am Fachbereich Betriebswirtschaft der Fachhochschule Koblenz

der liebenswürdigen Art

So ist das im Leben: Da gebe ich mir alle Mühe, ein anständiger Mensch, ein hilfreicher Nachbar oder ein guter Kollege zu sein, gewiss, ich bin nicht ganz formvollendet – aber ich hab’s doch gut gemeint! Und wie titulieren mich die Leute? Einen Banausen!

Allerhand ist das, denn als bánausos wurde von den alten Griechen ein Handwerker genannt, der keine Sklaven für sich arbeiten lassen konnte und daher keine Gelegenheit zum Entwickeln und Praktizieren der feineren Lebensart hatte.

Und Adolf Franz Friedrich Ludwig Freiherr Knigge? Wollte er seine „Nebenmenschen“, wie er seine Mitmenschen nannte, in eine – wenn auch gute – Umgangsform pressen? Nein! In seinem Buch:

Über den Umgang mit Menschen (1796) geht es ihm um den „esprit de conduite“, die innere Haltung, die dem mitmenschlichen Umgang zugrunde liegt.

Aber er vermittelte auch, dass ohne ein gewisses Maß an Umgangsform ein mitmenschliches Zusammenleben nicht möglich ist. An wen wendet sich dieses Buch? An denjenigen, der sich für einen Banausen hält oder – noch schlimmer – der andere dafür hält? Dann würde man ja zu diesem Buch nur greifen, um es in schulmeisterlicher Absicht einem anderen zu schenken. Wendet es sich an Neugierige? Ja, natürlich!

Und an diejenigen, die ihr Verständnis und Wissen um Umgangsformen und ihren persönlichen „esprit de conduite“ auffrischen und den gewandelten gesellschaftlichen Verhältnissen anpassen wollen.

Horst Hanisch und ich haben in vielen gemeinsamen Etikette-Seminaren festgestellt, dass das Empfinden für mitmenschlichen Umgang in den letzten Jahrzehnten durch einen ahnungslosen Erziehungs-Liberalismus weitgehend verloren ging. Insbesondere bei jungen Menschen entstand dadurch ein „Banausentum“, das sich mit den Erfordernissen einer interkulturellen Welt genau so wenig verträgt wie mit denjenigen des tagtäglichen mitmenschlichen Umgangs.

Horst Hanischs KLEINE KNIGGE-REIHE und seine immer wieder spannend gestalteten Seminare wollen knapp und amüsant dem Leser Zugang zu einer „Diplomatie ohne Diplomatenpass“ bieten! Diese Diplomatie kommt nicht nur ohne Diplomatenpass aus, sondern auch ohne den erhobenen schulmeisterlichen Zeigefinger. Stattdessen wird der Daumen keck und fröhlich nach oben gestreckt, begleitet von einem kaum merklichen Augenzwinkern und einem liebenswürdigen Lächeln. Voilà: „l’esprit de conduite“, die angemessene und liebenswürdige Lebensart!

Klaus Peter Emde, Koblenz, im Juli 2004

Vorwort

Früher war alles besser?

Ach was muss man oft von bösen Kindern hören oder lesen!

Wilhelm Busch (Max und Moritz), dt. humorist. Schriftsteller
(1832 - 1908)

Max und Moritz, diese beiden …

Der Duden definiert Anstand als ‚gute Sitte‘ und als ‚schickliches Benehmen‘. Wissen.de beschreibt Anstand als ‚Schicklichkeit‘ beziehungsweise ‚gutes Benehmen‘.

Wer Anstand hat, verhält sich anständig. Er zeigt zeitgemäßes Benehmen und weiß sich den Regeln der Gesellschaft entsprechend zu verhalten. Manche Regeln sind über Jahrhunderte festgelegt, andere entwickeln sich aufgrund neuer Technik oder geänderter Werteempfinden.

Manches ist allerdings auch nicht schriftlich festgehalten – hier muss das Bauchgefühl zeigen, sich so zu verhalten, ‚wie es angebracht‘ ist. Lucius Annaeus Seneca (ca. 4 v. Chr. – 65 n. Chr.) meinte: „Was das Gesetz nicht verbietet, verbietet der Anstand.“ Manchmal ganz schön schwierig, sich auf dem teilweise ausgesprochen glatten Parkett unfallfrei zu bewegen.

Wer in zu viele Fettnäpfchen tritt, wird schnell als Banause belächelt. Laut Duden, Das Fremdwörterbuch (Band 5, 7. Auflage, 2001) ist ein Banause ein: „Mensch ohne feineren Lebensstil, der Dinge, denen von Kennern eine entsprechende Wertschätzung entgegengebracht wird, unangemessen behandelt oder verwendet.“

Obwohl viele Menschen annehmen, dass die Umgangsformen nicht mehr so streng befolgt werden (müssen), punkten Höflichkeit, Freundlichkeit und Etikette in vielen Situationen trotzdem.

Vorteile kann derjenige genießen, der weiß, wie er sich (anständig) benehmen kann. Natürlich kann er sich dort – wo es passt – auch mal ‚hängen‘ lassen. Dort aber – wo es darauf ‚ankommt‘ – kann er zeigen, dass er kein Banause ist.

Der vorliegende Ratgeber in neuer Auflage soll ‚spielerisch‘ die Grund-, die Basis-Kenntnisse über ‚anständige‘ Umgangsformen darstellen. Dabei begleiten uns – märchenhaft – einige Figuren durch die einzelnen Kapitel.

So sollen die Themen praxisnah dargestellt werden.

Die erste Auflage lief erfolgreich unter dem gewagten Titel „Der kleine Banausen-Knigge 2100“. Nun mag es jemanden geben, der sagt „Ich will lediglich mein bestehendes Wissen aufpolieren und neue Erkenntnisse hinzufügen. Aber ich bin doch trotzdem kein Banause …“

So fiel schweren Herzens die Entscheidung, den Banausen-Knigge umzutaufen in den Basis-Knigge. Ab der 4. Auflage haben wir uns als Buchtitel dieses kompakten Ratgebers für „Der kleine Anstands- und Banausen-Knigge 2100“ entschieden.

War es früher schlimmer als heute? Erasmus von Rotterdam (niederl. Humanist, 1466/1469 – 1536; Über Knabenerziehung) soll bereits im 16. Jahrhundert gesagt haben: „Manche greifen, sowie sie sitzen, auf die Schüsseln. Wölfe tun das. Es ist gut, ein bisschen zu warten, damit der Knabe seine Affekte zu beherrschen lernt.“

Weiter meinte er: „Die Finger in die Sauce zu tauchen ist bäurisch. Die fettigen Finger abzulecken oder am Rock abzuwischen, ist unzivilisiert. Man nimmt dazu besser das Tischtuch oder die Serviette.“

Aber schon etwa 500 v. Chr. schrieb Kung-fu-tse das ‚Buch der Riten’, ‚Li Ki’ mit Vorschriften der Etikette, Sitten und Bräuche, wie zum Beispiel für Ahnenkult und das Benehmen bei Hofe. Demnach gibt es schon lange das Bedürfnis, anderen Menschen Hilfestellung zu geben, wie sie sich in bestimmten Situationen richtig verhalten können.

Haben wir nach über zweieinhalb Jahrtausenden immer noch nicht genug? Sind die heutigen Kinder und Erwachsenen anders in ihren Umgangsformen? Sicherlich werden sich einige Dinge angepasst haben (so hatten Max und Moritz zum Beispiel keine Smartphones …), aber andere Punkte scheinen nach wie vor erwähnenswert.