Inhaltsverzeichnis

0. Warum benötigen sozialpädagogische Berufe
eine digitale Kompetenz?

Der Erzieherberuf ist ein äußerst vielseitiger Beruf! Erzieher sind Pädagogen, aber auch Psychologen, Künstler, Schauspieler, Entertainer und vieles mehr. Kern der beruflichen Tätigkeit ist das Wohlergehen der anvertrauten Kinder. Warum aber müssen dann Erzieher auch in der digitalen Welt weitergebildet werden? Ganz einfach: weil die digitale Welt mittlerweile so umfassend ist, dass Kinder schon in jungen Jahren mit ihr konfrontiert werden und in ihr aufwachsen. Digitale und analoge Welt lassen sich nicht mehr voneinander trennen, Kleinkinder kommen bereits mit dem Smartphone in Berührung, sie sehen wie ihre Eltern ständig daran kleben und bekommen sehr früh mit, dass es sich um einen sehr wichtigen Bestandteil der Erwachsenenwelt handeln muss. Somit müssen Erzieher zwangsläufig auch in diesem Bereich kompetent sein, um den Kindern hier Orientierung und Anleitung geben zu können. Dieser Bereich wird unter dem Begriff „Medienpädagogik“ subsumiert. Wichtig für den Kita- und Jugendbereich sind hier insbesondere Medienprojekte, wo die Kinder und Jugendliche lernen kompetent mit verschiedenen Programmen umzugehen und durch die Erarbeitung eines fertigen Handlungsproduktes nicht nur ihre IT-Kompetenz verbessern, sondern in hohem Maße Selbstwirksamkeit erfahren. Doch nicht nur die Medienpädagogik macht es unabdingbar, dass Erzieherinnen und Erzieher in digitalen Dingen fit gemacht werden. Auch für die eigene persönliche und berufliche Bildung ist es heutzutage wichtig, das „Werkzeug“ PC gut zu beherrschen. Erzieher müssen Powerpoint-Präsentationen halten, in Word eine Projektarbeit schreiben, für die KITA einen ansprechenden Flyer erstellen, für den Elternabend einen Aushang entwerfen, die Bilder vom Sommerfest zuschneiden (und dabei die Persönlichkeitsrechte kennen) und vieles mehr. Erzieher mit einer guten IT-Kompetenz haben es hier an vielen Stellen viel einfacher und können sich damit schneller auf ihren wichtigsten Aspekt bei der Arbeit konzentrieren, nämlich die Kinder.

Das Werk besteht aus zwei Bänden. Im Band 1 liegt der Fokus auf der Office-Kompetenz, der zweite Bank umfasst die Medienpädagogik und Medienprojekte!

Viel Erfolg mit diesem Buch!

Clemens Kaesler (Frankenthal, August 2019)

1. Selbstorganisation am PC

1.1 Der Windows Dateien-Explorer

Einstieg

Auf einem PC sammeln sich in kürzester Zeit viele Dateien. Eine Kollegin schickt die Powerpoint vom letzten Elternabend, verschiedenste Briefe werden an den Träger oder die Eltern geschickt, für die eigene pädagogische Arbeit werden Materialien aus dem Internet gezogen, digitale Bilder abgelegt oder eigene Word-Vorlagen für die Vorschule erstellt. Sehr schnell verbringen Sie dann viel Zeit damit, wichtige Dokumente auf Ihrem PC zu suchen. Deshalb werden Sie in diesem Kapitel damit vertraut gemacht, wie Sie eine stringente Ordnerstruktur auf Ihrem PC anlegen und verwalten. Zudem wird auf Möglichkeiten einer eindeutigen Benennung von Dateien eingegangen.

Hinweis:

Sollten Sie in Ihrer Kita ein Intranet haben, so dass mehrere PCs mit einem Server miteinander verbunden sind, müssten Sie für die gemeinsamen Laufwerke die Ordnerstruktur (sowie Bearbeitungsrechte) im Team gemeinsam festlegen. Wenn Sie jedoch alleine an einem PC arbeiten, haben Sie es an dieser Stelle einfacher.

1.1.1 Wo finde ich den Daten-Explorer?

Den Windows-Explorer finden Sie, wenn Sie den Windows-Startbutton mit der rechten Maustaste anklicken:

Es öffnet sich der sog. Windows-Explorer. In der Menüleiste finden Sie dann erste Möglichkeiten, wie Sie mit dem Explorer arbeiten können:

Klicken Sie beispielsweise auf Organisieren, so werden Ihnen alle Funktionen dieses Menüpunktes angezeigt, diese Funktionen haben Sie in der Regel auch, wenn Sie mit der rechten Maustaste direkt auf einen Ordner klicken. Bei der Funktion „Layout“ können Sie bestimmen, was alles in dem Fenster des Explorers angezeigt werden soll.

Sie sollten immer alle drei Bereiche angeklickt haben, da dies das Verwalten und Suchen nach einem Dokument erheblich erleichtert:

Innerhalb des Explorers können Sie nun Ordner und Dateien verwalten. Möchten Sie zum Beispiel für die eine Kindergruppe (Froschgruppe) einen eigenen Ordner erstellen, so gehen Sie zunächst in den Ordner, in den der Froschgruppenordner eingefügt werden soll. Dann klicken Sie auf:

Es fügt Ihnen den neuen Ordner ein, dieser hat jedoch noch die Bezeichnung „Neuer Ordner“. Sie wollen ihn jedoch als „Froschgruppe“ titulieren. So lange die Ordnerschrift blau unterlegt ist, können Sie direkt den Ordnernahmen eingeben:

Sonst müssen Sie mit der rechten Maustaste auf den Ordner klicken, dort die Funktion „Umbenennen“ wählen und den Ordner entsprechend bezeichnen.

1.1.2 Was ist eine gute Ordner-Struktur?

Die Ordner-Struktur auf Ihrem PC sollte die Logik Ihrer Arbeitsbereiche widerspiegeln. Eine gute Struktur ist z.B. gegeben, wenn nach Objekten strukturiert wird, genauso gut kann nach Aufgaben strukturiert werden.

Vergleichen Sie folgende Ordnerstruktur, einmal nach Objekten und einmal nach Aufgaben gegliedert:

Beispiel:

Erzieherin Martina arbeitet in der Kita Kunterbunt, sie ist dort in zwei Gruppen eingesetzt und hilft zudem in der Vorschule aus. Ihre Aufgaben bestehen in Beobachtungen, Dokumentation, Materialentwicklung und Elternarbeit.

Objektstrukturierung vs. Aufgabenstrukturierung

Betrachtet man das Arbeitsfeld einer Erzieherin oder eines Erziehers, so ist die Objektstrukturierung vorzuziehen, da die Aufgabenstruktur sich letztlich wieder an den „Objekten“ festmacht (Beobachtungen in Gruppe1, Elternarbeit für Vorschulkinder usw.).

Tipp: Wenn Sie sich unschlüssig sind, orientieren Sie sich einfach, wie Sie Ihre Büro- oder Schularbeiten verwalten. Die Windowsordner sind analog zu Büro-Ordner zu sehen. Würden Sie dann lieber einen Ordner anlegen, in dem Sie alle Beobachtungen in allen Gruppen festlegen oder würden Sie lieber einen Ordner anlegen, der alles zur Gruppe 1 sammelt!

Jeder Ordner lässt sich dann wieder in Unterordner (analog zu Registerkarten) unterteilen. Zum Beispiel können Sie dann für die Gruppe 1 Unterordner erstellen, wo Sie alle digitalen Spielmaterialien (z.B. Bilder-Memory) etc. ablegen. Es ginge natürlich auch die Aufgabenbereiche dann als Unterordner zu jedem Objektordner anzulegen.

Beispiel:

Hauptordner:

1.1.3 Wie werden Ordner und Dateien benannt?

Sobald Sie einmal viele Dateien auf Ihrem Rechner haben, werden Sie merken wie sinnvoll eine logisch und stringente Dateibenennung ist. „Brief.doc“ ist bei 10 Elternbriefen pro Jahr sicherlich kein sinnvoller Dateiname.

Ein guter Dateiname sollte folgende Kriterien erfüllen:

Ein sehr gutes Schema ist: „Jahr-Monat-Tag Beschreibung“

Beispiel:

2016-05-15 Infobrief Verabschiedung Vorschulkinder

2016-09-20 Einladung Elternabend Herbstfest

Übungszeit zu Kapitel 1.1

Aufgabe 1:

Sie sind Kita-Leiterin in der Kita Kunterbunt. Sie haben vier Gruppen, dazu eine Vorschule und eine Sprachfördergruppe. Jede Gruppe hat zwei Projekte pro Jahr. Dazu verwalten Sie noch die Essenslisten, die Materialien für Elternabende und Newsletter.

Erstellen Sie im Windows-Explorer eine übersichtliche Ordnerstruktur gemäß der Objektstrukturierung!

1.2 Passwortsicherheit

Einstiegsfall:

Lisa Maier ist Erzieherin. Für den PC in der Einrichtung hat sie das Passwort „LisaMaier“, das dem Benutzernamen des Log-Ins entspricht. Für das dienstliche E-Mail-Programm verwendet sie als Login „1234“, nur für das Online-Banking hat sie ein komplexeres, von der Bank zugewiesenes Passwort. Da sie sich dieses nicht merken kann, bewahrt sie es auf einem Zettel in ihrer Geldbörse auf.

Aufgaben:

Beurteilen Sie Lisas Verhalten in Bezug auf Passwortsicherheit!

Entwickeln Sie Vorschläge, was Lisa verbessern könnte!

1.2.1 Sichere Passwörter

Dein PC sollte auf jeden Fall passwortgesichert sein. Sollten Sie in Ihrer Einrichtung einen ungeschützten PC vorfinden, so können Sie den Passwortschutz bei Windows 10 über Einstellungen → Kontoschutz selbst aktivieren.