Ein großes Dankeschön geht an

Judith Beck-Meyer für ihre schönen Illustrationen.

Autor Frank Schmidt, weil er uns mit auf die Reise nach

Koriander nimmt.

Meine Eltern für ihre kreative Inspiration.

© 2021 Britta Kummer

1. Auflage

Alle Rechte vorbehalten

Nachdruck, auch auszugsweise, verboten.

Kein Teil dieses Werkes darf ohne schriftliche

Genehmigung der Autorin in irgendeiner Form

reproduziert, vervielfältigt oder verbreitet werden.

Satz: Britta Kummer

Covergestaltung: Britta Kummer

Webseite: http://brittasbuecher.jimdofree.com

E-Mail: info.britta-kummer@t-online.de

Foto © privat

Illustrationen Judith Beck-Meyer

www. http://www.beck-art.de

ISBN: 978-3-7534-3815-3

© 2021 Herstellung und Verlag:

Books on Demand GmbH,

Norderstedt

www.bod.de

INHALTSVERZEICHNIS REZEPTE

Dieses Kochbuch hat keine Fotos zu den einzelnen Gerichten.

Ebenso gibt es keine Nährwertangaben, da diese auf fast allen Lebensmitteln angegeben sind.

Vegetarische Rezepte

Köstlichkeiten für davor und danach

Pikanter Grünkernsalat

Zutaten für 3 Personen:

Zubereitung:

Grünkern einige Stunden in Wasser einweichen. Dann abschütten und mit frischem Wasser aufkochen, Gemüsebrühe zugeben, ca. 30 - 40 Minuten köcheln und danach abkühlen lassen.

Zwiebel schälen und fein hacken. Apfel und Birne waschen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Ananas in einem Sieb abtropfen lassen. Emmentaler in kleine Würfel schneiden.

Aus Essig, saure Sahne, Sonnenblumenöl, Sojasoße, Salz und Ingwerpulver eine Soße herstellen.

Apfel, Birne, Ananas, Zwiebel und Käse unter die abgekühlte Körnermasse geben. Grünkernsalat mit der Salatsoße vermischen und ca. 1 Stunde durchziehen lassen.

Fruchtiger Eisberg

Zutaten für 3 Personen:

Zubereitung:

Den Strunk des Eisbergsalates herausschneiden, die Blätter entfernen, waschen und in mundgerechte Stücke schneiden. Pampelmusen und Orangen schälen und filetieren. Kiwis schälen und in Würfel schneiden.

Aus Zucker, Zitronensaft, Essig und Olivenöl eine Marinade herstellen. Mit Salz und Pfeffer abschmecken.

Eisbergsalat und Obst in eine Schüssel geben und die Marinade unterheben. Kurz durchziehen lassen.

Salat auf Teller anrichten und mit gehackten Walnüssen garniert servieren.

Nektarinensalat

Zutaten für 3 Personen:

Zubereitung:

Lollo Rosso, Römersalat und Radicchio waschen und in mundgerechte Stücke zupfen. Salatgurke schälen, die Kerne entfernen und in Scheiben schneiden. Paprika schälen, Kerngehäuse entfernen und in Streifen schneiden. Zwiebel schälen und in dünne Ringe schneiden. Nektarinen waschen, halbieren, Kerne entfernen und das Fruchtfleisch in Würfel schneiden.

Sesamsamen, Senf, Zucker, Balsamicoessig und Olivenöl verrühren. Mit Salz und Pfeffer würzen. Dann mit den restlichen Zutaten gut vermischen.

Salatgerede

Der Kühlschrank ächzt,

das Gemüse schreit,

wir sind für euch bereit.

Da ruft frech der Salat,

nehmt mich zuerst,

bin schon fertig und zart,

so wie es euer Gaumen mag.

Linsensuppe mit Pfiff

Zutaten für 3 Personen:

Zubereitung:

Linsen waschen und ca. 1 Stunde in Wasser einweichen.

Kartoffeln schälen, waschen und in Würfel schneiden. Sellerie, Möhren, Zwiebeln, Knoblauchzehe und Ingwer schälen und in kleine Würfel schneiden. Lauch waschen, putzen und in dünne Ringe schneiden. Chilischoten waschen, längs aufschneiden, entkernen und in sehr kleine Würfel schneiden. Apfel schälen, Kerngehäuse entfernen und in kleine Würfel schneiden. Backpflaumen vierteln. Koriander waschen und fein hacken.

Olivenöl in einem Topf erhitzen. Zwiebeln, Knoblauch und Ingwer darin andünsten. Dann Kartoffeln, Möhren, Sellerie, Lauch, Linsen (mit dem Einweichwasser) und Gemüsebrühe zugeben. Alles mit Deckel ca. 30 Minuten auf kleiner Flamme köcheln lassen.

Chili, Apfel, Backpflaumen und Rotwein zufügen und nochmals 5 Minuten köcheln lassen. Mit Salz, Pfeffer, Essig und Senf würzen. Den klein gehackten Koriander über die Suppe streuen und servieren.

»Widme dich der Liebe und dem Kochen mit ganzem

Herzen.«

(Dalei Lama)

Nach Koriander …

»Liebe geht durch den Magen«, so sagt der Volksmund, doch ob sich die Wege von Herzensdingen und Speisen danach trennten, darüber schwieg des Sängers Höflichkeit. Ich hatte auch keine Zeit, mir weiter tiefschürfende Gedanken zu machen, wie lang die gemeinsame Wegstrecke von Amor und Lukullus im menschlichen Körper nun bemessen war, denn das Gericht, das ich in einer halben Stunde bei Kerzenschein und romantischer Musik auf den Tisch bringen wollte, drohte doch ziemlich in die Hose zu gehen.

»Quinoa-Risotto« stand über dem Rezept. Das las sich für mich eher nach der Paarung zweier peruanischer Fußballmannschaften denn nach etwas, dessen man sich mit Messer und Gabel näherte.

Aber was sollte ich machen? Jessy war Vegetarierin, eine Spezies Mensch, deren Speisegewohnheiten mir persönlich so fremd waren wie Mutter Teresa ein Besuch bei den »California Dream Men«. Deshalb hatte ich mich des kleinen Rezeptbüchleins von Britta Kummer erinnert, das sie gemeinsam mit einer Freundin geschrieben und mir vor Monaten bei einem Besuch in der Redaktion mit einem Lächeln und den Worten »vielleicht kochst du ja doch mal etwas daraus« überlassen hatte. Auf Seite 76 war ich hängen geblieben: »Quinoa-Risotto«.

Ich hätte unter normalen Umständen schon Mühe gehabt, derartig viele verschiedene Gemüsesorten aus dem Stegreif aufzuzählen - hier sollten sie, als Bestandteil eines einzigen Rezeptes, in einem Topf zu einer die Liebe beflügelnden Mahlzeit vereint werden: Zucchini, Aubergine, Paprika, Lauch, Zwiebel, Knoblauchzehe, Chilischote, Tomate, Mais, dazu verschiedenste Gewürze bis hin zum Koriander, Gemüsebrühe, Schafskäse und Olivenöl. Und dazu dieses geheimnisvolle Quinoa, eine Art Getreideersatz, das ich nach einer Odyssee durch diverse Supermärkte, Discounter und Vollsortimenter in einer Nebenstraße in einem kleinen Geschäft gefunden hatte, welches südamerikanische Spezialitäten feilbot. Mit Peru als Herkunftsland hatte ich gar nicht so falsch gelegen.

Die Präsentation meiner außergewöhnlichen Kochkünste sollte für Jessy eine Überraschung sein. Eigentlich hatte ich ihr Pizza zum gemütlichen Kennenlernabend versprochen, die Nummer 24 mit vier verschiedenen Käsesorten von Luigi, meinem Stammitaliener aus dem »Piccolo Pelle«. Und zur Not stand der ja als Libero noch immer Gewehr bei Fuß, keine 100 Meter von meiner Wohnung entfernt, falls die Sache mit dem Quinoa-Risotto auf meinem Herd in einem Debakel enden sollte.

Ich schaute noch einmal auf Luigis Speisekarte nach den Öffnungszeiten: Dienstag bis Donnerstag 17 - 23 Uhr; Freitag und Samstag 17 - 01 Uhr, Sonntag 11 - 22 Uhr. Luigi wünscht »Bon appetito«. Und etwas abgesetzt darunter: Montag Ruhetag. Und was hatten wir heute? Montag!

Diese taufrische Information trug nicht eben zu meiner Entspannung bei, und so schnippelte ich mich in noch eifrigerem Tempo durch die kunterbunte Gemüsefamilie. Dabei ertrug ich kleinere Unfälle mannhaft, dämmte den Blutfluss am Daumen, den ich wohl für ein Stück Zucchini gehalten hatte, so gut es ging, und schnitt unter Tränen die Zwiebel, deren Ausdünstungen nach meinem Dafürhalten ein Fall für die Genfer Konvention gewesen wäre. Gleiches galt für eine meiner überzähligen roten Chilischoten, in die ich aus purer Neugier - »wie schmeckt das wohl?« - beherzt hineingebissen hatte.

Schließlich war es fertig, mein Quinoa-Risotto, und ebenso fertig war ich. Ich hatte gerade noch Zeit, mir die Hände zu waschen, als es an der Tür schellte - zum Abschmecken war ich gar nicht gekommen.

»Hallo Jessy!«

»Hallo Frank!«

»Was hast du denn da mitgebracht?«

»Tjaaaa - das errätst du im Leben nicht …

Als du gesagt hast, dass du uns heute was von deinem Italiener holen willst, habe ich mir im Internet mal die Speisekarte angesehen und dabei entdeckt, dass das Piccolo Pelle heute geschlossen hat. Da hab ich uns stattdessen selbst was gekocht, damit wir heute keinen Kohldampf schieben müssen. Etwas Ausgefallenes, da kommst du im Leben nicht drauf - oder kennst du etwa »Quinoa-Risotto?« Ist superlecker, aber auch ‘ne Menge Arbeit …«

»Ach was«, sagte ich, »komm ‘mal mit in die Küche …«