Inka Loreen Minden
Ice – Warrior Lover 3
Teil 3 der erfolgreichen Warrior Lover Serie!
ca. 260 Seiten
Veronica, die Tochter von Senator Murano, wurde nach den Unruhen in White City in eine andere Kuppelstadt gebracht. Ein paar Wochen später kehrt sie mit ihrem neuen Leibwächter zurück: Ice. Er ist ein Warrior aus New World City, und die sollen noch brutaler sein als die in ihrer Heimatstadt.
Veronica ist im Haus ihres Vaters viel mit Ice allein. Sie fühlt sich zu dem großen, düsteren Krieger hingezogen, hat aber auch Angst vor ihm. Trotzdem beginnen sie eine heimliche Affäre – für beide strengstens verboten. Doch die wirklichen Probleme fangen an, als Ice für den Senat eine schmutzige Aufgabe erledigen soll und Veronica zum Spielball des Regimes wird.
Ein erotischer Liebesroman mit Action, Tortured Heroes, Romantik und Happy End!
»Inka Loreen Minden« steht für gefühlvolles Prickeln und heiße Lesemomente. Hier wird an gewissen Stellen nicht ausgeblendet, sondern die Dinge werden beim Namen genannt.
Zum besseren Verständnis der Serie wird empfohlen, die Bücher der Reihe nach zu lesen.
Bisher sind erschienen:
Jax, Crome, Ice, Storm, Nitro, Andrew, Steel, Fury, Tay, Shadow, Flame, Verox, Chaz, Onyx
Jax hat mich umgehauen, aber Crome hat mich weggepustet. Inka Loreen Minden ist die Königin der Liebe und Erotik. (TheWorldOfBigEyes)
Prickelnde Schmacht-Momente und spannungsgeladene Action. (buchverliebt)
»Liebe Fluggäste, wir erreichen White City in wenigen Minuten«, dringt die weibliche Stimme des Bordcomputers an meine Ohren. »Bitte bleiben Sie angeschnallt, bis das Shuttle andockt und sich die Türen automatisch öffnen. Wir bedanken uns, dass Sie mit New World City Transfer geflogen sind, und wünschen Ihnen einen schönen Tag.«
Gott sei Dank, wir sind da.
Tief durchatmen, Veronica, gleich hast du es geschafft.
Ich starre auf den Monitor am Vordersitz, auf dem ich mir während des Fluges einen langweiligen Dokumentarfilm über die Ethanolherstellung angesehen habe, doch der hat sich gerade abgeschaltet. Das Shuttle hat keine Fenster, ein Blick nach draußen ist wegen des Atomkrieges immer noch nicht gestattet, außerdem ist das Schiff so besser vor eindringender Strahlung geschützt. Ich würde gerne wissen, ob außerhalb der Kuppel nach fast einem Jahrhundert wirklich nur eine Wüste ist, oder ob sich die Natur ihren Platz zurückerobert hat.
In meinem Nacken kribbelt es. Ice sitzt direkt hinter mir. Ich fühle seine brennenden Blicke, die er mir schenkt, seit er mir vor wenigen Stunden als mein Bodyguard zugeteilt wurde. Der Kerl ist riesig und strotzt vor Kraft. Ich frage mich ständig, was geschehen würde, wenn sich die Warrior gegen uns stellen würden. Wir wären verloren.
Keine Stewardess hat uns auf diesem Flug begleitet, keine weiteren Passagiere sind an Bord. Außer diesem Warrior und mir befindet sich niemand in dem Schiff; es gibt auch keinen Captain, denn die Shuttles fliegen mit Autopilot.
Als Tochter eines Senators reise ich unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen; zu Hause kann ich ebenfalls keinen Schritt ohne einen Bodyguard machen – und das treibt mich langsam in den Wahnsinn. Ich fühle mich wie eine Gefangene.
Erneut ertönt die Lautsprecherdurchsage: »Landung in drei, zwei, eins …«
Noch bevor das Shuttle angedockt hat, öffne ich den Gurt und laufe den Mittelgang nach vorne.
Ice ist bereits dicht hinter mir.
Ich drehe mich zu ihm um, versucht, meinen Unmut nicht allzu offensichtlich zu zeigen, und frage möglichst fest: »Kann ich auch noch ein wenig Luft zum Atmen haben?« Dabei mache ich einen weiteren Schritt zurück und stoße mit dem Rücken gegen die Wand, hinter der sich das Cockpit verbirgt.
Mit verschränkten Armen baut er sich vor mir auf und starrt mich an. Seine Augen sind hell wie Eis. Schmutziges Eis. Eine Mischung aus grau und blau. Nicht, dass ich jemals echten Schnee gesehen hätte, denn in White City und den anderen Kuppelstädten herrscht das ganze Jahr über ein angenehmes Klima, doch so stelle ich ihn mir vor.
Sein Haar ist kurz und genauso schwarz wie meines. Heute habe ich es zu einem Knoten hochgesteckt. Ich trage eine Bluse und einen Rock, der mir knapp über die Knie reicht. Ice’ Blicke wandern ständig an meinem Körper auf und ab, ansonsten zeigt er kaum eine Regung. Nur ein Muskel in seiner Brust zuckt. Durch sein eng anliegendes Shirt zeichnet sich jede Kontur seines aufregenden Körpers ab. Eigentlich mache ich mir nichts aus diesen aufgeblasenen Muskelprotzen, doch irgendetwas hat der Mann an sich, dass ich ihn ebenfalls anstarren muss. Er ist so nah, dass ich sein Parfum, Aftershave, Duschgel – oder was auch immer – riechen kann. Und es duftet verdammt gut. Leicht rauchig und männlich. Mir wird schwindlig. Vielleicht kommt das aber auch vom Flug.
Ich räuspere mich. »Hat man dir verboten, mit mir zu sprechen?« Verdammt, wann geht denn endlich die Tür auf?
Ich vermisse meine alte Beschützerin Miraja. Sie war eine Frau in meinem Alter, und mit ihr habe ich mich nie eingeengt gefühlt. Sie war eher wie eine Freundin. Bei diesem Warrior kann ich mir nicht vorstellen, dass wir auch nur annähernd eine ähnliche Beziehung führen werden. Wie lange muss er bei mir bleiben? Und warum redet er nicht mit mir? Na ja, immerhin sieht er besser aus als Vaters Bodyguard, der während Mirajas Abwesenheit auch auf mich aufgepasst hat.
Vater war ganz begeistert, als sein Bruder Stephen ihm seinen besten Mann mitgegeben hat, damit der in Zukunft ein Auge auf mich hat. Den Kriegern in White City sei nicht mehr zu trauen, hat Stephen gemeint. Er hat mitbekommen, was sich in letzter Zeit hier abgespielt hat. Zuerst ist ein Warrior mit einer Sklavin geflohen, wenige Wochen später hat sich fast derselbe Vorfall ereilt, nur dass es diesmal zu einer Schießerei gekommen ist. Angeblich war es Miraja, mit der der Soldat getürmt ist. Ob sie nun im Untergrund leben? Oder in den Outlands? Ach, ich wünschte, ich hätte Antworten.
»Na gut, du musst nicht mit mir sprechen«, sage ich schnippisch. »Aber rück mir nicht so auf die Pelle.«
Er beugt sich noch ein Stück vor. »Macht dich das nervös?«
Mir stockt der Atem. Seine Stimme besitzt ein tiefes Timbre, das mir durch und durch geht und jede Zelle zum Vibrieren bringt – was ich mir nicht anmerken lasse. »Nein, es spricht!«, stoße ich spöttisch hervor.
Sein Mundwinkel zuckt, und er fährt sich mit der Zunge kurz über die Unterlippe. Er hat einen schönen Mund. Ein wenig schmal, aber ebenmäßig. Überhaupt hat er ein ansprechendes Gesicht. Eine gerade Nase, hohe Wangenknochen, dichte, schmale Augenbrauen, einen markanten Unterkiefer und ein wenig dunklere Haut als ich.
Er stützt sich mit einem Arm neben meinem Kopf ab und beugt sich tief zu mir herunter. Seine Lippen sind nur wenige Zentimeter von meinen entfernt. »Offensichtlich entspreche ich nicht deinen Vorstellungen von einem Beschützer. Du hast dir wohl wieder eine Frau gewünscht?« Er klingt rau und dunkel, fast bedrohlich, obwohl sein Gesicht entspannt ist. »Ich werde dich zum Shopping begleiten, aber nicht mit dir über Mode reden. Wenn du dich mit deinen Freundinnen triffst, haltet mich aus eurem Gegacker heraus. Außerdem interessieren mich keine Gespräche über Frisuren, Nagellack und Schönheitsoperationen. Mich interessieren nur Sport, Waffen und Sex, und ich glaube, über diese Themen brauche ich mich mit dir nicht zu unterhalten.«
Ich stoße die Luft aus. Dieser Kerl ist so direkt! Hitze steigt meinen Hals herauf, wahrscheinlich ist mein Gesicht voll roter Flecken. »Was erlaubst du dir!« Ich versuche ihn von mir zu stoßen, doch er bewegt sich keinen Zentimeter. Verdammt, sind seine Brustmuskeln hart! »Ich habe mich noch nie einer Schönheitsoperation unterzogen.« So etwas habe ich nicht nötig! Ich bin zufrieden mit meinem Körper.
Unverhohlen starrt mir Ice in den Ausschnitt meiner Bluse, sodass mir noch heißer wird.
Hastig verschränke ich die Arme. »Und du brauchst keine Angst vor meinen Freundinnen haben, denn ich habe gar keine!« Keine richtigen. Miraja war wie eine Freundin, ansonsten habe ich nur zu meiner jüngeren Stiefschwester Melissa engen Kontakt, aber die lebt, genau wie Mama, in New World City.
Als er mir keine Antwort gibt, macht mich das bloß wütender. »Außerdem hast du mich mit Ms. Murano anzusprechen!«
Er hebt eine Braue. »Wieso? Du duzt mich doch auch?«
Verdammt, das habe ich nicht bemerkt. Und warum grinst er so? Offensichtlich langweilt ihn sein Job und er spielt mit mir. Sein Lächeln geht mir durch und durch. Weiß er, dass er mit dem Feuer spielt? »Wenn ich meinem Vater sage, wie du dich mir gegenüber verhältst, wird er dich hinrichten lassen!«
Sofort weicht er vor mir zurück. Das Graublau seiner Augen scheint zu flackern. Aha, vor meinem Vater hat er also Respekt. Warum nicht vor mir? Weil ich fast zwei Köpfe kleiner bin als er und noch keine Senatorin?
Als sich die Tür endlich öffnet, falle ich beinahe die wenigen Stufen hinunter und meinem Vater in die Arme.
»Veronica!« Hastig macht er sich von mir los und streicht sein Jackett glatt. Es hätte mich auch gewundert, wenn er mich einmal in den Arm nehmen würde. Wie immer trägt er einen Maßanzug in Weiß – der Farbe der Senatoren – und sein blondes Haar ist akkurat frisiert. »Was ist denn los?« Über meine Schulter wirft er einen scharfen Blick auf Ice.
»Alles in Ordnung«, beeile ich mich zu sagen, »ich bin nur gestolpert.«
Er mustert Ice weiterhin, der hinter mir aus dem Shuttle steigt. »Bist du mit deinem neuen Bodyguard zufrieden?«
»Ja, ja, er ist okay«, bringe ich gerade so hervor, obwohl Ice eine Abreibung verdient hätte. Jetzt steht er neben mir, als könnte er kein Wässerchen trüben, und begrüßt meinen Vater mit einem Militärgruß. »Ich freue mich, Sie kennenzulernen, Senator Murano.«
Vater nickt ihm kurz zu. »Willkommen in unserer Familie. So lange ich es für nötig erachte, werden Sie meine Tochter mit Ihrem Leben schützen. Das ist ein Befehl.«
»Aye, Sir«, antwortet Ice gehorsam.
»Wenn dein Bodyguard irgendetwas macht, das dir nicht gefällt«, sagt Vater zu mir, ohne Ice zu beachten, »wirst du mir das unverzüglich mitteilen, Veronica.«
Ich schlucke die spitzen Worte hinunter, die ich mir zurechtgelegt hatte, denn am liebsten würde ich meinem Vater erzählen, wie ungehobelt sich Ice verhalten hat. Aber ich will ihm keinen Ärger bereiten. Warum, weiß ich nicht. »Natürlich, Vater.« Wieso schütze ich diesen Rüpel? Er hat nicht einen Funken Anstand. Kein Wunder, schließlich sollen die Warrior aus New World City auch brutaler und gefühlskälter sein als unsere Soldaten, wobei Ice seinem Namen in keiner Weise gerecht wird. Er strahlt eine regelrechte Hitze, Kraft und Sexappeal aus. Besonders Letzteres macht mich nervös. Er scheint eine Menge Erfahrung zu haben, und ich gehöre zu den neugierigen Frauen. Da ich eben kaum jemanden habe, mit dem ich mich über Sex unterhalten kann, brenne ich darauf, alles darüber zu erfahren. Ich liebe dieses aufregende Gefühl zwischen meinen Schenkeln, das Herzrasen, das sich einstellt, wenn ich mich berühre. Ich liebe es, von mir zu kosten, meine Brüste zu streicheln, über meinen Kitzler zu reiben bis ich komme … Ice denkt bestimmt, ich sei ein Mauerblümchen. Tatsächlich habe ich kaum Erfahrung und erst ein einziges Mal mit einem Mann geschlafen – daher kann ich es kaum erwarten, es endlich wieder zu erleben. Nur wie soll ich einen Mann kennenlernen, wenn mich dieser Warrior auf Schritt und Tritt bewacht? Kein Kerl wird sich auch nur trauen, mich anzusehen.
Doch ich sehne mich nach Nähe, Geborgenheit, Lust. Es wird jeden Tag schlimmer. Bei Mama habe ich mich wohler gefühlt, sie hat mich auch mal in den Arm genommen, und mit meiner sechzehnjährigen Stiefschwester Melissa habe ich viel gelacht. Es hat mir gefallen, so viel Zeit mit ihnen zu verbringen. Wegen eines kurzfristigen Satellitenausfalls war der Shuttle-Transfer vorübergehend lahmgelegt und ich konnte länger bleiben.
Vater ist einfach nur kalt. Schade, dass meine Mutter und meine Schwester in einer anderen Stadt wohnen und ich sie bloß selten sehen darf. Vater will das nicht, er bestimmt über mein Leben und möchte, dass ich Senatorin werde.
Während wir auf unser Gepäck warten, schaue ich nach oben. Zu gerne würde ich einmal den Himmel sehen – doch er bleibt mir auch diesmal verwehrt. Die milchige Kuppel hat sich längst über uns geschlossen. Bald wird es Nacht, der Mond und die Sterne werden erscheinen. Ich kenne den Anblick nur von Bildern oder aus Filmen.
»Wie war es bei deiner Mutter? Hat sie wieder versucht, dich auf ihre Seite zu ziehen?«, fragt Vater. Dabei halten wir das Förderband im Auge. Vollautomatisch fährt das Gepäck aus dem Bauch des Schiffes: meine zahlreichen Koffer und die große Tasche von Ice. Unser Shuttle ist das einzige auf der Landeplattform, die sich hoch über der Stadt befindet. Ich würde gerne einmal durchatmen, Luft, die nicht recycelt wurde, aber unter der Kuppel weht kein Wind.
Von der Brüstung aus hat man eine fantastische Aussicht über White City, doch heute kann ich sie nicht genießen. Ice macht mich nervös und Vaters Fragen noch viel mehr.
»Mutter hat kaum über Politik gesprochen.« Diese Lüge kommt mir einfach über die Lippen. Überhaupt fällt es mir mit jedem Tag leichter, meinen Vater anzuflunkern. Ich werde bestimmt eine gute Senatorin. Ich kann das Volk belügen, ohne rot zu werden – zumindest Vaters Reden ablesen, die oft voller falscher Behauptungen sind. Diese Gene muss er mir vererbt haben. Doch ich möchte es besser machen als er, besser als sie alle. Ich will vieles ändern. Oder es zumindest versuchen.
»Hast du Stephen von mir gegrüßt?«
»Natürlich, Vater.« Sein Bruder lebt genau wie meine Mutter in New World City und ist dort ebenfalls Senator. Obwohl Mama endlich ein eigenes Leben führen darf, hat Stephen weiterhin ein Auge auf sie. Vater traut ihr nicht. Gut für ihn, dass Stephen vor ein paar Jahren dort einen freien Posten bekommen hat.
Vater traut keinem, daher ist er nicht allein auf der Landeplattform erschienen, sondern hat seinen bewaffneten Bodyguard dabei – einen ehemaligen Warrior, Mitte vierzig, mit braunem Haar und Adlernase: Ethan. Er steht in der Nähe und inspiziert die Umgebung. Vaters Chauffeur, ein junger schwarzhaariger Mann, kommt mit einem Gepäckwagen und lädt unsere Taschen auf.
»Einen Moment, Hank«, sagt Vater zu seinem Fahrer. »Ich muss Mr. Trent noch die neuen Ampullen geben.«
Ah, Ice’ bürgerlicher Nachname ist Trent.
»Sehr wohl, Sir.« Hank reicht ihm einen kleinen Karton, der auf dem Gepäckwagen stand.
Vater bittet Ice, seine Tasche zu öffnen, damit sie die Ampullen austauschen können.
Ice runzelt die Stirn. »Darf ich fragen, warum das nötig ist, Sir?« Er holt ebenfalls eine kleine Schachtel hervor und drückt sie meinem Vater in die Hand.
»Wir haben hier andere Aufbaupräparate, die Ihnen noch besser bekommen werden. Wir haben an einer neuen Vitamin- und Mineralstoffkombination getüftelt, die auch bald die anderen Städte übernehmen wollen.«
Davon weiß ich nichts, doch ich schweige lieber.
Ice nickt und verstaut seine neuen Ampullen, allerdings sieht er nicht wirklich überzeugt aus.
Vater beachtet ihn längst nicht mehr. Gemeinsam gehen wir zum Aufzug, der im Inneren des riesigen Turmes nach unten fährt. Er ist so groß, dass wir alle inklusive Gepäckwagen Platz finden.
***
»Vater, warum hat er andere Injektionsampullen bekommen?«, frage ich wenige Minuten später, als wir am Fuße des Turmes in ein Automobil steigen. Vater nimmt vorne Platz, ich werde mit Ice hinten sitzen. Die beiden Warrior stehen jedoch noch vor dem Wagen, solange Hank das Gepäck verstaut. Vaters Beschützer wird uns mit einem zweiten Fahrzeug folgen. Außer den Senatoren und wenigen Regierungsangestellten hat niemand Automobile.
Vater blickt über seine Schulter. »Ich will nicht, dass er wie ein Tier über dich herfällt.«
Als ich ihn fragend ansehe, erklärt er: »Hast du vergessen, was ich dir einmal über die Injektionen erzählt habe? Sie enthalten einen Wirkstoff, der abhängig macht, damit die Warrior sich die Spritzen regelmäßig geben. Außerdem wurde noch eine Substanz beigemischt, die die Libido entfacht, damit die Warrior in den Shows alles geben.« Er spricht so leise, dass ich ihn kaum verstehe. Das Lärmen auf dem Platz dringt durch die geöffneten Türen an meine Ohren. Viele Bürger, die von der Arbeit kommen und schnell nach Hause wollen, schreiten an uns vorbei und unterhalten sich. »Die neuen Ampullen bewirken das Gegenteil, sie unterdrücken jegliche sexuelle Lust.«
Ich schlucke. Diese Information habe ich nicht vergessen, eher verdrängt, wie so vieles. Vater hat mich bereits in einiges eingeweiht, daher weiß ich auch, was hier alles falsch läuft. Ich finde diese Spiele vor eingeschalteter Kamera abartig und pervers. Zum Glück wurden sie ausgesetzt. Ob Ice in New World City auch bei diesen Spielen mitgemacht hat? Oder hat er schon immer als Bodyguard gearbeitet? In anderen Städten ist es nicht ungewöhnlich, ausgebildete Warrior als Personenschützer einzusetzen.
Die Warrior sind unser Machtinstrument, unsere Roboter, unser verlängerter Arm. Ohne sie wären wir nichts.
Als sich Ice plötzlich neben mich setzt und die Tür schließt, zucke ich zusammen. Seine langen Beine finden hinten kaum Platz, daher öffnet er die Schenkel und berührt mich. Obwohl er eine Hose trägt und ich einen Rock, spüre ich die Hitze, die er ausstrahlt. Außerdem steigt mir wieder sein männlicher Duft in die Nase. Zum Glück dauert die Fahrt nur wenige Minuten, denn diese intime Nähe bringt mein Herz zum Rasen.
Ich stehe auf meiner Dachterrasse und blicke über die Häuser und den Park. Er ist die einzige Grünanlage, in der die Bürger Erholung finden können, und tagsüber dementsprechend überfüllt. Zwar wachsen auf fast allen Dächern Pflanzen, doch die werden zur Nahrungsherstellung gebraucht. Anbauflächen sind rar in White City.
Die Stadt ist hell erleuchtet, obwohl es Nacht ist. Die Kuppel reflektiert das Licht und scheint selbst hellblau zu leuchten. Hier wird es nie völlig dunkel, außer, der Strom würde ausfallen. Das ist bisher jedoch erst ein Mal geschehen. Beinahe wäre eine Massenpanik ausgebrochen, aber der defekte Generator konnte schnell repariert werden.
Ich hingegen liebe die Dunkelheit. Meine Jalousien lassen kein Licht ins Apartment. Und keine Blicke. Ice bewohnt das Zimmer gleich nebenan, der könnte über die Dachterrasse in mein Apartment blicken.
Was er gerade macht?
Vater und ich leben in den obersten zwei Etagen dieses Hochhauses. Sie sind mit der besten Technik gesichert – hier drin kann mir nichts geschehen, Ice muss nicht rund um die Uhr an mir kleben. Komischerweise fehlt mir seine Nähe plötzlich.
Seufzend stütze ich mich an der Balustrade auf, schließe die Augen und genieße den zarten Wind, der mit meinem offenen Haar spielt. Es ist noch leicht feucht von der Dusche.
Morgens und abends sorgen gigantische Luftumwälzer dafür, dass sich der Sauerstoff unter der Kuppel gleichmäßig verteilt. Dank der zahlreichen Grünflächen auf den Dächern mangelt es uns nicht daran. Auch auf meiner Terrasse ist alles bepflanzt. Ich züchte exotische Gewächse, Palmen, Miniorangen, Erdbeeren … In meinem Reich sieht es aus wie in einem Dschungel. Mama hat mir wieder neue Samen mitgegeben, die es hier nicht zu kaufen gibt. Ich freue mich, sie morgen in die Erde zu setzen. Ich habe ja sonst nicht viel Beschäftigung, außer Vater zu politischen Treffen zu begleiten. Sie langweilen mich. Nachdem ich vor zwei Jahren meine schulische Ausbildung beendet habe, ist in meinem Leben nicht mehr viel geschehen. Vormittags lässt mich Vater Berichte in den Zentralrechner eintippen. Meist handeln sie von Ordnungswidrigkeiten oder anderen leichten Verstößen. Das war’s aber auch schon.
Wieso grenzt er mich aus? Wenn ich Senatorin werden soll, muss ich endlich in alles eingeweiht werden. Vertraut er mir nicht? Ich weiß, dass er Angst hat, ich könnte Mama berichten, was hier vorgeht. Dass angeblich hingerichtete Sklaven in Fabriken außerhalb der Stadt arbeiten müssen, um wertvolle Rohstoffe zu produzieren. Oder dass Warrior manchmal unangenehme Aufgaben erledigen müssen und als »Dank« ebenfalls zu den Fabriken versetzt werden, um dort Wache zu schieben. Weil sie dort von den Städten abgeschirmt sind und niemandem berichten können, was sich in White City abspielt. Korruption ist in dieser Stadt an der Tagesordnung. Ich weiß nicht, ob ich das ertragen kann. Ich wünschte, ich wäre bei Mama und meiner Stiefschwester, obwohl es in New World City auch nicht anders zugeht. Mittlerweile kenne ich viele geheime Informationen, die nie an die Ohren der Bürger gelangen dürfen. Gewiss gibt es mehr Geheimnisse, und ich bin mir nicht sicher, ob ich sie überhaupt erfahren möchte.
Ich sitze hier oben in meinem goldenen Käfig, während andere ausgebeutet werden, und fühle mich klein, nutzlos und verloren. Ich hasse mein Leben. Sollte ich es schaffen, in den Senat zu kommen, werde ich mein Bestes geben, um vieles anders zu machen.
Die Brise bringt die Blätter zum Rascheln und verfängt sich unter meinem Negligé; der zarte Stoff streichelt meine Haut. Normalerweise stelle ich mich gerne nackt an die Brüstung, da mich so weit oben niemand sehen kann und sich Vaters Wohnung auf der gegenüberliegenden Seite befindet, doch mit einem Warrior als neuen Nachbarn …
Als ich plötzlich ein Klirren höre, drehe ich den Kopf. Kam das aus meinem Apartment?
Schnell tapse ich über die Fliesen und luge in meine Wohnung. Da höre ich das Geräusch erneut, es kommt von nebenan! Als wäre ein Glas heruntergefallen.
Ich gehe über die Terrasse weiter, bis ich die Fensterfront erreiche, hinter der früher meine Leibwächterin Miraja geschlafen hat. Die Terrassentür ist offen. »Ice? Alles in Ordnung?«
In dem Raum ist es stockdunkel, nur aus dem Badezimmer dringt Licht unter der Schwelle hindurch.
Zögernd bleibe ich stehen. Ich kann nicht einfach in sein Reich eindringen. Andererseits – was, wenn ihm etwas zugestoßen ist?
Er ist ein Warrior, die können auf sich selbst aufpassen!
Wieso ist es jetzt nur so ruhig da drin? »Ice?«
Ach, ich sehe einfach nach!
Ich laufe über den weichen Teppich auf die geschlossene Tür zu und lausche.
Totenstille.
Vorsichtig klopfe ich. »Ist alles okay da drin?«
»Verschwinde!«, ruft er.
Ich zucke zusammen. Warum hört er sich wütend an? Vielleicht hat er sich wehgetan und sein Stolz ist verletzt. »Ich komme rein!« Mutig öffne ich die Tür und schnappe nach Luft.
Ice sitzt auf dem geschlossenen Toilettendeckel. Nackt. Offenbar hat er ebenfalls geduscht, denn sein Haar ist feucht und die Haut schimmert. Ich schlucke und versuche nicht zu lange zwischen seine Beine zu starren. Meine Güte, hat er ein Gerät, obwohl er nicht mal erregt ist.
Als ich mich gerade für meine Indiskretion entschuldigen möchte, bemerke ich die Glassplitter auf dem marmorierten Boden. »Was ist passiert?«
Seine Hand ruht auf einem Knie, Blut tropft auf die Fliesen, aber er scheint es nicht zu registrieren, sondern starrt mich nur wütend an.
»Du bist verletzt!« Behutsam setze ich einen Fuß vor den anderen, damit ich in keine Scherbe trete, bis ich bei ihm angekommen bin. »Zeig mal her.« Ich nehme einfach seine Hand und ziehe den Splitter heraus, der noch darin steckt. Dann reiße ich Klopapier ab, drücke es in seine Hand und tapse zwei vorsichtige Schritte weiter zum Verbandskasten, der neben dem Spiegelschrank hängt.
Offensichtlich hat Ice in seiner Wut eine Ampulle zerdrückt, die anderen hat er gleich mitsamt Schachtel gegen die Wand geschmissen.
Ich hole eine Kompresse und anderes Material heraus, um ihn zu versorgen, da sagt er weniger böse: »Gib mir nur den grauen Stift aus meiner Tasche.« Er deutet auf das Waschbecken. Dort steht ein kleiner Beutel, in dem sich eine Zahnbürste, Rasierer und andere Hygieneartikel befinden, unter anderem auch dieser Stift. Es ist ein Wundlaser. Ich reiche ihn Ice, und er verschweißt damit ohne mit der Wimper zu zucken den Schnitt.
Ich deute auf die Glassplitter zu seinen Füßen. »Warum hast du das getan?«
»Ich habe gehört, worüber dein Vater im Auto mit dir geredet hat.« Er klingt immer noch gereizt.
Oh Gott … Mir wird schlecht. »W-was hast du gehört?«
»Alles«, knurrt er und tippt sich ans Ohr. »Ihr gewöhnlichen Menschen vergesst immer, dass wir viel bessere Sinne haben als ihr.«
Er hat recht, an sein Supergehör habe ich nicht mehr gedacht! Außerdem sehen Warrior im Dunkeln ausgezeichnet und ihr Geruchssinn ist ebenfalls ausgeprägter. Sie sind die getunte Version von uns Normalsterblichen, ihr Erbgut wurde genetisch verändert. Die Warrior sind Supersoldaten.
Mein Herz rast, wie erstarrt bleibe ich vor ihm stehen. »Das darfst du niemandem erzählen! Der Senat würde dich auf der Stelle töten lassen und alle, die davon wissen!«
Schnaubend sieht er zu mir auf. »Jetzt wird mir klar, warum wir uns großartig fühlen, nachdem wir uns einen Schuss verpasst haben, und warum ich danach immer so extrem geil bin, dass ich mir einen runterholen muss.«
Hastig verdränge ich dieses Bild aus meinem Kopf. »Du nimmst dir keine … Sklavin?«
»Wann denn?«, fährt er mich an und steht auf, sodass er mich wieder überragt. »Ich war in den letzten Jahren nur als Bodyguard unterwegs und hatte kaum Gelegenheit, zwischen die Schenkel einer Frau zu tauchen.« Der glühende Blick aus seinen kühlen Augen ist auf mein aufreizendes Negligé gerichtet.
Mist, hätte ich mir doch etwas übergezogen!
Während ich ständig über meine Schulter schaue, damit ich nicht ins Glas steige, gehe ich langsam rückwärts. Er macht mir Angst. Ich bin allein mit ihm, niemand würde mich schreien hören. Vaters Wohnung liegt auf der anderen Seite des Hausflures, außerdem ist er oft bis spätnachts auf seinen Versammlungen.
Verstörende Bilder flackern in meinem Kopf auf, Ausschnitte von der Show, in der sich die Warrior an den Sklaven vergehen. Vor laufenden Kameras. Manche Männer sind extrem brutal und nehmen keine Rücksicht, andere sind zurückhaltend, ja, sogar ein wenig einfühlsam – doch am Ende sind sie nur auf Sex aus, ob die Sklavin will oder nicht.
Zu welcher Sorte gehört Ice? Im Moment scheint er sehr erzürnt zu sein. Seine Nasenflügel beben, die Muskeln in seiner Brust zucken.
Mein Magen verkrampft sich. »Du musst die Ampullen nehmen, oder …«
»Oder was?« Plötzlich hebt er mich hoch, drückt mich an meinem Po gegen seinen Unterleib und drängt mich an die Wand, sodass er zwischen meinen geöffneten Beinen steht. »Hast du Angst, ich würde über dich herfallen?«
Ich schlucke. Sein Penis presst sich genau auf meinen Schritt, und ich trage nur ein dünnes Höschen. Wird er gerade hart? »Nein, es ist nur …«
»Was?«, fragt er dunkel. Sein Blick ist in meinen Ausschnitt gerichtet. Meine Nippel sind steif und zeichnen sich deutlich durch den Stoff ab. Ich komme mir nackt vor. Nackt und ausgeliefert. Ich habe Angst vor diesem starken Mann, und doch erregt mich der Gedanke, er könnte mich hier nehmen. An der Wand, im Stehen. Nicht brutal, sondern einfühlsam. Er würde mich küssen. Überall. Bis ich feucht genug für ihn bin.
Prompt beschleunigt sich der Pulsschlag zwischen meinen Beinen. Ice ist ein Warrior, ich die Tochter eines Senators – Vater würde uns beide töten. Also denk nicht mal daran, Veronica! »D-dein Körper hat sich über die Jahre an das Zeug gewöhnt, du wirst Entzugserscheinungen haben.«
»Na und! Ich habe Schlimmeres überstanden.« Kurz schweift mein Blick zu seinem Bauch, auf dem unterhalb des Nabels Narben zu erkennen sind. Was ist ihm passiert? Sind das Brandzeichen? Als hätte man ihn markiert. Mit einem N … W … C … Das steht für New World City!
Ich halte mich an seinen Oberarmen fest und starre auf seine rasierte Brust, den Kehlkopf, die Fältchen um seinen Mund. Dieser Mund … Wie er wohl schmeckt? »Du könntest am Entzug sterben«, wispere ich. Mein Hals ist trocken, mein Herz rast, und noch immer hält er mich fest.
Sein Gesicht kommt so nah, dass er mich fast mit den Lippen berührt. »Hör auf, mich überreden zu wollen, ich werde das Zeug nicht nehmen! Und du wirst niemandem ein Wort sagen.«
»Was, wenn doch?«, wispere ich.
Intensiv mustert er mich, ohne mir eine Antwort zu geben – plötzlich schnuppert er an meinem Hals. Oh Gott, wieso macht er das?
»Okay, ich halte den Mund. Aber nur, wenn du auch nichts sagst«, stoße ich hervor und kralle die Finger in seine Haut.
Langsam und mit Druck reibt er seine Erektion an meinem Schoß. »Wir haben uns gegenseitig in der Hand, Prinzesschen.«
Ich stehe in Flammen, mein Unterleib pocht. »Ich könnte Vater sagen, dass du diese geheimen Informationen gewaltsam aus mir herausgeholt hast.«
»Gewaltsam?« Eine seiner Brauen hebt sich spöttisch. »Ich müsste bei dir gar keine Gewalt anwenden. So, wie sich deine Pussy nach mir verzehrt, würdest du mir alles verraten, bloß damit ich dich ficke.«
»Das ist eine unverschämte Lüge!« Mein Gesicht glüht. Mein Körper steht in Flammen.
Er lächelt diabolisch. »Leugnen hilft nichts. Ich kann sie riechen. Sie lechzt vor Geilheit.« Er drückt mich noch fester an sich, sodass mein Kitzler hart klopft, und trägt mich über die Scherben aus dem Badezimmer bis in mein düsteres Apartment. Wird er mit mir schlafen?
»Ice«, flüstere ich, als er auf mein Bett zusteuert. »Bitte sei sanft, ich habe ein bisschen Angst.«
Behutsam legt er mich ab und deckt mich zu. Es ist stockdunkel, doch der Spott in seiner Stimme ist nicht zu überhören. »War das sanft genug? Und jetzt träum süß von mir, Prinzessin.« Seine große Silhouette zeichnet sich vor der offenen Terrassentür ab.
Hastig richte ich mich auf. »Was machst du?« Er kann doch jetzt nicht einfach gehen?
»Ich mache das, was ich jeden Abend mache, also komm nicht noch mal in mein Zimmer«, sagt er bestimmend, dann ist er weg.
Stöhnend vor Scham sinke ich zurück ins Kissen und ziehe die Decke über meinen Kopf. Er hat mich ganz schön dämlich aussehen lassen. Was wird er nun von mir denken? Du bist so peinlich, Veronica!
Ich wälze mich auf den Bauch und versuche, das Bild seines nackten Körpers aus meinen Erinnerungen zu verbannen, aber jeder perfekte Zentimeter hat sich in mein Gehirn gebrannt. Zudem gehen mir die Berührungen nicht aus dem Sinn, ich spüre seine Hände immer noch an meinem Körper. Wie gut sich das angefühlt hat … Ich vermisse diese körperliche Nähe ungemein. Ich vermisse Andrew. Er ist der Sohn von Senator Pearson und äußerlich das genaue Gegenteil von Ice: schlank und blond. Wir kennen uns, seit wir Kinder waren. Unsere Väter hätten es gern gesehen, wenn wir geheiratet hätten. Ich hätte nichts dagegen gehabt, Andrew ist ein toller Kerl. Nur unerreichbar. Die Rebellen haben ihn entführt, seit Wochen hat niemand etwas von ihm gehört. Er ist sicher längst tot.
Mein Herz verkrampft sich. Ich glaube, ich war in ihn verliebt. Ich habe unsere Beziehung nie so ernst gesehen, eher als Flirt, trotzdem vermisse ich ihn. Als Partner und Freund. Mit ihm hätte ich mir eine Ehe vorstellen können. Kurz vor seiner Entführung haben wir miteinander geschlafen. Es war mein erstes und bisher einziges Mal. Dabei hat er sich als zärtlicher, rücksichtsvoller Liebhaber erwiesen. Ich bete jeden Tag, dass es ihm gutgeht, egal, wo er jetzt ist.
Seit er nicht mehr da ist, fühle ich mich allein wie nie. Ich hasse die Rebellen, weil sie ihn mir weggenommen haben. Ich hasse sie, obwohl ich sie auch verstehen kann. Und Miraja – gehört sie nun auch zu den Rebellen? Sie kann ich nicht hassen.
Werde ich eines Tages genauso kalt und grausam herrschen wie mein Vater und die anderen Ratsmitglieder? Ich habe keine Wahl, ich muss es tun, oder ich lande dort, wo alle landen, die sich nicht dem Regime beugen.
Ach, hätten die Rebellen doch bloß mich entführt …
Ich rolle mich auf den Rücken und versuche, auf andere Gedanken zu kommen. Wie muss sich Ice fühlen, nachdem er die Wahrheit kennt?
Wie schrecklich wäre es, wenn ich diese Ampullen nehmen müsste, die meine Lust unterdrücken?
Eigentlich sind wir uns ähnlich, ich befriedige mich so oft es geht selbst. Ich liebe dieses Gefühl, es lässt mich für einen Moment meine Einsamkeit und alles andere vergessen.
Ob Ice sich gerade … Ich werfe die Decke von mir und stehe auf. Obwohl ich nicht schon wieder seine Privatsphäre stören mag, steuere ich wie von selbst auf die Dachterrasse zu. Falls seine Tür geschlossen ist, werde ich sofort gehen.
Sie steht immer noch offen.
Vorsichtig luge ich ins Zimmer. Kein Licht brennt. Durch die Tür fällt das Schimmern der Stadt hinein, genau auf Ice. Er hockt in einem großen Sessel und … Ach du dickes Ding!
Hastig ziehe ich den Kopf zurück; erneut hat sich alles in mein Gehirn gebrannt. Er ist nackt! Ein Bein hängt über der breiten Armlehne, den Kopf hat er zurückgelegt und mit einer Hand massiert er … Ich muss noch einmal nachsehen, nur ganz kurz, er hat doch nicht wirklich so einen dicken …
Hat er!
Oh mein Gott, haben alle Warrior so ein Mörderteil? Ich versuche, mich zu erinnern. Ab und zu habe ich diese ekelhafte Show angesehen. Zuerst, weil ich neugierig war, wie ein Mann gebaut ist und wie Sex funktioniert, später war es Sensationsgier, das gebe ich zu. Aber als mir irgendwann richtig bewusst wurde, dass das keine erfundene Fernsehsendung ist, sondern Realität, und Frauen dort gegen ihren Willen zum Sex gezwungen werden, habe ich angewidert abgeschaltet.
Die meisten Soldaten waren wirklich gut gebaut, aber so einen gigantischen Durchmesser habe ich nicht in Erinnerung. Damit kann er doch gar keinen Sex haben!
Obwohl … Früher haben die Frauen ihre Kinder auf natürlichem Weg bekommen, die Babys haben schließlich auch durchgepasst, also müsste das irgendwie funktionieren können. Und so groß wie ein Kopf ist er ja bei Weitem nicht.
Himmel, worüber mache ich mir Gedanken!
Nur noch einmal gucken, dann gehe ich zurück.
Ice atmet erregt, während die Bewegungen seiner Hand schneller werden. Die dicke Kuppe taucht immer wieder über seiner Faust auf. Sie glänzt im matten Licht.
Plötzlich hebt er den Kopf und sieht mich an. »Bleibst du jetzt ewig vor der Tür stehen, oder willst du mir zur Hand gehen?«, fragt er rau.
Ach du Sch… Schnell wie der Wind laufe ich zurück, ziehe meine Terrassentür zu und schmeiße mich ins Bett. Verdammt!
Natürlich hat er mich bemerkt – Supersinne, du dumme Gans!
Während ich mich zu Tode schäme, verkrieche ich mich erneut unter der Zudecke. Wie soll ich Ice jemals wieder in die Augen sehen können?
Verdammt, der Kerl ist aber auch heiß!
Ich wälze mich auf den Bauch und schiebe eine Hand zwischen meine Beine. Mein Slip ist feucht, wie erwartet. Schon ein kleiner erotischer Gedanke reicht aus, um meine Säfte zum Fließen zu bringen. Das ist mitunter recht nervig, weil man ständig in einer Pfütze sitzt.
Ich stelle mir vor, wie Ice in mein Zimmer schleicht und es seine Hand ist, die mich streichelt.
Als sich plötzlich tatsächlich eine Hand auf meinen Mund legt, schreie ich auf, doch es dringt nur ein gedämpfter Laut an meine Ohren.
»Pst, ich tu dir nichts.«
Es ist seine Stimme, er ist hier!
Sofort lässt er mich los und ich drehe mich im Bett herum. Ich habe nicht gehört, dass er reingekommen ist! Die Terrassentür mit dem Rollo davor ist auch wieder geschlossen, denn es ist so dunkel im Zimmer, dass ich nichts sehe.
»Was suchst du hier?«, frage ich mit zitternder Stimme und richte mich auf. Mein Körper bebt vor Lust und Furcht. Verdammte Mischung, ich bin ziemlich durcheinander.
»Warum bist du weggelaufen?«, raunt er und drückt mich an den Schultern zurück. Dann spüre ich, wie er die Bettdecke wegzieht.
Reglos bleibe ich liegen, die Finger ins Laken gekrallt. »I-ich …«
»Hast du Angst vor meinem Schwanz?«
Etwas streift mein nacktes Bein. Ist es sein Finger? »Ich … nein.«
Sein Finger wandert höher, kreist über dem Stoff meines Hemdchens um meinen Bauchnabel und höher hinauf.
»Lüg mich nicht an.« Sanft zwickt er in einen meiner Nippel.
Sofort schießt glühende Lust in meinen Schoß und ich keuche auf. »Nur ein bisschen, ich hab noch nie so ein Kaliber gesehen.«
Er lacht dunkel. »Besser, du fürchtest dich und läufst weg. Deine kleine Pussy könnte mich niemals aufnehmen.«
Während seine Hand an meinem Bauch tiefer gleitet, frage ich atemlos: »Was macht dich da so sicher?«
»Die wenigsten Frauen können das.«
Hört er sich verletzt an? Ein Stich durchzuckt meine Brust, auch, weil er schon andere vor mir hatte. Viele andere, vermutlich. »Vielleicht kann ich es ja.«
Oh Gott, ich biete mich ihm geradezu an!
Als er mir plötzlich den Slip von den Hüften reißt, schreie ich erneut auf. Doch ich bleibe liegen, rühre mich nicht von der Stelle.
»Du bist mutig.« Ice schiebt meine Beine auseinander, die Matratze wackelt. Ich glaube, er hat sich aufs Bett gesetzt. Jetzt wird es ernst! Mein Kitzler hämmert so hart wie der Puls an meinem Hals, außerdem läuft mein Lustsaft zwischen den Pobacken hindurch aufs Bett. Gut, dass ich nichts sehen kann, sonst wäre ich nicht so tapfer. Womöglich handele ich aber auch dumm. Er könnte alles mit mir machen … Nein, er ist mein Bodyguard, er passt auf mich auf, und überleben will er sicherlich auch.
»Mm, du riechst lecker.« Ein warmer Hauch weht über meine Scham. »Giert deine Pussy nach jedem Schwanz?«
»Nein, ich …«
Ein sanfter Schlag trifft meine Schamlippen, vor Überraschung entfährt mir ein Schrei. Der süße Lustschmerz treibt mich schnell auf den Höhepunkt zu.
»Lüg mich nicht an«, grollt er, aber er klingt nicht wirklich böse. Ich glaube, er spielt mit mir.
»Ich bin nur sehr leicht erregbar.« Oh Gott, was erzähle ich ihm denn dauernd? Vor Ice habe ich das Gefühl, meine intimsten Geheimnisse offenbaren zu müssen. Er wirkt unglaublich dominant und doch weckt er mein Vertrauen, er macht mir Angst und zugleich fühle ich mich bei ihm sicher.
Drehe ich jetzt völlig durch?
»Wir werden sehen.« Erneut fühle ich seinen Atem zwischen den Beinen, bevor er zärtlich an meinen Schamlippen auf und ab leckt.
Das muss ich träumen, da kniet nicht wirklich ein Warrior zwischen meinen gespreizten Schenkeln und … Als er einmal tief durch meine Nässe pflügt, wimmere ich vor Lust. Das ist himmlisch!
Ich ziehe die Beine an und öffne mich mehr für ihn, drücke ihm meine Hüften entgegen. Gut, dass ich nichts sehe, denn das macht mich mutig. Und es bleibt immer noch die geringe Chance, das alles zu träumen, obwohl sich seine flinke Zunge verdammt echt anfühlt.
Ice spielt mit meinem Kitzler, zupft mit den Lippen daran und leckt hart darüber.
Ich kralle die Finger in sein kurzes Haar. Wie weich es ist – das habe ich nicht erwartet. Auch seine Haut ist perfekt, viel zarter als meine. Ich will auch perfekte Gene haben … Oh mein Gott, ist das sein Finger in mir?
»Mal sehen, wie viele du schaffst«, raunt er an mein feuchtes Geschlecht, während sich sein Finger tiefer schiebt. »Wie oft hattest du bisher einen Mann in dir?«
»Ein … Mal«, bringe ich stockend heraus.
Während er mich fingert, reibt er mit dem Daumen über meine Klit. Mein Unterleib pocht und brodelt wie ein Vulkan, es fehlt nicht mehr viel und ich komme.
Er schiebt einen zweiten Finger in mich und erhöht den Druck von innen. »Du bist noch so unschuldig eng, ich muss dich dehnen.« Ein dritter Finger kommt hinzu, und jetzt spüre ich zum ersten Mal eine Spannung. Ice dehnt mich auf, spreizt die Finger und krümmt sie in mir. Die Spannung nimmt zu, aber ich könnte noch mehr ertragen.
»Probier noch einen«, wispere ich – schon fühle ich, wie mein Eingang hart gedehnt wird. Ob ich reißen kann? Die Spannung ist enorm, und je tiefer Ice seine Finger in mich drückt, desto mehr nimmt der Schmerz zu. Jedoch treibt das meine Lust in ungeahnte Höhen. Meine steinharten Brustspitzen kribbeln, der elektrisierende Schmerz pulsiert bis tief in meinen Körper. Mein Kitzler rattert gegen seine leckende Zunge.
»Ice …«, stöhne ich hilflos.
Er stößt zu und reibt zeitgleich hart über meinen geschwollenen Knubbel. »Du bist so nass, unglaublich. Und du hältst viel aus. Vielleicht klappt es.«
Als ich »Hör jetzt nicht auf« flehe, entlädt sich die angestaute Lust in meinem Schoß. Wie von Sinnen stoße ich ihm die Hüften entgegen, während ich meine Brüste streichle. Dazu keuche ich unartikulierte Laute heraus und klinge sicher wie eine durchgeknallte Sexsüchtige, aber das ist mir egal, ich will nur diesen Lustrausch erleben, der wie ein Orkan durch meinen Körper fegt und alles mit sich reißt.
»Baby, wenn du wüsstest, wie geil mich dein Anblick macht.«
Selbst dass Ice mich sehen und riechen kann, ist mir egal, so lange, bis meine Lust abebbt und ich schwer atmend liegen bleibe.
»Bist du tatsächlich gerade gekommen?« Er klingt verwundert. »Ich hab gespürt, wie deine Pussy meine Finger regelrecht eingesaugt hat.«
Ich drehe meinen heißen Kopf zur Seite und schließe die Augen. »Tut mir leid, das geht bei mir immer so schnell.« Mein Unterleib pocht noch nach, fühlt sich nass und geschwollen an.
»Ich habe bisher keine Frau erlebt, die so leicht erregbar ist.« Sanft streichelt er über die Innenseiten meiner Schenkel.
Zitternd atme ich ein. »Ist das denn schlecht?«
Er lacht leise. »Nein, das ist geil. Dein Körper ist für Sex gemacht. Du solltest nur lernen, ihn länger zu genießen, diesen Moment, bevor der Höhepunkt hereinbricht.«
Ich weiß, was er meint. Ob er mir das beibringen kann? Ich würde gerne mehr von diesem Rausch bekommen. Ich glühe jetzt noch und hätte Lust auf eine weitere Runde. Da sind wir Frauen immerhin im Vorteil.
Er streicht über meine Brüste, meinen Bauch und den Schamhügel. »Du steckst voller Leidenschaft und kannst dich vollkommen hingeben.«