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© eBook: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2021
© Printausgabe: GRÄFE UND UNZER VERLAG GmbH, München, 2021
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Verlagsleitung Reise: Grit Müller
Verlagsredaktion: Susanne Kronester
Autor: Axel Nowak
Redaktion: Thomas Rach
Bildredaktion: Iris Kaczmarczyk
Schlussredaktion: Oliver Kiesow
Reihengestaltung: Independent Medien Design, Horst Moser, München
Kartografie: Huber Kartographie GmbH für Gräfe und Unzer Verlag GmbH
eBook-Herstellung: Anna Bäumner, Martina Koralewska, Renate Hutt
ISBN 978-3-8342-3204-5
1. Auflage 2021
GuU 2-3204 01_2021_02
Bildnachweis
Titelbild (Blick über den Rhein), Getty Images: EyeEm
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Übersichtskarte
Basels Wiege steht in diesem Viertel, in Altstadt Grossbasel. Auch wenn schon zuvor erste Siedlungsspuren nachgewiesen wurden, gilt der Platz, wo heute das Münster steht, als Geburtsort der Stadt. >
Übersichtskarte
Der Stadtteil Vorstädte mit einigen berühmten Museen grenzt an Grossbasel, während das Quartier Am Ring durch die markante Markthalle und das geschäftige Umfeld geprägt ist. >
Übersichtskarte
Östlich der Grossbasler Innenstadt beginnt das vielleicht charmanteste Viertel: mit Platanenallee an der Promenade und romantischem Kanal zwischen altem Fachwerk – ein Quartier, das entdeckt werden will. >
Übersichtskarte
Während das Großbürgertum die Stadt linksrheinisch prägt, präsentiert sich Kleinbasel als Schmelztiegel der Kulturen, kreativ und weltoffen. Hier treffen sich jene, die man gern »die Szene« nennt. >
Am Rhein flanieren, durch die Altstadt bummeln, Kunst wirken lassen, in kleinen Läden stöbern, fürstlich speisen und vorzüglich logieren: Basel verspricht Genießern und Ästheten eine in jeder Hinsicht bemerkenswerte Zeit.
Zugegeben, ich habe mir angewöhnt, bei der Anreise mit dem Auto meine Mitinsassen vorzubereiten. Denn bevor Basilisk und Rheinbrücke, Fasnachtsbrunnen und Schifflände verzaubern, ist die Autobahnausfahrt Basels erste »Sehenswürdigkeit«: Wir starren auf Schallschutzwände, zählen Industrie-Schornsteine und Lagerhallen. Hier soll der Weg zu einem der wichtigsten Schweizer Urlaubsziele führen? Führt das Navi in die Irre? Gott sei Dank hängt seit einigen Jahren ein Transparent der Touristiker an der Ausfahrt, sonst wären wohl viele geneigt, den Weg in die Basler Innenstadt zu ignorieren.
»Ein Firmensitz muss von einem wichtigen Architekten gebaut werden, das wird hier einfach erwartet.«
Werner Blaser, Architekt und Publizist, 2001
Die meisten meiner Bekannten wissen, was ich hier schätze: die intakte Altstadt, die schmalen, mit Kopfsteinpflaster verlegten Gassen. Vor allem auch den nahezu perfekten Zustand der historischen Häuser, die mutigen Neubauten, die Kontraste zur mittelalterlichen Bausubstanz setzen, ohne als Störfaktor wahrgenommen zu werden, die vielen, wichtigen Museen, die eigene Zonen bilden, in denen die Zeit langsamer zu ticken scheint und die ermöglichen, die Sinne zu schärfen.
Dies alles – und das bekommen meine Beifahrer immer zu hören – wäre nicht möglich ohne Silos und Lagerhallen, Schornsteine und Sichtschutzwände vor Firmengeländen. Basels Bürger könnten sich nicht jene zahlreichen Museen leisten, wenn sie nicht von den Erben der Chemiedynastien unterstützt werden würden. Die Wege am Rhein lüden nicht zum Flanieren ein, wenn nicht die Häfen weiter nördlich die wichtigste Drehscheibe des Im- und Exports der Schweiz bildeten. Der erste Eindruck ist bereits drei, vier Kilometer hinter der Autobahnausfahrt revidiert; Stadt, Land, Fluss – Basel verwöhnt, wie versprochen, mit malerischer Altstadt und lebendiger Kulturszene. Das Zentrum der Nordwestschweiz schafft scheinbar mühelos den Spagat zwischen mittelalterlicher Idylle und boomendem Hightech-Standort.
Das Tempo des Lebens ist gemächlich, weit weniger hektisch als in deutschen Großstädten. Einmal, während eines Recherchebesuchs, stiegen Rauchschwaden gen Himmel und ein unangenehmer Geruch zog über die Dächer. Die Behörden mahnten zum Schließen der Fenster, konnten nach einer Stunde aber wieder Entwarnung geben. Am nächsten Tag berichtete die Basler Zeitung routiniert und nüchtern über den Fabrikbrand und die Polizei vermerkte, dass »das Leben in der Stadt seinen gewohnten Gang« genommen hat.
Das macht den Basler Geist aus: keine Spur von Hysterie, kaum ein Ansatz von Großmannssucht. Der Genius loci, der über den historischen Gässchen und mittelalterlichen Gebäuden, dem sandsteinroten Rathaus oder dem zwölfeckigen Fischmarktbrunnen schwebt, wird getragen vom unaufgeregten Selbstverständnis seiner Bewohner.
© Jurga Graf
Axel Nowak arbeitete nach einem Tageszeitungsvolontariat für regionale und überregionale Zeitschriften sowie als Fernsehjournalist für diverse TV-Magazine. Er war Mitglied der Chefredaktion von »Prinz«, »connect« und »Top Of The Pops«. Heute schreibt er für verschiedene Medien in den Bereichen Reise und Lifestyle und produziert Kundenmagazine.
© mauritius images: mb4azur
Blick von der Kleinbasler Seite über den Rhein auf die Altstadt Grossbasel mit dem Basler Münster als dominierendem Bauwerk.
Das sind sie – die Sehenswürdigkeiten, für die Basel weit über seine Grenzen hinaus bekannt ist.
Auf dem Marktplatz, der früher Treffpunkt der Menschen und Handelsplatz zugleich war, errichteten die Basler ihr rotes Rathaus. Am schönsten ist es, wenn die Sonne die Fassade rotgolden färbt. >
Seit 1854 sorgen die »Fähri« – die Fußgängerfähren über den Rhein – für eine romantische Verbindung zwischen Gross- und Kleinbasel. >
Auf einem Hügel hoch über dem Rhein errichtet, ist das imposante Münster der ganze Stolz der Basler. Hier wurde einst der Gegenpapst Felix V. gewählt. >
Hier bewegt sich immer etwas: Zehn Skulpturen bilden den Tinguely-Brunnen und machen ihn zum Treffpunkt im Herzen der Stadt. >
Die Stadt mediterran: Bei Sonnenschein sitzen die Menschen am Rheinufer in den Straßencafés oder auf der lang gezogenen Steinbrücke. >
Das Haus – ein Geschenk des Pharmakonzerns Hoffmann-La Roche – widmet sich dem Werk Jean Tinguelys. Der Schweizer Künstler schuf monumentale, kinetische Skulpturen, »in sich freie Maschinen«. >
Vom 31. Stock des Messeturms lässt sich beim Apéro der Blick auf die Stadt genießen. >
1997 eröffneten Hildy und Ernst Beyeler in Riehen, etwas außerhalb von Basel, ein eindrucksvolles Museum für zeitgenössische Kunst. >
© imago: Schoening
Im Hof des scharlachroten Rathauses von Basel steht eine Statue von Lucius Munatius Plancus, dem Gründer der Römerstadt Augusta Raurica.
Augst, etwa 12 km östlich von Basel gelegen, war einst eine römische Kolonie mit fast 20.000 Einwohnern – viel davon ist erhalten geblieben oder wurde rekonstruiert: ein faszinierender Einblick in das Leben im Altertum. >
Formvollendet: Kunst am Bau und Kunst im Bau – das Vitra Design Museum vor den Toren Basels im deutschen Weil am Rhein hat beides zu bieten und ist eines der führenden Designermuseen weltweit. >
Ungewöhnliche Perspektiven, charmante Orte und feine Details versprechen besondere Augenblicke.
In einer ehemaligen Leichenhalle schenkt heute das Café Zum Kuss Apéro, Caffè Crema und Smoothies aus. >
Unter der imposanten Stahlkuppel gibt es nicht nur Obst und Gemüse, es wird auch international gekocht. >
Buvetten sind Buden am Ufer des Rheins, kleine Bars und Cafés, die im Sommer zum Laissez-faire einladen. >
Die Dachterrasse der Kulturbeiz 113 bietet häufig spektakuläre Sonnenuntergänge mit Ausblick auf die Stadt. >
An heißen Tagen ist der Rhein zum Baden da. Kleidung im Schwimmsack verstaut und mit ihm von Klein- nach Grossbasel kraulen. Wer sich alleine nicht traut, meldet sich für ein begleitetes Rheinschwimmen an. >
Über den neuen Uferweg am Rhein kann man von Basel St. Johann bis nach Hüningen in Frankreich flanieren. >
Nur einmal im Jahr präsentiert das Schaulager in Münchenstein eine Ausstellung – Pflichttermin für Kunstfreunde. >
© Alamy: Slawek Staszczuk
Prachtvolle Decken- und Wandmalereien in der Klosterkirche von Mariastein.
18 km südlich von Basel liegt der Wallfahrtsort Kloster Mariastein – dekoriert mit zahlreichen Dankestafeln. >
Blick auf Container und Verladekräne: Das Restaurant Rostiger Anker liegt direkt am Hafenbecken in Kleinhüningen. >
Ihrem Restaurant hat Tanja Grandits einen Laden angeschlossen, in dem es die Zutaten ihrer Aromenküche gibt. >
Von der Terrasse des Gasthauses zum Ochsen in Ötlingen blickt man über das Rheintal bis in die Vogesen. >
Einmal im Monat trifft man sich am Ostquai zu Livemusik, offenem Feuer und Essen. >
Beim Laufen auf der Finnenbahn im Wald der Langen Erlen federt der Körper wie auf einem flauschigen Teppich. >
Einwohner: 177.800
Bevölkerungsdichte: 7572 Einw./km². Zum Vergleich: Berlin kommt auf 4088, Singapur auf 7867 und Genf (bei einer Größe von ca. 16 km²) auf 12.701 Einw./km².
Lage und Geografie: Basel liegt auf einer Fläche von 22,75 km² an einem Rheinknie, an dem der Fluss seine Richtung von Osten kommend in einer 90-Grad-Kurve nach Norden ändert. Die größte Stadt der Nordwestschweiz gehört zum Dreiländereck aus Deutschland, Frankreich und der Eidgenossenschaft. Dieser Wirtschafts- und Kulturraum ist auch unter dem Namen »RegioTriRhena« bekannt, umfasst die deutschen Städte Freiburg im Breisgau und Lörrach, das französische Colmar und Mulhouse im Oberelsass sowie Basel und Liestal in der Schweiz und wird von rund 2,3 Mio. Menschen bewohnt.
Amtssprache: Deutsch
Religion: ca. 16,5 % evangelisch-reformiert, 15,3 % römisch-katholisch, 9,3 % Muslime, 0,6 % Juden, knapp 50 % der Bewohner bezeichnen sich als konfessionslos.
Währung: Schweizer Franken
Basel ist nach Zürich und Genf die drittgrößte Stadt der Schweiz. Gemeinsam mit den beiden Gemeinden Riehen und Bettingen bildet sie unter dem Namen Basel-Stadt einen eigenen Kanton mit ca. 200.400 Bürgern. Mit einem Ausländeranteil von 36,6 % im Kanton gilt mindestens jeder dritte Basler nicht als Eidgenosse. Menschen aus rund 150 Ländern leben oder arbeiten in der Region.
Klima (Mittelwerte)
In Basel und dem unmittelbaren Umland gibt es etwa 40 Museen. Die Stadt besitzt ein Dreispartentheater mit Oper, Schauspiel und Ballett mit drei Bühnen. Unterstützt wird es vom rund hundertköpfigen Sinfonieorchester Basel, dessen originäre Spielstätte das Stadtcasino gegenüber am Barfüsserplatz ist. Letzteres tritt nach langjähriger Renovierung und der Wiedereröffnung 2020 an, den Ruf einer hervorragenden Raumakustik zu bestätigen.
Private, durch Stiftungen oder Vereine unterstützte Musikensembles sind das Kammerorchester Basel, dessen Repertoire vom frühen Barock bis zur zeitgenössischen Musik reicht, das Ensemble Phoenix Basel, das zeitgenössische Neue Musik interpretiert, sowie das selbstverwaltete Orchester Basel Sinfonietta. Das La Cetra Barockorchester spezialisiert sich auf Alte Musik, das Neue Orchester Basel auf Sinfonien. Das Collegium Musicum Basel pflegt die Musik der Klassik und Romantik des 18. und 19. Jh. und verschreibt sich ebenfalls der Neuen Musik.
© Basel Tourismus
Dominierendes Gebäude am Marktplatz ist das aus rotem Sandstein mit Elementen der Gotik und Renaissance errichtete Rathaus, dessen Bau 1501 begonnen wurde.
Die Stadtteile in Basel heißen Quartiere. 19 sind es insgesamt, elf links des Rheins in Grossbasel, acht rechts in Kleinbasel. Die Quartiere wiederum sind in Wohnbezirke unterteilt.
»Altstadt Grossbasel« bildet den historischen Kern und umfasst jenes Gebiet, das einst von der ersten Stadtmauer umschlossen wurde. Daran schließt ringförmig das Quartier »Vorstädte« an, welches zunächst einen Gürtel um die erste Altstadtmauer bildete und nach dem Erdbeben von 1356 mit der Bildung einer erweiterten Stadtmauer integriert wurde.
Das Quartier »Breite« hat die Form eines schmalen Bandes, beginnt nahe des St. Jakob-Stadions und endet an der Mündung der Birs in den Rhein kurz hinter der Schwarzwaldbrücke.
Eine Besonderheit bildet die politische Organisation: Die Stadt Basel hat keine eigenen Behörden. Die Organe des Kantons nehmen zugleich die Aufgaben für die Stadt wahr. Deshalb gibt es in Basel keinen Bürgermeister. Vielmehr übernimmt der siebenköpfige Regierungsrat mit dem/r Regierungspräsidenten/in die Aufgaben der Exekutive für Kanton und Stadt, also auch die Aufgaben eines Bürgermeisters. Der Ausschuss und sein Vorsitz werden alle vier Jahre vom Volk gewählt. Ein sogenannter Bürgerrat kümmert sich hauptsächlich um soziale Fragen (z.B. Bürgerspital, Waisenhaus, Christoph-Merian-Stiftung). Als klassische Volksvertretung fungiert der für vier Jahre gewählte Grosse Rat mit 100 Abgeordneten. Er ist ebenfalls sowohl für den Kanton als auch für die Stadt zuständig.
© laif: Rene Mattes/hemis.fr
115 Stufen führen auf die Türme des Basler Münsters. Von oben kann man nicht nur einen näheren Blick auf das Dach werfen, sondern noch weit darüber hinaus.
Basel ist ein gewachsener Standort von Chemie- und Pharmazieriesen wie Novartis oder Roche, die sich längst zu supranationalen Konzernen entwickelt haben und sich unter dem schönen Begriff »Life Science« verschlagworten lassen. In der Stadt unterhalten auch Konzerne wie Syngenta oder die Lonza Group ihr Hauptquartier. Beide Unternehmen sind weltweit im Agrargeschäft tätig und zählen in diesem Sektor zu den Marktführern.
Täglich pendeln ca. 50.000 Arbeitskräfte aus Deutschland und Frankreich in die Stadt und tragen so zum Wirtschaftswachstum bei.
Das Einzige, was stagniert, scheint die Arbeitslosenquote zu sein: Selten lag sie in den letzten zehn Jahren bei mehr als 4 % – meist unter dem Durchschnitt der Schweiz.
In Basel stehen rund 200 öffentliche Brunnen, nahezu alle führen frisches Trinkwasser. Rund 10 % sind so groß, dass sie zum Baden taugen. Nicht nur Kinder planschen an heißen Tagen darin, auch Erwachsene sitzen darin wie im Jacuzzi, trinken ein Glas Wein und pflegen das soziale Miteinander. Es gibt sogar einen Verein, der Brunnen im Winter für gemeinsame Bademomente beheizt.
© gemeinfrei
Christoph Merian, berühmter Sohn der Stadt, auf einem Bildnis von 1855.
In Basel wohnen die reichsten Familien der Schweiz. Sie heißen Sarasin, Burckhardt, Koechlin, Merian und Vischer, Christ und Hoffmann, Wackernagel oder Staehelin. Mit diesen Namen verbindet man Macht, Einfluss und viel Geld. Wenn in Zürich jemand unter Konrad Stähelin firmiert, muss er eingestehen, dass der Großvater Basel verlassen hatte und den Namen modifizierte, weil er sich in der Nordschweiz nicht entfalten konnte. Er gehörte zum »Daig«, schweizerdeutsch für »Teig«, in dem wenige Zutaten so lange verrührt werden, bis die einzelnen Ingredienzien nicht mehr eindeutig zuzuordnen, dennoch zu erahnen sind – wie bei den Merian-Burckhardts, Sarasin-Burckhardts und Sarasin-Merians.
»Die gleichen Familien haben immer untereinander verkehrt und geheiratet«, erinnert sich Jenö Staehelin, einstmals Botschafter der Schweiz in Japan und bis 2004 Ständiger Vertreter bei der UNO in New York. »Heute heiraten Staehelins Leute mit Namen, über die sich meine Großeltern vielleicht noch gewundert und gefragt hätten: Wer ist denn das?«
Früher war die Definition des »Basler Daigs« sehr eng gefasst. Der Soziologe Lucius Burckhardt, verehelicht mit Annemarie Wackernagel, zählte nur jene Familien dazu, »die schon vor der Französischen Revolution regimentsfähig waren« und somit politische Macht ausübten – wie zum Beispiel seine Ahnen, die Burckhardts, die bereits im 17. Jahrhundert als Bürger- oder Oberzunftmeister die Stadt regierten. Der Wirtschaftshistoriker Alfred Bürgin dagegen interpretierte den Begriff sehr viel weiter: Für ihn beginnt das Quellen des »Daigs« erst 1833, nach der Teilung des Kantons in Basel-Stadt und Basel-Land.
2009 gründete das Paar Burckhardt-Wackernagel eine Stiftung mit dem Ziel, das wissenschaftliche Werk des Begründers der Promenadologie (»Spaziergangswissenschaft«) zu fördern und weiterzuentwickeln. Jenö Staehelin steht derweil seiner eigenen Stiftung vor, die Projekte zur Lösung von politischen Konflikten unterstützt.
Auch wenn der »Daig« heute nicht mehr nur unter sich bleibt, ohne ihn und ohne dessen Stiftungen wäre das gesellschaftliche Leben in Basel ein anderes. Die Museen und Galerien, das Schauspielhaus und die Kleintheater, die Festivals klassischer und moderner Musik wären nicht möglich ohne private Initiativen, die kulturelle, aber auch soziale Projekte finanzieren – eine Basler Besonderheit.
Die Stiftung der Hoffmann-La-Roche-Erbin Maja Sacher ermöglichte unter anderem den Bau des Museums für Gegenwartskunst, ihrer Enkelin Maja Oeri verdankt Basel das Schaulager in Münchenstein und den Erweiterungsbau des Kunstmuseums. Und Schwester Beatrice finanzierte die linksliberale »Tageswoche«, nachdem der Rechtspopulist Christoph Blocher klammheimlich die Mehrheit bei der »Basler Zeitung« übernommen hatte.
Ihren Sitz haben die Alteingesessenen übrigens immer noch in den angestammten Quartieren Altstadt Grossbasel oder St. Alban. Dort prangen auf den Briefkästen lediglich die Initialen – jeder weiß, wer dort wohnt; wer nicht, braucht es auch nicht zu wissen.
Kelten, Römer, Kaiser, Kirche: Sie alle haben Basel in der Vergangenheit ihren Stempel aufgedrückt. In der Neuzeit sind Industrie und Wirtschaft die prägenden Faktoren.
© ddpimages
Das Amphitheater in der antiken Kolonie Augusta Raurica bot früher einmal 6000 Zuschauern Platz. Heute findet dort jeden Sommer ein »Römfest« statt.
Im 5. Jh.v.Chr. bauen die Rauriker, ein Stamm der Kelten, auf dem Münsterhügel eine stadtartige Siedlung, die sich die Römer einverleiben, nachdem sie 44 v.Chr. rheinaufwärts die Kolonie Augusta Raurica (>) gründen. Unter Kaiser Augustus wird der Münsterhügel Stützpunkt römischer Truppen und die Kelten werden romanisiert.
Basel geht an den deutschen König und späteren Kaiser Heinrich II. über. Zu dessen großzügigen Schenkungen gehört auch die finanzielle Unterstützung eines Neubaus auf der Pfalz. 1019 weiht Bischof Adalbero II. das Basler Münster (>) in Anwesenheit des Kaiserpaars feierlich ein. Basel wächst in diesem Jahrhundert an Einwohnern und an Bedeutung: Historiker gehen aber von nicht mehr als 4000 Bürgern aus.
Bischof Heinrich von Thun initiiert den Bau der Mittleren Rheinbrücke (>), die, 1244 erstmals konkret erwähnt, möglicherweise schon 1225 existierte. Aus Sicherheitsgründen wird auf Grossbasler Seite das letzte Teilstück als Zugbrücke errichtet. Zugleich wird Kleinbasel als eigenständige Stadt gegründet. Auf der Brücke gibt es eine kleine Kapelle, das Käppelijoch, das als Bühne des Strafvollzugs dient.
Die prosperierende Stadt lernt auch die dunklen Seiten des Mittelalters kennen: 1294 legt ein Großbrand mehr als 600 Häuser auf Grossbasler Seite in Schutt und Asche, 40 Menschen sterben. 1349 wütet die Pest unter den etwa 7000 Einwohnern und fordert unzählige Opfer. 1356 ereignet sich das bis heute schwerste Erdbeben Mitteleuropas. Kaum ein Gebäude, das nicht betroffen ist. Am mächtigen Münster stürzen Chor und fünf Türme ein. Verheerender ist jedoch die auf das Beben folgende Feuersbrunst, die weite Teile der Stadt zerstört (>).
1392 kauft Grossbasel dem Bischof von Straßburg für 29.800 Gulden die Stadt am anderen Rheinufer ab. Basel wächst zu einem wichtigen Handelsplatz, dem Kaiser Friedrich III. 1471 zudem das Messerecht zuspricht.
Das 15. Jh. steht im Zeichen der Machtkämpfe zwischen Kirche und Staat, von 1431 bis 1449 tagt das noch von Papst Martin V. einberufene Konzil von Basel, bei dem es zur Spaltung von der Kirchenobrigkeit kommt und das in der Wahl des Gegenpapstes Felix V. gipfelt (>).
Die Synode feuert die Wirtschaft an und fördert beispielsweise die Papierfabrikation. 1460 gründet sich die erste Universität der Schweiz, zehn Jahre später hält der Buchdruck Einzug: Basel blüht kulturell auf, Paracelsus beginnt sein Medizinstudium, es wirkt der Humanist und Theologe Erasmus von Rotterdam, während sich Hans Holbein der Jüngere seinen Ruf als einer der bedeutendsten Maler der Renaissance erwirbt.
© mauritius images: The Picture Art Collection/Alamy
Die Friedensverhandlungen im Rathaus von Basel über das Ende des Schwabenkriegs 1499, dargestellt in der historischen Bilderchronik »Luzerner Schilling« 1513.
Während des Schwabenkriegs von Januar bis September 1499 zwischen der Eidgenossenschaft und dem Schwäbischen Bund verhält sich die Stadt neutral. Im »Frieden von Basel« im gleichen Jahr muss Maximilian I., Erzherzog von Österreich, die Eigenständigkeit der Kriegsgegner anerkennen. Zwei Jahre später treten die Basler der Schweiz bei.
Beim Bildersturm zu Basel, dem der Übertritt zur Reformation folgen soll, werden 1529 Hunderte von Kunstgegenständen und religiöser Reliquien vernichtet. Interessanterweise reicht der Pöbel nicht bis nach Kleinbasel. Dort hält man dem Katholizismus die Treue und sabotiert die Rheinbrücke, um dem Mob den Weg abzuschneiden.
1758 begründet Johann Rudolf Geigy-Gemuseus einen Handel mit »Materialien, Chemikalien, Farbstoffen und Heilmitteln aller Art«. Er legt damit den Grundstein für eine Chemiefirma, die sein Urenkel 1901 in eine Aktiengesellschaft umwandelt und 1914 in J.R. Geigy AG umbenennt. Ab 1884 firmiert Bindschedler & Busch unter dem Namen »Gesellschaft für Chemische Industrie Basel« – seit 1945 kurz »Ciba«.
Nach dem Zweiten Weltkrieg sind Volksabstimmungen ein Gradmesser für die Befindlichkeiten der beiden seit 1832 getrennten Halbkantone Basel-Stadt und Basel-Land. 1969 bestätigen sie ihre Eigenständigkeit bei einem Votum.
1966 erhalten Frauen das Wahlrecht in Basel-Stadt, Basel-Land folgt 1968; schweizweit gilt es erst ab 1971. Übrigens: Die Bürgergemeinde Riehen, Teil des Kantons Basel-Stadt, führte 1958 Stimmrecht für Frauen als erste in der Schweiz ein
1970 geben sich Ciba und Geigy bei der »Basler Heirat« das Ja-Wort. Basel ist stolz auf seine »Chemischen«, zu denen auch Hoffmann-La Roche und Sandoz zählen. Das Verhältnis trübt sich, als ein Lager mit 1350 Tonnen Chemikalien in Brand gerät und Giftstoffe des Löschwassers in den Rhein gelangen. 1996 fusionieren Ciby-Geigy und Sandoz zu Novartis, dem zweitgrößten Biotechnologie- und Pharmaunternehmen der Welt.
Die Stadt spricht sich für einen EU-Beitritt aus, das Land stimmt wie die Mehrheit der Schweiz dagegen. Doch komplett entziehen sich Basel und die Eidgenossenschaft dem neuen Europa nicht: 1999 stimmen die Schweizer bilateralen Verträgen mit der Europäischen Union zu. 2005 treten sie dem Schengener Abkommen bei und unterstützen seit 2009 auch die EU-Verordnung über biometrische Pässe und Reisedokumente. Nur die Europäische Zollunion, die wollen sie nicht.