© 2021, Florian Fink 2. Auflage
Herstellung und Verlag: BoD – Books on Demand GmbH, Norderstedt.
ISBN: 978-3-7543-6764-3
Illustration: Florian Fink
Während Niklas, Seleni und Florian schon nach der turbulenten Nacht schon mehrere Stunden wach waren, schlief Sitka immer noch tief und fest. Niklas und Florian bauten nach dem Anruf des neuen Kapitäns noch ein wenig am großen U-Boot für die Mission Atlantis weiter und beluden ihr Flugzeug. „Dieser Anruf ist mir einfach nicht geheuer“, sagte dann Florian. „Ach, komm schon Flo. Das war purer Zufall, dass plötzlich das Telefon geklingelt hat, als wir über den schwarzen Meister gesprochen haben“, erwiderte Niklas. „Deswegen ist mir das auch nicht so geheuer. Wir wissen beide, dass dieses Wesen aus der anderen Welt, sprich der schwarze Meister ein Gestaltenwandler ist. Er kann sich in alles verwandeln, was er will“, sagte Florian. „Das brauchst du nicht zu wiederholen. Auf jeden Fall ist es jetzt erst einmal wichtig, dass wir unser Abenteuer endlich weiterführen können und endlich diese Truhe aus dem Wrack bergen können. Ich möchte wissen, was in dieser Truhe ist.“
„Oh ja! Das möchte ich auch“, erwiderte Florian aufgeregt. „Und dann möchte ich etwas über diese geheimnisvolle und unheimliche Tafel herausfinden, die wir in diesem Graben gefunden haben und dann möchte ich diesen schwarzen Sand untersuchen. Und auf jeden Fall müssen wir nach weiteren schwarzen Kristallen Ausschau halten. Ich brauche wie gesagt dringend einen solchen Kristall. Da Seleni ihn ja letzte Nacht vor Schreck weggeschmissen hat und der schwarze Meister spitz gekriegt hat, dass wir dann danach gesucht haben, hat er ihn irgendwie verschwinden lassen oder wo anders versteckt“, sagte Niklas an. „Na ja, und du hast vor Schreck die magische Tür zu dieser Drachenwelt zugeschlagen“, erinnerte Florian. „Flo, du hast doch selbst gesehen, dass ein Drache durch den Eingang fliegen wollte und das wollte ich verhindern. Das wäre nämlich echt übel gewesen, wenn er bis hierher durchgedrungen wäre“, erklärte Niklas. „Dieser Drache sah aber nicht gefährlich aus, eher verspielt und fröhlich“, beschrieb Florian. „Das mag ja sein, er hat aber trotzdem nichts hier verloren. Er würde hier einen Aufstand erzeugen und dann würde man ihn grauenvoll fangen und dann zur Schau stellen. Und das wollen wir ja nicht“, sagte Niklas. „Der Drache war übrigens ein Mädchen“, wies Florian darauf hin. „Oh, dann hast du aber echt genau hingeschaut.“ Niklas klopfte ihm dann auf die Schulter.
In diesem Moment tauchte Seleni auf und sagte: „Flo, Niklas ihr müsst mal nach Sitka schauen. Er ist nämlich immer noch nicht aufgestanden.“ „Ja, machen wir. Wir wollen doch noch heute zurück in das Serengeti Land, um Talia und Tara zu holen“, bestätigte Florian. „Ähm, überlegt euch das mit unseren Eltern lieber noch einmal“, sagte Seleni und grinste. „Seleni, das Thema hatten wir doch heute früh schon. Tara und Talia sind vollwertige Truppenmitglieder und gehören einfach dazu. Außerdem brauchen wir sie, falls sich diese blöde Hyäne wieder an unsere Fersen heftet. Aber diesmal dürfen sie sie quer über das Schiff jagen, so dass sie freiwillig über Bord geht! Und dann können wir sie ihrem Schicksal überlassen“, sagte Niklas und sein Blick wurde gemeiner.
Anschließend gingen sie zurück in das Haus und betraten die Schlafräume, wo Sitka noch tief und fest schlief. „Oh je, der schläft ja wirklich noch tief und fest.“ „Na ja, wenn man überlegt was für eine Nacht wir hinter uns haben, ist das ja kein Wunder. Und dann noch diese Beichte von ihm. Das hat ihn wirklich fertig gemacht“, sagte Niklas. „Wecken wir ihn, sonst wird das heute wirklich nichts“, erwiderte Florian. Sie wollten Sitka nun wecken, schafften dies aber am Anfang nicht, weil er zu fest schlief. „Mann, der kann ja echt fest schlafen“, sagte dann Niklas. „Pass mal auf.“ Er beugte sich zu Sitka runter und fuhr fort. „Sitka“, sagte er mit langsamer Stimme. „Sitka, unten auf dem Tisch liegt eine große und saftige Salamipizza, nur für dich alleine. Kein anderer kriegt sie, außer dir.“ Sitka leckte sich sofort seine Schnauze und fing an zu sabbern. Danach fuhr er schläfrig seinen Kopf zu Florians Hand, die auf dem Bett abgestützt war, öffnete sein Maul und beförderte die ganze Hand dort rein. „Oh oh! Sitka fang jetzt bloß nicht an zu kauen“, bat Florian. Aber es war dann schon zu spät und er begann zu kauen.
„Sitka! Hör auf! Aua! Das tut echt weh!“ Und dann wurde er langsam wach und Florian zog schnell seine Hand aus Sitkas Maul, die rot glühte und voller Gesabber war. „Upsi“, sagte er dann und zuckte zusammen. „Oh vielen Dank Sitka! Meine Hand sieht jetzt aus wie eine geschrumpelte Rosine!“, schimpfte Florian. „Sorry Flo, tut mir leid das wollte ich ehrlich nicht, aber ich dachte ich hätte ein Stück Salamipizza in meinem Maul, weil ich im Traum eine große Salamipizza auf dem Teller hatte, die nur für mich alleine war“, entschuldigte sich Sitka. „Du hast echt scharfe Zähne im Maul!“ In diesem Moment stürmte auch Seleni nach oben. „Ich hörte hier eben gerade Schreie. Was ist passiert?“, fragte diese. Dann sah sie die Hand von Florian. „Du meine Güte! Sag nur Sitka hat …“ „Ja, Sitka hat eben gerade meine Hand durchgekaut. Aber daran war ich selber schuld, weil ich ihm eine Pizza in den Sinn gesetzt habe, um ihn eigentlich wach zu machen“, erklärte Florian. „Ähm, wie lange habe ich jetzt eigentlich geschlafen?“, fragte dann Sitka und machte sich lang. „Du hast den ganzen Vormittag verpennt und alles verpasst“, antwortete Niklas. „Verpasst? Was hab ich verpasst?“, fragte Sitka und war dann hellwach. „Du hast erst einmal das Frühstück verpasst.“ „Und was habe ich noch verpasst?“, fragte Sitka weiter. „Was meinst du, Flo? Sollen wir es ihm wirklich sagen, nachdem er uns so viel Wichtiges verschwiegen hat?“, fragte Niklas und ging auf und ab. „Na ja, ich weiß ja nicht. Meine Hand sieht aus wie eine verschrumpelte Rosine und stinkt nach Sitkas Spucke.“ „Flo! Wenn du mir es nicht sagst, was ich verpasst habe dann kaue ich so lange auf deiner Hand herum, bis sie wirklich verschrumpelt ist“, drohte Sitka und grinste im Anschluss. „Sitka! Das ist voll die Erpressung!“, schimpfte Seleni. „Aber ich brenne vor Neugierde!“, drehte Sitka durch. „Flo, bitte sei nicht so gemein zu deinem besten Freund“, bat dann Seleni. „Wir wollten es ihm ja sagen, aber da er uns so viel verschwiegen hat, wollten wir ihn auf die Folter spannen“, erklärte Niklas. „Ach, kommt schon. Stika weiß, dass das ein Fehler war, nicht wahr Sitka?“, grinste Seleni zu ihm herüber. „Ja, ich habe meine Lektion gelernt. Ich werde nie wieder so etwas Wichtiges verschweigen“, versprach Sitka und grinste wie ein Engel. „Okay Sitka, ich sage es dir. Heute früh hat sich ein neuer Kapitän gemeldet.“ „Was er sehr merkwürdig findet, weil wir uns vorher über dieses Wesen aus der anderen Welt unterhalten haben, dem schwarzen Meister“, redete Niklas rein. „Es hat sich ein neuer Kapitän gemeldet? Jaah! Dann können wir unser Abenteuer endlich weiterführen!“, strahlte dann Sitka. „Ich traue dieser Sache auch nicht. Und diesen Kapitän werden wir auch genau überprüfen“, erklärte Florian. „Hoffentlich ist das nicht wieder so ein Bohnengestell, wie dieser blöde Kapitän Vinchenzo, der doch vom Schiff getürmt ist“, hoffte Sitka. „Nach der Stimme zu beurteilen ist es diesmal eine andere Art von Kapitän, die dir gefallen dürfte. Seine Stimme war nämlich sehr tief und er sprach davon, dass er schon gegen Piraten gekämpft hat und die sieben Meere befuhr. Er scheint ein echter Seebär zu sein“, beschrieb Niklas aus seiner Erinnerung. „Worauf warten wir dann noch. Nichts wie los! Unser Schiff wartet bestimmt schon auf uns.“ „Sitka, nicht so voreilig. Du hast noch nichts gefrühstückt und wir müssen vorher noch in das Serengeti Land um Tara und Talia zu holen. Wir müssen uns auch wieder bei König Malik abmelden“, erklärte Florian. „Oh nein! Nicht schon wieder! Können wir nicht diesmal unsere Eltern bitte dort lassen, wo sie sind. Es gefällt mir nicht, wenn sie dabei sind“, regte sich dann Sitka auf. „Sitka! Wir haben es ihnen versprochen. Und unsere Versprechen halten wir auch. Außerdem benötigen wir sie, falls sich diese Sienna wieder an unsere Fersen heftet“, erklärte Niklas.
Sitka sagte dann nichts mehr, weil es doch keinen Sinn mehr hatte und er einen Streit vermeiden wollte. Anschließend frühstückte er und danach bereitete sich die Truppe vor, in das Serengeti Land aufzubrechen. „Also ich bin dafür, dass wir uns diesmal mit der Beförderungsuhr in das Serengeti Land befördern. Das ist sicherer. Nicht das wir wieder in Siennas Reich landen“, riet Florian. „Ach, komm schon. Trixi hat gesagt, dass wir zu jeder Gelegenheit unsere angelernten Zauberkräfte auf die Probe stellen sollen, sonst lernen wir es ja nie richtig“, erklärte Niklas. „Also gut. Dann zaubern wir uns halt zusammen rüber“, gab Florian nach. Und so geschah es dann auch und die Mysterietruppe zauberte sich rüber. Aber das ging leider schon wieder schief, denn sie landeten schon wieder in Siennas Reich. „Oh nein! Das ist das Reich von Sienna“, kam es dann von Seleni. „Ich wusste, dass das wieder passiert“, sagte Florian. „Sorry, tut mir leid. Diesen Zauber müssen wir unbedingt noch üben. Wenn wir den nicht beherrschen, könnten wir irgendwann richtige Probleme kriegen“, sagte Niklas. In Niklas Tasche begann dann etwas zu leuchten. Er griff rein und zuckte den roten Kristallschlüssel. „Oh, den muss ich wohl heute Nacht vergessen haben“, sagte Niklas. „Oh, er leuchtet schon wieder. Dann muss sich hier irgendwo wieder eine magische Tür befinden“, sagte Seleni aufgeregt. „Können wir mal gucken, was sich hier für eine magische Welt befindet?“, fragte Sitka. „Dazu haben wir jetzt eigentlich keine Zeit.“ „Ach komm schon. Letzte Nacht hast du auch eine Tür aufgeschlossen. Bist du nicht neugierig?“, fragte dann Sitka. „Na ja, neugierig bin ich schon. Na schön, aber wirklich nur diese eine Tür. Danach machen wir sie wieder zu, holen Talia und Tara, melden uns bei König Malik ab und führen unser Abenteuer weiter“, sagte Niklas konsequent. Sie folgten dann dem magischen Schlüssel und der führte sie noch viel weiter in Siennas Reich rein. Aber es war weder Sienna zu sehen, noch ihre Bande.
Irgendwann konnte Niklas den Schlüssel in die Luft stecken und die magische Tür aufschließen. Es erschien dann eine rot-gelbe Tür mit einem pinken und violetten Rahmen. „Oh, das scheint wohl die Welt der Mädchen zu sein“, dachte Sitka. „Ich finde die Tür sieht echt hübsch aus.“ „Du bist ja auch ein Mädchen“, konterte Sitka. „Mädchen sind genauso gut, wie Jungs“, sagte Seleni. „Nur wir sind dann der Boss vom Rudel und ihr seid meine Bediensteten und müsst die ganze Versorgungsarbeit leisten“, grinste Sitka. „Oh Sitka! Ich könnte dich …!“ Seleni zügelte dann wieder ihre jetzt aufgekommene Wut. „Wir besitzen aber die schärferen Zähne und haben eine wesentlich bessere Kondition, als ihr“, konterte Seleni dann.
Die Tür schwang auf und zum Vorschein kam eine Welt mit leichten Hügeln, Blumen und Gras. Am Horizont befanden sich vereinzelt spitze Berge und merkwürdige Bäume mit runden Kronen standen in der Landschaft. Links von der Tür stand ein riesiger Fliegenpilz, hinter dem dann ein kleines rundes Wesen mit einer Zipfelmütze und spitzen Ohren hervorkroch. „Sag nur, das ist ein dicker Zwerg?“, fragte Sitka und schaute in die Welt, dem Wesen genau in das Gesicht. „Hey! Ich … ich bin kein Zwerg! Ich bin ein Wichtel du Fusselbirne!“, fluchte das Wesen. „Fusselbirne!“ „Ja! Wie soll man das Ding auf deinem Hals denn sonst nennen“, konterte das Wesen.
„Was ist das? So etwas sieht man hier auch nicht alle Tage. Ein Eingang mitten auf unserer schönen Wiese?“, fragte dann ein anderer Wichtel mit fransiger Ponyfrisur der dann aufkreuzte. „Dieses merkwürdige Ding da hat mich beleidigt, Friedolin!“ „Mach mal halblang, du Zwerg!“, fluchte Sitka. „Siehst du. Er tut es schon wieder, Friedolin.“ „Der Typ ist genauso hässlich, wie die Umgebung in der er lebt. Da ist es ja hier bei uns tausendmal schöner, als in diesem Felsenloch da draußen“, sagte dann Friedolin und schaute direkt in Sitkas Gesicht. „Kein Wunder ist der so hässlich. Er muss sich diesem Felsenloch da draußen anpassen“, lästerte der andere Wichtel weiter und lachte sich auf dem großen Fliegenpilz kaputt. „OH! Jetzt reicht’s! Ich mach euch fertig!!!“, knurrte Sitka und wollte gerade durch die Tür springen. „Haltet ihn zurück! Er darf auf keinen Fall in diese Welt springen!“, mischte sich Florian ein. „Oh nein! Das … das ist ein Riese und da ist ja noch einer!“, zitterten die Wichtel und umarmten sich. „Ja, und diese Riesen werden gleich unangenehm, wenn ihr nicht aufhört, unseren Freund hier zu beleidigen!“, drohte Niklas. „Oh bitte tut uns nichts“, flehten sie umarmt und zitterten. „Hört auf meinen Freund zu beleidigen, oder wir kommen zu euch rein!“, drohte dann Florian. „Also gut, also gut. Es tut uns leid. Bitte verschont uns.“ Niklas schlug dann einfach die Tür zu und diese verschwand im Sternenregen.
„Sie ist wieder weg!“, starrte der Wichtel nun an die Stelle wo zuvor noch die offene Tür war. Dort konnte man jetzt wieder normal über die große Wiese schauen. „Wichtel sei Dank. Dann haben wir endlich wieder unsere alltägliche Ruhe vor diesen doofen Riesen und diesen haarigen Wesen“, sagte Friedolin und legte sich gemütlich in die Wiese. Sein Kumpel legte sich dann daneben.
„Oh, ich hätte diese Zwerge am liebsten quer über ihre dämliche Wiese gejagt!“, fauchte Sitka. „Sitka, das waren zwei Wichtel. In dieser Welt leben wahrscheinlich nur solche Wichtel“, vermutete Florian. „Was! Eine ganze Welt voll mit diesen nervigen, frechen und beleidigenden Wichteln! Das ist ja grauenhaft! Da würde ich schon nach fünf Minuten ausrasten“, sagte Sitka. „Sitka, das ganze hätten wir uns auch ersparen können. Es war nicht unbedingt notwendig, diese magische Tür aufzuschließen. Aber du wolltest ja unbedingt wissen, was hier für eine magische Tür versteckt ist“, erklärte Niklas. „Du doch auch, nicht wahr?“, fragte Sitka gezielt. „Na schön, du hast mich kalt erwischt.“ Sie verließen dann so schnell wie möglich wieder Siennas düsteres Reich und befanden sich wieder im sicheren Serengeti Land.
Dort befanden sich Talia und Tara wieder am üblichen Platz. Sie lagen beide auf einem Felsen und sonnten sich. Talia schaute sich dabei ein