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Krimi Bergisches Land

 

 

 



 

 

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Oliver Buslau begann Ende der 90er-Jahre seine Autorenkarriere als Erfinder des Wuppertaler Privatdetektivs Remigius Rott, der seitdem in sieben Krimis seine Fälle löst – zuletzt in „Altenberger Requiem“ (2011). Darüber hinaus schrieb Oliver Buslau den Thriller „Die fünfte Passion“ um ein verschlüsseltes Geheimnis in einer Partitur von Johann Sebastian Bach. Eine Reihe weiterer Kriminalromane und der Fantasyroman „Der Vampir von Melaten“ spielen im Rheinland, sein historischer Preußen-Krimi „Schatten über Sanssouci“ im Potsdam und Berlin des 18 Jahrhunderts. Mit dem Rheintal-Krimi „Rheinsteigmord“ (2013) kehrte der Autor wieder in die Gegenwart und in seine Heimat zurück. Oliver Buslau wurde 1962 geboren, wuchs in Koblenz auf, und arbeitete während und nach dem Studium der Musikwissenschaft und Germanistik in Köln und Wien als Musikjournalist und PR-Texter – unter anderem bei der Schallplattenfirma EMI. Sein Interesse für die handwerklichen Seiten des Schreibens brachte ihn auf die Idee, die Zeitschrift „TextArt – Magazin für Kreatives Schreiben“ zu gründen, die seit dem Jahr 2000 erscheint und die er als Chefredakteur und Mitherausgeber leitet. Oliver Buslau ist als Bratschist und Pianist Mitglied der 2011 gegründeten Krimiautorenband „Hand‘s Up! & The Shooting Stars“.

www.oliverbuslau.de

www.remigiusrott.de

 

 

 

 

 

Oliver Buslau – Bei Interview Mord, Rott ermittelt

Reihe: Krimi Bergisches Land

ebook-978-3-943886-61-0

© Bergischer Verlag © by Oliver Buslau 4/2014


Bergischer Verlag

RS Gesellschaft für Informationstechnik mbH & Co. KG

Verleger Arndt Halbach, Martin Czialla

Konrad-Adenauer-Str. 6 / 42853 Remscheid

E-Mail: info@BergischerVerlag.de / www.BergischerVerlag.de


Umschlagfotos Fotolia: U1-Dudarev Mikhail / U2-FotoLyriX

Gesamtherstellung: Bergischer Verlag, Ernst-Wilhelm Bruchhaus

E-Book Herstellung: ncc-medien


Lizenzbedingungen

Dieses E-Book ist für Sie persönlich lizenziert. Sie dürfen dieses E-Book nicht verkaufen oder an Dritte weitergeben. Wenn Sie dieses E-Book mit anderen Personen teilen möchten, erwerben Sie bitte eine zusätzliche Kopie/Lizenz für jeden Leser. Falls Sie dieses E-Book lesen sollten und es nicht erworben haben oder es nicht für Sie erworben worden ist, dann kaufen Sie es bitte bei www.bergischerverlag.de. Danke, dass Sie die mühsame Arbeit des Autors bzw. des Verlegers respektieren..

Dieses Buch ist Radio Berg und den folgenden Personen

gewidmet:

Monika Arend und Frank Schneider

Norbert Michels

Marko Frankowsky

Andreas Lindner

Asja Andrea Tesch

Ulrich Menninger mit Familie



»Bei Interview Mord« erschien zuerst im Jahre 2005 im Emons Verlag.

Das Buch ist ein Roman. Die Handlung und manche Schauplätze sind ebenso frei erfunden wie einige der handelnden Personen. Etliche Personen existieren jedoch tatsächlich. Mehr darüber im Nachwort..



Oliver Buslau

 

Bei Interview Mord

Rott ermittelt

 

Kriminalroman

 

 

 

 

 

 

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Prolog

 

Der Mann bremste zuerst. Er hielt auf der linken Seite der Straße an einer Abzweigung. Nur Sekunden später kam die Frau aus dem Wald, brachte ihr Fahrrad ebenfalls zum Stehen und sah sich um.

Die einsame Kreisstraße, die sie von Wipperfürth aus hier heraufgeführt hatte, blieb auf der Höhe und säumte den Waldrand. Ein kurzer Blick, ein Nicken, dann war die Entscheidung gefallen. Sie würden den romantischeren Weg ins Tal einschlagen, der in großem Bogen durch Weiden, vorbei an einem abseits gelegenen Bauernhof verlief.

Fast gleichzeitig rollten sie los, vorbei an einem dreieckigen Schild mit einer geschwungenen schwarzen Linie: »Besonders gefährliche Kurven auf 2 Kilometer«.

Es war einer der letzten Septembertage. So sommerlich warm, dass man hätte meinen können, es sei noch August. Es war vielleicht die letzte Gelegenheit in diesem Jahr, mit dem Rad neue Wege zu entdecken, versteckte Winkel zu erkunden.

Mit großem Schwung erreichten sie die Talsohle. Die Steigung, die folgte, war erträglich; die beiden hatten im Sommer genug Gelegenheit zum Training gehabt.

Bald umfing sie der Wald. Die Straße verlief in breiten Kurven. Sie umrundeten einen kleinen Bergvorsprung, um den sich die Straße scharf gebogen herumlegte. Danach ging es stur gerade aus. Und immer hinauf, hinauf, hinauf.

Die Frau rief dem Mann, der einen leichten Vorsprung gewonnen hatte, etwas zu.

Er hielt an. Die Frau hatte bereits gestoppt, und der Mann kam die paar Meter zurückgefahren.

Hier führte ein breiter Wirtschaftsweg in den Wald und verlor sich irgendwo oberhalb der Straße. Die Frau deutete in das Unterholz.

Pilze! Vielleicht gab es Steinpilze dort oben! Man konnte ja mal nachsehen ...

Sie schoben die Räder in den unbefestigten Weg, ließen sie auf dem weichen Waldboden liegen und liefen den Berg hinauf. Der Wirtschaftsweg war schon nach wenigen Metern zu Ende; danach gab es nur noch einen schmalen Pfad, der steil bergauf führte. Die enge Kurve der Straße musste ein Stück unterhalb liegen, verborgen durch das dichte Laub.

Die Frau bückte sich, und drückte das Unterholz zur Seite. Sie schüttelte den Kopf und ging weiter. Der Mann begann ebenfalls zu suchen, wurde nicht fündig und versuchte es woanders. Nach und nach trennten sie sich, und sie waren bereits an ganz verschiedenen Stellen des Waldes damit beschäftigt, Pilze zu suchen, als ein fernes Geräusch zu hören war.

Ein Auto? Nein, das Knattern war heller, aggressiver. Es kam näher. Ein Motorrad.

Die Frau wollte die Suche gerade aufgeben. Sie sah sich um. Wo war ihr Mann geblieben?

Irgendwo weiter hinten, mehr zu der Felsnase hin, schien sich etwas zu bewegen. Sie rief etwas, und da erhob er sich auch schon aus dem Unterholz. Er zuckte die Schultern. Es hatte keinen Zweck.

Das Knattern des Motorrads wurde lauter. Das Fahrzeug befand sich offensichtlich auf der langen Gerade, die von oben auf die Haarnadelkurve zuführte. Für einen winzigen Moment setzte das Motorengeräusch aus, um sich dann noch einmal zu steigern.

Das Knattern schallte brutal durch den Wald. Wie eine Kreissäge. Und da krachte es. Dazu ein Schleifen, Splittern und Ächzen. Ein Knall. Und weiter das brüllende Sägen. Ein Geräusch wie von einer wild gewordenen Monsterhornisse.

Und plötzlich: Stille!

Der Mann und die Frau rannten durch das Unterholz hin zu dem Abhang. Zweige schlugen ihnen ins Gesicht. Es schien ewig zu dauern, bis sie endlich an der steilen Kante angekommen waren, von der man die Stelle überblicken konnte.

Die Frau erreichte die Kante als Erste. Sie suchte die Straße ab, aber dort war nichts zu sehen. Zwischen dem Wald und der Straße erstreckte sich eine kleine Grasfläche. Dort lag das Motorrad. Ein Stück weiter hinten, wo die Bäume begannen, zeichneten sich zwei merkwürdig verdrehte Schatten ab. Etwas lenkte den Blick der Frau wieder zur Straße. Eine Bewegung.

Der Mann brach durch die Zweige, überblickte die Szenerie und rutschte den Abhang hinunter.

»Das Handy!«, rief er. »Hol das Handy!«

Die Frau fand aus ihrer Erstarrung. Ja sicher, das Handy. Es war in der Fahrradtasche.

Sie machte kehrt und rannte in den Wald. Hinunter zu dem Wirtschaftsweg. Als sie dort ankam, fiel ihr ein, dass sie gar nicht genau wusste, wo sie waren. Sie würde den ganzen Weg von Wipperfürth erklären müssen.

Mit zitternden Fingern wählte sie den Notruf.