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Christine Monsberger

Naturkosmetik ganz leicht selber machen

Sanfte Pflege zum Wohlfühlen

Löwenzahn

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© 2012 by Löwenzahn in der Studienverlag Ges.m.b.H., Erlerstraße 10, A-6020 Innsbruck // E-Mail: loewenzahn@studienverlag.at, Internet: www.loewenzahn.at // Bibliografische Information Der Deutschen Bibliothek: Die Deutsche Bibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über <http://dnb.ddb.de> abrufbar. // ISBN 978-3-7066-2786-3 // Buchgestaltung nach Entwürfen von hoeretzeder grafische gestaltung, Scheffau/ Tirol // Satz: Löwenzahn/Karin Berner // Umschlag: Löwenzahn/Karin Berner nach Entwür fen von Stefan Rasberger // Fotos: alle Sabine Monsberger, außer Cover oben Georg Gutschi, S. 40 moritz rothacker/pixelio.de, S. 79 Shajenn/pixelio.de, S. 83 johnnyb/pixelio.de, S. 114 knipseline/pixelio.de, S. 117 Matthias Balzer/pixelio.de, S. 119 Alberto Salguero/Wikimedia Commons, S. 121, 126 H.Zell/Wikimedia Commons, S. 123 Luise/pixelio.de, S. 124 Bettina Stolze/pixelio.de, S. 128 Bildergott/pixelio.de, S. 130 Maciek Godlewski/Wikimedia Commons, S. 136 Franz Haindl/pixelio.de, S. 159 Maria Lanznaster/pixelio.de, S. 162 sigrid rossmann/pixelio.de, S. 165 Joujou/pixelio.de, S. 167 Karl-Heinz Liebisch/pixelio.de, S. 168 AxelBoldt/Wikimedia Commons, S. 170 Helene13/pixelio.de, S. 172 gänseblümchen/pixelio.de, S. 173 Dieter Schütz/pixelio.de, S. 174 Rosel Eckstein/pixelio.de, S. 177 Petr Fillipov/Wikimedia Commons, S. 179 Meneerke bloem/Wikimedia Commons, S. 182 Katharina Wieland Müller/pixelio.de // Alle Rechte vorbehalten. Kein Teil des Werkes dar f in irgendeiner Form (Druck, Fotokopie, Mikrofilm oder in einem anderen Ver fahren) ohne schriftliche Genehmigung des Verlages reproduziert oder unter Verwendung elektronischer Systeme verarbeitet, vervielfältigt oder verbreitet werden. // Hinweis: Dieses Buch wurde sorgfältig erarbeitet und gibt Ratschläge zur Herstellung selbst gemachter Kosmetik mit Kräutern. Dennoch er folgen die Angaben ohne Gewähr. Wenn Sie sich bei der Herstellung mit den Kräutern nicht sicher sind oder unklare Begleitumstände auftreten, sollte umgehend ärztlicher Rat eingeholt werden. Für eventuelle Nachteile, die aus den praktischen Hinweisen des Buches resultieren, können weder die Autorin noch der Verlag eine Haftung übernehmen. Jeder Leser muss in Eigenverantwortung entscheiden, ob er die beschriebenen Kräuterrezepte und Volksweisheiten anwenden möchte.

Abhängig vom eingesetzten Lesegerät kann es zu unterschiedlichen Darstellungen des vom Verlag freigegebenen Textes kommen.

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Grundlagen

Ernährung und Lebensstil

Wie Pflanzen auf die Haut wirken

Die Haut

Die Gesichtspflege

Die Körperpflege

Das Haar

Hände und Nägel

Fußpflege

Der Mond – und wie Sie ihn nützen

Die Kosmetikrohstoffe

Kräuter – Sammeln und Trocknen

Pflanzenöle, Alkohol und Co.

Das richtige Arbeitsmaterial

Kosmetikherstellung und Lagerung

Die Kräuter und Anwendungen von A bis Z

Aloe vera (Aloe officinalis)

Apfelbaum (Pyrus malus)

Arnika (Arnika montana)

Augentrost (Euphrasia officinalis)

Avocado (Persea americana)

Beinwell (Symphytum officinale)

Birke (Betula pendula)

Borretsch (Borago officinalis)

Brennnessel (Urtica)

Efeu (Hedera helix)

Ehrenpreis (Veronica officinalis)

Eibisch (Althaea officinalis)

Frauenmantel (Alchemilla vulgaris)

Gänseblümchen (Bellis perennis)

Gänsefingerkraut (Potentilla anserina)

Goldrute (Solidago virgaurea)

Gurke (Cucumis sativus)

Hauswurz (Sempervivum)

Heublumen (Graminis flos)

Himbeere (Rubus idaeus)

Holunder (Sambucus nigra)

Hopfen (Humulus lupulus)

Johanniskraut (Hypericum perforatum)

Kamille (Matricaria chamomilla)

Käsepappel (Malva sylvestris)

Klette (Articum lappa)

Knoblauch (Allium sativum)

Königskerze (Verbascum densiflorum)

Kornblume (Centaurea cyanus)

Labkraut (Galium verum)

Lavendel (Lavendula officinalis)

Lilie (Lilium candidum)

Löwenzahn (Taraxacum officinale)

Mandelbaum (Prunus dulcis)

Meerrettich (Armoracia rusticana)

Nachtkerze (Oenothera biennis)

Petersilie (Petroselinum crispum)

Pfefferminze (Mentha piperita)

Quendel (Thymus serpyllum)

Ringelblume (Calendula officinalis)

Rose (Rosa)

Rosmarin (Rosmarinus officinalis)

Rosskastanie (Aesculus hippocastanum)

Rotklee (Trifolium pratense)

Salbei (Salvia officinalis)

Schafgarbe (Achillela millefolium)

Spitzwegerich (Plantago lanceolata)

Stevia (Stevia rebaudiana)

Stiefmütterchen (Viola tricolor)

Taubnessel (Lamium purpureum)

Tee (Camellia sinensis)

Thymian (Thymus vulgaris)

Veilchen (Viola)

Vogelmiere (Stellaria media)

Zinnkraut (Equisetum arvense)

Zirbe (Pinus cembra)

Zitrone (Citrus limon)

Spezialrezepte zum Haaretönen

Wellness-Blitzrezepte

Weblinks

Die Autorin

Weiterführende Literatur

Abkürzungen

Einleitung

Seit jeher waren die Menschen bestrebt, ihren Körper zu verschönern und zu pflegen. Die Haut wurde mit Kräutern, Essenzen und Ölen verwöhnt. Zuvor hat man sich mit selbst gemachter Seife gereinigt. Jugendliches Aussehen und die Jungerhaltung unseres Körpers stehen heute im Vordergrund. Das Interesse der Menschen scheint diesbezüglich geradezu unendlich, das Thema Schönheit findet immer und überall willige Zuhörer. Die Medien überhäufen uns mit schönen, makellosen und jungen Menschen, die sich viele von uns zum Vorbild nehmen. Es werden keine Kosten und Mühen gescheut, um diesem Schönheitsideal möglichst nahezukommen. Aber was heute wirklich zählt, ist ein gesunder Geist und ein gesunder Körper. Um dies zu erreichen, ist das Beste aus der Natur gerade gut genug.

Vor nicht allzu langer Zeit vertraute man aber eher der chemischen Industrie. Als deren Siegeszug begann, nahm leider auch die Zahl der Hautallergien zu. Ich selbst habe diese Erfahrung am eigenen Leib gemacht.

Mein Weg zur Bio-Kosmetik

Ich hatte in meiner Lehrzeit als Friseurin große Hautprobleme. Meine Hände juckten, waren rot, schmerzten und es bildeten sich kleine Bläschen, die schließlich aufplatzten, gleichzeitig war die Haut trocken und schuppig. Der Hautarzt verschrieb mir Cremes und Salben mit Cortison, die mir sofort Linderung verschafften. Einige Zeit lang verbesserte sich der Zustand meiner Haut, aber bald darauf fing alles wieder von Neuem an. Es wurde sogar schlimmer. Auch auf meiner Kopfhaut bildeten sich nun die Bläschen.

Da wir einen Bergbauernhof auf über 1000 m Seehöhe bewohnen und es damals nicht immer einfach war, schnell zu einem Facharzt zu gelangen, studierte ich ein altes Kräuterbuch, das ich von meiner Oma bekommen hatte. Ich versuchte, mir mit einfachen Kräuterrezepten zu helfen. Ein Kräutlein nach dem anderen habe ich ausprobiert, in der Hoffnung, das richtige als Ersatz für das Cortison zu finden. Als es einmal wieder besonders schlimm war und ich erst 14 Tage später einen Termin beim Facharzt bekam, rührte ich mir eine Creme mit einigen Kräutern an, um die Zeit einigermaßen schmerzlos zu überbrücken. Damals waren meine vier Kinder auch noch klein und ich musste fit sein. Tatsächlich half diese Creme schon nach kurzer Zeit. Als ich zum Arzt kam, war alles verschwunden. Dieser fragte mich, wie ich das geschafft hätte. Ich erzählte ihm von meiner neuesten „Erfindung“, worauf er mir den Rat gab, die Creme doch zertifizieren zu lassen, um eine wissenschaftliche Bestätigung zu haben. Und dann könnte ich sie sogar verkaufen, meinte er.

Das gab mir den Ansporn, mich mehr mit der Herstellung eigener Hautpflege zu befassen. Ich kaufte mir jedes Buch, das mir zu diesem Thema in die Hände fiel, probierte die verschiedensten Rezepte aus und war fasziniert davon. Was mich besonders erstaunte: Mit den einfachsten Rezepten stellte sich schnell ein Erfolg ein. Wichtig war mir auch, dass in den Produkten, die ich herstellte, stets Kräuter enthalten sind. Denn ihre heilenden und pflegenden Eigenschaften sind ein Garant für die Wirksamkeit der Produkte.

An Wildkräutern mangelte es uns auf unserem Bauernhof nie. Es gibt dort eine wunderbare Artenvielfalt, da die Wiesen immer spät gemäht werden, damit die Pflanzen Samen bilden können und somit das Überleben der Art gesichert ist. Ich bin überzeugt, dass eine Pflanze, die auf einem natürlichen Standort heranwächst, eine Kraft in sich trägt, die eine Kulturpflanze nie entwickeln kann.

Nach einigen Jahren waren meine Rezepte so ausgereift, dass ich sie tatsächlich zertifizieren ließ. Somit hatte ich ein Patent auf meine Bio-Produkte. Auch heute rühre ich meine Cremes noch mit der Hand und sammle die Kräuter zum richtigen Zeitpunkt, den die Tages- und Jahreszeiten sowie die Mondphasen vorgeben – weil ich diese Arbeit liebe und sie mich fasziniert. Gerne warten auch die Kunden einige Zeit auf ihre Bestellung, da es nicht immer möglich ist, schnell zu liefern. Für mich steht die Freude an der Arbeit immer im Vordergrund, und nicht der wirtschaftliche Aspekt.

Warum Naturkosmetik?

Wir sind heute extremen Umwelteinflüssen ausgesetzt, sodass Wasser und Seife für die Pflege unserer Haut nicht mehr reichen. Denn der Staub, die Sonne, giftige Abgase usw. setzen unserer Haut zu. Wir müssen daher ihre Widerstandsfähigkeit stärken. Doch warum sollte man dazu natürliche Produkte verwenden?

Bei der Herstellung selbst gemachter Hautpflege hat man die Gewissheit, ein besonders wertvolles und gesundes Produkt zu verwenden. Denn unsere Natur bietet alles, was wir für die Herstellung eigener Kosmetik für die ganze Familie brauchen, ganz ohne Chemie, künstliche Duftstoffe oder Mineralöle. Denn die Kosmetikindustrie greift gerne in den Giftschrank und schreckt vor Tierquälerei oder Vorspiegelung falscher Tatsachen in der Werbung nicht zurück, was moralisch sehr bedenklich ist. Wer auf seine Gesundheit achtet und bewusst lebt, sollte auch bei seiner Hautpflege sehr wählerisch sein und sich nur mit der bestmöglichen Kosmetik verwöhnen.

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Beim Herstellen von Kräuteressig.

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Der Blick von unserem Bergbauernhof.

Doch worin genau besteht der Unterschied zwischen herkömmlichen, industriell hergestellten Produkten und biologischer Naturkosmetik? Bio-Kosmetikprodukte werden auf der Grundbasis von Öl, Wasser, Bienenwachs und natürlichen Düften bzw. ätherischen Ölen hergestellt. Die Haut braucht das Öl, um ihre Elastizität zu erhalten und um Austrocknung zu vermeiden. Denn die in der industriellen Produktion verwendeten Mineralöle können aufgrund ihrer großen Moleküle von der Haut gar nicht aufgenommen werden, die Haut nimmt nur das im Produkt enthaltene Wasser und die Wirkstoffe auf. Das kann zu Irritationen und Unverträglichkeiten sowie zu trockener Haut führen. Die natürlichen Öle hingegen unterstützen die Hautfunktionen. Industrielle Kosmetik enthält außerdem relativ viel Glyzerin. Glyzerin ist ein Alkohol, der aus Mineralöl oder aus natürlichen Fetten und Ölen hergestellt werden kann. In kleinen Mengen ist es zwar hautpflegend, in zu großen Mengen wirkt es aber austrocknend.

In Industrieprodukten können außerdem auch gentechnisch veränderte Stoffe, Aromen, künstlich hergestellte Duftstoffe sowie verschiedenste Stoffe tierischer Herkunft verarbeitet sein. Weiters werden Silikone, Paraffine oder ethoxylierte Rohstoffe (PEGs) verwendet. Das klingt nicht sehr vertrauenerweckend, wenn man um diese Inhaltsstoffe so einigermaßen Bescheid weiß, sie sind zwar alle offiziell zugelassen, aber sehr umstritten wegen ihrer möglichen negativen Auswirkungen auf Umwelt und Gesundheit. Als Laie ist es schwer festzustellen, wie gut oder natürlich ein Produkt ist. Wenn Sie mehr dazu wissen wollen, kann ich Ihnen das Sonderheft „Die Kosmetik-Liste“ der Zeitschrift „Öko-Test“ ans Herz legen, darin sind über 8000 Inhaltsstoffe bewertet und erklärt (siehe S. 187).

Bio-Kosmetik selber machen

Von den derzeit am Markt erhältlichen Produkten sind daher die bio-zertifizierten die beste Wahl. Das Allerbeste ist natürlich, wenn Sie Ihre Kosmetikprodukte selbst herstellen, wobei Ihnen dieses Buch eine Hilfe sein soll.

Es könnte in Zukunft noch interessanter werden, Kosmetik selbst herzustellen, da es durch die neue EU-Heilkräuterverordnung in Zukunft für die Hersteller von Bio-Kosmetik immer teurer werden wird, ihre Produkte zu zertifizieren.

Bis jetzt kostet die Zertifizierung eines Produktes 2.800 €, durch diese Verordnung wird es nach meinen neuesten Informationen zusätzlich nochmals 50.000–150.000 € kosten, was es kleinen Herstellern unmöglich machen wird, zu produzieren. Große Hersteller haben es in dieser Hinsicht natürlich viel leichter, sie können sich das leisten.

Kleine und mittlere Hersteller hingegen dürften damit wohl ausgeschaltet werden, wie es heute auch schon in der Lebensmittelindustrie in vielen Bereichen der Fall ist.

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Einige meiner Produkte.

Umso besser, dass sich natürliche Pflegeprodukte ganz einfach selbst herstellen lassen, und das weder kostspielig noch zeitraubend ist. Es macht Spaß, sich seine Cremchen und Wässerchen selber zuzubereiten. Auch die ganze Familie kann man miteinbinden. So kann man z. B. bei einem Spaziergang mit der Familie schon die Kräuter für ein Produkt sammeln. Wenn Kinder mithelfen, wird wertvolles Wissen außerdem auch an die nächste Generation weitergegeben.

Die Rezepte in diesem Buch

Dieses Buch ist das Resultat all meiner Erfahrungen, die ich in den vergangenen 25 Jahren mit Kräutern und der Herstellung von Körperpflegeprodukten gemacht habe. In diesem Buch wird auf die Einfachheit der Rezepte besonders großer Wert gelegt. Je natürlicher, umso besser. Daher werden Konservierungsmittel, Mineralöle, chemische Duftstoffe oder chemisch veränderte Emulgatoren weggelassen. Ebenso habe ich in diesem Buch bewusst schwer zu beschaffende Zutaten weggelassen, um die Herstellung von eigenen Kosmetikprodukten so einfach wie möglich zu machen. Wenige Zutaten minimieren außerdem das Risiko, dass ein Allergieauslöser enthalten ist. Denn weniger ist oft mehr. Wenn Sie das Fieber der eigenen Herstellung von Kosmetikprodukten einmal gepackt hat, wird es Sie nie wieder loslassen. Auch Sie werden immer öfter nach Alternativen für Industrieprodukte suchen und so manche tollen Produkte herstellen, die sich auch als kleines, wertvolles Geschenk bestens eignen.

Ich wünsche Ihnen gutes Gelingen und viel Freude mit Ihrer eigenen Kosmetik!

Ihre

Christine Monsberger

Grundlagen

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Brennnesseltee versorgt Sie mit reichlich Kieselsäure für schöne Haare und Fingernägel.

Ernährung und Lebensstil

Wie Sie wahre Schönheit von innen her fördern

Schöne, glatte, gesunde Haut und ein frisches Aussehen wünscht sich jeder. Dazu kann man einiges selbst beitragen. Außer einem gesunden Lebensstil, Sport und regelmäßiger Hautpflege ist auch die innere Einstellung wichtig. Da uns heute ewige Jugendlichkeit in der Werbung versprochen wird und nur junge, makellose Menschen auf unseren Bildschirmen und Magazinen zu sehen sind, versuchen immer mehr Menschen, diesem Idealbild nachzueifern. Sei es mit den teuersten Produkten, Schönheits- OPs oder Markenkleidung. Versuchen Sie sich von diesen Zwängen zu befreien. Für mich ist es ein gutes Gefühl, von diesen Zwängen nicht betroffen zu sein und mehr Zeit für die schönen Dinge im Leben zu haben.

Leben Sie sich schön – 10 hilfreiche Tipps

1.   Ernähren Sie sich gesund.

2.   Trinken Sie genug, 2 Liter Wasser am Tag sind das Minimum.

3.   Schlafen Sie ausreichend. Denn nicht umsonst spricht man vom „Schönheitsschlaf“.

4.   Machen Sie viel Bewegung an der frischen Luft.

5.   Schützen Sie Ihre Haut vor zu viel Sonne.

6.   Vermeiden Sie Stress. Falls das nicht möglich ist, versuchen Sie ihn z. B. durch sportliche Betätigung oder Entspannungstechniken abzubauen.

7.   Rauchen Sie nicht.

8.   Trinken Sie nur wenig Alkohol.

9.   Lassen Sie sich von Schönheitsidealen nicht unter Druck setzen.

10. Und natürlich: Lassen Sie nur beste Bio-Kosmetik an Ihre Haut.

Die Ernährung

Wir pflegen die Haut von außen, doch der Aufbau der Haut wird von innen gesteuert und ist stark von unserer Ernährung abhängig. Nicht umsonst machen sich Ernährungsfehler zuerst an der Haut, an den Haaren und an den Nägeln bemerkbar. Um die optimale Versorgung der Haut von innen zu gewährleisten, sollte man über die wichtigsten Nährstoffe und die Lebensmittel, in denen sie enthalten sind, Bescheid wissen:

Kohlenhydrate

sind Energiespender. Sie tragen zur Bildung von Lipiden (Fetten) bei und sind Hauptbestandteil von Getreiden, Früchten und Obst.

Eiweiß

benötigt der Körper, um z. B. Haare, Haut und Nägel aufzubauen. Wichtige Stoffwechselfunktionen werden mit Hilfe von Proteinen gesteuert. Eiweiß brauchen wir ständig für die Zellerneuerung. Es ist in größeren Mengen v. a. in Hülsenfrüchten, Sojaprodukten, Ei, Fleisch, Fisch oder Getreide enthalten.

Fett

ist Träger der fettlöslichen Vitamine und Baustoff der Zellwände sowie ein Energiespeicher. Lebensnotwendig für uns sind die ungesättigten und mehrfach ungesättigten Fettsäuren, die in guten, kalt gepressten Ölen vorkommen. Sie sind für eine gesunde, glatte Haut entscheidend. Diese Omega-3- und Omega-6-Fettsäuren haben einen positiven Einfluss auf den Zellschutz und die Immunabwehr. In Untersuchungen konnte bewiesen werden, dass man durch Omega-3-Fettsäuren ein Abklingen von Neurodermitis erzielen kann.

Gamma-Linolensäure ist eine Omega-6- Fettsäure, sie sorgt für eine gesunde und straffe Haut. Sie kommt z. B. in Pflanzenölen (Borretsch-, Sonnenblumen-, Distelund Leinöl) und in der Avocado vor.

Aber Vorsicht: Omega-6-Fettsäuren hemmen die Wirkung von Omega-3-Fettsäuren. Also bei Neurodermitis keine Öle verwenden, die reich an Omega-6-Fettsäuren sind, wie z. B. das Distelöl. Olivenöl dagegen verhält sich neutral und ist zu empfehlen.

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Frische Ribiseln schmecken herrlich und enthalten viel Vitamin C für ein straffes Bindegewebe.

Vitamine

Vitamin A ist für den Hautaufbau und die Hautfunktionen mitverantwortlich. Es sorgt für ein gesundes Zahnfleisch und schützt vor Haarausfall. Wichtige Lieferanten sind z. B. Petersilie, Spinat, Feldsalat, Aal, Hühnerleber, Butter und Karotten.

Vitamin B2 (Riboflavin) kommt z. B. in Milch und Milchprodukten, Germ, Geflügel, Vollkornprodukten und Maisgrieß vor. Ein Mangel daran kann Ursache für rissige Lippen und Mundwinkel sowie brüchige Nägel sein.

Vitamin B6 spielt eine wesentliche Rolle bei der Bildung von Antikörpern. Ergiebige Quellen sind z. B. Hafer, Truthahn, Walnüsse, Avocado, Kalbsleber, Rindsleber, Lachs und Bananen.

Vitamin B12 ist wichtig für die Zellteilung und Blutbildung. Es ist z. B. in Fleisch, Fisch, Milchprodukten, Eigelb, Lamm, Leber, Lachs, Thunfisch, Käse und roten Rüben enthalten.

Vitamin C ist wichtig für Zellatmung, es strafft das Bindegewebe und stärkt die Immunabwehr. Es kommt z. B. in frischem Obst und Gemüse wie Paprika, Kohl, Brokkoli, Hagebutte, Acerola und Kartoffeln vor.

Vitamin D wird durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet und ist beteiligt am Aufbau der Knochen und Zähne. Reich an Vitamin sind z. B. Milch, Lachs, Forelle, Pilze und Lebertran.

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Machen Sie es wie unser Gockel und spazieren Sie öfters an der frischen Luft.

Vitamin E ist ein sogenanntes Antioxidans – d. h. es schützt vor freien Radikalen, hält das Bindegewebe elastisch und fördert die Durchblutung der Haut. Es kommt in hochwertigen pflanzlichen Ölen, vor allem in Weizenkeimöl, Fisch, Getreide, Nüssen, Eigelb, Reis und Rotkraut vor.

Biotin (Vitamin B7 oder H) wird oft als Hautfaktor bezeichnet, weil es direkt auf die Hautzellen wirkt. Wir nehmen es durch Erdbeeren, Milch, Karotten, Spinat etc. auf.

Folsäure (Vitamin B9) ist für die Zellteilung und Zellbildung und die Immunabwehr wichtig. Sie findet sich in Weichkäse, Gemüse, Weizenkleie, Orangen, Mango, Kalbsleber und Weizenkeimen.

Niacin (Vitamin B3) braucht der Körper für eine glatte Haut und ist sehr wichtig für einen guten Stoffwechsel. Man findet es in Getreide, Fleisch, Fisch, Hülsenfrüchten und Kartoffeln.

Pantothensäure (Vitamin B5) regt die Haut- und Haarerneuerung an, sie fördert daher auch die Wundheilung. Reichlich ist sie in Leber, Germ, Champignons und Heringen zu finden.

Mineralstoffe und Spurenelemente

Calcium sorgt für starke Knochen, Zähne, Nägel und kräftiges Haar und es stärkt die Nerven. Es ist in Milchprodukten, vor allem in Hartkäse, und grünem Gemüse enthalten.

Eisen wird für geschmeidige Haut, glänzende Haare, feste Fingernägel und volle Lippen benötigt. Es kommt z. B. in Fisch, Hirse und Meeresfrüchten vor.

Jod brauchen wir für gesunde Haut und volles Haar. Es ist in Seefisch, Salz, Algen und in Milch reichlich vorhanden.

Kieselsäure stärkt das Bindegewebe und kräftigt Haut und Haare. Sie wird unserem Körper z. B. durch Vollkorngetreide, vor allem in Hirse und Hafer, sowie durch den Genuss von Zinnkraut- und Brennnessel-Tee geliefert.

Selen sorgt für schöne Haut und Nägel. Es entgiftet und soll sogar vor Krebs schützen. Fische, Knoblauch, Erdnüsse, Vollkorngetreide, Gemüse und Naturreis sollte man für die richtige Selenversorgung öfters auf den Speiseplan setzen.

Zink fördert den Haarwuchs und sorgt für eine gesunde Haut, es unterstützt Heilungsprozesse und das Immunsystem. Es ist in Hülsenfrüchten, Käse, Leber, Nüssen und Vollkornprodukten enthalten.

Sekundäre Pflanzenstoffe

Carotinoide erhöhen die Abwehrkräfte. Als Vorstufe von Vitamin A sorgt Beta-Carotin für eine schöne, glatte Haut. Reichlich vorhanden sind Carotinoide in gelben, roten und grünen Obstsorten und Gemüsen, z. B. in Aprikosen, Kürbissen und Brokkoli.

Flavonoide wirken gegen Hautalterung und Entzündungen. Sie verstecken sich oft in der Schale, daher sollte man diese möglichst mitessen. Man findet sie z. B. in Äpfeln, Trauben, Birnen und Zwetschken.

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Blüten (hier Birnbaum) haben andere Inhaltsstoffe als z. B. die Blätter.

Wie Pflanzen auf die Haut wirken

Wie Pflanzen auf die Haut wirken

Pflanzen verfügen in ihren Blüten, Blättern, Wurzeln und Früchten über viele verschiedene Inhaltsstoffe, die optimal mit unseren körperlichen Prozessen harmonieren und dort ganz gezielt eingreifen. Die Nutzbarkeit vieler Pflanzeninhaltsstoffe ist bis jetzt aber nur ansatzweise erforscht. Wir kennen die Wirkung vieler Pflanzen und Kräuter auf unserer Haut aber durch Überlieferung. Es ist schon erstaunlich, immer wieder feststellen zu müssen, dass pflanzliche Inhaltsstoffe Abläufe und Vorgänge in unserem Körper oder auf unserer Haut beeinflussen, obwohl sich die Vorgänge in den Pflanzen und in unserem Körper doch auch sehr stark unterscheiden. Pflanzen in Kosmetik verwenden zu können, ist generell gesehen ein besonderes Glück, und zwar deswegen, weil sie Fehlleistungen des Organismus ausgleichen, oder aber Abwehrprozesse in Gang setzen. Pflanzen unterstützen und stärken körperliche Funktionen wirksam. Sie enthalten eine Vielzahl von Naturstoffen wie z. B. Antioxidantien, entzündungshemmende und antimikrobielle Substanzen, die der Haut guttun.

In diesem Buch werden hauptsächlich heimische Pflanzen als Rohstoffe für Kosmetika verwendet. Allerdings gibt es auch einige exotische Pflanzen, die man nicht außer Acht lassen sollte, weil in unseren Breiten nichts Vergleichbares wächst. Deshalb werden sie hier auch verwendet. Teilweise kann man sie als Zimmerpflanze ziehen, z. B. Aloe vera, Stevia oder ein Zitronenbäumchen. Werden die Pflanzen eingekauft, sollten Sie auf gute, biologische Qualität achten.

Wichtige Pflanzenwirkstoffe für Haut, Haare und Nägel

Alkaloide

Bei den Alkaloiden handelt es sich um sehr stark wirkende Substanzen, sogenannte Gifte. Pflanzen, die als Hauptwirkstoffe Alkaloide besitzen, sind z. B. die Tollkirsche oder die Herbstzeitlose. In kleinen Mengen sind sie aber auch in anderen „ungiftigen“ Pflanzen zu finden.

Ätherische Öle

Sie riechen stark und sind leicht flüchtig. Die Pflanze erzeugt sie zum Anlocken von Insekten oder zur Abwehr von Mikroorganismen. Ätherische Öle werden als Duftstoff oder als Konservierungsstoff verwendet (z. B. Zitrone). Sie können eine ganze Reihe von Wirkungsweisen haben, z. B.: entzündungshemmend, antibakteriell, beruhigend, anregend, ausgleichend, desodorierend, blutstillend, betäubend, immunstärkend, antiviral, anregend, kühlend, durchblutungsfördernd, belebend, stimulierend oder antiseptisch. Die Anwendungsgebiete von ätherischen Ölen reichen vom Badezusatz bis zur Zahnpflege. Vor der Anwendung ätherischer Öle sollte man aber immer die Verträglichkeit testen, siehe Test auf S. 19.

Gerbstoffe

Sie besitzen eine blutstillende, zusammenziehende Eigenschaft. Dies wird z. B. für Bäder bei Hautproblemen genützt. Gerbstoffe wirken auch antibakteriell und entzündungshemmend. Diese Eigenschaft nutzt man z. B. in der Mundpflege. Außerdem werden gerbstoffreiche Pflanzen bei feinem oder fettigem Haar verwendet. Bei feinem Haar wird die Schuppenschicht geglättet, gleichzeitig wird das Haar gestärkt. Bei fettigem Haar verhindern sie das schnelle Nachfetten der Haare.

Flavonoide

Sie sind die gelben Farbstoffe in den Samenpflanzen. Diese schützen die Pflanze und wehren Schädlinge durch antibakterielle und pilzhemmende Eigenschaften ab. Flavonoide sind im heißen Wasser löslich und haben eine ganze Reihe von Wirkungen: entzündungshemmend, antioxidativ, zellregenerierend, regulierend und blutgefäßabdichtend. Sie werden bei entzündungsgefährdeter Haut, Couperose und Cellulite sowie als Rasiermittel oder als Färbemittel eingesetzt.

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Holunderblüten sind wertvolle Rohstoffe für die Kosmetikherstellung.

Saponine

Früher wurden sie zum Waschen verwendet, da sie in Verbindung mit Wasser einen seifenartigen Schaum bilden. Sie wirken adstringierend, belebend, immunsystemstärkend und blutgefäßstärkend, sie werden für die Fußpflege (Rosskastanie) oder bei allergischen Hautentzündungen und empfindlicher Haut eingesetzt (Oregano, Ysop, Wassernabel).

Kieselsäure

Der Schachtelhalm oder die Melde z. B. nehmen viel Kieselsäure aus dem Boden auf und lagern es ein. In manchen Fällen sind die Salze der Kieselsäure wasserlöslich. Kieselsäure ist für Haut, Haar und Nägel unentbehrlich. Es festigt das Bindegewebe und wirkt entzündungshemmend. In der Zahnpflege kann es bei ständigem Gebrauch das Zahnfleisch reizen.

Schleimstoffe

Unter Schleim versteht man kohlenhydrathaltige Stoffe, die in Verbindung mit Wasser aufquellen und eine fadenziehende Flüssigkeit liefern. Es gibt sehr viele Pflanzen, die über Schleimstoffe verfügen, z. B. Eibisch, Isländisches Moos, Leinsamen oder Quittenkerne. Sie wirken reizmildernd, hauterweichend und entzündungshemmend. Eingesetzt werden Schleimstoffe für Gels, Masken, empfindliche Haut und After-Sun-Pflege.

Vitamine

Pflanzen können wahre Vitaminspender sein, z. B. Hagebutte, Sanddorn oder Löwenzahn. Da z. B. bei der Hagebutte und dem Sanddorn die Vitamine teilweise wasserlöslich sind, können sie sehr gut für Kosmetikprodukte verwendet werden.

Wirkungsweisen von Kräutern im Überblick

Wirkungsweise

Kräuter

entzündungshemmend

Aloe vera, Arnika, Beinwell, Brennnessel, Frauenmantel, Johanniskraut, Kamille, Königskerze, Ringelblume, Salbei, Schafgarbe, Taubnessel, Thymian, Walnuss, Veilchen

antiviral

Aloe vera, Melisse, Ringelblume, Teebaum, Thymian

samtigpflegend

Ehrenpreis, Johanniskraut, Kamille, Melisse, Ringelblume, Rosmarin, Schafgarbe, Teebaum

Worauf man bei der Verwendung von Pflanzen achten muss

Pflanzen sind durch die Wirkstoffe einerseits ein Segen, sie bergen aber auch einige Gefahren in sich. Gefahren deswegen, weil einige pflanzliche Wirkstoffe biologisch so aktiv sind, dass sie bestimmte Körperfunktionen schädigen oder sogar völlig lähmen können – man nennt sie Gifte. Pflanzen können daher sowohl eine heilsame als auch eine schädigende Wirkung auf die Haut ausüben – wie man bei Allergikern oft feststellen kann. Auch Hausmittel können Nebenwirkungen haben und sind nicht für jedermann gleichermaßen geeignet. So können verschiedene Kräuter oder ätherische Öle empfindliche Haut irritieren. Deshalb sollte das hergestellte Produkt bis zur Abklärung von eventuellen Unverträglichkeiten nicht weiter verwendet werden.

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Ringelblumen können unter Umständen Allergien auslösen.

Wie bei Menschen haben auch die Pflanzen Doppelgänger – manchmal sehr viele, die oft auch giftig sind, z. B. der Ackerschachtelhalm: Der Sumpfschachtelhalm sieht dem Ackerschachtelhalm zum Verwechseln ähnlich und ist sehr giftig. Deshalb finden Sie in diesem Buch bei den einzelnen Pflanzen Hinweise auf eine mögliche Verwechslungsgefahr.

Manche Pflanzen können auch Allergien auslösen, besonders die aus der Familie der Korbblütler, dazu gehören z. B. Ringelblume, Kamille oder Arnika. Meistens wissen Allergiker schon Bescheid, worauf sie allergisch sind. Die meisten allergischen Reaktionen gehen von ätherischen Ölen aus, mithilfe eines Allergietests beim Hautarzt können Sie am leichtesten feststellen, ob Sie ein Öl vertragen oder nicht.

Verträglichkeitstest 1