Über dieses Buch:
Jeder, der schon einmal eine Diät gemacht hat, kennt sie: Heißhungerattacken. Cora Besser-Siegmund stellt Methoden vor, mit denen sie diese dauerhaft verhindern können, und erklärt, wie »der Kopf satt werden kann«. Sie lernen, den Heißhunger mental auszubremsen, noch bevor Sie ihn spüren. Lesen Sie, weshalb dieser Esszwang als »Angstattacke des Hungerzentrums« bezeichnet wird. Und wie Sie mit der wirksamen wingwave-Methode inklusive einem speziellen »Soundcoaching« Ihr »Hunger-Panikzentrum« wieder beruhigen. Dabei wird auf das Grundmotto »Abnehmen beginnt im Kopf« gesetzt.
Ein Buch für Menschen, die abnehmen wollen, aber mit normalen Diäten keine guten Erfahrungen gemacht haben.
Über die Autorin:
Cora Besser-Siegmund ist Coach, Psychotherapeutin und Trainerin. Zusammen mit ihrem Mann entwickelt sie in ihrem Besser-Siegmund-Institut in Hamburg seit vielen Jahren maßgeschneiderte Kurzzeit-Coaching-Programme für ihre Kunden. Die Autorin glaubt an das Bild vom Flügelschlag des Schmetterlings, der große und positive Veränderungen bewegen kann – im inneren Erleben und bei äußeren Erfolgen: „Maximaler Effekt mit minimalem Methoden-Einsatz“ heißt ihre Devise, wobei Cora Besser-Siegmund gezielt mit Emotionsmanagement und sinnvoller „Gehirnbenutzung“ arbeitet.
Bei dotbooks erschien bereits ihr Buch Das Rauchen aufgeben.
Die Autorin im Internet: www.besser-siegmund.de, www.facebook.com/cora.bessersiegmund und www.wingwave.com
Blog der Autorin: www.corablog.com
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Überarbeitete Neuausgabe März 2013
Copyright © der Originalausgabe 2001 Südwest Verlag, München
Copyright © der Neuausgabe 2013 dotbooks GmbH, München
Alle Rechte vorbehalten. Das Werk darf – auch teilweise – nur mit Genehmigung des Verlages wiedergegeben werden.
Titelbildgestaltung: Nicola Bernhart Feines Grafikdesign, München
Titelbildabbildung: © Colour | Veer.com
ISBN 978-3-95520-140-1
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Cora Besser-Siegmund
Nie wieder Heißhunger
Ein wingwave-Buch
dotbooks.
Ein wingwave-Buch: mit Emotionen Erfolge bewegen
Das Wort griechische »Psyche« heißt übersetzt nicht nur, Seele, Atem und Lebenskraft, sondern auch Schmetterling. Das »wing« im wingwave-Begriff steht für den Flügelschlag des Schmetterlings, der oft das ganze Klima ändern kann, wenn er am richtigen Punkt weitreichende Wellen erzeugt: kleine Ursache – große Wirkung! Emotionen haben eine immense Wirkung auf unser Leistungsvermögen, auf unsere Art zu denken, auf unseren Erfolg und auf unsere Lebensqualität. Emotionen entscheiden darüber, ob der Schüler im Test die gelernten Vokabeln gut erinnert, ob wir im richtigen Moment schlagfertig sind, ob der Sportler im Wettkampf genauso gut ist wie im Training, ob ein Heiratsantrag oder eine Verhaltensänderung erfolgreich gelingt. Denn Emotionen können – wie durch einen kleinen Flügelschlag - genau jene Gehirnwellen auslösen, welche unsere Fähigkeiten auf den Punkt bringen. Das englische Wort »brainwave« ist der Namens-Pate für das »wave« im wingwave-Begriff und heißt übersetzt »Geistesblitz« oder »tolle Idee«. Dieses Buch zeigt Ihnen, wie Sie beflügelnde »brainwaves« durch sinnvolles Emotions-Coaching und zielgerichtete, positive Gedanken bewusst auslösen und einsetzen können. So lernen Sie Emotions-Management und erfolgreiche »Gehirnbenutzung« und stärken damit Seele, Geist und Lebenskraft für die Erreichung Ihrer Ziele.
Praktische Unterstützung durch einen wingwave-Coach finden Sie hier: www.wingwave.com/coaches Wenn sie dann auf diesem Coach-Finder als Suchbegriff »Konsum rückwärts« eingeben, finden Sie alle wingwave-Coaches, die für dieses Vertiefungsthema ein Spezial-Seminar besucht haben.
Und hier gibt es als Unterstützung für Ihren Trainingserfolg der im Buch vorgestellten Mentalübungen einen kostenlosen Download einer speziellen wingwave-Musik. Der wingwave-Effekt wirkt dann über Stereokopfhörer, da der Takt abwechselnd zwischen linkem und rechtem Ohr hin- und hergeht. Das inspiriert die beiden Gehirnhälften zu einer optimalen Zusammenarbeit und verstärkt so den Lernerfolg – bereits schon beim ersten aufmerksamen Durchlesen der einzelnen Übung.
www.wingwave-shop.com
Vorwort
Abnehmen beginnt im Kopf
Die Bedingungen für ein »Schlanksein im Kopf«
Das innere Universum: unser Gehirn
Wie funktioniert erfolgreiche Gehirnbenutzung?
Das Thema Stress
Die Bedeutung des limbischen Systems für unser Essverhalten
Ein Ausflug zu unseren Vorfahren
Die ursprüngliche Bedeutung von Emotionen für Verhaltensänderungen
Diäten werden zum Trauma
Ein chronisch panisches Esszentrum
Was ist ein Trauma?
Serotonin, das »Leichtigkeits-Hormon«
Insulin, das »Dickmacher-Hormon«
Warum dürfen Heißhungerattacken nicht wie eine Sucht behandelt werden?
Die Versöhnung mit dem »inneren Steinzeitmenschen«
Das Paradies-Training
Mediterrane Kost: dem Paradies ganz nahe
Der »Tarzan-Trick«
Trinken als Kraftquelle
Das Kochbuch-Training: schlank durch Entzauberung
Wie man vor einem Büffet gelassen bleibt
Wingwave: die Abkühlung des Heißhungers
Bilaterale Hemisphärenstimulation
Die Bodyscan-Methode
Systematische Beruhigung von Heißhunger-Stressspuren
Systematische Beruhigung von »Emotionsfallen«
Wingwave: die Entzauberung von Schokolade, Chips & Co.
Die Geschichte vom Hahnkrähen und der Sonne
»Your friends are here«: Machen Kartoffelchips wirklich beliebt?
Sich nicht mehr abspeisen lassen
Nie mehr Schokolade?
Die Macht der Vorstellung
Der Kontakt zum Zukunfts-Ich
Die Zeit zum Verbündeten machen
Pfunde in Aura verwandeln
Ein schlankes Body-Feeling
Die positive Bedeutung von Bewegung
Warum Muskeln schlank machen
Die Bearbeitung von »Sportstress«-Erinnerungen
Wie bekomme ich Heißhunger auf Sport?
Und wenn ich nun schnell abnehmen muss?
Adressen
Literatur
Lesetipps
Heißhungerattacken machen ihrem Namen alle Ehre. Sie sorgen nicht nur dafür, dass Schokolade, Käse, Chips, Pizzas oder Torten verschwinden und Kühlschränke leergefegt werden. Ebenso vernichten sie in wenigen Minuten sämtliche guten Vorsätze und alles Wissenswerte, was die Betroffenen jemals zum Thema »gesunde Ernährung« angesammelt haben. So hinterlassen Heißhungerattacken außer überflüssigen Pfunden auch noch die schwere Last eines schlechten Gewissens.
Dieses schlechte Gewissen führt wiederum zu dem natürlichen Bedürfnis, das emotionale Erleben verbessern zu wollen – beispielsweise mit übermäßigem Essen. Bei diesem Teufelskreis wird nicht nur der Körper schwer, sondern auch die Psyche. Nicht umsonst nutzt die Umgangssprache für psychische Befindlichkeiten so denkwürdige Redeweisen wie »es schwer haben« oder »es sich leicht machen«.
Dabei sieht es meist ganz leicht aus: »Verlieren Sie zehn Pfund in einer Woche«, so verkünden unzählige Zeitschriften die frohe Botschaft vom schnellen Abnehmen. Empfohlen werden da nicht nur Diäten, sondern auch schlichtes Nicht-Essen – umgangssprachlich Fasten genannt. Hunderte von Klienten, die ich in den letzten Jahren zu diesem Thema interviewte, gaben an, erst nach diesen Crash- oder Fastenkuren plötzlich unter Heißhungerattacken gelitten zu haben. Zuvor waren sie »einfach nur so« übergewichtig. Unbewusste, gedankenlose Ess- und Bewegungsgewohnheiten hatten für die nicht erwünschte Körperfülle gesorgt. Aber gerade das bewusste Abnehmen-Wollen machte dann alles noch schlimmer. »Ich habe in den letzten dreißig Jahren 500 kg abgenommen«, erzählte mir einmal eine Frau zu diesem Thema. »Abnehmen ist bei mir gar nicht das große Problem – aber beim Versuch, das neue Gewicht zu halten, sind die Heißhungerattacken immer schlimmer geworden.«
Wir arbeiten in unserer Praxis seit Jahren erfolgreich mit dem »Easy-Weight-Programm«. Die Devise heißt hier: »Abnehmen beginnt im Kopf«. In den letzten Jahren hat sich diese Erkenntnis noch um äußerst wertvolle Erkenntnisse aus der Gehirnforschung, der Trauma-Therapie und der Stoffwechsel-Forschung ergänzt. Höchstwahrscheinlich hat Abnehmen gar nicht so viel mit den berühmten »grauen Zellen« zu tun, die unser gewolltes Denken, Sprechen und Verhalten organisieren. Das Essen- und Hungerthema sitzt quasi eine Etage tiefer: im so genannten limbischen System mit seinen Mandelkernen. Diese entwicklungsgeschichtlich sehr alte Gehirnregion ist für unsere Gefühle, automatischen Körperreaktion und althergebrachten Instinkte zuständig und scheint sensibel auf unseren Stoffwechsel zu reagieren. Hier entscheidet sich auch, ob wir Angst haben, angreifen wollen, Lust empfinden – oder eben auch hungrig sind.
Radikale Diäten scheinen dieses Überlebenszentrum in höchste Alarmbereitschaft zu versetzen. Dieser Gehirnbereich mobilisiert bei jeglichem Nahrungsmittelentzug offensichtlich überlebenswichtige Urkräfte, die wir zivilisierten Menschen dann Heißhungerattacken nennen. Beispielsweise sorgen dann auch Hormone für einen stark gesteigerten Hunger. Das in diesem Buch vorgestellte Prinzip kämpft nicht mit diesen Urkräften, sondern versucht, diese als Verbündete auf dem Weg zu einem gesunden Körpererlebnis zu gewinnen.
Eine der hier vorgestellten Methoden zur effektiven Heißhungerreduktion heißt beispielsweise »Wingwave«. Dabei erinnert der Wortbestandteil »wing« an die Flügel eines Schmetterlings. Es gibt eine schöne Metapher: »Manchmal reicht der Flügelschlag eines Schmetterlings, um auf der anderen Seite der Erdkugel das Wetter zu ändern.« Das bedeutet gleichzeitig, dass der kleine »wing« für diese große Wirkung haargenau an der richtigen Stelle ansetzen muss. Beim Thema Heißhunger ist dieser exakte Ansatzpunkt das Emotionszentrum und nicht etwa die Vernunft und der Verstand eines Menschen.
Zusätzlich verdeutlicht die Flügel-Metapher die große Bedeutung einer optimalen Zusammenarbeit unserer beiden Gehirnhälften für »tragende« Höhenflüge und auch erfolgreiche Landungen – also für unsere persönlichen Erfolge. Deshalb werden in diesem Buch viele Übungen zur Synchronisation der Gehirnhälften-Zusammenarbeit vorgestellt. Das »wave« im Namen Wingwave stellt eine Assoziation zum englischen Begriff »brainwave« her, was sinngemäß »tolle Idee« oder »Geistesblitz« heißt. Und genau diese brainwaves werden durch die Wingwave-Methode gezielt hervorgerufen.
Mit diesem Ansatz entfällt ein Gegen-sich-angehen zugunsten eines »Mit-sich-versöhnt-seins« auf dem Weg zur schlanken Figur. Das Wingwave-Prinzip wirkt genau an der Stelle, wo Heißhunger entsteht: Im Emotionszentrum wird die durch Diäten chronisch mobilisierte Hunger-Panik wieder besänftigt und friedlich gestimmt. Das Ergebnis ist ein wohltuender innerer Abstand zum Thema Essen insgesamt. Mit der so gewonnenen körperlichen Gelassenheit wird es Ihnen wieder möglich, Essen qualitativ und geschmacklich zu genießen, anstatt es in Massen hineinzuschaufeln. Auf dieser entspannten Grundlage können Sie sich dann leicht und schnell an die in diesem Buch beschriebenen Ernährungs- und Verhaltensformen gewöhnen, welche Ihnen ein langfristiges Schlanksein ermöglichen.
Vor allem möchte ich Ihnen mit diesem Buch zeigen, dass »schwere« Probleme nicht immer auch mit schweren Geschützen bekämpft werden müssen, um sie zu lösen. Wichtig ist nicht, dass etwas Gewaltiges geschieht, sondern dass das richtige Wirkprinzip gefunden wird – und Richtiges kann auch leicht sein. Man kann nur leicht werden, wenn man es sich nicht immer schwer macht.
Dieses Buch wurde für alle Menschen geschrieben, die manchmal oder öfter gegen den bewussten Verstand zu viel von irgendetwas essen, was sie eigentlich gar nicht wollen. Daher sind hier natürlich auch schlanke Menschen angesprochen, die ja auch oft dieses Problem gut kennen. Da ungewollte Heißhungerattacken oft die Vorphase für die Entwicklung einer Bulimie (Ess-Brech-Sucht) sind, können auch Leser, die unter dieser Essstörung leiden, von den Ausführungen profitieren. Jedoch reichen für dieses Thema die im Buch vorgestellten Methoden nicht aus, denn Bulimia nervosa ist leider eine Erkrankung, die professioneller therapeutischer Hilfe bedarf. Interessanterweise erheben viele Krankenversicherungen deshalb bei Personen mit Untergewicht heutzutage ebenso einen Risikozuschlag, wie es sonst schon länger bei Übergewicht üblich war. Denn Essstörungen wie Bulimia nervosa oder gar Magersucht verursachen heutzutage fast mehr Behandlungskosten pro Person als Übergewicht und dessen Krankheitsfolgen. Lesen Sie bei derartigen Problemen bitte in der entsprechenden Fachliteratur, welche sich gezielt mit diesen Themen beschäftigt, weiter. Möchten Sie noch mehr über die seelischen Ursachen von Zu-viel-Essen erfahren, erhalten Sie darüber vielfältige Informationen in unserem Easy-Weight-Buch.
Allen Lesern wünsche ich mit diesem Buch die »Entdeckung der Leichtigkeit«.
Warum kann man bei einer Heißhungerattacke immer weiter essen, ohne satt zu werden? Weil die Magenfülle mit dem subjektiven Erlebnis von Satt-Sein nur wenig zu tun hat. Das Sättigungsgefühl wird überwiegend im Gehirn organisiert. Das Gehirn registriert die Stoffwechselsituation unseres Körpers, wertet sie aus und veranlasst daraufhin unser Verhalten.
Das ist wie mit der Körpertemperatur: Wenn wir beispielsweise frieren, ist das Gehirn die Instanz, die uns dazu bringt, eine Jacke anzuziehen oder ein Fenster zu schließen. Ist die Temperatur angenehm, bleiben wir ruhig sitzen.
Und ist der Stoffwechsel ausreichend ausgeglichen und gesättigt, meldet uns unser gesamtes Nervensystem ein angenehmes »genug«. Deswegen hat Sättigung nicht nur mit der Nahrungsmenge, sondern auch mit der Stoffwechselqualität von Essen und Trinken zu tun. Je hochwertiger das Essen ist, desto schneller fühlen wir uns satt. Die Ernährungswissenschaftler sprechen hier von »Nährstoffdichte«. Die beste Kostform zur Erreichung dieser Nährstoffdichte ist offensichtlich die so genannte »Mittelmeerkost« oder mediterrane Ernährungsweise, die später vorgestellt wird.
Doch unser Gehirn reagiert nicht nur auf körperliche, sondern auch auf geistige Nahrung. Jedes psychische Erleben wird auf der Grundlage von Nervenbotenstoffen in unserem Nervensystem organisiert. Sicher haben Sie schon einmal von den so genannten Glückshormonen, den »Endorphinen« gehört. Außer diesem Stoff gibt es aber auch noch eine Reihe von anderen Substanzen, die unser psychisches Erleben aufhellen. Eine besondere Rolle spielt dabei beispielsweise das Serotonin, welches bei depressiven Menschen erwiesenermaßen nur unzureichend produziert wird.
Diese »Psychostoffe« gelangen zum einen natürlich durch Nahrung in unseren Körper. Aber richtig ausgeschüttet werden sie erst, wenn wir ganz einfach schöne Dinge erleben. Nicht umsonst heißt es, dass man sich nicht »sattsehen« kann oder dass ein Musikkonzert ein »Ohrenschmaus« ist. Oder denken Sie an den berühmten »Lebenshunger«. Damit ist bestimmt nicht gemeint, dass ein Mensch sich einen Daueraufenthalt in seinem Lieblingsrestaurant wünscht.
Menschen mit Lebenshunger sehnen sich nach einem »erfüllten« Leben. Ein erfülltes Leben macht satt. Die Sättigung erfolgt durch ausreichend viele positive Emotionen wie Freude, Zufriedenheit und Erfolgsgefühle. Das erst führt zu einem optimalen Stoffwechselcocktail im Nervensystem und somit zum Satt-Sein im Kopf. Über dieses mentale Satt-Sein haben viele Heißhunger-Betroffenen oft nur unzureichendes Know-how. Aus diesem Grund werden Sie speziell in diesem Buch nur wenig Ernährungsempfehlungen und keine Rezepte finden, denn zu diesem Thema gibt es schon eine Fülle von sehr guten Büchern. Dieses Buch richtet sich – genau wie unser Easy-Weight-Buch – gezielt an Menschen, die schon alles über gesunde Ernährung wissen, dieses Wissen aber nicht so leben können, wie sie es sich wünschen. Wir zeigen Ihnen hier, wie Sie im Kopf satt werden können. Denn erst dann können auch die Wünsche nach gesunder Ernährung gelebte Wirklichkeit werden.
Zusätzlich lernen Sie, wie Sie durch konstruktives Denken Ihre Einstellung zum Thema Essen ändern können. Sie erleben dann, wie Essen zu einem Randthema in Ihrem Leben werden kann. Sicher ist und bleibt gesunde Ernährung ein wichtiges Anliegen in Ihrem Leben. Aber das Thema muss nicht auf dem mentalen Bildschirm den ganzen Platz einnehmen. Es gibt wichtigere Themen im Leben als Kalorienzählen, das Auffinden von versteckten Fetten oder Diätrezepte. Erst wenn das Thema Essen im Kopf »abnimmt«, sind Sie in der Lage, im äußeren Verhalten weniger und gleichzeitig vernünftiger zu essen.
Und nicht nur die Einstellungsänderung zum Essen spielt sich im Kopf ab. Hier existiert noch ein weiterer Schlüssel auf dem Weg zu einem gesunden Schlanksein. Denn im Gehirn ist unser Körperschema gespeichert und damit auch Gewicht und Umfang. Das muss so sein, damit wir uns beim Durchschreiten der Tür nicht Körper oder Ellenbogen stoßen oder damit beim Schreiben Motorik und Schwere des Arms optimal koordiniert werden. Deshalb kann man nicht erwarten, dass ein Gehirn innerhalb von vierzehn Tagen – so lange dauern beispielsweise Crashdiäten oder Fastenkuren – das gespeicherte Körperschema komplett umstellt.
Denn ein funktionierender Körper ist viel mehr als eine Ansammlung von Pfunden – so wie es in der Viehzucht oft gesehen wird. Ein Körper will bewegt, gefühlt und gelebt werden. Er ist das Haus unserer Seele. Äußeres Abnehmen kann nur erfolgreich langfristig wirken, wenn sich auch innerlich das Körperschema ändert. Auch zu diesem Thema finden Sie in diesem Buch einige Mentaltraining-Strategien.
Bei allen Überlegungen gilt: »Schlanksein und Einstellungsänderungen beginnen im Kopf.« Deshalb sollen Sie zunächst die Instanz kennen lernen, welche für alle erfolgreichen Verhaltensänderung in Ihrem Leben zuständig ist: mit dem menschlichen Gehirn. Nur durch konstruktive Gehirnbenutzung verschwinden Heißhungerattacken und entsteht gesundes Schlanksein.
Die Bedingungen für ein »Schlanksein im Kopf«
Zunächst brauchen Sie eine optimale Stoffwechselsituation im Gehirn und im gesamten Nervensystem:
-eine hohe und regelmäßige Nährstoffdichte durch gesunde Ernährung
-eine hohe und regelmäßige Konzentration von positiven »Psycho-Stoffen« wie Serotonin oder Endorphine, welche den »Lebenshunger« stillen
Außerdem brauchen Sie ein schlankes Body-Image:
-Sie können Ihren schlanken Körper unter Ihren Pfunden fühlen.
-Sie bewegen sich wie ein schlanker Mensch.
-Sie können sich Ihr schlankes Selbstbild lebhaft vorstellen.
-Essen ist nur ein Randthema auf dem inneren »Bewusstseinsbildschirm«:
-Sie können das Thema »Essen« stundenlang vergessen, weil es für Sie interessantere Themen gibt.
Frieden im Emotionszentrum:
-Sie haben seit mindestens einem halben Jahr nicht mehr gefastet oder eine Radikaldiät durchgeführt, so dass in Ihrem Esszentrum kein »Verhungern-Alarm« aktiviert ist.
Das innere Universum: unser Gehirn
Sicher haben Sie schon davon gehört oder gelesen, dass unser Großhirn in zwei Hälften – auch Hemisphären genannt – unterteilt ist. In der Regel versorgt die linke Hälfte die rechte Körperseite und die rechte Gehirnhälfte die andere – also über Kreuz. Man weiß, dass die beiden Gehirnhälften für unser Denken, Erleben und Verhalten unterschiedliche Kapazitäten bereithalten. So wird Kreativität beispielsweise der rechten Gehirnhälfte zugeordnet. Hier der entsprechende Funktionsüberblick:
linke Gehirnhälfte
denkt in Begriffen
Sitz von Logik und Sprachintelligenz
analysiert, organisiert und kontrolliert
rechte Gehirnhälfte
denkt in Bildern und Analogien
benimmt sich phantasievoll und »unvernünftig«
Platz für Emotionen, Spontanität und Intuition
Lange Zeit war die rechte Gehirnhälfte nahezu die »Lieblingshälfte« der Mentaltrainer und Positivdenker, da sie für Ideenfülle und damit auch für erfolgreiche Veränderungsprozesse verantwortlich zu sein schien. Heute weiß man aber, dass nicht nur die rechte Gehirnhälfte kreatives Handeln ermöglicht, sondern dass erst das intensive und harmonische Zusammenspiel beider Gehirnhälften Kreativität und somit neue Lösungswege im Kopf und im Leben eines Menschen ermöglichen. Denn Kreativität bedeutet nicht nur, viele gute Ideen zu haben, sondern Kreativität ist vor allem die Kunst, aus Ideen im Kopf gelebte Taten werden zu lassen. Vielleicht kennen Sie schon den schönen Spruch: »Träume nicht Dein Leben, sondern lebe Deine Träume.«
Für die Umsetzung der Idee in die Tat sind unbedingt auch die Fähigkeiten der linken Gehirnhälfte erforderlich. Zwischen den beiden Gehirnhälften gibt es eine dichte Anzahl von Nervenverbindungen, die bewirken, dass sich die Hälften »unterhalten« können. Sie erhalten daher später Übungen, welche die Koordination der beiden Gehirnhälften beim Thema Essverhalten stärken. Die größten Potentiale unseres Gehirns basieren also nicht nur auf der Funktionalität verschiedener Gehirnzentren, sondern auf der Art und Weise, wie diese Zentren miteinander vernetzt sind. Diese Vernetzung verleiht dem Gehirn eine riesige Kapazität, die nach Auffassung der Gehirnforscher kein Mensch bis ans Ende seines Lebens voll ausnutzen kann.
- Das menschliche Gehirn besitzt mindestens 100 Milliarden Gehirnzellen. Etliche Forscher gehen sogar von einer Billion Zellen aus. Würden die Zellen eines einzelnen menschlichen Gehirns hintereinander aufgereiht werden, ergäbe sich eine Strecke, die von der Erde bis zum Mond reicht.
- Ein Baby muss im Mutterleib bis zum Zeitpunkt seiner Geburt über neun Monate pro Sekunde mindestens viertausend Gehirnzellen gebildet haben, damit es dann als neuer Erdenbürger auch seine Billion Gehirnzellen zusammen hat.
- Jede Gehirnzelle bildet dann Nervenenden aus. Auf diese Weise hat sie – ungefähr im 20. Lebensjahr – Kontakt zu jeweils zehntausend anderen Gehirnzellen. So beträgt die Anzahl der Vernetzungsstellen ungefähr eine Billion hoch zehn. Würde man diese Verbindungsmöglichkeiten aneinanderhängen, ergäbe sich bei einem einzelnen Gehirn eine Strecke, die 26-mal so lang ist wie die Entfernung Erde – Mond.