Barbara Frischmuth

Woher wir kommen

Roman

Impressum

Barbara Frischmuth, Woher wir kommen

ISBN 978-3-8412-0469-1

Aufbau Digital,
veröffentlicht im Aufbau Verlag, Berlin, August 2012

© Aufbau Verlag GmbH & Co. KG, Berlin

Die Originalausgabe erschien 2012 bei Aufbau, einer Marke der Aufbau Verlag GmbH & Co. KG

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Umschlaggestaltung hißmann, heilmann, hamburg / Andreas Heilmann unter Verwendung eines Motivs von Monika Böhm / plainpicture

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Inhaltsübersicht

ADA

MARTHA

LILOFEE

ADA

Ada heißt Insel, das bedeutet, von Wasser umgeben zu sein. Sie lag mitten im See, den Rücken durchgestreckt, die Arme ausgebreitet, die Beine gespreizt. Das Wasser war so ruhig, dass nicht die leiseste Strömung an ihr leckte. Toter Mann nennt man diese Stellung, aber soweit sie sich erinnern konnte, hatte Olli nie die Geduld aufgebracht, sich ohne Bewegung so im Wasser einzurichten, dass es ihn trug.

Von ferne hörte sie das Tuten des Schiffes, das zwischen den drei Anlegestellen verkehrte. Das Geräusch seines Motors wurde manchmal von den Stimmen der Menschen am Strand übertönt, daher kündigte es sich mit diesem Hornton an. Es war ein überdachtes Schiff mit zwei Decks, das man abends für Feste mit Freunden mieten konnte, für Geburtstagsfeiern oder für Hochzeiten.

Schon spürte sie die Ausläufer der Bugwellen näher kommen. Bevor sie über ihr Gesicht hinwegschwappten, hob sie den Kopf, richtete sich, Wasser tretend, auf, schaute dem Schiff zu, wie es am Steg zur Terrasse des Strandcafés festmachte.

Zeit, zurückzuschwimmen. Sie kraulte ein Stück, um rascher voranzukommen, bewegte sich mit weit ausholenden Tempi zügig Richtung Ufer. Angekommen, blieb sie ein paar Minuten auf einem der Steine sitzen, die nur bei Hochwasser unter dem Seespiegel lagen. Als sie sich anzog, waren ihre Haare beinahe trocken, sie brauchte sie nur noch vor dem winzigen Taschenspiegel in Form zu zupfen. Langsam holte die Sonne wieder den hellen Messington hervor, den sie sich strähnchenweise eingefärbt hatte.

Sie schulterte die Tasche mit den Badesachen, zog sich an den unteren Ästen einer Erle hoch, fasste im Steig an der Böschung Tritt, erreichte den Stein, der als natürliche Stufe diente, griff noch einmal ins Gestrüpp, um beim Sichaufrichten mit der Badetasche nicht das Gleichgewicht zu verlieren. Von da an ging der Steig, flacher werdend, langsam in den Weg um den See über. Kurz davor, zwischen einer Fichte und einem Berberitzenstrauch, der ihn gegen den Weg hin abschirmte, befand sich der Ameisenhaufen. Sie hob einen bereits nadellosen Zweig vom letzten Jahr auf, stocherte damit in dem Haufen, bis sie – es schien ihr selbst wie ein Wunder – auf die Reste des Skeletts der Ringelnatter, die sie und Seppi vor zwei Jahren darauf abgelegt hatten, stieß. Wahrscheinlich war die Schlange Opfer eines zu schnellen Radfahrers geworden. Sie hatten sie bei einem Abendspaziergang mitten auf dem Weg gefunden. Ihr Kopf schien gequetscht, hinter den gelben Wangenflecken war etwas Blut ausgetreten, ansonsten war sie unverletzt.

Immer mehr der blank genagten Knöchelchen schimmerten durch die rostigen Fichtennadeln. Sie versuchte, sie hockend zu bergen, schüttelte mehrmals die Ameisen von ihrem Arm, die allenthalben aus dem Haufen quollen und eine ätzende Flüssigkeit ausschieden, die auf der Haut brannte.

Sie war nicht wirklich davon überzeugt gewesen, Seppi hatte sich sogar über ihren Kinderglauben lustig gemacht. Dennoch hatte sie für alle Fälle eine leere Krawattenbox aus Ollis Kleiderschrank mitgenommen, Luxusausführung, mit Futterseide ausgeschlagen, in der sie nun die einzelnen Teile, von denen sie die Ameisen pustete, vorsichtig verstaute. Anschließend legte sie sie, in ihr feuchtes Badetuch gewickelt, auf den nassen Badeanzug, damit sie gegen zu starke Erschütterungen geschützt wären.

Hexe, konnte sie Seppis Stimme in ihrem Kopf hören, gib zu, dass du die Ameisen besprochen hast.

Nichts hatte sich verändert, seit sie zuletzt an dieser Stelle zum Ufer hinuntergegangen war, außer der Länge der Äste, der Breite des Gestrüpps und der Höhe des Ameisenhaufens, dessen Nadelschicht sich merkbar stärker wölbte. Auch nicht am Haus. Als Kind hatte sie nicht verstanden, warum es Seehaus hieß. Wenn es ohnehin am See liegt, hatte sie zu Olli gesagt. Ich heiße ja auch nicht Mädchen, sieht doch jeder, dass ich ein Mädchen bin.

Nicht jeder, so wie du rumläufst.

Du trägst auch Hosen.

Aber ich bin kein Mädchen. In Istanbul hast du nie Hosen getragen.

Das war, als sie bereits hier zur Schule gingen.

Später hatte sie herausgefunden, dass Seehaus der ursprüngliche Name war, den der Erbauer ihm gegeben hatte, ein Dichter, der es Mitte des 19. Jahrhunderts als Sommerhaus nutzte.

Ihr Ururgroßvater hatte die Villa kurz nach der Jahrhundertwende gekauft, ihr Urgroßvater hatte sie dann in den dreißiger Jahren winterfest gemacht, mit Kupferdach, Zentralheizung, Doppelfenstern, auch zwei neue Bäder wurden eingebaut.

Erst als Martha nach ihrer Rückkehr ein Restaurant daraus machte, wurde wieder in großem Stil renoviert. Das war Anfang der Neunziger. Baustelle hier, Baustelle dort, Marthas Vorstellungskraft holte weit aus, bis sie das Haus endlich so hatte, wie sie es haben wollte.

In den Zweitausendern war dann alles so geblieben, wie es war, bloß die südseitigen Fensterrahmen mussten Jahr für Jahr frisch gestrichen werden, auch gab es in der ebenerdigen Veranda neue Tische und Stühle aus Rattan, leichter zu heben als die früheren aus massivem Holz. Mit einem Mal sahen die Kreuzstichkissen, die sie immer gehasst hatte, nach etwas aus. Antique chic, sie wollte, dass ihr das eingefallen wäre. Demnächst würde sie sich wieder auf dem Dachboden umsehen, wenn Martha sie ließ. Ihre Mutter hatte die Hand auf diesen Dingen, besonders wenn sie noch aus Lilofees Zeit oder aus der davor stammten. Letztes Jahr war Martha plötzlich mit zwei Vasen aus den Wiener Werkstätten heruntergekommen, Vasen, von denen Ada glaubte, sie noch nie gesehen zu haben. Und sie hatte ein Gedächtnis für kunstvoll gestaltete Gebrauchsgegenstände.

Sie war von der südlichen, der schilffreien Seite des Sees gekommen. Ihre Haut spannte leicht an Hals und Schultern, daher nahm sie die Badetasche ab, trug sie in der Hand, blieb einen Augenblick an der Klause stehen, um den Forellen zuzuschauen, die kurz vor dem Wehr in der Strömung schwänzelten. Ging dann am Grand Hotel vorbei, an dem Badeplatz, zu dem man, als einzigem, mit dem Auto fahren konnte, an den Tennisplätzen, von denen das Geräusch der aufschlagenden Bälle sie bis zum Seehaus begleitete.

Die paar Tische im Gastgarten, einer geräumigeren Laube mit zwei Kastanien davor, schienen bis auf einen besetzt. Die neue Serviererin, die gerade mit einem vollen Tablett aus der Küche kam, grüßte zu ihr herüber, Ada hob kurz die Hand, beschloss, ohne stehenzubleiben, durch den Haupteingang an der Veranda ins Haus zu gehen.

Er hatte ihr den Rücken zugekehrt, beugte sich gerade über das in einem Buggy schlafende Kind, während ein anderes, etwas größeres, schluchzend an seiner Hosentasche zerrte, ihm offenbar etwas zu sagen versuchte. Das dritte Kind, ein etwa siebenjähriges Mädchen, wollte ihn an der Hand zu dem freien Tisch in der Laube hinziehen.

Es war diese mehrfach geforderte Aufmerksamkeit, die seinen Körper in einen nach vor geneigten Oberkörper, eine attackierte Seite und eine weit von sich gestreckte Hand dreizuteilen schien. Ein Augenblick der Hilflosigkeit. Die Andeutung eines sich in die Umstände fügenden Achselzuckens ließ diesen Körper ungewöhnlich jung erscheinen, schrieb sich als solche in Adas Wahrnehmung ein, obwohl er gleich darauf dem Mädchen die Hand entzog, den Kopf zur Seite neigte, um den schluchzenden Kleinen zu besänftigen, dessen Finger von seiner Hosentasche nahm und ihm mit ruhiger Stimme etwas erklärte.

Jonas?

Er drehte sich um, ein ungeschützter Blick mit Spuren von Erschöpfung und Ungeduld, doch als er sie erkannte, riss er die Augen auf wie einer, dem zwar nicht nach Lächeln zumute ist, der jedoch die Mundwinkel hochzieht, hoffend, sich dabei auch so zu fühlen, wie man sich fühlt, wenn man lächelt.

Ada!

Sie machte einen Schritt auf ihn zu. Er bückte sich nach dem immer noch schluchzenden Buben, wischte ihm Tränen und Rotz ab. Das ist Walker. Er ist heute vier geworden und möchte jetzt unbedingt ein Eis. Das Mädchen hatte wieder begonnen, ihn in Richtung Laube zu ziehen.

Und das ist Jenny, die große Lust auf ein Erdbeertörtchen hat.

Was spricht dagegen?

Dass Jeremy wahrscheinlich die Hosen voll hat und, sobald er aufwacht, randalieren wird.

Wir haben im Haus einen Wickeltisch.

Wie ich annehme, in der Damentoilette.

Erraten, aber du kannst auch im Bügelzimmer seine Windeln wechseln.

Na dann, auf die Plätze! Jenny nahm Walker an der Hand, lief mit ihm auf den freien Tisch zu. Jeremy schlief noch, obwohl öfter ein Zucken über sein Gesicht lief. Vielleicht träumte er etwas Aufregendes. Jonas stellte den Buggy in den Kastanienschatten.

Jenny fragte Walker und Jonas, was sie haben wollten, gab die Bestellung gleich an die Serviererin weiter, die gerade an den Tisch gekommen war. Sie sprach mit kaum merkbarem Akzent und richtiger Wortstellung.

Ada hatte sie zum Tisch begleitet, blieb, halb zum Durchgang ins Haus gewendet, stehen.

Ich sage nur Martha Bescheid, dass ich mit euch hier sitze.

Martha saß am Computer, hob den Kopf, schaute über den Rand ihrer Lesebrille. Das Büro war der kleinste Raum im Haus, die Tür stand beinahe immer offen, des Überblicks wegen.

Du bist zu lange in der Sonne gelegen, Ada, deine Schultern sind rot. Das ist gar nicht gut für deine Haut.

Ada wandte den Blick zu ihrer linken Schulter, machte ph!. Weißt du, mit wem ich in der Laube sitze?

Martha lächelte. Du wirst es mir gleich sagen.

Mit Jonas.

Welchem Jonas?

Als ob es so viele Jonasse gäbe.

Martha hob ungläubig die Brauen. Doch nicht mit dem jungen Herbrand? Der war seit dem Begräbnis seines Vaters nicht mehr hier. Ich weiß gar nicht, ob ich ihn wiedererkennen würde.

O doch, würdest du. Was ich dich fragen wollte, kann er seinen Jüngsten im Bügelzimmer wickeln, falls es sein muss?

Hat er ein Kind dabei?

Nicht nur eines, drei.

Und seine Frau?

Ada schüttelte den Kopf. Karen ist nicht dabei.

Hast du ihn nicht gefragt, wo sie ist?

Dazu bin ich noch nicht gekommen. Sie küsste Martha auf die Wange. Ich geh wieder, sobald ich Genaueres weiß, sag ich es dir.

Auf dem Rückweg nahm Ada sich ein Cola-Zitron von der Schank. Mit einem Mal spürte sie eine leichte Befangenheit.

Jenny war bereits mit ihrem Erdbeertörtchen zugange, Jonas hatte einen Eiskaffee vor sich stehen, er versuchte Walker zu erklären, dass im Lokal das Eis im Becher und nicht in der Tüte serviert werde. Walker schien knapp davor, wieder in Tränen auszubrechen.

Als sie erfasst hatte, worum es ging, nahm sie ihn an der Hand. Komm, wir gehen zum Eisstand, nehmen uns eine Tüte, dann kannst du dein Eis reingeben.

Walkers Gesicht hellte sich auf. Er schaute zu Jonas, um sicherzugehen, dass er richtig verstanden hatte.

Jonas wiederholte, was sie gesagt hatte, in der dritten Person und in deutlicher Aussprache.

She’s going to get you a cone, if you go with her, sagte Jenny rasch und an Jonas vorbei, als befürchte sie, dass er sie dafür rügen würde.

Kommst du?

Walker hielt sich an Adas Hand fest, während er vom Stuhl kletterte. Sie führte ihn zur Kuchenvitrine, an die der Eisstand anschloss.

Welche Sorte?, fragte das junge Mädchen, das für die Eisausgabe zuständig war.

Das Eis haben wir schon, es geht nur um die Tüte. Walker schaute interessiert zu den Eisboxen auf, sie hob ihn hoch, damit er sie besser sehen konnte.

Kann ich davon haben? Er deutete auf das Apfeleis. Das Mädchen, das die Tüte bereits in der Hand hielt, füllte sie mit einer grünen Kugel.

Das reicht. Ada nahm ihr die Tüte aus der Hand. Er hat draußen einen ganzen Becher. Als sie wieder an den Tisch kamen, hatte Walker einen grünverschmierten Mund wie ein Clown, der sich in der Farbe geirrt hat, aber die Kugel saß noch immer auf der Tüte.

Du warst lange nicht mehr hier. Sie versuchte, mit Jonas zu reden, während Jenny und Walker mit Essen beschäftigt waren und Jeremy noch schlief.

Nicht seit die Kinder auf der Welt sind. Höchste Zeit, dass ich mich um das Haus kümmere.

Ada wollte es so rasch wie möglich hinter sich bringen, also war es am besten, so zu tun, als frage sie aus Höflichkeit. Und Karen?

Jonas machte eine Bewegung, als wolle er den Finger auf den Mund legen, schaute dann verstohlen zu den Kindern. Sie musste in St. Louis bleiben.

Jenny hob den Kopf, rückte eine Spur näher an ihren Vater heran.

Who is she?, fragte sie, als habe sie Ada plötzlich als wildfremde Person ausgemacht.

Jonas wandte den Blick zuerst zu Jenny, dann zu ihr. Ada ist eine Schulfreundin von mir.

Jenny runzelte die Stirn, sah sie dabei zweifelnd an.

Ada und ich sind gemeinsam zur Schule gegangen. Ich hab dir doch gestern das Schulhaus gezeigt. Ada und ich sind hintereinandergesessen. Sie hat sogar ihr Pausenbrot mit mir geteilt.

Jenny schien es noch immer nicht glauben zu wollen, hielt es wohl für ein Spiel, gleichzeitig überlegte sie, ob sie mitspielen sollte.

Hattest du keins?

Doch, aber das von Ada schmeckte besser.

Auf Jennys Gesicht deutete sich ein Lächeln an. Hast du auch Erdbeertörtchen von hier in die Schule mitgenommen, Ada?

Offensichtlich hatte Jonas, während sie bei Martha war, den Kindern erzählt, dass sie hier zu Hause war.

Nein, keine Erdbeertörtchen, bloß Kekse.

Jenny legte sich den Arm ihres Vaters um die Schultern. Auch Schokoladekekse?

Ada nickte, suchte in Jonas’ Gesicht den Schüler mit dem langen dunklen Haar und den Stirnfransen, fand ihn aber nicht. Sie hatten ihn Prinz Eisenherz genannt, nach einem Comic, den Ada aus einer Altpapiersammlung gefischt hatte. Sein Kopf wirkte anders mit den kurzgeschnittenen Haaren und dem Streifen Bart, der sich um sein Kinn zog. Erst als er zu Jenny sagte, und was für Schokoladekekse, erkannte sie ihn am Blick. Damals hatte er andauernd die Augen aufgerissen, als bestünde das ganze Dasein aus einer einzigen Überraschung.

Walker hatte damit zu tun, das restliche Eis aus dem Becher in die Tüte zu stopfen, doch hatte sich die Tüte mit dem schmelzenden Eis so vollgesogen, dass sie demnächst aufbrechen würde. Ada schob ihm vorsorglich eine Serviette hin. Während er sich den Mund wischte, fiel ein Teil der Tüte auf den Tisch, aus dem anderen troff Eis auf seine Hose.

Jonas stand auf, versuchte mit seiner Serviette das Eis von Walkers Hose zu reiben, Ada holte inzwischen ein feuchtes Geschirrtuch aus der Küche. Während sie ihn abwechselnd säuberten, kratzte Walker unbeirrt mit dem Löffel das Eis vom Tischtuch. Als dann der Löffel an dem Stück Tütenwaffel scheiterte, griff er mit den Fingern danach, um es von ihnen abzulecken, es hatte sich mittlerweile zur Gänze verflüssigt.

Jonas richtete sich mit der zusammengeknüllten Serviette wieder auf, versuchte weiter, Walkers Hände sauberzuwischen, wogegen der anfangs protestierte, es dann aber zuließ, als er eingesehen hatte, dass das mit dem Eis nichts mehr werden würde.

Kann ich noch eine Kugel haben?, fragte er, wenn auch mit wenig Nachdruck.

Ada schaute Jonas an, aber der schüttelte den Kopf. Walker hing noch immer mit den Blicken an ihrem Gesicht. Bitte!

Nein! Jonas klang sehr bestimmt.

Ada war unsicher, ob sie sein Nein ernst nehmen sollte.

Jonas legte die Hand auf ihren Arm, als wolle er sie daran hindern, aufzustehen, um für Walker Eis zu holen, dabei lächelte er sie mit aufgerissenen Augen an. Kommt nicht in Frage.

In diesem Augenblick konnte sie Prinz Eisenherz erkennen, der lächelte, wenn er nein sagte.

Walker verzog das Gesicht, als erwäge er, seiner Bitte mit ein paar Tränen Nachdruck zu verleihen, wurde dann aber durch einen Hund abgelenkt, der auf der anderen Seite des Weges einen Zaunpfahl markierte.

Jonas’ Hand lag noch auf ihrem Arm, wurde mit einem Mal bedeutsam. Ihre von der Sonne gerötete Haut prickelte kaum merklich.

Keine Panik, Jonas lächelte noch immer, alles im grünen Bereich.

Jenny, die geräuschvoll die letzten Brösel von ihrem Teller schabte, zeigte auf Walker: Igitt, das gibt eine ganze Waschmaschine. Es hörte sich an wie ein gewohnheitsmäßiger Seufzer aus dem Familienalltag.

Der Hund war hinter der Uferböschung verschwunden, Walkers Blick kehrte zurück, er überlegte. Und Jeremys volle Hose, sagte er dann, als sei dies die einzig mögliche Antwort auf Jennys Bemerkung.

Doch Jenny war ihm mit einem: Jeremy trägt Pampers, und Pampers kann man nicht waschen, meilenweit voraus. Es würde wohl eine Weile dauern, bis ihm auch darauf etwas einfiel, was ihn ebenbürtig erscheinen ließe.

Jeremy fing ohne Vorwarnung zu brüllen an. Jonas nahm die Hand von Adas Arm, zog den Buggy näher heran, versuchte, Jeremy zu beruhigen, indem er ihm ein kleines Plastikauto in die Hand drückte.

Ada bot ihm erneut das Bügelzimmer an, aber ein Griff ins Gepäcksnetz des Buggys zeigte, dass sie die Pampers gar nicht mitgenommen hatten.

Angelockt von Jeremys Geschrei, kam die Serviererin an den Tisch, fragte, ob sie noch etwas bringen dürfe. Die Rechnung, bedeutete ihr Jonas.

Ada winkte ab. Ihr seid meine Gäste. Jonas’ fragenden Blick erwiderte sie mit einem For auld lang syne ...

Sie begleitete Jonas mit den Kindern bis zur Straße, auf der nur die Anrainer fahren durften. Ich wollte dich noch so vieles fragen.

Jonas hielt, sich verabschiedend, ihre Hand. Ich bin abends immer zu Hause. Er blickte auf die Kinder, spätestens um acht sind sie im Bett. Dann könnten wir auf der Terrasse ein Glas Wein trinken und über die letzten zwanzig Jahre reden. Wieder lächelte er sein Prinz-Eisenherz-Lächeln.

Demnächst ... Sie habe Martha versprochen, diesen Abend im Restaurant auszuhelfen.

Überleg nicht zu lange.

Dann eben morgen.

Sie sah ihnen nach, wie sie auf die Seeseite der nicht asphaltierten Straße wechselten. Es war nicht weit bis zum Herbrand-Haus, nur sehen konnte man es von hier aus nicht.

Jonas war einen Kopf größer als sie, wenn sie keine Absätze trug. Seine Schultern schienen kaum breiter als der übrige Rücken, und beim Gehen traten seine Gesäßmuskeln hervor. Er stand gut im Fleisch, wie Lilofee gesagt haben würde, aber nicht zu sehr, auch setzte er die Zehen ziemlich gerade in die Schrittrichtung. Wie er so den Buggy vor sich herschob, hatte Ada für einen Augenblick das Bedürfnis, sich selbst an dessen Griff festzuhalten.

Jeremy hatte wieder zu schreien begonnen, wollte aus dem Buggy, selber gehen oder getragen werden, was ihm Jonas auszureden versuchte. Walker hielt sich an seinen Jeans fest, Jenny hing an seinem Unterarm. Von hinten gesehen, wirkten sie als Gruppe dermaßen kompakt, als hätte jemand sie in eine Luftblase eingeschlossen, bevor er sie in dieser Welt aussetzte.

Martha wollte zu einem Konzert nach Ischl. Es hatte Zeiten gegeben, in denen sie auffallend oft nach Ischl gefahren war, aber die waren wohl vorbei. Konzert klang gut. Es hieß, dass sie sich auch um anderes kümmerte als um die Hauben für ihr Restaurant.

Abends kamen außer den Gästen, die zu Abend essen wollten, auch Stammgäste, vor allem jüngere, die sich auf einen Absacker im Seehaus trafen, darunter viele, die Ada von früher kannte, Einheimische und solche, deren Eltern hier Ferienhäuser besaßen.

Wann soll ich runterkommen?, fragte sie Martha im Vorübergehen.

Sieben genügt, aber du wirst vorher noch etwas essen wollen.

Sag mir Bescheid, wenn du dich umziehen gehst.

Du hast ja doch einen Sonnenbrand. Martha erhob sich hinter ihrem Schreibtisch, beugte sich nach vor, aber Ada blieb nicht stehen.

Martha rief ihr nach, sie solle die Aloe-vera-Creme nehmen, die auf der Etagère im Badezimmer liege, das sei das Beste für ihre Haut.

Es war das Zimmer, in dem Ada wohnte und schlief, seit sie mit Martha und Olli endgültig von Istanbul hierhergekommen war. Ein geräumiges Zimmer im ersten Stock, aus dem anschließenden kleineren hatte sie einen begehbaren Schrank mit viel Stauraum gemacht, in dem sie Dinge, die sie gerade nicht um sich haben wollte, verschwinden ließ.

Sie zündete sich eine Zigarette an, blies den Rauch mit langem Atem aus. Ihr war, als hätte sie sich bei irgendetwas überanstrengt, wusste aber nicht, wobei.

Sie legte sich auf die Chaiselongue, griff nach dem Aschenbecher, stellte ihn auf ihren Bauch. Die Chaiselongue war das erste Möbel, das sie sich um eigenes Geld gekauft hatte. Das heißt, sie hatte die Chaiselongue, deren Bezug verschlissen und voller Rotweinflecken war, auf einem Flohmarkt der freiwilligen Feuerwehr entdeckt. Danach hatte sie Olli dazu überreden können, sie mit dem alten Anhänger, den er am Gepäcksträger seines Fahrrads befestigte, zu holen, um sie zum Tapezierer zu bringen. Ada hatte etwas von ihrem Taschengeld gespart, aber bei weitem nicht genug, um den Stoff, den sie sich dafür vorstellte, sowie die Arbeitszeit des Tapezierers zu bezahlen. Also lag sie ihm erst mit Ratenzahlungen, dann mit dem Angebot, stundenweise für ihn zu arbeiten, in den Ohren, bis sie sich darauf einigten, dass sie ihm zureichte, die Werkstatt aufräumte, Kaffee kochte, bis alles abgestottert wäre. Als Lehrling, sagte er nach ein paar Tagen, würde er sie sofort nehmen. Aber sie meinte, sie könne noch nicht bei ihm anfangen, erst müsse sie die Matura machen. Ihr Vater habe das so gewollt.

Als Olli und sie dann mit der frisch bezogenen Chaiselongue ins Seehaus kamen, sparte Martha nicht mit Lob, gab ihr sogar Geld, um den Stoff für dazu passende Kissen zu kaufen, das Nähen hatte Ada sich selbst beigebracht. Es war ihr gelungen, dem Tapezierer, während sie zureichte, einiges abzuschauen, sie hatte sich mit dem Gedanken getragen, die Chaiselongue später neu zu beziehen, nach ihren noch eigeneren Vorstellungen, doch war es nie dazu gekommen, auch die Kissen waren noch immer dieselben. Seppi hatte die Farbzusammenstellung grenzgenial gefunden, sogar gemeint, dass sich daraus, wenn ihr einmal sonst nichts einfiele, eine eigene Linie entwickeln ließe.

Dass Ada diesen Abend den Ausschank übernahm, auch die Küche kontrollierte, war reine Gefälligkeit. Seit sie selbständig arbeitete, erwartete Martha nicht mehr, dass sie im Seehaus mithalf. Sie solle sich in den paar Tagen, die sie zu den üblichen Zeiten – Weihnachten, Ostern und den zwei, drei Wochen im Sommer – im Seehaus verbrachte, ein wenig erholen. Die Arbeit würde ihr schon nicht davonlaufen. Sosehr Ada dieses Mithelfen im Restaurant früher gehasst hatte, so entspannt stand sie jetzt hinter der Theke, ließ Kaffee aus der Maschine oder schenkte Getränke aus.

Die jungen Leute, die hier abhingen, betrachteten seit Jahren das Seehaus als ihr abendliches Wohnzimmer mit Barbetrieb, setzten sich an die Theke, um mit Martha, ihr oder miteinander zu reden, manchmal sogar im Stehen, oder sie holten sich ein Glas Wein, verschwanden damit in der Laube, um zu rauchen oder sich ungestört mit jemandem zu unterhalten.

Die, die anderswo lebten und arbeiteten, aber hier am See Urlaub machten, schauten meist gleich am ersten Abend vorbei, wollten wissen, wer sonst schon hier oder – wie sie – gerade erst gekommen wäre. Sie war mit einigen zur Schule gegangen, andere kannte sie vom Strand oder aus der Zeit, in der sie sich an den Wochenenden in der Disco des Nachbarorts austobten, bis jemand von der Elterngeneration sich erbarmte und sie spät nachts nach Hause holte, damit sie nicht zu einem Angetrunkenen ins Auto stiegen.

Viele von ihnen mussten auch Jonas gekannt haben. Sie würde ihnen sagen, dass er gekommen war, um sich endlich um das Haus zu kümmern, das seit Jahren leer stand.

Jonas, sie und Olli waren, solange sie gemeinsam zur Schule gingen, beste Freunde gewesen. Als Jonas’ Mutter gestorben war, waren sie noch näher zusammengerückt. In den Ferien fuhr Jonas jedes Mal für ein paar Wochen zur Familie des Bruders seiner Mutter nach St. Louis, von wo er ihnen die neuesten Magazine und CDs mitbrachte sowie Comics und ausgefallene T-Shirts, um die sie in der Schule beneidet wurden.

Ihr fiel ein, dass die Schlangenknöchelchen und die nassen Badesachen noch in der Tasche lagen; sie stand auf, hängte Badeanzug und Handtuch auf den Wäscheständer im Bad. Sie schaute in den Spiegel, auch ihr Gesicht hatte sich gerötet. Vor mehr als zehn Jahren hatte ihr Jonas ein T-Shirt aus St. Louis mitgebracht. Es war lange ihr Lieblingsshirt gewesen, bedruckt mit den ersten Mangafiguren, die ihr untergekommen waren, daher hatte sie es aufgehoben. Sie tuschte sich die Wimpern, setzte jeweils einen Punkt unter ihren Wimpernkranz, dann zündete sie sich eine weitere Zigarette an.

Wind war aufgekommen, bog die Äste der Kastanie vor ihrem Fenster so weit auseinander, dass sie ein kleines Stück der oberen Felskante der hinter dem See aufragenden Wand sehen konnte.

Auf ihrem Arbeitstisch lag ein Karton, auf den sie die Rückenansicht einer knienden Frau – aus einem Magazin gerissen, mit sich verwerfenden Rissrändern – geklebt hatte, die von einer Farblandschaft umgeben war, deren Pigmentkrusten auf die Ränder der Magazinseite übergriffen. Sie hob nun die Skelettteile der Ringelnatter einzeln mit der Pinzette an die Stelle, an der das Rückgrat der Frau verlief, schob sie ein wenig zur Seite, um Klebstoff aufzutragen, hob sie noch einmal an, drückte sie vorsichtig auf den Kleber, trat zurück, verschob sie noch einmal um eine Winzigkeit, stieg dann auf den Stuhl, um das Ganze von oben zu betrachten, ehe sie es fotografierte.

Ada hatte eine Flasche Wein unterm Arm, auch eine Tüte mit Schokoladekeksen in der Tasche, wie Martha sie noch immer für ihre Gäste backen ließ, als sie um Viertel nach acht beim Herbrand-Haus erst nach der Klingel suchte, bevor sie sich an den alten Türklopfer erinnerte, der anscheinend noch in Gebrauch war. Sie schlug mehrmals damit gegen das Holz, hörte leichte, ein wenig schlurfende Schritte, von weiter weg Jonas’ Stimme: Das ist Ada.

Jemand versuchte, von innen die Tür zu öffnen, schien aber die Klinke nicht fest genug herunterdrücken zu können, Ada musste nachhelfen. Walker stand vor ihr in einem braunen Bärenpyjama mit ebensolchen Tatzenpantoffeln an den Füßen.

Hi, Grizzly, ist dein Dad zu Hause?

Walker nickte, als hätte es ihm die Rede verschlagen, streckte ihr zaghaft die Hand entgegen.

Ich dachte, ihr seid bereits im Bett.

Glucksend führte Walker sie in die Wohnküche. Es ist ganz hell draußen, da kann man nicht schlafen.

Jonas spülte gerade eine Teekanne aus, küsste sie zur Begrüßung auf die Wange, ohne sie mit den nassen Händen zu berühren.

Jeremy stemmte, an einen Küchenhocker gelehnt, sein Nuckelfläschchen. Die mächtigen Schlucke trieben ihm das Wasser in die Augen, dennoch versuchte er, es in einem Zug zu leeren. Ada musste an die Möbelpacker denken, die die Bilder und größeren Objekte in Ollis Galerie lieferten, wie sie nach getaner Arbeit ihr Bier auf dieselbe Weise kippten.

Eigentlich ist er schon zu alt für das Fläschchen, aber seit einigen Tagen besteht er wieder darauf, vor dem Schlafengehen einen zu heben. Jonas trocknete die Teebecher ab, verstaute sie im Küchenschrank.

Genau wie Dad, der trinkt sein Bier auch aus der Flasche. Erst jetzt bemerkte sie Jenny, die mit einem Buch auf der Fensterbank saß.

Jonas schaute auf die Uhr. Los jetzt, ab in die Höhle ... Er nahm Jeremy das leere Fläschchen ab, hob ihn hoch, stupste Walker. Walker krümmte sich, als hätte er einen Schlag erhalten. Ich bin aber nicht müde.

In die Höhle mit dir, hab ich gesagt.

Walker setzte sich auf einen Küchenstuhl, ließ seine Bärentatzen baumeln. Jeremy rülpste so laut, dass er selbst erschrak. Verschämt lächelnd, barg er sein Gesicht an Jonas’ Hals.

Mach kein Theater, Walker, ich bin ein schlechter Zuschauer.

Walker dachte angestrengt nach, während er seine Tatzen beim Baumeln beobachtete.

Ich geh schon, aber nur, wenn sie mir von dem Hund erzählt, der sie immer von der Schule abgeholt hat.

Jonas hatte offenbar mit den Kindern über sie gesprochen.

Er ist verliebt in dich, flüsterte Jonas ihr ins Ohr. Könntest du ihn ins Bett bringen, während ich Jeremy noch einmal auf den Topf setze?

Okay, Walker, wenn du die Geschichte von Sim wirklich hören möchtest. Aber es ist eine Gutenachtgeschichte. Man bekommt sie nur zu hören, wenn man im Bett liegt.

Walker war sich der Tragweite des Kompromisses bewusst, erwog die Bedingungen, war schließlich bereit, sie anzunehmen. Allerdings ohne besondere Eile.

Ich geh noch einmal auf den toilet. Er ließ sich langsam, geradezu umständlich vom Küchenstuhl gleiten, schlurfte gemessen durch den Gang. Es dauerte geraume Zeit, bis sie ihn die Klospülung ziehen hörte.

Als er dann endlich im Bett lag, Jeremy war inzwischen eingeschlafen, fing sie an von Sim zu erzählen, dem einzigen Hund, den sie und Olli je gehabt hatten, einem in ihrer Laube ausgesetzten Findelhund. Dort hatten sie ihn auch an einem ungewöhnlich warmen Frühlingsnachmittag gefunden, als sie ihre Schulaufgaben unbedingt im Freien machen wollten.

Warum hat er Sim geheißen? Walkers Stimme klang tief, als käme sie aus der Mitte seines kleinen Körpers.

Das kommt von Simsalabim, dem Zauberspruch.

Walker richtete sich im Bett auf. Hat er auch gezaubert?

Nicht wirklich. Aber er hat, als er noch ein Welpe war, alle möglichen Sachen zum Verschwinden gebracht, vor allem Schuhe, aber auch Spielsachen.

Warum?

Um seine Zähne zu schärfen. Er hat sie irgendwo versteckt, um sie in Ruhe zu zerbeißen.

Walker lachte, rutschte zurück auf sein Kissen. Er begann, sich mit dem Saum seiner Sommerdecke über die Oberlippe zu streichen, während sie davon erzählte, wie sie Sim großzogen, wie er angefangen hatte, vor der Schule auf sie zu warten, weil er sich zu Hause einsam fühlte. Walkers Blick wurde langsam glasig, bis er schließlich die Decke sinken ließ, ihm die Augenlider immer öfter zufielen. Doch wann immer sie aufhörte zu erzählen, war er wieder wach, bestand darauf, dass sie weitermachte, bis ihn der Schlaf dann irgendwann doch übermannte.

Als Ada zurück in die Küche kam, saß Jenny noch immer auf der Fensterbank, das Buch auf den Knien. Jonas holte Weingläser aus dem Küchenschrank, öffnete die Flasche, die sie mitgebracht hatte. Offenbar verhandelten sie gerade über etwas, denn während Jonas die Gläser gegens Licht hielt, um zu sehen, ob sie auch sauber genug waren, sagte Jenny mit großer Bestimmtheit: Acht ist für die Kleinen. Ich darf eine Stunde länger aufbleiben.

Wer sagt das? Jonas stellte die Gläser auf ein Tablett.

Mom. Mom hat gesagt, dass ich eine Stunde länger aufbleiben kann als die Kleinen. Ich möchte noch lesen.

Jonas schwieg eine Weile. Aber du bist, seit wir hier sind, immer um acht ins Bett gegangen.

Jenny wippte mit den Knien, dass das Buch vibrierte. Weil ich müde war. Ich musste mich erst an hier gewöhnen.

Jonas schaute auf die Uhr. Es ist zehn vor neun. Lesen kannst du auch im Bett.

Hier ist mehr Licht.

Okay, du kannst bleiben, solange es noch hell ist. Dann gehst du bitte ohne Getöse ins Bett.

Dad! Jenny schrie förmlich: And who ’ll kiss me good night?

Jonas ging zu ihr, sie warf ihre Arme um seinen Hals. Er küsste sie auf die Stirn, löste sich dann behutsam, aber bestimmt, aus ihrer Umarmung.

Ada fühlte sich plötzlich als Eindringling. Sie wusste nicht, wie sie sich verhalten sollte, nahm das Tablett mit den Gläsern samt der geöffneten Weinflasche, ging damit auf die Terrasse hinaus, die sie von früher kannte.

Es war ein makelloser Sommertag gewesen, dem eine warme Nacht folgen würde. Obwohl es in der Gegend für gewöhnlich rasch abkühlte, waren an diesem Abend selbst die Gartenmöbel noch warm. Adas Schultern spannten ein wenig, aber es war kein echter Sonnenbrand, wie Martha geargwöhnt hatte.

Jonas kam mit drei gedrechselten Schalen aus Walnussholz, wie sie in der Gegend gebräuchlich waren, an den Tisch, in die er Nüsse, Chips und Cracker gefüllt hatte, und atmete geräuschvoll aus, bevor er sich in den alten Rohrsessel fallen ließ.

Von der Terrasse aus konnte Ada Jenny auf der Fensterbank sitzen sehen. Als sie merkte, dass sie sie im Blick hatte, begann sie demonstrativ in ihrem Buch zu blättern.

Möglicherweise schläft sie auf der Fensterbank ein, aber solange es hell ist, wird sie uns nicht aus den Augen lassen. Jonas lächelte auf eine Weise, die ihr den Handel, den er mit seiner Tochter geschlossen hatte, erklären sollte, obwohl er sich nicht sicher schien, dass sie ihn verstehen würde. Er versuchte es noch einmal. Jenny leidet am meisten darunter.

Wieso sie? Weil sie ein Mädchen ist?

Sie hat vieles mitbekommen, ist aber intelligent genug, sich noch Schlimmeres auszudenken, als ohne ihre Mutter auskommen zu müssen. Jonas schenkte die Gläser voll, rückte die Holzschalen näher zu ihr hin.

Hat Karen dich verlassen?

Sie hat ein Problem, darum musste sie in St. Louis bleiben.

Das ist alles? Ein Problem? Was für ein Problem?

Jonas starrte in sein Weinglas.

Ein anderer Mann, Drogen, Alkohol?

Das läuft so ziemlich auf dasselbe hinaus.

Sie griff nach seiner Hand. Und du kannst nichts für sie tun?

Das Einzige, was ich tun kann, ist, mich um die Kinder zu kümmern.

Sie glaubte, Jonas umarmen zu müssen, um ihm zu zeigen, dass sie begriff, wie sehr er gefordert war. Seppis Stimme in ihr hielt dagegen. Du bist keine Schutzmantelmadonna, glaub mir. Dieser Jonas hat Pech gehabt, wie wir alle.

Was wirst du tun? Sie drückte kurz seine Hand, zog dann die ihre zurück. Gehst du wieder nach St. Louis?

Jonas hob sein Glas, schlug es leicht an das ihre. Es waren alte Gläser, noch aus der Zeit seiner Großeltern, sie klangen wie ein Musikinstrument.

Ich bleibe.

Sie hob interessiert die Brauen.

Nicht hier, aber in Österreich. Es gibt einen Mangel an qualifizierten Lehrern. Ich werde an einer Wiener Privatschule Biologie und Englisch unterrichten.

Sie tranken beide von ihrem Rotwein.

Und die Kinder?

Was in solchen Fällen unumgänglich ist: Krippe, Kindergarten, Schule mit Nachmittagsbetreuung.

Wird nicht leicht für dich werden. Und warum Wien?

In St. Louis habe ich keine Stelle bekommen.

Als Lehrer?

Als Biologe.

Der Grund oder einer der Gründe?

Jonas lachte. Du hast dich nicht verändert, immer direkt ins Fleisch.

Warum also Wien?

Heimweh? Er sagte es, als biete er ihr ein Wort an, überlasse es jedoch ihr, ob es ihr brauchbar erschien oder nicht.

Ada überlegte, trank einen Schluck Wein, behielt ihn eine Zeitlang im Mund.

Sehnsucht? Er versuchte es mit einer Variante.

Sie schüttelte erst den Kopf, wiegte ihn dann hin und her, als könne sie sich mit dem Gedanken anfreunden. Na ja, wenn du meinst.

Jonas schien sich langsam zu entspannen. Er versuchte, mit dem Finger den Rand seines Glases zum Singen zu bringen.

Ich traue dem hiesigen Schulsystem einigermaßen.

Ada hob ungläubig den Kopf, machte: Ha, ha!

Im Allgemeinen. Natürlich gibt es in den Staaten bessere Schulen, viel bessere. Aber wenn du keine Stelle hast, hast du auch das Schulgeld für die besseren nicht. So einfach ist das.

Das meinst du also mit Sehnsucht? Sie hatte versucht, ihn nachzuahmen, was ihr gut genug gelungen war, um sie beide zum Lachen zu bringen.

Jenny kam mit ihrem Buch unterm Arm, als wäre es das Natürlichste von der Welt, sich zu ihnen zu setzen.

Jonas versuchte, sie mit einem suggestiven Blick ins Bett zu schicken, aber sie tat, als merke sie nichts.

Ich möchte mitlachen. Sie zog die Beine an, umfing ihre Knie mit den Armen, schaute herausfordernd von Jonas zu ihr und von ihr zu Jonas. Sagt schon, worüber ihr lacht. Sie zog die Nase kraus, beugte sich zu Jonas’ Glas, verzog auch noch den Mund. Ihr trinkt Wein, igitt!

Als Ada, die nicht wusste, was sie sonst tun sollte, sich eine Zigarette anzündete, vertrieb Jenny mit fächelnden Bewegungen den Rauch.

Wir lachen über die Tricks von Kindern, die abends nicht ins Bett finden, die auch nicht wissen, dass sie sich damit Ärger einhandeln. Jonas klang ganz ruhig.

Jenny schlug mit dem Buch wie zum Nachdruck auf den Tisch. Ich habe noch fünf Minuten, bis der Himmel ganz dunkel ist.

Gut, ich stoppe. Jonas schaute auf die Uhr, stellte die Zeit ein.

Spielverderber! Jenny rutschte vom Stuhl. Aber wenn es darum geht, morgens aufzustehen, hast du tausend Ausreden, warum du noch schlafen musst. Sie näherte sich Jonas von der Seite, schmatzte ihm einen Gutenachtkuss auf die Wange, dann entfernte sie sich.

Gute Nacht, Jenny, rief Ada ihr nach. Jenny hob nur die Hand, bewegte dabei die Fingerspitzen, ohne sich nach ihr umzudrehen.

Bist du immer so streng mit ihr?

Jonas nahm sich ein paar Nüsse. Streng? Abends sind Väter auch Menschen.

Geht sie jetzt wirklich ins Bett?

Durchaus möglich, dass sie noch einmal angetanzt kommt. Jonas lehnte sich zurück, knabberte weiter an den Nüssen.

Wolltest du mir nicht erzählen, was alles passiert ist, seit ich nicht mehr hier war?

Was willst du hören?

Was du machst, wie du lebst, was ist mit Olli? Ich weiß noch, dass ihr beide nach Wien gegangen seid, um Kunst zu studieren.

Angewandte. Danach habe ich ein paar Jahre in England am Surrey Institute in Epsom und am Royal College of Art studiert. Zum Glück konnte ich bei Edwina, einer Schwester meines Vaters, wohnen.

Klingt vielversprechend.

Ich habe die Versprechen nicht eingelöst.

Das heißt?

Zu wenig begabt, zu wenig zielstrebig, zu wenig ehrgeizig, ich weiß es nicht. Jedenfalls bin ich wieder zurückgekommen, obwohl ich eigentlich in London bleiben wollte.

Warum?

Wieder ahmte sie Jonas nach: Sehnsucht?

Wieder mussten sie beide lachen.

Entschuldige, dass ich so direkt frage, aber wovon lebst du?

Ich arbeite für Olli.

Hätte ich mir denken können.

Was?

Dass Olli der Chef ist. Aber Chef von was?

Olli hat von der Angewandten bald zur Wirtschaftsuniversität gewechselt und ist später auch nach London gekommen. Vor zwei Jahren haben dann er und sein englischer Freund Pete in Wien eine Galerie aufgemacht, nachdem das Konzept der Londoner Galerie, das die beiden entwickelt hatten, aufgegangen ist.

Muss ich es mir so vorstellen: Olli und dieser Pete sind die Macher, du bist ihre Kreative? Die Bilder malt, Kunstfotos macht oder das ultimative Bananenei aus weißem Porzellan entwirft, in dessen Löchern die Bananen einzeln stecken, um nicht zu faulen?

Sie haben auch andere Leute unter Vertrag, vor allem andere. Ich bin das Hobby, an mir verdienen sie nichts.

Noch nichts, glaub mir. Olli hat schon immer gewusst, was er an dir hat. Jonas hatte die Augen aufgerissen, suchte in den ihren nach der Bestätigung dessen, was er damit sagen wollte. Erinnere dich an das Modell des Weltraumcruisers, das du damals in zwei Nächten entworfen, dann aus den unscheinbarsten, alltäglichsten Dingen zusammengebaut hast, weil Olli und ich mit der Handkamera, die mein Vater mir zu Weihnachten geschenkt hatte, einen Weltraumfilm drehen wollten. Du hast damals mit deiner kleinen Olympia eine ganze Fotostrecke von dem Cruiser gemacht.

Vergiss es. Ich weiß nicht einmal mehr, wo die Fotos hingekommen sind.

Jonas beugte sich zu ihr: Hier, sie sind hier. Ich habe sie in einer Kommodenlade in meinem alten Zimmer gefunden. Du solltest sie dir anschauen, damit du siehst, wie gut du damals schon warst.

Handwerk. Das ist die Voraussetzung. Ich bin damit beschäftigt, anders zu denken. Wie aber danach handeln, das ist die Frage.

Kannst du mir das näher erklären?

Kann ich nicht, will ich nicht. Zumindest nicht heute Abend.

Wenn das heißt, dass du von nun an öfter kommst, lasse ich locker.

In der Küche ging das Licht an. Ada konnte sehen, wie Jenny eine Packung Saft aus dem Kühlschrank nahm, etwas davon in ein Glas füllte. Sie wandte sich wieder ab.

Du wolltest wissen, wie ich lebe? Zurzeit alleine, im kleineren Teil der Wiener Wohnung, die Martha von unserer Großmutter geerbt hat. Ohne Hund, ohne Katze, mit einer Palme, von der ich mich demnächst trennen werde, weil sie den Platz in meiner Werkstatt verstellt. Frag mich nicht, wie ich unter diesen Umständen überhaupt etwas zustande bringe.

Und im größeren Teil der Wohnung ...?

Wohnen Olli und Pete.

Jonas nickte, als hätte er es immer schon gewusst.

Sie haben die gesamten Renovierungskosten übernommen.

Jonas nahm ihre Hand, studierte die Linien auf deren Innenfläche. Ich sehe ein großes Atelier mitsamt einer Dachterrassenwohnung. Er fuhr mit seinem Zeigefinger langsam eine der Mittellinien entlang, wobei er einen Hautreiz auslöste, der sich über ihren Arm und die Schulter bis zu ihrem Nacken fortsetzte. Sie zuckte unwillkürlich.

Es funktioniert also noch. Er stand lächelnd auf, stellte sich wie beiläufig neben sie. Ehe sie es verhindern konnte, strich er mit den Fingern ihre Wirbelsäule entlang, verstärkte leicht den Druck seiner Hand, genau am empfindlichsten Punkt. Das ließ sie noch deutlicher reagieren, diesmal mit beinah hysterischem Gekicher, gleichzeitig versuchte sie, ihn sich durch Boxen vom Leib zu halten. Er wich ihren Fäusten geschickt mit tänzelnden Schritten aus, was sie erst recht zum Lachen brachte.

Sie hatten beide nicht bemerkt, wie Jenny mit ihrem Glas an den Tisch zurückgekommen war.

Was macht ihr? Sie stellte das Glas so heftig auf den Tisch, dass ein Teil des Saftes überschwappte. Warum streitet ihr euch?

Jonas und Ada hielten inne, suchten nach einer Erklärung. Ada kam Jonas zuvor. Wir streiten gar nicht. Jonas wollte bloß herausfinden, ob ich noch genauso kitzlig bin wie zu unserer Schulzeit. Wie du siehst, mit Erfolg.

Jonas konnte es nicht lassen, sie noch einmal an jener Stelle zu berühren, so, als spiele er auf ihren Rückenwirbeln Klarinette, was sie wider Willen aufs Neue mit jenem kreischenden Lachen quittierte.

Jenny hatte Feuer gefangen. Sie stellte sich neben Jonas, um zu sehen, wie er es machte, dann tippte auch sie mit ihren kleinen Fingern auf Adas Rückgrat. Obwohl es nicht die richtige Stelle war, wand Ada sich, kicherte, strampelte, dass auch Jenny lachen musste.

Hört auf, hört auf, flehte Ada theatralisch, was Jenny nur noch mehr anspornte.

Plötzlich hob Jonas Jenny hoch, legte sie sich über die Schulter. Genug getobt. Das ist ein Männerhaushalt. Wenn zwei Frauen gleichzeitig vor Lachen kreischen, kriegen sämtliche Gläser einen Sprung.

Jenny, die noch immer lachte, versuchte nun ihrerseits, Jonas zu kitzeln, aber der winkte ab. Ich bin gegen Kitzeln immun. Aber dich bringe ich jetzt ins Bett, Fräulein Nachteule. Ein für alle Male, kapiert?

Jenny zog ein Gesicht, fügte sich aber.

Vielleicht sagst du auch zu deinem Opfer gute Nacht.

Nacht, murmelte Jenny in Richtung Ada. Sie schmiegte ihren Kopf an Jonas’ Hals, ließ sich von ihm nach oben tragen.

Ada zündete sich eine Zigarette an, begann auf der Terrasse auf und ab zu gehen. Kinder, sie hatte nie wirklich an Kinder gedacht. Kinder, das waren die Kinder ihrer Kindheit, alle, die zusammen mit ihr Kinder gewesen waren. Sie hatte dieses Kindsein immer und gegen alle Argumente verteidigt. Jetzt sah es mit einem Mal so aus, als würde sie auf der anderen Seite stehen. Von nun an waren die Kinder die anderen. Und sie, Olli, Jonas? Kaum hatte sie an Jonas die Spuren des damaligen Kindes ausmachen können, stellte sich heraus, dass auch er zu den anderen gehörte.

Selbst im Verhältnis zwischen ihr und Olli war ihre Kindheit immer lebendig geblieben. Sie würde Jonas nie mehr einholen können. Prinz Eisenherz hatte selbst drei Kinder, um die er sich kümmerte. Früher hatte sie in Jonas den Komplizen gesehen, der gegen Olli bestehen konnte, aber das stimmte so nicht. Nicht für die letzten Jahre ihrer Freundschaft. Etwas hatte sich quergelegt, das Gleichgewicht gestört.

Jonas hatte an der Washington University in St. Louis studiert, irgendwann hieß es, er habe geheiratet. Einmal, vor vielen Jahren, war er gekommen, um Karen seinem Vater vorzustellen. Bald darauf noch einmal, allein, zum Begräbnis seines Vaters. Da war Karen bereits schwanger und sollte nicht fliegen.

Sie konnte sich noch an Karen erinnern, flachshaarig, sommersprossig, mit wasserblauen Augen und Stelzenbeinen, äußerlich das absolute Gegenstück zu Jonas. Karen und Jonas wirkten noch so jung damals, dass selbst sie sich alt dagegen vorgekommen war. Genau genommen, hatte Karen ausgesehen wie aus einem Bilderbuch von Kate Greenaway, bis auf die Garderobe, die war eindeutig US country und nicht UK victorian.

Wo mochte dieses Bilderbuchmädchen jetzt sein? Mit einem lover den highway 1 entlang? In einer Klinik, einem Sanatorium oder unter Aufsicht der Familie? Ob sie nach drei Geburten immer noch aussah, als sei sie gerade beim Spielen von einem Heuhaufen gefallen? Jonas wollte offensichtlich nicht darüber reden, vielleicht später, in Wien, wenn sie sich öfter sehen würden?

Ada hatte sich rauchend aus dem Lichtkegel der Terrassenlampe entfernt, jetzt hörte sie Jonas, die Hand über den Augen, nach ihr rufen.

Bin schon da. Sie ließ sich wieder in den Rohrstuhl fallen.

Und Olli? Jonas schenkte Wein nach. Raucht auch er noch?

Wenn er es sich nicht in den letzten zwei Wochen abgewöhnt hat, dann ja.

Sein Freund Pete auch?

Der hat nie geraucht. Sie wollte Jonas ein wenig zappeln lassen. Solange er nicht über Karen sprach, würde sie sich nicht weiter über Ollis Privatleben auslassen.

Kommt er im Sommer nicht mehr an den See?

Gelegentlich, aber zurzeit ist er auf Einkaufstour in Istanbul. Die Galerie bemüht sich neuerdings um Gegenwartskunst aus dem Nahen Osten.

Leuchtet ein, oder?

Ada nickte.

Du begleitest Olli gar nicht?

Doch. Wenn ich an einem toten Punkt bin oder unbändige Lust auf Saz-Musik habe.

Jetzt, wo sie allein waren und ungestört miteinander hätten reden können, entstand wieder eine leichte Befangenheit zwischen ihnen. So, als könnte das Leben, das sie in den letzten zehn Jahren jeder für sich geführt hatten, rückwirkend Einfluss auf die Zeit, in der sie miteinander so vertraut waren, nehmen, sie dazu bringen, diese Jugendjahre in einem anderen Licht zu sehen. Sätze wie das habe ich mir gleich gedacht oder du warst damals schon waren in diesem Zusammenhang gefährlich, warfen Schlaglichter auf das Keimen von Konflikten, die erst später zum Ausbruch kamen. Dadurch, dass ihr Anfang so weit zurückversetzt wurde, schienen sie erst recht unvermeidlich.

Offenbar spürte Jonas das. Er bestand nicht weiter darauf, über Olli zu reden.

Was ist mit den anderen aus unserer Klasse?

Ada zählte sie alle auf, zumindest die aus der Maturaklasse. Robert arbeitete im Kaufhaus seiner Eltern, Katrin war dabei, ihre Fachausbildung in Pädiatrie zu absolvieren, Tim betrieb ein Tattoo-Studio, Alexandra arbeitete im Büro einer Bank in Graz, Lena hatte wider Erwarten anstelle ihres Bruders den Bauernhof der Eltern übernommen und einen Ponyreitstall für Kinder daraus gemacht, Lois und Frieda waren als Touristiker in verschiedenen Landesverbänden zugange.