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Marlitt Wendt

Gut gemacht!

Mehr Motivation durch richtiges Loben

Mit Begeisterung zum Erfolg

Schritt für Schritt zum typgerechten Belohnen

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Impressum

Copyright © 2014 by evipo Verlag, Nicole Künzel, Fuhrberg

Gestaltung und Satz: Designatelier Orterer

Titelfoto: Christiane Slawik

Fotos Innenteil: Cornelia Ranz

Illustrationen: fotolia © Rokfeier

Lektorat: Christa-Maria Ossapofsky

Druck: Finidr, s.r.o., Czech Republic

Alle Rechte vorbehalten.

Die Deutsche Nationalbibliothek verzeichnet diese Publikation in der Deutschen Nationalbibliografie; detaillierte bibliografische Daten sind im Internet über http://dnb.ddb.de abrufbar.

Das Werk ist einschließlich aller seiner Teile urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der engen Grenzen des Urheberrechtsgesetzes ist ohne Zustimmung des Verlages unzulässig und strafbar. Das gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung und Verarbeitung in elektronischen Systemen.

ISBN: 978-3-945417-01-0

Alle Methoden und Anregungen in diesem Buch wurden sorgfältig geprüft. Achtsamkeit ist dennoch bei der Umsetzung geboten. Verlag und Autor übernehmen keinerlei Haftung für Personen-, Sach- oder Vermögensschäden, die im Zusammenhang mit der Anwendung oder Umsetzung entstehen könnten.

Vorwort

Motivation verstehen

Der Schlüssel zu mehr Energie und Freude

Freude und Gefühl

Echte Freude

Spaß vermitteln

So lernen Pferde gerne

Woher kommt Begeisterung?

Selbst begeistert sein

Volle Power – den eigenen Weg finden

Das Handwerkszeug kennenlernen

Das korrekte Timing

Das passende Kriterium: Warum erhält mein Pferd ein Lob?

Die richtige Belohnungsrate: Wie oft und wie viel?

Erwartungen loslassen

Training leicht gemacht

Spielregeln für Pferd und Mensch

Für jeden das Richtige

Anerkennungs-orientierter Motivationstyp

Körperkontakt-bedachter Motivationstyp

Bewegungsfreudiger Motivationstyp

Verspielter Motivationstyp

Futterorientierter Motivationstyp

Freude ausstrahlen

Immer ein Lächeln auf den Lippen

Bewegungen spiegeln

Der eigene Fokus

Energie ausstrahlen

Lobformen kennenlernen

Du bist das Größte

Zeit für Zärtlichkeit

Bewegung ist toll!

Let’s play

Leckerli und Co

Wie es dir gefällt

Training optimieren!

Auch Füttern will gelernt sein

Höflichkeitstest: Kannst Du wegschauen, wenn ich im Futterbeutel wühle?

Leistung steigern

Achtung: Konkurrierende Motivation

Belohnungen ausschleichen

Schlusswort

Impressum

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Vorwort

Das richtige Lob zur richtigen Zeit: So leicht, wie es klingt, ist es in der Realität gar nicht! Es fällt vielen Reitern immer noch schwer, ein „gut gemacht“ so zu gestalten, dass es das Pferd auch wirklich verstehen und annehmen kann. Dabei gibt es viel mehr Möglichkeiten ein Lob auszusprechen als das altbekannte Klopfen am Hals, welches viele Pferde gar nicht sonderlich schätzen. Pferde verstehen ein Lob immer dann, wenn es von Herzen kommt und wenn es eine Belohnung verspricht, die ganz im Sinne der Vorlieben des Pferdes ist. Dabei reicht die Palette der Belohnungsmöglichkeiten vom Streicheln über das Stimmlob bis hin zum Belohnungsleckerli. Sämtliche Möglichkeiten erhöhen die Motivation des Pferdes, etwas für uns zu tun und festigen damit unsere Beziehung. Als Verhaltensbiologin habe ich in diesem Buch das nötige Grundwissen zum Thema Motivation zusammengestellt und möchte darstellen wie einfach es ist, mehr Freude und Begeisterung mit dem Pferd zu teilen.

Entdecken Sie die vielen Möglichkeiten, Ihr Pferd zu motivieren, lernen Sie ganz neue Seiten an Ihrem vierbeinigen Partner kennen und denken Sie daran: Ein Lächeln, wenn Sie den Stall betreten ist das erste Lob für Ihr Pferd! Mit einem Lächeln können Sie dann den Stall wieder verlassen.

In diesem Sinne wünsche ich Ihnen viel Spaß beim Lesen und Entdecken!

Ihre

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Motivation verstehen

Der Weg zum Herzen des Pferdes führt über die Motivation: Wenn zwei Wesen die gleichen Beweggründe sehen und spüren, werden sie sich gemeinsam daran orientieren und miteinander durchs Leben gehen.

Der Schlüssel zu mehr Energie und Freude

Die Motivation des Pferdes ist der sagenhafte Schlüssel zu jener geheimnisvollen Tür, hinter der sich Begeisterung und Freude im Austausch zwischen Mensch und Pferd verstecken. Wer ihn findet, der wird gemeinsam mit dem Vierbeiner neue Welten entdecken können, die für andere Menschen ewig verschlossen bleiben. Er kann erfahren, was das Pferd wirklich bewegt, wofür sein Herz schlägt und wie beide zusammen Spaß haben und gemeinsame Ziele erreichen können. Ist das Pferd motiviert, strebt es in seinen Handlungen nach derselben Erfüllung wie der Reiter und alles andere wird nebensächlich. Ein Team im Gleichklang wird über sich selbst hinauswachsen. Hilfsmittel wie Zügel, Gerte oder eine bestimmte Ausrüstung werden zur Nebensache und Grenzen werden zu Chancen. Es zählt einzig der gemeinsame Fokus, das Erleben des Augenblicks und das kooperative Miteinander.

Freude und Gefühl

Wir alle kennen bereits die Mechanismen, welche die wissenschaftliche Motivationstheorie zu erklären und genauer zu erforschen versucht, aus unserer alltäglichen Erfahrung: Ob Mensch oder Pferd – jedes Individuum handelt auf der Basis der eigenen Bedürfnisse. Die Summe der aktuellen Bedürfnisse, die von Hunger über Neugier bis zur Fortpflanzungsbereitschaft reichen, bestimmt dabei die Handlungsbereitschaft. In der einen Minute steht uns der Sinn nach Unterhaltung und Kommunikation, während wir in einem anderen Augenblick das Bedürfnis nach Ruhe und Kontemplation verspüren. Vereinfacht gesagt wird unsere Motivation durch einen Mangel bestimmt, den unser Körper dann auszugleichen versucht. Unzählige somatische Marker, sozusagen die speziellen Messgeräte des Körpers, prüfen ständig, ob der Stoffwechsel wie vorgesehen funktioniert oder ob dem Körper etwas zur Wiederherstellung der Zufriedenheit fehlt. Emotionen sind die typischen Begleiter dieses Vorganges. Es ist unmöglich, motiviert zu sein, ohne dabei ein bestimmtes Gefühl zu verspüren. Gerade die Frage nach dem „fühle ich mich gerade jetzt wohl oder unwohl“ bestimmt die Richtung des Verhaltens. Streng genommen folgt daraus, dass es ein Nichtmotiviert-Sein eigentlich nicht gibt. Man fühlt immer irgendetwas und auch das Nichtstun ist die Folge eines bestimmten Motivationslevels. So ist auch jedes Pferd zu jeder Zeit für bestimmte Handlungen motiviert, für andere im gleichen Moment sehr wenig oder sogar gar nicht. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Quellen der Handlungsbereitschaft: Die intrinsische, also die von innen kommende Motivation und die extrinsische, von außen gesteuerte Motivation.

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Beim Motivationstest darf das Pferd frei entscheiden, ob es mitarbeiten möchte.

Echte Freude