cover image

Miguel de Cervantes Saavedra

Don Quijote von der Mancha

Beide Bände – Illustrierte Fassung

Miguel de Cervantes Saavedra

Don Quijote von der Mancha

Beide Bände – Illustrierte Fassung

Veröffentlicht im Null Papier Verlag, 2019
Illustrationen: Gustave Doré, Grandville
Übersetzung: Ludwig Braunfels
2. Auflage, ISBN 978-3-954180-91-2

www.null-papier.de/donquijote

null-papier.de/katalog

Inhaltsverzeichnis

Au­tor und Werk

Teil 1

Vor­re­de

1. Ka­pi­tel – Wel­ches vom Stand und der Le­bens­wei­se des be­rühm­ten Jun­kers Don Qui­jo­te von der Man­cha han­delt

2. Ka­pi­tel – Wel­ches von der ers­ten Aus­fahrt han­delt, die der sinn­rei­che Don Qui­jo­te aus sei­ner Hei­mat tat

3. Ka­pi­tel – Wo die an­mu­ti­ge Art und Wei­se er­zählt wird, wie Don Qui­jo­te zum Rit­ter ge­schla­gen wur­de

4. Ka­pi­tel – Von dem, was un­serm Rit­ter be­geg­ne­te, als er aus der Schen­ke schied

5. Ka­pi­tel – Wo die Er­zäh­lung vom Miß­ge­schick un­se­res Rit­ters fort­ge­setzt wird

6. Ka­pi­tel – Von der hei­te­ren und gründ­li­chen Un­ter­su­chung, wel­che der Pfar­rer und der Bar­bier in der Bü­che­rei uns­res sinn­rei­chen Jun­kers an­stell­ten

7. Ka­pi­tel – Von der zwei­ten Aus­fahrt uns­res treff­li­chen Rit­ters Don Qui­jo­te von der Man­cha

8. Ka­pi­tel – Von dem glück­li­chen Er­folg, den der mann­haf­te Don Qui­jo­te bei dem er­schreck­li­chen und nie er­hör­ten Kampf mit den Wind­müh­len da­von­trug, nebst an­dern Be­geb­nis­sen, die ei­nes ewi­gen Ge­den­kens wür­dig sind

9. Ka­pi­tel – Wo­rin der er­schreck­li­che Kampf zwi­schen dem tap­fe­ren Bis­kayer und dem mann­haf­ten Man­cha­ner be­schlos­sen und be­en­det wird

10. Ka­pi­tel – Von den an­mu­ti­gen Ge­sprä­chen, die zwi­schen Don Qui­jo­te und sei­nem Schild­knap­pen San­cho Pan­sa statt­fan­den

11. Ka­pi­tel – Von dem, was Don Qui­jo­te mit den Zie­gen­hir­ten be­geg­ne­te

12. Ka­pi­tel – Von dem, was ein Zie­gen­hirt der Tisch­ge­sell­schaft Don Qui­jo­tes er­zähl­te

13. Ka­pi­tel – Wo­rin die Ge­schich­te der Schä­fe­rin Mar­ce­la be­schlos­sen wird, nebst an­dern Be­ge­ben­hei­ten

14. Ka­pi­tel – Wel­ches Grisó­sto­mos Ge­sang der Verzweif­lung ent­hält, nebst an­dern un­er­war­te­ten Er­eig­nis­sen

15. Ka­pi­tel – Wo­rin das un­glück­li­che Aben­teu­er er­zählt wird, wel­ches Don Qui­jo­te be­geg­ne­te, als er den ruch­lo­sen Yan­gue­sen be­geg­ne­te

16. Ka­pi­tel – Was dem sinn­rei­chen Jun­ker in der Schen­ke be­geg­ne­te, die er für eine Burg hielt

17. Ka­pi­tel – Wei­te­rer Ver­lauf der un­zäh­li­gen Drang­sa­le, die der mann­haf­te Don Qui­jo­te und sein wa­cke­rer Schild­knap­pe in der Schen­ke zu be­ste­hen hat­ten, die der Rit­ter zu sei­nem Un­glück für eine Burg an­sah

18. Ka­pi­tel – Wo­rin die Un­ter­re­dung be­rich­tet wird, wel­che San­cho Pan­sa mit sei­nem Herrn Don Qui­jo­te hat­te, nebst an­de­ren er­zäh­lens­wer­ten Din­gen

19. Ka­pi­tel – Han­delt von dem ver­stän­di­gen Ge­sprä­che, das San­cho mit sei­nem Herrn führ­te, und von dem Aben­teu­er, so dem Rit­ter mit ei­ner Lei­che be­geg­ne­te, nebst an­dern groß­ar­ti­gen Er­eig­nis­sen

20. Ka­pi­tel – Von dem noch nie er­hör­ten und noch nie ge­se­he­nen Aben­teu­er, wel­ches selbst der al­ler­vor­treff­lichs­te Rit­ter auf Er­den nicht mit so we­nig Ge­fahr be­stan­den hät­te als der mann­haf­te Don Qui­jo­te von der Man­cha

21. Ka­pi­tel – Wel­ches von dem groß­ar­ti­gen Aben­teu­er mit dem Hel­me Mam­brins han­delt und wie der­sel­bi­ge zur rei­chen Beu­te ge­won­nen ward, be­nebst an­de­rem, was un­serm un­be­sieg­li­chen Rit­ter zu­stieß

22. Ka­pi­tel – Von der Be­frei­ung, die Don Qui­jo­te vie­len Un­glück­li­chen zu­teil wer­den ließ, wel­che man wi­der ih­ren Wil­len da­hin führ­te, wo­hin sie lie­ber nicht woll­ten

23. Ka­pi­tel – Von dem, was dem ruhm­rei­chen Rit­ter Don Qui­jo­te in der Sier­ra Mo­re­na zu­stieß; was ei­nes der rars­ten Aben­teu­er ge­we­sen, so in die­ser wahr­heits­ge­treu­en Ge­schich­te er­zählt wer­den

24. Ka­pi­tel – Wo­rin das Aben­teu­er in der Sier­ra Mo­re­na fort­ge­setzt wird

25. Ka­pi­tel – Wel­ches von den merk­wür­di­gen Din­gen han­delt, die dem mann­haf­ten Rit­ter von der Man­cha in der Sier­ra Mo­re­na be­geg­ne­ten, und wie er die Buße des Dun­kel­schön nach­ahm­te

26. Ka­pi­tel – Wo­rin die aus­er­le­se­nen Ab­son­der­lich­kei­ten, die Don Qui­jo­te aus pu­rer Ver­liebt­heit in der Sier­ra Mo­re­na ver­rich­te­te, fort­ge­setzt wer­den

27. Ka­pi­tel – Wie der Pfar­rer und der Bar­bier ihr Vor­ha­ben ins Werk setz­ten, nebst an­dern Er­eig­nis­sen, wür­dig, in die­ser großen Ge­schich­te er­zählt zu wer­den

28. Ka­pi­tel – Wel­ches von dem neu­en und lieb­li­chen Aben­teu­er han­delt, das dem Pfar­rer und dem Bar­bier in dem näm­li­chen Ge­bir­ge be­geg­ne­te

29. Ka­pi­tel – Wel­ches von dem an­mu­ti­gen Kunst­griff und schlau­en Mit­tel han­delt, so an­ge­wen­det ward, um un­sern ver­lieb­ten Rit­ter aus der gar har­ten Buße zu er­lö­sen, die er sich auf­er­legt hat­te

30. Ka­pi­tel – Wel­ches von der Klug­heit der schö­nen Do­ro­tea han­delt, nebst an­dern sehr er­götz­li­chen und un­ter­hal­ten­den Din­gen

31. Ka­pi­tel – Von der er­götz­li­chen Zwie­spra­che, die Don Qui­jo­te und sein Schild­knap­pe San­cho Pan­sa mit­ein­an­der hiel­ten, nebst an­dern Be­geb­nis­sen

32. Ka­pi­tel – Wel­ches be­rich­tet, wie es der ge­sam­ten Ge­folg­schaft Don Qui­jo­tes in der Schen­ke er­ging

33. Ka­pi­tel – Wo­rin die No­vel­le vom tö­rich­ten Vor­witz er­zählt wird

34. Ka­pi­tel – Wo­rin die No­vel­le vom tö­rich­ten Vor­witz fort­ge­setzt wird

35. Ka­pi­tel – Wel­ches von dem er­schreck­li­chen und un­ge­heu­er­li­chen Kampf han­delt, den Don Qui­jo­te ge­gen Schläu­che ro­ten Wei­nes be­stand, und wo fer­ner die No­vel­le vom tö­rich­ten Vor­witz be­en­det wird

36. Ka­pi­tel – Wel­ches von an­dern merk­wür­di­gen Be­geb­nis­sen han­delt, so sich in der Schen­ke be­ga­ben

37. Ka­pi­tel – Wo­rin die Ge­schich­te der weit­be­ru­fe­nen Prin­zes­sin Mí­ko­mi­ko­na fort­ge­setzt wird, nebst an­dern er­götz­li­chen Aben­teu­ern

38. Ka­pi­tel – Wel­ches von der merk­wür­di­gen Rede han­delt, die Don Qui­jo­te über die Waf­fen und die Wis­sen­schaf­ten hält

39. Ka­pi­tel – Wo­rin der Skla­ve aus Al­gier sein Le­ben und sei­ne Schick­sa­le er­zählt

40. Ka­pi­tel – Wo­rin die Ge­schich­te des Skla­ven fort­ge­setzt wird

41. Ka­pi­tel – Wo­rin der Skla­ve sei­ne Ge­schich­te fort­setzt

42. Ka­pi­tel – Wel­ches be­rich­tet, was noch wei­ter in der Schen­ke vor­ging, und auch von viel an­dern wis­sens­wür­di­gen Din­gen han­delt

43. Ka­pi­tel – Wo die an­mu­ti­ge Ge­schich­te des jun­gen Maul­tier­trei­bers er­zählt wird, nebst an­dern merk­wür­di­gen Vor­fäl­len, so sich in der Schen­ke zu­tru­gen

44. Ka­pi­tel – Wo­rin von den un­er­hör­ten Er­eig­nis­sen in der Schen­ke des wei­te­ren be­rich­tet wird

45. Ka­pi­tel – Wo­rin der Zwei­fel über Mam­brins Helm und den Esels­sat­tel gründ­lich und in vol­ler Wahr­heit auf­ge­hellt wird, nebst an­dern Aben­teu­ern, so sich zu­ge­tra­gen

46. Ka­pi­tel – Von dem denk­wür­di­gen Aben­teu­er mit den Lan­drei­tern, auch von dem un­bän­di­gen In­grimm un­se­res wa­ckern Rit­ters Don Qui­jo­te

47. Ka­pi­tel – Von der selt­sa­men Art, wie Don Qui­jo­te ver­zau­bert wur­de, nebst an­dern denk­wür­di­gen Be­geb­nis­sen

48. Ka­pi­tel – Wo der Dom­herr mit der Be­spre­chung der Rit­ter­bü­cher fort­fährt, nebst an­dern Din­gen, so des geist­vol­len Herrn wür­dig sind

49. Ka­pi­tel – Wo­rin von der ver­stän­di­gen Zwie­spra­che be­rich­tet wird, wel­che San­cho Pan­sa mit sei­nem Herrn Don Qui­jo­te hielt

50. Ka­pi­tel – Von dem scharf­sin­ni­gen Mei­nungs­streit zwi­schen Don Qui­jo­te und dem Dom­herrn, nebst an­dern Be­geb­nis­sen

51. Ka­pi­tel – Wel­ches be­rich­tet, was der Zie­gen­hirt der gan­zen Ge­sell­schaft er­zähl­te, die den Rit­ter Don Qui­jo­te von dan­nen führ­te

52. Ka­pi­tel – Von dem Kamp­fe, so Don Qui­jo­te mit dem Zie­gen­hir­ten be­stand, nebst dem un­ge­wöhn­li­chen Aben­teu­er mit den Pil­gern auf der Buß­fahrt, das er im Schwei­ße sei­nes An­ge­sichts zu Ende führ­te

Teil 2

Vor­re­de

1. Ka­pi­tel – Wie sich der Pfar­rer und der Bar­bier mit Don Qui­jo­te über des­sen geis­ti­ge Krank­heit be­spra­chen

2. Ka­pi­tel – Wel­ches von dem denk­wür­di­gen Strei­te zwi­schen San­cho Pan­sa und Don Qui­jo­tes Nich­te und Haus­häl­te­rin han­delt, nebst an­dern an­mu­ti­gen Be­ge­ben­hei­ten

3. Ka­pi­tel – Von der hei­te­ren Un­ter­hal­tung zwi­schen Don Qui­jo­te, San­cho Pan­sa und dem Bac­ca­lau­reus Sansón Car­ras­co

4. Ka­pi­tel – Wo San­cho Pan­sa dem Bac­ca­lau­reus auf sei­ne Zwei­fel und Fra­gen Aus­kunft er­teilt, be­nebst an­dern Be­geb­nis­sen, so wis­sens- und er­zäh­lens­wert sind

5. Ka­pi­tel – Von der ver­stän­di­gen und kurz­wei­li­gen Zwie­sprach, die zwi­schen San­cho Pan­sa und sei­nem Weib Te­resa Pan­sa ge­sche­hen, be­nebst an­dern Vor­gän­gen, so ei­nes se­li­gen Ge­dächt­nis­ses wür­dig sind

6. Ka­pi­tel – Von den Be­ge­ben­hei­ten zwi­schen Don Qui­jo­te und sei­ner Nich­te und Haus­häl­te­rin; eins der wich­tigs­ten Ka­pi­tel in die­ser gan­zen Ge­schich­te

7. Ka­pi­tel – Von der Zwie­sprach zwi­schen Don Qui­jo­te und sei­nem Schild­knap­pen, nebst an­dern hoch­wich­ti­gen Be­ge­ben­hei­ten

8. Ka­pi­tel – Wo­rin be­rich­tet wird, was Don Qui­jo­te be­geg­ne­te, da er hin­zog, sei­ne Her­rin Dul­ci­nea von To­bo­so zu er­schau­en

9. Ka­pi­tel – Wo­rin be­rich­tet wird, was dar­in zu fin­den ist

10. Ka­pi­tel – Wo­rin San­chos List er­zählt wird, de­ren er sich be­dien­te, um das Fräu­lein Dul­ci­nea zu ver­zau­bern. Auch von an­dern Be­geb­nis­sen, sämt­lich eben­so kurz­wei­lig wie wahr­haft

11. Ka­pi­tel – Von dem selt­sa­men Aben­teu­er, das dem mann­haf­ten Don Qui­jo­te mit dem Wa­gen oder Kar­ren be­geg­ne­te, wor­auf des To­des Reichs­tag über Land fuhr

12. Ka­pi­tel – Von dem selt­sam­li­chen Aben­teu­er, so dem mann­haf­ten Don Qui­jo­te mit dem küh­nen Spie­gel­rit­ter be­geg­ne­te

13. Ka­pi­tel – Wo das Aben­teu­er mit dem Rit­ter vom Wal­de fort­ge­setzt wird, be­nebst der ge­schei­ten, noch nicht da­ge­we­se­nen lieb­li­chen Zwie­sprach, so zwi­schen den bei­den Schild­knap­pen ge­sch­ah

14. Ka­pi­tel – Wo das Aben­teu­er mit dem Waldrit­ter sich wei­ter­ent­wi­ckelt

15. Ka­pi­tel – Wo er­zählt und nach­ge­wie­sen wird, wer der Spie­gel­rit­ter und sein Schild­knap­pe ge­we­sen

16. Ka­pi­tel – Von der Be­geg­nung Don Qui­jo­tes mit ei­nem ver­stän­di­gen Edel­mann aus der Man­cha

17. Ka­pi­tel – Wo der höchs­te Punkt und Gip­fel ge­schil­dert wird, all­wo­hin Don Qui­jo­tes un­er­hör­ter Hel­den­mut sich ver­stieg und sich ver­stei­gen konn­te; be­nebst dem glück­lich be­stan­de­nen Aben­teu­er mit dem Lö­wen

18. Ka­pi­tel – Von den Be­geb­nis­sen, so dem Rit­ter Don Qui­jo­te in der Burg oder Be­hau­sung des Rit­ters vom grü­nen Man­tel zu­stie­ßen, nebst an­dern un­ge­heu­er­li­chen Din­gen

19. Ka­pi­tel – Wo­rin das Aben­teu­er vom ver­lieb­ten Schä­fer und manch an­de­re wirk­lich er­götz­li­che Be­geb­nis­se er­zählt wer­den

20. Ka­pi­tel – Wo­rin die Hoch­zeit Ca­ma­chos des Rei­chen er­zählt wird, nebst den Be­geb­nis­sen mit Ba­si­lio dem Ar­men

21. Ka­pi­tel – Wo die Hoch­zeits­fei­er Ca­ma­chos wei­ter­er­zählt wird, nebst an­dern an­nehm­li­chen Be­geb­nis­sen

22. Ka­pi­tel – Wo­selbst Be­richt er­stat­tet wird über das Aben­teu­er in der Höh­le des Mon­te­si­nos, wel­che sich im tiefs­ten In­nern der Man­cha be­fin­det, und wie der mann­haf­te Don Qui­jo­te von der Man­cha sel­bi­ges Aben­teu­er zu glück­haf­tem Ende ge­führt

23. Ka­pi­tel – Von den wun­der­sa­men Din­gen, die der al­ler­für­treff­lichs­te Don Qui­jo­te nach sei­nem Be­richt in der tie­fen Höh­le des Mon­te­si­nos ge­se­hen hat, die je­doch so un­mög­lich und un­ge­heu­er­lich sind, daß dies für un­ter­ge­scho­ben ge­hal­ten wird

24. Ka­pi­tel – Wo tau­sen­der­lei Klei­nig­kei­ten er­zählt wer­den, sämt­lich eben­so be­deu­tungs­los als wich­tig für das Ver­ständ­nis die­ser großen Ge­schich­te

25. Ka­pi­tel – Wo das Aben­teu­er vom Esels­ge­schrei be­rührt wird, auch das gar kurz­wei­li­ge von dem Pup­pen­spie­ler, be­nebst den denk­wür­di­gen Of­fen­ba­run­gen des wahr­sa­gen­den Af­fen

26. Ka­pi­tel – Wo das an­mu­ti­ge Aben­teu­er mit dem Pup­pen­spiel fort­ge­setzt wird, nebst an­dern in Wirk­lich­keit äu­ßerst schö­nen Ge­schich­ten

27. Ka­pi­tel – Wo be­rich­tet wird, wer Meis­ter Pe­dro und sein Affe ge­we­sen, be­nebst dem Mi­ßer­fol­ge Don Qui­jo­tes bei dem Aben­teu­er mit den Iah-Schrei­ern, wel­ches er nicht so zu Ende führ­te, wie er ge­wollt und ge­dacht hat­te

28. Ka­pi­tel – Von al­ler­lei Din­gen, die, wie Be­nen­gelí an­merkt, der Le­ser er­fah­ren wird, so er sie mit Acht­sam­keit lie­set

29. Ka­pi­tel – Von dem merk­wür­di­gen Aben­teu­er mit dem ver­zau­ber­ten Na­chen

30. Ka­pi­tel – Von dem, was Don Qui­jo­te mit ei­ner schö­nen Jä­ge­rin be­geg­ne­te

31. Ka­pi­tel – Wel­ches von vie­len und wich­ti­gen Din­gen han­delt

32. Ka­pi­tel – Von der Ant­wort, die Don Qui­jo­te sei­nem Tad­ler er­teil­te, be­nebst an­de­ren erns­ten und lus­ti­gen Be­ge­ben­hei­ten

33. Ka­pi­tel – Von dem er­götz­li­chen Ge­sprä­che, so von der Her­zo­gin und ih­ren Jung­fräu­lein mit San­cho Pan­sa ge­führt wor­den und das wohl wert ist, daß man es le­sen und sich mer­ken soll

34. Ka­pi­tel – Wel­ches be­rich­tet, wie man Kun­de er­hielt, auf wel­che Wei­se die un­ver­gleich­li­che Dul­ci­nea sol­le ent­zau­bert wer­den, eine der prei­sens­wer­tes­ten Aven­tü­ren in die­sem Bu­che

35. Ka­pi­tel – Wo über die Wei­sung, die Don Qui­jo­te be­treffs der Ent­zau­be­rung Dul­ci­ne­as er­hielt, wei­ter be­rich­tet wird, nebst an­de­ren, stau­nens­wer­ten Be­geb­nis­sen

36. Ka­pi­tel – Da­rin das selt­sam­li­che und bis heut un­er­hör­te Aben­teu­er mit der Kam­mer­frau Schmer­zen­reich, sonst auch Grä­fin Tri­fal­di ge­hei­ßen, be­rich­tet wird, be­nebst ei­nem Brief, wel­chen San­cho Pan­sa an sei­ne Frau Te­resa Pan­sa ge­schrie­ben

37. Ka­pi­tel – All­wo die für­treff­li­che Aven­tü­re mit der Kam­mer­frau Schmer­zen­reich fort­ge­setzt wird

38. Ka­pi­tel – All­wo Be­richt ge­ge­ben wird vom Be­rich­te, wel­chen die Kam­mer­frau Schmer­zen­reich über ihr ei­ge­nes Miß­ge­schick er­stat­tet hat

39. Ka­pi­tel – Wo die Tri­fal­di ihre er­staun­li­che und denk­wür­di­ge Ge­schich­te fort­setzt

40. Ka­pi­tel – Von al­ler­hand, was die­se Aven­tü­re und denk­wür­di­ge Ge­schich­te an­geht und be­trifft

41. Ka­pi­tel – Von der An­kunft des Holz­zap­fe­rich, be­nebst dem Aus­gang die­ser weit­läu­fi­gen Aven­tü­re

42. Ka­pi­tel – Von den gu­ten Leh­ren, so Don Qui­jo­te sei­nem San­cho Pan­sa gab, nebst an­dern wohl­er­wo­ge­nen Din­gen

43. Ka­pi­tel – Von den gu­ten Leh­ren, wel­che Don Qui­jo­te sei­nem San­cho Pan­sa noch fer­ner er­teil­te

44. Ka­pi­tel – Wie San­cho Pan­sa zu sei­ner Statt­hal­ter­schaft ge­sen­det wur­de, und von dem merk­wür­di­gen Aben­teu­er, das Don Qui­jo­te im Schlos­se be­geg­ne­te

45. Ka­pi­tel – Wie der große San­cho Pan­sa Be­sitz von sei­ner In­sul er­griff und wie er zu statt­hal­tern an­ge­fan­gen

46. Ka­pi­tel – Von dem furcht­ba­ren Schel­len- und Kat­zen­streit, wel­chen Don Qui­jo­te im Ver­lauf des Lie­bes­han­dels der ver­lieb­ten Al­ti­si­do­ra aus­stund

47. Ka­pi­tel – Wo wei­ter­er­zählt wird, wie sich San­cho Pan­sa in sei­ner Statt­hal­ter­schaft be­nom­men

48. Ka­pi­tel – Von der Be­ge­ben­heit zwi­schen Don Qui­jo­te und Doña Ro­drí­guez, der Kam­mer­frau der Her­zo­gin, nebst an­dern Er­eig­nis­sen, so des Nie­der­schrei­ben und ewi­gen Ge­dächt­nis­ses wür­dig sind

49. Ka­pi­tel – Von dem, was un­serm San­cho Pan­sa be­geg­ne­te, da er auf sei­ner In­sul die Run­de mach­te

50. Ka­pi­tel – Wo­rin dar­ge­legt wird, wer die Zau­be­rer und Pei­ni­ger wa­ren, so die Kam­mer­frau pan­tof­fe­lier­ten und Don Qui­jo­te kneip­ten und kratz­ten, nebst den Er­leb­nis­sen des Edel­kna­ben, der den Brief an Te­resa Pan­sa, die Haus­frau San­cho Pan­sas, über­brach­te

51. Ka­pi­tel – Vom Fort­gang der Statt­hal­ter­schaft San­cho Pan­sas, nebst an­dern Be­geb­nis­sen, die eben­falls so aus­se­hen, als wä­ren sie nicht übel

52. Ka­pi­tel – Wo das Aben­teu­er mit der zwei­ten Kam­mer­frau Schmer­zen­reich oder Viel­be­drängt be­rich­tet wird, wel­che sonst auch den Na­men Doña Ro­drí­guez führt

53. Ka­pi­tel – Von dem trüb­se­li­gen Aus­gang und Ende, so San­cho Pan­sas Statt­hal­ter­schaft ge­nom­men

54. Ka­pi­tel – Wel­ches von Din­gen han­delt, so die­se Ge­schich­te und kei­ne an­de­re be­tref­fen

55. Ka­pi­tel – Von al­ler­lei Din­gen, die San­cho un­ter­wegs be­geg­ne­ten, nebst et­li­chen an­dern sol­cher Art, daß man sich nichts Wun­der­sa­me­res er­den­ken kann

56. Ka­pi­tel – Von dem un­ge­heu­er­li­chen und un­er­hör­ten Kamp­fe, den Don Qui­jo­te von der Man­cha mit dem La­kai­en Tosí­los be­stand, um ein­zu­ste­hen für die Ehre der Toch­ter von Doña Ro­drí­guez, der Kam­mer­frau.

57. Ka­pi­tel – Wel­ches da­von han­delt, daß und wie Don Qui­jo­te von dem Her­zog Ab­schied nahm, auch was ihm be­geg­ne­te mit der klu­gen und leicht­fer­ti­gen Al­ti­si­do­ra, dem Fräu­lein der Her­zo­gin

58. Ka­pi­tel – Wel­ches be­rich­tet, wie so viel Aben­teu­er auf Don Qui­jo­te ein­stürm­ten, daß ei­nes dem an­dern gar kei­nen Raum ließ

59. Ka­pi­tel – Wo­rin der au­ßer­or­dent­li­che Vor­fall er­zählt wird, wel­cher Don Qui­jo­te be­geg­ne­te und den man wohl für ein Aben­teu­er hal­ten darf

60. Ka­pi­tel – Von dem, was dem Rit­ter Don Qui­jo­te be­geg­ne­te, da er gen Bar­ce­lo­na zog

61. Ka­pi­tel – Von den Er­leb­nis­sen Don Qui­jo­tes beim Ein­zug in Bar­ce­lo­na, nebst man­cher­lei, worin mehr Wah­res als Ge­schei­tes ent­hal­ten

62. Ka­pi­tel – Das von dem Aben­teu­er mit dem Zau­ber­kopf und von an­de­ren Kin­de­rei­en han­delt, die un­be­dingt hier be­rich­tet wer­den müs­sen

63. Ka­pi­tel – Von der Unan­nehm­lich­keit, die San­cho Pan­sa bei dem Be­such der Ga­lee­ren er­litt, und von dem son­der­li­chen Aben­teu­er mit der schö­nen Mo­ri­skin

64. Ka­pi­tel – Wel­ches von dem Aben­teu­er han­delt, das von al­len, die Don Qui­jo­te bis­her er­lebt, ihm am meis­ten Kum­mer mach­te

65. Ka­pi­tel – Wo be­rich­tet wird, wer der Rit­ter vom wei­ßen Mond ge­we­sen, wie auch Don Gaspár Gre­go­ri­os Be­frei­ung, nebst an­dern Be­geb­nis­sen

66. Ka­pi­tel – Wel­ches von Din­gen han­delt, die der er­se­hen wird, der sie lie­set, oder hö­ren wird, der sie sich vor­le­sen läßt

67. Ka­pi­tel – Von dem Ent­schlus­se Don Qui­jo­tes, Schä­fer zu wer­den und sich dem Land­le­ben zu wid­men, bis das Jahr sei­nes Ge­lüb­des um sein wür­de, nebst an­dern wahr­haft er­götz­li­chen und für­treff­li­chen Din­gen

68. Ka­pi­tel – Von dem bors­ti­gen Aben­teu­er, wel­ches Don Qui­jo­te be­geg­ne­te

69. Ka­pi­tel – Von dem wun­der­sams­ten und un­er­hör­tes­ten Vor­fall, den im gan­zen Ver­lauf die­ser großen Ge­schich­te Don Qui­jo­te er­lebt hat

70. Ka­pi­tel – Wel­ches auf das neun­und­sech­zigs­te folgt und von Din­gen han­delt, so für das Ver­ständ­nis die­ser Ge­schich­te un­ent­behr­lich sind

71. Ka­pi­tel – Von dem, was sich zwi­schen Don Qui­jo­te und sei­nem Knap­pen San­cho zu­trug, da sie nach ih­rem Dor­fe zo­gen

72. Ka­pi­tel – Wie Don Qui­jo­te und San­cho nach ih­rem Dor­fe ka­men

73. Ka­pi­tel – Von den Vor­zei­chen, wel­che Don Qui­jo­te beim Ein­zug in sein Dorf be­merk­te, nebst an­dern Be­geb­nis­sen, so die­ser großen Ge­schich­te zu be­son­de­rer Zier­de und hö­he­rem Wert ge­rei­chen

74. Ka­pi­tel – Wie Don Qui­jo­te krank wur­de, sein Te­sta­ment mach­te und starb

Dan­ke

Dan­ke, dass Sie sich für ein E-Book aus mei­nem Ver­lag ent­schie­den ha­ben.

Soll­ten Sie Hil­fe be­nö­ti­gen oder eine Fra­ge ha­ben, schrei­ben Sie mir.

 

Ihr
Jür­gen Schul­ze

Newslet­ter abon­nie­ren

Der Newslet­ter in­for­miert Sie über:

htt­ps://null-pa­pier.de/newslet­ter

Autor und Werk

Der sa­ti­ri­sche Rit­ter­ro­man „Don Qui­jo­te“ von Mi­guel de Cer­van­tes Saa­ve­dra bil­det den frü­hen Hö­he­punkt der spa­ni­schen Li­te­ra­tur und gilt als der ers­te mo­der­ne Ro­man über­haupt.

Bild: 152_Don_Quijote_von_der_Mancha_001.jpg

Das mehr­schich­ti­ge Werk er­zählt ein kunst­voll ver­floch­te­nes Epos um den ar­men Ad­li­gen Alon­so Qui­ja­no, der sich nach der Lek­tü­re zahl­rei­cher Rit­ter­ro­ma­ne als Rit­ter und Ret­ter von Wit­wen und Wai­sen sieht. Mit ei­ner Bar­biers­schüs­sel als Helm, ei­ner klapp­ri­gen Mäh­re und be­glei­tet von sei­nem (im wahrs­ten Sin­ne des Wor­tes) bau­ern­schlau­en Knap­pen San­cho Pan­za, zieht er ins Aben­teu­er. Auf­ge­rie­ben zwi­schen sei­ner fan­ta­sier­ten Lie­be zur wun­der­schö­nen Dul­ci­nea, im Kampf mit Wind­müh­len, die er für Rie­sen hält und ge­narrt durch sei­ne Mit­menschen, stellt er den un­er­schüt­ter­li­chen Op­ti­mis­ten dar, der im­mer wie­der an der Rea­li­tät schei­tern muss. Oder weiß Don Qui­jo­te um sei­nen Wahn und kann er nur so die Rea­li­tät er­tra­gen?

Cer­van­tes, der Spross ei­nes ver­arm­ten Lan­dad­li­gen und zeit sei­nes Le­bens in pre­kä­ren Si­tua­tio­nen le­bend – un­ter an­de­rem in der Ar­mee, in Skla­ve­rei und im Ge­fäng­nis - schuf ein ein­zig­ar­ti­ges Meis­ter­werk, das bis heu­te an Ein­falls­reich­tum in In­halt und Spra­che un­er­reicht ist.

Zu sei­ner Zeit we­nig be­ach­tet und nach sei­nem Tod bald ver­ges­sen, wur­de Cer­van­tes von den deut­schen Ro­man­ti­kern wie­der­ent­deckt. Er starb ka­len­da­risch am sel­ben Tag wie Sha­ke­s­pea­re, dem 23. April 1616 (wenn auch be­dingt durch ver­schie­de­ne Ka­len­der 11 Tage von­ein­an­der ge­trennt.)

Don Qui­jo­te gilt heu­te als der ar­che­ty­pi­sche Ver­tre­ter ei­nes Idea­lis­ten­tums, der im­mer wie­der an der Rea­li­tät schei­tern muss. Der Kampf ge­gen die Wind­müh­len ist sprich­wört­lich. Der „Rit­ter von der trau­ri­gen Ge­stalt“ fand Auf­nah­me in Kunst, Bal­lett, Oper und Film.

Teil 1

Vorrede

Mü­ßi­ger Le­ser! Ohne Eid­schwur kannst du mir glau­ben, daß ich wünsch­te, die­ses Buch, als der Sohn mei­nes Geis­tes, wäre das schöns­te, statt­lichs­te und geist­reichs­te, das sich er­den­ken lie­ße. Al­lein ich konn­te nicht wi­der das Ge­setz der Na­tur auf­kom­men, in der ein je­des Ding sei­nes­glei­chen er­zeugt. Und was konn­te dem­nach mein un­frucht­ba­rer und un­aus­ge­bil­de­ter Geist an­de­res er­zeu­gen als die Ge­schich­te ei­nes tro­ckenen, ver­run­zel­ten, gril­len­haf­ten Soh­nes, voll von man­nig­fal­ti­gen Ge­dan­ken, wie sie nie ei­nem an­dern in den Sinn ge­kom­men sind? Eben ei­nes Soh­nes, der im Ge­fäng­nis er­zeugt wur­de, wo jede Un­be­quem­lich­keit ih­ren Sitz hat, je­des tris­te Ge­lärm zu Hau­se ist. Fried­li­che Muße, eine be­hag­li­che Stät­te, die Lieb­lich­keit der Ge­fil­de, die Hei­ter­keit des Him­mels, das Mur­meln der Quel­len, die Ruhe des Geis­tes tra­gen viel dazu bei, daß die un­frucht­bars­ten Mu­sen sich frucht­bar zei­gen und dem Pub­li­kum Er­zeug­nis­se bie­ten, die es mit Be­wun­de­rung und Freu­de er­fül­len.

Es ge­schieht wohl, daß ein Va­ter einen häß­li­chen Sohn be­sitzt, der al­ler Gra­zie bar ist, und die Lie­be, die er für ihn hat, legt ihm eine Bin­de um die Au­gen, daß er des­sen Feh­ler nicht sieht, viel­mehr sie für wit­zi­ge und lie­bens­wür­di­ge Züge er­ach­tet und sie sei­nen Freun­den als scharf­sin­ni­ge und an­mu­ti­ge Äu­ße­run­gen er­zählt. Je­doch ich, der ich zwar der Va­ter Don Qui­jo­tes schei­ne, aber nur sein Stief­va­ter bin, ich will nicht mit dem Strom der Ge­wohn­heit schwim­men, noch dich, teu­rer Le­ser, schier mit Trä­nen in den Au­gen bit­ten, wie and­re tun, daß du die Feh­ler, die du an die­sem mei­nem Soh­ne fin­den magst, ver­zei­hen oder nicht se­hen wol­lest; denn du bist we­der sein Ver­wand­ter noch sein Freund, hast dei­nen eig­nen Kopf und dei­nen frei­en Wil­len wie der Al­ler­tüch­tigs­te auf Er­den und sit­zest in dei­nem Hau­se, dar­in du der Herr bist wie der Kö­nig über sei­ne Steu­er­gel­der, und weißt, was man ge­mei­nig­lich zu sa­gen pflegt: un­ter mei­nem Man­tel kann ich den Kö­nig um­brin­gen. Al­les die­ses ent­hebt und be­freit dich von je­der Rück­sicht und Ver­pflich­tung, und so kannst du von die­ser Ge­schich­te al­les sa­gen, was dir gut dünkt, ohne zu be­sor­gen, daß man dich schel­te ob des Bö­sen, noch be­loh­ne ob des Gu­ten, das du von ihr sa­gen magst.

Nur hät­te ich sie dir ger­ne bar und nackt ge­ben mö­gen, nicht auf­ge­putzt mit ei­ner Vor­re­de und dem un­zähl­ba­ren Hau­fen und Ka­ta­log der üb­li­chen So­net­te, Epi­gram­me und Lob­ge­dich­te, die man den Bü­chern an den Ein­gang zu set­zen pflegt. Denn ich kann dir sa­gen, ob­schon die­se Ge­schich­te zu schrei­ben mich man­che Mühe ge­kos­tet hat, so er­schi­en mir doch kei­ne grö­ßer, als die­se Vor­re­de aus­zu­ar­bei­ten, die du hier lie­sest. Oft nahm ich die Fe­der, um sie nie­der­zu­schrei­ben, und oft ließ ich sie wie­der fal­len, weil ich nicht wuß­te, was ich schrei­ben soll­te. Und wie ich ein­mal so un­schlüs­sig da­saß, mit dem Pa­pier vor mir, die Fe­der hin­ter dem Ohr, den Ell­bo­gen auf dem Schreib­tisch und die Hand an der Wan­ge, er­wä­gend, was ich sa­gen soll­te, da trat un­ver­se­hens ein Freund von mir her­ein, ein Mann von Witz und großer Ein­sicht; und als er mich so nach­denk­lich sah, frag­te er mich um die Ur­sa­che. Ich hielt nicht da­mit zu­rück und sag­te ihm, ich däch­te über die Vor­re­de nach, die ich zur Ge­schich­te des Don Qui­jo­te schrei­ben müs­se und um de­rent­wil­len ich mich in ei­nem sol­chen Zu­stand be­fän­de, daß ich sie gar nicht schrei­ben und eben­so­we­nig die Ta­ten die­ses so ed­len Rit­ters ans Licht tre­ten las­sen wol­le.

»Denn wie könnt Ihr ver­lan­gen, daß mich die Vor­stel­lung: ›Was wird je­ner alte Ge­setz­ge­ber, den man den großen Hau­fen nennt, dazu sa­gen?‹ nicht rat­los ma­che, wenn er se­hen wird, daß nach so vie­len Jah­ren, seit ich im Schwei­gen der Ver­ges­sen­heit schla­fe, ich jetzt mit all mei­nen Jah­ren auf dem Hal­se mit ei­ner Mär her­vor­tre­te, die da so dürr ist wie Dü­nen­gras, al­ler Er­fin­dung bar, man­gel­haft im Stil, arm an geist­rei­chem Spiel der Wor­te und al­ler Ge­lehr­sam­keit und Wis­sen­schaft ent­beh­rend, ohne Zi­ta­te am Rand und ohne No­ta­te am Schluß des Bu­ches; die­weil doch, wie ich sehe, and­re Bü­cher al­les dies ha­ben und, selbst wenn sie fa­bel­haf­ten und welt­li­chen In­hal­tes sind, so voll von Auss­prü­chen des Ari­sto­te­les, des Pla­to und der gan­zen Schar von Phi­lo­so­phen ein­her­stei­gen, daß sie die Le­ser in Stau­nen set­zen und daß die­se de­ren Ver­fas­ser für be­le­se­ne, ge­lehr­te und wohl­be­red­te Män­ner hal­ten. Und wie erst, wenn sie die Hei­li­ge Schrift an­füh­ren! Man möch­te nicht an­ders glau­ben, als daß sie lau­ter hei­li­ge Tho­ma­se sind oder and­re Kir­chen­leh­rer, und da­bei be­ob­ach­ten sie die Schick­lich­keit so geist­voll, daß, wenn sie in ei­ner Zei­le einen ver­lieb­ten Bru­der Lie­der­lich ge­malt ha­ben, sie in der nächs­ten ein Stück­lein christ­li­cher Pre­digt hin­schrei­ben, daß es ein Ver­gnü­gen und Ge­nuß ist, es an­zu­hö­ren oder zu le­sen. Al­les des­sen muß mein Buch ent­beh­ren, denn ich habe nichts am Rand zu zi­tie­ren, nichts am Schluß zu no­tie­ren, und noch we­ni­ger weiß ich, wel­chen Au­to­ren ich in mei­nem Bu­che fol­ge, um sie, wie alle tun, nach dem Abc an den Ein­gang zu stel­len, beim Ari­sto­te­les an­fan­gend und en­di­gend mit Xe­no­phon und mit Zoi­lus oder Zeu­xis – ob­schon der eine ein Läs­ter­maul und der and­re ein Ma­ler war. Auch wird es mei­nem Bu­che an So­net­ten zum Ein­gang feh­len, we­nigs­tens an sol­chen, die von Her­zo­gen, Mar­que­sen, Gra­fen, Bi­schö­fen, Edelda­men oder welt­be­rühm­ten Poe­ten ver­faßt wä­ren. Frei­lich, wenn ich mir sol­che von zwei oder drei be­freun­de­ten Hand­werks­bur­schen er­bä­te, so weiß ich, sie wür­den sie mir ge­ben, und zwar so gute, daß ih­nen die je­ner Her­ren nicht gleich­kämen, die am meis­ten Ruf in uns­rem Spa­ni­en ha­ben.

Kurz, wer­ter Herr und Freund«, fuhr ich fort, »ich habe be­schlos­sen, daß der Herr Don Qui­jo­te in sei­nen Archi­ven in der Man­cha be­gra­ben blei­ben soll, bis der Him­mel je­man­den be­schert, der ihn mit so vie­len Din­gen, die ihm jetzt feh­len, aus­schmücke; denn ich füh­le mich we­gen mei­ner Un­zu­läng­lich­keit und mei­ner man­gel­haf­ten li­te­ra­ri­schen Bil­dung un­fä­hig, hier ab­zu­hel­fen, und bin auch von Na­tur zu be­quem und zu trä­ge, um nach Au­to­ren su­chen zu ge­hen, die da sa­gen sol­len, was ich für mich schon ohne sie sa­gen kann. Da­her komm­t’s, daß ich so un­schlüs­sig und auf­ge­regt war, wie Ihr mich ge­fun­den habt; und si­cher war der Grund, den ich Euch dar­ge­legt habe, ein ge­nü­gen­der, um mich in sol­che Zu­stän­de zu ver­set­zen.«

Als mein Freund das hör­te, schlug er sich mit der fla­chen Hand an die Stirn, und in ein mäch­ti­ges Ge­läch­ter aus­bre­chend, sag­te er zu mir: »Bei Gott, Ge­vat­ter, jetzt erst wer­de ich ei­nes Irr­tums völ­lig los, in dem ich die lan­ge Zeit her leb­te, seit ich Euch ken­ne, denn bis­her hielt ich Euch im­mer in al­len Eu­ren Hand­lun­gen für ver­stän­dig und be­son­nen. Aber jetzt sehe ich, daß Ihr so fern da­von seid wie der Him­mel von der Erde. Wie ist es mög­lich, daß Din­ge von so ge­rin­ger Be­deu­tung, und de­nen so leicht ab­zu­hel­fen ist, die Macht ha­ben, einen so rei­fen Geist zu be­ir­ren und zu ver­wir­ren wie den Eu­ri­gen, der so dazu an­ge­tan ist, weit grö­ße­re Schwie­rig­kei­ten zu be­wäl­ti­gen und aus dem Wege zu räu­men? In Wahr­heit, das kommt nicht vom Man­gel an Ge­schick, son­dern aus Über­fluß an Träg­heit und aus Denk­faul­heit. Wollt Ihr se­hen, ob ich die Wahr­heit sage? Nun, so schenkt mir ei­ni­ge Auf­merk­sam­keit, und da wer­det Ihr fin­den, wie ich im Handum­dre­hen all Eure Be­denk­lich­kei­ten zu­nich­te ma­che und Euch al­les das her­bei­schaf­fe, des­sen Man­gel, wie Ihr sagt, Euch so ver­le­gen macht und ent­mu­tigt, daß Ihr es auf­gebt, die Ge­schich­te Eu­res be­rühm­ten Don Qui­jo­te, des Lich­tes und Spie­gels der ge­sam­ten fah­ren­den Rit­ter­schaft, ans Licht der Welt tre­ten zu las­sen.«

»Sagt«, ent­geg­ne­te ich ihm, als ich dies hör­te, »auf wel­che Wei­se wollt Ihr die Lee­re mei­ner Be­sorg­nis aus­fül­len und Hel­le in das Cha­os mei­ner Ver­le­gen­heit brin­gen?«

Da­rauf ant­wor­te­te er: »Das ers­te, wor­an Ihr Euch stoßt, näm­lich daß So­net­te, Epi­gram­me oder Lob­ge­dich­te Euch für den Ein­gang des Bu­ches feh­len, und zwar sol­che, die von Per­so­nen von An­se­hen und Adel her­rüh­ren – dem kann da­durch ab­ge­hol­fen wer­den, daß Ihr selbst ei­ni­ge Mühe dar­auf wen­det, sie an­zu­fer­ti­gen, und nach­her könnt Ihr sie tau­fen und je­den Na­men, der Euch be­liebt, dar­un­ter­set­zen und könnt sie dem Pries­ter Jo­han­nes aus In­di­en oder dem Kai­ser von Tra­pe­zunt als Kin­der un­ter­schie­ben, da man von ih­nen, wie ich weiß, Nach­richt hat, sie sei­en be­rühm­te Poe­ten ge­we­sen; und wenn sie es auch nicht ge­we­sen wä­ren und wenn es dann ein paar Pe­dan­ten und Schwät­zer gäbe, die hin­ter­rücks nach Euch bei­ßen und ge­gen Eure An­ga­be bel­fern woll­ten, so ach­tet das nicht ei­nes Drei­ers wert; denn wenn sie Euch auch die Lüge nach­wei­sen, so wer­den sie Euch doch nicht die Hand ab­hau­en, mit der Ihr’s ge­schrie­ben habt.

Was nun den Punkt be­trifft: am Ran­de die Bü­cher und Schrift­stel­ler auf­zu­füh­ren, wor­aus Ihr die Lehr­sprü­che und Kern­wor­te ent­lehnt, die Ihr in Eu­rer Ge­schich­te an­wen­det, so braucht es wei­ter nichts, als es so ein­zu­rich­ten, daß hie und da zu ge­le­ge­ner Zeit et­li­che Sprü­che oder la­tei­ni­sche Bro­cken vor­kom­men, die Ihr etwa schon aus­wen­dig wißt oder die auf­zu­su­chen Euch doch nur ge­rin­ge Mühe kos­tet; wie zum Bei­spiel, wenn Ihr da, wo Ihr von Frei­heit und Ge­fan­gen­schaft han­delt, fol­gen­des hin­schreibt:


Non bene pro toto Li­ber­tas ven­di­tur auro –

und dann gleich am Ran­de den Horaz an­führt, oder wer sonst es ge­sagt ha­ben mag. Wenn Ihr etwa von der Ge­walt des To­des han­delt, dann gleich her­bei mit:


Pal­li­da mors ae­quo pul­sat pede pau­pe­rum ta­ber­nas,
Re­gum­que tur­res.

Wenn von der Freund­schaft und Lie­be, die Gott be­fiehlt ge­gen den Feind zu üben, dann gleich auf der Stel­le in die Hei­li­ge Schrift hin­ein­ge­grif­fen, was Ihr mit ei­nem we­ni­gen von Be­f­lis­sen­heit fer­tig­brin­gen könnt, und ent­lehnt nichts Ge­rin­ge­res als Got­tes ei­ge­ne Wor­te: Ego au­tem dico vo­bis: di­li­gi­te in­imi­cos ve­stros. Wenn Ihr von bö­sen Ge­dan­ken han­delt, so kommt mit dem Evan­ge­li­um her­bei: De cor­de exeunt co­gi­ta­tio­nes ma­lae. Wenn von der Un­be­stän­dig­keit der Freun­de, so ist Cato da, Euch sein Di­sti­chon zu ge­ben:


Donec eris fe­lix, mul­tos nu­me­ra­bis ami­cos;
Tem­po­ra si fuer­int nu­bi­la, so­lus eris.

Und mit die­sen la­tei­ni­schen Bro­cken und an­de­ren der Art wer­den sie Euch doch zum min­des­ten für einen Gram­ma­ti­ker hal­ten, was zu sein heut­zu­ta­ge nicht we­nig Ehre und Vor­teil bringt.

In be­treff des Schrei­bens von An­mer­kun­gen zu Ende des Bu­ches, das könnt Ihr mit al­ler Si­cher­heit fol­gen­der­ge­stalt ma­chen: Wenn Ihr in Eu­rem Buch ir­gend­ei­nen Rie­sen nennt, so rich­tet es so ein, daß es der Rie­se Go­liath sei, und al­lein schon da­mit, was Euch so­viel wie nichts kos­ten wird, habt Ihr eine große An­mer­kung, denn Ihr könnt hin­set­zen: Der Rie­se Golías oder Go­liath war ein Phi­lis­ter, den der Hir­te Da­vid mit ei­nem ge­wal­ti­gen Stein­wurf im Te­re­bin­then­tal tö­te­te, wie sol­ches im Buch der Kö­ni­ge be­rich­tet wird, in dem und dem Ka­pi­tel, wo ihr es ge­schrie­ben fin­den könnt.

Hier­auf, um Euch als ge­lehrt in den schö­nen Wis­sen­schaf­ten und als welt- und län­der­kun­di­gen Mann zu zei­gen, legt es so an, daß in Eu­rer Ge­schich­te der Fluß Tajo ge­nannt wer­de, und gleich seht Ihr Euch wie­der mit ei­ner wun­der­sa­men An­mer­kung ver­sorgt, in­dem Ihr hin­setzt: Der Fluß Tajo wur­de nach ei­nem spa­ni­schen Kö­ni­ge so be­nannt; er hat sei­nen Ur­sprung an dem und dem Ort und ver­liert sich im Gro­ßen Ozean, nach­dem er die Mau­ern der be­rühm­ten Stadt Lissa­bon ge­küßt, und man meint, er füh­re Goldsand. Wenn Ihr etwa von Räu­bern han­delt, will ich Euch die Ge­schich­te von Ca­cus ge­ben, denn ich weiß sie aus­wen­dig. Wenn von leicht­fer­ti­gen Wei­bern, so ist der Bi­schof von Mon­do­ne­do zur Stel­le, der Euch La­mia, Lais und Flo­ra bie­ten wird, wel­che An­mer­kung Euch ein großes An­se­hen ge­ben muß; wenn von grau­sa­men, wird Euch Ovid die Me­dea her­ge­ben. Wenn von Zau­be­rin­nen und He­xen, so hat Ho­mer die Ka­lyp­so und Ver­gil die Kir­ke. Wenn von tap­fe­ren Feld­herrn, so wird sich Euch kein Ge­rin­ge­rer als Ju­li­us Cäsar selbst in sei­nen Kom­men­ta­ri­en dar­bie­ten und Plut­arch Euch tau­send Alex­an­der ge­ben. Wollt Ihr von der Lie­be han­deln, so wer­det Ihr mit­tels ei­nes Lots Kennt­nis von der tos­ka­ni­schen Spra­che auf Leo­ne Ebreo sto­ßen, der Euch das Maß bis zum Über­lau­fen fül­len kann. Und wenn Ihr nicht in frem­de Lan­de ge­hen wollt, so habt Ihr in Eu­rem Hau­se den Fon­se­ca Von der Lie­be zu Got­t, worin al­les in­be­grif­fen ist, was Ihr und der Al­ler­sinn­reichs­te nur im­mer bei ei­nem sol­chen Ge­gen­stand zu wün­schen ver­mögt. Kurz, es braucht wei­ter nichts, als daß Ihr Euch die Mühe gebt, die­se Na­men zu nen­nen oder die­se Ge­schich­ten, die ich hier be­zeich­net habe, in der Eu­ri­gen zu be­rüh­ren, und mir laßt dann die Sor­ge, die No­ta­te und Zi­ta­te bei­zu­set­zen; ich schwör Euch drauf, ich will Euch die Rän­der fül­len und noch ein Dut­zend Blät­ter am Ende des Bu­ches ver­brau­chen.

Kom­men wir nun zu der An­füh­rung der Schrift­stel­ler, die bei den an­dern Bü­chern üb­lich ist und die zu Eu­rem Buch fehlt. Die Ab­hil­fe da­für ist sehr leicht, denn Ihr habt nichts wei­ter zu tun als ein Buch her­bei­zu­su­chen, das sie alle von A bis Z, wie Ihr sagt, be­reits an­ge­führt hat. Nun wohl, dies näm­li­che Abc setzt Ihr in Euer Buch; denn wenn man auch dar­aus, daß Ihr so gar we­nig nö­tig hat­tet, die vie­len Schrift­stel­ler zu be­nut­zen, die Lüge deut­lich er­sieht, so liegt nichts dar­an; und viel­leicht gib­t’s im­mer­hin je­man­den, der so ein­fäl­tig ist, zu glau­ben, Ihr hät­tet in Eu­rer ein­fa­chen und schlich­ten Ge­schich­te sie doch alle be­nutzt. Und wenn auch zu wei­ter nichts, so wird je­ner große Ka­ta­log von Schrift­stel­lern we­nigs­tens dazu die­nen, dem Buch auf einen Schlag An­se­hen zu ver­schaf­fen. Zu­dem wird sich nicht leicht ei­ner fin­den, der sich an die Un­ter­su­chung be­gibt, ob Ihr ih­nen ge­folgt oder nicht ge­folgt seid, da ihm gar nichts dar­an lie­gen kann. Und dies ist um so mehr der Fall, da, wenn ich recht ver­ste­he, dies Euer Buch nicht ei­nes je­ner Din­ge nö­tig hat, die, wie Ihr sagt, ihm feh­len; denn das Gan­ze ist nur ein An­griff auf die Rit­ter­bü­cher, an die Ari­sto­te­les nie ge­dacht, von de­nen der hei­li­ge Ba­si­li­us nichts ge­sagt und bis zu de­nen Ci­ce­ro sich nicht ver­stie­gen hat; und eben­so­we­nig ge­hört in den Kreis sei­ner er­dich­te­ten Nar­re­tei­en die stren­ge Ge­nau­ig­keit ge­schicht­li­cher Wahr­heit wie die Beo­b­ach­tung der Stern­deu­te­rei; auch sind ihm von kei­nem Wert die geo­me­tri­schen Mes­sun­gen noch die Wi­der­le­gung der Be­weis­füh­run­gen, de­ren sich die Re­de­kunst be­dient. Eben­so­we­nig soll es ir­gend­wem et­was vor­pre­di­gen und so das Men­sch­li­che mit dem Gött­li­chen ver­mi­schen – eine Art von Ver­mi­schung, die kein christ­li­cher Geist zur Schau tra­gen soll. Aus­schließ­lich soll es in al­lem, was es dar­stellt, sich der Nach­ah­mung be­flei­ßi­gen, und um so voll­kom­me­ner die­se sein wird, um so bes­ser wird aus­fal­len, was Ihr schreibt. Und da dies Euer Werk auf wei­ter nichts aus­geht, als das An­se­hen und die Gunst zu zer­stö­ren, die die Rit­ter­bü­cher in der Welt und bei der Mas­se ge­nie­ßen, so ist kein Grund, wes­halb Ihr bet­teln ge­hen soll­tet um Kern­sprü­che der Welt­wei­sen, um gute Leh­ren der Hei­li­gen Schrift, Er­fin­dun­gen der Dich­ter, hohe Wor­te der Re­de­künst­ler, Wun­der der Hei­li­gen; son­dern Ihr habt nur dar­um be­müht zu sein, daß in schlich­ter Wei­se, mit be­zeich­nen­den, an­stän­di­gen und wohl­ge­füg­ten Wor­ten, Euer Stil und Satz­bau klang­voll und an­mu­tig da­hin­schrei­te; in­dem Ihr in al­lem, was Ihr er­rei­chen könnt und was Euch mög­lich ist, Eu­ern End­zweck ge­treu­lich dar­stellt und Eure Ge­dan­ken zum Ver­ständ­nis bringt, ohne sie zu ver­wi­ckeln und zu ver­dun­keln. Stre­bet auch da­nach, daß beim Le­sen Eu­rer Ge­schich­te der Schwer­mü­ti­ge zum La­chen er­regt wer­de, der Lach­lus­ti­ge noch stär­ker auf­la­che, der Mann von ein­fa­chem Ver­stan­de nicht Über­druß emp­fin­de, der Ein­sichts­vol­le die Er­fin­dung be­wun­de­re, der sin­nig Erns­te sie nicht miß­ach­te und der Ken­ner nicht um­hin­kön­ne, sie zu lo­ben. Mit ei­nem Wor­te, rich­tet Euer Au­gen­merk dar­auf, das auf so schlech­ter Grund­la­ge ru­hen­de Gerüs­te je­ner Rit­ter­bü­cher nie­der­zu­rei­ßen, die von so vie­len ver­ab­scheut und von ei­ner noch weit grö­ße­ren An­zahl ge­prie­sen wer­den; und wenn Ihr die­ses Ziel er­reicht, so wer­det Ihr nichts Ge­rin­ges er­reicht ha­ben.«

Mit tie­fem Schwei­gen saß ich und hör­te mei­nem Freun­de zu, und so tief präg­ten sich mir sei­ne Wor­te ein, daß ich, ohne eine Wi­der­re­de zu ver­su­chen, ih­nen mei­ne Gut­hei­ßung er­teil­te und mir vor­nahm, aus die­sen sel­ben Wor­ten mei­ne Vor­re­de zu­sam­men­zu­tra­gen. In ihr also wirst du, hol­der Le­ser, die Ver­stän­dig­keit mei­nes Freun­des er­se­hen so­wie mein gu­tes Glück, in ei­nem so be­dräng­ten Au­gen­bli­cke einen sol­chen Rat­ge­ber ge­fun­den zu ha­ben, und zu­gleich die Quel­le dei­ner ei­ge­nen Be­frie­di­gung dar­über, daß du die Ge­schich­te des be­rühm­ten Don Qui­jo­te von der Man­cha so lau­ter und so ganz ohne Abir­run­gen er­hältst; des Man­nes, von dem un­ter al­len Be­woh­nern des Ge­fil­des von Mon­tiel die Mei­nung geht, daß er der keu­sche­s­te Lieb­ha­ber und der tap­fers­te Rit­ter ge­we­sen, den man von vie­len Jah­ren her bis zu die­ser Zeit in je­nen Ge­gen­den ge­se­hen. Ich will den dir ge­leis­te­ten Dienst, daß ich dich einen so ed­len und ehr­sa­men Rit­ter ken­nen leh­re, nicht zu hoch an­schla­gen; aber dan­ken sollst du mir, daß du Be­kannt­schaft mit sei­nem Schild­knap­pen, dem be­rühm­ten San­cho Pan­sa, machst, in wel­chem ich dir, nach mei­ner An­sicht, den In­be­griff al­ler knap­pen­haf­ten Wit­ze vor­füh­re, die in dem Hau­fen der Rit­ter­bü­cher sich zer­streut fin­den.

Und hier­mit, Gott möge dir Heil ge­wäh­ren und mich nicht ver­ges­sen. Leb wohl.

Ur­gan­da die Uner­kann­te an das Buch Don Qui­jo­te von der Man­cha


Wenn zu Treff­li­chen zu kom­men
Du, mein Buch, er­stre­ben kannst,
Wird dir kein Gelb­schna­bel sa­gen,
Daß du es nicht gut ge­trof­fen.
Doch packt Un­ge­duld dich oft,
Weil du Eseln wirst zu ei­gen,
Wirst du sehn im Nu, daß kei­ner
Auf den Kopf den Na­gel tref­fe,
Ob er sich die Fin­ger le­cke,
Sich als Mann von Geist zu zei­gen.

Und da die Er­fah­rung spricht:
Wer an gu­ten Baum sich lehnt,
Daß den gu­ter Schat­ten deckt,
Beut dein Stern in Béjar dir
Ei­nen Baum, der kö­nig­lich,
Fürs­ten trägt als sei­ne Früch­te
Und an dem ein Her­zog blüht,
Der ein neu­er Alex­an­der;
Wage dich in sei­nen Schat­ten,
Denn dem Küh­nen lacht das Glück.

Aben­teu­er sollst du sin­gen
Ei­nes Rit­ters aus der Man­cha,
Dem der Bü­cher hoh­ler Tand,
Die er las, den Kopf ver­wirr­te.
Frau­en, Waf­fen, edle Rit­ter
Hat­ten so ihn ein­ge­nom­men,
Daß er wie Ro­land der tol­le
Ganz von Lie­bes­wut be­fan­gen
Sich er­rang mit star­ken Ar­men
Dul­ci­nea von To­bo­so.

Male du nicht eit­le Bil­der
Auf den Schild, denn wenn der hef­ti­ge
Spie­ler stets auf Bil­der setzt,
Wird er ge­gen As ver­lie­ren.
Sei de­mü­tig in der Wid­mung!
Und dann wird kein Spöt­ter ru­fen:
Welch ein Kon­ne­ta­bel Luna,
Welch kar­tha­gi­scher Han­ni­bal,
Welch ein Kö­nig Franz in Spa­ni­en
Will noch übers Schick­sal mur­ren!

Da der Him­mel nicht ge­wollt,
Daß so viel La­tein du wis­sest
Als der Ne­ger Juan La­ti­no,
Mei­de du la­tei­ni­sche Bro­cken.
Nicht zi­tier mir Phi­lo­so­phen,
Sei nicht über­fein haar­spal­te­risch;
Sonst ver­zieht den Mund zum La­chen
Wer den Pfiff ver­steht, und ruft
Gel­lend dir ins Ohr den Spruch:
Wa­rum Knif­fe mir und Phra­sen?

Nicht be­schreib in brei­tem Schwulst
Frem­der Leu­te Le­bens­bahn;
Weit­ab stehn und lie­gen las­se
Din­ge, die dem Le­ser Wurst.
Dem schlägt man auf die Ka­pu­ze,
Der zu breit sich macht mit Witz,
Du ar­bei­te nur und schwit­ze,
Zu er­rin­gen gu­ten Ruf;
Denn wer Al­bern­hei­ten druckt,
Leiht sie aus auf ewi­ge Zin­sen.

Mer­ke dir: der ist ein Narr,
Der da un­term Glas­dach weilt
Und trotz­dem nach Stei­nen greift
Und sie wirft auf Nach­bars Dach.
Doch der Mann von Ur­teils­kraft
Geht bei al­lem, was er schreibt,
Als war Blei an sei­nen Bei­nen;
Und wer das Pa­pier be­druckt,
Um Back­fisch­chen zu er­lus­ten,
Hat ver­sim­pelt sei­ne Zeit.

A­ma­dís von Gal­li­en an Don Qui­jo­te von der Man­cha

So­nett


O du, in dem die Lieb Nach­ah­mung weck­te
Des Trä­nen­le­bens, das mich quäl­t’ und plag­te,
Als auf dem Ar­muts­fel­sen ich ver­zag­te,
Weil mich Ent­fer­nung und Ver­schmä­hung schreck­te;

Du, der zum Trank der Au­gen Salz­flut leck­te
Und dem zur Mahl­zeit, wenn dich Hun­ger nag­te
Und Sil­ber, Zinn und Kup­fer dir ver­sag­te,
Die Erd auf har­ter Erd ein Tisch­chen deck­te;

Leb du in Zu­ver­sicht, daß dir auf im­mer
– So lang zum minds­ten, als die Feu­er­pfer­de
Apol­los in der vier­ten Sphä­re krei­sen –

Dein Name hell wird sein von Ruh­mes­schim­mer,
Dein Va­ter­land das er­st’ auf die­ser Erde,
Dein Au­tor ein­zig un­ter al­len Wei­sen.

Don Be­lia­nis von Grie­chen­land an Don Qui­jo­te von der Man­cha

So­nett


Ich brach, hieb, sprach, schlug Beu­len, hab voll­bracht
Mehr als der fah­ren­den Rit­ter ganz Ge­schlecht,
Kühn, brav, stolz, tau­send Fre­vel schwer ge­rächt
Und hun­dert­tau­send wie­der­gut­ge­macht.

Der Ruhm ver­ewigt mei­ner Ta­ten Pracht;
Stets war mein Lie­ben sanft, frei­ge­big, echt.
Im Zwei­kampf war ich je­der Pf­licht ge­recht;
Ein Rie­se galt als Zwerg mir in der Schlacht.

Zu Fü­ßen mir hatt ich For­tu­na lie­gen;
Am Stirn­haar hielt mein schlau­er Sinn mit Spot­te
Die kah­le Glat­ze der Ge­le­gen­heit.

Doch hob sich auch mein Glück im ste­ten Sie­gen
Über des Mon­des Hör­ner – Don Qui­jo­te,
Auf dei­ne Hel­den­ta­ten hab ich Neid.

Die Dame Oria­na an Dul­ci­nea von To­bo­so

So­nett


O schö­ne Dul­ci­nee! Hätt ich’s voll­bracht,
Mein Mi­ra­flo­res einst, mir zum Er­get­zen
Und Lab­sal, nach To­bo­so zu ver­set­zen,
Mit dei­nem Dorf zu tau­schen Lon­d­ons Pracht!

O zier­te dei­ne Den­kart, dei­ne Tracht
Mir Seel und Leib! wie froh würd ich mich schät­zen,
Den Rit­ter, der be­glückt in dei­nen Net­zen,
Zu schaun im Kamp­fe ge­gen Über­macht!

Hätt ich’s voll­bracht, mit keu­schem Sinn zu mei­den
Herrn Ama­dís, wie du dem höf­lich fei­nen
Qui­jo­te dich ent­zogst trotz sei­nen Qua­len!

Ich wär be­nei­det dann, statt zu be­nei­den,
Blieb froh statt trau­rig und ge­noß den rei­nen
Glücks­be­cher, ohne Ze­che zu be­zah­len.

Gan­da­lin, Schild­knap­pe des Ama­dís von Gal­li­en, an San­cho Pan­sa, den Schild­knap­pen Don Qui­jo­tes

So­nett


Heil, ed­ler Mann, dir! Als des Schick­sals Macht
Dich mit dem Amt des Knap­pen­tums be­lohnt,
Hat’s dich mit al­lem Pech so ganz ver­schont,
Daß dei­ne Pf­lich­ten du mit Glanz voll­bracht.

Jetzt wird nicht Sens und Spa­ten mehr ver­dacht
Den fah­ren­den Knap­pen, simp­ler Geist nun wohnt
Im Knap­pen­tum; der Hoch­mut, der den Mond
Mit Fü­ßen tre­ten will, wird aus­ge­lacht.

Ich nei­de dei­nen Ruhm, dein Ese­lein;
Je­doch dein Zwerch­sack, der dich ken­nen lehrt
Als höchst für­sich­tig, geht mir noch dar­über.

Heil noch­mals dir, du Bied­rer, dem al­lein
Hat un­ser spa­ni­scher Ovid ge­währt
Ehr­sa­men Gruß mit ei­nem Na­sen­stü­ber.

Von dem Zier­li­chen, dem Poe­ten für Al­ler­hand, auf San­cho Pan­sa


San­cho Pan­sa bin ich, Knap­pe
Des Man­cha­ners Don Qui­jo­te;
Einst hab ich Reiß­aus ge­nom­men,
Mei­nes Le­bens klug zu war­ten.
Vil­la­die­go sah das Gan­ze
Der Po­li­tik in der Leh­re,
Aus Ge­fahr sich fort­zu­steh­len;
Also sagt die Ce­les­ti­na,
Die ein gött­lich Buch mir schie­ne,
Wenn’s nicht gar zu mensch­lich wäre.

auf Ro­si­nan­te


Des Ba­bie­ca En­kelsohn,
Ro­si­nan­te hoch­be­rühmt,
Mei­ne Schwä­chen ab­zu­bü­ßen,
Dient ich ei­nem Don Qui­jo­te;
War im Lang­sam­lau­fen groß;
Doch dem gaul­haft klu­gen Sinn
Nie ein Gers­ten­korn ent­ging;
Was mich La­za­ril­lo lehr­te,
Der, dem Blin­den Wein zu steh­len,
Sich ins Maul den Stroh­halm hielt.

Der ra­sen­de Ro­land an Don Qui­jo­te von der Man­cha

So­nett


Du bist kein Gro­ßer zwar des Reichs, in­des­sen
Muß man als Größ­ten dich der Gro­ßen eh­ren,
Du Sie­ger, un­be­siegt von gan­zen Hee­ren;
Dir gleich zu sein, darf kei­ner sich ver­mes­sen.

Von Lie­be zu An­ge­li­ka be­ses­sen,
Zog ra­send ich, Roldán, zu fer­nen Mee­ren,
Und Op­fer bracht ich auf des Ruhms Al­tä­ren,
Daß nie mein Name sin­ket in Ver­ges­sen.

Ob­schon du den Ver­stand wie ich ver­lo­ren,
Kann ich dir gleich nicht sein; das Wel­tall schätzt
Weit hö­her dei­nen Ruf und dei­ne Ta­ten.

Mir wirst du gleich, wenn du den stol­zen Moh­ren,
Den wil­den Sky­then bän­digst, der uns jetzt
Gleich nennt im Lie­ben, das vom Glück ver­ra­ten.

Der Son­nen­rit­ter an Don Qui­jo­te von der Man­cha

So­nett


Nie hat mein Schwert so kühn wie deins ge­droht,
Du span’­scher Phö­bus, du voll Lieb und Witz,
Und dei­nem Arm weicht mei­ner, der als Blitz
In Ost und West viel Fein­de schlug zu Tod.

Den Thron ver­schmäht ich, den die Welt mir bot,
Ver­ließ im Ori­ent den Kö­nigs­sitz
Für Cla­ri­dia­nas An­blick, denn mich lit­t’s
Nur, wo ich sah mein hol­des Mor­gen­rot.

Heiß liebt ich sie, das heh­re Wun­der­bild;
Als sie mich kalt vers­tieß, griff ich die Rot­te
Der Höl­len an, die ich mit Schre­cken schlug.

Doch du, ein ech­ter Gote, wild und mild,
Bist ewig groß durch Dul­ci­nee, Qui­jo­te,
Und sie durch dich be­rühmt als keusch und klug.

So­lis­dan an Don Qui­jo­te von der Man­cha

So­nett


Jun­ger Qui­jo­te, so Ihr Euch ge­schwächt
Das Hirn und seid zur Nar­ren­zunft ge­spro­chen,
So sagt kein Mensch doch, daß Ihr was ver­bro­chen,
Noch ei­nes Schel­men­stücks Euch habt er­frecht.

Wohl Eure Ta­ten sit­zen drob zu Recht.
Auf Rit­ter­fahrt habt Fre­vel Ihr ge­ro­chen,
Und tau­send­mal zer­schlu­gen Euch die Kno­chen
Manch bö­ser Wicht und man­nich lo­ser Knecht.

Und so dich Dul­ci­nee gen Euch er­bost
Und tut Euch Leids und bringt Euch auf den Hund
Und Eu­rem Weh kein wil­lig Lab­sal gibt,

In sol­chen Nö­ten sei Euch dies zum Trost:
Daß San­cho sich aufs Kup­peln nicht ver­stund,
Ein Dumm­kopf er, sie hart, Ihr nicht ver­liebt.

Zwie­ge­spräch zwi­schen Ba­bie­ca und Ro­si­nan­te

So­nett


B. So ha­ger, Ro­si­nan­te, so ver­schlis­sen?
R. Weil’s Ar­beit stets und nie­mals Fut­ter gab.
B. Wirft Euch der Dienst nicht Stroh und Gers­te ab?
R. Mein Herr ver­ab­reicht mir nicht einen Bis­sen.

B. Ihr lo­ser Knecht, schämt Euch in Eu’r Ge­wis­sen!
Ein Esels­maul reißt sei­nen Herrn her­ab.
R. Er ist ein Esel von der Wieg ans Grab;
Seht nur, wie er der Lie­be sich be­flis­sen!

B. Ist Lie­ben Tor­heit? R. Doch nicht viel Ver­nunft.
B. Du bist ein Phi­lo­soph. R. Das kommt vom Hun­gern.
B. Ver­klagt den Die­ner, der auf Euch nichts wand­te.

R. Wem sollt ich’s kla­gen bei der Bett­ler­zunft,
Wo Herr und Die­ner in der Welt rum­lun­gern
Und grad so schä­big sind wie Ro­si­nan­te?

1. Kapitel

Welches vom Stand und der Lebensweise des berühmten Junkers Don Quijote von der Mancha handelt

An ei­nem Orte der Man­cha, an des­sen Na­men ich mich nicht er­in­nern will, leb­te vor nicht lan­ger Zeit ein Jun­ker, ei­ner von je­nen, die einen Speer im Lan­zen­ge­stell, eine alte Tart­sche, einen ha­gern Gaul und einen Wind­hund zum Ja­gen ha­ben. Eine Schüs­sel Sup­pe mit et­was mehr Kuh- als Ham­mel­fleisch dar­in, die meis­ten Aben­de Fleisch­ku­chen aus den Über­bleib­seln vom Mit­tag, jäm­mer­li­che Kno­chen­res­te am Sams­tag, Lin­sen am Frei­tag, ein Täub­chen als Zu­ga­be am Sonn­tag – das ver­zehr­te vol­le Drei­vier­tel sei­nes Ein­kom­mens; der Rest ging drauf für ein Wams von Plüsch, Ho­sen von Samt für die Fei­er­ta­ge mit zu­ge­hö­ri­gen Pan­tof­feln vom sel­ben Stoff, und die Wo­chen­ta­ge schätz­te er sich’s zur Ehre, sein ein­hei­mi­sches Bau­ern­tuch zu tra­gen – aber vom feins­ten! Er hat­te bei sich eine Haus­häl­te­rin, die über die Vier­zig hin­aus war, und eine Nich­te, die noch nicht an die Zwan­zig reich­te; auch einen Die­ner für Feld und Haus, der eben­so­wohl den Gaul sat­tel­te als die Gar­ten­sche­re zur Hand nahm. Es streif­te das Al­ter uns­res Jun­kers an die fünf­zig Jah­re; er war von kräf­ti­ger Kör­per­be­schaf­fen­heit, ha­ger am Lei­be, dürr im Ge­sich­te, ein eif­ri­ger Früh­auf­ste­her und Freund der Jagd. Man be­haup­te­te, er habe den Zu­n­a­men Qui­ja­da oder Que­sa­da ge­führt – denn hier­in wal­tet ei­ni­ge Ver­schie­den­heit in den Au­to­ren, die über die­sen Ka­sus schrei­ben –, wie­wohl aus wahr­schein­li­chen Ver­mu­tun­gen sich an­neh­men läßt, daß er Qui­ja­no hieß. Aber dies ist von ge­rin­ger Be­deu­tung für uns­re Ge­schich­te; ge­nug, daß in de­ren Er­zäh­lung nicht um einen Punkt von der Wahr­heit ab­ge­wi­chen wird.

Man muß nun wis­sen, daß die­ser ob­be­sag­te Jun­ker alle Stun­den, wo er mü­ßig war – und es wa­ren dies die meis­ten des Jah­res –, sich, dem Le­sen von Rit­ter­bü­chern hin­gab, mit so viel Nei­gung und Ver­gnü­gen, daß er fast ganz und gar die Übung der Jagd und selbst die Ver­wal­tung sei­nes Ver­mö­gens ver­gaß; und so weit ging dar­in sei­ne Wiß­be­gier­de und tö­rich­te Lei­den­schaft, daß er vie­le Mor­gen Acker­feld ver­kauf­te, um Rit­ter­bü­cher zum Le­sen an­zu­schaf­fen; und so brach­te er so vie­le ins Haus, als er ih­rer nur be­kom­men konn­te. Und von al­len ge­fie­len ihm kei­ne so gut wie die von dem be­rühm­ten Fe­li­cia­no de Sil­va ver­faß­ten; denn die Klar­heit sei­ner Pro­sa und die ver­wi­ckel­ten Re­dens­ar­ten, die er an­wen­det, dünk­ten ihm wah­re Klein­o­de; zu­mal wenn er ans Le­sen je­ner Lie­bes­re­den und je­ner Brie­fe mit Her­aus­for­de­run­gen kam, wo er an man­cher­lei Stel­len ge­schrie­ben fand: Der Sinn des Wi­der­sinns, den Ihr mei­nen Sin­nen an­tut, schwächt mei­nen Sinn der­ge­stalt, daß ein rich­ti­ger Sinn dar­in liegt, wenn ich über Eure Schön­heit Kla­ge füh­re. Und eben­so, wenn er las: … die ho­hen Him­mel Eu­rer Gött­lich­keit, die Euch in gött­li­cher Wei­se bei den Ster­nen fes­ti­gen und Euch zur Ver­die­ne­rin des Ver­diens­tes ma­chen, das Eure hohe Wür­de ver­dient. Durch sol­che Re­dens­ar­ten ver­lor der arme Rit­ter den Ver­stand und stu­dier­te sich ab, um sie zu be­grei­fen und aus ih­nen den Sinn her­aus­zu­klau­ben, den ih­nen Ari­sto­te­les selbst nicht ab­ge­won­nen noch sie ver­stan­den hät­te, wenn er auch zu die­sem al­lei­ni­gen Zweck aus dem Grab ge­stie­gen wäre. Er war nicht son­der­lich ein­ver­stan­den mit den Wun­den, wel­che Don Be­lianís aus­teil­te und emp­fing; denn er dach­te sich, wie große Ärz­te ihn auch ge­pflegt hät­ten, so könn­te er doch nicht an­ders als das Ge­sicht und den gan­zen Kör­per voll Nar­ben und Wun­den­ma­le ha­ben. Aber bei all­dem lob­te er an des­sen Ver­fas­ser, daß er sein Buch mit dem Ver­spre­chen je­nes un­be­end­ba­ren Aben­teu­ers be­en­det; und oft­mals kam ihm der Wunsch, die Fe­der zu er­grei­fen und dem Buch einen Schluß zu ge­ben, buch­stäb­lich so, wie es dort ver­spro­chen wird; und ohne Zwei­fel hät­te er es ge­tan, ja er wäre da­mit zu­stan­de ge­kom­men, wenn an­de­re grö­ße­re und un­un­ter­bro­chen ihn be­schäf­ti­gen­de Ide­en es ihm nicht ver­wehrt hät­ten.

Viel­mals hat­te er mit dem Pfar­rer sei­nes Or­tes – der war ein ge­lehr­ter Mann und hat­te den Grad ei­nes Li­zen­tia­ten zu Si­guen­za er­langt – Streit dar­über, wer ein bes­se­rer Rit­ter ge­we­sen, Pal­merín von Eng­land oder Ama­dís von Gal­li­en; aber Meis­ter Ni­ko­las, der Bar­bier des­sel­bi­gen Or­tes, sag­te, es rei­che kei­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­­