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Achtung bitte unbedingt beachten!

Vorwort

Selber umrüsten oder umrüsten lassen?

Gibt es genug Pflanzenöl?

Ist die Rapsölnutzung im KFZ wirklich ökologisch?

Ist das eigentlich erlaubt?

Ist Pflanzenöl Biodiesel?

Was sagt der TÜV, die ASU?

Ändert sich nach der Umrüstung die Steuerklasse?

Hat mein Auto dann weniger Leistung / Verbrauch?

Welche KFZ Technik / Motoren sind für Pflanzenöl geeignet?

Kann man nach der Umrüstung noch Diesel tanken?

Was kostet die Umrüstung und wie hoch ist die Einsparung

Umweltschutz und Arbeitssicherheit

Wie kann ich testen ob mein Auto Pflanzenöl verträgt?

Welches Pflanzenöl?

Verwendung von gebrauchtem Pflanzenöl

Kann man Pflanzenöl lagern, wird es schlecht?

Kann man Pflanzenöl als Motoröl verwenden?

Welches Equipment braucht man für die Umrüstung?

Anpassungen des Fahrzeuges und des Kraftstoffs

Probleme, die auftreten können

Welche Schäden können auftreten?

Störungsdiagnose

Informationen und Bezugsquellen

Quellenangabe

Achtung bitte unbedingt beachten!

Die Verwendung von Pflanzenölen oder Fetten in Dieselmotoren ohne eine sachgemäße technische Umrüstung kann zu Betriebsstörungen des Fahrzeugs, sowie zu Schäden an Motor und Einspritzanlage führen. Es wird ausdrücklich darauf hingewiesen, dass die Kenntnisnahme oder Nachahmung der im folgenden aufgeführten Informationen auf eigene Gefahr des Lesers geschehen und der Autor dieses Buches keinerlei Haftung übernimmt für Personen oder Sachschäden sowie Gesetzesübertretungen, die sich daraus ergeben könnten. Manche der gezeigten Umbauten erfordern einen Eintrag in die Fahrzeugpapiere,sowie technisches Verständnis und Können zur eigenständigen Durchführung. Alle auf diesen Seiten wiedergegebenen Markennamen und Bezeichnungen sind Eigentum der jeweiligen Firma und als eingetragene Marke oder durch Copyright geschützt. Dies gilt für Produktbezeichnungen, Firmennamen, Materialbezeichnungen usw. auch wenn nicht besonders gekennzeichnet. Dieses Buch versteht sich als Erfahrungsbericht ohne Anspruch auf Vollständigkeit. Dieses Buch versteht sich nicht als Rechtsberatung, sondern stellt ausschließlich die persönliche Meinung des Autors dar! Alle Angaben ohne Gewähr.

Vorwort

Reines Pflanzenöl als Kraftstoff für Dieselmotoren ist in den vergangenen Jahren zunehmend in das Interesse der Autofahrer gerückt, ist es doch eine perfekte Möglichkeit in Zeiten steigender Lebenshaltungskosten die Betriebskosten eines Diesel-KFZ drastisch zu reduzieren.

Weitere Argumente für die Nutzung von Pflanzenöl als Kraftstoff sind ökologische Aspekte und politische Unabhängigkeit vom Erdölmarkt.

Da Pflanzenöl in seinen Eigenschaften, denen des Dieselkraftstoffs sehr ähnlich ist, sind besonders an älteren Dieselmotoren nur wenige technische Veränderungen nötig, um den alternativen Kraftstoff nutzen zu können. Diese Veränderungen sind in der Masse selbst vom Laien durchführbar, wodurch sich die Kosten der Umrüstung auf niedrigem Niveau halten.

Noch vor einiger Zeit belächelt und in der Presse bestaunt, ist Pflanzenöl längst kein exotischer Versuchs-Kraftstoff mehr, sondern eine ernst zunehmende Konkurrenz zu herkömmlichen oder den synthetischen Kraftstoffen.

Pflanzenöl ist ein regenerativer Stoff, er wächst nach! Verbrauchtes Erdöl ist für immer verloren! Pflanzenöl verbrennt CO2 neutral, denn bei der Verbrennung wird nur so viel CO2 in die Atmosphäre abgegeben, wie vorher von der Pflanze aufgenommen wurde! Die Verbrennung von Erdöl fördert durch zusätzlichen Eintrag von CO2 in die Luft den Treibhauseffekt. Pflanzenöl verbrennt sauberer als Diesel. Pflanzenöl ist biologisch abbaubar! Erdöl verursacht bei Unfällen (Tankerkatastrophen) Umweltschäden von gigantischem Ausmaß! Die Herstellung von Pflanzenöl ist einfach und verbraucht wenig Energie! Die Herstellung von Dieselkraftstoff ist ein aufwendiger, energieintensiver Prozess! Die Transportwege von Pflanzenöl sind klein, die von Erdöl riesig! Der neue Markt für Pflanzenöl stärkt heimische Landwirte! Um das Erdöl wird jetzt schon in der Welt gestritten, wie wir alle wissen!

Es ist also das gute Gefühl des Umweltbewusstseins und der Unabhängigkeit vom Erdölmarkt, gepaart mit ein wenig Erfindungsgeist und der Freude am Basteln, was mich dazu bewegt hat, vor 80 000 Kilometern damit zu beginnen mein Fahrzeug mit Pflanzenöl zu betanken. Und es bewegt mich noch…

Dieses Buch soll dem interessierten Leser helfen, die Technik seines Autos, die Umbauschritte und Verfahren besser zu verstehen und ihm bei der Umrüstung seines eigenen Fahrzeugs helfen. Mit Anleitung, Tipps und Fehlersuche.

Selber umrüsten, oder umrüsten lassen?

Egal für welche Version man sich auch entscheidet, es ergeben sich bei beiden Möglichkeiten Vor- und Nachteile. Wer gerne an seinem Auto schraubt und sich die beschriebenen Verfahren zutraut, für den ist es sicherlich ein tolles Erlebnis, sein eigenes Fahrzeug zum Pflanzenölverbrenner umzurüsten. Das schlagende Argument ist natürlich, dass der Eigenbau extrem günstig ist und die Investition sich auf diese Weise schnell bezahlt macht, ganz nebenbei lernt man aber auch noch eine ganze Menge über Dieselmotoren, KFZ-Technik und Physik.

Wer weniger Ahnung vom Schrauben hat, oder die erforderliche Zeit / Lust nicht mitbringt, dem seien die professionellen Umrüster empfohlen. Die Kosten des Umbaus sind zwar höher als beim Eigenumbau, dafür muss man nicht selbst Hand anlegen und hat auf den Umbau eine Garantie!

Gibt es genug Pflanzenöl? Rechnet sich das?

Immer wieder werde ich auch darauf angesprochen, ob es genug Pflanzenöl gibt, um alle Dieselfahrzeuge mit diesem Kraftstoff zu betreiben. Es gibt Studien über die Fläche Deutschlands, die für diesen Zweck mit Raps angebaut sein müsste, klar, dass diese Vorstellung unrealistisch ist und dass die Menge an Rapsöl nicht ausreicht! Und deshalb argumentieren die Gegner auch oft damit, dass eine flächendeckende Nutzung dieses Kraftstoffs unmöglich ist und somit Rapsöl keine Bedeutung als Kraftstoff zukommt. Nun, was ist denn mit Biodiesel, dieser wird doch auch aus Pflanzenölen hergestellt? Es wird also der gleiche Rohstoff benutzt und neuerdings wird sogar teilweise Biodiesel bis zu 5% dem Dieselkraftstoff beigemischt…direkt bei der Raffinerie. Stellt sich die Frage warum man das tut, wenn Biokraftstoffe keine Bedeutung haben!

Es stellt sich nicht die Frage ob wir genug Pflanzenöl für den Moment haben, es kümmert sich ja auch offensichtlich keiner darum, wie lange unsere Erdölvorräte noch halten und es wird weiter munter verpulvert. Stellt jemand in Frage, ob man mit Windmühlen den gesamten Strombedarf Deutschlands decken kann? Kommt deshalb dieser sauberen (wenn auch nicht unumstrittenen) Energie keine Bedeutung zu?

Die wesentliche Erkenntnis ist, dass Pflanzenöl als Kraftstoff nutzbar ist und das es im Gegensatz zu Dieselkraftstoff nachwächst! Lasst uns gemeinsam sparen, Wege der alternativen Energie beschreiten, autark werden, Innovationen in diesem Bereich vorantreiben und unsere Ressourcen sowie die Luft und das Klima schützen!

Wie schon gesagt, sparen kann man, wenn man nicht alle Fehler selbst machen muss und besonders, wenn Altpflanzenöl verfeuert wird. Aber die Frage nach der Wirtschaftlichkeit steht in diesem Fall genauso wenig im Vordergrund, wie es jemanden, der eine Photovoltaik – Anlage auf seinem Dach hat, stört, dass es sehr lange dauert, bis sich diese Investition bezahlt macht.

Ist die Rapsölnutzung wirklich ökologisch?

Zunächst einmal ein klares: Ja!

Ich möchte hier wirklich keine gesamte Ökobilanz vorstellen, dazu spielen zu viele Faktoren bei dieser Betrachtung eine Rolle. Ich möchte lieber dieses Kapitel nutzen, um einige Denkanstöße oder Diskussionsgrundlagen zu liefern.

Eines sollte uns allen klar sein: Mit Pflanzenöl zu fahren ist so eine Art Lücke … Eine Lücke im Steuergesetz, denn hieran verdient der Staat sehr viel weniger, als am Diesel. Deshalb darf man kaum erwarten, dass man von staatlicher Seite zu diesem Thema starke Zustimmung erfährt. Das Gegenteil wird der Fall sein, entweder mit einer zukünftig höheren Besteuerung oder in der Verteufelung des Pflanzenöls als unökologisch.

Eine Lücke in der Forschung, denn Pflanzenöl ist schon da und kann als Kraftstoff genutzt werden. Das wird aber nicht großflächig realisiert, sondern es wird lieber nach synthetischen Dieselkraftstoffen geforscht. Nur um es nochmals zu erwähnen: auch diese werden aus Biomasse hergestellt!

Vieles habe ich ja schon im Vorwort angedeutet, aber nehmen wir direkt das größte Argument der Pflanzenölgegner: “Bei stärkerer Nutzung von Pflanzenöl als Kraftstoff steigt die Flächennutzung und der Eintrag von Pestiziden und Kunstdünger ins Grundwasser“. Auf den ersten Blick ist dem wohl wenig entgegenzusetzen, doch andere Pflanzen, wie Getreide oder Kartoffeln, brauchen ja ebenfalls Pestizide und Dünger! Außerdem kann man nicht jedes Jahr auf der gleichen Fläche Raps anbauen, denn die Fruchtfolge muss für einen besseren Ertrag eingehalten werden. Es fordert ja auch niemand, dass man weniger Gemüse und Obst essen sollte, aus Rücksicht auf den während des Anbaus entstandenen Umweltschaden durch Dünger und Pestizide. Im Übrigen, was ist schon das bisschen Dünger im Wasser im Verhältnis zum Erdöl im Wasser bei Tankerunglücken, bei undichten Pipelines, beim Umtanken, auf Bohrinseln usw.?

Niemand würde für den Rapsanbau Wälder abholzen wollen, sondern nur die verfügbare Anbaufläche nutzen.

Es gibt Studien darüber, dass die Versorgung mit Erdöl noch über Jahrzehnte gesichert ist und davon ausgegangen werden kann, dass weitere riesige bisher unentdeckte Vorkommen die Prognosen bei weitem überschreiten. Aber kann es wirklich das Ziel sein, weiterhin so verschwenderisch mit unseren Ressourcen umzugehen? Sollten wir nicht lieber mit diesen Stoffen haushalten, gerade weil sie so vielfältig einsetzbar (z.B. für Kunststoffe und Arzneimittel) und eigentlich viel zu schade zum Verbrennen sind? Mal ganz zu schweigen von dem CO2-Problem!

CO2 steht im Verdacht den Treibhauseffekt zu verstärken, wirklich bewiesen ist das aber nicht, es ist eher ein Modell. Fossile Brennstoffe, also Erdöl und Kohle, wurden gebildet von Pflanzen und Organismen, die vor vielen Millionen Jahren existierten. Zu dieser Zeit herrschten auf der Erde viel höhere Konzentrationen von CO2 in der Luft, als es heute der Fall ist. Dieses CO2 wurde durch den Kreislauf der Natur in diesen Lebewesen als Baustoff eingebaut, in Form von Kohlenstoff. Durch besondere Umstände wurden diese Organismen nach ihrem Tod nicht vollständig abgebaut sondern sozusagen in anderer Form mumifiziert, bis heute. Da der in ihnen eingelagerte Kohlenstoff dem natürlichen Kreislauf so nicht mehr zur Verfügung stand, änderte sich langsam die Zusammensetzung der Atmosphäre, der CO2 Gehalt sank, der Sauerstoffgehalt stieg. Dieser Vorgang vollzog sich über einen sehr langen Zeitraum und das Leben auf der Erde hatte die Möglichkeit, sich auf die veränderten Bedingungen einzustellen.

Wenn wir regenerative Energie verwenden, ändern wir an der Situation nichts. Ich heize zum Beispiel mein Haus mit Holz. Klar kommt aus dem Schornstein CO2, doch genau dieses CO2 wurde von dem Baum in den letzten 30 Jahren aus der Luft aufgenommen. Das Ergebnis ist nun wieder ausgeglichen. Mein Auto fährt mit Pflanzenöl, aus dem Auspuff kommt natürlich CO2, aber genau dieses wurde im letzten Sommer auf dem Feld nebenan von der Rapspflanze aus der Luft aufgenommen. Ergibt wieder ein ausgeglichenes Ergebnis. Im Endeffekt ändert sich an der Luftzusammensetzung nichts.

Heize ich aber nun mein Haus mit Erdgas oder Öl und fahre mit Dieselkraftstoff, dann verbrenne ich fossile Energieträger und reichere die Luft mit CO2 an. Auch dieses CO2 wurde einst von Organismen der Luft entzogen… aber vor Millionen von Jahren! Verbrennen wir nun alle diese fossilen Energieträger, dann verändern wir in wenigen Jahren unsere Atmosphäre wieder in den Zustand, in der sie vor Millionen von Jahren einmal war. Die Natur hat aber keine Möglichkeit, sich in der kurzen Zeit auf die neue Situation anzupassen. Welche Folgen das haben wird, das weiß wohl keiner, doch eines ist jetzt schon klar: Eine massive Veränderung unserer Umwelt bringt für jedes Individuum des Ökosystems massive Veränderungen mit sich. Einige Arten des Ökosystems Erde werden ihren Lebensraum, ihre ökologische Nische, verlieren und aussterben. Damit sind wieder andere Organismen ihrer Nahrungsquelle beraubt und sterben ebenfalls aus. Andere Arten werden die neu entstandenen Lücken besetzen und sich vermehren. Die Gründe und Zusammenhänge der Natur sind extrem komplex und kaum zu verstehen, nach der Chaostheorie könnte sogar der Flügelschlag eines Schmetterlings in Südamerika, das Wetter bei uns bestimmen. Was ist, wenn dieser Schmetterling durch eine Dürre, verursacht durch höhere Durchschnittstemperaturen, ausstirbt?

CO2 -Kohlendioxid- ist ein Gas. Dieses Gas wird von den Pflanzen auf der Unterseite der Blätter eingeatmet und mit Hilfe der Photosynthese -einer Energiegewinnung durch Sonnenlicht- gespalten in Kohlenstoff und Sauerstoff. Der Kohlenstoff bildet den Baustein für die Pflanze, entweder als Konstruktionsstoff zum Wachsen, oder in Form von Zucker oder Fetten als Speicherstoff. Der Sauerstoff wird wieder ausgeatmet. So gewinnt die Pflanze Ihre Energie ohne etwas zu „essen“, die Pflanze lebt von der Sonnenenergie und speichert diese. Tiere oder der Mensch müssen nun, um Ihren Energiebedarf zu decken, die Pflanze essen, den in der Pflanze gespeicherten Kohlenstoff aufnehmen und verbrennen (Verbrennen geht in unserem Körper auch ohne Flamme, die chemische Reaktion ist die gleiche). Den dafür benötigten Sauerstoff atmen wir ein, das bei der Verbrennung entstehende CO2 atmen wir wieder aus. Dieses CO2 wird nun von der Pflanze wieder eingeatmet und der Kreislauf schließt sich. Man sieht, dass es -von der CO2 Bilanz- völlig unerheblich ist, ob ich das Pflanzenöl esse oder ob ich damit Auto fahre! Es ist egal ob ich das Holz im Ofen verbrenne oder der Holzwurm es auffrisst oder der Pilz es zersetzt, abgesehen davon, dass der Holzwurm Hunger hat. Das ist -wenn auch sehr vereinfacht- Ökologie!

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Natürlich wird durch den Rapsanbau ebenfalls Mineralöl verbraucht, so verbrauchen die Traktoren und die LKWs, die das Rapsöl transportieren, Dieselkraftstoff (beide könnten aber auch mit Rapsöl fahren). Die Mühle verbraucht Energie und ich werde noch darauf zu sprechen kommen, dass man bei Pflanzenölbetrieb öfter sein Motoröl wechseln muss! Doch wie sieht es im Gegensatz dazu bei der Gewinnung, der Verarbeitung und demTransport von Erdöl aus?

Wie abhängig sind wir vom Erdöl geworden, was lassen wir uns alle gefallen, weil es so bequem ist und wir deshalb diesen Stoff so lieben gelernt haben! Wie wird uns damit die Selbstbestimmung genommen! Ich will nicht übertreiben, aber wenn die Rapsernte schlecht war, sehe ich ein, dass mein Kraftstoff teurer wird, beim Eröl versteht wohl keiner die Zusammenhänge so richtig.